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Samstag, 17. September 2022

Selbstgebauter Teelichtofen

Draußen toben schon die ersten Herbststürme und ich friere. Da dachte ich mir, das wäre doch die beste Gelegenheit, mal so einen Teelichtofen auszuprobieren, von denen zur Zeit jede Menge Bauanleitungen im Netz kursieren und für welche manchmal sogar richtig Geld abgezockt wird. Sogar von einem Drogerieshop bekam ich im Newsletter das Angebot zu einer Bauanleitung, sowie folgenden Text, aus dem ich nur zwei Sätze wiedergebe: "Die Folgen, der Linkskrakeeler, der Immergrünen und der Dauergeimpften Politik müssen nun wieder einmal die Fleißigen finanzieren - die mittlerweile größtenteils die Nase gestrichen voll haben von soviel Unverstand und Verantwortungslosigkeit.....Die Gründe, warum wir kein Gas mehr aus Russland beziehen wollen, wurden nicht in einem offiziellen Abstimmungsverfahren befürwortet, sondern im kleinen Kämmerchen beschlossen von Personen, die einen Kobold nicht von Kobalt unterscheiden können und deren geistiger Horizont vergleichbar ist mit dem einer Eintagsfliege - nur, dass die sich wenigstens für den einen Tag, der ihr bleibt einen Überblick verschaffen kann."

Ich frage mich, wer für solche Bauanleitungen Geld ausgibt, denn hohe Kunst ist das ja eigentlich nicht. Ich habe mich deshalb auch nicht eins zu eins an irgendeine Bauanleitung gehalten, sondern versucht den Ofen aus Dingen zusammenzubauen, die ich zu Hause habe. Da wäre zum einen ein Stövchen von einem Fondue-Set, das ich mal geschenkt bekam und entsorgen wollte, da ich es nie benutze. Den Aufsatz habe ich anscheinend bereits weggeworfen, denn dieser ist nirgends zu finden. Es grenzt an ein Wunder, daß ich das Stövchen behielt, denn dieses ist ziemlich gut für solche Sachen geeignet, da es unten schon die nötigen Luftlöcher hat und bis zu vier Teelichte hineinpassen. Das Stövchen steht auf einem Metallteller, den ich sonst für Adventskränze benutze, damit der Kerzenwachs nicht auf den Tisch läuft. Darüber hatte ich erst eine Terracotta-Schale gestülpt, da ich einen Topf nicht besitze, testete das aber erstmal mit einem Teelicht aus, weil ja der Abstand zur "Decke" nicht so hoch ist. Schon nach einigen Minuten strahlte die Terracottaschale eine angenehme Wärme aus, so wie man das von Kachelöfen kennt. An der Raumtemperatur tat sich dabei allerdings nichts. Ich erweiterte auf zwei Teelichter, was an der Raumtemperatur weiterhin nichts änderte, dafür begann die Terracottaschale zu "rauchen", ich hatte dann Wrasen im Zimmer, so daß ich die Balkontür aufmachen mußte, also ziemlich kontraproduktiv. Deshalb tauschte ich die Terracottaschale gegen einen Metallübertopf, der ebenfalls genau auf das Stövchen paßt, und ja ebenso Wärme abgibt wie Terracotta. Dieser wird in Sekundenschnelle so heiß, daß man ihn nicht mehr ohne Handschuhe anfassen kann. Mit vier Teelichten hat sich tatsächlich die Raumtemperatur um 1 Grad erhöht, allerdings macht sie das meist auch, wenn ich vier Teelichte einfach so aufstelle. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob man diesen ganzen Aufbau tatsächlich braucht. Und ich frage mich, ob man auf diese Weise überhaupt etwas sparen könnte, denn ein 6-Stunden-Teelicht kostet 0,17 EUR. Ich weiß nicht wirklich, wie man das mit den Gaskosten vergleichen und aufrechnen kann, wenn man davon ausgeht, das ein Single-Haushalt einen durchschnittlichen Gasverbrauch von 140 kWh pro Quadratmeter hat und die Kilowattstunde 13-15 ct kostet. Mathematik ist leider nicht meine Stärke.  

Teelichtofen

Teelichtofen2

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