ThingsGuide

Montag, 9. Juli 2018

Die Beerenstark-Saison

Zwar mag ich die Pfirsich-Saison lieber, aber da man kaum noch Pfirsiche bekommt, die wirklich wie Pfirsiche schmecken, zelebriere ich auch gerne die Beeren, von denen man mit etwas Glück noch schmackhafte kaufen kann. Hätte ich einen Garten, würde ich als erstes sofort einen Pfirsichbaum pflanzen. Da ich aber keinen habe, deckte ich mich heute in Hülle und Fülle mit Beeren ein: Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren. Da ich versuche auf Zucker zu verzichten, wo es nur geht, aber Konfitüre dann doch manchmal vermisse, bin ich dazu übergegangen, mir jede Woche selbst ein Glas Konfitüre mit zahnfreundlichem Birkenzucker und Apfelpektin einzukochen, hauptsächlich in der Sorte Heidelbeere-Orange. Funktioniert wunderbar, schmeckt köstlich und nach einer Woche ist das Glas regelmäßig leer. Natürlich könnte ich gleich mehrere Gläser auf Vorrat einkochen, aber das ist mir viel zu viel Arbeit. Schließlich müßte dann alles ausgiebig sterilisiert werden, damit sich die Konfitüre auch länger hält, aber so stelle ich das Glas einfach nur in den Geschirrspüler, fülle es neu und eine Woche später ist es sowieso wieder leer.

Zum Abendessen gab es heute nur Feldsalat mit Tomate, Kichererbsen und einem Sprossen-Mix. Eigentlich bin ich ja nicht so der Salatesser, aber ich hatte noch ein Gläschen French Dressing von Drei Spatzen aus einer Box, das ich mal aufbrauchen wollte. Und jetzt denke ich mir, könnte man im Grunde öfter machen, vor allem im Sommer. Die Beeren dagegen kann man auch gut vor dem Fernseher wegnaschen und Beeren machen beerenstark.

Beerenstark


Sonntag, 8. Juli 2018

Uhren und Liebkosungen

Es wundert mich nicht sehr, daß ich das Meer schon wieder vermisse, vor allem, wenn ich an diesen verlassenen, aber sonnenüberfluteten,und glitzernden Traumstrand denke, zu welchem ich es kein zweites Mal geschafft habe. Und ich vermisse das Wasserwandern, das könnte ich stundenlang tun, auch bei Wind und Wetter. Hauptsache, oben herum wetterfest eingepackt, aber die Füße im Wasser. Anderen wird dann immer kalt, wenn sie mich sehen und sie gucken oft konsterniert auf meine beständig nassen Hosen, aber wenn man es nicht selbst probiert hat, weiß man auch nicht, was für wunderbar warme Füße man davon bekommt. Überhaupt fühlt es sich genau richtig an. Und so war es wohl auch mal vorgesehen. Immer, wenn meine Füße von Wellen umspült werden, habe ich das Gefühl, ich bin zu Hause angekommen. Vielleicht geht es ja jedem so, denn schließlich ist das Meer unserer aller Ursprung.

Anscheinend vermisse ich noch andere Dinge, denn in der letzten Nacht hatte ich nach langer Zeit mal wieder einen sehr intensiven Traum. Irgendwie träume ich nicht mehr so viel wie früher, aber ich nehme das als ein gutes Zeichen. Das sieht die Psychoonk genauso. Nur kehren regelmäßig diese Träume von einer bestimmten Person wieder, die ich seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen habe. Diese Träume sind oft voll von Glück, aber auch von Trennungsschmerz. Der Traum der letzten Nacht war emotional so aufwühlend, daß ich noch nach dem Aufwachen stundenlang wie benommen war. Ich könnte ihn einen erotischen Traum nennen, aber das würde ihm nicht entsprechen, da die Erotik eigentlich nur Beiwerk zu den sehr intensiven Gefühlen war. D. ist bei mir in der Wohnung und würde die Nacht über bleiben. Er sieht älter aus, also vielleicht so wie heute, und wirkt außerdem viel reifer. Ich bin glücklich, so viel Zeit mit ihm zu verbringen und genieße jede Minute. Denn die Momente mit ihm sind rar und kostbar. Er verhält sich so, als würde er mir nicht zur Last fallen wollen, was aber nie der Fall ist, und sagt mir, daß mein Kleid hübsch aussieht. In der Tat trage ich, eher ungewöhnlich für mich, ein hellblaues, sommerliches Kleid. Er ist wie üblich etwas wortkarg, trotzdem fühle ich diese tiefe Verbundenheit und ein allumfassendes Angenommen- und Angekommensein mit ihm. Manchmal sitzen oder liegen wir nur beieinander, manchmal küssen wir uns. Ich ziehe ihn aus und berühre mit so viel Liebe seinen Körper, daß mir diese Liebe fast den Atem raubt. Doch irgendwie werden wir in unserer Zweisamkeit immer wieder von anderen unterbrochen, die im Zimmer ein und aus gehen. Dann fällt mein Blick auf eine Uhr und ich denke erschrocken, es ist viel zu spät. 6(,)7 lese ich. Ist das eine normale Uhrzeit? Aber egal was für eine Uhrzeit, sicher ist es schon viel zu spät und die Nacht bald vorüber. Aber diese Uhr kann einfach nicht richtig gehen. Schnell suche ich andere Uhren, um drauf zu schauen, aber jede zeigt eine andere Zeit an, bis ich völlig verwirrt bin. "Die Uhren gehen alle falsch!" rufe ich D. zu, aber er muß anscheinend doch schon gehen. Ich folge ihm und sehe, wie er über die Straße rennt. Dann betritt er ein großes Gebäude. Das Arbeitsamt, wie ich feststelle, bevor ich traurig umkehre und zurück in meine Wohnung gehe. Dabei denke ich völlig irrational, daß ich ihn an das Arbeitsamt verloren habe, und der Schmerz ist ebenso intensiv, wie das Glück zuvor.

Und während ich im Schlaf zärtlich schmachtete, tat sich eine Mücke an mir so unverschämt und unbescheiden gütlich, daß ich heute eine völlig zerstochene Schulter habe. Vier Fünf dicke rote Beulen - ein Wunder, daß meine Schulter nicht eine einzige Beule ist. Dafür hat sie, als ich endlich aus meinen süßen Träumen erwachte und wieder in der Realität war, aber auch gebüßt.

Vor anderthalb Monaten schrieb mich auf einer Ahnenforschungsplattform, wo ich meinen Stammbaum gespeichert habe, eine Australierin an und war der Meinung, wir seien verwandt. Das stellte sich (dank vorhandener DNA-Tests) als Irrtum heraus, da der entsprechende Name halt doch etwas häufiger ist, als sie dachte, aber kurios ist, daß der Mädchenname entsprechender Vorfahrin genau der Kosename war, den ich D. gegeben hatte. Ich kenne dieses Wort eigentlich nur als ungewöhnlichen Kosenamen, aber nicht als echten Nachnamen. Was für ein seltsamer Zufall!

Mittwoch, 4. Juli 2018

Hitzedrama

Gestern hatte ich mir ja bereits Gedanken gemacht, wie es mit den Kleinen weitergehen soll, wenn keine Taube auf dem Nest mehr brütet und sie der prallen Sonne ausgesetzt sind. Heute Nachmittag ist dann auch der zweite Flugsaurier geschlüpft. Er hätte mal lieber noch im Ei bleiben und bis zum Abend warten sollen. Der Papa war relativ schnell verschwunden und die beiden alleine im Nest. Die Mutter hat sich heute überhaupt noch nicht blicken lassen. Zwischendurch kam der Papa einmal wieder, aber ich glaube, der hat es auch nicht mehr in der Sonne ausgehalten, jedenfalls hechelte er die ganze Zeit im Nest wie so ein Hund und war dann wieder weg. Ich konnte das nicht mehr mitansehen, wie die beiden in der prallen Sonne herumzappelten, und obwohl ich eigentlich nicht eingreifen wollte, überlegte ich schließlich doch fieberhaft, was ich tun könnte. Ich schnappte mir die Pappe von einer Geschirrspüler-Tabs-Verpackung und wollte sie in den Blumenkasten klemmen. Als ich das tat, merkte ich aber schon, daß sich die beiden Jungen überhaupt nicht mehr rührten. Ich stupste sie an - keine Reaktion. Ich besprengte sie mit kaltem Wasser - keine Reaktion. Beide sind bereits völlig hinüber, fürchte ich. Ich hätte nicht gedacht, daß das so schnell geht. Während ich das schreibe, sitzt auch schon eine Fliege auf dem einen Küken. Es sieht so aus, als hätte ich zwei tote Küken im Nest. Morgen werde ich die Pappe entfernen und hoffen, daß die Krähen oder andere Aasfresser sie schnell finden, damit ich dieses Unglücksnest endlich entsorgen kann. Das waren eindeutig zuviel tote Küken für ein Jahr. Und alles nur, weil diese blöden Tauben es einfach nicht hinkriegen, mal ein vernünftiges Nest zu bauen.

Hitzedrama
R.I.P.

Edit 19:12 h:
Oh Gott, jetzt ist die Mutter zurückgekehrt und hockt auf ihren toten Küken. Irgendwie habe ich noch so einen winzigen Hoffnungsschimmer, daß sie die Kleinen vielleicht wieder lebendig machen kann, aber das ist wohl nur ein Wunschtraum. Und meine Tränen kann ich jetzt nicht mehr zurückhalten - es ist einfach zu traurig.

Edit 20:40 h: Die Mutter sitzt immer noch auf den toten Küken. Anscheinend hat sie noch nicht mitbekommen, daß da nichts mehr lebt. Zwischendurch war sie mal kurz weg und ich habe nachgeschaut: sie liegen noch genauso reglos da und sehen nur platter aus, weil sie draufgesessen hat. Ich habe mich inzwischen mit einer riesigen Portion Pasta getröstet, aber der Taube hilft das natürlich nicht.

Edit 7:30 h früh: Während die Mutter noch die ganze Nacht auf ihren toten Küken gegluckt hat, war sei jetzt nicht mehr da und auch die Küken sind weg. Vermutlich haben sich Babyfresser gefreut, ein Frühstück gefunden zu haben.

Edit 20:00 h des nächsten Tages: Immerhin hat es der kleine Matz, der nur einige Stunden lebte, geschafft, im Film unsterblich zu werden.

Eine Armada Handwerker

ist gerade in meine Wohnung eingefallen, also genauer gesagt waren es vier. Ich habe ab jetzt Rauchmelder, und die Wasser- und Heizkostenzähler wurden ausgetauscht. Alles mit einem Abwasch. Es war ein Zeitfenster von drei Stunden für den Termin angegeben, aber zum Glück kamen sie schon kurz nach der angegebenen Anfangszeit und es ging alles sehr schnell, weil alle vier hier herumwuselten. Die Rauchmelder wurden dabei sogar mit Schrauben an der Decke befestigt. Es kenne es von anderen, wo die Rauchmelder nur mit einem langen Stiel an die Decke geklebt wurden. Außerdem haben sie auch Funk, genauso wie die Heizkostenzähler. Ich habe allerdings keinen Schimmer, wozu Rauchmelder eine Funkanbindung benötigen.

Und natürlich fiel den Männern auch der dicke Vogel auf, der in meinem Blumenkasten sitzt, da ich keine richtigen Vorhänge in diesem Zimmer habe. "Hier sind Vögel heruntergefallen." hörte ich es tuscheln. Ein älterer Herr war besonders interessiert und lief extra noch einmal zum Fenster, um zu gucken. Ich erzählte, daß sich in meinem Urlaub die Tauben dort ein Nest gebaut haben und ein Junges schon da sei.
"Ach, eines ist schon da?"
"Ja" antwortete ich, "aber die Taube sitzt immer drauf."
"Ja, Ringeltauben sind so." meinte der Herr kennerisch (und er weiß sogar, daß es eine Ringeltaube ist, denke ich bei mir.)
Als er sich darauf den anderen anschloß, um die Wohnung zu verlassen, gab er mir den Auftrag: "Schön beobachten!"

Normalerweise ist man ja gewohnt, daß Handwerker Dreck hinterlassen, und beim Bohren im Flur waren ein paar weiße Krümel auf den roten Teppich gefallen. Ich selbst hätte dem gar keine Beachtung geschenkt, aber der junge Mann, der die Rauchmelder angebracht hat, steckte noch einmal den Kopf herein und fragte: "Ich habe da ein paar Krümel fallen lassen, ist das schlimm?" Ich war dann doch etwas überrascht über diese Frage, winkte nur ab und sagte, ich mache das schon. Ich hätte antworten sollen: "Ich verstehe die Frage nicht."


Dienstag, 3. Juli 2018

Der erste Flugsaurier

ist gerade aus dem Ei gekrabbelt. Dabei fiel mir wieder einmal auf, wie ungünstig dieses neue Nest im Blumenkasten liegt. Den ganzen Nachmittag hindurch bis zum Abend knallt die Sonne mit voller Wucht drauf. Noch sitzt der Papa auf dem Nest, da das andere Ei noch unversehrt ist, und bietet so etwas Schatten. Bin gespannt, was sich die Eltern einfallen lassen, wenn alle Küken geschlüpft sind.

Frisch geschlüpft


Da ist jemand sehr müde - das Köpfchen fällt immer zur Seite:

Mittwoch, 27. Juni 2018

Ein Traum ist wahr geworden

Deutschland hat verkackt, yeah! Ich drücke ja grundsätzlich immer den Daumen für die gegnerische Mannschaft. Und es scheint gewirkt zu haben. Allerdings verfolge ich die Spiele nicht, bzw. nur insoweit, daß ich ungefähr weiß, wann Deutschland spielt, um mich währenddessen in Sicherheit zu bringen und Aufenthalte auf der Straße zu meiden, zumindest in der Großstadt. Diesmal fiel mir auf, daß es nachmittags und abends verdächtig ruhig war, viel zu ruhig eigentlich. Da habe ich mir schon gedacht, daß es gut für mich ausgegangen ist. Definitiv erfahren habe ich es allerdings erst beim Zumba. Und auch auf dem Heimweg war es herrlich still. Die Leute saßen alle nur irgendwie bedröppelt herum. Was für ein Genuß!

Leid tut es mir nur für den Onkel von mir, der unheilbar an Krebs erkrankt ist. Er macht jetzt gerade eine Chemo nach der anderen - immer dabei im Krankenhaus - und hat zu seinen Ärzten gesagt, er würde gerne noch die Fußball-WM erleben. Tja, erlebt hat er sienun, aber nicht lange etwas davon gehabt, vermutlich. Und ich muß morgen schon wieder die Koffer packen, allerdings nur für ein paar Tage.