ThingsGuide

Sonntag, 9. August 2020

Das Wochenend-Käuzchen

Gerade ist draußen wieder Käuzchen-Konzert. Es scheint ein Wochenend-Käuzchen zu sein. Vor allem diesen Flattern in der Stimme beim Huuhiii uhhiiii ist wirklich apart. Klingt manchmal auch ein bißchen wie meine Katze, wenn sich beim Jaulen ihre Stimme überschlagen hat (besonders gerne während Bustransporten).

Montag, 3. August 2020

Mariechenkäfer in Quarantäne

Heute hatte ich einige Einkäufe und Erledigungen und bin dabei wieder an den neuen Wildblumenwiesen vorbeigekommen. So schön blau wie beim letzten Mal blüht es dort nicht mehr - die Blütenpracht ist sehr zurückgegangen, aber dafür sitzen nun die Grillen drin und zirpen ein Konzert, wie man es sonst nirgends hört außer in solchen Wildbumenwiesen. Die letzte dieser Art fand ich in Berlin auf dem Mont Klamott, das ist allerdings schon ca. zwanzig Jahre her. Als ich vor ca. acht Jahren dort vorbeischaute, war von diesen Wiesen kaum noch etwas übrig, weil das Unterholz sich inzwischen so vermehrt hatte, daß fast überall nur noch Gestrüpp wucherte.

Dann bei Lidl wollte ich nur noch ein paar Kleinigkeiten besorgen, da fiel mir eine riesige Familienpackung mit Blattspinat auf, alles eingeschweißt, in welcher ein kleiner Mariechenkäfer auf einem Blatt saß und dort herumkrabbelte. Oh, der arme Kerl, dachte ich und überlegte kurz, ob ich die Packung kaufen und ihn befreien soll. Es war jedoch nicht nur sehr viel Blattspinat, sondern er sah auch schon ziemlich welk und matschig aus. Man hätte ihn kaufen und dann schnell zu Rahmspinat verarbeiten können, doch dazu fehlen mir gerade Kühlschrank und Gefrierfach. Also überließ ich den Mariechenkäfer seinem Schicksal. So im nachhinein finde ich mich selbst doof. Sonst gebe ich manchmal für jeden Sch... Geld aus, da hätte ich genauso gut die zwei Euro für den Blattspinat ausgeben und ihn dann wegschmeißen können, nachdem ich den Mariechenkäfer befreit habe. Es wäre so einfach gewesen.

Freitag, 31. Juli 2020

Das Käuzchen um Mitternacht

Gerade schaute ich mir eine Doku über Walfang an, es wurde ein Interview mit einem Walfänger geführt, der seinen Fuß verloren hatte, da hörte ich im Hintergrund immer so ein merkwürdiges Heulen. Ich dachte erst, man hört da in der Doku Wale, aber das schien mir dann doch etwas abwegig. Außerdem kam es auch von meiner rechten Seite, so daß ich beschloß, mal auf den Balkon zu gehen und zu schauen, ob das Geräusch von draußen kommt. Erst hörte ich längere Zeit gar nichts mehr, so daß ich dachte, ich hätte mich getäuscht. Doch dann - ein langgezogener heulender Ruf, und noch einer, und noch einer...so geht das jetzt schon die ganze Zeit. Ich habe noch nie Eulen, Käuzchen oder Uhus live gehört, fragte mich aber, ob das vielleicht eine dieser Kreaturen ist, was mir eindeutig sympathischer wäre, als gar nicht zu wissen, was das ist. Deshalb habe ich mir mal im Netz so ein paar Käuzchenrufe angehört und in der Tat - >>es klingt genau wie dieser Waldkauz. Wirklich unheimlich. Viel unheimlicher, als wenn man das nur als Aufnahme irgendwo hört. Also fliegende Hexen, der Herr Specht und nun auch noch ein Waldkauz - so langsam denke ich, ich bin im falschen Film. Wo kommen die alle her? Haben sie keinen Wald mehr, um dort zu wohnen? Ich werde dann also mit laut rufendem Käuzchen als Geräuschkulisse einschlafen. Ich hoffe, der Herr Waldkauz macht nicht durch bis morgen früh.

Dienstag, 28. Juli 2020

Seltsamer Brief und Nachbarn

Die Zeiten, in denen man häufiger mal Briefe im Briefkasten fand, sind ja lange vorbei, um so überraschender ist es dann, wenn man doch mal wieder einen Brief im Briefkasten findet. So ging es mir letztens nach dem Einkauf. Es war aber kein per Post gesendeter Brief, sondern nur ein zusammengefaltetes Blatt Papier, auf welchem mir eine Nachbarin ihr Leid klagte. Ich sei ihre letzte Hoffnung. Sie schreibt darin, daß bei ihr nachts die ganze Zeit Bässe dröhnen und selbst Ohropax hilft nicht mehr. Man könne nicht so richtig ausmachen, wo der Lärm herkommt, sie verdächtigt aber einen Mieter, der zwei Wohnungen über ihr wohnt. Sie hat sogar eine Kopie des Protokolls beigefügt, welches wohl für den Vermieter gedacht ist, worauf sie tatsächlich eine Woche lang täglich von ca. nachts um 1 Uhr bis zum Morgen oder gar mittags, mal bis früh um 8 Uhr, mal aber auch bis 13 Uhr, die Lärmbelästigung durch dröhnende Bässe eingetragen hat. Ich soll ihr unbedingt antworten, ob ich das auch höre. Das habe ich gerade gemacht, nur leider, oder besser gesagt glücklicherweise, höre ich - nix. Also entweder habe ich einen sauguten Schlaf oder meine Ohropax sind besser als ihre, aber selbst vormittags habe ich hier in den letzten Wochen und Monaten keine Bässe gehört. Ich bin allerdings auf der anderen Seite von ihr und seit der neue Mieter unter mir eingezogen ist und die vorherigen Suchtopfer ausgezogen sind, ist es hier sehr viel ruhiger geworden.

Nicht völlig ruhig, denn der neue Mieter übt gerne nachmittags oder abends auf dem Klavier oder Synthesizer, allerdings nicht stundenlang, ohne Bässe und ich finde das Geklimpere sogar meist entspannend, da es in der Regel ein sehr melodiöses Stück ist, welches mir irgendwie aus der Werbung bekannt ist. Ich komme ja aus einer musikalischen Familie, wo auch gerne auf dem Klavier herumgeklimpert wurde, ist deshalb eher sowas wie Heimatgefühl, genauso wie der Lärm von spielenden Kindern draußen. Nur einmal, als ich genau zur gleichen Zeit sehr aufmerksam etwas im Fernsehen verfolgen wollte, mußte ich den Fernseher lauter stellen, weil ich sonst nichts mehr verstanden hätte. (Es ist das erste unten verlinkte - nach nicht all zu langer Suche habe ich es auf Youtube gefunden. Jedoch scheine ich es dann nicht aus der Werbung, sondern aus dem Film "Die fabelhafteWelt der Amélie" zu kennen. Ich könnte aber schwören, daß es einen Werbesong gibt, der so ähnlich klingt. Vermulich meine ich das zweitverlinkte aus der HRS-Werbung. Findet ihr nicht auch, daß man die beiden Stücke aus der Erinnerung miteinander verwechseln kann?)
Des weiteren scheint er früh und vormittags einen unstillbaren Rededrang zu haben, denn man hört ihn schon relativ früh am Morgen und dann den ganzen Vormittag hindurch reden, anscheinend am Telefon oder im Chat. Ich frage mich, ob er vielleicht zu diesen Home Office-Leuten gehört, die jetzt ihre Arbeit per Videokonferenz machen. Nur das würde mir dieses stundenlange tägliche Geplappere erklären, für den privaten Redebedarf scheint es mir doch etwas zu viel zu sein. Mit genug Ehrgeiz könnte ich vermutlich sogar verstehen, was er die ganze Zeit redet, nur daß ich ein eigenes Leben habe und deshalb diesen Ehrgeiz nicht besitze. Ich frage mich allerdings, wie es wohl generell mit dem Datenschutz beim Home-Office bestellt ist, gerade in solchen extrem hellhörigen Wohnungen. Von Bässen habe ich bislang nichts gehört, außer einmal kurz, als ein Kumpel zu Besuch war. Ich schätze, meine Nachbarin wird über die Antwort nicht so erfreut sein.

Bei diesem oben erwähnten Einkauf ist es außerdem passiert, daß ein älteres Ehepaar vollkommen vergaß, den Mundschutz anzulegen, ihren ganzen Einkauf quer durch den Supermarkt und an der Kasse vorbei erledigt hatten und erst dann merkten (sie standen beim Einpacken neben mir) - Oh Mist, wir haben ja völlig vergessen, unseren Mundschutz zu tragen!
Erst als sie das so laut ausriefen, fiel es mir ebenfalls auf, denn ehrlich gesagt achte ich bei anderen überhaupt nicht mehr auf sowas. Ich bin froh, wenn ich überhaupt noch dran denke, ihn selbst anzulegen. Anderen geht es anscheinend genauso, denn angesprochen wird man deshalb nicht.