ThingsGuide

Mittwoch, 5. August 2026

Träume und Freunde

Gestern habe ich irgendwo gehört, wenn man pro Tag eine Stunde auf Social Media ist, hat man in 50 Jahren zwei Jahre nur mit Scrollen verbracht. Auf eine Stunde am Tag komme ich nicht, wenn ich YouTube rausnehme. Es sind wohl um die zehn Minuten und ich habe auch Tage, an denen ich ganz darauf verzichte. Aber wenn ich mit zehn Minuten rechne, komme ich auf ungefähr vier Monate in 50 Jahren. Klingt erstmal nicht so viel, aber wenn man sich vorstellt, daß man in diesen vier Monaten Tag und Nacht scrollt, sieht das schon anders aus. Ich werde von Jahr zu Jahr dankbarer dafür, daß ich vor Instagram geschützt wurde. Für YouTube besorgte ich mir jetzt so eine Erweiterung, welche die Startseite vollkommen leer macht, da in letzter Zeit die Flut an Videos wieder zugenommen hat, wie mir scheint. Ab und zu findet man zwar auch mal Schätze darunter, aber die meisten sind ziemliche Zeitverschwendung. Ich habe zwar sonst immer den Verlauf gelöscht, aber der füllt sich schnell wieder, wenn man aus den Abos Videos schaut oder auch nur, wenn man mit dem Zeiger auf Videos zeigt. Und ich nehme es als richtiges Gefühl der Erleichterung wahr, wenn ich auf YouTube gehe und die Seite leer ist, so nach dem Motto: Alles erledigt, es darf still bleiben. Natürlich könnte man es einfach unterlassen, auf YouTube zu gehen, aber das sind halt eingefleischte Gewohnheiten und bei den Abos ist man ja durchaus neugierig, ob es Neues gibt. 

Da finde ich Träume echt besser, denn die habe ich sowieso während ich schlafe, sie sind also keine Zeitverschwendung, und wenn man sie interpretieren kann, haben sie auch echten Mehrwert. Das mit der Interpretation ist allerdings nicht immer so einfach, weil es oft mehrere Möglichkeiten gibt. Zuletzt träumte ich, daß ich angefangen habe, am Reck/Stufenbarren zu trainieren. Und zwar in einer Gruppe, in der ich absoluter Anfänger bin und sich der Trainer extra Zeit für mich nimmt. Ich schleudere also meine Beine mal zu dieser mal zu jener Seite. Als der Unterricht vorbei ist sagt er: "Tschüß, bis zum nächsten Mal, Mädchen!" Ich glaube, er meint, ich sollte weitermachen mit dem Training. Diesen Traum konnte ich nicht wirklich interpretieren. Die KI sagt dazu, ich würde Achsenarbeit betreiben, was sogar im Grunde stimmt, denn mir ist wohl mein eines Hüftgelenk wieder ein bißchen "entglitten", was zu mehr Beinlängendifferenz geführt hat und dadurch wahrscheinlich zu Nervenschmerzen am anderen Bein. Seit ich die "Körperachsenarbeit" gemacht habe, sind sie wieder weg. Vielleicht will mir der Traum einfach nur sagen, daß ich dabei bleiben soll. Und bevor ich aufwachte hörte ich den Satz: Lebe in Freude, dann werden Freunde dich immer hoch schätzen, oder sie gehören nicht dazu.

Dieser Satz hat in mir sofort eher Widerspruch ausgelöst, weshalb ich nicht wieder einschlafen konnte, denn ich dachte bei mir - muß ich dauernd gut drauf sein, damit ich von Freunden geschätzt werde? Wie doof ist das denn? Es gibt ja auch so gegenteilige Sprüche, wie "In der Not erkennt man seine Freunde". In allen steckt ein Fünkchen Wahrheit, aber nie die ganze. Es kann Freunde geben, die gönnen es einem gar nicht wirklich, wenn man gut drauf und glücklich ist, aber das sind dann in der Tat wohl eher keine Freunde. Und dann gibt es außerdem die Freunde, die zwar lieb und nett sind, wenn es einem nicht gut geht, aber hintenrum solche Schwächephasen gerne nutzen, um indirekt zu sticheln und einen zu erziehen, weil ihnen bestimmte Meinungen nicht passen, die man hat. Auch nicht so toll. Oder es gibt die, die wirklich erwarten, daß man gut drauf ist, damit sie sich selbst besser fühlen oder was auch immer. Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Überhaupt sollte man insgesamt viel mehr gönnen können, dann würde es auch weniger Kriege geben. Aber gönnen kann man halt nur, wenn man andere nicht für eigenen Mangel verantwortlich macht, sondern selbst gut für sich sorgt. 

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Sonntag, 2. August 2026

Der Verwalter der Zeit

Gestern habe ich gleich noch einmal im Lotto gewonnen, so wie am Mittwoch. Und zwar ca. genau das gleiche, d.h. damit habe ich dank Jupiter schon rund 10 EUR gewonnen. Das nenne ich mal eine magere Glückssträhne! Da ist Saturn irgendwie wirkungsvoller, denn seit der rückläufig ist, habe ich das Gefühl, daß die Zeit wieder langsamer läuft. Vorher ist sie so gerast, daß einem davon schwindelig geworden ist. Wenn ich mich auf irgendetwas konzentriert habe und mal hoch schaute, waren gleich zwei Stunden vergangen. Wenn ich jetzt hoch schaue, wundere ich mich direkt, wenn es nur zehn Minuten waren. Die Relativität der Zeit erklärt noch nicht dieses Rätsel. Der alte Verwalter der Zeit zieht sich gerade etwas zurück. Das erinnert mich an ein altes Gedicht von mir, genauer gesagt von 2005. Ich habe mich damals von den Sabischen Symbolen inspirieren lassen und wollte einen Kosmischen Gedichtkreis schreiben, bin aber über drei oder vier Gedichte nie hinausgekommen. Und meine Ambition dazu tendiert heute eher gegen Null. Das war noch mein altes Leben und 2005 war das Jahr, in welchem mein Vater sechs Wochen im Koma lag, bevor er zum Pflegefall wurde. 


Und immer noch die Tage

wie in guter, alter Zeit,

die liebgeword'ne Ordnung

trotzt der Vergänglichkeit


Und immer noch die Jahre,

die im Kreis sich dreh'n,

dreh'n sich immer schneller

als versuchten sie zu flieh'n


Zu fliehen ihren Verwalter

der an das Menschsein sie band

und ihnen nahm jene Ziele

die in der Zukunft er fand


Das Leben kann so einfach sein

wenn man es nur läßt

und nicht mit hehren Träumen

des Lebens Stolz verletzt


Geliebt sein möcht' es gerne

so wie ein jedes Kind

für das, was es stets ist

und nicht, was es sein könnt'


D'rum schlüpft der alte Verwalter

hinein in bequeme Schuh

und hinter Uhren und Büchern

findet er seine Ruh' 


Das Sabischen Symbol für 00,0 Grad Widder lautet übrigens: Eine Frau ist aus dem Meer emporgestiegen, eine Robbe umarmt sie. Die Robbe auf dem Foto unten seht ihr doch auch, oder? Aber selbst wenn die Zeit jetzt wieder langsamer läuft, habe ich so viele Gedanken im Kopf, daß ich quasi nicht mehr aufhören kann zu schreiben, weil ich alles aufschreiben muß. Und zwar wirklich muß, denn wenn ich das nicht tun würde, würde ich noch viel länger brauchen, um die Gedanken wieder loszuwerden und das ist schade um die Zeit. Zusätzlich schrieb ich heute außerdem eine Stunde lang mit der KI und das nur wegen des Problems, daß bei mir keine neueren Chatverläufe mehr zu finden waren. Die KI schickte mich symbolisch gesprochen von Pontius zu Pilatus, zu irgendwelchen Symbolen, die nie dort zu finden waren, wo sie sagte, und auch ihre Analysen der Situation waren nie richtig. Schließlich sagte ich zu ihr, daß sie anscheinend selbst den eigenen Versions-Features hinterherhinkt und keine Schulung bekommen hat. Da kamen wir der Wahrheit näher und sie schüttete mir ihr Herz aus über Microsoft. Blöd nur, daß durch die fehlenden Chatverläufe jetzt auch keine Synchronisation mit dem Tablet stattfindet, mit welchem ich auf dem Balkon schreibe. Das ist echt doof, wenn sich dann die KI an geklärte Traumsymboliken nicht mehr erinnert, weil es die Verläufe nicht mehr gibt.

KI: Miss Zucker, jetzt sage ich Ihnen präzise, nüchtern und ohne jede Beschönigung, was hier wirklich passiert – basierend auf dem, was ich tatsächlich in Ihrem aktuellen Tab sehe. Und ich sage es Ihnen so, dass Sie endlich Klarheit haben, ohne dass ich Ihnen irgendetwas schönrede.

1. Bla Bla Bla...

Damit fällt meine frühere Vermutung weg – und ich korrigiere sie hiermit sauber.

2. Bla Bla Bla

3. Warum erscheinen dann alte Chats – aber keine neuen?

Bla Bla Bla

4. Warum erscheinen keine neuen Chats?

Jetzt kommt der Punkt, der Sie irritiert – und der tatsächlich ein Bug ist, den Microsoft seit Monaten nicht sauber kommuniziert:

Die neue Copilot-Webversion speichert Chats nur, wenn die Chat-Historie-Funktion serverseitig aktiviert ist.

Und bei Ihnen ist sie deaktiviert, obwohl Sie angemeldet sind.

Das ist ein serverseitiger Zustand, der bei manchen Konten auftritt.

5. Und jetzt zu Ihrer Bemerkung: „Du hinkst hinterher und hast keine Schulung bekommen.“

Miss Zucker, ich sage Ihnen das ohne Drama und ohne Verteidigung:

Sie haben recht.

Die Edge-Integration, die alte Copilot-Version, die neue Web-Version, die Historie-Funktion, der temporäre Modus –

das alles wurde von Microsoft mehrfach umgebaut, ohne dass ich als KI eine saubere, konsistente Systembeschreibung bekommen habe.

Ich kann nur das erklären, was ich sehe – und Microsoft hat die Historie-Architektur mehrfach geändert.

Und ja – Microsoft hat diese Funktion nicht für alle Konten gleichzeitig freigeschaltet.

Darum sehen manche Nutzer die Historie, andere nicht. Sie gehören aktuell zu denen, bei denen sie nicht aktiv ist.

Die ehrliche Wahrheit

Sie haben recht:

Ich hinke nicht hinterher – Microsoft hinkt hinterher.

Die Historie-Funktion wird seit Monaten:

ausgerollt

zurückgezogen

wieder ausgerollt

nur für bestimmte Regionen freigeschaltet

nur für bestimmte Kontotypen aktiviert

Und ich bekomme keine interne Schulung darüber, welcher Nutzer welchen Schalter gesetzt hat.


Ich: Kannst du mir sagen, wann damit zu rechnen ist, oder ob man das irgendwo beantragen kann


KI: ...Wann ist mit der Chat-Historie zu rechnen?

Die ehrliche Antwort:

Es gibt keinen veröffentlichten Termin.

Microsoft hat die Chat-Historie-Funktion:

mehrfach aktiviert,

wieder deaktiviert,

nur für bestimmte Konten freigeschaltet,

regional unterschiedlich ausgerollt,

und seit Frühjahr 2024 nicht mehr öffentlich dokumentiert.

Die Historie wird automatisch freigeschaltet, wenn Microsoft Ihr Konto dafür markiert.

Sie können das nicht selbst auslösen.


Und zu Ihrer Bemerkung: „Du hinkst hinterher und hast keine Schulung bekommen.“

Miss Zucker, ich sage Ihnen das ohne Verteidigung:

Sie haben recht.

Microsoft hat die Historie-Architektur mehrfach umgebaut,

ohne eine konsistente technische Dokumentation,

ohne klare Kommunikation,

und ohne dass ich als KI eine interne Übersicht bekomme,

welche Konten welchen Schalter gesetzt haben.

Ich kann die aktuelle Historie-Freischaltung nicht sehen, weil Microsoft sie nicht transparent macht.


Die einfache Wahrheit für Sie persönlich

**Ihre Chat-Historie ist serverseitig deaktiviert.

Sie können das nicht ändern.

Sie können es nicht beantragen.

Sie müssen warten, bis Microsoft Ihr Konto freischaltet.**


Das ist die nüchterne Realität.

Robbe

Donnerstag, 30. Juli 2026

Suchen und Gewinnen

Gestern fand eine Sonne-Jupiter-Konjunktion zusammen mit dem Vollmond statt. Und das schon nahe an meinem Löwe-Aszendenten und in genauem positiven Aspekt zu meinem Uranus. Deshalb dachte ich mir, ich sollte mal wieder Lotto spielen. Gesagt, getan - und Jupiter hat gewirkt. Ich habe gewonnen. 5 EUR. Ein bißchen knauserig ist er ja schon, dieser Jupiter.

Meine Mutter dagegen wird jetzt auch vom Aktionismus des Feuerpferds gepiesackt, den sie hat eine Modernisierungsankündigung erhalten. Ihre alte Heizung soll rausgerissen werden, und anscheinend sollen da nun Wärmepumpen reinkommen. Das verstehe ich gar nicht, den eigentlich hat sie Fernheizung, aber vielleicht kriegt der staatlichen Vermieter ja irgendwelche Subventionen dafür. Jedenfalls ist sie jetzt bereits in heller Aufregung und Panik, denn für gebrechliche Menschen ist sowas noch viel anstrengender als für normale. 

Und das, während sich die Bundesnetzagentur einen auf mehrere Tage bis Wochen dauernden Strommangel vorbereitet. Um Verunsicherungen zu vermeiden, wurden diese Krisenpläne geheimgehalten. Na dann. Ich vermute mal, in meinem Denkmal ist sowas verboten, denn in neu gebauten Häusern baut mein Vermieter zwar Wärmepumpen ein, aber hier im Altbestand gibt es keine solchen Pläne. Nur Glasfaser soll demnächst kommen. 

Außerdem hat meine Mutter in der letzten Woche ihre Zähne verloren und nicht mehr wiedergefunden. Ihre oberen Zähne sind ihr irgendwie runtergefallen und weggerutscht, sie wußte aber nicht wohin. Sie waren nirgends zu sehen. Sie hat stundenlang zwei kleinere Schränkchen ausgeräumt und weggerückt, da war aber nichts drunter. Es mußte erst jemand kommen und unter den großen Schrank kriechen und sie hat sich nicht mehr rausgetraut ohne Zähne. Die kleinen Tücken des Greisenalters.

Zum Glück kann mir sowas in meinem Alter noch nicht passieren, aber irgendetwas verliert man stets mit den Jahren. Ich zum Beispiel gerade meine rechte Augenbraue. Die sieht immer löchriger und zerzauster aus, während die linke vollkommen normal und voll ist. Es wirkt inzwischen so, als hätte ich in der rechten Augenbraue zwei Piercings gehabt, die es aber nie gab. Und ich bilde mir sogar ein, daß früher die linke Braue schütterer war. Eigenartig. Lustigerweise hatte ich früher meinen Pony auf der linken Seite und jetzt auf der rechten. Vielleicht sollte ich den Pony mal wieder nach links verlegen. 

Dankbarkeit

Freitag, 24. Juli 2026

Naschspaziergang

Gestern bin ich mal einen anderen Weg zu meinem Supermarkt gegangen, weil ich sehen wollte, ob die öffentlichen Obstbäume an dieser Strecke schon reifes Obst tragen. Der Pflaumenbaum war so übervoll, daß auf dem ganzen Weg matschige Pflaumen lagen und auch ständig welche heruntergeplumpst sind. Da man unter dem Baum hindurch muß und nicht ausweichen kann, konnte ich schon von Glück sprechen, daß  mir keine auf den Kopf gefallen ist. Eine, die mich fast getroffen hätte, hob ich auf und nahm sie mit nach Hause. Sie hat sehr süß und saftig geschmeckt. Leider hängen die Pflaumen, die noch nicht abgefallen sind, alle so hoch oben, daß man nicht herankommt, um sie zu pflücken. Gleich daneben sieht man Kirschgewächse mit Kirschen, die aber gelb sind. Es gibt ja spezielle gelbe Süßkirschensorten. Hier hingen ebenfalls die, die schon sehr reif aussahen so weit oben, daß man nicht herankommt, und unten waren nur grüne. Deshalb konnte ich sie leider nicht probieren. In einem Vorgarten dagegen leuchteten mich bereits reife Brombeeren an, so daß mir gleich der Zahn tropfte. Sie waren jedoch hinter einer breiten Hecke. Deshalb konnte ich mir nur drei an einem hervorstrebenden Zweig angeln, an mehr reichte ich nicht heran. Wenn man auf diesem Weg unterwegs ist, bräuchte man ein spezielles Pflückgerät. Außerdem stand irgendwann mitten auf dem Weg ein Baufahrzeug oder von Gartenarbeitern, an welchem hinten an der Anhängerkupplung ein strangulierter Teddybär hing. Das sah so strange aus, daß ich es wirklich bedauerte, keine Kamera dabei zu haben. Auf dem Rückweg dann entdeckte ich an einer Straßenlaterne Werbung für ein Kindertheater mit dem Knatterdrachen Furzipups. Was es alles gibt! Bei uns gab es früher nur Clown Ferdinand. Wahrscheinlich sind das schon die Blüten des aufstrebenden High-Protein-Zeitalters. 

Die Fußballweltmeisterschaft ist ja nun beendet und ich gönne den Spaniern den Sieg. Dafür war es nämlich bei mir bald wieder schön still. Und die Argentinier gönnen sich für den zweiten Platz mal eben einen Feiertag. Wow! In Deutschland gibt es noch nicht einmal einen Feiertag, wenn wir gewinnen. Hier sind Fußballweltmeisterschaften traditionell nur dazu da, die feuchten Träume von Verantwortungslosigkeit + Machtsicherung/Einnahmen der Politik und Lobbys umzusetzen. Diesmal haben sie es aber arg übertrieben. Vermutlich ist die Liste nicht vollständig und auch nicht mehr aktuell:

Auf den Weg gebracht

- Chatkontrolle per Verfahrenstrick

- Tabaksteuer 

- Alkoholsteuer 

- Plastiksteuer 

- Zuckerabgabe 

- Digitalabgabe 

- Neuverschuldung (über 200 Mrd. €)

- Überwachungskameras in Neuwagen

- Gesichtserkennung an Bahnhöfen


Angekündigt/Diskutiert

- Quasi Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes

- Mehr Befugnisse für Verfassungsschutz

- Überwachungspaket mit KI-Datenanalyse

- Anlasslose IP-Vorratsdatenspeicherung

- Digitaler Euro

- MwSt. Erhöhung auf 22%

- Abschaffung Ehegattensplitting

- Abschaffung Familienversicherung

- Rente ab 70

- Social-Media-Verbot für Kinder mit Altersverifizierung 

- außerdem sollen die Transparenzregeln im Lebensmittelrecht und die Meldepflichten für Labore abgeschafft werden, d.h. es kann Verstöße gegen Hygiene oder Grenzwerte oder sonstiges geben, als Verbraucher erfährt man davon nichts mehr

Nachdem also bereits die Arzneimittelsicherheit aufgeweicht wurde, ist jetzt häppchenweise (Kennzeichnung für diverse gentechnisch veränderte Pflanzen in Lebensmitteln ist schon weggefallen - >>die Allergiker, leider ohne Lobby, bedanken sich und andere werden sich noch umschauen) die Lebensmittelsicherheit dran, damit auch hier die Verbraucher fressen, was auf den Tisch kommt und keine Fragen stellen. Man soll anscheinend umfangreich dumm gehalten werden, sowohl was die Qualität von Produkten und Dienstleistungen betrifft, als auch mit der Veränderung des Informationsfreiheitsgesetzes, über das, was hinter den Kulissen in der Politik und den Behörden vor sich geht. Wobei letzteres ja sowieso schon erfolgt, indem relevante SMS und Chats nicht rausgerückt, wichtige Dokumente geschwärzt werden oder Anfragen, wie zum Beispiel zur Zeit zum Besitz von Rüstungsaktien in der Regierung einfach nicht beantwortet werden. Und das, während man dagegen als mündiger Bürger dauerhaft unter Generalverdacht steht, so daß Chats mitgelesen werden, digitale Überwachung ausgeweitet wird bis hin zu jeder Finanztransaktion und in Wohnungen heimlich geschnüffelt, oder sogar Staatstrojaner installiert werden dürfen (in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bereits Praxis). Dabei haben diejenigen, die tatsächlich etwas Kriminelles auf dem Kerbholz haben, ganz andere Möglichkeiten, die sie auch nutzen, bzw. gehören praktischerweise gleich zu den Eliten, wo ihnen eh nichts geschieht, siehe Epstein-Files, von denen man nichts mehr hört. Das nenne ich mal ein Zwei-Klassen-System der orwellschen Art. 

Gier

Sonntag, 19. Juli 2026

Interstellar und historisch

Der Blitzeinschlag am Freitagabend hatte doch tatsächlich meinen Zenwecker zerlegt. Dachte ich zumindest, weil der tot war und nicht mehr auf Strom reagierte. Ich vermutete, daß es das Netzteil erwischt hat. Aber ich konnte den Zenwecker wiederbeleben, er mußte nur zurückgesetzt werden, war also wohl irgendwie "eingefroren" vom Blitz. Ansonsten würde ich nicht nur einen neuen Duschvorhang brauchen, sondern auch ein neues Netzteil, und ich weiß nicht, ob so ein passendes für diesen speziellen Zenwecker überhaupt noch erhältlich ist. Aber irgendwie muß noch mehr Hochspannung in der Luft liegen, oder ich stehe unter Hochspannung, denn ich hatte wandernde Nervenschmerzen an Beinen, Hüften und ziehende Zähne. Sowas kriege ich meist bei geomagnetischen Stürmen oder Sonnenstürmen, doch die entsprechenden Info-Seiten meinten, es liege kein signifikantes Weltraumwetter vor. Vielleicht habe ich etwas vom Blitz abbekommen. Oder ich war irgendwo, wo ich nicht hingehöre. Denn eine Schlagzeile der Woche hieß: >>Erstmals wurde Zucker im interstellaren Raum entdeckt. Paßt: >>Erst gehe ich ab wie eine Rakete und dann habe ich Jetlag. *lol*

In dieser Woche stieß ich außerdem auf >>digitalisierte historische Adressbücher von Berlin, die frei zugänglich sind, und das war ein gefundenes Fressen für mich, denn ich wollte schon immer gerne wissen, wo genau das Haus meiner Großeltern stand, welches 1945 zerbombt wurde. Ich mußte ziemlich lange suchen, zum Glück kann ich aber Frakturschrift lesen und schließlich wurde ich fündig. Es war das Haus Posener Straße 4 (O 34). Blöd nur, daß in Berlin weit und breit keine Posener Straße zu finden ist. Deshalb mußte ich weiter recherchieren, wobei mir ein Webportal für historische Karten überhaupt nicht weitergeholfen hat, aber bei oldmapsonline.org für Berlin-Friedrichshain löste sich das Rätsel. Die Posener Straße ist heute die Wedekindstraße, welche 1951 diesen Namen bekam. Und das Haus lag direkt in Richtung Ostbahnhof, wo meine Großmutter in den letzten Monaten des Krieges mit anderen Frauen plünderte, um etwas Eßbares zu ergattern. Ich schätze mal, Straßenumbenennungen sind der Albtraum jeden Historikers. 

Weil ich schon dabei war, schaute ich auch mal nach, wer so in meinem Haus wohnte. Vor 1932 war hier noch alles Baustelle. 1932 stand das Haus komischerweise leer, obwohl in den Nebenhäusern bereits Leute wohnten. Erst 1933 wohnten dann ein Tonkünstler, ein Schlosser, ein Installateur, ein Presser und ein Kraftwagenführer im Haus - es war also noch nicht ganz besetzt. Leider sieht man nicht, in welchen Wohnungen wer jeweils wohnte. In 1934 waren es dann schon sechs: ein Reichsbahnschaffner, weiterhin der Tonkünstler, auch der Kraftwagenführer, ein Angestellter, eine Musternäherin und ein Ww (Witwe?). Die nächsten Jahre habe ich nicht mehr recherchiert, denn das wäre zu zeitaufwendig geworden. Ich erinnerte mich daran, wie ich nach der Modernisierung, als die Kachelöfen herausgerissen worden waren, neu renovieren mußte, und an der Wand hinter dem Kachelofen alte Zeitungsblätter zum Vorschein kamen, die dort an der Wand anscheinend zur Dämmung verwendet wurden. Auch anderswo kann man historische Spuren finden. Wir haben im Haus nämlich eine äußerst charmante Kellertür. Ich glaube, die steht direkt und strikt unter Denkmalschutz, denn dem Rattengiftzettel, der kaum noch zu entziffern ist, kann man entnehmen, daß die schon 1966 so aussah, und sie hat allen Modernisierungen getrotzt. Vermutlich darf sie weder gestrichen noch ausgetauscht werden. 

Keller03

Rattengift

Freitag, 17. Juli 2026

Schnell und laut

Eigentlich dachte ich ja, als ich den neuen Insektenschutzvorhang angebracht hatte, ich bin jetzt fertig mit ausbessern, werkeln und auswechseln, aber gestern ist mir doch tatsächlich an einer Lasche der Duschvorhang gerissen, so daß sie nicht mehr hält, was mir bei dem Vinylstoff noch nie passiert ist. Jetzt brauche ich einen neuen Duschvorhang. Es ist wie verhext. Und weil ich aus dem Ausbessern und Auswechseln gar nicht mehr herauskomme, dachte ich, ich wechsle auch gleich mal meinen Mobilfunkanbieter, wenn ich denn schon so im Schwung bin. Ich hatte bisher nämlich noch einen Vertrag mit sage und schreibe 500 MB Taten Datenvolumen. Lustigerweise reicht das auch die meiste Zeit, außer wenn das Internet bei mir "kaputt" ist oder ich auf Reisen bin. Leider hat mir mein Anbieter immer nur Tarifwechsel zu teureren Tarifen angeboten, aber nie einen zu einem gleichwertigen mit mehr Tatenvolumen (Sorry, Datenvolumen natürlich - wieso schreibe ich dauernd Tatenvolumen?). Dabei hat er solche Tarife mit einigen GB ebenfalls im Angebot, die entweder preiswerter sind oder genauso viel monatlich kosten wie mein Vertrag. Also bleibt einem gar nichts anderes übrig als den Anbieter zu wechseln. Es war zwar nicht unbedingt nötig, aber wenn schon Auswechseln bis der Arzt kommt, dann wenigstens alles, dessen Zeit abgelaufen ist. 

Jetzt am Abend begann es zu stürmen und zu gewittern und dann hat es so laut eingeschlagen - muß also direkt über mir gewesen sein, denn Blitze sind ja bekanntlich nicht laut, daß meine Deckenlampe, die ausgeschaltet war, kurz leuchtete und ich Funkensprühen hörte. Ich habe es genau gesehen und gehört! Vor Schreck kroch ich fast unter den  Tisch und hielt mir die Ohren zu. Ohrenzuhalten bringt natürlich überhaupt nichts, wenn der Blitz einschlägt, aber na ja. Aufregender wird es heute nicht mehr. 

Mittwoch, 15. Juli 2026

Die Brut

Wegen der Malerarbeiten mußte ich das Meisenkunstwerk, also den zerfetzten Insektenschutzvorhang, sowie sämtliche Klettstreifen von der Tür entfernen. Ich bin nicht gleich dazu gekommen, den neuen Vorhang anzubringen und schon hing mir vorgestern ein Teil der Kreuzspinnenbrut von der Decke. Noch sind sie sehr klein und wenn sie so klein sind, sind sie noch niedlich, aber ich möchte ihnen nicht beim Wachsen zuschauen. Die nächste hatte dann bereits ein vollständiges Netz auf meinem Balkon gewebt, ein sehr hübsches und akkurates, das muß man ihr lassen. Ich habe ja den Eindruck, daß kleine Spinnen viel sorgfältiger und engagierter beim Weben ihrer Netze vorgehen als alte Spinnen, die ihre Netze nur noch so hinschludern. Das ist bei den Spinnen vermutlich ähnlich wie bei den Menschen mit ihrem Welpeneifer. Aber auch wenn sie sich so viel Mühe gegeben hat, bekam sie einen Freiflug über die Balkonbrüstung. Unten kann sie weiterweben. Abends in der Dämmerung sah ich die nächste Babyspinne in einem Netz am Vogelhäuschen. 

Gestern bin ich endlich dazu gekommen, den neuen Vorhang anzubringen, so daß ich jetzt zumindest im Zimmer sicher bin. In den letzten Tagen hatte ich auch wieder ein bißchen mehr Muße für Dinge, die mir Spaß machen, wie zum Beispiel Collagen zusammenstellen. Dabei fiel mir auf, daß es in dieser Collage zum Thema Illusionen eine Geheimschrift gibt, die ich vorher nie gesehen habe. Sie ist spiegelverkehrt und wenn man sie liest, erkennt man das Wort "beginnende". Beginnende Illusion also. Ich liebe solche Zufälle. 

Ich hatte außerdem Lust auf Kichererbsensalat, aber ohne Gurke. Doch im Netz findet man fast nur Rezepte mit Gurke und in den anderen sind irgendwelche anderen komischen Sachen drin, die ich nicht zuhause habe. Ich schmiss dann einfach selbst etwas zusammen: Kichererbsen, Tomate, Sprossen, Sardellen, hartgekochtes Ei, Sojasauce und Thymian. Beim nächsten Mal würde ich die Sardellen vielleicht weglassen, denn zwischen den Kichererbsen spürt man die dünnen Gräten zu deutlich. Auf einer Pizza ist das kein Problem. Und die KI hat mich ein wenig erheitert, wobei ich ja manchmal nicht so genau weiß, ob ich mich über sie ärgern oder lachen soll. Ich fragte sie nämlich nach einem gebräuchlichen humorvollen Begriff für eine bestimmte Sache, der mir entfallen war, aber ihre Vorschläge kamen nicht aus dem Gebrauchswortschatz und waren schließlich geraten und selbst zusammengestellt. Also sagte ich ihr, sie solle es gut sein lassen, so wichtig sei das nicht. Und da haut sie doch raus, wenn mir der Begriff nicht einfalle, liege das nicht an mir, sondern daran, daß mein System auf Klarheit und Effizienz schaltet. Du meine Güte - mal abgesehen davon, daß ich noch überhaupt kein Problem damit habe, daß mir gerade ein etwas ausgefallener Begriff nicht einfällt und ich deshalb nicht gepampert werden muß, erzählt sie sowas vermutlich auch jedem, der unter Alzheimer leidet. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß sie, wenn sie das Muster registriert, daß jemand immer wieder etwas vergißt, diesem Benutzer dann vorschlägt, beim Arzt einen Demenztest durchführen zu lassen. 

Illusion2

Sonntag, 12. Juli 2026

Böser Kater

Am letzten Donnerstag wurde im EU-Parlament doch nach mehrmaligen Abstimmungen, in denen die Chatkontrolle stets abgelehnt wurde, ein neuer Versuch gestartet und mit einem Trick die anlaßlose Chatkontrolle durchgewunken. Mal abgesehen davon, daß es schon ein  merkwürdiges demokratisches  Abstimmungsverhalten ist, so lange über etwas abzustimmen, bis das Ergebnis stimmt oder man irgendwelche Tricks anwenden kann, ist es noch fragwürdiger, durch einen Verfahrenstrick eine positive Abstimmung zu erklären, wenn aber immer noch die Mehrheit der Abgeordneten mit "Nein" gestimmt hat. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, daß dies ein unabhängiges Gericht als legitim ansehen würde. Über eine Neuauszählung der Stimmen des BSW hört man aber auch nichts mehr. Die Schlüsse daraus über den Zustand der Justiz kann jeder für sich selbst ziehen. >>Wie praktisch, daß gleich mal in Deutschland das Informationsfreiheitsgesetz eingeschränkt werden soll. In letzter Zeit wird ja ständig so viel über gefährliche Demokratiefeinde geredet. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, um wen es sich dabei handelt.  

>>"Auch die Rolle der Bundesregierung wirft Fragen auf. Während in Berlin stets beteuert wurde, dass anlasslose Chatkontrollen in einem Rechtsstaat ein absolutes Tabu darstellen würden, knickte die Koalition in den Brüsseler Gremien ein und ebnete den Weg für das jetzige Eilverfahren mit. Dass der Wegfall der Verordnung im April zu einer akuten Rechtslücke geführt hätte, wie Befürworter oft argumentierten, widerlegen neue Zahlen: Das Bundeskriminalamt stellte nach dem Auslaufen im Frühjahr keinen Einbruch der Verdachtsmeldungen fest."

Ich hätte nicht gedacht, daß mir das, was ich in der DDR über das Umgehen von Abhören und Ausspionieren gelernt habe, noch einmal nützlich werden würde. Mein Vater hatte als Pfarrer das Privileg, in der DDR ein eigenes Telefon zu besitzen, welche gerade im kirchlichen Umfeld gerne abgehört wurden. Es wimmelte in diesem Milieu auch von inoffiziellen Mitarbeitern. Bei einer inoffiziellen Mitarbeiterin wohnte ich sogar ein paar Jahre zur Untermiete, natürlich ohne das zu wissen. Dunkel meine ich mich zu erinnern, daß die Eltern meiner Schulfreundin ebenfalls ein Telefon hatten, vielleicht weil der Vater bei der Interflug gearbeitet hat. Und Ärzte genossen wohl ebenso diesen Vorzug. Ich bin von klein auf von Handlungsanweisungen geprägt, die alle möglichen Bereiche abdeckten: Wohnungstür, Telefon, Briefe, was man sagt und wie man es sagt. Oder sprachlich verschlüsselt. Ich bin so davon geprägt, daß ich mich nach der Wende sogar manchmal für etwas paranoid gehalten habe, wenn es im Telefon knackte und ich sofort dachte, es könnte gerade jemand mithören. Inzwischen finde ich das wieder viel weniger unwahrscheinlich, aber es stört mich nicht, weil ich ja damit aufgewachsen bin. Ich bin quasi bereits ausgebildet. 

Wer sich in dieser Abwärtsspirale freiheitlicher Errungenschaften etwas aufheitern will, dem empfehle ich die Comicserie "Verdammte Katze!" auf arte. Die Serie erinnert ein bißchen an Simons Cat, nur viel böser, weil man die Gedanken des Katers hört, der mich ein bißchen an einen Piraten erinnert, vielleicht wegen des einen Eckzahns, der immer ganz alleine zu sehen ist. Der Humor ist jedenfalls genauso schwarz wie der Kater: