ThingsGuide

Montag, 28. September 2020

Der Technik-Boykott geht weiter

In der letzten Woche hatte mir schon wieder zwei-drei Tage lang so ein mülliges Win 10-Zwangsupdate die Zeit gestohlen. Deinstallieren, neu starten, einige Male das Spiel, dann ging nichts mehr zu deinstallieren, also wiederherstellen. Dabei mußte ich feststellen, wenn man einen Wiederherstellungspunkt setzt und dieses Update-"Warnzeichen" bereits in der Taskleiste ist, werden die neuen Updates bei der Wiederherstellung automatisch wieder mit installiert. Also nochmal wiederherstellen und per Hand alles aufräumen, was verlorengegangen ist. Den Tag zuvor hatte ich die ganze Zeit an meinem NAS und der Internetverbindung herumgeschraubt, weil ich erst dachte, daß ich keine großen Dateien mehr auf das NAS verschieben kann und keine Dateien mehr umbenennen kann, ohne daß sich der Explorer aufhängt, läge am NAS oder am WLAN. Dabei hätte ich mir gleich denken können, daß nur Win 10 schuld  sein kann - wie immer. Aber Tanzvideos sind nun mal große Dateien. Jetzt läuft alles wieder bestens und ich habe die Nase so voll, daß ich das ganze Windows-Update deaktiviert habe. Leider kann man bei Win 10 ja nicht mehr persönlich auswählen, welche Updates man haben will und welche nicht, und wenn man eine einzelne Komponente updaten will, muß man per Hand das Update aus dem Internet holen, alles total umständlich. Schon mit meinen letzten Notebooks bin ich bereits sehr gut damit gefahren, die meisten Updates ignoriert zu haben. Alles lief fast immer wie es soll und das ohne Viren. So laufen Notebooks relativ gut 10 Jahre durch, bevor man dann wirklich mal ein neues braucht. Allerdings war es mit Win 7 auch einfacher. Jetzt muß man dauernd wie ein Wachhund aufpassen, daß sich das Windows-Zwangsupdate nicht doch plötzlich erneut durch irgendetwas aktiviert. 

Nun wollte ich am Sonntag so ganz gemütlich endlich nur das machen, worauf ich wirklich Lust habe. Es war ja bombiges schlechtes Wetter, was manchmal herrlich ist, weil so entspannend. Bei schönem Wetter, gerade wenn es ein kurzer Sommer war, denke ich immer, ich muß das jetzt unbedingt noch ausnutzen und rausgehen, obwohl ich vielleicht viel lieber tanzen oder andere Dinge erledigen möchte. Deshalb habe ich in den vergangenen schönen Tagen nicht sehr viel getanzt. Aber jetzt - ein entspannter Sonntag, endlich lange im Bett bleiben und endlich mal ausgiebig tanzen. Alles funktioniert wieder einigermaßen, ohne daß ich mich darum kümmern muß (ok, bis auf den Kühlschrank und die Küchenfunkuhr) - Freiheit! Doch dann will ich mein Handy in der Halterung zur Videoaufnahme befestigen, es funktionierte auch softwaremäßig einwandfrei, und ich mußte feststellen, daß es hinten aufgebläht und an der Seite aufgeplatzt ist. Und das nach gerade mal anderthalb Jahren Benutzung, wirklich super! Nun hatte ich mir, quasi als hätte ich so etwas geahnt, nach meinem Geburtstag bei Lidl ein zweites preiswertes Smartphone von Huawei, aber mit mehr Speicherplatz gekauft. Denn die Videos kann ich immer nur im internen Speicher aufnehmen, da bei Videos auf Speicherkarten oft Aussetzer und Ruckler drin sind. Und bei meinem alten Smartphone stoße ich bei längeren Tanzsessions da schon mal an die Speichergrenze. Also dachte ich mir, es wäre ganz gut, ein zweites Videohandy zu haben mit mehr Speicherplatz und auch für den Fall, daß mit dem anderen Handy mal etwas sein sollte - ha, ha. Leider ist aber die Kamera des neuen Smartphones nicht so gut, denn sie ist mit meinen schnellen Bewegungen überfordert und fokussiert ständig, wobei es dauernd zu unscharfen Bildern kommt. Man kann dazu werkseitig auch nichts einstellen - es scheint so, als habe Huawei bei diesem Modell eine funktionierende Fokussierung abgespeckt. Nun ja, ich habe als Alternative eine Cam-App gefunden, mit der das Fokussieren super klappt. Nur leider hat sie andere Nachteile -die Videos sind immer quer und müssen stets per Software gedreht werden, was für die Videoqualität vermutlich nicht so vorteilhaft ist, und sie kann kein 60fps. Nun sehe ich eh keinen sehr großen Unterschied zwischen 30fps und 60fps, allerdings habe ich den Eindruck, daß bei den 30fps- Videos oft winzige abgehackte Bildfolgen drin sind. Ein weiterer Nachteil, der aber auch ein Vorteil sein kann, ist, daß die App mit weniger Weitwinkel aufnimmt. Das hat den Nachteil, daß weniger auf das Bild mit raufkommt von den Bewegungen und die Arme oder Beine schnell mal "weg" sind, aber den Vorteil, daß die Bewegungen an sich besser aussehen, da Weitwinkel ja immer ein bißchen verzerrt. Wenn ich mir die Videos im Vergleich anschaue, habe ich das Gefühl, daß Weitwinkel nicht nur die Bewegungen verzerrt, sondern noch manch anderes. Also irgendetwas ist ja immer. 

Mein altes Handy liegt jetzt im Backofen, für den Fall, daß es vorhat zu explodieren. Leider kann man heutzutage ja auch nicht einfach mehr das Akku austauschen. Bei meinem uralten LG-Handy hatte ich das ebenfalls mal. Da habe ich das Akku einfach rausgenommen, mit Paketklebeband umwickelt, entsorgt und ein neues bestellt. Nun gibt es ja kaum noch Smartphones mit austauschbaren Akkus und das, obwohl das Akku selbst, zumindest bei Huwawei, nur sechs Monate Garantie hat, im Gegensatz zu den 24 Monaten des ganzen Handys. Jetzt muß ich mit dem ganzen Handy hin- und herfahren oder es hin- und herschicken. Mal abgesehen von den Kosten, die ich noch gar nicht kenne. Ich frage mich auch, wie man so ein Teil auf dem Weg zum Servicepunkt am besten verpackt. Plastiktüte oder doch besser Alufolie? Alufolie ist allerdings Metall, da weiß ich nicht, ob das tatsächlich besser ist. Explosionssichere Transportbehältnisse besitze ich nicht. Oder vielleicht ein Einweckglas, wo es reinpaßt? Dazu kommt, daß ich, um an die Rechnung vom Handy zu kommen, mich in meinen Amazon-Account einloggen muß, der inzwischen besser gesichert ist, als das Fort Knox. Da brauche ich selbst zwei Stunden dafür, weshalb ich gar keine Lust mehr habe, mich dort einzuloggen. Deshalb bestelle ich jetzt alles, was ich dringend brauche, hauptsächlich im Food- und Nahrungsergänzungsmittelbereich, wieder woanders, was aber total nervig ist, da ja mehr einzelne Anbieter und Pakete und ich glaube, mein Postbote findet es auch ziemlich nervig. 

An sich bin ich kein Technik-Muffel, im Gegenteil - wenn Technik hält, was sie verspricht und mir nicht meine Zeit oder andere Energien stiehlt, finde ich sie super. Ich war vom Anfang an dabei, habe mich damals noch mit einem quietschenden Modem bei AOL eingeloggt und fragte mich - Hm, und wozu soll das nun gut sein?  Das fand ich bald heraus, indem ich in Newsgroups Lösungen für mein Akte-X-Spiel fand und mit einer schrieb, die auf Agent Scully stand. Immer nur eine Stunde oder so am Tag, da man ja sonst telefonisch nicht mehr erreichbar war. Damals habe ich noch alle Updates gemacht und habe ihnen geradezu entgegengefiebert, da man oftmals wirklich enorme Verbesserungen durch die Updates bemerkte. Nur leider habe ich jetzt oft das Gefühl, daß in der neueren Zeit Technik einfach immer mehr zum Selbstzweck wird. Das ist vermutlich so, weil es immer mehr Generationen gibt, die ihren Lebenssinn und auch ihre Einkünfte ausschließlich aus dem Digitalen ziehen. Und so wird dann totgeupdated und - geupgraded, was das Zeug hält, für mehr Profit oder auch, weil man nichts anderes mehr mit sich anzufangen weiß. Auch das Internet macht immer weniger Spaß. Man ist nur noch damit beschäftigt, Cookies- und Datenschutzerklärungen wegzuklicken oder die nervigen Angebote für Push-Nachrichten auf Mobilphones. Webseiten entwerfen nervige Layouts, die mobilkonform sein sollen, aber viel unpraktischer sind - da fehlen Scrollbalken oder aber, wie jetzt beim neuen Blogger-Layout, wird gar nicht mehr der gesamte Platz in der Breite genutzt, dafür aber vertikal für so breite Umrandungen gesorgt, daß man doppelt soviel scrollen muß. Das heißt, wenn man die ganze Displaybreite nutzen will, muß man größer stellen, hat dann aber ein massives Scrollproblem, oder aber man stellt alles kleiner ein, hat dann aber nur noch eine schmale Spalte auf dem Bildschirm. Was für ein Schwachsinn! Beim alten Blogger war alles schön über das gesamte Display verteilt und auch weit bis in die Vergangenheit auf einem Blick zu sehen.Und dann diese abgekupferten runden Fensterchen! Nur weil Facebook alles rund gemacht hat, muß jetzt natürlich auch bei Blogger alles rund gemacht werden. Ich frage mich, was der nächste große unsinnige Hype wird - achteckig? 

Wenn man jemand ist, der Technik nur als Hilfsmittel benutzen möchte und ansonsten für sein Leben anderes vorhat, wird man da echt manchmal vor Herausforderungen gestellt. So ganz zur Steinzeit möchte man ja persönlich auch nicht zurück, obwohl es immer noch möglich wäre, ohne Computer und ohne Smartphone zu leben, allerdings ist alles viel umständlicher (oder sogar teurer, wie Überweisungen) und auf einiges möchte man nicht mehr verzichten, wie die einfache Foto- und Videoaufnahme und Bearbeitung, das Bloggen oder der einfache Zugang zu Dingen, die man nicht so eben mal in der Umgebung bekommt.. Ich gestehe, daß ich immer häufiger darüber nachdenke, ob es sich nicht doch lohnt, auf das alles zu verzichten, um mehr Zeit für die wirklich schönen Dinge des Lebens zu haben.. Aber ohne Router geht es ja inzwischen seit der Zwangsumstellung der Telekom tatsächlich nicht mehr. Und hier ist bei meiner Mutter genau das eingetreten, was ich befürchtet hatte. Durch diese zwischengeschalteten Router ist der Telefonanschluß viel störanfälliger und hat tatsächlich im August nicht mehr funktioniert. Für jemand mit Technikkenntnissen wäre es vielleicht kein Problem gewesen, aber meine Mutter benutzt ja noch nicht einmal ein Handy und war somit nicht erreichbar und hätte auch keine Möglichkeit gehabt, Notrufe abzusenden. Mit 86 Jahren ist sie so gehbehindert, daß sie sich nur noch mühsam mit ihrem Rollator fortbewegt und so ist sie also mit ihrem Rollator zum T-Punkt getippelt, wo man ihr versprach, es würde jemand vorbeikommen. Es kam aber niemand, also ist sie erneut zum T-Punkt getippelt, wo man sie ewig warten ließ. Dann erbarmte sich ein junger Mann ihrer und irgendwann kam tatsächlich jemand zu ihr in die Wohnung. Der schaute nur kurz irgendetwas nach und das war es auch schon. Aber so viel Stress und Anstrengung für eine alte Frau und das nur, weil rudimentäre Services und Funktionen  immer abhängiger von komplizietten technischen Geräten gemacht werden! Und wenn sie nicht mehr in der Lage gewesen wäre, sich irgendwo bemerkbar zu machen, hätte es auch anders ausgehen können. 


Donnerstag, 24. September 2020

Prüfungen, schwere Knochen und Lobbyverdienstkreuz

Prüfungen sind zur Zeit ständiges Thema in meinen Träumen. Vorgestern träumte ich, daß ich keine Lust hatte, zu irgendeiner Schulstunde zu gehen, weil da eine Kontrolle o.ä. stattfinden sollte, vor der ich Bammel hatte. Ich überlegte, ob ich krank mache, doch dann erfuhr ich durch eine ominöse Stimme aus dem Off, daß ich im ganzen nächsten Jahr mündliche Prüfungen ablegen muß und dies über den gesamten Zeitraum bis 2023 weitergeht. Uff, mir fiel im Traum alles aus dem Gesicht, mein Herz fühlte sich alleine bei dem Gedanken an diesen Stress schwer wie ein Stein an und vor Schreck bin ich sofort aufgewacht. Gestern träumte ich von einem Tanzunterricht, wo ich mir einen sogenannten "Mickey Mouse"-Schritt einmal ansehen und dabei gleich merken sollte, den mir mehrere Tänzerinnen vormachten. Dabei handelte es sich nicht nur um einen Schritt, sondern eine Abfolge von 4-6 Counts. So leidlich meinte ich mir diese Schritte gemerkt zu haben, ohne sie selbst zu tanzen, da wurde ich auch schon zu einer Tanzprüfung geschickt. Eine ältere Frau, meine Mentorin oder Trainerin, gab mir noch ein paar wichtige Hinweise und Tipps, die ich leider vergessen habe. Mir war nicht sehr wohl dabei und zum Glück bin ich hier auch vorher aufgewacht. Es gibt ja viele Tanzschritte mit lustigen oder seltsamen Namen, wie Spongebob, Bart Simpson, Dougie, Wobble, usw. deshalb schaute ich mal ins Internet, ob es so einen "Mickey Mouse"-Schritt tatsächlich gibt, habe aber nichts gefunden.

Gestern dagegen haben wir im Contemporary-Kurs eine ganz andere Übung gemacht, die aber bei mir völlig fruchtlos war. Und zwar sollten wir so schnell mit den Armen nach hinten kreisen, bis wir uns von alleine nach vorn bewegen. Na ja, ich kreiste also und kreiste, bei mir tat sich gar nichts, ich lief trotzdem erstmal ein bißchen mit, aber die Kursleiterin meinte: "Nicht laufen!", also blieb ich stehen und kreiste und kreiste. Ich habe nicht mal einen leichten Vorwärtsimpuls gespürt. Die Kursleiterin stellte sich neben mich, gab mir Anweisungen und kreiste ebenfalls die ganze Zeit mit den Armen. Ich stand da wie ein Baum, meine Arme sind fast weggeflogen -  und kam mir vor wie ein Vogel im Nest, der das erste Mal versucht zu fliegen und nicht hochkommt. Ich sage ja schon immer, daß ich schwere Knochen habe. So schnell hebe ich nicht ab! Dafür spüre ich heute so richtig meine Nackenmuskeln und ich schätze mal, meine Kursleiterin ebenfalls. *lol*  Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, daß ich so lange Füße habe. Um die Schwerkraft per Hebelwirkung von langen Füßen zu überwinden benötigt man wahrscheinlich schon etwas mehr Schub. Große Füße sind ja beim Tanzen oft im Weg, aber sie haben eben auch den Vorteil, daß man viel Fläche zum drauf stehen hat. *lol*

Nach dem Kurs war ich wieder einkaufen und mußte feststellen, daß der gute französische Ziegenkäse, der früher mal 3,99 EUR bei Edeka gekostet hat (bei Netto ist er manchmal billiger zu bekommen), inzwischen dort 4,60 EUR kostet. Wtf? Soviel zur Mehrwertsteuersenkung! Oder gilt für französischen Käse die französische Mehrwertsteuer? Zum Lobbyverdienstkreuz sage ich am besten erst gar nichts. Meinetwegen können sie sich ja alle gegenseitig mit Lametta behängen und ihre alternativlosen Scheuklappen als Verdienste bejubeln, nur leider bezahle ich dafür mit. Dann wollte ich heute das erste Mal seit Corona wieder meine Medikamente holen. Die Schwester in der Arztpraxis meinte schon zu mir, ich soll mal schauen, ob sie das überhaupt haben. Nun ist es ein sehr gängiges Medikament, das von vielen verschiedenen Firmen produziert wird, deshalb habe ich dieses gar nicht so für voll genommen, weil ich dachte, irgendeinen Ersatz wird es schon geben. Ich bekomme immer von den 100 mg-Tabletten 100 Stück aufgeschrieben. Die Apothekerin erklärte  mir aber, daß es von den 100 mg-Tabletten keine einzige Firma gibt, von denen die zu bekommen sind, und das soll noch bis Dezember so bleiben. Sie hatten aber 50 mg-Tabletten da, nur reichen die dann nur halb so lang. Deshalb mußte ich nochmal zurück in die Arztpraxis, aber die Schwester hat mir von den 50mg ebenfalls nur 100 Stück aufgeschrieben. Als ich gefragt habe warum, hieß es sie könne mir nicht mehr davon aufschreiben, was ich aber nicht glaube, denn von den 100 mg-Tabletten hätte ich ja auch immer 200 x 50 mg erhalten. Ich wieder zurück zur Apotheke, wo sie natürlich, wie immer, die Antihormone nicht da hatten und erst bestellen mußten. Als ich nach einem Lieferservice gefragt habe, da die Apotheke nicht gerade um die Ecke liegt und ich dort sonst nicht vorbeikomme, meinten sie, einen Lieferboten hätten sie nicht mehr zur Verfügung. Na hallo, da kann ich ja froh sein, noch so gut zu Fuß zu sein! Was machen eigentlich die Leute, die richtig krank oder alt und gebrechlich sind und nicht hundertmal hin- und herrennen können, um an ihre Medikamente zu kommen?

Dienstag, 22. September 2020

Anekdoten über mich

Anläßlich meines 50. Geburtstages hatte ich überraschend eine Email von einer früheren Kollegin erhalten, mit welcher ich vor 25 Jahren zusammenarbeitete. Sie hatte meine Emailadresse von einer anderen Kollegin, mit welcher ich heute noch Kontakt habe. Jetzt erhielt ich wieder eine Email von ihr, in der sie mir von einer Begebenheit erzählt, etwas, das ich mal unserem damaligen obersten Chef geantwortet habe. Ich selbst habe überhaupt keine Erinnerung daran, aber sie schreibt, daß sie nun jedesmal, wenn sie das Wort "Empathie" hört, an mich denkt. Und das seit 25 Jahren. Wow, wer hätte gedacht, daß eine Äußerung von mir so beeindruckend sein kann! Vor allem bin ich ja eher so der Typ, der vorzugsweise schweigt. Vielleicht ist aber genau das der Grund, daß meine spärlichen Weisheiten, die ich äußere, um so unvergesslicher sind.

Sonntag, 20. September 2020

Richard Wagner | 5

"Am 5. April schrieb Wagner an Mathilde Maier: "Die Nacht träumte ich, Friedrich der Große hätte mich zu Voltaire an seinen Hof berufen."
Am 8. April an Peter Cornelius: "Ein Licht muss sich zeigen, ein Mensch muss mir erstehen, der jetzt energisch hilft...Ein gutes, wahrhaft hilfreiches Wunder muss mir jetzt begegnen, sonst ist's aus."
Ende April kam François  Wille zurück. Es gab Ärger. Wagner hatte ihm seine teuren Zigarren weggeraucht, auf seine Kosten einen rotseidenen Schlafrock bestellt und gebärdete sich so, als sei er der Hausherr...
...Am 3. Mai wollte er auf die Rauhe Alb flüchten und sich in einer Jägerhütte verbergen. Zu Wendelin Weißheimer sagte er: "Ich bin am Ende."
Da geschah das Wunder.
Wir kennen die Geschichte schon aus dem ersten Kapitel: Der Königlich-Bayerische Kabinettssekretär Franz Seraph von Pfistermeister meldete sich nach mehrwöchiger Verfolgungsjagd im Hotel Marquardt und überbrachte Wagner einen Diamantring, ein Medaillon mit dem Bildnis des jungen Königs und die Berufung an den Königshof zu München."

(aus "Richard Wagner", eine Biographie von Walter Hansen)