ThingsGuide

Dienstag, 24. Mai 2022

Posttraumatisch?

Es nimmt irgendwie kein Ende mit der Hysterie und die Hysterie der Impfgegner ist inzwischen fast genauso schlimm, wie die der ideologisierten Impffanatiker. Man kann es aber auch absolut verstehen, denn zerstörtes Vertrauen ist meist der Grund für solche Ängste. Wessen Vertrauen einmal mißbraucht wurde, der wird auch künftig nicht mehr vertrauen. Ich bin der Meinung, daß nur eine absolut ehrliche Aufarbeitung und angemessener Ausgleich in irgendeiner Form das Vertrauen wieder herstellen kann. Es ist im gesellschaftlichen System wie in einem Familiensystem - so lange Unrecht und Übergriffe unter den Teppich gekehrt werden, schwelen sie dort weiter und vergiften alle, die sich in diesem System befinden - meist bis hin zum totalen Zusammenbruch des Systems. Aber mit einer Aufarbeitung sieht es mau aus, da es keine integren Leute gibt, die dieses Land regieren.

Also wächst jetzt die Panik vor noch mehr Übergriffen und das neue globale Pandemieabkommen ist der Beelzebub im Tarngewand. Natürlich hat die WHO jetzt schon viel zu viele Kompetenzen, die ihr nicht zustehen. Was passiert, wenn man sich nur auf ein kleines Gremium an Experten verläßt, die finanzielle Interessen haben, hat man ja während der letzten Pandemie gesehen. Es ist nicht gut, daß die WHO Definitionen nach Belieben selbst ändern darf und darüber bestimmen darf, welche Medikamente und Impfstoffe überall eingesetzt werden dürfen und welche nicht. Dadurch wurden Menschen quasi nur illegal mit einem fast nebenwirkungsfreien und erprobten Medikament behandelt, wenn überhaupt, also einige Medikamente und Impfstoffe wurden aus nicht nachvollziehbaren Gründen blockiert, weshalb dann auch die WHO von indischen Anwälten verklagt wurde. Kann es noch schlimmer werden? Ich habe mir mal den neuen Entwurf des Pandemieabkommens durchgelesen und habe darin nicht wirklich etwas noch Beunruhigenderes gefunden. Allerdings las ich ihn nur auf Englisch und ich bin auch kein Experte darin, rechtliche Hintertüren zu erschnüffeln. Ich habe zwar in meinem Studium eine solide Grundausbildung in Staatsrecht, Verwaltungsrecht, Ordnungsrecht u.a. genossen, aber Paragrafen so wild auszulegen, wie es einige korrupte Richter tun, dazu bin ich zu blöd. Das einzige, was ich im neuen Pandemieabkommen etwas seltsam finde, ist, daß Staaten sich innerhalb von 48 Stunden (oder waren es sogar 24 Stunden? - hab ich vergessen, jedenfalls viel zu kurz) entscheiden müssen, ob sie die Unterstützung der WHO annehmen oder nicht, ansonsten gilt es als Ablehnung. Ich finde ja ein oder zwei Tage deutlich zu wenig, um eine Situation zu beobachten und einschätzen zu können. 

Weiter durchs Dorf getrieben werden jetzt die Affen, bzw. die Affenpocken, die wie ein Geschenk für all diejenigen vom Himmel gefallen sind, die feuchte Träume bekommen, wenn sie sich mit ihrer Wunschliste an Maßnahmen für den Herbst beschäftigen, während die echten Virologen und Epidemiologen nur noch mit den Kopf schütteln und fragen, wo so eine erhoffte Killermutante herkommen soll. Dem entsprechend vermeldet das Propaganda-Fernsehen auch sofort, daß Corona-Maßnahmen bei Affenpocken wirksam sind. Das weiß man so genau, weil wir schon drei Fälle haben und in Belgien, mit ebenfalls drei Fällen, gibt es bereits eine 21tägige Quarantänepflicht. Welche Maßnahmen sollen das aber genau sein? DENN - es gibt ebenfalls gute Nachrichten:

Affenpocken haben sehr selten einen tödlichen Verlauf. Sie sind zudem weniger krankmachend als die Pocken.

Es gibt bereits ein wirksames Medikament. Die Firma, die dieses Medikament herstellt, gehört zu Pfizer. Die Aktien sind an einem Tag um 17 Prozent gestiegen. 

Eine früher erhaltene Pocken-Immunisierung schützt zu 85 Prozent vor den Affenpocken, also besser als eine Coronaimpfung vor Corona. 

Affenpocken werden nicht über die Luft und Atemwege übertragen, sondern nur über persönlichen Kontakt oder Kontakt zu kontaminierten Gegenständen.

Dr. Drosten hat bereits einen PCR-Test im Ärmel. 

Also ich weiß beim besten Willen nicht, wie man daraus eine Pandemie basteln könnte. Masken und Lockdowns als Maßnahmen fallen hier schon mal weg. Bleibt nur noch soziale Isolierung und Distanzierung. Unser Gesundheitsminister kündigt trotzdem schon mal harte Maßnahmen an und verfällt erneut in einen Shoppingrausch. Nachdem er mit unseren Steuergeldern zusätzlich maßlos so viele Corona-Impfdosen bestellt hat, daß niemand weiß, wer oder wem man die noch verimpfen will, sondern sie wohl später vernichtet werden, will er jetzt sofort Impfstoffe gegen Affenpocken kaufen und das, obwohl es schon ein wirksames Medikament gibt und er noch nicht einmal festgestellt hat, wie hoch der Pockenschutzstatus in der Bevölkerung ist. Unter den "Ossis" dürfte so gut wie jeder geimpft sein. Zudem fragt man sich, warum es nicht eine normale Pockenschutzimpfung macht, die ja gut wirksam ist, sondern noch ein spezieller Affenpockenimpfstoff sein muß.

Na ja, im Prinzip wissen wir es. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, daß man mit Affenpocken nochmal so eine Pandemie hinkriegt wie mit Corona. Vielleicht bin ich aber zu naiv und es braucht auch hier nur genug öffentliche Panikmache. Blöd nur, daß die Viren auf diese ganzen Virenspielchen anscheinend selbst keine Lust haben, dauerhaft nie am Ball bleiben, sondern lieber im Sinne der friedlichen Koexistenz mutieren und aussteigen. Viren haben halt ganz andere Anreize als Geld. Da wäre es natürlich um so besser, wenn man regelmäßig ein neues aus dem Ärmel schütteln könnte. Man fragt sich ja direkt, ob bei diesen Virensimulationen auf Sicherheitskonferenzen, die seltsamerweise immer kurz vor einem Ausbruch stattfinden, zu Corona in 2019, zu den Affenpocken in 2021, irgendjemand den Unterschied zwischen Simulation und Realität nicht versteht und tatsächlich ein paar Viren aus dem Labor freisetzt. Oder es dort Feuerwehrmänner gibt, die zu Brandstiftern werden. Warum sollte dieses bekannte Phänomen nur bei Feuerwehrmännern auftreten? Oder simuliert man vielleicht ausgerechnet diese Viren, weil man aus geheimen Quellen der Biolabore schon mehr weiß? Oder ist es tatsächlich ein Plan? Denn der Zufall, daß es bereits zweimal unter ungefähr 3000 bekannten Virenarten ausgerechnet jene sind, die ausbrechen, mit denen gespielt wurde, ist ja schon sehr merkwürdig. Ich habe in Wahrscheinlicheitsrechnung nicht aufgepaßt, aber mir scheint das ziemlich unwahrscheinlich. Bei einem Mal hätte es noch Zufall sein können. Nur hat man den Eindruck, daß die Affenpocken nicht wirklich zum Wunschprofil der Killerviren passen. Also doch eine psychisch gestörte Person, die sich im Biolabor einen Spaß macht? Das kann man allerdings nur herausfinden, wenn man aufhört, es als Zufall zu bezeichnen. Vielleicht hat ja jemand mehr Ahnung von Wahrscheinlichkeitsrechnung und könnte mal berechnen, wie hoch diese Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu einem Sechser im Lotto ist. 

Mittwoch, 18. Mai 2022

Erdbeeren, Löwenzahn und gefräßiges Getier

Die Balkonsaison ist eröffnet und zum Glück muß ich gar nicht viel tun. Die Erdbeerpflanzen sind alle wiedergekommen, die sind so zuverlässig und dankbar - überstehen jeden Winter, kriegen schöne Blüten, später noch süße Früchte und vermehren sich selbstständig. Was will man mehr? Das schaffen bei mir die wenigsten anderen Pflanzen, außer vielleicht Minze. Die wuchert inzwischen wie Unkraut durch die Balkonkästen und kriegt auch richtig störrische Wurzeln, die man kaum entfernen kann. Da man aber mit Minze leckeren Minzjoghurt zum Dippen oder zu Pellkartoffeln machen kann, schneide ich einfach ein Sproß nach dem anderen ab. Die Eberraute grünt ebenfalls, sowie natürlich der Löwenzahn, dessen Winterfestigkeit ja bekannt ist. Beim Löwenzahn muß man aber richtig bitten und betteln, damit er mal ein bißchen schneller wächst. Und zu allem Überfluß sind die immer noch relativ kleinen Blätter inzwischen schon wieder halb abgefressen. Wozu baue ich Löwenzahn an, um daraus Pesto zu machen, wenn dann andere Feinschmecker dauernd schneller sind?

Bei den Erdbeeren dauert es sowieso noch bis zu den ersten Früchten, aber zum Glück ist ja auf Karls Verlaß. Ich habe gestern ein ganzes Kilo vertilgt, darunter die fotografierte Monstererdbeere, die aussieht, als trüge sie noch ein paar weitervererbte Tschernobylgene in sich. Übrigens kann man aus den abgeknibberten Blütenständen einen Erdbeertee machen. Schmeckt zwar mehr nach aromatisiertem Wasser als nach Tee, aber dafür tatsächlich nach Erdbeere. 

Seit Samstag habe ich beständig den französischen Eurovisions-Song als Dauerohrwurm im Kopf. Wird Zeit, daß ich bald mal zu einer längeren ESC-Dance-Session komme, damit ich den endlich austanzen kann. Zur Zeit sind immer nur kurze Tanzeinlagen zwischen verschiedenen Aufgaben drin. Wenn man im Winter und im Sommer im Energiesparmodus ist, gibt es halt im Frühjahr viel zu tun. Im Winter ist es mir zu dunkel und im Sommer zu heiß. Allerdings finde ich den Herbst deutlich entspannter, weil man da ganz genau planen kann, ab wann es so dunkel wird, daß man wieder in den Energiesparmodus geht. Im Frühjahr und Sommer weiß man nie so genau, ab wann es richtig heiß wird. Ich habe festgestellt, daß sich auch mein Workout-Verhalten deutlich an den Jahreszeiten orientiert. Im Winter dominiert natürlich Yin Yoga, aber im Frühjahr und Herbst werde ich zappelig und da sind auch anstrengendere Workouts mit Muskelaufbau drin. Immer Sommer dann hauptsächlich Kardio, also leichte Bewegungen auf Ausdauer, weil man im Sommer sowieso schwitzt. Ich finde diese intuitive Auswahl meiner Workouts nach Jahreszeiten tatsächlich ziemlich nützlich und stimmig, auch wenn ich sie mir nicht bewußt ausgedacht habe. Aber der Körper weiß es eh manchmal besser als der Kopf. 

Auch die Einkommenssteuererklärung und die Finanzen brauchten mal wieder Aufmerksamkeit. Die einzige Aktie, auf die gerade noch Verlaß ist, ist Coca-Cola - ich sollte also nicht soviel über Zucker und Softdrinks schimpfen. Ist ja nicht meine Gesundheit, mit der sie Geld machen. Meine Richtlinie ist es, daß ich immer nur so viel Geld neu investiere, wie ich an Dividenden eingenommen habe. Das ist bei meinem Depot dann nur ein Spielgeld, aber immerhin haben die Dividenden gereicht, um ein bißchen in neue Energien zu investieren. Weiterhin habe ich festgestellt, >>daß inzwischen jede meiner deutschen Banken Verwahrentgelte nimmt. Und mir wird jetzt erst deren Sinn klar: Als ich mich nämlich einloggte und sah, daß ich mit meinen Ersparnissen unter dem Freibetrag liege, habe ich mich gefreut, und das obwohl ich gleichzeitig 0 Prozent Zinsen bekomme! Völlig krank! So kann man kleinen Sparern tatsächlich eine Freude bereiten, selbst wenn man ihr Geld ohne einen Cent Zinsen nimmt. Interessanterweise sind es aber ausschließlich die deutschen Banken, die so etwas veranstalten, denn ich bin auch bei einer Bank im europäischen Ausland und dort gibt es das nicht. Dort gibt es sogar noch ein paar Zinsen und - haltet euch fest - für Stammkunden höhere Zinsen und Sonderkonditionen! So muß das eigentlich sein, aber in Deutschland findet man sowas nicht mehr. Als Stammkunde bekommt man in Deutschland von einer Bank nicht einmal mehr einen feuchten Händedruck und ist viellleicht gerade mal ein Jahr lang als Neukunde interessant. Diese ausländische Bank ist ja auch dem Leitzins der EZB unterworfen, zeigt aber, daß es trotzdem geht ohne Kunden abzuzocken. Wahrscheinlich sind die deutschen Banken einfach zu gepampert, um sowas noch auf die Reihe zu kriegen. Und ich vermute mal ganz stark, daß von den Kunden, die wirklich viel Geld anzulegen haben und damit über den Freibeträgen liegen, wohl die meisten schlau genug sind, ihr Geld ins Ausland zu schaffen. Und irgendwann sind die deutschen Banken wieder pleite und kriegen eine neue Pamperung vom Steuerzahler. 

Anscheinend werden die Deutschen nicht nur von den Banken, sondern auch noch anderweitig abgezockt, denn inzwischen ist klar, daß es diese Preissteigerungen nicht in jedem Land gibt. Während in meinem Lidl ein Stück Markenbutter schon 3,29 EUR kostet (also über 6,50 DM), kriegt man in Spanien die Butter noch immer ohne Preisteigerung für knapp 2 EUR. Ist doch irgendwie seltsam. Reicht es nicht, daß die Deutschen ihr Geld großzügig weltweit in Krisen verteilen, die Rüstungskonzerne neue finanzielle Rekordhochs verzeichnen, die Pharmaindustrie neue Rekordhochs verzeichnet, die Bauindustrie satte Aufträge einfährt>>, während ansonsten in Deutschland weder ausreichend Geld für die Bildung noch für die Pflege, für die Rente sowieso nicht, vorhanden ist und es immer mehr Obdachlose gibt? Muß da noch abgemolken werden bis das Blut kommt? 

>>"Dahinter wird die Wahrheit versteckt, die so aussieht, dass sich Kanzler und Minister hemmungslos mit neuen Planstellen eindecken, um ihre Parteifreunde zu versorgen.

FDP und Grüne haben das in der Vergangenheit angeprangert. Jetzt machen sie selber mit. Der FDP-Abgeordnete Otto Fricke behauptet, er habe befristete Beschäftigungsverhältnisse durchsetzen wollen, das sei an SPD und Grünen gescheitert.

Wir halten fest: trotz Corona-Krise, Ukraine-Krieg, Energie-Krise, Rekordverschuldung und Haushaltsnotstand verdoppeln sie das Bundeskanzleramt! Im Tiergarten entsteht die größte Regierungszentrale der westlichen Welt, dreimal größer als der Élysée-Palast, achtmal größer als das Weiße Haus und zehnmal größer als Downing Street 10.

Es geht zu wie bei Hofe. Die Regierung leistet sich einen Luxus, der nur noch unverschämt ist."

So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle, die in solchen öffentlichen Bereichen arbeiten, die seit Jahren totgespart werden und wo die Leute auf dem Zahnfleisch kriechen. Und ich weiß, wovon ich rede, da ich selbst aus solch einem Bereich komme. Man hätte sich ja nicht wagen sollen, dort mal nach neuen Planstellen zu fragen!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir kommt es manchmal so vor, als ob die Gier von Großkonzernen, Lobbies, Politikern und anderen "Eliten" wie so ein gähnendes schwarzes Loch ist, und immer wenn einer knapp zufriedengestellt ist, fängt der nächste schon wieder gierig an zu schreien. Die werden niemals den Hals voll bekommen, egal wieviel man sie füttert. 

Nachtrag: Obiges Beispiel zeigt aber auch gut, wieviel die Politiker selbst vom Energiesparen halten. Eigentlich müßten SIE monatlich eine kostenpflichtige Aufstellung ihrer monatlichen Steuergeld- und Energieverschwendung erhalten!

Erdbeere

Sonntag, 15. Mai 2022

Was war das für ein ESC?

Obwohl ich gerade viel beschäftigt bin, wie man auch der Stille in meinem Blog entnehmen kann, gab ich mir trotzdem die Zeit, um mir am Samstag wieder den Eurovision Song Contest anzuschauen. Schließlich bin ich immer auf der Suche nach neuem Tanzfutter. Viel fällt ja davon beim ESC meist nicht ab, aber diesmal war alles anders. Ich habe noch niemals ever ever, so viel gute Songs auf einmal bei einem einzigen ESC gehört. Noch niemals! Ein ESC aus der Parallelwelt! Sonst finde ich eigentlich nur gerade mal zwei Lieder, die mir mindestens einigermaßen gefallen. Ich bin deshalb auch fast zusammengebrochen, weil ich richtig überfordert war: Oh, das Lied ist ja nicht schlecht. Und das ist auch ganz gut. Und das ist ja noch besser. Hilfe!!! Ich kann mir die alle nicht mehr merken! Kann ich das nochmal hören? Stress pur!

Und es war ja außerdem erstmalig in der Geschichte, daß man vorher schon wußte, wer gewinnen wird. Nun ja, am Lied von der Ukraine lag der Sieg sicherlich nicht, obwohl es auch durchaus nicht schlecht war, aber bei diesem riesigen Angebot diesmal, wären sie unter normalen Bedingungen wohl eher vergessen worden. Das bedeutet aber, daß der ESC im nächsten Jahr in der Ukraine stattfinden muß. Bleibt zu hoffen, daß der Krieg bis dahin vorbei ist, denn ansonsten könnte vielleicht erstmalig in der Geschichte der ESC ausfallen. 

Und dann zum Schluß noch ein Schock - aber nicht Deutschland auf dem letzten Platz, das ist man ja gewöhnt, sondern Frankreich auf dem zweitletzten Platz. Und ehrlich, ich fand das Lied so richtig richtig geil. Allerdings habe ich es bei ihrem Auftritt nur gehört und nicht die Show dazu gesehen, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war, und es ging sofort in die Beine. Und diese interessante Mischung aus Mittelalter und Electronic. Wow, das geht ja so richtig ab bei den Franzosen, dachte ich. Erst nach der Show, habe ich den Auftritt auch gesehen. Nun ja, für dieses Lied fehlte dem Auftritt deutlich an Dynamik, darüber konnten auch die Feuereffekte nicht hinwegtäuschen. Wahrscheinlich ist das der Grund, daß es allgemein nicht so gut ankam. Und die eine Tänzerin war ziemlich einsam und verloren auf der Bühne. Da hätten sie ruhig noch ein paar mehr raufstellen können. Diese Gelegenheit hat man schließlich nur einmal im Jahr. 

Aber auch bei diesem wahnsinnigen Folkrock der Moldawier mußte man sofort mitspringen. Ich mag nicht unbedingt alles, was Folkrock ist, aber der Song war genauso wie Folkrock sein muß. Stillsitzen ist dabei unmöglich. Das waren die beiden tanzbarsten Lieder, aber die Tschechen haben ebenso bereits am Anfang gut vorgelegt. Das Lied war ein bißchen gefälliger, also nichts, was besonders hervorsticht, könnte man sich durchaus aber häufiger anhören oder dazu tanzen. Oh, dachte ich, das geht ja schon richtig gut los. Und es sollte noch besser werden. Überhaupt waren wirklich die Mehrzahl der Lieder sehr gefällig, also etwas, was man sich darüber hinaus nochmal anhören würde, während das früher eigentlich nur bei wenigen der Fall war, und es stattdessen ganz viel Sachen gab, die man nie wieder hören wollte oder sofort vergessen hat. Sowas gab es diesmal nur zweimal. Einer davon der serbische Beitrag, der wohl mehr so eine Art Singtheater war. Und den Auftritt fand ich sogar spannend, denn ich fragte mich ständig: Was kommt jetzt? Was kommt jetzt? Kommt da noch was? Das kann doch nicht alles gewesen sein? Aber das Lied war leider Schrott. 

Außerdem ziemlich gut fand ich die Beiträge von Belgien und Polen, dessen Sänger mich mit seiner interessanten Stimme gefesselt hat. Der Auftritt des Herrn mit der Gesichtsgardine war ebenfalls bemerkenswert, aber mir etwas zu esc-klischeehaft. Und die Schweden, die ja fast Erster geworden wären, waren natürlich nicht schlecht, allerdings fand ich das Lied doch im Vergleich zu anderen etwas zu gewöhnlich und die Sängerin gefiel mir nicht. Man darf gespannt sein, ob nach diesem ESC überhaupt noch Steigerungen drin sind. 

Montag, 2. Mai 2022

Jobangebote

Gestern hat mir Facebook die Werbung von einer Jobangebotsseite für Komparsen in die Timeline gespült. Aus reiner Neugier klickte ich und stöberte ein bißchen, was da so alles gesucht wird. Die Soko Köln sucht ein neues "Mordopfer", sogar mit Text (wahrscheinlich "Oh nein, bitte nicht!"). Es werden kräftige Damen als Statistinnen für die Opernreihe "Der Ring der Nibelungen" gesucht. Wer wäre nicht gerne mal Walküre? Doch ich bin zwar groß, aber nicht kräftig. Ebenfalls wird eine Protagonistin für einen TV-Dreh gesucht, die nie ohne Makeup vor die Türe geht. Weiterhin eine Märchenprinzessin und Superheldin für Kinderevents. Muß man da beides gleichzeitig sein? Die BVG sucht einen Punk und eine "namhafte" Künstlerin für ihr Musikvideo Rebellen-Komparsen. Osterhasen waren um Ostern jede Menge gefragt. Aber was auch noch auffällt - es werden unheimlich viele Rollenspieler für Bundeswehrtruppenübungen gesucht, die jetzt den ganzen Mai über stattfinden und das an vielen verschiedenen Orten. Wird da schon Krieg geübt? 

Ich stelle mir das so ähnlich vor, wie damals bei der Abschlußprüfung der Wehrerziehung beim Abitur. Wir fuhren in ein Gebiet mit lauter bombardierten und zerstörten Wohnhäusern (ich war überrascht, daß es sowas überhaupt gibt). Dort wurden diejenigen, die ein Attest hatten und sich körperlich nicht betätigen durften, als Verletzte geschminkt und in den zerbombten Wohnhäusern versteckt. Unsere Aufgabe war es nun, die Verletzten zu finden, aus den Häusern mit einer Trage herauszuholen, sie zum Basis-Camp zu bringen, wobei man auch einige Zäune und andere Hindernisse mit Trage überwinden mußte, und sie entweder notfallmäßig schon vor Ort oder dann im Basis-Camp zu verarzten. Danach mußten wir auf Zeit - diese wurde gestoppt, einen Strahlenschutzanzug und eine Gasmaske anlegen. 

Heute könnte ich sowas nicht mehr. Bei den Bundeswehrübungen muß man sich wahrscheinlich nur retten lassen, vielleicht auch verfolgen und gefangen nehmen. Ich habe eine Bekannte, die hat zu DDR-Zeiten professionell Schießen gelernt. Als sie das erzählte, war sie ganz verschämt und entschuldigte sich fast dafür, daß sie so etwas Gräßliches wie Schießen gelernt hat. Also ich bin da ganz wertfrei. Was man kann, kann man. Und letztendlich geht es ja immer nur darum, wofür man sein Können einsetzt. Man kann alles sowohl für positive als auch für negative Dinge einsetzen. Ich habe letztens einen klugen Satz gelesen: Pazifismus in Friedenszeiten ist keine Kunst. Stimmt. Gerade in Krisenzeiten fallen ja immer die Masken und in Kriegszeiten fallen die Masken derjenigen, die pazifistische Gedanken nur mißbrauchen, um Wählerstimmen und Zustimmung zu bekommen, so wie die Grünen. Ich glaube, sicherlich die Mehrzahl der Menschen sagt von sich, daß sie keinen Krieg möchten, und springen deshalb gerne auf pazifistische Slogans an. Ich kenne, bzw. kannte aber auch jemanden, der als Bundeswehrausbilder ganz heiß auf Krieg ist und das offen zugibt. Ich finde es jedoch verblüffend, daß von diesen vielen Menschen, sobald es woanders zu einem Krieg kommt, der zufällig etwas prominenter ist, als die Kriege, die die USA führen, eine ganze Menge davon bereit ist, für ihre Überzeugung wiederum in den Krieg zu ziehen. Das ist paradox, denn es ist ja dann gar kein Pazifismus mehr - dieser bedeutet Nichtbeteiligung an jeder Art von Krieg und Aggression. Wie sinnvoll Pazifismus in einer Verteidigungssituation gelebt werden kann, in der jedes Verhandeln zwecklos ist, ist wieder eine ganz andere Frage. Aber bevor man wissen kann, daß Verhandeln und Diplomatie zwecklos sind, muß man es erst einmal versuchen. Und das bedeutet immer auch, aufeinander zuzugehen, zu deeskalieren und vielleicht auch vorerst kurzfristige, nicht so befriedigende Lösungen zu finden, die dadurch Zeit für langfristige Strategien und Kompromisse geben. Ohne das zuerst mit vollem Einsatz und nicht nur halbherzig versucht zu haben, selbst wenn die Situation noch so verfahren ist, ist man nun mal ein Kriegstreiber, ob man will oder nicht, also jemand, der Aggression mit Aggression beantwortet. 

Eine Kommentatorin unter einem Facebookbeitrag schrieb folgendes: "Putin hat sehr deutlich gesagt, dass diese Waffenlieferungen zumindest Firmen wie Heckler und Koch oder Rheinmetall zu legitimen Angriffszielen machen. Bin gespannt wann es hier zum ersten Mal kracht. Aber dann darf ja die NATO endlich ganz offiziell eingreifen. Und genau deshalb werden wir zum Ziel gemacht - aus keinem anderen Grund! Besser kann man übrigens auch unseren unbrauchbaren Militärschrott garnicht entsorgen. Es geht darum Europa zu schwächen - es ging nie um etwas anderes. Und darin sind sich Russland und Amerika zumindest einig."

Na, das ist doch zumindest schon mal ein Ansatzpunkt, wenn man sich darin einig ist. Allerdings dürfte Putin ja hoffentlich klug genug sein, das zu wissen, und gerade deshalb Deutschland nicht als Ziel zu wählen. Das wäre im Grunde mehr oder weniger Selbstmord. Nachdem jetzt sogar Finnland nach langjähriger Neutralität ganz dringend in die NATO aufgenommen werden möchte, müßte Putin eigentlich dämmern, daß er genau mit dieser Aktion, mit der er ein bestimmtes Szenario verhindern wollte, dieses beschleunigt und sich in eine Falle manövriert hat. Oder will er dann auch noch mit Finnland Krieg führen? Ich fürchte, daß der Ukraine-Krieg eine Dynamik losgetreten hat, die mit diesem Krieg nicht beendet sein, sondern auch danach noch so einige Krisen entflammen wird. 

Freitag, 29. April 2022

Kapern-Obsession und Uhrenwüste

Im Netto gab es neulich Bio-Putenklopse und da ich den ganzen Winter nicht dazu gekommen bin, mal wieder Klopse zu machen, nahm ich ein Glas mit. Allerdings wunderte ich mich ein bißchen, daß in der Soße keine Kapern drin sind. Klopssoße ohne Kapern geht ja gar nicht! Erst dachte ich, das sei ein Rezept ohne Kapern, doch beim Ausgießen entdeckte ich dann doch eine einzige winzige Kaper. Und es war ein großes Glas mit sechs Klopsen - das reichte für zwei Mahlzeiten. Ich kippte dann erstmal ein halbes Gläschen Kapern dazu. Ich liebe Kapern. Ich mach die sogar in Tomatensoße für Spaghetti rein und immer sehr großzügig. Ein einziges Mal war es dann doch etwas zu viel. In meiner Abiturzeit gab es in der EOS zum Mittagessen oft Klopse mit Kapernsoße und weil meine Freundin keine Kapern mochte, hat sie jede Kaper einzeln aus der Soße gefischt, mir überreicht und ich habe mich wie Bolle gefreut. Ist doch schön, wenn man jemandem so billig eine Freude machen kann. 

In Berlin wollen jetzt die Bäderbetriebe Gas sparen und das Wasser weniger beheizen. Ähm, ich wußte gar nicht, daß das Wasser in den Freibädern überhaupt beheizt wird. Es war immer so kalt, daß ich stets der Meinung war, dort gibt es keine Heizung. Und irgendwie ist man ja froh, daß es die Bäder weiterhin gibt und die nicht auch noch für Bürokomplexe platt gemacht werden, so wie die Kinos. Letztens hatte ich erneut einen Stromausfall, den dritten in Folge, aber diesmal ist nichts kaputt gegangen. Gerade um den kleinen Camping-Kühlschrank mache ich mir jedesmal Sorgen, da diese thermoelektrischen Teile irgendwie sehr anfällig sind. Und ich habe noch immer keinen neuen Kühlschrank, seit fast zwei Jahren, erst wegen der Pandemie, weil ich es mir im vierten Stock nicht leisten kann, daß die Spedition den vor der Haustür stehen läßt, so wie es anscheinend häufiger vorgekommen ist, und jetzt komme ich aber weiterhin nicht dazu, einen neuen zu kaufen, weil der kaputte Kühlschrank seit der Pandemie quasi als Vorratsschrank dient. Für eine Woche hatte ich ja sowieso stets Vorräte, da ich aus Erfahrung weiß, daß ich mit einer schweren Virusgrippe zwar vielleicht vier Treppen runter, aber keine vier Treppen wieder hinauf komme. Seit der Pandemie habe ich die Vorräte für zwei Wochen aufgestockt. In meiner kleinen Wohnung ist für solche Vorratslager nicht wirklich Platz, deshalb nutze ich den kaputten Kühlschrank für die Konserven. Und ich dachte noch so vor zwei Monaten, daß ich nun bald mal meine Vorräte aufbrauchen und zu normalen Mengen zurückkehren könnte. Aber dann kam der Krieg und es wird schon wieder empfohlen ausreichend Vorräte zu Hause zu haben. Wie lange denn noch? Diese ununterbrochenen Krisenvorbereitungen gehen mir langsam auf den Senkel. Man will ja schließlich nicht die Konserven unter dem Bett lagern, da liegen schon mein Nudelholz und die Faszienrollen. Mit einer Vier-Millionen-Euro-Villa ist sowas natürlich kein Problem. 

Wenn ich mir inzwischen so die Preise angucke (die bei den Dingen, die ich kaufe, allerdings bereits vor dem Krieg so hoch waren) und dazu die Verknappung, dann denke ich mir manchmal, daß im Grunde die, die am Anfang der Pandemie die Regale leer kauften und horteten, alles richtig gemacht haben. Die haben das alles schließlich billig gekauft und können davon wahrscheinlich noch ein Jahr oder mehr zehren. Da wird einem egal sein, ob sowas egoistisch ist. So wie sich Regierungspolitiker die Taschen voll machen, kann man wohl kaum erwarten, daß andere das nicht nachmachen oder dabei ein schlechtes Gewissen haben. Wer führt ist Vorbild, im Guten wie im Schlechten. da muß man sich überhaupt nicht wundern, daß die Gesellschaft bis in den letzten Winkel verroht, wenn die "Elite" selbst nur an sich denkt.

Aber ich schweife schon wieder ab. Meinen Zen-Wecker, der seit dem zweiten Stromausfall nicht mehr ging, habe ich zum Glück wieder zum Laufen gekriegt. Er hat mich bereits seit ca. zwanzig Jahren begleitet und deshalb waren die Kanten teilweise schon etwas abgestoßen.Deshalb färbte ich diese gleich noch mit einem Möbelstift nach und jetzt sieht er aus wie neu. Diese 55555 auf dem Foto ist übrigens keine Absicht, sondern geschah rein zufällig. Ich bin wirklich froh, daß er wieder geht, denn ich hatte mal geschaut, was es sonst so als Ersatz zu kaufen gäbe und es ist wirklich das Grauen. Deutschland ist die reinste Uhrenwüste. Für meine Küchenuhr, die ebenfalls seit Beginn der Pandemie nicht mehr geht, habe ich noch immer keinen Ersatz, weil ich nichts finde, das ich mir hinhängen will. Es gibt immer nur zwei Arten - entweder total verkitscht als Kännchen, Tellerchen und schön bunt, oder diese gruseligen Bahnhofsuhren. Ich suche etwas in Keramik oder Holz, nichts mit Plastik, das gemütlich und hübsch ist, aber nicht kitschig. Gibt es nicht. Bei Uhrenweckern ist es genauso schlimm. Wenn man auf bestimmte Funktionen wert legt, wie Timer mit Wiederholung und angenehmen Klang findet man schon nur noch häßliche Radiowecker im "coolen" Technikdesign aus Plastik. Uhrenwecker aus Holz oder Keramik haben dagegen nur ganz rudimentäre Funktionen. Haben wir in Deutschland keine vernünftigen Uhrendesigner mehr? 

Zen-Wecker

Dienstag, 26. April 2022

Nun also doch

Eigentlich betreibe ich ja eine News-Diät und überlege dreimal, was ich mir nun für aktuelle Informationen hole und was nicht. Stattdessen bin ich mehr in eine Recherche zu früheren Kriegen eingestiegen, wo mich die politischen Hintergründe damals gar nicht so viel interessiert haben. Es ist ungemein interessant, was man da so liest. >>Beim MDR zum Beispiel schreibt man in diesem Artikel zum "Sündenfall" Jugoslawien von 2019: "Die Bombardierung Jugoslawiens war die erste NATO-Operation ohne UN-Mandat...Denn die vorherrschende Auffassung unter Völkerrechtlern und auch in der Politik ist die, dass eine humanitäre Intervention keine anerkannte Ausnahme vom Gewaltverbot der Charta der Vereinten Nationen sei....Man hat immer wieder betont, es handele sich um einen Einzelfall und nicht um einen Präzedenzfall. Allerdings haben wir dann zum Beispiel mit Blick auf die Russische Föderation gesehen, dass deren Regierung sich die Argumente des Kosovo-Einsatzes später zu Eigen gemacht hat und dann beispielsweise die Krim annektiert hat und sich sehr stark an den Feindseligkeiten in der Südostukraine beteiligt hat. Das heißt, wenn man so etwas macht, dann muss man sich Klaren sein, dass andere Staaten das aufgreifen und auch für ihre Zwecke und Interessen verwenden. Und das hat man damals einfach nicht bedacht. Man war zu kurzsichtig und hat sich letztlich nicht allzu viel darum gekümmert."  >>Auch der Georgien-Krieg ist spannend: Erst wurde Putin in den Medien als Aggressor dargestellt, später kam aber ein EU-Bericht zu dem Schluß, daß Georgien den Krieg 2008 begann. Wie es nun wirklich war, wird man wohl niemals wissen. Es gibt "Verschwörungstheoretiker", die bis heute behaupten, diesen EU-Bericht gäbe es nur, weil die EU von "roten Socken " und Kommunisten unterwandert sei. Anderseits ist man sich auch einig, daß der damalige Präsident Georgiens keinen Finger krumm gemacht hätte, wenn nicht die Hoffnung bestanden hätte, daß ein Konflikt den Beitritt zur NATO beschleunigen wird und die USA zu Hilfe eilt. 

Doch sobald ich erfolgreich im Internet die News meide, wird mein Handybrowser zum Saboteur und spielt mir völlig ungefragt "wichtige" Nachrichten per Push-Benachrichtigung zu. Heute zum Beispiel, daß Deutschland nun doch Panzer in die Ukraine liefert. Ich habe so etwas nicht bestellt. Was ist daran wichtig? Ich will erst ganz ungebeten benachrichtigt werden, wenn die Russen kurz vor Berlin stehen. Ich kann auch überhaupt nichts dazu sagen, ob solche Waffenlieferungen nun richtig oder falsch sind. Ich weiß es einfach nicht. Ehrlich gesagt bin ich froh, daß ich das nicht entscheiden muß. Bei diesem Thema sitze ich mal wieder zwischen den Stühlen. Einerseits ist ein dauerhafter und stabiler Frieden nur dann möglich, wenn von allen Seiten ein Wille zur friedlichen Konfliktlösung und zum diplomatischen Aufeinanderzugehen vorhanden ist. Andererseits funktioniert das bereits dann nicht mehr, wenn nur ein Beteiligter auf die militärische Schwäche anderer spekuliert und darüber militärische Stärke und Macht ausagiert. Das setzt dann diese militärische Abschreckungsspirale in Gang, die notwendig ist, um ein gewisses Gleichgewicht herzustellen, um von übergriffigen Kräften nicht überrannt zu werden. Wenn die eigenen Grenzen von Personen überschritten werden, mit denen kein vernünftiges Reden möglich ist, sucht man sich auch Hilfe, sei ist in Form von Verbündeten oder von Waffen. Traurig daran ist, daß wir zumindest in Europa glaubten, schon längst weiter zu sein, was ein gesundes Miteinander betrifft. Allerdings war dieser Glaube vermutlich auch nur deshalb so stark, weil man bei den Kriegen, die die USA widerrechtlich führt und führte, sich von der Propaganda, dies alles geschehe im Namen der Demokratie, hat einlullen lassen. Bei den USA habe ich hier definitiv nicht den Eindruck, daß sie an einer friedlichen Lösung interessiert sind. Vielleicht spekulieren sie eher darauf, der lachende Dritte zu sein, wenn sich zwei Länder in diesem Krieg aufreiben und schwächen. Und Deutschland ist dabei der ideale Schutzpuffer und Blitzableiter. Aber auch bei Putin scheinen mir die diplomatischen Angebote eher Täuschung zu sein. Kann man wirklich von einem Land erwarten, keine eigene Armee zu haben? 

Warum jedoch wird ständig von Deutschland gefordert, schwere Waffen zu liefern, wenn doch die Generale und Inspekteure der Bundeswehr einhellig sagen, daß die Bundeswehr quasi blank sei und die Depote leer? Was ist mit unserer Sicherheit, der Sicherheit im eigenen Land? Gehört es jetzt auch schon zu diesem seit der Pandemie pervertierten Solidaritätsbegriff, daß Solidarität nur noch dann zählt, wenn man sich völlig nackt macht und sich durch Überschreiten oder Überschreitenlassen der eigenen körperlichen Grenzen selbst aufopfert? Nun ja, anscheinend hat man doch noch ein paar alte Panzer aus den 70er Jahren gefunden, die man in die Ukraine schicken kann. Ich glaube aber, wenn Waffen für die Ukraine helfen, dann nur solche, die einen enorm abschreckenden Charakter haben und auf diese Weise den Verhandlungswillen stark "fördern". Alte Panzer aus den 70ern interessieren Putin wohl kaum die Bohne, sondern verlängern nur das Leiden der Zivilbevölkerung, die man gar nicht danach fragt, was sie eigentlich wollen. Vielleicht hatten die Politiker aber auch einfach keine Lust mehr, sich als "verrottete deutsche Elite" bezeichnen zu lassen. Ich würde jetzt nicht sagen, daß sie es nicht sind, aber von Diplomatie scheinen die ukrainischen Machthabenden ebenfalls nicht allzuviel zu halten. Fast witzig, wenn es nicht so ernst wäre, finde ich es, wie genau diejenigen, die bei Ungeimpften auf völlig unreflektierte, egoistische und übergriffige Art und Weise die Daumenschrauben angezogen haben, damit diese machen, was man selbst will, nun genau so einem übergriffigen Druck von einer anderen Seite ausgesetzt sind. Und es scheint hier sogar zu funktionieren, während ja bei den Ungeimpften nicht so viele "umgefallen" sind, obwohl sich niemand gern als Parasiten und Blinddarm bezeichnen läßt. Ich bin gespannt, ob man diesem Druck wirklich so weit nachgibt, bis man sich selbst und das Land völlig aufgegeben hat. Man fragt sich, was in solchen Personen vor sich geht - vermutlich sind sie so in ihr Muster von sowohl Opfer als auch Täter sein verstrickt, daß sie es gar nicht bemerken. 

Auf Facebook gibt es dazu einen guten Beitrag, der sich mit den psychologischen Dynamiken dahinter beschäftigt und den ich auf meiner Seite geteilt habe (irgendwie gelingt es mir nicht, nur den Text einzubetten - das Foto ist eigentlich nebensächlich):

Sonntag, 24. April 2022

Der große Kino-Schlußverkauf

Eigentlich wollte ich mich nur mal kurz darüber informieren, wie es jetzt eigentlich um das historische Kino Colosseum steht, das die Betreiber wegen der Corona-Pandemie aufgaben und welches verkauft werden sollte. >>Nun ja, die Infos sind so, daß ich eigentlich jetzt schon weiß, wie das ausgeht. Erst hieß es, Berlin wolle das Kino retten und aufkaufen, hat das aber ganz einfach verpennt, jetzt heißt es, der neue Eigentümer will den Kulturbetrieb in reduzierter Form, neben dem Bürokomplex fortsetzen und legt dafür Konzepte vor. Nachtigall, ick hör dir trapsen! Genauso lief das nämlich mit dem historischen Tivoli auch schon, in welchem die Brüder Brüder Skladanowsky, welche die erste Filmkamera erfanden, ihre Filme vorführten. Der Ausverkauf des Tivoli war einige Jahre nach der Wende, als es erst hieß, das Tivoli solle von Berlin aufgekauft und gerettet werden, dann hieß es, der Eigentümer hätte ein Konzept zum Erhalt des Tivoli, und das Ende vom Lied war, daß es jahrelang brach lag, bis Gras über die Sache gewachsen war, und dann abgerissen wurde. >>Heute steht dort ein Supermarkt und es erinnert nur noch ein kleines Mosaik auf der Straße an das historische Filmtheater. Dafür war dann noch Geld da, das ist quasi eine Erinnerung an die eigene Schande. 

>>Es kommt aber noch schlimmer, denn auch von der Kulturbrauerei heißt es jetzt, daß sie verkauft werden und einem Bürokomplex weichen soll. Und auch hier verkündet Berlin, daß ein Rettungsplan für die Kulturbrauerei existiere. Ja, klar. Wer's glaubt, wird selig. Der wird wahrscheinlich genauso verpennt, wie bei allen anderen Kinos und Kulturstätten. Mir kommt es fast so vor, als wäre das eine Strategie: Erst wird beschwichtigt und verkündet, man habe einen Plan das aufzukaufen und zu retten. Dann verpennt man es und es wird weiter beschwichtigt, daß der Eigentümer ein Konzept vorlegt, wie der Kulturbetrieb fortgesetzt werden kann. Und schließlich wird alles so lange brach liegen lassen, bis niemand mehr danach fragt und man es abreißen kann. Ich verstehe dabei aber auch nicht, wozu wir eigentlich den hunderttausendsten Bürokomplex benötigen. Denn eigentlich sind doch Wohnungen Mangelware, oder nicht? Wenn man dann wenigstens Wohnungen bauen würde - wer braucht denn diese ganzen Büros? 

Also wenn man sich über eines in der DDR nicht beklagen konnte, dann waren das mangelnde Kulturangebote. Man konnte zwar nicht weit verreisen, aber damals gab es auch am Rande von Berlin überall Kinos, Clubs und Tanz-Cafés. Fast von jedem Ort konnte man fußläufig ein Kino oder Tanz-Café erreichen. Ich hatte sogar zwei Kinos zur Auswahl, die fast um die Ecke lagen. Ich bin damals, in den Jahren vor der Wende, wöchentlich mindestens einmal abends ins Kino gegangen. Das war dann quasi ein Abendspaziergang mit Filmvorführung, und konnte sogar zwischen zwei Filmen wählen. Und es gab nicht nur DDR-Produktionen, sondern auch ausländische Filme liefen in den Kinos. >>Im historischen Tivoli wurde ich zum Beispiel nicht nur eingeschult, sondern sah später zu DDR-Zeiten Filme wie "Der Name der Rose", "Abwärts", "Chronik eines angekündigten Todes", "Der letzte Kaiser", "Das fliegende Auge", "Silkwood", "Dirty Dancing", "Jenseits von Afrika", "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil" und "Crocodil Dundee". Nachdem sowohl das Tivoli als auch kurze Zeit später das Rio "eingemottet" wurden, war es damit vorbei, denn nun wurde ein Kinobesuch zu einer aufwendigeren Sache, die man sich seltener und nur noch bei besonderen Filmen vornahm. Das Colosseum lag da noch am nächsten und war mit den Öffentlichen mit einmal Umsteigen zu erreichen. Außerdem konnte man hier den Kinobesuch auch gut mit einem Einkaufsbummel auf der Schönhauser verbinden. Das war dann aber quasi ein Tagesausflug. Bis nach Berlin-Mitte fahre ich nur ganz selten, um ins Kino zu gehen, meist nur, wenn ich irgendetwas anderes dort zu erledigen habe, bzw. bei besonderen Gelegenheiten, weil es vom Stadtrand aus viel zu lange dauert. Wenn jetzt auch noch das Colosseum und die Kulturbrauerei verschwinden, ist hier in meiner Ecke nix mehr, außer ein "Kultur-Kino" mit hauptsächlich Arthouse- und Dokumentarfilmen, das zudem so eine winzige Leinwand hat, daß man da auch zu Hause bleiben und sich den Film auf DVD anschauen kann. Sowas lockt mich nicht hinter dem Ofen hervor, da ich hauptsächlich ins Kino gehe, um ganz in einen Film "eintauchen" zu können. Ach stimmt, es gibt ja doch noch etwas - Bürokomplexe und Supermärkte. 

Hier kann man übrigens eine Petition unterzeichnen zum Erhalt des Colosseum, aber ich denke, das Ding ist eh gegessen: https://www.change.org/p/s%C3%B6ren-benn-bezirksb%C3%BCrgermeister-pankow-jetzt-zusammenstehen-das-kino-colosseum-muss-als-kulturstandort-erhalten-bleiben-293c3cb6-32ea-43fe-a857-323816ce3211

Und hier geschieht anscheinend dasselbe mit einem anderen Kulturstandort in Berlin: https://www.change.org/p/abgeordnetenhaus-berlin-rettung-des-kulturstandortes-zukunft-am-ostkreuz

Freitag, 22. April 2022

Kriegsflüchtlinge und Sprachen

Zu Ostern schrieb mir eine ehemalige Kollegin, daß sie eine Zeit lang bei der Eingabe der Fälle der ukrainischen Kriegsflüchtlinge mithelfen mußte, jetzt aber nicht mehr, weil nicht mehr so viele kommen. Der erste Andrang scheint vorüber zu sein. Das erinnert mich an die Welle der jugoslawischen Kriegsflüchtlinge, bei der ich hautnah dabei war, denn die schlugen damals bei mir, bzw. uns wegen der Sozialleistungen auf. Es war ein buntes Völkchen von Serben, Bosnier, Kroaten und Kosovo-Albaner, darunter auch Roma. Wir hatten damals zwei Dolmetscher und eine Kollegin, die Witwe eines tschechischen Mannes, die deshalb etwas Tschechisch sprach und sich damit tatsächlich auch mit einigen von den Flüchtlingen verständigen konnte. Dies motivierte mich, meinen kleinen tschechischen Sprachführer hervorzuholen und einige Brocken Tschechisch zu lernen, allerdings glaube ich, daß mich niemand verstanden hat. Mein Vermieter vergibt jetzt die freien Gästewohnungen an ukrainische Flüchtlinge und sucht Übersetzer. Da tauchte bei mir die Frage auf, was eigentlich die russische Sprache von der ukrainischen Sprache unterscheidet, und ob man, wenn man Russisch kann, auch Ukrainisch als eine Art Dialekt versteht. Zum Glück gibt es das Internet, um sich kundig zu machen, und dort erfuhr ich, daß der Unterschied ungefähr so ist, wie zwischen Niederländisch und Deutsch. Ich erfuhr auch, daß das Gebiet der heutigen Ukraine lange Zeit von Polen und Russland umkämpft war, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die ukrainische Nationalbewegung unterdrückt und die ukrainische Sprache als „kleinrussischer Dialekt“ von der russischen Zaren-Regierung verboten wurde. Auch im 20.Jahrhundert hatte die neu gegründete Ukrainische Volksrepublik nur kurz Bestand und wurde durch den 1. Weltkrieg und den Russischen Bürgerkrieg wieder aufgeteilt. 

Und in Anbetracht dessen, daß ich Niederländisch eher rate statt wirklich zu verstehen, sind die Unterschiede doch schon etwas größer, zumal es in den kyrillischen Alphabeten teilweise andere Buchstaben gibt. Weiterhin existieren im Russischen "nur" sechs Fälle, während es im Ukrainischen sogar sieben sind. Heiliger Bimbam! Mir haben eigentlich die sechs Fälle im Russischunterricht schon völlig gereicht. Das ist so ähnlich wie Sorbisch mit sechs Fällen und Obersorbisch mit sieben Fällen. Leider kann ich kein Sorbisch, aber meine Urgroßmutter hat das noch gesprochen. Deshalb muß ich mich mit rudimentären Russischkenntnissen begnügen, zum Übersetzen reicht das nicht, obwohl in der Ukraine auch viel Russisch gesprochen wird, wobei seltsamerweise jetzt im Januar ein Gesetz in der Ukraine in Kraft getreten ist, welches die russische Sprache zurückdrängen und die ukrainische Sprache stärken soll, indem Behörden, Ärzte und Angestellte verpflichtet werden, Ukrainisch zu sprechen und eine Bedienung in Russisch Geldstrafen nach sich ziehen kann. Seltsam finde ich das deshalb, weil ja nun die Autonomie der Ukraine schon seit 1991 besteht und es normalerweise ausreichend ist, daß eine "Amtssprache" festgelegt wird, die für alle behördlichen und gerichtlichen Dinge gilt, die dann meist schnell in anderen Bereichen und Geschäften Anwendung findet. Vielleicht liegt das an den langen historischen Gemeinsamkeiten und damit familiären Verbindungen zwischen den Völkern. Viele Russen haben ukrainische Verwandte und umgekehrt. Das wiederum bedeutet, daß Hass und Übergriffe auf russische Zivilbürger durchaus auch ukrainische Bürger trifft, was sich aber diejenigen, die einfach aus Affekten handeln wohl nicht bewußt machen und manchen vielleicht auch egal ist, wenn es ihnen im Grunde nicht um die anderen geht. Es muß bitter sein für die Mobber, daß Russisch nun so hoch im Kurs steht, gerade deshalb, weil man sich damit mit Ukrainiern verständigen kann, obwohl doch die russische Sprache und Kultur ausgerottet werden sollte. Stattdessen kenne ich deutschrussische Bürger, die sich und ihre russischen Sprachkenntnisse jetzt für ukrainische Flüchtlinge einsetzen, oft weil sie selbst ukrainische Verwandte haben - die haben verstanden, worum es geht. 

Weil das mit der russischen Sprache nicht klappt, fokussiert man sich nun anscheinend auf sowjetische Ehrenmale und fordert deren Abriss. Aber nicht nur die, sogar Denkmäler, die nur Hammer und Sichel zeigen, sollen abgerissen werden, wie das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin. Nicht daß ich an diesem Ernst-Thälmann-Denkmal hängen würde - ich finde es häßlich -, aber aus reiner Bockigkeit selbst aufgebaute Werte abzureißen, nur weil es gerade nicht nach dem eigenen Willen geht, nützt überhaupt niemandem und stellt keinen Frieden her. So einiges läuft im Leben nicht nach dem eigenen Willen und Wünschen und hier würde wohl fast jeder solche Zerstörungsreaktionen als unreif ansehen. Ganz abgesehen davon, daß man sich diese Forderungen sowieso nur mit massiven Bildungslücken erklären kann, denn zur Sowjetunion gehörten neben Rußland damals viele sowjetische Republiken darunter auch die Ukraine. Und deshalb sind ebenso Millionen ukrainischer Soldaten im zweiten Weltkrieg gefallen, die man dadurch mit dem Vergessen anheim fallen läßt. Mir kommt das vor wie die Fortsetzung dieser völlig ungebildeten und unwissenschaftlichen Zero-Covid-Forderungen - Bildungslücken zeigen anscheinend vor allem in Krisenzeiten ihre häßliche Fratze. Sind wir wirklich so eine verdummte Gesellschaft? Wer sowohl seine Englisch- als auch Russischkenntnisse mit einem Schlag aufpolieren möchte, erhält im nachfolgend verlinkten Kanal übrigens eine gute Quelle. Allerdings finde ich dafür, daß jeden Tag Videos gepostet werden, diese meist zu lang. Ich schaue dann nur die ersten fünf Minuten. 

Unter den jugoslawischen Flüchtlingen war damals eine Kroatin, die mir oft gekauften Kuchen mitgebracht hat. Anscheinend sah ich so verhungert aus. Wir hatten aber auch einige russische Spätaussiedler, die uns dauernd selbstgekochtes Essen mitbrachten. Da gab es dann so eine Art Piroggen oder Pelmeni, außerdem eine eigenartige Buchweizengrütze. Man wußte nie so richtig, ob man das nun essen kann oder nicht. Die Kroatin hat mich außerdem zu einem Kroatien-Urlaub eingeladen - das habe ich aber nicht gemacht. Genausowenig, wie ich die Einladung zu einem Metallica-Konzert von einem Ex-Knasti angenommen habe. Eine Kollegin von mir hatte mal richtig viel Pech und Ärger, weil sie von "ihrem" Mörder (ich weiß nicht mehr, ob Axtmörder, Ballhausmörder oder noch ein anderer - es gab etliche und inzwischen verwechsle ich die alle) eine rote Rose geschenkt bekam und erst später stellte sich heraus, daß daran eine goldene Kette als Geschenk hing. Sie mußte dann unzählige Vermerke schreiben und die Kette per Post zurückschicken. Normalerweise durften wir auch kein Essen o.ä. annehmen, bzw. gab es eine Anweisung, daß sowas dann einem Kinderheim zu überstellen ist. Aber da das Essen schlecht geworden wäre, bis es in einem Kinderheim ankommt, wurde ein Auge zugedrückt. Wenn man allerdings sieht, was für Geschenke Politiker und Richter ohne Skrupel annehmen, ist das ziemlich lächerlich. Zum Beispiel hätten die Richter des Bundesverfassungsgerichts, die eigentlich zur Neutalität verpflichtet sind, die Essenseinladung von Frau Merkel ausschlagen können und sagen können, sie solle doch lieber ein Kinderheim einladen. Dann würden jetzt wahrscheinlich keine Anwälte gegen den Bundesverfassungsgerichtspräsidenten demonstrieren.