ThingsGuide

Mittwoch, 5. Oktober 2022

Puh, puh,

ich hatte vergessen, wie gerne meine Kollegin schnattert. Da ich ja nun heute wieder nicht tanzen konnte, genoß ich erst auf dem Balkon die gnädig reaktivierte Sonnenwärme bei 20 Grad und rief danach die ehemalige Kollegin an, die ich gestern überraschend traf. Und wir haben ganze zwei Stunden durchgequasselt, ich mußte sie irgendwann bremsen, sonst würden wir wahrscheinlich immer noch reden. Sie erzählte zum Schluß, sie hätte einige Tage, bevor wir uns gestern trafen, frühmorgens nach dem Aufwachen an mich gedacht. Und ich sagte so scherzhaft: "Es war hoffentlich etwas Schönes." Und sie so: "Von dir kann man ja nur Gutes denken!" 

Die Neuigkeiten waren nicht unbedingt alle erfreulich, aber das ist bei zunehmenden Alter ja normal. Doch eine Neuigkeit fand ich besonders krass. Diese Kollegin ist gleichzeitig auch die Mutter eines ehemaligen Mitschülers von mir, was ich aber damals nur zufällig mitbekam, da dieser einen anderen Nachnamen hatte. Er kam sie mal bei uns im Büro besuchen, ich erkannte ihn nicht und er mich auch nicht, doch als sie später seinen Namen erwähnte, wurde ich hellhörig und fragte sie aus, worauf sie erst etwas pikiert reagierte. Doch es stellte sich ganz schnell heraus, daß er tatsächlich mit mir in eine Klasse gegangen ist. Sie hatte schon damals kein leichtes Schicksal, weil ihr anderer Sohn, der psychisch krank war, Selbstmord beging, indem er sich aus dem Fenster stürzte. Damals war sie längere Zeit krankgeschrieben, und ich kann mich erinnern, daß ich einen Topf Alpenveilchen besorgte, als sie das erste Mal wieder zur Arbeit kam. 

Nun erzählte sie mir, daß auch ihr zweiter Sohn, also mein ehemaliger Mitschüler, schon seit 2012 tot ist, und zwar an einem Gehirnschlag verstorben. Aber besonders makaber - er ist genau am gleichen Tag im Jahr gestorben, an dem vorher der andere Sohn sich umgebracht hatte. Außerdem hatte sie dieselbe Erkrankung wie ich, allerdings vor mir und ich hatte das 2006 schon zufällig erfahren, und nun erzählt sie mir, daß drei weitere Kolleginnen, die damals im gleichen Haus wie wir arbeiteten, ebenfalls nach ihr erkrankt sind. Bereits bei meiner Erkrankung habe ich ja manchmal überlegt, ob das irgendwas mit diesem komischen Gebäude zu tun hatte, in dem wir zwei Jahre gesessen haben - so ein altes DDR-Hochhaus mit muffigen Teppichböden. Als ich ihr meine Gedanken mitteilte, meinte sie, genau dasselbe hätte sie ebenfalls schon gedacht. 

Natürlich kam man ebenso auf das Thema Politik - das läßt sich ja heute kaum noch vermeiden, und wir waren uns darin einig, daß unser Gesundheitsminister einen Sockenschuß hat. Aber auch auf die anderen war sie nicht gut zu sprechen und fragt sich, wie die überhaupt in so ein Amt gelangen konnten. Ganz besonders unseren Sondervermögen-Verwalter hat sie gefressen, nachdem auf Sylt mit Porsche und Privatjet geheiratet wurde. Sie meint, von den großen Parteien könne man niemanden mehr wählen, sie wählt deshalb nur noch die Grauen Panther. Trotzdem ist sie viermal geimpft und hat jetzt ständig so eine unerklärliche Schwäche in den Beinen, kommt nicht mehr die Treppen rauf und die Luft geht ihr aus. Die Ärzte wissen nicht, was das ist, und rätseln, ob neurologisch oder orthopädisch bedingt. 

Weiterhin erfuhr ich, daß sie eine Leih-Großmutter ist - ich wußte gar nicht, daß es sowas gibt. Sie hat ein "Leih-Enkelkind", das nicht ihr eigenes ist, aber welches sonst keine eigenen Großeltern hat, und kümmert sich halt wie eine Großmutter um ihren Enkel, holt ihn von der Schule ab, macht Hausaufgaben mit ihm usw. Da sie ja sehr ordentlich und gewissenhaft ist, hat sie auch schon für ihr Ableben alles geregelt und wird eine Luftbestattung erhalten, indem sie über Frankreich "aus dem Flugzeug geworfen wird", wie sie sich ausdrückte. "Wie jetzt?" fragte ich entsetzt, "Wird da die Urne aus dem Flugzeug geworfen und fällt jemandem auf den Kopf?" War zumindest mein erster Gedanke, und sie kriegte sich nicht mehr ein vor Lachen, aber es wird nur die Asche aus dem Flugzeug verstreut. Kannte ich auch noch nicht. 

Dienstag, 4. Oktober 2022

Abenteuerlicher Tag

Puh, das war aber wirklich ein recht aufregender Tag heute. Eigentlich hatte ich nur vor, mit meinem Knie zum Arzt zu gehen. Vorher wollte ich aber noch in die andere Richtung, wo einige Haltestellen weiter ein Päckchen für mich abgegeben wurde, um dann zurück bis zur Ärztin durchzufahren. Erst als ich das Päckchen schon hatte, fiel mir auf, daß ich gar nicht meine BVG-Karte dabei habe und quasi schwarz gefahren bin. Und wie nun zurück? Mit krankem Knie die ganze Strecke zu Fuß laufen, was ein ganz schönes Stück ist, oder doch lieber nochmal schwarz fahren? Ich entschied mich für letzteres und konnte glücklicherweise die acht Stationen unbehelligt zurücklegen. Aber meinen Blutdruck hat das ziemlich in die Höhe getrieben - ich bin für "kriminelle" Aktivitäten einfach nicht geboren. Meine Ärztin wird sich sicher wundern und ich muß wieder erklären, warum mein Blutdruck so hoch ist, obwohl ich zuhause sonst normale Werte habe, dachte ich bei mir. Vor der Praxis meiner Hausärztin stand kurz vor Praxisbeginn bereits ein Schlange von zehn Leuten, und das, obwohl dort keine Erkältungskrankheiten mehr behandelt werden, wie ich erfuhr. Anscheinend muß man Erkältungen jetzt alleine behandeln, aber das mache ich ja eh schon die ganze Zeit. 

Da so viele Leute vor mir waren, bin ich nach der Anmeldung nochmal bis zu mir nach Hause zu Fuß gestiefelt, auch deshalb, weil man nie so genau weiß, wann und ob ein Bus kommt, um die Karte zu holen, damit ich hinterher noch einkaufen fahren kann. Als ich ausstieg sah ich an der Straßenecke eine ältere Frau stehen, die mir sehr bekannt vorkam, ich meinte eine frühere Kollegin zu erkennen, die ich seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich wollte auf sie zugehen, obwohl ich mir nicht sicher war, und suchte krampfhaft nach ihrem Namen im Kopf. Ich dachte erst, ich hätte ihn vergessen, schlich aber trotzdem schon sie die ganze Zeit anstarrend auf sie zu, bis sie richtig eine Fluppe zog und aussah, als wolle sie mir gleich eine freche Bemerkung vor den Latz knallen - sie war da nie sehr auf den Mund gefallen. Als ich ihren Namen sagte, fragte sie erst: "Kennen wir uns?" bis schließlich der Groschen fiel. Wir haben uns ziemlich lange unterhalten. Sie ist jetzt 76 Jahre alt und wohnt inzwischen bei mir in der Nähe. Nachdem ich berichtete, daß ich in die Arztpraxis möchte, erzählte sie mir gleich, daß der neue zweite Name, der mit dran steht, wohl zur Tochter meiner Hausärztin gehört, die in die Praxis mit eingestiegen ist. Außerdem erfuhr ich, daß sie jeden Morgen Hula Hoop macht, weil das für irgendetwas gut sein soll, und eine Klimmzugstange in ihrer Küche hat. Sie hat mir dann ihre Telefonnummer gegeben, weil ich langsam rein mußte. Ich mußte auch nur noch zehn Minuten warten, bevor ich dran war. 

Dabei lernte ich nun gleich die Tochter meiner Hausärztin persönlich kennen, denn sie behandelte heute. Als sie sich vorstellen wollte, kam ich ihr zuvor und erklärte, ich hätte gerade von jemandem erfahren, wer sie ist. Sie lachte, zog ihre Maske kurz unters Kinn und erklärte: "Damit Sie auch ein Gesicht dazu haben!" Sehr nett und sympathisch. Im Grunde erzählte sie mir nichts Neues, ich wollte halt nur sicher gehen, wirkte aber wohl doch merklich enttäuscht, als mir Sport verboten wurde, bis die Beschwerden weg sind. Gehen und Radfahren ist aber ok. Sie meinte, daß die Beschwerden manchmal von alleine wieder weggehen und nie wieder kommen, doch für den Fall wenn nicht, erhielt ich gleich einen Überweisungsschein zum Orthopäden, der bis Ende des Jahres gültig ist. Nachdem ich mein Rezept bekommen hatte, sagte sie: "Das können wir für Sie tun, stillhalten müssen Sie selbst!" Außerdem soll ich auch nicht auf dem Fußboden hocken, um zu basteln, zu wischen oder sonstwas. Wenn sie wüßte! Gerade auf dem Fußboden male ich besonders gerne, so wie früher. Ich hasse das Sitzen auf Stühlen. Mit Yin Yoga wird es dann wohl eher schwierig, bzw. nur sehr vorsichtig beim Runter- und Hochkommen. Oder auf Sofayoga ausweichen. Ich habe mir aber vorgenommen, mir trotzdem ein kleines und kniefreies Sportprogramm zusammenzustellen. Armwaves und Armpressen ohne Gewicht sollten schon drin sein. Plank vielleicht auch.

Montag, 3. Oktober 2022

Ich protestiere!

Schärfstens protestiere ich dagegen, daß Haubitzen, die in die Ukraine geliefert werden, nach mir benannt sind. Das geht ja mal gar nicht! Wer kommt überhaupt auf die beknackte Idee, Waffensystemen Frauennamen zu geben? Ist das so eine Art Verniedlichungs-Framing? Und in Anbetracht der bekannten Redewendung "voll wie eine Haubitze" grenzt das schon an Verleugnung und Diffamierung. Wenn Sturmtiefs nach mir benannt werden, kann ich ja noch damit leben, aber bei Haubitzen geht das echt zu weit. Sollen es schon unbedingt Frauennamen sein, wüßte ich da einige sehr viel passendere, wie zum Beispiel Anna-Lena, Marie-Agnes, Ursula, Christine und auch "Karl 2" wäre gleich doppelt zutreffend. Aber "Karl 2" bleibt wahrscheinlich den atomaren Langstreckenraketen vorbehalten.

Und Putin hat jetzt einen Handelsvertrag mit den Taliban abgeschlossen. Der braucht uns längst nicht mehr. Die Taliban dagegen jubeln, weil sie endlich offiziell anerkannt werden und jemand mit ihnen Geschäfte macht, nachdem die USA ihr Geschäftsinteresse an den Taliban verloren haben. Die sind jetzt also gerade erfolgreich von einer Großmacht an eine andere Großmacht weitergereicht worden. Läuft, würde ich sagen - sowohl für Putin, für die Taliban als auch die USA. 

Bei uns dagegen fahren Chemiekonzerne, Glas- und Aluminiumindustrie ihre Produktion herunter, um Energie zu sparen. Dadurch werden Salzsäure, Kohlensäure, Flaschen und verschiedene Bauteile immer knapper. Es gibt schon diverse Lieferengpässe. Auch die Pharma produziert weniger, aber spart jetzt natürlich hauptsächlich bei den Generika, den preiswerten Medikamenten (die sich ja für sie sowieso nicht lohnen), wie zum Beispiel auch dem Brustkrebsmedikament "Tamoxifen". Also Medikamente, auf die sehr viele Menschen angewiesen sind. Sogar immer mehr, da die Krankheitszahlen ja seit einem Jahr in die Höhe schnellen. Bloß gut, daß wir stattdessen Millionen Euro für Impfungen zum Fenster herausgeschmissen haben, die kaum jemand noch braucht und die später wieder eingestampft werden. Das wird den Menschen, die jetzt ihre Medikamente schwer bis gar nicht bekommen können, bestimmt helfen. Wenigstens müssen sich die Impfstoffhersteller und die Rüstungskonzerne keine Sorgen um steigende Energiepreise machen und können sich neuer Aufträge sicher sein. Sie bekommen wahrscheinlich auch eine Vorzugsbehandlung, wenn Energie knapp wird. Bin gespannt, wohin die irgendwann abwandern, wenn wieder Abrüstung auf dem Programm steht und Gen-Therapien kaum noch gefragt sind, aber die Energiepreise in Deutschland hoch bleiben. 

Skizze2

Freitag, 30. September 2022

Independence Day

Wenn ich nicht mehr tanzen darf, nicht einmal zuhause, habe ich viel Zeit, um Ausblicke zu knipsen. Kennt man ja aus "Das Fenster zum Hof". Und diese unten verlinkte Aussicht stellt gerade ziemlich genau meine Stimmung auf der Strafbank dar. Was für ein Zufall! Heute morgen waren es unter 10 Grad, so kalt, wie sonst nur im Winter. Was will man von diesem Jahr auch erwarten. Ich habe dann doch schon die Heizung angestellt, obwohl erst morgen Oktober ist. Vermutlich bekommen wir im Winter mindestens 10 Grad Minus und eine ein Meter hohe Schneedecke, die erst im April schmilzt. Für die Gletscher wäre das fantastisch, aber für die Energiekrise eher weniger. 

Auf Putin brauchen wir nicht mehr zu hoffen, der Drops ist gelutscht. Ich glaube kaum, daß er jemals wieder mit uns offiziell Handel betreibt. Warum sollte er? Schließlich wird er sein Gas viel lukrativer woanders los. Und selbst wenn er bereit wäre, würden die USA es zu verhindern wissen, wie sie ja bereits angedroht haben. Im Grunde gibt es nur noch eine einzige Lösung - Deutschland muß so weit wie irgend möglich nicht nur unabhängig von Russland, sondern auch von den USA werden. Das geht nach dem heutigen Stand der Technologien aber nur mit Arten der Rohstoffförderung und Energieerzeugung, die umweltschädlich und gefährlich sind. Das heißt, Deutschland hat gerade die Wahl zwischen Pest oder Cholera - entweder sich knechten, plündern und die Wirtschaft zerstören lassen oder halt Umweltgefahren und Gifte in Kauf nehmen. Der große Witz an dieser Geschichte ist ja, daß diese Entscheidung nun ausgerechnet grüne Minister treffen müssen, die uns erst in diese Misere gebracht und dabei null Weitblick bewiesen haben. Aber wer weiß, Krisen sind ja oft der nötige Druckkessel, damit sich die Kreativität zu neuen Höhen aufschwingt. Vielleicht bringt sie tatsächlich im Rückblick gesehen einige neue Erfindungen hervor. 

Letztens unterhielt ich mich mit meiner Mutter über die derzeit schwebende atomare Bedrohung. Ich habe in meiner Kindheit und Jugend noch den kalten Krieg erlebt und es wurde uns ziemlich viel Angst gemacht. Unser Schulgarten-Lehrer war ganz besessen von den Neutronenbomben und hielt uns bei jeder Vertretungsstunde 45 Minuten lang einen Vortrag über die Vernichtungskraft der Neutronenwaffen. Aber meine Mutter ist der Meinung, daß es heute schlimmer ist als damals. Denn damals hat sich der gesamte Ostblock ganz klar für Frieden und Abrüstung positioniert und immer wieder Verhandlungen gesucht. Und das, OBWOHL die USA Angriffskriege führte, z.B. den Vietnamkrieg! Im Westen dagegen war damals die Hochzeit der grünen Friedensaktivisten. Diese Instanzen, die sich ganz eindeutig auch auf staatlicher Ebene für Frieden und Diplomatie einsetzen gibt es nicht mehr. Die grünen Friedensaktivisten sind heute als Racheengel auf Rachefeldzug, aber die Grünen sind ja schon seit Jahren nicht mehr, was sie früher waren - nur die Slogans sind dieselben geblieben. Und auch sonst wollen alle Krieg führen und diesen Trip selbst über Jahre hinaus nicht mehr stoppen, zumindest von den Regierungen. Unter der Bevölkerung ist die Kriegslust eher hauptsächlich bei Extremen und von der Kriegspropaganda Verblendeten ausgeprägt. Nur deshalb gibt es immer so viel Propaganda, und zwar auf jeder Seite, weil im Krieg ALLE lügen. Denn die Regierenden wissen genau, daß sie Kriege nicht ohne die Akzeptanz der Mehrheit der Bevölkerung führen können. Glücklicherweise erkennen das aber schon viele Menschen, wie mir scheint, selbst die, die bei Corona noch alles geglaubt haben, und Tagesschau und Co. machen sich so langsam lächerlich. Man hat manchmal den Eindruck, sie glauben, ähnliche Strategien wie zur Hitlerzeit verfolgen zu können, um denselben Erfolg mit Gehirnwäsche und Repressalien zu erzielen. Wir leben aber in ganz anderen Zeiten, wo man nicht mehr von einem Staatsmedium abhängig ist. Da helfen auch alle Faktenchecker, Zensurabsprachen und bezahlten Social-Media-Agenturen nichts.

Independence Day

Dienstag, 27. September 2022

Aussichten und Gebrechen

Jeden Tag kommt mindestens ein Kran vor meinem Fenster hinzu. Bin gespannt, wieviele es noch werden. Nur schade, daß die nachts nicht blinken, bzw. "morsen" (wie ich es nenne), so wie die Windräder. Dann hätte ich hier täglich ein Lichterfeuerwerk vorm Fenster. Hoffentlich verpetzt mich meine Nachbarin nicht, weil ich heute ein Wannenbad hatte. Man hört ja bei uns immer, wenn jemand in seiner Wohnung planscht. Bei mir gibt es aber eine medizinische Indikation dafür: Kaum habe ich wieder angefangen, im Kurs zu tanzen, hat mein Knie durch Überlastung schlapp gemacht und meckert herum, obwohl bisher auf meine Knie immer Verlaß war. Immer! Leider scheint das auch nicht richtig weggehen zu wollen. Ich habe zwar im Kurs nicht mehr alles mitgemacht, da wir ziemlich knieintensiv auf dem Boden unterwegs sind, aber ich fürchte, ich muß vielleicht ganz aussetzen. Ich werde bei sowas zum Nervenbündel, schlimmer als Männer mit Grippe. Deshalb also mal ein Arnika-Bad mit Magnesium. 

Dafür konnten wir aber wegen meiner Tante im "Westen" aufatmen. Zu ihrem 85. Geburtstag vor kurzem war sie nicht mehr zu erreichen. Beim Festnetzanschluß kam nur eine komische Ansage und das Handy war ebenfalls tot. Meine Mutter befürchtete schon, sie hätte bereits das Zeitliche gesegnet, schrieb dann aber trotzdem eine Karte. Jetzt rief sie kürzlich an, quicklebendig, und erzählte, daß in ihrem Ort die Telekom alle Kabel rausgerissen hat und niemand mehr über Festnetzanschluß zu erreichen ist, weil die da wohl modernisieren. Aus diesem Grund hatte sie sich ein neues Handy mit neuer Nummer gekauft. Was da bei Leverkusen ständig los ist, ist schon seltsam. Man hat das Gefühl, die leben dort regelmäßig in der Steinzeit. Erst die Flut und tagelang kein Strom und Wasser, danach die Explosion, bei der sie das Haus nicht verlassen durften, dann die Zeugen Coronas, die dort anscheinend eine Hochburg haben, und nun die Telekom als Katastrophe. Ehrlich, ich würde niemals freiwillig in die Gegend von Leverkusen ziehen. 

Aussicht

Montag, 26. September 2022

Künstlerbedarf-Panikkäufe

In den Supermärkten sieht man ja von Panikkäufen nicht so viel - Brot gibt es wieder und Klopapier ist ausreichend vorhanden, wenn auch nicht meine Sorte. Allerdings bin ich zur Zeit was den Künstlerbedarf betrifft etwas in Sorge und habe Panikkäufe getätigt. Und zwar weil ich in den letzten Monaten verschiedene Produkte und Marken ausgiebig getestet hatte und im Auge behielt, da ich auf der Suche nach Ölpastellen bin, die nicht krümeln. Und wenn man jetzt regelmäßig Produkte vom Künstlerbedarf beobachtet, fällt zum einen auf, daß die oft jede Woche um einen Euro teurer werden - die Panda-Ölpastelle, eine sehr preiswerte Marke, kosteten Anfang des Jahres noch 6 EUR, jetzt 14 EUR, ein einzelner Stabilo Woody ist von 1,25 auf 3,05 EUR, 24 Neopastel Ölpastellkreiden sind von etwas über 40 EUR auf 53 EUR gestiegen. Und noch schlimmer: viele Produkte gibt es gar nicht mehr im Angebot. Ganz besonders bei den Franzosen, Sennelier, herrscht gerade Flaute. Ich weiß nicht, was bei den Franzosen los ist, Strom müßten sie ja eigentlich wieder haben. Die Aussicht, daß renommierte Marken für Künstler ihre Produktion einstellen, weil sie sich das Rühren der Farben nicht mehr leisten können, ist nicht sehr prickelnd, weil ich durch meine viele Testerei inzwischen weiß, daß keine Marke einer anderen gleicht, sowohl in den Farben als auch in der Konsistenz. Hat man erst einmal sein Lieblingsprodukt gefunden, mit welchem man am meisten Freude hat, kann man zwar auf ein ähnliches Produkt einer anderen Marke ausweichen, aber es ist trotzdem nie dasselbe. Eine kleine Abweichung, entweder zu hart, zu weich oder eben krümelnd reicht schon, daß man damit weniger anfangen kann. Bei flüssigen Farben und weiteren Produkten gibt es diese feinen Unterschiede sicherlich auch. Und die Vorlieben sind bei Künstlern wie überall extrem individuell - die einen mögen es hart, die anderen weich, für die einen kann es nie schmutzig und krümelig genug sein, die anderen mögen es lieber sauber usw. usf. 

Nun hatte ich mir ebenfalls drei Sticks von den Caran D'ache Neopastel II einzeln zum Testen gekauft. Die sind zwar nicht Ölpastell, sondern Wachspastell, und ziemlich skeptisch, weil mit den üblichen Wachsstiften im Hinterkopf, war ich doch vom ersten Strich an so begeistert, daß ich den Eindruck hatte, die kommen dem sehr nahe, was ich gesucht habe, denn sie lassen sich weich wie Ölpastell auftragen und verblenden, krümeln kaum und sind zudem noch sehr vielseitig, da außerdem wasserlöslich. Ich war quasi kaufbereit, aber normalerweise lasse ich mir doch ein bißchen Zeit, um die Preise zu beobachten. Und Produkte aus der Schweiz haben ja generell einen stolzen Preis, wie ich auch mal bei einem Käse gemerkt habe. Den packte ich ohne genauer hinzuschauen ein und wunderte mich dann an der Kasse, warum fünf dünne Scheiben Käse 4 EUR kosten und damit teurer sind als echter französischer Weichkäse. Die Schweizer wieder! Eine große Packung Caran D'ache Neopastel II mit 84 Kreiden kriegt man schon jetzt meist nur ab 170 EUR bis hin zu mehr als 190 EUR. Bei einem Kunstversand entdeckte ich sie für knapp 128 EUR, die waren aber schon nach drei Tagen ausverkauft und kein Nachschub in Sicht. Woanders entdeckte ich sie dann noch für 130 EUR und griff reflexartig zu. Es war eindeutig ein Panikkauf, denn nachdem ich so begeistert von denen war, gefiel mir die Vorstellung, sie zu Weihnachten vielleicht nur noch für 200 EUR aufwärts zu bekommen oder gar nicht mehr, überhaupt nicht. Aber in Anbetracht dessen, wie lange ich schon die Pandas und Koh-I-Noors aus meiner Kindheit benutze, die jedoch nur halb so gut sind, war das meiner Meinung nach eine sehr gute Investition in die Zukunft. 

Ebenso vorsorglich für die Zukunft legte ich mir noch einen Vorrat an guten und teuren Skizzenbüchern mit dickem Papier zu, die quasi ebenfalls stündlich im Preis steigen und schon so nicht billig sind. Mir fällt außerdem auf, daß man wohl auch bei Thermostaten zur Zeit schnell zuschlagen sollte, falls man noch welche bekommt, denn alle Thermostate, die ohne WLAN, Apps und anderen Chichi auskommen, sind innerhalb von Wochen ausverkauft. Und leider gab es davon schon vorher kaum noch einfache Modelle, sondern meist nur noch diesen Smart Home-Trullala-Nerd-Kram mit Funk. 

Sonntag, 25. September 2022

Wahre Verschwörungstheorien

In der letzten Woche erhielt ich die neue Betriebskostenabrechnung für die Wohnung: 220 EUR Guthaben und keine Mieterhöhung. Auch der Stromanbieter will noch immer kein Geld von mir haben, also nicht mehr als bisher. Und die GEZ die schickt mir sowieso seit Jahren  "Nichtzahlungsaufforderungen". Anscheinend zahlte ich seit der Euro-Umstellung immer ein paar Cent zuviel, so daß jetzt ein Guthaben von über zwanzig Euro aufgelaufen ist. Allerdings kriegen sie seit Jahren einfach nicht auf die Reihe, mir mal einen regulären Bescheid zu schicken, was ich nun eigentlich zahlen muß und mit welchem Stichtag welches Guthaben vorhanden ist, sondern drucken immer nur kryptische Kontoauszüge, bei denen man selbst kaum dahinter steigt, daß es sich um ein Guthaben handelt. Deshalb sehe ich auch keine Veranlassung, darauf zu reagieren. Zwar sehe ich, daß die Forderung vierteljährlich inzwischen ca. ein Euro nochwas höher ist als das, was ich überweise, nur habe ich niemals irgendeinen Bescheid, noch nicht einmal eine Information über Gebührenerhöhungen erhalten. Aus diesem Grund zahle ich heute noch denselben Betrag wie damals zur Euro-Umstellung und denke mir, sobald das Guthaben "aufgefressen" ist, werden sie vielleicht etwas aktiver werden. 

Seit Jahren erhalte ich auch jeden Tag mindestens eine Email, in welcher man mir mitteilt, daß man mir dringend mehrere Millionen Euro überweisen möchte. Wenn die alle wahr wären, wäre ich inzwischen reicher als Bill Gates und könnte selbst die EU und die WHO kaufen, meine eigene Agenda installieren und dafür sorgen, daß sie dieser folgen. Ich frage mich ja, was passieren würde, wenn tatsächlich jemand auftauchen würde, der noch reicher und spendabler ist als Gates. Würden sie dann mit ihren Fahnen sofort umschwenken? Oder würden sie versuchen, beide Geldgeber zufriedenzustellen? Und das alles ist längst keine Verschwörungstheorie mehr, wie es vor zwei Jahren noch abgetan wurde, sondern in den Mainstream-Medien angekommen. >>In diesem Interview der Welt beschwert man sich sogar schon darüber, daß demokratisch nichtlegitimierte, d.h. nicht gewählte Organisationen, bzw. die Oligarchen dahinter, die Politik steuern, und es keine wirksamen Kontrollinstanzen dafür gibt. Erst letztens bin ich auf ein CNN-Video mit einem richtig süßen Versprecher aus dem April 2020 gestoßen. >>Den Versprecher findet man im zweiten Video auf der Seite ab Minute 2. Übrigens erhält auch CNN Subventionen von Gates, genauso wie bei uns der Spiegel-Verlag, oder das RKI und die Charité.

Natürlich ist es ein großer Dienst an der Menschheit und reine Menschlichkeit, wenn Gates sich so sehr für die Verbesserung der Gesundheit und das Wohlergehen der Menschheit einsetzt, daß er gleich die gesamte Politik, die Wissenschaft und die Medien übernimmt. Wenn man allerdings mal hinschaut, was damit bisher so alles angerichtet wurde und worin Gates, bzw. die Stiftung investieren, sollten einem allein da schon Zweifel kommen. 

>>Da ist zum Beispiel die Agrarallianz gegen den Hunger in Afrika, die bis 2020 dazu geführt hat, daß sogar dreißig Prozent mehr Menschen hungern als vorher, während nur die Düngemittel- und Saatgutkonzerne davon profitierten. >>Die Gates-Stiftung investiert außerdem in Coca-Cola, Pepsi, Alkoholmarken und jede Menge Pharmaunternehmen. Und rein zufällig geschehen dann auf der Welt merkwürdige Dinge, die nicht hinterfragt werden dürfen, in den Medien falsch dargestellt werden und zur Ignoranz evidenzbasierter Wissenschaft und dem Abbau der Sicherheitsrichtlinien und Kontrollen in der Medizin führen, während einige Pharmaunternehmen steinreich werden. Und nachdem Gates nun auch Interesse an Atomenergie zeigt und in Atomkraft investiert, wurde rein zufällig die Atomkraft von der EU für grün erklärt. 

Daß wir die evidenzbasierte Wissenschaft aufgegeben haben ist übrigens ebenfalls keine Verschwörungstheorie mehr, wie in den letzten zwei Jahren, sondern auch in den Mainstream-Medien und bei renommierten Medizinern angekommen, wie hier in dem Podcast von Prof. Kekulé. >>Der wundert sich darüber, daß eine Impfung, deren Zulassungsstudien abgebrochen wurden, zu der es nur ein Datenchaos gibt und die Hersteller bis heute nicht alle nötigen Nachweise und Informationen an die Behörden geliefert haben, deren Impfnebenwirkungen nicht ausreichend untersucht werden und zu der noch nicht einmal Studien vorliegen, daß die Wirksamkeit das Risiko überwiegt, nun einfach mal so von der EMA für eine reguläre Zulassung, also eine dauerhafte Zulassung durchgewunken werden soll, ohne daß die Bedingungen dafür erfüllt sind, während es ja vorher nur eine zeitlich begrenzte bedingte Zulassung war - und die Stiko dabei sogar mitmacht. Er spricht es ganz klar aus: Es handelt sich um nichtevidenzbasierte Medizin, wie es auch die Homöopathie ist. "Das ist so ähnlich als wenn der Finanzminister sagt, ich bin hier nur der Finanzminister. Ihr dürft so viel Knete ausgeben, wie ihr wollt, ich rechne nicht nach." 

Seltsam an dieser Pandemie ist ja auch, daß man zwar keine Leichen auf den Straßen sieht so wie früher, aber dafür zumindest in einigen Regionen Menschen, die vor ihren Häusern auf der Straßen schlafen, weil ihre Warn-App wegen eines negativen Tests sie nicht in die Wohnung läßt. Geschehen in China. Wie Menschen, die nicht in ihre Wohnung gelassen werden, die Ausbreitung eines Virus verhindern sollen, ist mir ein Rätsel. Überhaupt hört man so viel Rätselhaftes aus China, z.B. daß die Bankkonten eingefroren werden und man als Bankkunde die rote Warnung bekommt, so daß man nirgends mehr hin kann, daß mir letztens mal ein Blogkollege von früher einfiel, der in China lebte und arbeitete. Allerdings habe ich von ihm seit 2015 nichts mehr gehört und gesehen. Doch ich bin ja immer sehr neugierig, live und von Augenzeugen Dinge zu erfahren, deshalb versuchte ich mal, ihn zu erreichen. Leider erhielt ich immer die Mitteilung, daß der Emailaccount gesperrt ist und auch in sozialen Netzwerken erfolgt auf Messages keine Reaktion. Ich befürchte, diesen Blogger gibt es nicht mehr. Man fragt sich ja, ob die Chinesen deshalb so fanatisch an Zero-Covid festhalten, weil sie mehr wissen als andere über das Labor und was darin geschehen ist. Trotzdem müssen sie mit ihrer Strategie nicht richtig liegen. Könnte es sein, daß sie vor lauter schlechtem Gewissen soviel Panik haben, daß sie dabei von Menschen veränderte Viren extrem überschätzen, während sie die natürliche Intelligenz von Viren extrem unterschätzen? Manchmal denke ich, daß Viren sogar intelligenter sind als Menschen, weil sie sich immerhin selbst immer wieder verändern, um eine friedliche Koexistenz anzustreben. >>Und auch dieser Laborunfall, wenn es denn nicht Absicht war, rückt immer mehr in den Bereich des Wahrscheinlichen und aus der "Verschwörungsecke" heraus. >>Sogar der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom glaubt daran und den würde ja nun niemand als Verschwörungstheoretiker bezeichnen. Er ist eher ein Praktiker und mittendrin.

Doch während eine "Verschwörungsblase" nach der anderen platzt, interessiert das jetzt niemanden mehr. Die Leute haben andere Sorgen. Der Ukraine-Krieg und die Energiekrise lenken prima ab. Da die USA ja planen, den Krieg noch jahrelang weiterzuführen, wird es wohl zu keiner ernsthaften Aufarbeitung mehr kommen. >>Und in Anbetracht dessen, daß beim Juristentag 2022 der Vorschlag von besorgten Anwälten, daß sich das Lobbyregistergesetz auch auf Richter erstrecken und es ein unabhängigeres Wahlverfahren für Richter geben sollte, abgelehnt wurde, ist der Rechtsstaat in einigen Bereichen wohl sowieso nur noch Fassade. 

Donnerstag, 22. September 2022

Royale Dekadenz und Opfer für den Krieg

So langsam wird es ernst für viele. Eine ehemalige Kollegin schrieb mir heute, daß in ihren Büros die Heizung auf 20 Grad heruntergeregelt wird - bei 9 Grad Außentemperatur spürt man das schon sehr deutlich, und es wurden alle Kühlschränke abtransportiert, aber gut, bei 20 Grad hält sich auch das Essen länger. Wobei 20 Grad geradezu "human" sind, denn eigentlich waren laut Verordnung 19 Grad vorgesehen. Wahrscheinlich haben selbst die Amtsleiter keinen Bock dazu. Mich würde interessieren, ob sie im Bundestag und Bundeskanzleramt ebenfalls schon fleißig frieren, vielleicht gibt es ja bald Insider-Berichte dazu. Zudem kennt sie jetzt selbst Leute, die ihre Gasabschläge nicht mehr zahlen können. Ihre berentete Mutter hat ebenfalls eine saftige Erhöhung bekommen und spart, wo es geht. Ich denke, das sind nur die Anfänge. Es wird noch richtig "heiß" werden für viele, ganz besonders für die Rentner, sowie für Studenten und andere junge Leute in Ausbildung. Und das, um unsere Werte zu verteidigen, von denen ich aber nicht mehr weiß, welche das sein sollen, denn diejenigen, die für Frieden und Demokratie eintreten, sind ja angeblich Putin-Trolle und Nazis. Ich wäre schon sehr interessiert daran zu erfahren, welche anderen hübschen Werte wir so aufopferungsvoll verteidigen. Die der Großkonzerne und Polit-Eliten? 

Meine Mutter jedenfalls schimpft wie ein Rohrspatz, seit sie die tagelangen Live-Übertragungen von den Feierlichkeiten zur Beisetzung der Queen gesehen hat. Da hat eine alte Frau ihr Leben lang in Luxus gelebt, ist schließlich friedlich eingeschlafen und die Medien haben nichts besseres zu tun, als 24 Stunden lang von nichts anderem zu berichten. Niemand berichtet über die Senioren, denen inzwischen in einigen Heimen auch schon die Elektrogeräte weggenommen werden, so daß sie weder Wasserkocher noch Kühlschrank betreiben können. Oder darüber, wie sie während der Pandemie isoliert wurden und immer noch werden. Oder darüber, wie Rentner von ihrer Rente nicht mehr leben können und zusätzlich jobben müssen, wenn das noch geht, oder Flaschen sammeln. Dafür wären 24stündige Sondersendungen angemessener. Oder auch darüber, wie sich alte Menschen jetzt in ihren landeseigenen "Sklavenwohnungen" den A... abfrieren und krank werden dürfen, so wie meine Mutter, denn bei ihr wird noch überhaupt nicht geheizt. Sie sitzt im Mantel in der Wohnung. Das heißt, wenn man das Pech hat, solch eine landeseigene Wohnung zu bewohnen, wird man jetzt "zwangsgefroren", selbst wenn man sich die Heizung leisten könnte, und damit schlechter gestellt und behandelt, als andere Menschen und Mieter.