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Samstag, 23. Juni 2018

Ribnitz

Den leicht veregneten Tag nutzen wir weiterhin gleich für einen Besuch im Bernsteinmuseum in Ribnitz. Ich war als Kind schon einmal dort, kann mich daran aber nicht wirklich mehr erinnern, außer daß es eher ein kleines Haus war. Inzwischen befindet sich das Museum direkt im Kloster und ist sehr viel größer angelegt. Es gibt auch eine Werkstatt, wo man direkt beim Herstellen von Bernsteinschmuck zuschauen kann. Und natürlich existiert dazu ein umfangreicher Shop, in welchem man viel Geld lassen kann. Dort erhielt ich schon mein Geburtstagsgeschenk für dieses Jahr (obwohl es noch zwei Monate bis dahin dauert), nämlich ein paar Ohrringe mit grünem Bernstein. So in Shoppinglaune ging es noch etwas durch die Stadt, ich fand allerdings nichts mehr, außer einen Schlauchschal. Irgendwie fällt mir auf, daß ich in jedem Urlaub einen neuen Schlauchschal kaufe,
dabei habe ich gar nicht so wenig davon.

 Abends ging es noch in die Wustrower Dorfkirche zu einem Konzert mit skandinavisch angehauchtem Jazz, sehr ähnlich Garbarek, wie mir schien etwas von Walgesängen inspiriert.

Grüner Bernstein

Ribnitz

Ribnitz2

Ribnitz3

Wustrow1

Wustrow2

Freitag, 22. Juni 2018

Die Steilküste

Am Ankunftstag war es sehr stürmig, aber sonnig. Doch mehr als eine Fußtaufe im Meer, eine Nase voll Wind zu nehmen und ein wenig die Umgebung zu sondieren, war nicht mehr drin. Am nächsten Morgen machte ich mich jedoch sofort auf zur Steilküste bei Ahrenshoop, da es an diesem Tag sowieso leicht verregnet war. Da es immer wieder zu neuen Abbrüchen von der Steilküste kommt, ist dieser Strandabschnitt eigentlich gesperrt. Gesperrt ist jedoch relativ, denn es steht nur ein Schild dort, daß das Betreten verboten ist, weil Lebensgefahr besteht. Wie man sieht, sind jedoch trotzdem immer einige Leute dort unterwegs. Auch auf dem oberen Weg stehen überall Warnschilfder, allerdings liest man darauf nicht, daß das Betreten des Weges verboten ist, sondern nur, daß es auf eigene Gefahr geschieht. Und bei meinem späteren Rückmarsch vom Prerower Leuchtturm war mir das dann herzlich egal, weil ich gar nicht in der Lage gewesen wäre, noch einen größeren Umweg zu machen. Der Weg sah ziemlich sicher aus, breit und nicht sehr nah an der Kante. Mir kamen aus der anderen Richtung zwei Frauen mit Fahrrädern entgegen, die von mir wissen wollten, ob der Weg irgendwo gefährlich oder schmal wird. Nö, meinte ich, alles schön breit und befestigt, aber vorsichtshalber laufe ich trotzdem am innersten Rand. Na wir machen das dann genauso, antworteten sie. Durch die Abbrüche von der Steilküste sind auch die Bunker dort herausgefallen, die zur Hitlerzeit in die Steilküste hineingebaut worden waren und später von der NVA genutzt wurden. Am Anfang, als sie hinausgefallen waren, konnte man am Strand noch durch sie hindurchlaufen, aber inzwischen liegen sie richtig im Meer - und zwar auf dem Kopf.

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Donnerstag, 21. Juni 2018

Kapitän Ahabs Schiff

Meine Haare sind immer noch voller Ostseesand, obwohl ich die Haare schon längst wieder gewaschen habe. Viel Sand habe ich auch in unsere Unterkunft getragen, die dem Motto des Hotels entsprechend Kapitän Ahabs Schiff nachempfunden war. Die Zimmer hießen deshalb Kajüten und das Frühstück gab es in der Kombüse. Das Frühstücksbuffet wurde auf einem Steinherd aufgebaut, über welchem die riesige Nachbildung eines Walkopfes hing, an welchem man sich dauernd den Kopf stieß, wenn man sich vom Frühstücksbuffet etwas auswählte. Im Mittelteil des Restaurants gab es Kojen unter der Decke, allerdings winzig, und im hinteren Teil fand sich eine Art Karzer, der aber anders hieß. Ich glaube, er nannte sich Fischkopp-Kammer. Und überall über den Tischen aus altem, verwittertem Eichenholz und dem Mobiliar Bilder von Segelschiffen und Walfang. Der größte Schinken hing im Treppenaufgang. Wir bewohnten eine Suite mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, einem Badezimmer und seitlichem Meerblick. Im Wohnzimmer gab es einen kleinen Kühlschrank, einen Fernseher mit Hilfs-WLAN- Funktion und einen ebenso alten verwitterten Eichentisch. Das Badezimmer hatte zwei Waschbecken vor einer großen verspiegelten Wand, eine Badewanne und eine Duschkabine. Und es gab einen schwarzen Hauskater. Dieser hatte eigentlich eine kleine Hütte vor dem Haus, schlief aber stattdessen tagsüber immer zusammengerollt in den Büschen neben der Treppe. An der Tür holte er sich gerne, wenn man nach Hause kam, seine Streicheleinheiten ab und begrüßte einen. Außerdem muß das Haus voller Schwalben- und Spatzennester gewesen sein, denn die saßen immer überall vor den Fenstern.

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Unterkunft

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Dienstag, 19. Juni 2018

Heimkehr

Mit einem leichten Sonnenbrand auf der Nasenspitze, einer Blase am Fuß von meiner Mammut-Tour zum Prerower Leuchtturm und mit diversen Fundstücken bin ich von meiner Reise zurückgekehrt. Die Tour zum Leuchtturm und zurück müßte ca. 30 km lang gewesen sein, zwischendurch natürlich noch mit Aufstieg auf den Leuchtturm plus Museumsbesichtigung, und ich merke meine Beine immer noch. Eigentlich dachte ich, mit dieser Tour hätte ich alles abgearbeitet, was ich zuviel im Urlaub an Eis und Kuchen und Croissants genossen habe, aber die Waage zeigt trotzdem fast zwei Kilo mehr an. Zudem war am Abreisetag wieder traumhaftes Strandwetter, eine Wassertemperatur von 19 Grad und durch die Tour hatte ich die schönsten leeren Strandabschnitte mit türkisblauem Wasser und/oder weißen Dünen entdeckt, nur daß mir das nichts mehr nutzte. Aber so ist es immer - kaum hat man die besten Plätzchen ausgekundschaftet, geht es schon wieder nach Hause.

Und zu Hause erwarteten mich bereits meine Haustiere - äh, Moment mal, ich habe doch gar keine Haustiere. Aber als ich das Zimmer mit dem Blumenkasten vor dem Fenster betrat, den ich extra wegen der Reise nicht bepflanzt hatte, begrüßte mich dort im Kasten schon wieder eine Ringeltaube auf ihrem Nest. Anscheinend versuchen sie es jetzt nochmal mit dem Nachwuchs, denn ich sah ein Ei hervorblitzen.

Fundstücke

Sonntag, 10. Juni 2018

Your body's poetry

Ich mag diese Textzeile aus dem Lied "Move your body" von Sia - your body's poetry. Also doch Dichtkunst. Draußen herrschen um 22:30 Uhr noch immer 29 Grad. Trotzdem tanzte ich heute recht lange, mein Outfit, wie zu sehen, bestand allerdings aus fast gar nichts. Am besten trägt man nur den Schweiß auf der Haut, der kühlt mit der Zeit gut, müffelt aber auch tierisch, vor allem bei geschlossenem Fenster, um die richtige Hitze draußen zu lassen. Wie man ebenfalls sieht, bin ich vom Fitness-Guru weit entfernt. Doch da ja nun dieses verräterische Foto existiert, wäre es mal interessant, im nächsten Jahr um diese Zeit einen Vergleich zu machen. Und mein Bauch sieht deshalb aus wie ein Streifenhörnchen, weil ich mich im Sitzen gesonnt habe und die Speckrollen ziemlich tiefe schattige Areale werfen.

Beim Kofferpacken stellte ich allerdings fest, daß ich inzwischen viele Hosen und Schlafanzüge habe, die mir jetzt zu groß sind. Und das fand ich gar nicht mal so gut, weil ich erstens lange nach den Sachen kramen mußte, die mir vorher zu eng waren, und bei den zu großen Klamotten viele dabei sind, die ich erst vor kurzem gekauft habe und die ich gerne tragen würde. Nun ja, dann müssen sie halt warten.

Poetry