ThingsGuide

Freitag, 27. Januar 2023

Traumwelten

Es ist irgendwie faszinierend, wie die persönlichen Traumwelten manchmal ein ganz strukturiertes und überzeugendes Eigenleben mit Vergangenheit und Zukunft entwickeln, fast so als seien es Parallelwelten, in denen man ein zweites Leben führt. Da trifft man in regelmäßigen Abständen Personen, zu denen man seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr hat, und es ist, als hätte man sich nie aus den Augen verloren. Man kehrt an bestimmte Orte oder Strände aus früheren Träumen zurück. Oder man findet Dinge wieder, die man in einem anderen Traum verlegt oder vergessen hatte. Es muß so um Silvester herum gewesen sein, da träumte ich, daß ich mit jemandem zusammen in eine Apotheke eingebrochen bin. Wir haben von dort nichts mitgehen lassen, nur herumgestöbert. Unter anderem fand ich auch ein Regal mit Orakelkarten. Und wärend mein Begleiter schon zur Eile mahnte, weil anscheinend Leute im Anmarsch waren, die uns entdeckt hätten, konnte ich es trotzdem nicht lassen, noch vier Karten aus einem Deck zu ziehen. Ich schaute nur kurz drauf, legte dann alle vier als Fächer auf einem Bücher- oder Kartonstapel ab und ließ sie so liegen, ohne daran zu denken, daß dies eventuell jemandem auffallen könnte.

Ich hielt den Traum nach dem Aufwachen nicht für besonders wichtig und vergaß ihn sofort. Zwei Wochen später nun träumte ich, daß ich diese vier abgelegten Karten wiederfand. Wie ich erneut an den Ort gelangte, weiß ich nicht. Aber ich griff mir alle vier Karten und schaute jetzt genauer hin. Sie waren in einem leuchtenden und changierenden Mittelblau gestaltet, auf welchem sich violette Glitzerelemente befanden. Auf der obersten Karte stand in weißen Großbuchstaben "LIEBE". Was auf den anderen Karten war, habe ich mir nicht gemerkt. Später dann kochte ich ein Essen, das aus bunt schillernden Pilzen mit weißem Stiel und einem Brei bestand, vielleicht Kartoffelbrei. Allerdings fehlte noch eine dritte wichtige Zutat oder Beilage, nämlich diese Karten, die ich zum Schluß dazutat. Na ja, es ist ja allgemein bekannt, daß die Zutat "Liebe" Gerichte besonders bekömmlich macht. Und eigentlich esse ich sehr gerne Pilze - solche Pilze wie im Traum würde ich allerdings normalerweise nicht anfassen. Nach dem Aufwachen mußte ich an den Satz: "Wem hilft die Karte der Liebe ohne die Karte der Macht" denken (aus "Tarot" von Juliane Werding). Und ich hatte Lust, das alles in meinem Sketchbook festzuhalten. Auf den Pilzen ist rosa Glitzer drauf, aber das sieht man auf dem Foto nicht. 

Karte der Liebe

Mittwoch, 25. Januar 2023

Gruselige Rekonstruktion

Gestern war bei arte Themenabend mit zwei Teilen von >>"Berlin 1933 - Tagebuch einer Großstadt", einer wirklich taggenauen Rekonstruktion dieser Zeit aus Tagebüchern, Briefen, Bildern und Videos. Unter dem Link kann man sich die Sendungen noch bis zum 23.4. anschauen. Gruselig ist diese Rekonstruktion vor allem deshalb, weil das alles eben nicht lange her und vorbei scheint, sondern weil man sich in ein paar Dingen ebenfalls an die jetzige Zeitgeschichte erinnert fühlt, die man selbst miterlebt. Als in der Sendung die Rede von Nazi-Verkäufern war, die durch irgendwelche Verkäufe Geld für die Partei sammelten, ist mir zudem eine Familienerzählung wieder eingefallen, die mir vollkommen entfallen war. Aber zum Glück schreibe ich ja stets alles auf. 

Meine Urgroßmutter, die in der Altstadt von Küstrin wohnte, >>welche später am Ende des Krieges vollständig vom Erdboden verschwand, wurde während des Krieges regelmäßig von jemandem aus der Partei besucht, der kleine Holzfiguren verkaufte. Der Erlös wurde zur Kriegsfinanzierung genutzt. Meine Urgroßmutter kaufte regelmäßig etwas ab, bis zu jenem Tag schon ziemlich kurz vor dem Kriegsende. Sie hatte inzwischen einen ihrer Söhne, Onkel Walter, im Krieg verloren und weigerte sich, etwas zu kaufen. Stattdessen erklärte sie sinngemäß, sie hoffe, der Krieg sei bald vorüber. Darauf wurde sie von dem Verkäufer wegen Wehrkraftzersetzung angeschwärzt. Sie wurde von der Polizei abgeholt und es fand sogar eine Gerichtsverhandlung statt. Sie hatte jedoch glücklicherweise einen guten Rechtsanwalt, der alles auf die psychische Schiene wegen des Verlustes ihres Sohnes schob. Nur deshalb wurde sie frei gelassen, mußte sich aber regelmäßig wie eine Verbrecherin auf Bewährung bei einem Polizeirevier melden. Vom Onkel Walter gab es als letztes Lebenszeichen nur die Zeichnung eines Schlachtfeldes bei Stalingrad. Die Zeichnung existiert nicht mehr, vermutlich ist sie während der Ausbombung verloren gegangen, wie all die anderen Fotos und Familiendokumente mütterlicherseits.

Man fragt sich immer mal wieder bei diesen Geschichten, warum erst die eigenen Kinder und Angehörige in den Krieg ziehen und sterben müssen, bevor die Kriegslust vergeht und nicht mehr mitgemacht wird. Ich finde ja die derzeitige Forderung, daß die "Khakigrünen" an die Ostfront sollen, nur recht und billig, denn sie brauchen diese Erfahrung anscheinend am dringendsten. Zu dem Thema gibt es beim rbb kultur auch ein berührendes Hörspiel nach der Erzählung von Anna Seghers "Der Ausflug der toten Mädchen", >>das man hier nachhören kann. Eigentlich mag ich Hörspiele nicht so gerne und bevorzuge Lesungen, weil ich das akustische Gewirr in Hörspielen eher nervend finde, aber bei dieser Erzählung gibt es nur eine Erzählerin, welche "sich in einer Art Schwebezustand zwischen Traum und Realität an einen fröhlichen Schulausflug aus dem Jahr 1912 und an die Geschicke der Klassenkameradinnen bis in den Zweiten Weltkrieg hinein erinnert. Sie ist dabei zugleich allwissende Beobachterin und als Schulmädchen Netty Teil der Handlung. Anhand der unterschiedlichen Biografien von späteren Opfern, Tätern und Mitläuferinnen zeichnet Seghers exemplarisch ein Spiegelbild der deutschen Bevölkerung und widmet sich, wie schon in ihrem berühmten Roman "Das siebte Kreuz", dem Geheimnis des Widerstandes - der Frage, was Menschen dazu befähigt, in einem inhumanen Alltag ihre Menschlichkeit zu bewahren."

Grenze

Sonntag, 22. Januar 2023

Erinnerungen an kalte Tage

Irgendwie kam ich heute auf die Idee, mal mein Körbcben mit den zahlreichen Handschuhen und Handstulpen durchzuschauen und auszumisten, zumindest hatte ich das vor. Denn eigentlich bin ich gar kein großer Handschuhträger, ich ziehe wirklich erst dann welche an, wenn es gar nicht mehr anders geht, weil einem sonst die Finger abfallen. Und das habe ich nun schon seit Jahren nicht mehr erlebt. Außer natürlich als wir im Winter in Polen an der Ostsee waren, da waren die Handschuhe echt nützlich. Ansonsten kommt man bei diesen Wintern ja gar nicht mehr dazu, seine Handschuhe auszuführen. Doch dafür, daß ich eh selten Handschuhe benutze, ist eine erstaunliche Sammlung im Laufe der Jahre zusammengekommen. Ich kippte also das Körbchen aus und überlegte, von welchen Teilen ich mich trennen könnte. 

Hm, im Grunde haben alle dieser Modelle irgendeine Besonderheit, weswegen ich sie nicht weggeben kann. Die blau-grünen gehören zu einem von meiner Mutter gehäkelten Schal, den ich noch immer gerne trage. Die grauen gehören zu einem grauen Glitzer-Schal. Die türkisen und roten Patchwork-Teile liebe ich. Die gebe ich auf keinen Fall weg. Die weißen hatte ich mir extra für Norwegen besorgt, weil sie für Tablets und Handys optimiert sind. Die blauen sind aus sehr warmen Mikrofleecestoff, der aber anders als Strickhandschuhe nicht aufträgt. Die Rosa-Puschel-Teile sind viel zu kuschelig und putzig. Die weißen Stulpen mit Fell trage ich immer zu Hause, wenn meine Hände kalt sind und sie helfen dagegen wunderbar. Die blau-weißen sind ganz raffiniert und so warm, daß man damit wohl bis zum Nordpol vorstoßen könnte, denn es sind abgeschnittene Fingerhandschuhe aus gefüttertem Strick, die man zu Fäustlingen umfunktionieren kann. Die schwarz-weißen sind sehr praktische kleine Stulpen-Dinger, die an Ärmeln nicht stören und über den Fingern schön lang sind. Und die silbrig-weißen sind ganz billige Thermohandschuhe, denen ich mal die Fingerkuppen abgeschnitten habe, um sie bei meinen eiskalten Fotostreifzügen durch Berlin zu tragen. Denn je stürmischer und nasser, um so mehr liebe ich es, Fotos zu machen und herumzustreunen, aber die Finger machen dabei nicht lange mit, wenn man sie immer draußen hat und auch noch gebrauchen muß. Letztlich sortierte ich einzig und allein das weiße Strickpaar aus, welches sowieso etwas kratzig ist. Und somit habe ich immer noch einen ganzen Korb voll Handschuhe und Stulpen, die ich ganz dringend brauche - wozu auch immer.  

Bei der Gelegenheit stöberte ich gleich ein wenig in den Fotos von meinen "eiskalten Fotostreifzügen" und erinnerte  mich an einige naßkalte und verschneite Wintertage und -abende, in denen ich durch Berlin stromerte. 

Handschuh-Sammlung

Kaltes Berlin1

Kaltes Berlin2

Kaltes Berlin7

Kaltes Berlin9

Kaltes Berlin10

Kaltes Berlin6

Kaltes Berlin4

Kaltes Berlin3

Kaltes Berlin8

Kaltes Berlin5

Samstag, 14. Januar 2023

Verlorener Tag

Was ich am Online-Shopping am nervigsten finde, ist die Warterei auf die Pakete. Wenn gleich vormittags alles klappt, läuft es gut. Deshalb war ich heute früh erst einmal froh gestimmt und freute mich, weil die beiden kleinen Päckchen gleichzeitig "In Zustellung" angezeigt wurden. Ein Abwasch, super! Ich hatte mir nämlich 2x 100 ml Feuerzangen-Rum bestellt, weil ich keine Lust habe, mir für 23 EUR eine Flasche Stroh-Rum zu kaufen, nur um einen winzigen Zuckerwürfel für meinen Tassen-Punsch anzünden. Und in den Supermärkten findet man für solche Zwecke irgendwie nichts. Bei Medimops wiederum ergatterte ich gebraucht einen Wunschartikel, der mir normal immer zu teuer war. Wenn ich warte, komme ich zu nichts von dem, was ich normalerweise machen würde, sondern es gehen nur ein paar stinknormale Tagesaktivitäten, denen jeder am Tage nachgeht. So ein bißchen Körper- und Küchenhygiene, vielleicht noch ein bißchen lesen. Ich mag nicht gerne Dinge tun, in die ich mich richtig hinein versenke, weil ich dann Unterbrechungen als extrem unangenehm empfinde. Der Rest von meinen geliebten schwitzigen, "schmutzigen" und/oder konzentrierten Tätigkeiten wird also aufgeschoben. Letzen Endes lande ich bei Youtube und schaue mir Videos an. Wenn man tagsüber bei Youtube landet, ist das fast so schlimm, wie wenn man tagsüber den Fernseher einschaltet und auf dem Sofa versumpft. Nur daß die Inhalte auf Youtube deutlich interessanter sind als im Fernsehen. 

Na ja, ich wartete also und es wurde 15 Uhr bis meine Postbotin klingelte. Bereits mehr als genug Zeit, um Videos zu konsumieren. Die Postbotin kam dann zwar mit zwei Päckchen, reichte mir allerdings nur eines davon. Als ich deshalb auf das zweite Päckchen schielte, fiel ihr ein, daß sie mir dieses, das für eine Nachbarin war, auch noch überhelfen könnte, was sie wohl erst nicht vorhatte. Mein zweites Päckchen ist zur Zeit immer noch "In Zustellung" und meine Nachbarin hat sich ebenfalls noch nicht blicken lassen. Ich bin ja gespannt, wieviele Tage ich jetzt wieder in der Warteschleife hängen darf. Jedenfalls habe ich quasi heute fast den gesamten Tag vor Youtube verbracht. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das gelohnt hat. Erst stöberte ich in Choreografien und Tanz-Workouts herum, und lud auch etwas herunter, was ich eigentlich unterlassen wollte, denn solche Videos habe ich schon zu genüge gesammelt. Dann sah ich mir ein Video über Junk-Journals an und dabei fiel mir ein, daß ich ja das alte Junk-Journal aus meiner Jugend gerne ein bißchen mit Nagellack, Stickern und Markern aufmotzen wollte. Ich habe damals einfach nur Gedichte, Zitate und Bilder gesammelt und diese in ein Heft geklebt. Dann schaute ich mir 54 Minuten lang ein Motivationsvideo an, dessen einziger relevanter Inhalt neben Werbung in der Neuigkeit bestand, daß Lerninhalte besser behalten werden, wenn sie mit Emotionen verknüpft sind. Toll, das wußte ich vorher auch schon. Dieser Mensch hat ein Buch geschrieben, einen Bestseller sogar, den der Verlag von über 300 Seiten auf etwas über 200 Seiten herunterkürzte. Nun ja, ich weiß nach diesem Video, daß ich das Buch auch bei "nur" 200 Seiten nicht anfassen werde, wenn die Inhalte darin genauso großzügig vertreten sind. 

Zwischendurch sah ich zudem das Video von einem Channelmedium, welches mitteilte, daß heute Menschen nicht mehr so wie früher entführt werden (also von Ufos), sondern eher eingeladen werden, oder so - den zweiten Teil bekam ich aber schon gar nicht mehr so genau mit, weil ich nach dem ersten Teil laut lachend für mich selbst vervollständigte: Heute werden die Menschen nicht mehr so wie früher entführt - heute gehen sie freiwillig mit! Darüber habe ich mich dann den halben Tag beeumelt, weil ich das so lustig fand. Wenn plötzlich ein Ufo vor meiner Tür stände, oder vorm Fenster, oder was weiß ich, wie die sich bemerkbar machen, würde ich wohl mit flehend erhobenen Armen sagen: "Hey, nehmt mich mit! Es kann nur besser werden. Bitte laßt mich nicht hier zurück!!!"


Montag, 9. Januar 2023

Interessanter Talk in der Blauen Stunde

Am spannendsten in nachfolgendem Talk fand ich vor allem die Voraussage des einen Moderators, der Ukraine-Krieg sei spätestens im Juni vorbei und Selenskij mit seiner Regierung werde sich gegen den Westen wenden. Ich war richtig baff, als ich das hörte, denn ich habe schon dasselbe gedacht. Als ich mir zum Jahresende die astrologischen Daten anschaute kam mir genau dieser Gedanke, daß die ukrainische Elite irgendwann die Schnauze voll haben könnte davon, ihr Land und ihr Volk als Kanonenfutter für die USA zu verheizen, ganz besonders, wenn das Geld nicht mehr so großzügig fließt, und sie sich dann gegen den Westen wenden. Ob das nun in diesem Jahr ist, wer kann das schon so genau sagen, zur Zeit scheint das unvorstellbar. Dennoch wird es für Biden in diesem Jahr auf jeden Fall noch ziemlich haarig werden. Doch weil ich dachte, daß nur ich diese verkorksten Ideen bekomme, und ich mich mit so einer hobbyastrologischen Vorhersage nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte, behielt ich das für mich. Um so witziger, daß es anscheinend noch andere Dumme gibt, die solche seltsamen Gedanken haben: >>https://www.ardaudiothek.de/episode/die-blaue-stunde/neues-jahr-neuer-redakteur/radioeins/12251225/

Weil ich gerade dabei bin, möchte ich weitere interessante Links mit euch teilen. Zum einen diesen >>zum Krankheitspotential von Gentechnik. (>>Über die gefährlichen Folgen des genmanipulierten Medikaments kann man auch im >>Arznei-Telegramm nachlesen.) Daß genmanipulierte Lebenmittel stärker allergieauslösend sind als andere Lebensmittel, dürfte ja inzwischen zum Allgemeinwissen gehören. Um so seltsamer fand ich es, daß man bei der Genimpfung, obwohl es bereits zu Beginn diesbezüglich ernste Warnzeichen gab, nur lapidar Beobachtung verordnete. Ich als Allergiker empfinde das als eine bodenlose Frechheit, denn es bedeutet nichts anderes, als daß man mich wissentlich dem Risiko einer lebensbedrohlichen Situation aussetzt und meint, ich müßte zufrieden sein, wenn man mir dann das Leben rettet. Bin ich aber nicht, im Gegenteil, denn dabei wird komplett unter den Tisch gekehrt, was es bedeutet, wenn man mit Medikamenten wie Cortison, Antihistaminen und mehr vollgepumpt wird, und welche Schäden und Nebenwirkungen diese auch nur bei einem kurzen Einsatz hinterlassen. Mal ganz abgesehen von den Trauma-Folgen. Ich bin erst dann zufrieden, wenn ich als Allergiker, der ja von Natur aus sowieso mehr Gefahren ausgesetzt ist, nicht noch genötigt werde, mir Dinge einzuverleiben, die mich krank machen oder gar in lebensbedrohliche Situationen bringen, wenn es nicht tatsächlich irgendeinen riesengroßen, noch besseren Nutzen für mich hätte. Daß dies bei dieser Impfung nicht der Fall ist, war mir von Anfang an klar, weil es dazu einfach zu viele andere, fast nebenwirkungsfreie, antivirale Behandlungsmöglichkeiten gibt, insbesondere für respiratorische Viren, über die ich ja hier im Blog immer wieder schrieb, auch wenn es niemand hören wollte.

Was Nötigung betrifft, geht mein Dank zudem ausdrücklich an die Grünen und Cem Özdemir, der im letzten Jahr 150 Pestizide zugelassen hat, einige davon sogar ungeprüft. Als jemand, der auf Pestizide reagiert, habe ich vor vielen, vielen Jahren, rein aus Verzweiflung, ebenfalls mal Grün gewählt, weil ich dachte, die Umweltvergiftung hätte dann vielleicht ein Ende. Na ja, zum Glück ist mir schon vor ca. zwanzig Jahren die Industrie- und Konzernliebe der Grünen aufgefallen, weshalb ich damals mein Wahlverhalten änderte. Aber auch, wenn ich sie seit langem nicht mehr wähle, sage ich trotzdem gerne noch einmal: Danke für nichts! Ihr könnt hier einen Appell an Cem Özdemir mitzeichnen:

>>https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/ungepruefte-pestizide-augen-auf-cem-oezdemir/

Daß Özdemir jetzt die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse fordert, finde ich dagegen gut. Falls dann doch mal etwas Gutes durchgesetzt werden sollte, hoffe ich, das gilt auch für Bio-Ware, also die wirklich gesunde Alternative. 

Und zum Abschluß noch ein spannender Artikel darüber, >>wie kosmische Strahlung unser Wetter macht.

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Sonntag, 8. Januar 2023

Mein neuer begehbarer Kühlschrank

Vergeßt begehbare Kleiderschränke - ich habe etwas viel besseres, einen begehbaren Kühlschrank! Nachdem mein kleiner Camping-Kühlschrank immer mehr nachgelassen hat und zum Schluß bei 17 Grad lag, dachte ich mir, da ist ja mein Balkon direkt effektiver. Also packte ich den Kühlschrankinhalt in eine Schüssel und auf den Balkon. Funktioniert wunderbar und man bekommt immer, wenn man etwas aus dem Kühlschrank holt, gleich eine Nase voll frischer Luft. Wozu hat man sonst einen stürmischen und kalten Balkon? Den kleinen Kühler habe ich ausgeschaltet. Manchmal erholen sich die thermoelektrischen Elemente, aber bevor es draußen 12 Grad sind, lohnt es sich kaum, ihn wieder einzuschalten. Ich hoffe nur, daß die Meisen nicht meine Butter anpicken. 

Nebenbei beschäftigen mich seit Beginn des Jahres noch einige andere schwerwiegende Probleme:

1. Was zum Teufel ist der Unterschied zwischen "Seduction" und "Temptation"? Zwar gibt es für dieses Problem auch Internetseiten, aber wenn man dort bis zum Schluß runterliest, bringen sie für beide Wörter genau dieselben Beispiele. Deshalb bin ich diesbezüglich immer noch nicht schlauer. 

2. Wieso ist es eigentlich in Büchern erlaubt, daß diese sowohl ein Vorwort als auch eine Einleitung haben? Ich finde, der "Urschleim" sollte ausdrücklich nur noch in Büchern der Kategorie "A" abgedruckt werden dürfen, also für komplette Anfänger. In anderen Büchern müßte "Urschleim" untersagt werden. Was könnte man damit für Papier und Energie sparen!

3. Was ist nun energiesparender - eine große Gasflamme, mit der man in kürzester Zeit kocht, oder eine kleine Gasflamme, mit der man aber länger braucht? Für Studien darüber würde ich mich interessieren, die gibt es aber anscheinend nicht. 

4. Wieso werden für eine Floskel, zu der das Wort Freiheit von "Experten" gekürt wurde, welches zu den sogenannten westlichen Werten gehört, überhaupt noch Kriege geführt? Oder ist die Tagesschau inzwischen eine Satiresendung, die sich deshalb selbst mit Nominierungen für die größtmöglichste Inhaltsleere schmückt? Für so viel kognitive Dissonanz ist mein Gehirn nicht geschaffen. Mir springen dann die neuroelektrischen Sicherungen raus. Gehört Freiheit schon zur putzigen Folklore? Was hätte Willy Brandt wohl dazu gesagt? Vielleicht: „Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit.“ Ein andere Zitat von ihm: „Den Interessen unseres Volkes wird nicht gerecht, wer schon Amen sagt, wenn in Washington noch gebetet wird.“ Na ja, wer sich hat erpressbar machen lassen, kann sich halt Rückgrat und eigene Entscheidungen nicht leisten, sondern muß für immer eine ferngesteuerte Amöbe bleiben. 

5. ein richtig netter Muskelkater. 

Begehbarer Kühlschrank

Dienstag, 3. Januar 2023

Fotonachtrag von 2022

Irgendwie hatte ich die Fotos von meinem Shopping-Ausflug zum "Künstlerparadies" unter den Tisch fallen lassen. Aber das neue Jahr sollte man nicht mit solchen "Leichen im Keller" beginnen. Deshalb erfolgt jetzt die Offenlegung meiner fotografischen Eindrücke. 

Bei dieser Tour mußte ich mal wieder an dem Kino "umme Ecke" vorüber, welches bereits seit der Wende geschlossen ist und vor sich hinrottet. Viele Jahre war darauf ein großer Graffiti-Schriftzug zu sehen, welcher bemängelte: "Die Liebe ist tot!" Seltsamerweise ist dieser Schriftzug seit neuestem übermalt. Warum eigentlich, wenn doch das Kino sowieso verfällt? Und ausgerechnet so ein Schriftzug stört dann daran? Ich fand ihn eigentlich recht passend. 

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Sonntag, 1. Januar 2023

Willkommen Damen und Herren,

ich grüße fern und nah,

willkommen heut, willkommen hier

im nagelneuen Jahaahrrr! 

Na ja, etwas abgeändert und die Show-Melodie muß man sich dazudenken, paßt aber.

Nachdem es gestern lauschige 15 Grad draußen waren, dachte ich erst, man würde zu Silvester ballern, daß mir die Ohren abfallen. Aber, nö. Es war fast gar nichts los. In unserer Straße tatsächlich absolut nichts, außer ein paar Krankenwagen, die vorbeifuhren. Der Rest spielte sich weiter weg am Horizont ab. Und nach einer Stunde war weitgehend Ruhe. Sonst wurde bis früh um sechs noch geböllert. Die Leute scheinen tatsächlich sparsamer zu werden. Eine Twitterin schrieb, daß ein einziger Berliner jetzt 2,40 EUR kostet, und daß sie da lieber trockenes Toastbrot ins Marmeladenglas tunkt. Zum Glück esse ich sowas sowieso nicht mehr. 

Berliner heißen in Berlin übrigens Pfannkuchen - aus guten Gründen. Kein Berliner läßt sich gerne aufessen, obwohl oder weil wir nicht so zäh sind wie Zigeunerschnitzel. Ich habe vor Jahren mal ein zugegebenermaßen nicht sehr gelungenes Gedicht geschrieben: 

Der Berliner weeß jenau

mit Humor ist nix mehr grau

Stehste rum und kriegst 'nen Spruch,

biste immer gleich gut druff,

bistes nich, so kriegste Keile

mit 'ner spitzen Nagelfeile

und wirst uff 'nen Ast jeklatscht

der kurzerhand herbeigelacht,

wo du Beene baumeln sollst,

so machen's sie doch selber ooch

Wird's dann süß mit sehr viel Platz,

doch versteckt, so wie 'nen Schatz,

haste dich hindurchgescherzt

ins weiche Marmeladenherz

Bei mir gab es Holunderpunsch und dazu sechs Folgen von "Hotel Victoria". >>"Hotel Victoria", das war die Zeit, als es in Deutschland noch kein Oregano zu kaufen gab, und den Deutschen erst einmal Spaghetti, Pizza und Kebap nahe gebracht werden mußten. Deshalb die gesungenen Rezepte, nebst gesungenen Vokabeln in Italienisch, Griechisch, Französisch usw. Damals hat man den Unterhaltungs- und Weiterbildungsauftrag noch ernst genommen und sich richtig ins Zeug gelegt. Und sogar ich habe noch etwas dazugelernt, nämlich daß Emmentaler und Schweizer Käse dieselbe Käsesorte ist, nur mit zwei verschiedenen Bezeichnungen.  

Ich bin jetzt hochgradig rekontaminiert mit einigen Ohrwürmern: "Die Julischka, die Julischka aus Buda-Budapest, die hat ein Herz voll Paprika, das keine Ruhe läßt!", "Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine, und daß ich so verliebt bin, das liegt Madeleine", "Das machen nur die Beine von Dolores, daß die Senores nicht schlafen geh'n"

Man sagt ja immer, die Träume in der Neujahrsnacht sind besonders wichtig. Als ich heute aufgewacht bin, dachte ich nur: "Oh Gott, oh Gott!" Das ist ein Traum gewesen - der ist nicht für die politische Öffentlichkeit bestimmt. Ich war in Ungarn und habe mit Orbán persönlich gesprochen. Dieser trug eine Brille mit leuchtend blauem und dickem Rahmen, etwas extravagant, an Elton John erinnernd. Und er erzählte mir, daß die AfD sich in Ungarn trifft und dort geheimen Aktivitäten nachgeht. Der deutsche Geheimdienst wisse das und tue deshalb so, als würde er sie auf Schritt und Tritt beschatten und verfolgen. Und es war wichtig, daß es eben nicht hieß, der Geheimdienst beschatte und verfolge sie auf Schritt und Tritt, sondern er TUE SO ALS OB. Ich kann mich aber auch erinnern, daß ich mich trotz dieser seltsamen Offenbarungen in Ungarn sehr wohl fühlte. Es gab dort herrlichsten Sonnenschein. Na ja, ich glaube, das war einfach die Julischka, die mir gestern abend etwas zu viel den Kopf verdreht hat. Dann bekommt man solche Träume. 

Statt Bleigießen gab es außerdem eine Yoga-Karte für das neue Jahr: Dharana

"It is time to focus your mind on one goal to undergo the transformation that comes from concentration. The birthing process of an idea takes deep commitment to usher it to life. Through single-focused commitment, you will be able to deepen your understanding of your goal and from its core, bring it to fruition. This is your time to say no to everything that is not related to your Dharma. Practice dharana and focus on what it is you came to this Earth to do."

Das Video hier von der Julischka aus Budapest sollte man bis zum Ende durchschauen, denn erst am Schluß wird es richtig interessant: