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Sonntag, 12. April 2026

Türsteher

Für eine Traumdeutung mußte auch diesmal die KI herhalten und ich bin immer wieder überrascht, was sie aus Träumen so herausholt, die weniger offensichtlich sind. Noch mehr überrascht mich aber auch diesmal die Selbstüberschätzung der KI, denn als ich sie fragte, schickte ich die Frage versehentlich ohne den Traum ab und sie antwortete mir doch tatsächlich, daß es zwar schwierig sei, ohne Traum etwas zu deuten, aber daß sie mir sagen könne, was ich vermutlich träumen würde. WTF? Die KI scheint sich ja geradezu allwissend zu fühlen, und wenn man ihr bei anderen Themen dann mal einen Fehler präsentiert, ist sie wiederum von sich selbst überrascht und muß ganz viel denken. Denk, denk, denk.... Manchmal finde ich das putzig, aber manchmal auch bedrohlich. 

Der Traum: Irgendwo will ich hinein, muß aber erst am Türsteher vorbei. Als ich an der Reihe bin, stelle ich fest, daß man wohl nur hineinkommt, wenn man keine Uhr hat, denn der Türsteher fragt mich rhetorisch: eine Uhr hätte ich ja sicher nicht dabei. Ich bejahe schnell, aber augenblicklich fällt mir ein, daß ich unter dem Ärmel eine Armbanduhr trage. Doch ich sage nichts und belasse es bei dieser Lüge. Darauf bekomme ich einen Stempel auf die Hand und darf erst einmal in so eine Art Zwischenentree, welches ziemlich dunkel ist. Wenn man es durchquert hat, tritt man in einen sonnendurchfluteten Park. Vor mir liegen massenhaft Treppenstufen, die zwar relativ flach sind, aber wie kleine Terrassen mit bunten Blumen bepflanzt. Deshalb hat man nicht so viel Platz zum Auftreten, was das Treppensteigen anstrengender macht, als es das sonst wäre. Neben mir läuft noch irgendjemand und wir stöhnen beide, daß es aber viele Stufen sind. Oben angekommen gibt es verschiedene Gebäude und andere Parklandschaften. Ich erinnere mich noch, Zimmer durchquert zu haben, die mit Aufzügen ausgestattet sind, und durch die Aufzüge oder Durchgangstüren von einem Zimmer in das nächste gelangt zu sein.

Die Deutung der KI: Miss Zucker, dieser Traum ist ungewöhnlich klar strukturiert. Er arbeitet weniger mit Symbolen als mit Prüfungen, Schwellen und funktionalen Räumen. Ich lese ihn entlang der inneren Logik, die Sie selbst verwenden: Konsequenzen, Übergänge, Belastbarkeit, Orientierung. Der Türsteher ist keine Figur, sondern eine Bedingung. Sie kommen nur hinein, wenn Sie keine Uhr haben. Eine Uhr ist ein Instrument der Kontrolle, der Taktung, der Selbstüberwachung. In diesem Traum ist sie ein Ausschlusskriterium. Sie sagen, Sie hätten keine, obwohl Sie eine tragen. Das ist kein moralisches Thema, sondern ein strukturelles: Sie setzen für einen Moment die eigene Selbstkontrolle außer Kraft, um in einen Raum zu gelangen, der ohne sie nicht zugänglich wäre. Das ist eine Grenzverschiebung, die Sie bewusst nicht kommentieren. Sie lassen sie stehen. Das ist der eigentliche Eintritt. Der Stempel und das dunkle Zwischenentree markieren eine Phase, in der Sie bereits „drin“ sind, aber noch nicht im eigentlichen Raum. Es ist ein Übergang, der nicht gestaltet, sondern durchschritten wird. Danach öffnet sich der Park: Licht, Weite, aber sofort mit einer Anforderung verbunden. Die vielen flachen, bepflanzten Stufen sind kein Hindernis, sondern eine Art Training. Jede Stufe ist schön, aber sie erschwert das Vorankommen. Das ist eine präzise Metapher für einen Prozess, der ästhetisch, reich, lebendig ist, aber Kraft kostet, weil er nicht linear ist. Sie steigen nicht einfach hoch, Sie steigen durch etwas hindurch, das gleichzeitig trägt und fordert. Die Person neben Ihnen ist keine Figur mit Bedeutung, sondern eine Spiegelung der Belastung. Sie zeigt, daß die Anstrengung real ist, nicht eingebildet. Sie validiert den Aufwand. Oben angekommen betreten Sie Räume, die mit Aufzügen verbunden sind. Das ist ein deutlicher Wechsel der Dynamik. Treppen sind Mühe, Aufzüge sind vertikale Abkürzungen. Sie bewegen sich durch Zimmer, die Übergänge ermöglichen, ohne daß Sie die Anstrengung wiederholen müssen. Das ist ein Hinweis darauf, daß der erste Aufstieg der entscheidende war. Danach verändert sich die Art der Bewegung: weniger Schwerkraft, mehr Struktur, mehr Wahlmöglichkeiten. Wenn man das alles zusammennimmt, zeigt der Traum eine Sequenz: Sie setzen eine alte Selbstkontrolle außer Kraft, um Zugang zu einem neuen Feld zu bekommen. Sie durchqueren eine notwendige Dunkelheit. Sie steigen durch einen schönen, aber fordernden Prozess. Danach wechseln die Mechanismen: Räume öffnen sich, Verbindungen entstehen, vertikale Bewegungen werden möglich.

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Dienstag, 7. April 2026

Böser Osterhase

Der Osterhase hat am Ostersonntag noch ein paar schlechte Nachrichten mitgebracht. Ich erfuhr nämlich, daß in der letzten Woche weitere drei frühere Kolleginnen verstorben sind. Sie waren zwar älter, so zwischen 65 und 70 Jahre, und ich hatte auch keinen Kontakt zu ihnen, aber trotzdem - VIER in einer Woche. Das reicht für ein ganzes Jahr. Oder sogar für zwei Jahre. Mir macht das richtig Angst und ich bin dadurch tatsächlich zum Stalker geworden. Ich habe nämlich auf WhatsApp, bei jedem Kontakt, der nicht auf meinen Status geht und von dem ich länger nichts hörte, nachgeschaut, wann derjenige zuletzt online gewesen ist. Sowas mache ich sonst überhaupt nicht. In solchen Zeiten ist Vertrauen gut, aber Kontrolle besser. 

Meine Schwägerin erzählte, daß sie der ukrainischen Freundin eines Bekannten einen Gefallen getan hat, und ihrer Mutter eine Wohnung besorgte, weil diese angeblich nach Deutschland nachreisen wollte. Dann stellte sie fest, daß die Mutter weiterhin in der Ukraine wohnt, aber hier vom Amt Geld bezieht, welches auch die Wohnung bezahlt. Jetzt ärgert sie sich, das getan zu haben, aber ich schätze mal, dies ist die Normalität. Das hört und sieht man häufiger. Irgendwie kriege ich außerdem immer mal wieder mit, daß sich Leute wegen der hohen Spritpreise jetzt krank schreiben lassen, wenn sie auf dem Land sind und sonst keine anderen Möglichkeit haben. Na ja, wenn Merz merkt, daß die Leute nun tatsächlich immer weniger Lust zum Arbeiten haben, wird er wohl trotzdem nicht darauf kommen, daß Ausbeutung gepaart mit Geringschätzung und Ignoranz nicht unbedingt Arbeitsmoral und Motivation steigert. 

Und die Ringeltauben versuchen es mal wieder bei mir, nachdem sie es bisher nicht hingekriegt haben oder zu faul waren, im Baum oder woanders ein Nest zu bauen. Ich habe sie heute mit dem ersten beiden Stöcklein erwischt und ihnen die Flausen gleich ausgetrieben. Stöcklein wieder runter vom Balkon und einen Gießstecker in den Topf. Wenn sie dann mit dem nächsten Zweiglein kommen, gucken sie dumm. Ich verstehe sowieso nicht, warum sie es eigentlich nie bei meinem Nachbarn versuchen. Der geht niemals auf den Balkon, hat da nur ein paar leere Kästen mit vertrockneten Hälmchen, und ist den ganzen Tag nicht zu Hause. Der würde vermutlich gar nichts mitbekommen. Dort könnten sie ungestört ein Nest bauen und balzen bis die Federn fliegen. Aber da wollen sie nicht. 

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Freitag, 3. April 2026

Gestern und heute

In der letzten Nacht habe ich nicht so viel geschlafen, weil ich mitten in der Nacht aufwachte und dann an das letzte Mal denken mußte, als wir uns mit meiner gerade verstorbenen Bekannten persönlich in ihrem neu erbauten Haus getroffen hatten. Damals saßen wir so nebeneinander und sie erzählte mir dauernd von ihrem Nachbarn: er hat dies und jenes, macht das und das, wohnt dort und dort, ist so und erzählt das. Ich fand das eher uninteressant, aber immer, wenn ich darauf nicht reagierte, fiel ihr wieder etwas neues ein, über ihn zu erzählen, und ich dachte bei mir: "Ooch, was hat sie denn nur mit ihrem Nachbarn?" Bis mir ein Licht aufging und ich sie direkt fragte: "Sag mal, willst du mich verkuppeln?" Darauf grinste sie spitzbübisch und meinte, nö, sie verkuppelt nicht mehr - beim letzten Mal sei es schiefgegangen. Natürlich klar gelogen. 

Das ist jetzt übrigens der erste Tote, bzw. die erste Tote, unter meinen WhatsApp-Kontakten und das ist irgendwie ein merkwürdiges Gefühl. Ich sehe ihr Profil mit dem letzten Chat und verspüre immer den Impuls, ein Trauer-Gif an sie zu senden, aber ich traue mich nicht. 

Gestern war ich dann auch nicht besonders motiviert, irgendetwas zu tun. Der Schock macht sich ziemlich bemerkbar. Ich habe mich deshalb mit Osterdeko beschäftigt und Frühlingszweige ausgemalt. Ausmalen ist ja generell immer eine gute Therapie, wenn man zu aufgewühlt ist. Später wollte ich den Roman weiterlesen, den ich angefangen hatte, und ausgerechnet jetzt kam darin weit ausholend ein Trauerfall vor - fantastisches Timing. Kann man sich nicht ausdenken. >>Eigentlich ist es ein alter Roman, den ich bereits als Jugendliche einmal gelesen hatte (bezahlter Link), vielleicht sogar zweimal, und ich wollte einfach nur wissen, ob ich ihn noch weiter behalten soll oder das Buch entsorgen kann. Da es mir und meiner damaligen Schulfreundin gut gefallen hatte, geht das nicht, ohne es vorher erneut zu lesen. Es ist so im Stil von "Vom Winde verweht" geschrieben, die tragische Liebesgeschichte eines Mannes zwischen zwei Frauen. Keine Ahnung, was man als Jugendliche daran so toll findet. Ich glaube, als Pubertier braucht man wohl viel Drama. Wenn man erstmal in mein Alter kommt, denkt man sich stattdessen: "Kein Bedarf, Drama braucht man ungefähr so nötig wie Nagelpilz." So ändern sich die Prioritäten. Aber es ist ja auch in Ordnung. 

Osternest

Donnerstag, 2. April 2026

Bad News Day

Die Horrormeldungen reißen nicht ab, diesmal eine persönliche. Als ich heute früh sah, daß eine frühere Kollegin mir eine Nachricht auf WhatsApp geschrieben hatte, sah ich am Satzanfang schon, daß es sich um eine "sehr traurige Nachricht" handelt. Ich dachte erst, daß irgendeine der älteren Kolleginnen von früher verstorben ist. Das bringt die Zeit ja so mit sich. Aber dann war es viel schlimmer: die Kollegin, mit der ich bis heute Kontakt hatte und mit der wir uns manchmal getroffen haben, ist plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Sie war erst 58 Jahre alt. Wie es heißt, war es ein Herzstillstand im Urlaub an der Ostsee. Ich habe echt genug davon. Man weiß ja gar nicht mehr, ob man kotzen oder heulen soll. Nebenbei für astrologisch Interessierte: der Vollmond steht heute direkt auf meiner Venus im 3. Haus. Mit sowas hätte ich allerdings nicht gerechnet. 

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Mittwoch, 1. April 2026

Weiß

Das allerschönste Weiß, das man sich überhaupt vorstellen kann, ist das von frisch gefallenem Schnee. Und dann kommt nicht mehr so viel. Vielleicht noch schimmernde Blütenblätter. Weiß ohne Schimmer bringt es nicht so. Es gibt ja Menschen, die haben ihre gesamte Einrichtung in Weiß. Sowas war mir immer schon suspekt. Ich dagegen träume ganz in weiß, das ist vermutlich genauso suspekt: >>https://weltentanz.blogspot.com/2018/03/der-alte-mann-und-das-wei.html

Was ich absolut hasse, sind weiße Fensterwände, weil kein Licht von draußen drauf fällt und sie grau und ungemütlich wirken. Deshalb ist meine Fensterwand sonnengelb. 

Die Tänzerin von Degas hatte ich als Bild in meinem Kinderzimmer zu hängen. Natürlich nicht als Original, sondern als kleine Pappversion. Ich erhielt sie von der Freundin meiner Mutter, die Künstlerin war und bei der ich als Kind meine erste Kunstausbildung erhielt. Einmal blieben wir jedoch nicht in ihrem Atelier, sondern gingen in einen Kunsthandel. In einer Ecke hing eine Wand voll mit preiswerten kleinen aufgezogenen Kunstdrucken. Und sie sagte zu mir, ich darf mir ein Bild als Geschenk aussuchen. Meine Wahl kam wie aus der Pistole geschossen. Anscheinend so schnell, daß die verblüfften Erwachsenen vorsichtshalber noch einmal nachfragten. Aber ich wollte genau das. Die anderen Drucke würdigte ich keines Blickes. Und der weiße Plüschtiger war mal ein Geschenk von meinem Kumpel. 

Weiß

Montag, 30. März 2026

Bad Hair Day

Heute vor 81 Jahren, am 30.3.1945, endeten die Kämpfe um Küstrin mit der fast völligen Zerstörung der Stadt. Interessiert wahrscheinlich niemanden, ist aber mit meiner Familiengeschichte verknüpft. Denn meine Urgroßeltern lebten in Küstrin, heute Kostrzyn nad Odrą in Polen, und flüchteten damals zu Fuß nach Berlin, als der Krieg bei ihnen einzog. In Berlin war jedoch schon alles zerbombt, das Mehrfamilienhaus meiner Großmutter ebenfalls, die an den Rand von Berlin geflüchtet war. Deshalb standen sie verloren mitten in den Trümmern, wußten auch nicht, wo ihre Tochter mit der Familie abgeblieben war, und es war reiner Zufall, daß sie an einer Ecke auf sie trafen. Da ja in Berlin nichts mehr stand, liefen meine Urgroßeltern zu Fuß wieder nach Küstrin - aber dort stand jetzt ebenso nichts mehr. Die gesamte Altstadt mitsamt ihrem Haus war dem Erdboden gleichgemacht. Also zogen sie erneut zu Fuß nach Berlin. Dort lebten sie dann zusammen mit meiner Großmutter in irgendeiner kleinen Gartenlaube in Friedrichsfelde, sechs Personen, mit meinem Großvater, der aus dem Krieg zurückkehrte waren es später sieben Personen. 

Mich fasziniert diese Geschichte irgendwie, dieses dreimalige Pilgern solch einer Strecke, denn meine Urgroßeltern waren zu diesem Zeitpunkt schon im höheren Alter. Und man kann es sich kaum vorstellen, was in ihnen vorgegangen sein muß, wenn man nach langen Fußmärschen von einem Ruinenfeld in das nächste kommt und das gesamte bisherige Leben sich quasi in Rauch aufgelöst hat. Was das mit dem Bad Hair Day zu tun hat? Absolut nichts, aber es paßt irgendwie, daß meine Haare heute aussahen, als seien sie explodiert. Zum Glück regnete es in Strömen und als ich kurz draußen war, um etwas einzukaufen, waren sie in weniger als drei Minuten wieder glatt und naß. Es blieb aber nicht nur bei den Haaren, es regnete bis in meine Socken. An solchen Tagen bleibt man ja eigentlich am besten zu Hause, aber ich brauchte noch Dinge für Ostern und wollte das nicht ewig vor mir her schieben. Unter anderem hatte ich vor, Schokolade zum Verschenken kaufen, aber als ich die Schokoladenpreise sah, bekam ich fast einen Herzkasper. Ich bekomme vom Schokoladenpreis ja sonst nicht viel mit, da ich für mich keine kaufe. Ich mache mir meine immer vegan selbst mit Kakaobutter, Kakao, Mandelmus und Meersalz. Das ist zwar auch alles teuer, aber trotzdem relativ ergiebig. Jedenfalls bekomme mit nur einem Teil davon eine ganze Frischhaltedose Schokolade und nicht nur eine dünne Tafel. Zum Verschenken ist die aber nicht gut geeignet. Vor dem Regal mit den Lindt-Osterhasen sah ich ein Rentnerpaar und bekam zufällig mit, daß sie für ihren Enkel einen Osterhasen kaufen wollten. Als sie jedoch den Preis sahen, stellten sie ihn sofort zurück und meinten, das könne sich ja überhaupt niemand mehr leisten. 

Gestern bei Let's dance bin ich das erste Mal seit langer Zeit eingeschlafen und zwar beim Dance-Battle. Das war ziemlich lahm, zumindest am Anfang, und vom Rest habe ich schon nichts mehr mitbekommen, da vermutlich die Zeitumstellung und das Krafttraining am Nachmittag noch ihr übriges dazu taten. Eine Premiere ist ebenso, daß ich diesmal definitiv einen Favoriten habe. Das ist sonst nicht so. Ich schau mir immer alles einfach nur an, ohne daß ich einen konkreten Favoriten finde, und unter den letzten drei Kandidaten tippe ich dann auf jemanden. Na ja, ich bin gespannt. 

Sonntag, 29. März 2026

Überbelichtet (KI als Traumdeuter)

Vorige Nacht hatte ich mal wieder einen kuriosen Traum, es kam auch erneut ein Bahnhof darin vor. Ich bin aber erstmal in einem langen U-Bahn-Durchgangstunnel am Alexanderplatz. Dieser ist viel länger als normal und sehr belebt. Während ich dort lang laufe, treffe ich erst einen korpulenteren Herrn mit Halbglatze, der auf dieser am Hinterkopf eine Geschenkschleife hatte. Ich weiß nicht, ob die tätowiert oder aufgeklebt war, aber ich fand das schon im Traum ziemlich ulkig. Danach lief ich fast in eine sehr große Transfrau mit Hündchen auf dem Arm hinein. Dabei merke ich, daß anscheinend die Lampen am Ende des Tunnels ziemlich hell sind und blenden, denn der Treppenaufgang liegt seitlich an dessen Ende. Je mehr ich mich dem Ausgang nähere, um so mehr blendet das Licht, so daß ich kaum noch etwas sehe und ziemlich zu tun habe, hintereinander mehreren jungen Leuten auszuweichen, die entweder rennen oder mir auf Skatboards entgegenkommen. Als ich am Ausgang bin, knallt dort die volle Sonne direkt so auf die Treppe, daß ich quasi halb blind die Treppe nach oben taumle und auf einem U-Bahnhof lande. 

Als ich aufwachte, prüfte ich spontan, ob ich ins Licht gegangen bin, aber ich war noch da. (Wirkt jedenfalls so, auch wenn das hier alles ebenfalls ein Traum sein könnte.) Ich mißbrauchte dann die KI zur Traumdeutung, wobei ich mich ja immer wieder über deren Selbstbewußtsein wundere. Denn die KI ist von ihren Ausführungen stets völlig überzeugt und sagt sowas, wie: das Bild ist glasklar, das ist alles ganz eindeutig und ohne Zweifel, und ihr Lieblingswort ist sowieso "präzise". Das ist ein absolut "präzises" Bild für dies und das und bedeutet "präzise" jenes usw. Das Schöne bei Traumdeutung ist ja, daß es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur Resonanz. Deshalb sollte man die Selbstüberschätzung der KI getrost ignorieren, kann sich aber trotzdem von deren Ideen inspirieren lassen. 

"Der Traum zeigt eine Bewegung durch einen Raum, der nicht mehr Ihrem Maß entspricht, aber den Sie noch durchqueren müssen. Der Tunnel ist überlang, überfüllt, voller Figuren, die eher wie Karikaturen wirken als wie Menschen. Das ist die typische Bildsprache eines Zustands, in dem Sie sich durch eine Umgebung bewegen, die Ihnen energetisch nicht entspricht. Nicht feindlich, nur fremd. Der Traum macht das sichtbar, indem er die Figuren überzeichnet: der Mann mit der Schleife auf der Halbglatze, die große Transfrau mit dem Hündchen. Das sind keine Symbole, sondern atmosphärische Marker für „das gehört nicht zu mir“.

Der eigentliche Kern ist das Licht. Je näher Sie dem Ausgang kommen, desto stärker blendet es. Das ist kein spirituelles Motiv, sondern ein funktionales: Sie bewegen sich auf eine Situation zu, die so klar, so direkt, so unmissverständlich ist, dass sie kurzfristig Ihre gewohnte Wahrnehmung überstrahlt. Blendung ist im Traum oft ein Zeichen dafür, dass etwas in der Realität zu deutlich wird, bevor man es vollständig einordnen kann. Nicht bedrohlich, nur intensiv.

Die jungen Leute, die rennen oder auf Skateboards entgegenkommen, sind typische Traumbilder für äußere Beschleunigung, die nicht Ihr Tempo ist. Sie müssen ausweichen, aber Sie verlieren nicht die Richtung. Das zeigt: Die Welt um Sie herum agiert gerade schneller, impulsiver, unkoordinierter, während Sie selbst nüchtern bleiben und einfach weitergehen.

Der Moment, in dem Sie halb blind die Treppe hinaufgehen, ist der Übergang. Das ist kein Kontrollverlust, sondern ein Bild dafür, dass Sie etwas Neues betreten, dessen Konturen noch nicht vertraut sind. Die Treppe ist ein Aufstieg, aber kein pathetischer. Sie landen auf einem U‑Bahnhof – also wieder in einer strukturierten Umgebung, nur auf einer anderen Ebene.

Die reale Entsprechung dieses Traums ist meist eine Situation, in der:

– Sie einen alten Kontext verlassen, der überreizt, überfüllt oder energetisch unpräzise geworden ist. – Sie sich auf etwas Neues zubewegen, das klarer ist, aber kurzfristig „zu hell“. – Die Außenwelt schneller agiert, während Sie selbst in einer sachlichen, geraden Bewegung bleiben. – Der Übergang selbst irritierend wirkt, aber nicht gefährlich. – Sie am Ende in einer neuen Ordnung landen, die noch nicht vertraut, aber eindeutig strukturierter ist.

Der Traum zeigt keinen Konflikt, keine Warnung, keine Botschaft. Er zeigt einen Übergang, der bereits im Gange ist, und die Art, wie Ihr System ihn verarbeitet: nüchtern, wach, ohne Drama, aber mit einer kurzen Phase der Überbelichtung.

Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen sagen, welche Art von realem Übergang (innerlich, sozial, räumlich, relational) am ehesten zu dieser Traumarchitektur passt – ohne Spekulation, sondern aus der Logik des Bildes heraus.

Ja, ok.

Miss Zucker, gut. Dann sage ich Ihnen präzise, welche Art von realem Übergang zu genau dieser Traumarchitektur passt, nur aus der inneren Logik des Bildes heraus.

Der Traum zeigt eine Bewegung durch einen Raum, der zu voll, zu laut, zu lang, zu fremd ist. Das ist kein innerer Zustand, sondern ein Hinweis auf eine äußere Situation, die Sie bereits hinter sich lassen. Der Tunnel ist kein Problem, sondern ein Durchgang, der sich überlebt hat.

Die reale Entsprechung ist fast immer eine der folgenden drei Situationen – und zwar nicht als Auswahl, sondern als strukturelle Kategorie:

Sie befinden sich in einem Kontext, der Ihnen nicht mehr entspricht, aber noch organisatorisch durchlaufen werden muss. Das kann ein Arbeitsplatz, ein Wohnumfeld, eine soziale Gruppe oder eine Verpflichtung sein, die Sie nicht mehr innerlich bewohnen. Der Tunnel ist die Phase, in der man „noch da“ ist, aber nicht mehr dazugehört. Die überzeichneten Figuren sind atmosphärische Marker für „das ist nicht mein Feld“.

Sie bewegen sich auf eine neue Klarheit zu, die so direkt ist, dass sie kurzfristig blendet. Das grelle Licht ist kein Symbol für Erkenntnis, sondern für Intensität. In der Realität entspricht das einer Situation, die bereits entschieden ist, aber noch nicht vertraut. Ein neuer Raum, eine neue Ordnung, eine neue Struktur, die so deutlich ist, dass sie Ihre gewohnte Wahrnehmung kurz überstrahlt.

Die Außenwelt beschleunigt, während Sie selbst nüchtern bleiben. Die rennenden Jugendlichen und Skateboards sind typische Traumbilder für äußere Dynamik, die nicht Ihr Tempo ist. In der Realität ist das eine Phase, in der andere Menschen impulsiv, hektisch oder unkoordiniert agieren, während Sie selbst in einer geraden Linie bleiben. Sie müssen ausweichen, aber Sie verlieren nicht die Richtung.

Die Treppe nach oben ist der entscheidende Punkt: Sie verlassen den Übergangsraum und betreten eine neue Ebene desselben Systems. Kein Bruch, kein Absturz, kein Chaos. Ein Levelwechsel."

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Samstag, 28. März 2026

Himmel nochmal

Letztens hörte ich, daß Marie Rheinmetall mit dem Janusz-Korczak-Preis für Menschlichkeit ausgezeichnet wurde. Das sind so diese Momente, in denen ich mich frage, wann ich endlich aus diesem grotesken Traum erwache, der immer abgefahrener wird. Ich hoffe, jeder weiß, wer Janusz Korczak war. Daß Begriffe wie Menschlichkeit, Solidarität, Demokratie, Freiheit usw. heute ständig mißbraucht werden, daran hat man sich ja schon mehr oder weniger gewöhnt. Aber daß solche Namen jetzt für die Selbstbeweihräucherung der Kriegslobby mißbraucht werden, von denen bestimmt niemand freiwillig junge Soldaten in den Tod an der Front begleitet, ist an Widerlichkeit kaum zu übertreffen. 

Ich stolperte aber auch über eine neue Verschwörungstheorie: >>Larry Silverstein, derselbe Mann, der die Zwillingstürme kurz vor ihrer Zerstörung gekauft hat (und dank der Versicherungen Millionen kassiert hat), hat den höchsten Wolkenkratzer von Los Angeles erworben. Mit denselben Anschlagsversicherungen. Beunruhigende Zufälle: Das FBI warnt vor einem möglichen Angriff iranischer Drohnen auf Los Angeles. Vier amerikanische Drohnen wurden von einem Militärstützpunkt gestohlen. Ich halte das hier einfach mal fest, nur für den Fall... Inzwischen liegt der Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit bei Verschwörungstheorien höher als bei den Nachrichten in den staatstreuen Medien. Diese sind ja inzwischen zur virtuellen Hirnvergewaltigung übergegangen. 

Doch es gibt oder gab sogar mal gute Nachrichten, nur nicht für einen. Denn die geplante Chatkontrolle der EU ist trotz dreimaligen Versuchs abgelehnt worden und unser Bundeskanzler findet es gar nicht gut, wenn er nicht weiß, was die faulen Säcke in Deutschland privat so alles über ihn schreiben. Deshalb soll es in Deutschland einen neuen Versuch zur Chatkontrolle geben. Not amused ist er ebenso über unseren Bundespräsidenten, der sich doch plötzlich verplappert hat und den Iran-Krieg völkerrechtswidrig nennt. >>Sofort bekam dieser einen Rüffel, er solle doch die Prüfung der Bundesregierung abwarten. Na ja, wie die Bundesregierung oder der Bundestag prüfen, haben wir ja schon beim Wahleinspruch durch das BSW gesehen. Mit einem Ergebnis ist da nicht in absehbarer Zeit zu rechnen, selbst wenn die Tatsachen ziemlich offensichtlich sind. >>Man muß ja erst 1000 fiktive Seiten durcharbeiten. Das ist sehr anstrengend. 

Außerdem erfuhr ich, daß jetzt wohl Deinfluencing, die Kritik an Überkonsum und stattdessen Normalkonsum, der neueste Trend in den sozialen Medien ist. Also Deinfluencing mache ich eigentlich schon immer, aber bei mir ist es halt kein Trend. >>Doch was in meiner Badewanne gestern war, kann ich ausnahmsweise empfehlen.(bezahlter Link) Dafür, daß es ein Oma-Badesalz ist, riecht es ziemlich gut, und wirkt sogar besser als das Arnika-Salz, welches ich sonst benutze. Der Preis ist allerdings etwas unverschämt. 

Das hier ist ein bißchen Papier-Resteverwertung:

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