ThingsGuide

Donnerstag, 2. April 2020

Es geht aufwärts

In der Online-Apotheke gibt es wieder Produktproben! Das nehme ich als ein gutes Zeichen, allerdings sind die Preise ziemlich gestiegen. Außerdem erhielt ich heute eine Lieferung mit Trockenhefe, yeah! Gestern wollte ich mir tagsüber eine Serienfolge auf Firetv anschauen und schaltete den Fernseher ein. Dabei landete ich im WDR, wo gerade die Herstellung von Sauerteig erklärt wurde. Aha, wirklich nützliches Programm zur Selbsthilfe für Leute, denen gerade die Hefe fehlt, dachte ich bei mir. Dann spielte ich meine Serienfolge ab, die ca.eine Stunde lief. Als ich danach erneut zum Fernseher switchte und ausschalten wollte, lief noch immer die Sendung mit dem Sauerteig. "Wtf, wird das eine Sauerteig-Doku in Echtzeit?", fragte ich mich verwundert. Das wäre ja auch mal ein spannendes Programm tagelang dem Sauerteig beim Gären zuzuschauen. Aber nein, abends lief etwas anderes.

Und auch eine andere positive Veränderung ist mir aufgefallen. Mein Rücken tut gar nicht mehr weh, jedenfalls nicht über das für mich normale Maß mit Gleitwirbel hinaus. Außerdem habe ich festgestellt, nachdem ich deshalb nun etwas mehr stretchen kann, daß der Schmerz am rechten ISG beim Vorbeugen, den ich immer schon vor dem Hexenschuß beim Stretchen hatte, überhaupt nicht mehr vorhanden ist, so als hätte sich dort tatsächlich eine Blockade gelöst. Doch dafür spüre ich es jetzt eine Etage höher am Lendenwirbel. Wenn ich die untere Wirbelsäule länger stretche, z.B. auch in der Hocke, wo sie schön langgezogen wird, entsteht dort so eine Art Druckschmerz, der sich irgendwann anfühlt, als hätte ich einen Tennisball statt eines Wirbels im Rücken. Das ist dann wohl die nächste Blockade. Der Weg zu einem beweglicheren Körper bleibt spannend...

Draußen stürmt es schon wieder, aber es sind zweifellos Frühlingsstürme.

Pfirsichblüte

Edit 21:12 h: Heute gab es Buchweizengrütze mit rehydrierten Mangos, gemahlenen Weihnachtsmandeln und Apfel-Mango-Püree, als Nachtisch Gurkensticks mit veganem Aufstrich.

Dienstag, 31. März 2020

Entspannter Einkauf

Nach genau zwei Wochen habe ich nun doch heute das erste Mal wieder einen Schritt nach draußen gemacht und war einkaufen. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich der Müll entsorgt und als ich in unseren "Mülltempel" kam, dachte ich erst, der Müll wird nicht mehr abgeholt, weil dort so viele Mülltüten herumlagen. Doch die Tonnen an sich waren fast leer und mir fiel bei genauerem Hinsehen auf, daß die Mülltüten Spiele, CDs und ähnliches enthielten. Ein ganzer Berg stapelte sich. Also anscheinend kommt gerade auch der Letzte auf die Idee, zuhause auszumisten. Den Supermarkt durfte man nur mit Wagen betreten, aber davon waren ausreichend vorhanden, kein Problem deshalb. Die meisten Menschen hielten sich daran, Abstand zu halten, vereinzelt sah man jemanden mit Mundschutz, aber insgesamt wirkten alle ganz entspannt. Auch das Einkaufen war entspannter als beim letzten Mal, diesmal hat es mir tatsächlich ausgereicht, nur in einen einzigen Supermarkt zu gehen, die anderen konnte ich mir sparen. Nur beim Klopapier und bei der Hefe war immer noch alles ratzekahl leergefegt, das dürfte aber in anderen Supermärkten nicht anders sein. Mich wundert das, denn so langsam dürfte doch mal Nachschub ankommen, oder kaufen die Leute immer noch so viel davon?
Im Nudel- und im Mehlregal sah es ebenfalls noch ziemlich leer aus, allerdings waren vereinzelte Produkte wieder zu bekommen. Zum Beispiel habe ich eine Packung normales Kuchenmehl einer ostdeutschen Firma ergattert, von denen ein paar wieder im Regal standen. Normalerweise benutze ich solch ein Mehl eher selten und wenn, dann als Dinkelmehl, aber von den Bioprodukten war immer noch nichts zu sehen. Da in meiner vorhandenen Packung nur noch so ca. 100-200g Mehl drin sind, griff ich natürlich trotzdem zu, denn was weiß ich, wann die Bioprodukte wieder zu bekommen sind. Auch das Brotregal sah relativ gut befüllt aus. Ich deckte mich vorrangig mit frischen Sachen wie Zucchini, Spinat und Bananen ein, außerdem dachte ich glücklicherweise diesmal an Vanillesoße. Und zum Glück besteht überhaupt kein Mangel an Kartoffeln, welches ja mein Hauptnahrungsmittel ist. Ich habe sogar schon einmal ein ganzes Jahr hindurch fast ausschließlich von Pellkartoffeln gelebt. In diesem Jahr ging es mir gesundheitlich super, meine Haut sah super aus und ich habe total viel abgenommen. Deshalb verstehe ich gar nicht, weshalb in vielen Büchern und anderen Medien Kartoffeln so gerne als Dickmacher hingestellt und diffamiert werden. Das stimmt definitiv nicht! Kartoffeln machen schlank und rank und geben der Haut einen schönen Glow. (Dazu muß ich sagen, daß ich die Pellkartoffeln damals nur mit Olivenöl, Butter oder pur mit Salz gegessen habe - also ohne weitere Beilagen und Cremes.) Im Moment wäre mir so eine Diät allerdings doch etwas zu langweilig, wenn man schon sonst nicht viel Abwechslung hat.

Die Ärzte haben jetzt übrigens ebenfalls einen Corona-Song aufgenommen. Was ich allerdings nie verstehen werde, ist, wie man sich in seinem eigenen Zuhause langweilen kann. Mir geht es so, daß ich mich nur langweile, wenn ich zu Besuch bei anderen bin oder in einem Hotel und dort nicht viel rausgehen kann. Dann kann es sehr langweilig werden, aber nie zu Hause! Und ich empfinde diese Langweile dann zumindest eine gewisse Zeit hindurch gar nicht als negativ, sondern genieße sie sogar, weil einem Langeweile dieses wunderbare Gefühl gibt, total viel Zeit zu haben und damit den Luxus, erst einmal darüber nachzudenken, was man damit anfängt, statt immer schon an das nächste zu denken, was erledigt werden muß.

Montag, 30. März 2020

Der vorgezogene Aprilscherz

Da habe ich mich und meine Bude also vorbereitet, um heute den Heizungstechniker zu empfangen. Ja, ich habe gestern sogar noch Fenster geputzt, umtanzt von Schneeflöckchen (die Schneeflocken von heute waren dagegen viel größer). Ich hatte sowieso schon lange vor, die Fenster zu putzen, denn seit der Typ unter mir seiner Brasilianerin hörig geworden ist, ihr alles nachgemacht hat und ich dadurch gleich zwei Suchtopfer unter mir hatte, habe ich sie nicht mehr geputzt, da ich die Fenster gar nicht so lange offen lassen konnte. Aber das ist ja zum Glück Geschichte und die Fenster waren langsam etwas peinlich. So ein Termin ist dann immer ein guter Antrieb, wirklich mal in die Gänge zu kommen, da ich ansonsten meine Energie sehr viel lieber zum Tanzen als zum Fensterputzen einsetze. Ich testete gleich mal den Fenstersauger von Bosch, den ich als eine Prämie erhalten hatte, aber irgendwie komme ich damit nicht klar. Da ich auch mit dem  berühmten Fensterleder nicht klar komme, vermute ich mal, ich stelle mich einfach zu doof an. Jedenfalls hätte ich als Fensterputzer meinen Beruf verfehlt und ich bleibe lieber beim Küchenkrepp. Diese zugehörige Sprühflasche mit aufgesetztem Wischtuch fand ich schon praktischer, allerdings stellte sie bereits nach zwei Fensterflügeln das Sprühen ein und ließ sich nicht mehr dazu bewegen. Ich bin enttäuscht, denn von Bosch bin ich echt mehr Qualität gewöhnt, auch beim Zubehör.
Meine Fenster glänzen also wieder und ich wartete zwei angekündigte Stunden lang auf den Heizungstechniker. Niemand kam. Niemand meldete sich. Dann schaute ich nochmal auf das Terminschreiben, ob ich mich vielleicht im Datum geirrt habe und erst da fiel mir auf, daß der Techniker Mike Krüger heißt. Nomen est omen. Das war wohl ein vorgezogener Aprilscherz.

Eigentlich hatte ich noch am Wochenende geplant, heute mal wieder einkaufen zu gehen und ich dachte sogar, es wäre erst eine Woche her, daß ich nicht mehr draußen war. Aber stimmt ja gar nicht. Es sind fast genau schon zwei Wochen und das ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Dringend brauche ich im Grunde nichts, nur der Appetit mal nach etwas anderem, sollte befriedigt werden. Doch irgendwie ist mir heute nun doch wieder der Appetit und die Lust vergangen, zumal ich mir auch wieder Sorgen um meinen einen Zahn mache - und Zahnprobleme wären jetzt noch das Krönchen des Misthaufens, weshalb ich dann nicht draußen war. Stattdessen habe ich in meinem gewohnten Bio-Onlineshop geshoppt - doch dort war keine Chance auf Hefe oder normales Mehl. Aber Bananenmehl hatten sie noch und da ich dieses sowieso inzwischen hauptsächlich verwende, bestellte ich nochmal Bananenmehl. Außerdem bekam ich mit, daß anscheinend von Tomatenmark und Ketchup ebenfalls fast nichts mehr im Angebot ist, und deshalb schlug ich dann bei der allerletzten Tube Tomatenmark und der letzten Flasche Ketchup zu, danach war ausverkauft. Jetzt muß nur noch alles bei mir ankommen und nicht unterwegs verlorengehen, >>so wie die sechs Millionen bestellten Schutzmasken für Deutschland, die "spurlos verschwunden" sind.

Samstag, 28. März 2020

Mein geheimes Doppelleben

Gestern gab es bei mir Erbsenpampsnudeln mit veganer Käsesoße, die ich mal selbst hergestellt und in zwei Dosen eingefroren hatte, und obendrauf ein Topping aus zerstückelten pikanten Erdnüssen im Teigmantel, von denen ich noch einen winzigen Rest in einer Dose herumzustehen hatte. Zum Dessert einen Karamellpudding mit Xylit und einem Topping aus geschroteten Weihnachtsmandeln, von denen ich ebenfalls noch welche herumzuliegen habe, die ich aber gar nicht mehr esse. Interessante Erfahrung.

Im übrigen bin ich jetzt froh, völlig unabhängig von Friseuren, Nagelstudios, Pedidingsbums und anderen Services zu sein, da ich immer die einfachste Variante bevorzuge und alles selber mache.

Vor dem Einschlafen am gestrigen Abend, in diesem hypnagogen Zwischenreich, in welchem man nicht mehr ganz wach ist, aber auch noch nicht wirklich schläft, fiel mir plötzlich auf, daß ich so eine schrille, nervig-quäkende Comicstimme in meinem Kopf habe. Im hypnagogen Zustand halluziniert man ja alles mögliche, sowohl visuell, aber auch durch fühlen oder hören, aber meist wird einem das gar nicht mehr bewußt, so wie beim Träumen. Ich war eigentlich also schon halb hinweggeschlummert, als mir die Stimme plötzlich bewußt wurde und mich verwunderte. Und schlagartig wurde ich wieder wach und fragte mich: "Was macht diese verdammte Comicstimme in meinem Kopf?" Ich habe überhaupt nicht zugehört, was sie gesagt hat, sondern war alleine von dieser Tonlage und Sprechweise wie aus Zeichentrickfilmen fasziniert. Zumal ich ja normalerweise nie Zeichentrickfilme schaue. >>Dann mußte ich sofort an meine geheimnisvolle Doppelgängerin denken und lachte, als ich mir vorstellte, wie ich mich nachts in die Comic-Kriegerprinzessin Sailor Jupiter verwandle und gegen Viren und anderes Gesindel kämpfe. Wer weiß...