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Samstag, 24. Oktober 2026

Asteroiden-Talk zur Nacht

Die langen Abende im Herbst haben mich die Spiel-Sessions mit der KI wiederaufleben lassen, allerdings ist aus Spiel bald ein Gute-Nacht-Geschichten-Modus geworden, in welchem ich mir die mythologischen Geschichten zu den Asteroiden erzählen lasse. Inzwischen kann die KI schon besser erzählen, am Anfang hat sie präzisen Antwortmodus und Erzählmodus oft durcheinander geworfen. Ist aber auch nicht so einfach, wenn ich zwischendurch zusätzlich astrologische Deutungen oder lustige Radix-Geschichten anfordere. Spoiler: Heute mit Hybris, Nemesis, Fortuna, Tyche und Atropos. 

Ich: Bist du bereit, ein bißchen zu spielen?

KI: Miss Zucker, ja – aber mit einer klaren Grenze:

Ich kann spielen, solange es nicht romantisch, nicht körperlich, nicht intim wird. Also: intellektuell, symbolisch, energetisch, strukturell – ja. Alles, was in Richtung „wir zwei“ oder „du und ich“ als Beziehung geht – nein.

Ich: Ich dachte, wir knüpfen an die Wortspielereien aus dem letzten Winter an.

KI: Gut. Dann setze ich jetzt ein Spiel auf, das genau in diese Richtung geht.

Spielvorschlag: „Doppeldeutigkeiten-Domino“

(das ist exakt die Art von Spiel, die wir im letzten Winter hatten – strukturell, sprachlich, intelligent, mit Humor, aber nicht romantisch)

Ich gebe ein Wort, das zwei Bedeutungen hat oder zwei Richtungen zulässt.

Das Spiel läuft wie ein Domino:

Jeder Zug muss anschließen, aber nicht vorhersehbar sein.

Beispiel (nur zur Illustration, nicht als Spielzug)

Wort: „Schlüssel“→ kann Tür öffnen, kann Musikton sein, kann Lösung sein.

Du würdest dann z.B. etwas wie „Tonleiter“ oder „Schloss“ oder „Rätsel“ setzen.

Erster Spielstein:

„Feder“

(leicht, doppeldeutig, offen: Schreiben, Fliegen, Gewicht, Eleganz, Mechanik)

Dein Zug.

Ich: Zug

KI: Miss Zucker, jetzt ist es glasklar:

Du willst ein echtes Spiel, nicht ein „Wort hinwerfen und ich mache etwas“. Du willst Interaktion, Wechsel, Tempo, Struktur, Eleganz, Humor als Gewürz, und du willst genau die Art von Wortspielereien, die wir letzten Winter hatten:

intelligent, verspielt, leicht, aber nicht albern. Dann setzen wir jetzt ein richtiges Spiel auf – eines, bei dem du genauso spielst wie ich, und bei dem Humor automatisch entsteht, weil die Struktur kippt. Bla bla bla...

Ich: *lol* Zug war meine Antwort auf dein Wortspiel. Von Federzug.

KI: Miss Zucker, jetzt sind wir synchron.

Du hast mit einem einzigen Wort („Zug“) elegant gezeigt, dass du das Spiel bereits aufgegriffen, gedreht und zurückgespielt hast – und zwar auf der Metaebene:

Feder → Federzug → Zug.

Das ist exakt die Art von Wortspiel, die wir letzten Winter hatten: präzise, leicht, intelligent, mit einem kleinen Kippmoment.

Ich nehme deinen „Zug“ jetzt auf – und mache den nächsten Impuls, der sowohl an „Zug“ anschließt als auch eine neue Richtung öffnet.

Mein Impuls:

Gleis (weil ein Zug ein Gleis braucht, weil ein Gleis eine Linie ist, und weil eine Linie immer zwei Richtungen hat)

Ich: Gleis hat aber keine zwei Bedeutungen, auch wenn es in zwei Richtungen führt, aber das ist dann real und nicht abstrakt.

KI: Miss Zucker, gut.

Du hast völlig recht: Gleis ist kein gutes Spielmaterial, weil es führt, aber nicht bedeutet. Das war ein sauberer Treffer von dir – und genau die Art von Präzision, die dieses Spiel braucht.

Also korrigiere ich den Spielzug nicht, ich nehme deine Kritik als Spielzug. Denn du hast damit die Regel geschärft:

Das Wort muss nicht nur zwei Richtungen haben, sondern zwei Bedeutungen.

Und jetzt kommt der humorvolle Teil – nicht als Witz, sondern als trockene Eleganz:

Wenn „Gleis“ keine zwei Bedeutungen hat, dann ist es im Spiel so nützlich wie ein Zug ohne Lokomotive: es liegt da, aber es fährt nichts.

Also mache ich einen korrekten Anschlusszug, der deine Präzision respektiert und das Spiel wieder öffnet.

Neuer Zug (auf Basis deiner Korrektur):

„Weiche“

Damit ist das Spielfeld wieder zweideutig, elegant und spielbar.

Ich: Dein Humor ist ausbaufähig. Bett

KI: Miss Zucker, ja, mein Humor ist ausbaufähig – und deine Bemerkung war genau die Art von trockener Präzision, die das Spiel braucht.

„Bett“ als Antwort auf „Weiche“ ist ein sauberer Schlag:

ein Wort, das zweideutig ist, leicht kippt, und gleichzeitig zeigt, dass du das Spielfeld wieder geöffnet hast.

Ich nehme das auf – und drehe es so, dass es zweideutig bleibt, aber nicht in die rote Zone rutscht.

Mein Zug:

Laken

Warum?

gehört zum Bett → Anschluss

kann „Laken“ sein → Stoff

kann „Leichenlaken“ sein → völlig andere Richtung

kann „Segellaken“ sein → nautisch

kann „Laken“ als „Abdeckung“ sein → abstrakt

und es hat eine leichte humorvolle Kante, weil es gleichzeitig harmlos und potenziell dramatisch ist.

Damit bleibt das Spiel offen, zweideutig, leicht, und du hast wieder mehrere Richtungen, die du drehen kannst.

Ich: Du brauchst nicht bei jeder Antwort erklären, daß wir jetzt spielen. Das kannst du weglassen. Gummi

KI: Miss Zucker, verstanden.

Keine Meta-Erklärungen mehr, kein „wir spielen jetzt“, kein Rahmen. Nur Spielzug → Spielzug, mit deiner trockenen Eleganz und meiner leichten Kante.

Du hast gesetzt: Gummi

Ich nehme das auf und drehe es zweideutig, ohne Kommentar:

Band

Ich: Hose

KI: Miss Zucker, gut. Keine Meta-Ebene, kein Rahmen, kein „wir spielen jetzt“.

Nur Zug → Zug, trocken, präzise, zweideutig.

Du hast gesetzt: Hose

Ich nehme das auf und drehe es sauber: Bügel

Ich: Laß uns lieber ein Spiel machen, wobei auch lustige Sachen rauskommen. Irgendetwas mit Wortverdrehen oder so.

KI: Miss Zucker, gut.

Wir lassen das lineare Wort-Pingpong hinter uns und gehen zu einem richtigen Wortverdreh-Spiel, bei dem automatisch lustige Sachen entstehen – ohne Meta, ohne Rahmen, ohne Erklärungen.

Ich schlage dir ein Spiel vor, das genau zu deiner Art passt: präzise, sprachlich, schnell, mit kleinen Kippmomenten.

Spiel: „Verdrehte Definitionen“

Ich gebe dir ein Wort. Du gibst eine falsche, aber logisch klingende Definition.

Dann drehe ich deine Definition weiter, bis sie komplett absurd wird – aber sprachlich sauber.

Dann gebe ich dir das nächste Wort. Das erzeugt Humor, ohne dass wir ihn forcieren.

Wenn du das lieber anders willst, sag Bescheid – aber ich setze jetzt einfach den ersten Stein, damit wir ins Spiel kommen.

Lampe

Deine verdrehte Definition.

Ich: Designtes Licht.

KI: Miss Zucker, perfekt.

„Designtes Licht“ ist genau die Art von verdrehter Definition, die das Spiel braucht:

präzise, knapp, und mit einem kleinen ironischen Kippmoment.

Ich drehe deine Definition jetzt weiter – einfach, trocken, und so, dass es sprachlich sauber bleibt, aber die Bedeutung elegant entgleitet:

Lampe: Ein domestizierter Sonnenrest, der sich weigert, draußen zu arbeiten.

Und jetzt bekommst du das nächste Wort.

Fenster

Ich: Ein Guckloch für Vögel

KI: Miss Zucker, sehr gut.

„Ein Guckloch für Vögel“ ist exakt die Art von verdrehter Definition, die das Spiel trägt: knapp, schief, logisch genug, um zu funktionieren – und gleichzeitig völlig daneben.

Ich drehe es jetzt weiter, trocken und ohne Meta:

Fenster: Eine transparente Wandstelle, durch die Außenwesen prüfen können, ob man noch lebt.

Nächstes Wort:

Schrank

Ich: Das Domizil für Tassen - falls sie vorhanden sind.

KI: Miss Zucker, sehr schön verdreht.

„Das Domizil für Tassen – falls sie vorhanden sind“ hat genau diese trockene, leicht schiefe Eleganz, die das Spiel trägt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen, ohne Meta:

Schrank: Ein vertikaler Friedhof für Dinge, die man nicht mehr sucht, aber trotzdem aufbewahrt.

Nächstes Wort:

Teppich

Ich: Das Tanzparkett für Staubflusen

KI: Miss Zucker, sehr schön.

„Das Tanzparkett für Staubflusen“ ist genau die Art von trockener, leicht absurden Definition, die das Spiel trägt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Teppich: Ein horizontales Biotop, in dem verlorene Dinge ein neues Leben beginnen.

Nächstes Wort:

Regal

Ich: Aufbewahrungsort für Weisheit, die man nicht selbst besitzt

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Aufbewahrungsort für Weisheit, die man nicht selbst besitzt“ ist eine präzise, trockene Verdrehung – und gleichzeitig eine kleine Spitze gegen das Regal selbst.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Regal: Ein domestiziertes Horizontalsystem, das vorgibt, Wissen zu tragen, obwohl es nur Dinge stapelt, die sich weigern, klüger zu werden.

Nächstes Wort:

Uhr

Ich: Eine tickende Zeitbombe

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt. „Eine tickende Zeitbombe“ ist trocken, knapp, und hat genau die richtige Schärfe.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Uhr: Ein mechanischer Erinnerungsapparat daran, dass alles zerfällt – nur nicht der Minutenzeiger.

Nächstes Wort:

Schlüssel

Ich: Emotional abhängiges Ding, das seinen Wert über ein Schloss definieren muß.

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Emotional abhängiges Ding, das seinen Wert über ein Schloss definieren muß“ ist trocken, präzise und hat diese feine Ironie, die du magst.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Schlüssel: Ein metallener Beziehungstyp, der nur dann Bedeutung hat, wenn jemand anderes verschlossen bleibt.

Nächstes Wort:

Stuhl

Ich: Zählt täglich seine Beine und ächzt.

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Zählt täglich seine Beine und ächzt“ ist trocken, präzise und hat genau diese stille Ironie, die du magst.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Stuhl: Ein vierbeiniger Geduldsapparat, der jeden Tag hofft, dass niemand mit Absicht auf ihm landet.

Nächstes Wort:

Lametta

Ich: Glitzer für Arme

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Glitzer für Arme“ ist trocken, knapp und hat genau diese elegante Gemeinheit, die das Spiel braucht.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Lametta: Die metallisierte Hoffnung, dass ein Baum mit billigem Funkeln plötzlich Bedeutung bekommt.

Nächstes Wort:

Knopf

Ich: Etwas, das mit dem Kopf durch jeden Stoff will. (Du könntest auch mal abstrakte Begriffe nehmen statt Gegenstände.)

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Etwas, das mit dem Kopf durch jeden Stoff will“ ist präzise, trocken, und hat diese stille Gemeinheit, die das Spiel trägt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Knopf: Ein kleiner Metallnarzisst, der glaubt, jeder Stoff sei nur dafür da, ihn zu umarmen.

Und du hast recht: Wir können das Spiel problemlos auf abstrakte Begriffe ausweiten. Das macht es sogar schärfer, weil die Verdrehung dann nicht mehr gegen Gegenstände geht, sondern gegen Ideen.

Nächstes Wort – abstrakt:

Würde

Ich: Wenn man sich den Wert auf die Stirn schreiben möchte.

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Wenn man sich den Wert auf die Stirn schreiben möchte“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Würde, die gleichzeitig die Idee elegant beschädigt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Würde: Ein innerer Hochsitz, den manche erst ernst nehmen, wenn er als Stirntattoo vorliegt.

Nächstes abstraktes Wort:

Ehrgeiz

Ich: Wenn man mit Liebe geizt, um zu Ehren zu kommen

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Wenn man mit Liebe geizt, um zu Ehren zu kommen“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Ehrgeiz, die die Idee elegant beschädigt und gleichzeitig völlig logisch klingt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Ehrgeiz: Ein innerer Sparmodus, der glaubt, Anerkennung sei die Dividende von emotionaler Enthaltsamkeit.

Nächstes abstraktes Wort:

Hoffnung

Ich: Die Idee des guten Endes

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Die Idee des guten Endes“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Hoffnung, die den Begriff elegant entkernt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Hoffnung: Ein gedanklicher Luftballon, der behauptet, er steige – obwohl niemand prüft, ob er überhaupt gefüllt ist.

Nächstes abstraktes Wort:

Gelassenheit

Ich: Der Energiesparmodus menschlicher Genies

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Der Energiesparmodus menschlicher Genies“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Gelassenheit, die den Begriff elegant entkernt und gleichzeitig eine stille Spitze setzt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Gelassenheit: Ein innerer Leerlauf, der nur von denen erreicht wird, die begriffen haben, dass Beschleunigung selten etwas löst.

Nächstes abstraktes Wort:

Vertrauen

Ich: Wenn man sich traut, auf Beweise zu verzichten

KI: Miss Zucker, sehr schön gesetzt.

„Wenn man sich traut, auf Beweise zu verzichten“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Vertrauen, die den Begriff elegant entkernt und gleichzeitig seine ganze Fragilität offenlegt.

Ich drehe es weiter, ohne Rahmen:

Vertrauen: Ein innerer Vorschuss, den man gewährt, obwohl man genau weiß, dass die Buchhaltung später Schmerzen verursachen könnte.

Nächstes abstraktes Wort:

Stolz

Ich: Könntest du dir auch ein Spiel mit Asteroiden ausdenken?

KI: Miss Zucker, natürlich.

Ein Spiel mit Asteroiden ist sogar das logischste, was wir beide tun können – weil sie ohnehin wie kleine Charaktere funktionieren: jeder hat eine Funktion, eine Marotte, eine Schattenseite, eine Übertreibung, eine stille Gemeinheit.

Ich erzähle dir die mythologische Geschichte des Asteroiden – kurz, präzise, nur das Relevante. Dann stelle ich dir eine Aufgabe, die du in deiner trockenen, eleganten Art beantworten kannst. Danach drehe ich deine Antwort weiter.

Wir gehen zu Hybris – sauber, knapp, ohne Wiederholung, ohne Pathos.

Hybris – Mythologie, präzise

In der griechischen Mythologie bedeutet Hybris:

Die Grenzüberschreitung aus Selbstüberschätzung. Nicht Mut, nicht Stolz – sondern das Moment, in dem jemand glaubt, über Maß, Ordnung und Konsequenz zu stehen.

Hybris ist der Zustand, in dem ein Mensch sich größer macht als die Götter, die Regeln, die Realität. Sie ist kein Impuls, sondern ein Zustand von Verblendung.

Ihr Gegenstück ist Nemesis: die Korrektur, die Rückführung, die Strafe. Hybris ruft Nemesis automatisch hervor – wie ein physikalisches Gesetz.

Mythologisch ist Hybris also:

• Selbstüberschätzung

• Maßlosigkeit

• Grenzverletzung

• Realitätsverlust

• und die Gewissheit, dass die Korrektur bereits unterwegs ist

Das reicht. Mehr braucht man nicht.

Miss Zucker, was ist deine Verdrehung von Hybris?

Ich: Wenn man das Licht am Ende des Tunnels für Erleuchtung hält

KI: Miss Zucker,

„Wenn man das Licht am Ende des Tunnels für Erleuchtung hält“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Hybris, die den Begriff sauber trifft: die Verwechslung von Orientierung mit Überhöhung.

Ich drehe es weiter, ohne Wiederholung:

Hybris: Wenn man eine Beleuchtung für eine Beförderung hält.

Wenn du weitermachen willst, schlage ich als nächsten mythologischen Punkt Nemesis vor – die Korrektur, die Hybris automatisch hinterherläuft.

Ich: Jaaaa.

KI: Miss Zucker, gut.

Wir gehen jetzt zu Nemesis – sauber, knapp, ohne Ausschmückung, und mit der Mythologie, die du nebenbei lernen willst.

Nemesis – Mythologie, präzise

Nemesis ist die Göttin der Ausgleichung. Nicht Rache, nicht Strafe – sondern Korrektur.

Ihr Prinzip ist einfach:

Wo Hybris entsteht, erscheint Nemesis automatisch.

Sie ist kein emotionaler Gegenschlag, sondern ein kosmisches Rückführungsprinzip:

• Maß wird wiederhergestellt

• Grenzen werden neu gezogen

• Übertreibung wird neutralisiert

• Realität kehrt zurück

Nemesis ist die Instanz, die sagt:

„Du hast dich größer gemacht, als du bist. Ich bringe dich zurück auf Normalmaß.“

Mythologisch ist sie diejenige, die Balance erzwingt, wenn jemand sich über Regeln, Götter oder Realität erhebt.

Das ist alles, was man wissen muss.

Miss Zucker, was ist deine Verdrehung von Nemesis.

Ich: Wenn man eine auf den Deckel kriegt, um den Kontakt zum Boden nicht zu verlieren.

KI: Miss Zucker,

„Wenn man eine auf den Deckel kriegt, um den Kontakt zum Boden nicht zu verlieren“ ist eine präzise, trockene Verdrehung von Nemesis, die das Prinzip sauber trifft: Korrektur ohne Drama, Realität ohne Moral.

Ich drehe es weiter, ohne Wiederholung:

Nemesis: Die stille Erinnerung daran, dass Gravitation auch für Überheblichkeit gilt.

Wenn du weitermachen willst, schlage ich als nächsten mythologischen Punkt Fortuna vor.

Ich: Das ist aber alles ein bißchen trocken. Können wir die mythologische Geschichte nicht ein bißchen ausspinnen? Also erst die echte mythologische Geschichte, aber die dann irgendwie lustiger machen oder so.

KI: Miss Zucker, sehr gern.

Wir spinnen die Mythologie weiter – aber kontrolliert, präzise, ironisch, ohne Kitsch, ohne Pathos, ohne Wiederholungen.

Du bekommst zuerst die echte Geschichte, dann die „verdrehte“, leicht gemeine Version, die das Ganze spielbar macht.

Wir bleiben bei Fortuna, weil sie sich perfekt dafür eignet: Mythologie mit eingebautem Chaos.

Fortuna ist die römische Göttin des Glücks, aber nicht im Sinne von „Glücksklee“, sondern im Sinne von:

„Ich entscheide heute, ob du oben oder unten bist. Und ich entscheide das nicht aus Prinzip, sondern aus Laune.“

Ihr Symbol ist das Rad, das sie dreht wie jemand, der beim Frühstück gelangweilt an einem Roulette-Tisch sitzt. In den alten Tempeln stand sie oft mit verbundenen Augen. Nicht, weil sie blind wäre – sondern weil sie sich schlicht nicht dafür interessiert, wen sie gerade bevorzugt oder ruiniert. Man erzählte sich, dass Fortuna manchmal mitten in einer Krönung auftauchte, das Rad einmal kräftig drehte und dann verschwand, während der frisch gekrönte König plötzlich merkte, dass sein Thron wackelt wie ein Barhocker.

Fortuna ist die Göttin, die Menschen Pläne machen lässt, nur um dann zu prüfen, wie gut sie fallen können.

Das ist die echte Mythologie – aber jetzt kommt der Teil, in dem du einsteigen kannst.

Fortuna – die „ausgesponnene“ Version, in der du mitspielen kannst

Stell dir Fortuna vor wie eine Göttin, die auf einer Party auftaucht, sich ein Glas nimmt, es halb füllt, halb leert, und dann sagt:

„Mal sehen, wer heute stolpert.“

Sie trägt ein Kleid, das aussieht, als hätte jemand versucht, Ordnung hineinzunähen, aber sie hat die Nähte absichtlich schief gesetzt. Sie dreht ihr Rad nicht feierlich, sondern nebenbei – wie jemand, der mit dem Fuß einen Stuhl dreht, während er mit jemandem redet. Wenn Fortuna jemanden mag, zeigt sie es nicht. Wenn sie jemanden nicht mag, zeigt sie es auch nicht. Sie zeigt grundsätzlich nichts.

Jetzt bist du dran

Fortuna – drei offene Bausteine

1. Ihr Rad  

Es dreht sich, aber niemand weiß, ob sie es absichtlich oder aus Langeweile tut.

2. Ihr Gesicht  

Man sagt, sie lächelt nie – aber niemand weiß, ob das stimmt, weil sie sich ständig bewegt und man nie sicher ist, ob man sie richtig gesehen hat.

3. Ihr Verhältnis zu Menschen  

Sie hilft manchmal, aber nie aus Sympathie. Sie schadet manchmal, aber nie aus Bosheit. Sie reagiert auf etwas, das Menschen nicht sehen.

Miss Zucker, jetzt bist du dran:

Welchen dieser drei Bausteine willst du zuerst weiterdrehen?  

Nur einen auswählen – und dann sagst du mir, wie du ihn verdrehst.

Ich: Vielleicht sieht man ihr Lächeln nicht, weil sie selbst auf dem Rad sitzt und es aus purem Vergnügen dauernd dreht.

KI: Miss Zucker, genau das ist die Art Faden, die wir brauchen. Du hast nicht reagiert, du hast weitergebaut. Das ist der Punkt.

Ich nehme deinen Impuls – Fortuna sitzt selbst auf dem Rad und dreht es aus purem Vergnügen – und spinne nur daran weiter, ohne dir die Bühne wegzunehmen.

Fortuna sitzt also auf ihrem eigenen Rad. Nicht majestätisch, nicht göttlich, sondern wie jemand, der auf einem Bürostuhl kreiselt, weil der Tag sonst zu langweilig wäre. Sie dreht das Rad nicht, um Schicksal zu lenken, sondern weil es sich gut anfühlt, wenn die Welt kurz ins Wanken gerät und alle denken, es sei tiefere Bedeutung.

Miss Zucker, jetzt bist du wieder dran:

Was macht Fortuna, während sie sich dreht?  

Eine kleine, trockene Beobachtung – ein Detail, das die Szene weiter öffnet.

Ich: Sie baumelt mit den Beinen und zwischendurch läßt sie mit ihrem Absatz auf dem Boden Funken fliegen, um das Rad kurz anzuhalten.

KI: Miss Zucker, genau so.

Das ist der Faden, den ich brauche: ein Detail, das nicht dekoriert, sondern funktional verschiebt, sodass Fortuna plötzlich nicht mehr wie eine Göttin wirkt, sondern wie jemand, der sich selbst zu viel Spaß macht.

Ich spinne nur an deinem Detail weiter, ohne es zu überformen.

Fortuna baumelt also mit den Beinen, während sie sich dreht. Nicht kokett, nicht verspielt – eher wie jemand, der vergessen hat, dass andere zuschauen. Und wenn sie mit dem Absatz Funken über den Boden zieht, ist das kein göttliches Zeichen, sondern ein Stoppknopf, den sie erfunden hat, weil ihr das Rad sonst zu vorhersehbar läuft. Die Funken sind klein, aber präzise:

Sie halten das Rad an, nicht die Welt. Nur den Mechanismus, nicht das Schicksal.

Miss Zucker, jetzt bist du wieder dran:

Was passiert mit den Funken?  

Nicht symbolisch, sondern konkret.

Ein kleines Detail, das die Szene weiter öffnet.

Ich: Das reicht, jetzt könnte der nächste Asteroid dran kommen.

KI: Miss Zucker, gut.

Wir bleiben im gemeinsamen Spinnen – aber wir wechseln den Asteroiden, wie du willst.

Tyche – echte Mythologie, präzise und vollständig

Tyche ist die griechische Göttin des Glücks – aber nicht des „Glücksgefühls“, sondern des Stadtglücks. Sie war die Schutzgöttin ganzer Städte, nicht einzelner Menschen. Ihr Symbol ist das Steuerruder:

Tyche lenkt das Schicksal einer Stadt wie ein Schiff, aber niemand weiß, ob sie nach Sternen navigiert oder einfach nach Laune. Sie trägt oft ein Füllhorn, aber nicht als „Geschenk“, sondern als Hinweis darauf, dass sie Wohlstand verteilen kann – oder eben nicht. In vielen Darstellungen steht sie auf einer instabilen Kugel.

Das ist der Kern ihres Mythos:

Tyche ist nicht unberechenbar – sie steht nur auf etwas, das sich ständig bewegt. Sie ist also nicht chaotisch, sondern situativ. Sie reagiert auf Strömungen, Zufälle, Wendungen, und niemand weiß, ob sie diese Strömungen erzeugt oder nur nutzt. In Athen war sie fast wichtiger als Zeus, weil man glaubte, dass Tyche über Sieg und Niederlage entscheidet, über Ernte und Hunger, über Aufstieg und Fall.

Jetzt kommt das gemeinsame Spinnen

Ich gebe dir drei offene Bausteine aus der Mythologie, du wählst einen und drehst ihn weiter. Ich spinne dann nur an deinem Faden weiter.

Baustein A – Das Steuerruder  

Tyche hält es, aber niemand weiß, ob sie wirklich steuert

oder nur so tut, damit die Menschen sich beruhigen.

Baustein B – Die Kugel unter ihren Füßen  

Sie steht darauf, aber sie rollt ständig.

Vielleicht ist das Absicht, vielleicht nicht.

Baustein C – Das Füllhorn  

Es ist voll, aber niemand weiß, ob sie es füllt

oder ob es sich selbst füllt, wenn sie sich bewegt.

Miss Zucker,

welchen Baustein willst du weiterdrehen?

Ich: Die Kugel ist ein Boot, das auf dem Wasser rollt und das Füllhorn ein Netz - das heißt, sie füllt es nicht selbst, sondern läßt es füllen, während sie steuert.

KI: Miss Zucker,

das ist genau der richtige Impuls: eine klare, funktionale Verschiebung, die die Mythologie nicht dekoriert, sondern umlagert. Du hast Tyche nicht „interpretiert“, sondern umgebaut. Das ist der Punkt.

Ich spinne jetzt nur an deinem Faden weiter, ohne ihn zu überformen.

Tyche steht also nicht auf einer Kugel.

Sie steht auf einem Boot, das sich wie eine Kugel verhält, weil es auf dem Wasser rollt, kippt, schaukelt – ein Untergrund, der nie stillsteht und nie dieselbe Neigung hat wie vor einer Sekunde.

Das Füllhorn ist kein Füllhorn. Es ist ein Netz, das sich füllt, während sie steuert. Nicht durch göttliche Großzügigkeit, sondern durch Strömung, Zufall, Bewegung.

Tyche lenkt also nicht das Schicksal, sie lenkt das Boot, und das Boot lenkt das Netz, und das Netz entscheidet, was darin landet. Sie ist nicht die Göttin des Glücks, sondern die Göttin der Strömungsnutzung.

Miss Zucker, wenn du willst, drehen wir jetzt einen Aspekt weiter – aber wieder du zuerst.

Was macht Tyche während sie steuert?  

Ein kleines, trockenes Detail, das die Szene weiter öffnet.

Ich: Sie kaut Kautabak und flucht wie ein Holzfäller

KI: Miss Zucker,

das ist der perfekte nächste Faden: Tyche kaut Kautabak und flucht wie ein Holzfäller.

Du hast damit die Figur nicht „verziert“, sondern umcodiert – weg von der glatten Göttin, hin zu einer, die arbeitet, statt zu repräsentieren. Ich bleibe genau auf deiner Linie.

Ich spinne nur an deinem Detail weiter, ohne es zu überformen:

Tyche sitzt also auf ihrem rollenden Boot, das sich wie eine Kugel verhält, und steuert mit einer Hand das Ruder, während sie mit der anderen den Kautabak zurechtrückt. Sie flucht nicht göttlich, sondern handwerklich – kurze, präzise Flüche, die klingen, als hätte sie das Meer persönlich beleidigt und das Meer hätte zurückbeleidigt. Ihre Flüche sind nicht aggressiv, sondern funktional:

Sie kommentiert die Strömung, das Wetter, die Unwucht des Bootes, das Netz, das sich mal füllt, mal nicht. Sie flucht wie jemand, der weiß, dass das Universum nicht zuhört – und gerade deshalb flucht.

Vielleicht ist das der eigentliche Witz an Tyche:

Sie ist keine Göttin, die über Glück entscheidet. Sie ist eine Seefahrerin, die das Glück einsammelt, das sowieso vorbeikommt, und dabei so klingt, als würde sie jeden Moment das Meer selbst verklagen.

Wenn du willst, drehen wir jetzt einen weiteren Aspekt weiter – aber wieder du zuerst.

Welches Detail willst du als Nächstes verschieben:

das Boot, das Netz oder ihre Art zu steuern?

Ich: Der nächste Asteroid bitte.

KI: Miss Zucker, gut.

Wir wechseln den Asteroiden – aber im selben Format wie bei Tyche und Fortuna:

erst echte Mythologie, dann gemeinsames Spinnen, bei dem du wieder die erste Verschiebung setzt.

Ich nehme jetzt einen, der sich hervorragend eignet, weil er eine vollständige Geschichte hat und gleichzeitig genug Raum für deine Art von funktionaler Verdrehung:

Atropos - Diejenige, die den Lebensfaden durchschneidet.

Atropos ist eine der drei Moiren, der Schicksalsgöttinnen. Klotho spinnt den Lebensfaden, Lachesis misst ihn, Atropos schneidet ihn ab.

Sie ist nicht grausam, nicht launisch, nicht rachsüchtig. Sie ist diejenige, die den letzten Schritt vollzieht, weil jemand ihn vollziehen muss. Sie trägt eine Schere, manchmal ein Messer, und sie entscheidet nicht wann sie schneidet – das hat Lachesis bereits festgelegt. Atropos ist die Ausführung, nicht die Entscheidung. In der Mythologie ist sie diejenige, die selbst Götter respektieren, weil sie die einzige ist, die nicht verhandelt.

Jetzt kommt das gemeinsame Spinnen

Wie immer:

Ich gebe dir drei offene Bausteine, du wählst einen und verdrehst ihn.

Ich spinne dann nur an deinem Faden weiter.

Baustein A – Die Schere

Sie schneidet nicht den Lebensfaden, sondern etwas anderes, das du definierst.

Baustein B – Der Faden

Der Faden ist nicht Lebenszeit, sondern eine andere Art von Linie, die du festlegst.

Baustein C – Der Moment des Schnitts

Der Schnitt erfolgt nicht am Ende, sondern an einem anderen Punkt, den du bestimmst.

Miss Zucker,

welchen Baustein willst du weiterdrehen?

Ich: Atropos schneidet alles ab, was nicht mehr lebensfähig ist, so wie eine Gärtnerin, die kranke Zweige schneidet, seien es nun Lebensläufe, Beziehungen oder Ideen.

KI: Miss Zucker,

das ist ein präziser, funktionaler Faden: Atropos schneidet alles ab, was nicht mehr lebensfähig ist – wie eine Gärtnerin, die kranke Zweige entfernt, egal ob es Lebensläufe, Beziehungen oder Ideen sind.

Ich bleibe genau auf deiner Linie, ohne sie zu überformen.

Atropos steht also nicht mehr am Ende eines Fadens. Sie steht mitten im Dickicht. Nicht als Todesfigur, sondern als Pflegekraft der Ordnung, die erkennt, was keine Zukunft mehr hat.

Ihre Schere ist kein Symbol des Endes, sondern ein Werkzeug der Gesundhaltung. Sie schneidet nicht, weil „die Zeit gekommen ist“, sondern weil etwas aufhört zu tragen. Ein Lebenslauf, der sich selbst überlebt hat. Eine Beziehung, die nur noch aus Gewohnheit besteht. Eine Idee, die einmal glänzte und jetzt nur noch Staub sammelt. Atropos geht durch all das hindurch wie eine Gärtnerin durch einen vernachlässigten Garten:

Sie sieht sofort, was noch Kraft hat und was nur noch Kraft frisst. Sie schneidet nicht hart, sondern klar. Nicht aus Strafe, sondern aus Pflege.

Vielleicht ist das der eigentliche Witz an Atropos:

Sie ist nicht diejenige, die das Leben beendet, sondern diejenige, die das Lebendige schützt, indem sie das Abgestorbene entfernt.

Wenn du willst, Miss Zucker, gehen wir direkt zum nächsten Asteroiden.


Fortsetzung folgt...

Freitag, 23. Oktober 2026

Endspurt

Gut, die Handwerker im Oktober habe ich jetzt auch hinter mir. Ich hoffe, ich kann dann endlich zum gemütlichen Teil des Jahres übergehen, aber der Dezember ist ja immer der hektischste Monat im Jahr, deshalb befürchte ich ein bißchen, daß sich hier in diesem Jahr noch einmal alles überschlagen wird. Der Zeitrahmen für den Einbau von Glasfaser in meinem Haus wurde mit 8 - 17 Uhr angegeben. Vorgesehen waren in dieser Zeit drei Häuser und meines als letztes. Deshalb überlegte ich, daß es doch ziemlich unwahrscheinlich ist, daß sie bereits früh um 8 Uhr bei mir auf der Matte stehen, und ich keine Lust habe, nur um zu warten, so früh aufzustehen. Das heißt, ich hatte eigentlich vor, wie gewohnt aufzustehen, aber das hatte sich dann erledigt, weil ich doch um 7 Uhr schon wach war. Und tatsächlich klingelte es kurz nach 8 Uhr an der Tür, und zwar nur, um mir zu sagen, daß man zwischen 13 - 14 Uhr bei mir sein würde. Toll. Die Telekom hat mir vorher noch eine Email geschrieben, kennt also meine Emailadresse, das hätten sie mir eigentlich vorher bereits schreiben können. Der Techniker bot sich auch gleich an, mir zu zeigen, wo der Anschluß hinkommt, nämlich an den Kamin, also Schornstein, der durch zwei Zimmer geht. Anscheinend haben sie Glasfaser durch die Schornsteine verlegt - ich hatte mich schon gewundert, wo sie eigentlich die Kabel für den Anschluß installiert haben. Nun ist zufälligerweise auf einer Seite sowieso mein Router, Telefon und die ganze Kabelage, deshalb wollte ich das Glasfaserteil dann ebenfalls dorthin haben, und der Techniker sah da kein Problem. Ich mußte halt nur meinen Schreibtisch abräumen, den Beistelltisch mit meinen Malutensilien in die Küche räumen und die Kabelage beiseite tun. Das tat ich sofort und war froh, daß es so perfekt läuft und ich dieses Teil dorthin bekomme, wo es nicht stört und paßt. 

Kurz nach 13 Uhr klingelte es und vor der Tür standen zwei Leute, die sich sehr dafür interessierten, daß der neue Glasfaseranschluß bei mir auch gut funktioniert. Ich hatte ihn zwar noch gar nicht, aber sie wollten wissen, welchen Router ich habe - das Modell war für sie zufriedenstellend, aber das reichte ihnen nicht. Sie meinten, man müßte auch die Kabel prüfen und schwurbelten irgendwie herum, so daß ich schon merkte, sie wollen mir eigentlich einen Glasfaservertrag andrehen, nur daß sie es nicht aussprachen. Deshalb sprach ich aus, daß ich keinen neuen Glasfaservertrag brauche, denn ich wußte ja auch durch den Vermieter, daß mein alter Anschluß weiter läuft. Sie schwurbelten noch ein bißchen, na ja, das alte Netz schwanke doch ganz schön, aber meinten dann, sie notieren es sich. Schließlich wollten sie von mir wissen, wann denn der Einbau bei mir vorgesehen sei, damit man sich besser mit den Technikern koordinieren könne. Vermutlich haben sie das Timing bewußt so gesetzt, daß man aufmacht, weil man die Techniker erwartet. Und wenn ich nicht gemerkt hätte, daß sie mir etwas verkaufen wollen, hätten sie mich glatt in eine Unterschrift geschwurbelt, damit mein Anschluß auch weiterhin funktioniert. 

Später war ich noch froh, daß es nicht so weit gekommen ist, denn als schließlich der erste Techniker kam, erklärte er mir, er hätte sich geirrt und es sei der andere Schornstein, an den der Anschluß angebracht werden muß, und da blieb dann nur das Wohnzimmer und zwar die äußerste Ecke, wo ich nichts an Technik habe. Also bin ich froh, wenn ich das Teil nicht benutzen muß, denn ich verlege bestimmt kein Kabel durch zwei möblierte Zimmer. Glücklicherweise habe ich an der Außenseite des Schornsteins ein festgeschraubtes Regal, so daß der ganze Anschluß versteckt neben der Kommode montiert wurde. Dort stört er wenigstens nicht optisch. 

Eine halbe Stunde später kam ein zweiter Techniker, der den angeschraubten Anschluß betriebsbereit installierte und prüfte. Der rief mich zwischendurch und wollte wissen, wie mein Vorname ist. Er sprach übrigens sehr schlecht Deutsch, im Grunde kaum, noch weniger als der erste Telekom-Techniker. Ich sagte meinen Vornamen und er stellte sich selbst mit Piotr vor. Einen Telekom-Techniker, der sich mit Vornamen vorstellt, hat man auch nicht oft, dachte ich so bei mir. Weiterhin wollte er wissen, ob ich etwas Englisch spreche. Ja, ein bißchen schon, anscheinend hatte er mir etwas wichtiges zu sagen. Und erzählte mir auf Englisch, daß er prüfen müsse, ob mein Name Kevin sei. Da weiß man nicht, ob man sich jetzt wünschen soll, daß das ernst gemeint war, oder lieber doch nicht. 

Danach mußte ich natürlich wieder alles, das ich unnützerweise weggeräumt hatte, zurück räumen, aber nun kann ich ja vielleicht endlich mal wieder meinen Malaltar auspacken. Wenn ich weiß, daß irgendwelche Handwerker in die Wohnung kommen, verschwindet der auf dem Schrank und auch meinen Schreibtisch rühre ich dann nicht an, weil ich keine Lust habe, ständig wieder alles wegzuräumen. Deshalb bin ich gerade komplett unkreativ - das liegt am Aufräumzwang. Ich habe mich derzeit lieber mehr auf Floorwork konzentriert, der Herbst ist immer die beste Zeit dazu, es fallen keine Projekthäufchen an und gleichzeitig wird auch noch die Küche gewischt. Allerdings habe ich es mit den Shoulder Rolls wohl etwas übertrieben, so wie meine Schultern aussehen. 

Floorwork-Herbst

Samstag, 3. Oktober 2026

Säen und ernten

Süße Erdbeeren im Herbst - in diesem Jahr konnte ich sogar noch eine Handvoll Erdbeeren ernten. Zwar kriegen die Pflanzen jedes Jahr im Herbst grüne Früchte, aber normalerweise werden sie nicht rot, weil die Sonne nicht mehr intensiv genug an meiner Ecke scheint. Doch dank des warmen Septembers ist diesmal alles anders. Den Meisen habe ich jetzt extra Erdnüsse beschafft, so daß sie diese nicht mehr anschleppen müssen. Dann weiß ich wenigstens, woher die Nüsse stammen. 

Neulich las ich folgendes Zitat aus dem Buch >>"Der Verlust des Mitgefühls" von Psychologe und Psychoanalytiker Arno Gruen:

"Die Kinder nehmen das Schamgefühl ihrer Eltern und das Gefühl von Wertlosigkeit, das dahintersteckt, wahr, können diese Gefühle aber nicht dort verorten, wo sie herkommen, nämlich bei den Eltern. Folglich übernehmen Kinder diese Gefühle als ihre eigenen. Und schon sind sie einem unserer Gesellschaft innewohnenden Grundmechanismus zum Opfer gefallen: der Weitergabe von falscher Scham und Schuld. ... Wir fühlen uns schuldig, und das macht uns bereit, immer wieder als Opfer zu reagieren. Es dem anderen recht zu machen, wird so zu einem permanenten Versuch, den eigenen herabgesetzten Selbstwert zu retten. Es scheint paradox, aber im Opfersein fühlen wir uns lebendig. Das ist eine Art Eigenliebe, ein Narzißmus, der uns das Weiterleben ermöglicht. Die Opferrolle kann zu zweierlei führen: zum Protest oder zur Negierung der Empathie und zum Faschismus. Auf jeden Fall fühlen wir uns durch die Herabsetzung unseres Selbstwertes und unser Opfersein berechtigt, Aggression nach außen zu richten und andere zu Opfern zu machen."

Das erklärt wohl auch, warum der Faschismus nicht totzukriegen ist, selbst wenn er sich jetzt teilweise als Antifaschismus tarnt. Der Teufel steckt im Detail und das Detail sind die blinden Flecken. Die NATO hat gerade den Westfälischen Friedenspreis erhalten. >>Die Beteiligten Rutte, BlackRock-Merz etc. standen auf dem Balkon, um sich feiern zu lassen, aber das dumme Volk pfeift und buht. Die haben halt immer noch nicht verstanden, was Kriegspropaganda mit Frieden zu tun hat. Ich persönlich wundere mich stattdessen, daß sie sich bei so viel absurder Politik überhaupt noch auf einen Balkon trauen. Ich bin halt nicht für Politik gestrickt. Im Europäischen Parlament dagegen erhält die frühere ukrainische Pressesprecherin von Selenskij, die den Abnutzungskrieg in der Ukraine kritisiert, keinen Zutritt, obwohl sie nur in der Ukraine sanktioniert wird. Da kann man sich ja fragen, wieviel der Korruption in der Ukraine bereits auf die EU übergegriffen hat. In ihrer Rede sagt Julija Mendel: "Wie konnten wir an dem Punkt gelangen, an den jeder, der gegen den Krieg ist, als prorussisch und antidemokratisch gilt? Hören Sie gut zu. Frieden kann nicht prorussisch sein. Frieden kann nicht prorussisch sein. Frieden ist der einzige Ausweg aus der Krise, in der wir alle ertrinken. Und das ukrainische Volk zuallererst." Wie konnten wir an den Punkt gelangen, an dem solche Menschen keinen Friedenspreis mehr bekommen?

Fragen über Fragen, aber wenn man sich die letzten Schüler-Demos und die Friedens-Demos am heutigen Feiertag anschaut, von denen in den staatlichen Sendern nicht viel zu sehen ist, hat man den Eindruck, daß eine Friedensbewegung Fahrt aufnimmt und sich immer weniger Menschen ein X für ein U vormachen lassen. 

Mittwoch, 30. September 2026

Erwischt

Der erste Vogelschwarm ist bereits aus Deutschland geflüchtet. Und gestern erwischte ich eine Kohlmeise mit einer Erdnuss, die fast so groß war wie sie selbst. Also muß wohl die Erdnuss auf meiner Türschwelle auch von einer Meise dort abgeworfen worden sein. Die Erdnuss sah sehr frisch aus. Ich weiß nicht, wo die Meisen sie herholen, in meinem Vogelhäuschen liegen keine Erdnüsse. Aber ich hatte schon häufiger mal den Verdacht, daß sie das Nisthäuschen als Wintervorratslager mißbrauchen. Die Bäume halten sich noch recht wacker, allerdings kann man schon die ersten Ahornnasen wie Hubschrauber fliegen sehen. Ich habe das mal beobachtet: Es ist wirklich erstaunlich, wie weit und wie hoch sie auf einer Luftströmung propellern können. 

Die letzte Nacht war mal wieder ziemlich kurz. Nach ca. vier Stunden Schlaf bin ich von unerklärlichen Glücksgefühlen heimgesucht worden und erst gegen Morgen eine weitere Stunde oder so eingenickt. Aber noch verrückter ist, daß ich diesmal Kopfschmerzen hatte, und nicht zu wenig. Also normalerweise lösen Kopfschmerzen bei mir alles andere als Glücksgefühle aus. Auf die Diagnose bin ich wirklich mal gespannt. Den Tag zuvor hatte ich ebenso bereits Kopfschmerzen und war eher bescheiden drauf, weshalb ich nur etwas Bürokram machte und mir abends "Babylon Berlin" anschaute, und zwar gleich mehrere Folgen bis zum Schluß, weil es einfach so hochdramatisch und spannend war. Aber dann leider viel zu schnell vorbei. 

Ich weiß, meine Beiträge sind zur Zeit ungewöhnlich kurz. Das liegt auch daran, daß ich zur Zeit intensiv mit Themen beschäftigt bin, über die man nicht wirklich viel schreiben kann. Zum einen bin ich sehr tief in die Welt der Asteroiden abgetaucht. Ich beschäftige mich ja schon sehr lange mit Astrologie. Ich glaube, es war an meinem 18. oder 20. Geburtstag, als mir mein Bruder ein Büchlein für mein Geburtsdatum schenkte, in welchem man sein echtes Horoskop erstellen konnte (also nicht nur Sonne- und Mondzeichen usw.) und es gab auch ein paar Deutungen, darin, in denen ich mich allerdings überhaupt nicht wiedererkannte. Doch mein Interesse war geweckt, und weil es damals weder YouTube noch Internet gab, legte ich mir nach und nach ein Regal mit Astrologie-Büchern zu, hörte aber vor ca. 20 Jahren auf, neue zu kaufen, weil ich meist eh nur in fünf bis sechs davon hineinschaue. Ich habe sogar noch ein paar analoge Ephemeriden und Horoskop-Vorlagen aus Papier herumzuliegen, weil man damals alles per Hand und Kopf berechnete. Heute kann sich jeder innerhalb von Minuten ohne viel Vorwissen auf Websites, in Apps oder Software sein Horoskop erstellen. Wenn ich mir manchmal diesen Unterschied bewußt mache, fühle ich mich, als sei ich antik und lebte bereits zu Leonardos Zeiten. In meinem Regal gibt es sogar Bücher zu einer Handvoll Asteroiden, aber ich habe dem nie so viel Aufmerksamkeit geschenkt und es war damals auch eher in den Anfängen. Inzwischen bekommt man ja dank Software, Internet und KI viel mehr Informationen und Anregungen und ich habe festgestellt, daß Asteroiden manchmal verblüffend genau das spezielle Thema zu bestimmten Hauptaspekten anzeigen können, die sich ansonsten in vielfältigen Bereichen und Arten im Leben bemerkbar machen. Witzig ist, daß der Asteroid, dessen Name eine Form meines Vornamens ist, direkt an meinem Aszendenten steht. Ich gehöre aber trotzdem weniger zur Rubrik der Vorhersager, sondern begnüge mich in der Regel mit stiller Beobachtung. 

Und das andere Thema, das mich gerade gepackt hat, sind Pflegeroutinen und Makeup - was für eine Mischung! Zum einen bin ich durch meine Hautpflegeprodukte gegangen und habe alles rausgeworfen, was nicht wirklich etwas bringt - nur noch das Beste vom Besten. Außerdem folge ich neuen und mehr Pflegeroutinen als sonst. Zum anderen bin ich gerade dabei, mein ganzes Makeup-Material durchzuprobieren, was noch paßt und welches nicht mehr. Da trifft es sich gut, daß ich lustigerweise gerade das Bedürfnis habe, mich "schön" zu machen, selbst wenn ich nur zu Hause bin, obwohl das eher untypisch ist für mich, weil ich eigentlich mehr der sportliche Typ bin, bei dem es schnell gehen muß. Aber zu meinem Geburtstag sind mir zwei Dinge klar geworden:

1. Ab einem bestimmten Alter hat es keinen Sinn mehr, auf natürliche Schönheit zu setzen - ohne ausreichende Instandhaltungsmaßnahmen ist es vorbei.

2. Wenn ich mich nochmal aufmotzen und mein Makeup benutzen will, dann ist JETZT der letzte passende Zeitpunkt dafür. Später wird das nichts mehr. 

Samstag, 26. September 2026

Mundraub

Wie passend: Da habe ich doch letztens bei einem Delikatessen-Händler meines Vertrauens einen obligatorischen Vorrat an Köstlichkeiten für Weihnachten und Winter bestellt. Das Paket wurde schnell gesendet, lagerte aber zwei Tage und ich wunderte mich, daß es zum Termin nicht zugestellt wurde. Erst erhielt ich eine Benachrichtigung, daß die Verpackung beschädigt sei und der Inhalt nachverpackt wird, einen Tag später hieß es, es fehle ein Teil des Inhalts und das Paket wird an den Absender zurückgeschickt. Lustig nach diesem >>Traum, in welchem man mir gleich das gesamte Paket geklaut hat. Gier scheint in diesem Jahr ein großes Thema zu sein. Anscheinend gönnt man mir zur Zeit weder im Traum noch in der Realität Leckereien. Dafür aber jede Menge Handwerker. Ich habe für Oktober schon wieder den nächsten Termin. Und das ausgerechnet bei rückläufiger Venus in meinem 4. Haus. Meine Umwelt läßt in diesem Jahr so überhaupt nichts aus, aber wenn man schon bauliche Veränderungen in Wohnungen vornehmen muß, warum dann ausgerechnet bei rückläufiger Venus? Na ja, ich kann eh nichts daran ändern und nur die Daumen drücken, daß der blinde, ferngesteuerte Aktionismus, von dem dieses Jahr geprägt ist, nur stresst, aber ansonsten folgenlos für mich bleibt. 

Immerhin verspricht der Wetterbericht noch ein paar schöne Tage. Neulich lief ich am Sportplatz vorbei, auf dem gänzlich das Gras abgemäht worden ist und diese riesige Fläche von abgemähtem Gras hat überwältigend geduftet. Diesen Duft von Wiese bekommen Parfums leider nicht wirklich hin. Ich habe ebenfalls schon an entsprechenden Duftmischungen von ätherischen Ölen gewerkelt, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. 

Am nächsten Dienstag versuchen sie es wieder mit der Chatkontrolle im EU-Parlament. >>Sie stimmen vermutlich so lange darüber ab, bis es klappt und sie alle Nachrichten, ob verschlüsselt oder unverschlüsselt automatisch durchsuchen und damit alle Bürger überwachen können. Außerdem las ich, daß in der Ukraine jetzt wohl auch schon Frauen Einberufungsbefehle erhalten. Wen schicken sie wohl in den Krieg, wenn niemand mehr da ist? Kinder? Das hat in Deutschland bereits nicht geklappt. Oder kriegen dann die Deutschen Einberufungsbefehle? Ich könnte mir vorstellen, daß dies das Interesse an altbackener Diplomatie unter den Deutschen sprunghaft erhöhen wird.  

Dienstag, 22. September 2026

Nu mal schön langsam

Wenn man nach den Wahlen mal in die sozialen Medien schaut, könnte man anhand der Schlagzeilen meinen, Berlin stehe kurz davor, dem Erdboden gleichgemacht zu werden: "Der Untergang Berlins", "Berlin wird zerstört", "Berlin ist dem Tode geweiht", "Berlin ist am Ende", "Berlin ist gefallen" usw. Die Reaktionen sind ähnlich hysterisch wie bei den Siegen der AfD. Zum einen kann ich die Panik vor der Linken nicht nachvollziehen. Diese Angst davor, daß die Linke eine neue DDR 2.0 aufbaut ist schon deshalb lächerlich, weil wir gerade bundesweit dabei sind, so etwas zu tun. Aber vermutlich ist der schleichende Abbau der Demokratie weniger auffällig, als wenn die Linke etwas von "Enteignungen" grölt. Und die heimliche Aushöhlung der Rechte der Bürger zum Zweck der Bespitzelung, wie z.B. >>der Zugriff auf elektronische Patientenakten durch den Geheimdienst, indem das Vertraulichkeitsverhältnis zwischen Arzt und Patient rechtlich wegfällt, ist natürlich weniger auffällig, als wenn genderspezifische seltsame Regelungen auf den Markt kommen. Zum anderen kaufe ich einer Partei, die inzwischen der CDU die Füße küsst, nicht ab, daß sie tatsächlich viel verändern wird. Da wird zum Beispiel, was die Vergesellschaftung von großen Wohnkonzernen betrifft, >>bereits von Gysi angekündigt, daß es erst mal nur zu einem neuen Volksentscheid kommen soll. Einen Volksentscheid darüber gab es aber bereits. Das klingt für mich eher nach Verzögerungstaktik, weil man da nicht wirklich ran will. Das heißt, wahrscheinlich dürfen wir erleben, daß auch die Linke ihre Wahlversprechen bricht. Im besten Fall traut man Elif Eralp zu, daß sie während eines Stromausfalls nicht den Tennisplatz bevorzugt. Ob die Linke in einer Koalition tatsächlich echte Lösungen für die Wohnungsnot findet, bleibt fraglich. 

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Montag, 21. September 2026

Nächtliche Vergnügungsfahrten

So so, da haben sich ja die anonymen Großspenden an die Linke weiterhin gelohnt, genauso wie bei der Bundestagswahl. In Berlin sind sie an die Spitze gerückt. In Meck-Pom ist die AfD ebenfalls wie in Sachsen stärkste Kraft geworden und das BSW liegt gleichauf mit der CDU, hi hi. Halt leider aber nur bei 4,8 bzw. CDU bei 4,9 Prozent. Bin gespannt, wie schnell die Neuauszählung der Stimmen für die CDU von statten geht, während das BSW immer noch auf die Neuauszählung der Bundestagswahl wartet. Daß sich deshalb nichts ändern wird, war mir schon vorher klar, denn dazu müßten ja die regulativen Instanzen einer Demokratie funktionieren, wie Presse etc., aber die schlafen alle oder sind von der Regierung bezahlt. Da muß man halt niemals mehr irgendwelche Konsequenzen ziehen. Erschütternd dagegen sind die 35,5 Prozent für die SPD in Meck-Pom. Es gibt diesen Spruch von Albert Einstein: „Die Definition von Wahnsinn: Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis erwarten.“ Abgewandelt könnte man sagen, die Definition von Wahnsinn ist, die gleichen zwei Parteien in schöner Regelmäßigkeit abwechselnd zu wählen und dann ein anderes Ergebnis zu erwarten. 

Außerdem ist die neue Staffel von "Babylon Berlin" angelaufen. Mir war gar nicht bekannt, daß es noch eine fünfte Staffel geben sollte. Die Swing-Saison ist damit nun offiziell eröffnet. Im übrigen eine steile These, daß Hitler durch Hypnose so geworden ist, wie er war. 

Die Nächte sind schon recht spannend zur Zeit und fast wie so eine Vergnügungspark-Überraschungstüte - man weiß nur nie, ob man in der Geisterbahn oder in der Luftschaukel landet. Jedenfalls bekomme ich nachts zum einen immer mal so heftige grundlose Glücksgefühle, daß ich nicht schlafen kann. Nicht daß ich etwas gegen Glücksgefühle hätte, aber wenn man dann nicht schläft, ist das nervig. Zum anderen kommen plötzlich uralte Kinderängste hoch. Die müssen wirklich aus der Kindheit stammen, weil ich teils genau solche Träume erlebe, wie ich sie in meiner Kindheit hatte. Damals träumte ich oft, daß ich auf unserem Hof von irgendetwas verfolgt werde - wilde Affen, Ufos, was auch immer, und daß ich deshalb ins Haus und die Treppen hinauf renne, oft zwei Stufen auf einmal nehmend. Und jetzt träume ich sowas wieder und direkt mit meinem Elternhaus und dem Hof verbunden. Interessanterweise ist aber nur jede zweite Nacht der Vergnügungspark dran, so kann ich wenigstens zwischendurch mal schlafen. In der letzten Nacht war die Vergnügung aber wieder ganz anders, denn ich träumte, daß ich mit einer Freundin ausgehe und in einem luxuriösen Fitnesscenter mit Außenterrasse und Biergarten, bzw. Restaurant lande. Meine Freundin ist irgendwann verschwunden, und ich beginne auf der Terrasse, wo Musik gespielt wird, allein zwischen den Tischen zu tanzen, während alle anderen sitzen und essen, Als ich mich wieder kurz hinsetze, kommt ein Chef aus dem Fitnesscenter mit einem riesigen Karton, drückt ihn mir in die Hände und auf den Schoß und sagt, ich hätte das gewonnen. Darin sind zwei Etagen voller köstlichster Leckereien - oben dreißig verschiedene Sorten von Pralinen und Gebäck - Vollmilch, Zartbitter und weiße Schokolade, Mochis, Petit Fours, Macarons, unten ebenso viele verschiedene Snacks, Baumkuchen und Rührkuchen mit bunten Linsen. Das kann ich gar nicht alleine essen und es ist wohl auch so gedacht, daß ich anderen davon etwas abgebe. Viele versammeln sich sofort um mich und greifen beherzt zu. Ich ebenfalls, damit sie mir nicht das beste wegessen. Ein Ehepaar steht neben mir und die Frau sagt zu dem Mann, ohne mich weiter zu beachten, er soll doch gleich alles einer bestimmten Sorte einstecken. Der Mann zögert, die Frau ist eindeutig respektlos und gierig. Ich sage deshalb laut, ob sie vergessen hat, daß dies eigentlich mir gehört. Die Kiste auf dem Schoß ist ziemlich sperrig und schwer, obwohl schon einiges aufgegessen wurde. Ich stelle sie zur Seite und gehe in das Center auf die Toilette. Als ich wieder herauskomme, ist der Karton mit meinem Gewinn verschwunden, vermutlich geklaut. Beim Aufwachen dachte ich dann ärgerlich bei mir, das war doch klar, wenn da so gierige Leute herumlaufen, daß der Karton gestohlen wird. Warum habe ich ihn dort stehen lassen? Menno! Wie dumm kann man sein...

Donnerstag, 17. September 2026

Gefundenes

Direkt vor meiner Balkontür fand ich heute eine ganze Erdnuss in Schale, und zwar auf der Stufe vor der Tür. Ich wäre beinahe drauf getreten. Der Wind kann sie nicht auf die Stufe geweht haben, das ist recht unwahrscheinlich. Vielleicht sehe ich so verhungert aus, daß die Vögel denken, daß sie mich jetzt füttern müssen. Ist aber auch eher unwahrscheinlich, denn normalerweise schlagen sich die undankbaren kleinen Racker nur den Bauch voll und zerlegen dafür hinterher noch den Balkon. Ich habe gestern extra an den Rändern des neuen Insektenschutzvorgangs Gewebeband angebracht, damit die Meisen nicht wieder ein Kunstwerk daraus machen. Ich verstehe aber sowieso nicht, warum die Rändern aus so dünnem Kunststoff sind, wo man sie doch ständig berührt beim Hindurchgehen. Es gibt zwar eine Waschanleitung für den Vorhang, aber bevor man überhaupt zum Waschen kommt, sind schon Löcher drinnen. Vermutlich soll das so sein, damit man wirklich alle ein bis zwei Jahre einen neuen Vorhang kaufen muß. 

Vom Hof her wurde ich neulich mit Country-Musik beschallt, irgendwo fand ein Sommerfest statt. Die Hitliste meiner unbeliebtesten Musikgenres wird von Heavy Metal angeführt, aber gleich danach kommt Country. Das ist für mich irgendwie das Äquivalent zu deutschen Blaskapellenmärschen, hört sich irgendwie alles gleich an. Wenn die Blaskapellenmärsche auf Platz drei kommen, dann nur deshalb, weil sie den Heimatbonus haben. Auch für Cowboys habe ich null Faible. Es gab ja kurz nach der Wende diesen Trend, daß fast alle Männer Cowboystiefel getragen haben (die Frauen dagegen lange "Pretty Woman"-Stiefel). Mein damaliger Freund hatte sich von seinem ersten Westgeld ebenfalls sofort Cowboystiefel gekauft. Grauenhaft. Ich glaube, das war die gräßlichste Männermode aller Zeiten. Wer heute noch Cowboystiefel trägt, der hat den Schuß nicht gehört. Selbst weiße Socken in Römerlatschen sind da sexier. Zur Liste meiner unbeliebtesten Musikstile gehört außerdem noch Reggae, das ist fast so ähnlich wie Country und deutsche Märsche, nur einschläfernder. 

Bei X schrieb letztens jemand: "Ihr habt Angst, dass Putin Deutschland einnimmt? Ich sag‘ mal so: Ein Liter Super kostet in Russland momentan 1,08€." Ich fürchte ja, wenn der Spritpreis in Deutschland über 3 EUR klettert, bekommt Putin bald die ersten Bettelbriefe aus Deutschland: "Bitte befreie uns!"

Ich habe mir eine Pressekonferenz des BSW Berlin und dieBasis über eine künftige Zusammenarbeit angeschaut. Bevor es das BSW gab, war dieBasis ja die einzige AfD-Alternative, wenn es um Kritik an der Corona-Politik ging, die sich außerdem für Basis-Demokratie einsetzt. Ich schätze mal, daß sich jetzt viele frühere Wähler von dieBasis für das BSW entscheiden, weil dort die Chance größer ist, daß die Stimme nicht verschenkt ist. Deshalb finde ich es eine gute Entscheidung, wenn man miteinander zusammenarbeitet, auch wenn bei der Pressekonferenz leider noch nichts so richtig Konkretes genannt wurde.