Gestern fand eine Sonne-Jupiter-Konjunktion zusammen mit dem Vollmond statt. Und das schon nahe an meinem Löwe-Aszendenten und in genauem positiven Aspekt zu meinem Uranus. Deshalb dachte ich mir, ich sollte mal wieder Lotto spielen. Gesagt, getan - und Jupiter hat gewirkt. Ich habe gewonnen. 5 EUR. Ein bißchen knauserig ist er ja schon, dieser Jupiter.
Meine Mutter dagegen wird jetzt auch vom Aktionismus des Feuerpferds gepiesackt, den sie hat eine Modernisierungsankündigung erhalten. Ihre alte Heizung soll rausgerissen werden, und anscheinend sollen da nun Wärmepumpen reinkommen. Das verstehe ich gar nicht, den eigentlich hat sie Fernheizung, aber vielleicht kriegt der staatlichen Vermieter ja irgendwelche Subventionen dafür. Jedenfalls ist sie jetzt bereits in heller Aufregung und Panik, denn für gebrechliche Menschen ist sowas noch viel anstrengender als für normale.
Ich vermute mal, in meinem Denkmal ist sowas verboten, denn in neu gebauten Häusern baut mein Vermieter zwar Wärmepumpen ein, aber hier im Altbestand gibt es keine solchen Pläne. Nur Glasfaser soll demnächst kommen.
Außerdem hat meine Mutter in der letzten Woche ihre Zähne verloren und nicht mehr wiedergefunden. Ihre oberen Zähne sind ihr irgendwie runtergefallen und weggerutscht, sie wußte aber nicht wohin. Sie waren nirgends zu sehen. Sie hat stundenlang zwei kleinere Schränkchen ausgeräumt und weggerückt, da war aber nichts drunter. Es mußte erst jemand kommen und unter den großen Schrank kriechen und sie hat sich nicht mehr rausgetraut ohne Zähne. Die kleinen Tücken des Greisenalters.
Zum Glück kann mir sowas in meinem Alter noch nicht passieren, aber irgendetwas verliert man stets mit den Jahren. Ich zum Beispiel gerade meine rechte Augenbraue. Die sieht immer löchriger und zerzauster aus, während die linke vollkommen normal und voll ist. Es wirkt inzwischen so, als hätte ich in der rechten Augenbraue zwei Piercings gehabt, die es aber nie gab. Und ich bilde mir sogar ein, daß früher die linke Braue schütterer war. Eigenartig. Lustigerweise hatte ich früher meinen Pony auf der linken Seite und jetzt auf der rechten. Vielleicht sollte ich den Pony mal wieder nach links verlegen.
Gestern bin ich mal einen anderen Weg zu meinem Supermarkt gegangen, weil ich sehen wollte, ob die öffentlichen Obstbäume an dieser Strecke schon reifes Obst tragen. Der Pflaumenbaum war so übervoll, daß auf dem ganzen Weg matschige Pflaumen lagen und auch ständig welche heruntergeplumpst sind. Da man unter dem Baum hindurch muß und nicht ausweichen kann, konnte ich schon von Glück sprechen, daß mir keine auf den Kopf gefallen ist. Eine, die mich fast getroffen hätte, hob ich auf und nahm sie mit nach Hause. Sie hat sehr süß und saftig geschmeckt. Leider hängen die Pflaumen, die noch nicht abgefallen sind, alle so hoch oben, daß man nicht herankommt, um sie zu pflücken. Gleich daneben sieht man Kirschgewächse mit Kirschen, die aber gelb sind. Es gibt ja spezielle gelbe Süßkirschensorten. Hier hingen ebenfalls die, die schon sehr reif aussahen so weit oben, daß man nicht herankommt, und unten waren nur grüne. Deshalb konnte ich sie leider nicht probieren. In einem Vorgarten dagegen leuchteten mich bereits reife Brombeeren an, so daß mir gleich der Zahn tropfte. Sie waren jedoch hinter einer breiten Hecke. Deshalb konnte ich mir nur drei an einem hervorstrebenden Zweig angeln, an mehr reichte ich nicht heran. Wenn man auf diesem Weg unterwegs ist, bräuchte man ein spezielles Pflückgerät. Außerdem stand irgendwann mitten auf dem Weg ein Baufahrzeug oder von Gartenarbeitern, an welchem hinten an der Anhängerkupplung ein strangulierter Teddybär hing. Das sah so strange aus, daß ich es wirklich bedauerte, keine Kamera dabei zu haben. Auf dem Rückweg dann entdeckte ich an einer Straßenlaterne Werbung für ein Kindertheater mit dem Knatterdrachen Furzipups. Was es alles gibt! Bei uns gab es früher nur Clown Ferdinand. Wahrscheinlich sind das schon die Blüten des aufstrebenden High-Protein-Zeitalters.
Die Fußballweltmeisterschaft ist ja nun beendet und ich gönne den Spaniern den Sieg. Dafür war es nämlich bei mir bald wieder schön still. Und die Argentinier gönnen sich für den zweiten Platz mal eben einen Feiertag. Wow! In Deutschland gibt es noch nicht einmal einen Feiertag, wenn wir gewinnen. Hier sind Fußballweltmeisterschaften traditionell nur dazu da, die feuchten Träume von Verantwortungslosigkeit + Machtsicherung/Einnahmen der Politik und Lobbys umzusetzen. Diesmal haben sie es aber arg übertrieben. Vermutlich ist die Liste nicht vollständig und auch nicht mehr aktuell:
Auf den Weg gebracht
- Chatkontrolle per Verfahrenstrick
- Tabaksteuer
- Alkoholsteuer
- Plastiksteuer
- Zuckerabgabe
- Digitalabgabe
- Neuverschuldung (über 200 Mrd. €)
- Überwachungskameras in Neuwagen
- Gesichtserkennung an Bahnhöfen
Angekündigt/Diskutiert
- Quasi Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes
- Mehr Befugnisse für Verfassungsschutz
- Überwachungspaket mit KI-Datenanalyse
- Anlasslose IP-Vorratsdatenspeicherung
- Digitaler Euro
- MwSt. Erhöhung auf 22%
- Abschaffung Ehegattensplitting
- Abschaffung Familienversicherung
- Rente ab 70
- Social-Media-Verbot für Kinder mit Altersverifizierung
- außerdem sollen die Transparenzregeln im Lebensmittelrecht und die Meldepflichten für Labore abgeschafft werden, d.h. es kann Verstöße gegen Hygiene oder Grenzwerte oder sonstiges geben, als Verbraucher erfährt man davon nichts mehr
Nachdem also bereits die Arzneimittelsicherheit aufgeweicht wurde, ist jetzt häppchenweise (Kennzeichnung für diverse gentechnisch veränderte Pflanzen in Lebensmitteln ist schon weggefallen - >>die Allergiker, leider ohne Lobby, bedanken sich und andere werden sich noch umschauen) die Lebensmittelsicherheit dran, damit auch hier die Verbraucher fressen, was auf den Tisch kommt und keine Fragen stellen. Man soll anscheinend umfangreich dumm gehalten werden, sowohl was die Qualität von Produkten und Dienstleistungen betrifft, als auch mit der Veränderung des Informationsfreiheitsgesetzes, über das, was hinter den Kulissen in der Politik und den Behörden vor sich geht. Wobei letzteres ja sowieso schon erfolgt, indem relevante SMS und Chats nicht rausgerückt, wichtige Dokumente geschwärzt werden oder Anfragen, wie zum Beispiel zur Zeit zum Besitz von Rüstungsaktien in der Regierung einfach nicht beantwortet werden. Und das, während man dagegen als mündiger Bürger dauerhaft unter Generalverdacht steht, so daß Chats mitgelesen werden, digitale Überwachung ausgeweitet wird bis hin zu jeder Finanztransaktion und in Wohnungen heimlich geschnüffelt, oder sogar Staatstrojaner installiert werden dürfen (in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bereits Praxis). Dabei haben diejenigen, die tatsächlich etwas Kriminelles auf dem Kerbholz haben, ganz andere Möglichkeiten, die sie auch nutzen, bzw. gehören praktischerweise gleich zu den Eliten, wo ihnen eh nichts geschieht, siehe Epstein-Files, von denen man nichts mehr hört. Das nenne ich mal ein Zwei-Klassen-System der orwellschen Art.
Der Blitzeinschlag am Freitagabend hatte doch tatsächlich meinen Zenwecker zerlegt. Dachte ich zumindest, weil der tot war und nicht mehr auf Strom reagierte. Ich vermutete, daß es das Netzteil erwischt hat. Aber ich konnte den Zenwecker wiederbeleben, er mußte nur zurückgesetzt werden, war also wohl irgendwie "eingefroren" vom Blitz. Ansonsten würde ich nicht nur einen neuen Duschvorhang brauchen, sondern auch ein neues Netzteil, und ich weiß nicht, ob so ein passendes für diesen speziellen Zenwecker überhaupt noch erhältlich ist. Aber irgendwie muß noch mehr Hochspannung in der Luft liegen, oder ich stehe unter Hochspannung, denn ich hatte wandernde Nervenschmerzen an Beinen, Hüften und ziehende Zähne. Sowas kriege ich meist bei geomagnetischen Stürmen oder Sonnenstürmen, doch die entsprechenden Info-Seiten meinten, es liege kein signifikantes Weltraumwetter vor. Vielleicht habe ich etwas vom Blitz abbekommen. Oder ich war irgendwo, wo ich nicht hingehöre. Denn eine Schlagzeile der Woche hieß: >>Erstmals wurde Zucker im interstellaren Raum entdeckt. Paßt: >>Erst gehe ich ab wie eine Rakete und dann habe ich Jetlag. *lol*
In dieser Woche stieß ich außerdem auf >>digitalisierte historische Adressbücher von Berlin, die frei zugänglich sind, und das war ein gefundenes Fressen für mich, denn ich wollte schon immer gerne wissen, wo genau das Haus meiner Großeltern stand, welches 1945 zerbombt wurde. Ich mußte ziemlich lange suchen, zum Glück kann ich aber Frakturschrift lesen und schließlich wurde ich fündig. Es war das Haus Posener Straße 4 (O 34). Blöd nur, daß in Berlin weit und breit keine Posener Straße zu finden ist. Deshalb mußte ich weiter recherchieren, wobei mir ein Webportal für historische Karten überhaupt nicht weitergeholfen hat, aber bei oldmapsonline.org für Berlin-Friedrichshain löste sich das Rätsel. Die Posener Straße ist heute die Wedekindstraße, welche 1951 diesen Namen bekam. Und das Haus lag direkt in Richtung Ostbahnhof, wo meine Großmutter in den letzten Monaten des Krieges mit anderen Frauen plünderte, um etwas Eßbares zu ergattern. Ich schätze mal, Straßenumbenennungen sind der Albtraum jeden Historikers.
Weil ich schon dabei war, schaute ich auch mal nach, wer so in meinem Haus wohnte. Vor 1932 war hier noch alles Baustelle. 1932 stand das Haus komischerweise leer, obwohl in den Nebenhäusern bereits Leute wohnten. Erst 1933 wohnten dann ein Tonkünstler, ein Schlosser, ein Installateur, ein Presser und ein Kraftwagenführer im Haus - es war also noch nicht ganz besetzt. Leider sieht man nicht, in welchen Wohnungen wer jeweils wohnte. In 1934 waren es dann schon sechs: ein Reichsbahnschaffner, weiterhin der Tonkünstler, auch der Kraftwagenführer, ein Angestellter, eine Musternäherin und ein Ww (Witwe?). Die nächsten Jahre habe ich nicht mehr recherchiert, denn das wäre zu zeitaufwendig geworden. Ich erinnerte mich daran, wie ich nach der Modernisierung, als die Kachelöfen herausgerissen worden waren, neu renovieren mußte, und an der Wand hinter dem Kachelofen alte Zeitungsblätter zum Vorschein kamen, die dort an der Wand anscheinend zur Dämmung verwendet wurden. Auch anderswo kann man historische Spuren finden. Wir haben im Haus nämlich eine äußerst charmante Kellertür. Ich glaube, die steht direkt und strikt unter Denkmalschutz, denn dem Rattengiftzettel, der kaum noch zu entziffern ist, kann man entnehmen, daß die schon 1966 so aussah, und sie hat allen Modernisierungen getrotzt. Vermutlich darf sie weder gestrichen noch ausgetauscht werden.
Eigentlich dachte ich ja, als ich den neuen Insektenschutzvorhang angebracht hatte, ich bin jetzt fertig mit ausbessern, werkeln und auswechseln, aber gestern ist mir doch tatsächlich an einer Lasche der Duschvorhang gerissen, so daß sie nicht mehr hält, was mir bei dem Vinylstoff noch nie passiert ist. Jetzt brauche ich einen neuen Duschvorhang. Es ist wie verhext. Und weil ich aus dem Ausbessern und Auswechseln gar nicht mehr herauskomme, dachte ich, ich wechsle auch gleich mal meinen Mobilfunkanbieter, wenn ich denn schon so im Schwung bin. Ich hatte bisher nämlich noch einen Vertrag mit sage und schreibe 500 MB Taten Datenvolumen. Lustigerweise reicht das auch die meiste Zeit, außer wenn das Internet bei mir "kaputt" ist oder ich auf Reisen bin. Leider hat mir mein Anbieter immer nur Tarifwechsel zu teureren Tarifen angeboten, aber nie einen zu einem gleichwertigen mit mehr Tatenvolumen (Sorry, Datenvolumen natürlich - wieso schreibe ich dauernd Tatenvolumen?). Dabei hat er solche Tarife mit einigen GB ebenfalls im Angebot, die entweder preiswerter sind oder genauso viel monatlich kosten wie mein Vertrag. Also bleibt einem gar nichts anderes übrig als den Anbieter zu wechseln. Es war zwar nicht unbedingt nötig, aber wenn schon Auswechseln bis der Arzt kommt, dann wenigstens alles, dessen Zeit abgelaufen ist.
Jetzt am Abend begann es zu stürmen und zu gewittern und dann hat es so laut eingeschlagen - muß also direkt über mir gewesen sein, denn Blitze sind ja bekanntlich nicht laut, daß meine Deckenlampe, die ausgeschaltet war, kurz leuchtete und ich Funkensprühen hörte. Ich habe es genau gesehen und gehört! Vor Schreck kroch ich fast unter den Tisch und hielt mir die Ohren zu. Ohrenzuhalten bringt natürlich überhaupt nichts, wenn der Blitz einschlägt, aber na ja. Aufregender wird es heute nicht mehr.
Wegen der Malerarbeiten mußte ich das Meisenkunstwerk, also den zerfetzten Insektenschutzvorhang, sowie sämtliche Klettstreifen von der Tür entfernen. Ich bin nicht gleich dazu gekommen, den neuen Vorhang anzubringen und schon hing mir vorgestern ein Teil der Kreuzspinnenbrut von der Decke. Noch sind sie sehr klein und wenn sie so klein sind, sind sie noch niedlich, aber ich möchte ihnen nicht beim Wachsen zuschauen. Die nächste hatte dann bereits ein vollständiges Netz auf meinem Balkon gewebt, ein sehr hübsches und akkurates, das muß man ihr lassen. Ich habe ja den Eindruck, daß kleine Spinnen viel sorgfältiger und engagierter beim Weben ihrer Netze vorgehen als alte Spinnen, die ihre Netze nur noch so hinschludern. Das ist bei den Spinnen vermutlich ähnlich wie bei den Menschen mit ihrem Welpeneifer. Aber auch wenn sie sich so viel Mühe gegeben hat, bekam sie einen Freiflug über die Balkonbrüstung. Unten kann sie weiterweben. Abends in der Dämmerung sah ich die nächste Babyspinne in einem Netz am Vogelhäuschen.
Gestern bin ich endlich dazu gekommen, den neuen Vorhang anzubringen, so daß ich jetzt zumindest im Zimmer sicher bin. In den letzten Tagen hatte ich auch wieder ein bißchen mehr Muße für Dinge, die mir Spaß machen, wie zum Beispiel Collagen zusammenstellen. Dabei fiel mir auf, daß es in dieser Collage zum Thema Illusionen eine Geheimschrift gibt, die ich vorher nie gesehen habe. Sie ist spiegelverkehrt und wenn man sie liest, erkennt man das Wort "beginnende". Beginnende Illusion also. Ich liebe solche Zufälle.
Ich hatte außerdem Lust auf Kichererbsensalat, aber ohne Gurke. Doch im Netz findet man fast nur Rezepte mit Gurke und in den anderen sind irgendwelche anderen komischen Sachen drin, die ich nicht zuhause habe. Ich schmiss dann einfach selbst etwas zusammen: Kichererbsen, Tomate, Sprossen, Sardellen, hartgekochtes Ei, Sojasauce und Thymian. Beim nächsten Mal würde ich die Sardellen vielleicht weglassen, denn zwischen den Kichererbsen spürt man die dünnen Gräten zu deutlich. Auf einer Pizza ist das kein Problem. Und die KI hat mich ein wenig erheitert, wobei ich ja manchmal nicht so genau weiß, ob ich mich über sie ärgern oder lachen soll. Ich fragte sie nämlich nach einem gebräuchlichen humorvollen Begriff für eine bestimmte Sache, der mir entfallen war, aber ihre Vorschläge kamen nicht aus dem Gebrauchswortschatz und waren schließlich geraten und selbst zusammengestellt. Also sagte ich ihr, sie solle es gut sein lassen, so wichtig sei das nicht. Und da haut sie doch raus, wenn mir der Begriff nicht einfalle, liege das nicht an mir, sondern daran, daß mein System auf Klarheit und Effizienz schaltet. Du meine Güte - mal abgesehen davon, daß ich noch überhaupt kein Problem damit habe, daß mir gerade ein etwas ausgefallener Begriff nicht einfällt und ich deshalb nicht gepampert werden muß, erzählt sie sowas vermutlich auch jedem, der unter Alzheimer leidet. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß sie, wenn sie das Muster registriert, daß jemand immer wieder etwas vergißt, diesem Benutzer dann vorschlägt, beim Arzt einen Demenztest durchführen zu lassen.
Am letzten Donnerstag wurde im EU-Parlament doch nach mehrmaligen Abstimmungen, in denen die Chatkontrolle stets abgelehnt wurde, ein neuer Versuch gestartet und mit einem Trick die anlaßlose Chatkontrolle durchgewunken. Mal abgesehen davon, daß es schon ein merkwürdiges demokratisches Abstimmungsverhalten ist, so lange über etwas abzustimmen, bis das Ergebnis stimmt oder man irgendwelche Tricks anwenden kann, ist es noch fragwürdiger, durch einen Verfahrenstrick eine positive Abstimmung zu erklären, wenn aber immer noch die Mehrheit der Abgeordneten mit "Nein" gestimmt hat. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, daß dies ein unabhängiges Gericht als legitim ansehen würde. Über eine Neuauszählung der Stimmen des BSW hört man aber auch nichts mehr. Die Schlüsse daraus über den Zustand der Justiz kann jeder für sich selbst ziehen. >>Wie praktisch, daß gleich mal in Deutschland das Informationsfreiheitsgesetz eingeschränkt werden soll. In letzter Zeit wird ja ständig so viel über gefährliche Demokratiefeinde geredet. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, um wen es sich dabei handelt.
Ich hätte nicht gedacht, daß mir das, was ich in der DDR über das Umgehen von Abhören und Ausspionieren gelernt habe, noch einmal nützlich werden würde. Mein Vater hatte als Pfarrer das Privileg, in der DDR ein eigenes Telefon zu besitzen, welche gerade im kirchlichen Umfeld gerne abgehört wurden. Es wimmelte in diesem Milieu auch von inoffiziellen Mitarbeitern. Bei einer inoffiziellen Mitarbeiterin wohnte ich sogar ein paar Jahre zur Untermiete, natürlich ohne das zu wissen. Dunkel meine ich mich zu erinnern, daß die Eltern meiner Schulfreundin ebenfalls ein Telefon hatten, vielleicht weil der Vater bei der Interflug gearbeitet hat. Und Ärzte genossen wohl ebenso diesen Vorzug. Ich bin von klein auf von Handlungsanweisungen geprägt, die alle möglichen Bereiche abdeckten: Wohnungstür, Telefon, Briefe, was man sagt und wie man es sagt. Oder sprachlich verschlüsselt. Ich bin so davon geprägt, daß ich mich nach der Wende sogar manchmal für etwas paranoid gehalten habe, wenn es im Telefon knackte und ich sofort dachte, es könnte gerade jemand mithören. Inzwischen finde ich das wieder viel weniger unwahrscheinlich, aber es stört mich nicht, weil ich ja damit aufgewachsen bin. Ich bin quasi bereits ausgebildet.
Wer sich in dieser Abwärtsspirale freiheitlicher Errungenschaften etwas aufheitern will, dem empfehle ich die Comicserie "Verdammte Katze!" auf arte. Die Serie erinnert ein bißchen an Simons Cat, nur viel böser, weil man die Gedanken des Katers hört, der mich ein bißchen an einen Piraten erinnert, vielleicht wegen des einen Eckzahns, der immer ganz alleine zu sehen ist. Der Humor ist jedenfalls genauso schwarz wie der Kater:
Uff, heute war es soweit - der Maler war wegen der Außenfenster hier. Schon kurz vor 7:30 h stand er vor der Tür. Eigentlich sind die meisten Außenanstriche bis auf das Wohnzimmer und die Balkontür noch in Ordnung gewesen, deshalb hoffte ich, es geht relativ schnell und er macht nur da etwas, wo es notwendig ist, aber er erklärte, auch die Anstriche, die in Ordnung sind, müssen überstrichen werden, also alle. Da bei der Balkontür am Innenrahmen die Farbe abzublättern begann, weil ich sie nachts immer etwas offen habe, fragte ich ihn, ob er das mitmachen würde, wenn ich es bezahle, weil Innen ja in meine Zuständigkeit fällt. Er machte ein paar Fotos und meinte, er müsse den Chef fragen. Nachdem er in der Küche gearbeitet hatte, dachte ich das sei erledigt, aber erfuhr, das war der erste Anstrich, es kommt noch ein zweiter. Ich hatte schon Panik, ob er das alles an einem Tag schafft oder noch zu einem nächsten Termin kommen muß. Ich war ja sowieso froh, daß es kurzfristig heute mit einem Termin geklappt hatte, wenn es in Berlin angenehme 20 - 22 Grad sind. Bei Hitze hätte ich das nicht mitgemacht, da brauche ich geschlossene Fenster und Türen.
Später kam er mit dem Chef, der sich alles anschaute und grünes Licht gab, damit auch der Rahmen und die Innenseite der Tür ausgebessert wird. Dieser erzählte, daß wohl die Denkmalbehörde meinen Vermieter auf dem Kieker hat und irgendwelche Begehungen stattfinden sollen. Deswegen soll die Farbe an den Außenfenstern einheitlich sein und zwar reinweiß und nicht Eierschale wie sie an den alten Fenstern aussieht. Na ja, der Maler machte also weiter und ich war erstmal nur mit Beaufsichtigung und Wegräumen beschäftigt. Da in meinem Denkmal aber die Türen nicht gut schließen, wurde es schnell brenzlig, wenn überall die Fenster zum Trocknen aufstehen und Zugluft herrscht. Einen Glasschaden möchte man ja nicht noch zusätzlich haben. Und als der Maler eine halbe Stunde Mittagspause machte, verkrümelte ich mich ins Badezimmer, weil die Tür am besten schließt und es in dem kleinen Kabuff am wärmsten war. Glücklicherweise hat er dann doch alles geschafft und war sogar um ein Uhr bereits fertig, so daß ich das abhaken kann. Danach war ich aber weiterhin bis um vier Uhr mit Ordnung machen und Farbsplitter wegsaugen beschäftigt, sowie damit, die Außenfenster nachzupolieren, wenn sowieso schon alles weggeräumt ist. Denn diesen Fensterputzspaß wie in diesem Jahr werde ich mir im nächsten ganz gewiß nicht gönnen.
Weil es diese Woche so kühle Temperaturen sind, wollte ich mich eigentlich außerdem mit Mineralwasser und Melone eindecken, da es in der nächsten Woche erneut wärmer wird, aber heute bin ich einfach nur noch hundemüde. Morgen ist auch noch ein Tag. Irgendwie habe ich diesen Feuervogel, äh das Feuerpferd, unterschätzt. Ich vergesse immer wieder, wie es ist, wenn irgendjemand sich eine blöde Idee in den Kopf setzt und dann alle anderen damit in Hektik versetzt, irgendetwas kommt davon immer bei einem an, denn der Druck wird von einem zum anderen weitergegeben. Keine Ahnung, wer auf die Idee mit den gleich weißen Fenstern gekommen ist, das Denkmalamt oder noch jemand anderes, aber man kann dem nicht entkommen, höchstens auf einer einsamen Insel. Es ist unglaublich, wieviel Stress Menschen verbreiten können, vor allem, wenn sie verblendet sind. Das ist auch so ein Punkt, bei welchem ich mit der KI uneinig bin, und zwar in Zusammenhang mit Human Design. Im Human Design gibt es im Chart Zentren, die je nachdem ob sie definiert oder undefiniert sind eine bestimmte Bedeutung haben sollen. Ich selbst kann mich eigentlich mit diesen Zentren und deren angeblicher Bedeutung am wenigsten identifizieren, jedenfalls weniger als mit den Kanälen, Autorität, Typ usw. Am ehesten würde ich mich noch in meinem undefinierten Wurzelzentrum erkennen, denn das bedeutet, daß man selbst relativ entspannt und chillig ist, sowie sein eigenes Tempo hat, und eher von außen unter Druck gesetzt wird, was einen dann aber um so mehr stressen kann. Und das stimmt auf jeden Fall, mal abgesehen davon, daß ich mich auch sehr gut selbst unter Druck setzen kann, allerdings nur solange es mir halbwegs Spaß macht. Wenn es frustrierend wird, höre ich damit wieder auf. Über die KI habe ich mich geärgert, weil die mir immer erzählen wollte, wenn ich erkenne, daß der Druck von außen kommt, dann hätte ich ihn nicht mehr. So ein Quatsch! Die KI hat leider keine Ahnung vom Leben. Ab und zu kann man sicherlich dem Druck ausweichen oder ihn beim anderen lassen, aber ganz so einfach ist es nun doch nicht, wie jeder weiß, der in bestimmte Strukturen eingebunden ist. Als ich noch angestellt war, war das beste Beispiel dafür das magische Datum 31.12., das sich irgendwie jeder ständig als Deadline auserkoren hat, selbst wenn es bis zum 12.1. oder sonst wann im Januar Zeit gehabt hätte. Zum Glück habe ich mit dieser 31.12.-Manie jetzt nicht mehr viel zu tun.
Ich erlebte es tatsächlich sogar einmal, daß mich mein unmittelbarer Chef nach Feierabend in meinem Büro eingeschlossen hat, weil ich eine bestimmte Sache fertig machen sollte, was ich aber nicht wollte. Denn diese Sache hätte definitiv auch noch Zeit bis zum nächsten Tag gehabt. Und ich war in meinem Job dafür bekannt, daß ich zuverlässig bin. Ok, theoretisch hätte ich die Polizei anrufen können und sagen: "Mein Chef hält mich gefangen." Denn sowas ist im Grunde Freiheitsberaubung, wir leben ja nicht mehr in der Leibeigenschaft oder Sklaverei. Oder ich hätte mich weiter weigern können, mich die ganze Nacht über einsperren lassen und in die Büroecke pinkeln können. Dann hätte er aber ebenfalls da bleiben müssen oder spätabends wäre die Reinigungskraft gekommen und hätte mich befreit. Jedenfalls hätte ich ihm die Hölle heiß machen können. Hab ich aber nicht, weil man dann selbst keinen Bock darauf hat, daß es noch mehr eskaliert. Man beißt lieber in den sauren Apfel. Was ich aber in meinem Leben mit undefiniertem Wurzelzentrum gelernt habe, ist, daß Nein-Sagen die beste Art ist, um jemanden kennenzulernen und zu erfahren, ob man mit dieser Person etwas zu tun haben möchte oder nicht. Und jetzt brauche ich selbst ein bißchen Denkmalpflege, denn erst als der Maler weg war, stellte ich fest, daß ich einige weiße Farbe abbekommen habe, wie zum Beispiel einen großen weißen Graffiti-Farbfleck am Hals. Keine Ahnung, wie der dorthin gekommen ist. Das ruiniert noch meine antike Substanz.
Zwar konnte ich nach dem Akku-Schaden fast ohne Probleme auf das Ersatzhandy umziehen, allerdings mußte ich feststellen, daß die Kamera des älteren Ersatzhandys nicht so toll funktioniert. Es gibt oft eine Verzögerung zwischen Ton und Bild, weshalb sie sich nur rudimentär gebrauchen läßt. Auf einem Gebrauchtmarkt erstand ich daher preiswert die gehobene Version meines neueren Handys, das eine sehr gute Kamera hat. Von der entsprechenden Marke gibt es inzwischen nur noch neue Handys ab 400 EUR aufwärts, was mir zu teuer ist. Leider sollte die Zustellung mit FedEx erfolgen und um sicher zu sein, daß ich nicht sinnlos warte, verlegte ich montags den Zustelltermin auf den 2.7., also morgen, was mir auch per Email bestätigt wurde. Zuerst stand korrekt dieser Termin in der Sendungsverfolgung, doch am Dienstag stand wieder der Dienstag drin, so daß ich nicht wußte, ob nun jemand kommt oder nicht. Erst abends erhielt ich zwei SMS, die erste, daß am Dienstag zugestellt wird, die zweite, daß der Termin auf Donnerstag verschoben wurde. Als ich Mittwoch früh, also heute, dann in meine Emails schaute, hieß es das Paket sei früh um 8:24 h zugestellt worden. Wtf? Geklingelt hatte es jedenfalls nicht und eine Zustelladresse war nicht herauszufinden. Ich erstmal raus, weil ich bei den kühleren Temperaturen einkaufen gehen wollte. Da keine Benachrichtigungskarte zu finden war, wurde ich schon etwas gnatzig. Doch auf der Straße einige Meter entfernt steht ein FedEx -Wagen und ein FedEx-Mann kommt mit einem kleinen Päckchen die Straße entlang. Das Paket war zwar angeblich zugestellt, aber spaßeshalber quatschte ich ihn an und fragte, ob er zufällig zu mir möchte. Und der hatte doch tatsächlich mein Päckchen! Ich fürchtete schon, er will jetzt meinen Ausweis sehen, den ich nicht dabei hatte. Aber nö, er hat es mir einfach so gegeben, weil er mich aus der entsprechenden Hausnummer hat herauskommen sehen. So bin ich - zwar nicht zum Termin und mit viel nervigem Hin und Her - doch noch ohne weiteres Warten oder Suchen zum Päckchen gekommen.
Im Supermarkt erwartete mich eine Störung der Pfandautomaten, ich hatte aber eine ganze Tasche voll Pfandflaschen dabei und mußte deshalb warten, bis die Störung behoben war. Lustigerweise hat der Kassierer dann vergessen, die Pfandbons abzuziehen, was mir nicht sofort aufgefallen ist. Also hätte ich meine Flaschen gleich in die Tonne werfen können. Na ja, man merkt, daß der rückläufige Merkur bereits sehr aktiv ist.
Daran, daß auf die Post kein Verlaß mehr ist und dauernd irgendetwas nicht mehr ankommt, hat der rückläufige Merkur aber sicher keinen Anteil. Ich hatte das ja schon im letzten Jahr, daß Briefe verloren gegangen sind. Heute fand ich nun eine Mahnung der Krankenkasse über 7,95 EUR mit großzügigem Aufschlag von 5 EUR Mahngebühr einen Beitrag betreffend, über den ich nie einen Bescheid bekommen habe. Und meine neue Kreditkarte, die mir angeblich schon im Mai zugesendet wurde, ist bis heute nicht angekommen. Ich frage mich ja, was die Post mit diesen vielen, nicht zugestellten Briefen tut. Kippen sie die auf eine Müllhalde oder gibt es dafür ein extra Lagerhaus?
Aber nicht nur das, es gibt außerdem keine Sardinen mehr. Mir ist schon länger nebenbei aufgefallen, daß ich keine Sardinen mehr sehe. Ich schaute deshalb die letzten Wochen mal bewußt nach Sardinen, aber weder im Discounter noch im Supermarkt und auch nicht bei Knuspr sind Sardinen zu bekommen. Was ist mit den Sardinen los? Sind die ausgestorben? Und ausgerechnet dann, wenn man Appetit darauf hat!
Bloß gut, daß ich meinen Hintergrund noch nicht gewechselt habe. Zusammen mit Regen- oder Meersound die beste Abkühlung: