ThingsGuide

Dienstag, 31. Januar 2023

Land of Confusion

Weil ich ja nun bald schon wieder wählen darf, habe ich mir mal den Wahl-o-mat für Berlin angetan. Das Ergebnis verstärkt meine Verwirrung eher noch, denn es ist komplett schizophren. Ich habe allerdings auch todesmutig gleich mal alle Parteien angehakt, das hätte ich vielleicht nicht tun sollen. DieBasis war bei mir beim Bundes-Wahl-o-mat ebenfalls an erster Stelle, ok. Aber die AfD war im Bund auf dem letzten Platz. Nun kommen nach DieBasis erstmal die linksextremistischen Parteien, dann die rechtsextremistischen Parteien und erst unter ferner liefen, die üblichen Parteien. So nach dem Motto - Hauptsache extremistisch, ob links oder rechts, wen interessiert's? Damit bin ich jetzt genauso schlau wie vorher, denn ich halte eigentlich nicht viel von Extremismus. Anderseits würde ich die Khakigrünen inzwischen ebenfalls als extremistische Partei einstufen, unabhängig von irgendwelchen offiziellen Einschätzungen. Für mich ist alles extremistisch, was nicht mehr mit den Menschenrechten vereinbar ist. 

Es wurden zudem sehr detaillierte Fragen gestellt, zu denen ich nicht viel Meinung habe. Zum Beispiel, ob die Friedrichstraße autofrei werden, bzw. bleiben soll. Nun ja, die Friedrichstraße war, zumindest für mich, schon immer komplett unattraktiv. Vielleicht würde sich das ändern, wenn sie autofrei wäre. Ich finde aber, das sollten die Anwohner, Händler und der Bezirk entscheiden. Oder ob es neben den üblichen Toiletten noch Unisex-Toiletten geben soll. Also mich tangiert das wirklich nur peripher. Ich frage mich dann halt, wenn es Männer-, Frauen- und sogar Rollstuhlfahrertoiletten gibt, warum man sich noch zusätzlich Probleme macht, wenn einem so schon das Wasser bis zum Hals steht. Wiederum würde ich es nicht so toll finden, wenn sich Männer, die perverse Absichten haben, nur noch als Frau verkleiden müssten, um auf eine Frauentoilette zu dürfen. Ich gehe davon aus, daß sowas nur seltene Einzelfälle wären, aber Männer verteidigen ihr Refugium viel vehementer. Davon kann ich selbst ein Lied singen, als ich versehentlich in eine Herrentoilette gelatscht bin. Es war in einer Diskothek, also gut besucht, und perfiderweise gab es keine Urinale. Ansonsten wäre es mir bestimmt bereits aufgefallen, als ich die Tür öffnete. Es gab jedoch nur ein Waschbecken, an welchem eine Person stand, weshalb ich unbekümmert hineinspazierte. Erst als mich der Mann am Waschbecken so verdutzt anschaute, als wäre gerade ein Alien gelandet, fiel es mir auf. Da war aber auch schon der Türsteher hinter mir, der mich zackig nach draußen komplimentierte: "Fräulein!! Aber sofort raus hier, sonst fliegst du!" Ich schätze mal, hätte ich Herrenanzug und Hut getragen, wäre es wohl ebenfalls nicht anders gelaufen. Gibt es eigentlich neuere Erkenntnisse darüber, ob man es heute als Frau in Männerkleidung wieder wagen könnte, ein Herrenklo zu betreten? Es existieren ja schließlich nicht nur die Trans-Frauen, sondern auch die Trans-Männer. 

Und eine sehr spannende Frage kann mir der Wahl-o-mat nie beantworten. Nämlich welche Partei tatsächlich ihr Programm so meint und es umsetzen will, und welche Partei es ähnlich wie die Grünen macht und nur Programme aufstellt, die Wählerstimmen bringen sollen, aber hinterher vergessen sind. Schade, daß es nicht sowas wie einen Parteien-Lügendetektor gibt. 

Wahl-o-mat Berlin 2023

Samstag, 28. Januar 2023

Fehlbesetzung

Unser Trotzköpfchen-Baerböckchen hat leider als Außenministerin das diplomatische Geschick einer Kampfhaubitze, obwohl gerade solches für diesen Job am wichtigsten wäre. Als sich im Rahmen des Wahlkampfes die Spitzenkandidaten im Fernsehen vorstellten, meinte meine Mutter damals über sie: "Um Gottes Willen! Die würde uns ja um Kopf und Kragen reden!" Tja, das tut sie jetzt auch als Ministerin. Wenn der Wirtschaftsminister keine Ahnung von Wirtschaft hat und der Gesundheitsminister keine Ahnung von Medizin, denkt man sich ja noch, die könnten sich von Experten beraten lassen, also unabhängigen Experten natürlich und nicht den jetzigen Lobby-Experten, die gerne Märchen erzählen, um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Aber ein Außenminister, der keine Ahnung von Diplomatie hat? Vielleicht sollte zumindest ein Mediationskurs zur Pflichtausbildung von Politikern werden. Sogar in meinem Arbeitsleben gab es regelmäßig Weiterbildungen zu Deeskalation und Umgang mit schwierigen Klienten. Und wir hatten jede Menge schwierige Klienten: haftentlassene Mörder, Vergewaltiger, Kriegsverbrecher, Drogensüchtige, psychisch Kranke, Alkoholiker usw. usf. Ohne Diplomatie und gutes Zureden ging da manchmal gar nichts. Und hätte ich damals gesagt: "Mit diesen Leuten rede ich nicht. Mit Verbrechern will ich nichts zu tun haben.", dann wäre ich wahrscheinlich meinen Job los gewesen, denn es gehörte zu meinen Aufgaben, mit diesen Leuten ebenfalls zu kommunizieren.* Ähnlich verhält es sich mit einer Außenministerin, da wir nun einmal leider in einer Welt leben, die von viel zu vielen Verbrechern regiert wird. Wäre natürlich schöner, dies wäre anders. Wäre, hätte, Fahrradkette. Da hilft es auch nicht weiter, wenn sie barfuß um Buddhastatuen tanzt, obwohl das hübsch anzusehen ist. Es geht in diesem Job nicht um Selbstdarstellung, sondern um Verantwortung gegenüber dem eigenen Land und um die konkrete Aufgabe, schwelende Konflikte oder Probleme im Außen diplomatisch zu lösen, bzw. es zumindest zu versuchen, statt sie zu verschlimmern. Von daher halte ich sie für eine komplette Fehlbesetzung. Vielleicht sollte sie lieber Landwirtschaftsministerin werden - da könnte sie kleine Kälbchen streicheln. 

Im Übrigen würde mich wirklich interessieren, wie sie eigentlich zum Grünen-Außenminister Joschka Fischer steht, >>der 1999 unter der Schröder-Regierung einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien durchsetzte, und zwar aus den gleichen Gründen, die auch Putin jetzt anführt. Der einzige Unterschied war, daß die NATO mitgemacht hat. Es ist per Gesetz strafbar völkerrechtswidrige Angriffskriege zu billigen, da sie eine Straftat darstellen. Gilt das Strafgesetzbuch für Politiker vielleicht nicht? Oder gilt es nur nicht für Angriffskriege, bei denen die NATO dabei ist, weil eine kleine Völkerrechtsverletzung dann schon nicht so schlimm ist? >>Für Serbien ist der Krieg von damals noch immer eine Umweltkatastrophe, denn Serbien hat heute noch europaweit die höchste Anzahl von Lungenkrebsfällen, resultierend aus dem Bombardement von serbischen Chemiebetrieben. Und die NATO wurde bis heute nicht zur Verantwortung gezogen. 

Der kroatische Präsident meinte zum letzten Ausfall von Trotzköpfchen-Baerböckchen nur trocken: >>„Jetzt sagt der deutsche Außenminister, dass wir uns einig sein müssen, weil wir, ich zitiere, mit Russland im Krieg sind. Das habe ich nicht gewusst. Vielleicht ist Deutschland im Krieg mit Russland, aber dann, viel Glück, vielleicht geht es diesmal besser aus als vor 70 Jahren.“ Ja, Glück wünsche ich uns auch bei dieser Außenministerin und dieser Regierung! Die meisten Länder haben sich ja bereits während der Endphase des Corona-Wahnsinns über Deutschland schlappgelacht, inzwischen denkt wohl jedes Land auf der Welt, wo man noch Verstand hat, daß Deutschland jetzt komplett durchdreht. Ich persönlich möchte nicht mehr von Leuten vertreten werden, die nach außen in der Welt Deutschland als ein Land von fermentierten Krautköpfen repräsentieren. 

* Übrigens beruht mein Roman "Goldhort" auf einer wahren Mordgeschichte aus meinem Arbeitsleben. Der Gegenwartsstrang enthält diese wahren Begebenheiten, insbesondere die psychologische Dynamik -  die Vergangenheit mit dem Zarengold und den Piraten natürlich nicht. Ich fand es erfreulich, daß das Buch bei einem Bücherportal unter dem Stichwort "Psychodynamik" geführt wird - anscheinend ist dem ein oder anderen Leser diese aufgefallen. Vielleicht hätte ich als Einleitung so einen Spruch reinschreiben sollen wie: "Beruht auf wahren Begebenheiten" und die Leute würden sich weniger darüber beschweren, daß alles so unglaubwürdig ist. Vielleicht würden sie dann aber auch sagen, daß ich lüge, wenn ich schreibe, es sei eine wahre Geschichte. Na ja, die wahre Geschichte ist selbstverständlich ausgeschmückt und mit einer zweiten wahren Geschichte aus der Zeitung kombiniert worden. Und zwischendurch wurde etwas gesponnen, soll ja schließlich auch Spaß machen, aber selbst die Piratengeschichte ist nicht ganz unwahr, denn es gab ja bekanntermaßen und historisch belegt weibliche Piraten. Vielleicht bemängelt man gerade auch deshalb, daß die Story unglaubwürdig ist, weil das Leben halt verrücktere Geschichten schreibt, als sich irgendein Mensch überhaupt ausdenken kann. 

Freitag, 27. Januar 2023

Traumwelten

Es ist irgendwie faszinierend, wie die persönlichen Traumwelten manchmal ein ganz strukturiertes und überzeugendes Eigenleben mit Vergangenheit und Zukunft entwickeln, fast so als seien es Parallelwelten, in denen man ein zweites Leben führt. Da trifft man in regelmäßigen Abständen Personen, zu denen man seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr hat, und es ist, als hätte man sich nie aus den Augen verloren. Man kehrt an bestimmte Orte oder Strände aus früheren Träumen zurück. Oder man findet Dinge wieder, die man in einem anderen Traum verlegt oder vergessen hatte. Es muß so um Silvester herum gewesen sein, da träumte ich, daß ich mit jemandem zusammen in eine Apotheke eingebrochen bin. Wir haben von dort nichts mitgehen lassen, nur herumgestöbert. Unter anderem fand ich auch ein Regal mit Orakelkarten. Und wärend mein Begleiter schon zur Eile mahnte, weil anscheinend Leute im Anmarsch waren, die uns entdeckt hätten, konnte ich es trotzdem nicht lassen, noch vier Karten aus einem Deck zu ziehen. Ich schaute nur kurz drauf, legte dann alle vier als Fächer auf einem Bücher- oder Kartonstapel ab und ließ sie so liegen, ohne daran zu denken, daß dies eventuell jemandem auffallen könnte.

Ich hielt den Traum nach dem Aufwachen nicht für besonders wichtig und vergaß ihn sofort. Zwei Wochen später nun träumte ich, daß ich diese vier abgelegten Karten wiederfand. Wie ich erneut an den Ort gelangte, weiß ich nicht. Aber ich griff mir alle vier Karten und schaute jetzt genauer hin. Sie waren in einem leuchtenden und changierenden Mittelblau gestaltet, auf welchem sich violette Glitzerelemente befanden. Auf der obersten Karte stand in weißen Großbuchstaben "LIEBE". Was auf den anderen Karten war, habe ich mir nicht gemerkt. Später dann kochte ich ein Essen, das aus bunt schillernden Pilzen mit weißem Stiel und einem Brei bestand, vielleicht Kartoffelbrei. Allerdings fehlte noch eine dritte wichtige Zutat oder Beilage, nämlich diese Karten, die ich zum Schluß dazutat. Na ja, es ist ja allgemein bekannt, daß die Zutat "Liebe" Gerichte besonders bekömmlich macht. Und eigentlich esse ich sehr gerne Pilze - solche Pilze wie im Traum würde ich allerdings normalerweise nicht anfassen. Nach dem Aufwachen mußte ich an den Satz: "Wem hilft die Karte der Liebe ohne die Karte der Macht" denken (aus "Tarot" von Juliane Werding). Und ich hatte Lust, das alles in meinem Sketchbook festzuhalten. Auf den Pilzen ist rosa Glitzer drauf, aber das sieht man auf dem Foto nicht. 

Karte der Liebe

Mittwoch, 25. Januar 2023

Gruselige Rekonstruktion

Gestern war bei arte Themenabend mit zwei Teilen von >>"Berlin 1933 - Tagebuch einer Großstadt", einer wirklich taggenauen Rekonstruktion dieser Zeit aus Tagebüchern, Briefen, Bildern und Videos. Unter dem Link kann man sich die Sendungen noch bis zum 23.4. anschauen. Gruselig ist diese Rekonstruktion vor allem deshalb, weil das alles eben nicht lange her und vorbei scheint, sondern weil man sich in ein paar Dingen ebenfalls an die jetzige Zeitgeschichte erinnert fühlt, die man selbst miterlebt. Als in der Sendung die Rede von Nazi-Verkäufern war, die durch irgendwelche Verkäufe Geld für die Partei sammelten, ist mir zudem eine Familienerzählung wieder eingefallen, die mir vollkommen entfallen war. Aber zum Glück schreibe ich ja stets alles auf. 

Meine Urgroßmutter, die in der Altstadt von Küstrin wohnte, >>welche später am Ende des Krieges vollständig vom Erdboden verschwand, wurde während des Krieges regelmäßig von jemandem aus der Partei besucht, der kleine Holzfiguren verkaufte. Der Erlös wurde zur Kriegsfinanzierung genutzt. Meine Urgroßmutter kaufte regelmäßig etwas ab, bis zu jenem Tag schon ziemlich kurz vor dem Kriegsende. Sie hatte inzwischen einen ihrer Söhne, Onkel Walter, im Krieg verloren und weigerte sich, etwas zu kaufen. Stattdessen erklärte sie sinngemäß, sie hoffe, der Krieg sei bald vorüber. Darauf wurde sie von dem Verkäufer wegen Wehrkraftzersetzung angeschwärzt. Sie wurde von der Polizei abgeholt und es fand sogar eine Gerichtsverhandlung statt. Sie hatte jedoch glücklicherweise einen guten Rechtsanwalt, der alles auf die psychische Schiene wegen des Verlustes ihres Sohnes schob. Nur deshalb wurde sie frei gelassen, mußte sich aber regelmäßig wie eine Verbrecherin auf Bewährung bei einem Polizeirevier melden. Vom Onkel Walter gab es als letztes Lebenszeichen nur die Zeichnung eines Schlachtfeldes bei Stalingrad. Die Zeichnung existiert nicht mehr, vermutlich ist sie während der Ausbombung verloren gegangen, wie all die anderen Fotos und Familiendokumente mütterlicherseits.

Man fragt sich immer mal wieder bei diesen Geschichten, warum erst die eigenen Kinder und Angehörige in den Krieg ziehen und sterben müssen, bevor die Kriegslust vergeht und nicht mehr mitgemacht wird. Ich finde ja die derzeitige Forderung, daß die "Khakigrünen" an die Ostfront sollen, nur recht und billig, denn sie brauchen diese Erfahrung anscheinend am dringendsten. Zu dem Thema gibt es beim rbb kultur auch ein berührendes Hörspiel nach der Erzählung von Anna Seghers "Der Ausflug der toten Mädchen", >>das man hier nachhören kann. Eigentlich mag ich Hörspiele nicht so gerne und bevorzuge Lesungen, weil ich das akustische Gewirr in Hörspielen eher nervend finde, aber bei dieser Erzählung gibt es nur eine Erzählerin, welche "sich in einer Art Schwebezustand zwischen Traum und Realität an einen fröhlichen Schulausflug aus dem Jahr 1912 und an die Geschicke der Klassenkameradinnen bis in den Zweiten Weltkrieg hinein erinnert. Sie ist dabei zugleich allwissende Beobachterin und als Schulmädchen Netty Teil der Handlung. Anhand der unterschiedlichen Biografien von späteren Opfern, Tätern und Mitläuferinnen zeichnet Seghers exemplarisch ein Spiegelbild der deutschen Bevölkerung und widmet sich, wie schon in ihrem berühmten Roman "Das siebte Kreuz", dem Geheimnis des Widerstandes - der Frage, was Menschen dazu befähigt, in einem inhumanen Alltag ihre Menschlichkeit zu bewahren."

Grenze

Sonntag, 22. Januar 2023

Erinnerungen an kalte Tage

Irgendwie kam ich heute auf die Idee, mal mein Körbcben mit den zahlreichen Handschuhen und Handstulpen durchzuschauen und auszumisten, zumindest hatte ich das vor. Denn eigentlich bin ich gar kein großer Handschuhträger, ich ziehe wirklich erst dann welche an, wenn es gar nicht mehr anders geht, weil einem sonst die Finger abfallen. Und das habe ich nun schon seit Jahren nicht mehr erlebt. Außer natürlich als wir im Winter in Polen an der Ostsee waren, da waren die Handschuhe echt nützlich. Ansonsten kommt man bei diesen Wintern ja gar nicht mehr dazu, seine Handschuhe auszuführen. Doch dafür, daß ich eh selten Handschuhe benutze, ist eine erstaunliche Sammlung im Laufe der Jahre zusammengekommen. Ich kippte also das Körbchen aus und überlegte, von welchen Teilen ich mich trennen könnte. 

Hm, im Grunde haben alle dieser Modelle irgendeine Besonderheit, weswegen ich sie nicht weggeben kann. Die blau-grünen gehören zu einem von meiner Mutter gehäkelten Schal, den ich noch immer gerne trage. Die grauen gehören zu einem grauen Glitzer-Schal. Die türkisen und roten Patchwork-Teile liebe ich. Die gebe ich auf keinen Fall weg. Die weißen hatte ich mir extra für Norwegen besorgt, weil sie für Tablets und Handys optimiert sind. Die blauen sind aus sehr warmen Mikrofleecestoff, der aber anders als Strickhandschuhe nicht aufträgt. Die Rosa-Puschel-Teile sind viel zu kuschelig und putzig. Die weißen Stulpen mit Fell trage ich immer zu Hause, wenn meine Hände kalt sind und sie helfen dagegen wunderbar. Die blau-weißen sind ganz raffiniert und so warm, daß man damit wohl bis zum Nordpol vorstoßen könnte, denn es sind abgeschnittene Fingerhandschuhe aus gefüttertem Strick, die man zu Fäustlingen umfunktionieren kann. Die schwarz-weißen sind sehr praktische kleine Stulpen-Dinger, die an Ärmeln nicht stören und über den Fingern schön lang sind. Und die silbrig-weißen sind ganz billige Thermohandschuhe, denen ich mal die Fingerkuppen abgeschnitten habe, um sie bei meinen eiskalten Fotostreifzügen durch Berlin zu tragen. Denn je stürmischer und nasser, um so mehr liebe ich es, Fotos zu machen und herumzustreunen, aber die Finger machen dabei nicht lange mit, wenn man sie immer draußen hat und auch noch gebrauchen muß. Letztlich sortierte ich einzig und allein das weiße Strickpaar aus, welches sowieso etwas kratzig ist. Und somit habe ich immer noch einen ganzen Korb voll Handschuhe und Stulpen, die ich ganz dringend brauche - wozu auch immer.  

Bei der Gelegenheit stöberte ich gleich ein wenig in den Fotos von meinen "eiskalten Fotostreifzügen" und erinnerte  mich an einige naßkalte und verschneite Wintertage und -abende, in denen ich durch Berlin stromerte. 

Handschuh-Sammlung

Kaltes Berlin1

Kaltes Berlin2

Kaltes Berlin7

Kaltes Berlin9

Kaltes Berlin10

Kaltes Berlin6

Kaltes Berlin4

Kaltes Berlin3

Kaltes Berlin8

Kaltes Berlin5

Samstag, 14. Januar 2023

Verlorener Tag

Was ich am Online-Shopping am nervigsten finde, ist die Warterei auf die Pakete. Wenn gleich vormittags alles klappt, läuft es gut. Deshalb war ich heute früh erst einmal froh gestimmt und freute mich, weil die beiden kleinen Päckchen gleichzeitig "In Zustellung" angezeigt wurden. Ein Abwasch, super! Ich hatte mir nämlich 2x 100 ml Feuerzangen-Rum bestellt, weil ich keine Lust habe, mir für 23 EUR eine Flasche Stroh-Rum zu kaufen, nur um einen winzigen Zuckerwürfel für meinen Tassen-Punsch anzünden. Und in den Supermärkten findet man für solche Zwecke irgendwie nichts. Bei Medimops wiederum ergatterte ich gebraucht einen Wunschartikel, der mir normal immer zu teuer war. Wenn ich warte, komme ich zu nichts von dem, was ich normalerweise machen würde, sondern es gehen nur ein paar stinknormale Tagesaktivitäten, denen jeder am Tage nachgeht. So ein bißchen Körper- und Küchenhygiene, vielleicht noch ein bißchen lesen. Ich mag nicht gerne Dinge tun, in die ich mich richtig hinein versenke, weil ich dann Unterbrechungen als extrem unangenehm empfinde. Der Rest von meinen geliebten schwitzigen, "schmutzigen" und/oder konzentrierten Tätigkeiten wird also aufgeschoben. Letzen Endes lande ich bei Youtube und schaue mir Videos an. Wenn man tagsüber bei Youtube landet, ist das fast so schlimm, wie wenn man tagsüber den Fernseher einschaltet und auf dem Sofa versumpft. Nur daß die Inhalte auf Youtube deutlich interessanter sind als im Fernsehen. 

Na ja, ich wartete also und es wurde 15 Uhr bis meine Postbotin klingelte. Bereits mehr als genug Zeit, um Videos zu konsumieren. Die Postbotin kam dann zwar mit zwei Päckchen, reichte mir allerdings nur eines davon. Als ich deshalb auf das zweite Päckchen schielte, fiel ihr ein, daß sie mir dieses, das für eine Nachbarin war, auch noch überhelfen könnte, was sie wohl erst nicht vorhatte. Mein zweites Päckchen ist zur Zeit immer noch "In Zustellung" und meine Nachbarin hat sich ebenfalls noch nicht blicken lassen. Ich bin ja gespannt, wieviele Tage ich jetzt wieder in der Warteschleife hängen darf. Jedenfalls habe ich quasi heute fast den gesamten Tag vor Youtube verbracht. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das gelohnt hat. Erst stöberte ich in Choreografien und Tanz-Workouts herum, und lud auch etwas herunter, was ich eigentlich unterlassen wollte, denn solche Videos habe ich schon zu genüge gesammelt. Dann sah ich mir ein Video über Junk-Journals an und dabei fiel mir ein, daß ich ja das alte Junk-Journal aus meiner Jugend gerne ein bißchen mit Nagellack, Stickern und Markern aufmotzen wollte. Ich habe damals einfach nur Gedichte, Zitate und Bilder gesammelt und diese in ein Heft geklebt. Dann schaute ich mir 54 Minuten lang ein Motivationsvideo an, dessen einziger relevanter Inhalt neben Werbung in der Neuigkeit bestand, daß Lerninhalte besser behalten werden, wenn sie mit Emotionen verknüpft sind. Toll, das wußte ich vorher auch schon. Dieser Mensch hat ein Buch geschrieben, einen Bestseller sogar, den der Verlag von über 300 Seiten auf etwas über 200 Seiten herunterkürzte. Nun ja, ich weiß nach diesem Video, daß ich das Buch auch bei "nur" 200 Seiten nicht anfassen werde, wenn die Inhalte darin genauso großzügig vertreten sind. 

Zwischendurch sah ich zudem das Video von einem Channelmedium, welches mitteilte, daß heute Menschen nicht mehr so wie früher entführt werden (also von Ufos), sondern eher eingeladen werden, oder so - den zweiten Teil bekam ich aber schon gar nicht mehr so genau mit, weil ich nach dem ersten Teil laut lachend für mich selbst vervollständigte: Heute werden die Menschen nicht mehr so wie früher entführt - heute gehen sie freiwillig mit! Darüber habe ich mich dann den halben Tag beeumelt, weil ich das so lustig fand. Wenn plötzlich ein Ufo vor meiner Tür stände, oder vorm Fenster, oder was weiß ich, wie die sich bemerkbar machen, würde ich wohl mit flehend erhobenen Armen sagen: "Hey, nehmt mich mit! Es kann nur besser werden. Bitte laßt mich nicht hier zurück!!!"


Montag, 9. Januar 2023

Interessanter Talk in der Blauen Stunde

Am spannendsten in nachfolgendem Talk fand ich vor allem die Voraussage des einen Moderators, der Ukraine-Krieg sei spätestens im Juni vorbei und Selenskij mit seiner Regierung werde sich gegen den Westen wenden. Ich war richtig baff, als ich das hörte, denn ich habe schon dasselbe gedacht. Als ich mir zum Jahresende die astrologischen Daten anschaute kam mir genau dieser Gedanke, daß die ukrainische Elite irgendwann die Schnauze voll haben könnte davon, ihr Land und ihr Volk als Kanonenfutter für die USA zu verheizen, ganz besonders, wenn das Geld nicht mehr so großzügig fließt, und sie sich dann gegen den Westen wenden. Ob das nun in diesem Jahr ist, wer kann das schon so genau sagen, zur Zeit scheint das unvorstellbar. Dennoch wird es für Biden in diesem Jahr auf jeden Fall noch ziemlich haarig werden. Doch weil ich dachte, daß nur ich diese verkorksten Ideen bekomme, und ich mich mit so einer hobbyastrologischen Vorhersage nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte, behielt ich das für mich. Um so witziger, daß es anscheinend noch andere Dumme gibt, die solche seltsamen Gedanken haben: >>https://www.ardaudiothek.de/episode/die-blaue-stunde/neues-jahr-neuer-redakteur/radioeins/12251225/

Weil ich gerade dabei bin, möchte ich weitere interessante Links mit euch teilen. Zum einen diesen >>zum Krankheitspotential von Gentechnik. (>>Über die gefährlichen Folgen des genmanipulierten Medikaments kann man auch im >>Arznei-Telegramm nachlesen.) Daß genmanipulierte Lebenmittel stärker allergieauslösend sind als andere Lebensmittel, dürfte ja inzwischen zum Allgemeinwissen gehören. Um so seltsamer fand ich es, daß man bei der Genimpfung, obwohl es bereits zu Beginn diesbezüglich ernste Warnzeichen gab, nur lapidar Beobachtung verordnete. Ich als Allergiker empfinde das als eine bodenlose Frechheit, denn es bedeutet nichts anderes, als daß man mich wissentlich dem Risiko einer lebensbedrohlichen Situation aussetzt und meint, ich müßte zufrieden sein, wenn man mir dann das Leben rettet. Bin ich aber nicht, im Gegenteil, denn dabei wird komplett unter den Tisch gekehrt, was es bedeutet, wenn man mit Medikamenten wie Cortison, Antihistaminen und mehr vollgepumpt wird, und welche Schäden und Nebenwirkungen diese auch nur bei einem kurzen Einsatz hinterlassen. Mal ganz abgesehen von den Trauma-Folgen. Ich bin erst dann zufrieden, wenn ich als Allergiker, der ja von Natur aus sowieso mehr Gefahren ausgesetzt ist, nicht noch genötigt werde, mir Dinge einzuverleiben, die mich krank machen oder gar in lebensbedrohliche Situationen bringen, wenn es nicht tatsächlich irgendeinen riesengroßen, noch besseren Nutzen für mich hätte. Daß dies bei dieser Impfung nicht der Fall ist, war mir von Anfang an klar, weil es dazu einfach zu viele andere, fast nebenwirkungsfreie, antivirale Behandlungsmöglichkeiten gibt, insbesondere für respiratorische Viren, über die ich ja hier im Blog immer wieder schrieb, auch wenn es niemand hören wollte.

Was Nötigung betrifft, geht mein Dank zudem ausdrücklich an die Grünen und Cem Özdemir, der im letzten Jahr 150 Pestizide zugelassen hat, einige davon sogar ungeprüft. Als jemand, der auf Pestizide reagiert, habe ich vor vielen, vielen Jahren, rein aus Verzweiflung, ebenfalls mal Grün gewählt, weil ich dachte, die Umweltvergiftung hätte dann vielleicht ein Ende. Na ja, zum Glück ist mir schon vor ca. zwanzig Jahren die Industrie- und Konzernliebe der Grünen aufgefallen, weshalb ich damals mein Wahlverhalten änderte. Aber auch, wenn ich sie seit langem nicht mehr wähle, sage ich trotzdem gerne noch einmal: Danke für nichts! Ihr könnt hier einen Appell an Cem Özdemir mitzeichnen:

>>https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/ungepruefte-pestizide-augen-auf-cem-oezdemir/

Daß Özdemir jetzt die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse fordert, finde ich dagegen gut. Falls dann doch mal etwas Gutes durchgesetzt werden sollte, hoffe ich, das gilt auch für Bio-Ware, also die wirklich gesunde Alternative. 

Und zum Abschluß noch ein spannender Artikel darüber, >>wie kosmische Strahlung unser Wetter macht.

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Sonntag, 8. Januar 2023

Mein neuer begehbarer Kühlschrank

Vergeßt begehbare Kleiderschränke - ich habe etwas viel besseres, einen begehbaren Kühlschrank! Nachdem mein kleiner Camping-Kühlschrank immer mehr nachgelassen hat und zum Schluß bei 17 Grad lag, dachte ich mir, da ist ja mein Balkon direkt effektiver. Also packte ich den Kühlschrankinhalt in eine Schüssel und auf den Balkon. Funktioniert wunderbar und man bekommt immer, wenn man etwas aus dem Kühlschrank holt, gleich eine Nase voll frischer Luft. Wozu hat man sonst einen stürmischen und kalten Balkon? Den kleinen Kühler habe ich ausgeschaltet. Manchmal erholen sich die thermoelektrischen Elemente, aber bevor es draußen 12 Grad sind, lohnt es sich kaum, ihn wieder einzuschalten. Ich hoffe nur, daß die Meisen nicht meine Butter anpicken. 

Nebenbei beschäftigen mich seit Beginn des Jahres noch einige andere schwerwiegende Probleme:

1. Was zum Teufel ist der Unterschied zwischen "Seduction" und "Temptation"? Zwar gibt es für dieses Problem auch Internetseiten, aber wenn man dort bis zum Schluß runterliest, bringen sie für beide Wörter genau dieselben Beispiele. Deshalb bin ich diesbezüglich immer noch nicht schlauer. 

2. Wieso ist es eigentlich in Büchern erlaubt, daß diese sowohl ein Vorwort als auch eine Einleitung haben? Ich finde, der "Urschleim" sollte ausdrücklich nur noch in Büchern der Kategorie "A" abgedruckt werden dürfen, also für komplette Anfänger. In anderen Büchern müßte "Urschleim" untersagt werden. Was könnte man damit für Papier und Energie sparen!

3. Was ist nun energiesparender - eine große Gasflamme, mit der man in kürzester Zeit kocht, oder eine kleine Gasflamme, mit der man aber länger braucht? Für Studien darüber würde ich mich interessieren, die gibt es aber anscheinend nicht. 

4. Wieso werden für eine Floskel, zu der das Wort Freiheit von "Experten" gekürt wurde, welches zu den sogenannten westlichen Werten gehört, überhaupt noch Kriege geführt? Oder ist die Tagesschau inzwischen eine Satiresendung, die sich deshalb selbst mit Nominierungen für die größtmöglichste Inhaltsleere schmückt? Für so viel kognitive Dissonanz ist mein Gehirn nicht geschaffen. Mir springen dann die neuroelektrischen Sicherungen raus. Gehört Freiheit schon zur putzigen Folklore? Was hätte Willy Brandt wohl dazu gesagt? Vielleicht: „Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit.“ Ein andere Zitat von ihm: „Den Interessen unseres Volkes wird nicht gerecht, wer schon Amen sagt, wenn in Washington noch gebetet wird.“ Na ja, wer sich hat erpressbar machen lassen, kann sich halt Rückgrat und eigene Entscheidungen nicht leisten, sondern muß für immer eine ferngesteuerte Amöbe bleiben. 

5. ein richtig netter Muskelkater. 

Begehbarer Kühlschrank