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Donnerstag, 19. September 2019

Tanz als Belohnung

Brrr, ist das eine Eiseskälte plötzlich, der reinste Winter. Nachts bin ich bei geöffneter Balkontür und weiterhin abgedrehter Heizung etwas bibbernd aufgewacht. Außerdem träumte ich davon, daß ich im Zumbaverein bin und die eine Zumbine, die mal kurzfristig freitags Zumba gegeben hat, dort wieder Trainerin ist. Zudem war auch noch die letzte Mittwochstrainerin anwesend, allerdings nur als Besucherin, und beide schwärmten von einem 21., dem Tag an dem wohl ein ganz besonderes Ereignis stattfinden soll. Beide wollten dabei unbedingt anwesend sein, aber blöderweise vergaß ich zu fragen, was am 21. denn Tolles passiert.
Heute habe ich erstmal die Leinen-Sommerbettwäsche abgezogen und Kuschelbettwäsche draufgepackt. Dabei schüttelte ich gleich noch eine tote Wespe aus den Laken, die sich dort versteckt hatte. Mit der Kuschelbettwäsche läßt es sich hoffentlich jetzt besser aushalten, aber die Heizung aufdrehen möchte ich noch nicht. Ich bin generell mit dieser Wetter-Gesamtsituation ziemlich unzufrieden. Im Sommer ist es so heiß, daß man diesen gar nicht wirklich genießen kann, sondern im eigenen Saft schmort, außer man hat Bluthochdruck und/oder Arteriosklerose (da lohnen sich diese Krankheiten fast), und gleich darauf ist es schon wieder arschkalt. Da war das letzte Jahr etwas besser, als es bis Ende Oktober noch schöne spätsommerliche Temperaturen gab. Aber ein Gutes haben die niedrigen Temperaturen - sie machen den restlichen Wespen, die noch da sind, und hoffentlich auch den wirklich garstigen blutsaugenden Insekten den Garaus (nur daß ich jetzt kein Bedürfnis mehr habe, mich draußen aufzuhalten).

Gestern abend war ich wieder in der Contemporary Class und fast wäre es diesmal Privatunterricht geworden, denn anfangs war ich mit der Kursleiterin alleine, bevor dann etwas später doch noch eine Dritte im Bunde zu uns stieß. Wir hielten uns auch gar nicht lange auf, sondern gingen nach ein wenig Einlaufen auf den Boden. Diesmal war es für meine Festplatte recht kritisch, denn sowohl bei der Bodenchoreo gab es etwas Neues, als auch in der Tanzchoreo wurde eine Bodensequenz hinzugefügt, und irgendwie kann ich mir das auf dem Boden immer nur sehr lückenhaft merken. Ich habe den Eindruck, daß dies ein bißchen an meinem Orientierungssinn liegt, bzw. meinem fehlenden Orientierungssinn - wenn man mich irgendwo aussetzt, ist es mehr oder weniger Glückssache, ob ich zurückfinde. Und auf dem Boden, vor allem wenn man sich dabei noch verschraubt und verrenkt, weiß ich manchmal nicht mehr, wo vorne und hinten, links und rechts ist. Aber gut, als ich mit Zumba begann, konnte ich mir anfangs nicht mal ein paar Tanzschritte hintereinander merken, während mir jetzt im Stehen vieles schon recht gut im Gedächtnis bleibt. Also ist es vermutlich nur eine Übungssache. Ich habe die andere Mittänzerin gefragt, wie sie sich die Bodensachen merken kann und sie meinte, daß jetzt nach dem dritten Kurs, den sie bereits mitgemacht hat, sie sich so langsam an einiges erinnert. Außerdem meinte sie, daß ich mir dafür die Positionen gut merken kann und mir fiel auf, daß sie anscheinend recht hat. Denn wenn die Kursleiterin die Positionen abfragt, schaut sie meist zuerst mich an und ich antworte am häufigsten. Manchmal muß aber auch ich überlegen, und wenn ich dann nach der Position gefragt werde, während ich auf einer halben Zehenspitze balanciere, muß selbst ich passen. Ich kann entweder nur balancieren oder nachdenken, beides zusammen geht nicht. Gestern sollten wir außerdem nicht mehr nur auf der normalen halben Zehenspitze balancieren, sondern auf der höchstmöglichen. Es ist unglaublich, wie man dabei ins Schwitzen kommt. Man steht quasi nur herum, aber trotzdem bricht einem überall der Schweiß aus.

Ich muß sagen, obwohl mir die Bodenarbeit, bedingt durch mein Gehirn, das dabei noch nicht so richtig mitmachen will, sowie durch die körperlichen Einschränkungen, eher schwerfällt, bin ich trotzdem irgendwie fasziniert und auch ein bißchen angefixt von den unendlich vielen Möglichkeiten, die sich dabei zusätzlich für das Tanzen auftun. Na gut, unendlich sind sie vielleicht nicht, wenn man nicht gerade einen Körper aus Knete hat, aber selbst, wenn man nur durchschnittlich beweglich und sportlich ist, sind die Möglichkeiten doch vielfältiger als ich mir hätte vorstellen können. Ich hatte ja bei manchen Choreos zuhause schon ein bißchen mit dem Boden "gespielt", aber da ich nicht viel Platz habe, beschränkte sich das meist auf einige Posen und elegant runter und wieder hoch zu kommen. Dabei hatte ich bereits für mich festgestellt, daß man am schnellsten, einfachsten und elegantesten mit Schraubbewegungen hoch und wieder runterkommt. Dem entsprechend gelangten wir gestern bei der Tanzchoreo ebenfalls mit einer Schraubbewegung auf den Boden. Auf dem Boden herumzurollen und Beine zu schwingen ist dagegen völlig neu, aber irgendwie cool. Allerdings sind die Bewegungen, die man dabei macht, schon eine ganz andere Nummer als Yoga. Natürlich sind die Bewegungen viel dynamischer und detailreicher, aber auch auf eine andere Weise noch anspruchsvoller, was die Beweglichkeit betrifft. Ich könnte mir vorstellen, daß sich das auf Dauer ebenfalls positiv auf die Beweglichkeit auswirkt, vielleicht sogar noch mehr als bei den statischen Bewegungen des Yoga, jedenfalls wäre das zu hoffen.

Durch diesen Kurs habe ich erstmals tatsächlich einen richtigen Eindruck davon, wie sehr sich das viele Üben, vor allem auch im Yoga, tatsächlich gelohnt hat. Natürlich lohnt sich das regelmäßige Üben schon aus gesundheitlichen Gründen immer, aber es kommt einem eher weniger so vor, als hätte man einen Mehrwert davon, weil es ja, wenn es einem gut geht, eigentlich normal sein sollte. Aber ich empfinde es jetzt alleine schon als einen Erfolg, egal wie das Ergebnis aussieht, und gleichzeitig als eine Belohnung, bei diesem Kurs überhaupt mitmachen und einigermaßen mithalten zu können. Teilweise machen wir da auch die ein oder andere Yogaübung, die wir länger halten, und schon dabei hätte ich vor einigen Jahren noch versagt, nicht zu reden vom Boden. Vermutlich hätte ich mich vor einigen Jahren gar nicht in solch einen Kurs getraut oder ich hätte gleich nach dem ersten Mal aufgegeben, weil es so überhaupt nicht meinen Fähigkeiten entsprochen hätte und zu fern für mich gewesen wäre.
Aber ist doch schön, wenn man schließlich wirklich mal eine richtig greifbare und nicht unbedingt notwendige Belohnung für die ganzen Mühen erhält!

Und wenn ich mich so für neue Bewegungsformen begeistere, bin ich wiederum fasziniert von mir selbst. Denn ich kann mir gar nicht erklären, woher meine Begeisterungsfähigkeit für bestimmte Bewegungen oder für das Gefühl dieser Bewegungen kommt, und auch dafür, immer wieder neue ausprobieren zu wollen. Ich hatte dieses "Syndrom" ja bereits als Kind, aber aus meiner Familie stammt es ganz gewiß nicht. Und irgendwie ist es schon ein wenig schräg, finde ich.

Samstag, 14. September 2019

Goldener Vollmond


Irgendwie bekomme ich stets regelmäßig zu Beginn des Herbstes dieses abartige Bedürfnis, auszumisten, aufzuräumen und zu putzen. Dem entsprechend bin ich in den vergangenen  zwei Wochen bereits beschäftigt gewesen. Ein Paket mit der geschenkten Bluse vom Geburtstag und einem Paar Schuhen, das ich seit Jahren im Schrank hatte und niemals angezogen habe, ist raus. Wenn man weiß, daß man das Zeug eh nie tragen wird, ist das besser, als es ewig aufzuheben. Zwei weitere Kartons und ein über den Sommer enorm angewachsener Bücherstapel stehen bereit. Zwei Pakete mit Büchern müssen in diesem Herbst noch das Haus verlassen.
Der positive Nebeneffekt des Aufräumens ist immer ein unverhoffter Geldsegen. Ich weiß nicht, wie ich es schaffe, in jeder Ecke und in jeder Ritze Münzen zu verteilen, aber das Wiederfinden macht dann um so mehr Spaß. Doch es sind auch andere Dinge, die plötzlich wieder auftauchen. Zum Beispiel fand ich gestern die Treuemarken wieder, die ich bereits mehrere Male in den vergangenen Jahren verzweifelt gesucht hatte. Da ich sie aber nie fand, klebte ich die neuen Marken fein säuberlich auf ein Blatt Papier. Zusammen mit den alten Marken hätte ich jetzt genug für ein gratis Produkt zusammen, nur daß ich nun gar kein Interesse mehr an dem Produkt habe. Also habe ich alle weggeworfen. Und ich fand zwei alte Bleigußformen von Silvester aus Urzeiten und sah sofort, was sie darstellen. Komisch, an Silvester selbst fällt mir meist gar nichts dazu ein. Ich sollte mich mal wieder mit Bleigießen zu Silvester vergnügen. Die untere Figur stellt eindeutig einen Wal oder einen Delphin dar und die obere ein Einhorn mit Flügel, als quasi ein Einhorn-Pegasus. Allerdings mußte ich außerdem feststellen, daß meine Augen tatsächlich nachgelassen haben. Ich schrubbte minutenlang an einem senkrechten weißen Strich auf einer Tasche herum, weil ich dachte, die Tasche sei mit etwas bekleckert, bevor ich bemerkte, daß es ein aufgedrucktes Markenlogo ist. Peinlich!

Bleiguß

TV-Tip

Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Fan von Animations- oder gar Disneyfilmen, oder auch von Kinderfilmen. Aber diesen hier fand ich ausnahmsweise mal total schön und er wird heute um 20.15 h auf Sat.1 wiederholt. Nur eine Sache stört mich, nämlich daß darin mein Lieblingstier, der Tiger, so verunglimpft wird. Es ist halt nur ein kitschiger Film und trotzdem schön. Als Kind besaß ich das Dschungelbuch und habe es sogar mehrmals gelesen, kann mich daran aber überhaupt nicht mehr erinnern. Vermutlich war damals bereits das Tiger-Bashing daran schuld, daß ich den Inhalt verdrängt habe.


Donnerstag, 12. September 2019

Taktlose Zeitgenossen

Gestern hat mich doch tatsächlich schon wieder etwas gestochen, diesmal in den Fuß,, nämlich eine Wespe. Es ist aber, wie sonst auch bei Wespen, nichts weiter passiert, so daß ich sogar tanzen gehen konnte, da der Stich nicht auf der Sohle ist. Also war der Biss des nachts Anfang September definitiv von einem anderen Drecksvieh. Heute ist der Stich allerdings ein klein wenig geschwollen und schmerzt etwas, so daß ich heute nicht unbedingt würde tanzen wollen. Die Kursleiterin hat mich dauernd gefragt, ob es weh tut, aber gestern habe ich noch nichts gemerkt und konnte ganz normal mitmachen.

Anfangs waren wir diesmal sogar insgesamt vier, wobei die vierte Person eine ältere Dame war, die die ersten beiden Male nicht dabei gewesen ist. Zum Aufwärmen machten wir eine witzige Übung, bei welcher eine Person sich in Pose stellte, die länger zu halten war, und die anderen diese Pose tänzerisch ohne Anfassen (zumindest theoretisch) erkundeten. Im Prinzip sah das dann praktisch so aus, daß die anderen um diese Person herumtanzten, wobei sich die Kursleiterin dabei sogar ausgiebig auf dem Boden herumrollte. Aber bei ihr sieht das dann wenigstens noch einigermaßen gut aus. Wenn ich auf den Knien um die Person herumrobbte, habe ich mich eher ein bißchen seltsam gefühlt und es sah wahrscheinlich auch seltsam aus. Als ich in der Pose stand, ist sie dauernd zwischen meinen Beinen durchgekrochen und hat mich dabei angerempelt, so daß ich aufpassen mußte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Denn dann wären wir wohl alle übereinander gepurzelt. Überhaupt hätte jemand unbeteiligtes, der das zufällig gesehen hätte, sich vermutlich sehr gewundert, was wir da machen. Danach durften wir ein bißchen frei tanzen, zumindest halbwegs, denn wir sollten uns dabei eine der Posen vorstellen.

Dann ging es wieder auf den Boden und da begann es schon der älteren Dame suspekt zu werden. Sie bemängelte, daß der Boden so hart sei und sie sich eine Matte wünschen würde, nur kann man sich auf einer Matte nicht wirklich bewegen, weil man dazu den rutschigen Boden braucht. Die Kursleiterin erklärte daraufhin, daß der Trick gerade darin bestehe, sich selbst so weich zu machen, daß der Boden nicht mehr hart ist. Mein erster Gedanke dazu war: das hat was von Kampfsport. Mein zweiter: hätte man mir das beim ersten Mal auf hartem Boden gesagt, hätte ich das vermutlich für ziemliche Spinnerei gehalten. Doch jetzt beim immerhin dritten Mal, glaube ich tatsächlich, daß da etwas dran ist, denn ich habe mich wirklich schon viel weicher gefühlt und ich möchte wetten, daß ich diesmal keine oder zumindest viel weniger und kleinere blauen Flecke habe. Außerdem habe ich inzwischen für mich selbst kleinere Tricks gefunden. Zum Beispiel fand ich es immer recht schwierig mich aus dem Seestern in den Schienbeinsitz zu rollen, weil man da nicht mit ausgestecktem Körper rollt, sondern sich zusammenklappt und quasi das meiste Gewicht hinten dran hängt. Wenn ich versucht habe, das alleine mit den Unterarmen zu schaffen, brauchte es schon ziemlich viel Kraft, um hoch zu kommen und nach dem ersten Mal auf dem Boden hatte ich davon sogar Muskelkater in den Unterarmen. Jetzt habe ich gemerkt, daß man sich ganz gut mit dem oberen großen Zeh vom Boden abstoßen kann, wenn man den Fuß etwas nach hinten verlagert, und schon geht es viel leichter und flüssiger, ohne daß man sich wie ein nasser Sack fühlt, der gleich wieder umplumpst.

Die ältere Dame merkte nun außerdem an, daß sie sich ja eigentlich immer gerne im Takt zur Musik bewegen möchte, aber das machen wir weniger. Die Musik ist eher nur im Hintergrund und gibt höchstens ein bißchen das Tempo vor. Das ist so im zeitgenössischem Tanz. Die Kursleiterin erzählte daraufhin, daß manche Zeitgenossen sogar so weit gehen zu sagen: Wir lassen uns doch von der Musik nicht diktieren, wie wir tanzen sollen, pfff! Wo kämen wir denn da hin! Das heißt, es wird gerne auch mal außerhalb des Taktes getanzt. Das hat bei mir jetzt allerdings die Frage aufgeworfen, wie das wohl bewerkstelligt wird, wenn eine Gruppe synchron tanzen soll, sich aber nicht am Takt der Musik orientieren kann. Bei uns passiert das bisher alles mit Ansage, aber ich vermute mal, daß dann normalerweise das Zählen ins Spiel kommt. Und ich hasse zählen, ich finde, das lenkt einen so blöd von der Musik ab. Aber gut, so lange ich nur diesen Kurs mache oder alleine tanze, muß das nicht mein Bier sein.

Schließlich ging es mit der Tanzchoreo weiter und da gab die ältere Dame irgendwann auf. Sie meinte, das ist nichts für sie, und spazierte hinaus, bzw. schaute uns vorher noch einmal bei einem Durchgang zu. Nun waren wir wieder nur zu dritt und werden sie wohl nicht wiedersehen. Ich muß sagen, ich kann sie gut verstehen. Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste, selbst wenn ich jünger aussehe, und merke da schon schnell meine Grenzen bei bestimmten Bewegungen, zumal man viel mehr mit dem ganzen Körper tanzt, als z.B. beim Zumba. Außerdem meinte die Kursleiterin, daß man im Grunde keinerlei tänzerischen Vorkenntnisse für diesen Kurs benötigt, aber das empfinde ich überhaupt nicht so. Hätte ich diesen Kurs begonnen, bevor ich nun einige Jahre meine Fitness, meine Beweglichkeit, meine Koordination und meine Merkfähigkeit geübt habe, hätte ich als völliger Neueinsteiger vermutlich ebenfalls schnell aufgegeben. Es ist ziemlich anspruchsvoll, was wir machen, sowohl körperlich als auch geistig, und die Kursleiterin ist zudem ebenfalls anspruchsvoll. Deshalb kann ich ihre Einschätzung da nicht so recht nachvollziehen. Ich kann es mir nur so erklären, daß sie vielleicht bereits seit ihrer Kindheit tanzt und/oder Sport macht und sich deshalb nicht wirklich in völlig untrainierte Körper hineinversetzen kann. Das finde ich, wenn man neu und untrainiert mit etwas beginnen will, nicht so förderlich. Zum Glück hatte ich beim Zumba meist die Möglichkeit, zumindest teilweise über Intensität und Kraftaufwand selbst zu entscheiden, auch wenn man manchmal einen dummen Spruch von den Trainern bekommt, aber nur so konnte ich in meinem eigenen Tempo fit werden ohne mich zu überfordern und aufzugeben.

Dienstag, 10. September 2019

Erstes Herbst-Shopping

Auf dem Balkon kann ich noch Erdbeeren ernten, aber das Wetter ist spürbar herbstlicher geworden. Heute war ich denn eben auf der ersten Shoppingtour seit dem letzten Winter. Hauptsächlich im Biomarkt. Eigentlich wollte ich mich mit Löwenzahn-Pesto eindecken, aber das hatten sie gar nicht. Ich hoffe, ich muß jetzt nicht auch noch Löwenzahn selbst ernten gehen und zu Pesto verarbeiten. Außerdem habe ich wieder den geliebten Weichnougat gekauft und ein paar anderen Spezialitäten. Die sind schon für den Adventskalender gedacht. Da ich im letzten Jahr einen großen aus Filz erhalten habe, fülle ich mir den Kalender in diesem Jahr selbst. Das mindert zwar ein bißchen die Spannung, aber dafür droht auch keine Enttäuschung oder billiger Zucker-Schokoladen-Schrott. Außerdem habe ich ein Set Bienenwachstücher erworben, die ich schon immer mal ausprobieren wollte. Ich bin allerdings leicht enttäuscht, weil die so klein sind. Man soll zwar Brot darin einwickeln können, aber dafür reicht das gar nicht. Ich habe versucht, in eines der Tücher eine halbe Zitrone zu wickeln, aber es guckt noch der Nippel raus. Da die Tücher aber selbst haften, fällt es trotzdem nicht von der Zitrone ab. Weiterhin nahm ich eine Lemongrass-Seife mit. Ich liebe Lemongrass - ich mache mir das sogar in mein Shampoo.

Überhaupt nicht geplant war es, mir gleich drei neue Ohrringe zu kaufen, ich hatte eigentlich nur nach einem einzigen Paar kleiner Creolen gesucht. Dann hielt ich aber zwei Paar kleiner Creolen in der Hand und dazu noch ein Paar großer Creolen und konnte mich nicht entscheiden. Da es aber nur sehr preiswerter Modeschmuck ist, habe ich einfach alle gekauft. Bei denen habe ich sowieso kein Problem, sie wieder wegzuwerfen, wenn sie mir nicht mehr gefallen. Deshalb kaufe ich generell kein Silber mehr, wenn es nicht unbedingt sein muß. Zum einen muß man das dauernd putzen und zum anderen muß man lange sammeln und aufheben, um es dann doch noch für ein paar Cent zu verkaufen. In den letzten Jahren habe ich zweimal versucht, alten Silberschmuck loszuwerden und mußte dazu stets zusätzlich eine Gold- oder Silbermünze meines Vaters verscheuern, weil sich der Aufwand sonst überhaupt nicht gelohnt hätte. So im nachhinein gefallen mir die Creolen in der mittleren Größe am Ohr weniger, ich hätte mich also auch nur für die kleineren entscheiden können, aber vorher weiß man das ja nie so genau. Hinterher war ich noch bei Lidl und kaufte dort ein weiteres mal Weichnougat, den sie zufällig im Angebot hatten, und dazu einen großen Sack roter Weintrauben MIT Kernen. Wenn man Weintrauben mit Kernen sieht, muß man sofort zuschlagen, will man von deren gesundheitlichen Vorteilen profitieren, denn die bekommt man ebenfalls kaum noch. Stattdessen kann man große Plastikbeutel mit Traubenkernmehl für viel Geld kaufen, das man aber pur kaum runterkriegt. Das ist genauso krank, wie puren echten Sauerkirschsaft nur noch in der Apotheke kaufen zu können. Dabei hat es doch die Natur so gut eingerichtet: in den saftigen, süßen Trauben stören die paar gesunden Kernchen überhaupt nicht und rutschen auch viel besser. Ich finde, kernlose Weintrauben haben zwar ihre Berechtigung, aber eben nur zum Kochen und dazu verwendet man Weintrauben ja eher selten.

Shopping Herbst

Ohrring3

Ohrring1

Ohrring2

Erdbeeren im September

Donnerstag, 5. September 2019

Wenn die Oma tanzen geht...

Es war schon ganz gut so, daß ich mich trotz des Schrecks und meiner Niedergeschlagenheit gestern trotzdem nicht davon habe abhalten lassen, wieder zum Tanzkurs zu gehen. Das hat mich gut abgelenkt und mir schnell bessere Laune gemacht. Es bringt ja auch noch nicht wirklich was, wenn man im nachhinein dauernd darüber grübelt, was hätte sein können. Allerdings habe ich diesmal ziemlich viele spezielle Vorbereitungen getroffen. Über die Knie zog ich mir ein paar Bandagen, weil ich nach dem letzten Mal zwei kleine blaue Flecken vom Knien auf dem harten Boden hatte. Die waren zwar wirklich nicht groß, aber wenn ich sowas vermeiden kann, dann tue ich das doch lieber. In der letzten Nacht merkte ich außerdem, daß mir die andere Schulter weh tut, also die ohne Insektenbiß, und am Morgen sah ich es im Spiegel: ebenfalls ein recht großer blauer Fleck. Da bin ich wohl einmal vom Rollen aus dem Schienbeinsitz in den Seestern doch zu viel geplumpst. Ich sehe ziemlich ramponiert aus: eine Schulter der große rote Insektenbiß, die andere Schulter der blaue Fleck und an den Beinen auch noch blaue Flecken. Also irgendwie ist das schon Extremsport. Meinen Rücken rieb ich vorher mit einer Salbe ein, damit es hinterher weniger weh tut, und zu guter Letzt nahm ich noch eine halbe Cortison-Tablette, damit nicht in einem unpassenden Moment doch wieder eine Reaktion zum Vorschein kommt. Als mir hinterher bewußt wurde, was ich da eigentlich vorher alles mache, dachte ich so bei mir: Das ist ja wie bei einer Oma, die tanzen gehen will! Bandagen, Rheumasalbe und Tabletten - vielleicht sollte ich doch lieber beim Stricken bleiben....

Der Kurs gestern konnte auch gar nicht anders, als mich wieder auf andere Gedanken zu bringen, da wir nur zu dritt waren, inklusive der Kursleiterin. Da ist es natürlich besonders anstrengend, weil man quasi immer unter Beobachtung steht. Es hat allerdings auch Vorteile, weil man dann explizite Hilfestellungen erhält. Dafür ist das Loslassen beim Tanzen wieder schwieriger, weil man dann doch mehr im Kopf bleibt, da man in dieser Konstellation ja alles richtig machen möchte. Die andere, die da war, hat schon gesagt, daß sie die nächsten beiden Male fehlt. Ich hoffe mal, daß dann von den restlichen Leutchen wieder welche auftauchen. Die Aufmerksamkeit ganz alleine auf sich zu haben, stelle ich mir sehr ermüdend vor. Andererseits ist es dann in dieser Intensität vielleicht besonders lehrreich. Ich wollte ja lernen, aber halt auch das Tanzen und den Platz dort genießen können. Gerade die Choreo, wie wir sie bisher tanzen, ist so, daß man ziemlich viel Platz benötigt, damit man sie mit Vergnügen tanzen kann. Ich hatte vorher ein paar Sachen in der Küche geübt, aber da muß ich immer sehr meine Kraft zurückhalten, um nicht irgendwo anzustoßen, so daß man für viele Sachen gar nicht den richtigen Schwung hat. Gestern kam noch eine ausladende Beindrehung dazu. Wenn ich die in der Küche übe, habe ich gute Chancen, mit einem Wisch die Küchenanrichte leerzufegen (so hoch komme ich schon) oder aber mir den Fuß zu brechen.

Immerhin war die Kursleiterin zufrieden mit uns. Sie hat sogar aufgezählt, was wir schon alles richtig gut machen, aber das war so viel, daß ich es mir nicht gemerkt habe. Außerdem habe ich festgestellt, daß die Technik, wie ich mir Eselsbrücken baue, um schwierige koordinative Bewegungen hinzukriegen oder mir umfangreiche Bewegungen zu merken, auch gut geeignet ist, um mir die komplexeren Bewegungen der Choreo zu merken. Mit den Begriffen, welche die Kursleiterin benutzt, wenn sie nicht gerade bildlicher Art sind, kann ich nämlich meistens nicht viel anfangen. Wenn ich dann aber endlich herausgefunden habe, was sie will, kann ich mir hier ebenfalls einfach Figuren im Raum vorstellen, die ich um einen Fixpunkt oder eine Achse ausführe, und dann sitzt es. Diese bildhafte Denken in Figuren funktioniert bei mir so viel besser, als wenn ich erst abstrakte Begriffe im Kopf übersetzen muß.

Don't ever look back