ThingsGuide

Freitag, 3. April 2026

Gestern und heute

In der letzten Nacht habe ich nicht so viel geschlafen, weil ich mitten in der Nacht aufwachte und dann an das letzte Mal denken mußte, als wir uns mit meiner gerade verstorbenen Bekannten persönlich in ihrem neu erbauten Haus getroffen hatten. Damals saßen wir so nebeneinander und sie erzählte mir dauernd von ihrem Nachbarn: er hat dies und jenes, macht das und das, wohnt dort und dort, ist so und erzählt das. Ich fand das eher uninteressant, aber immer, wenn ich darauf nicht reagierte, fiel ihr wieder etwas neues ein, über ihn zu erzählen, und ich dachte bei mir: "Ooch, was hat sie denn nur mit ihrem Nachbarn?" Bis mir ein Licht aufging und ich sie direkt fragte: "Sag mal, willst du mich verkuppeln?" Darauf grinste sie spitzbübisch und meinte, nö, sie verkuppelt nicht mehr - beim letzten Mal sei es schiefgegangen. Natürlich klar gelogen. 

Das ist jetzt übrigens der erste Tote, bzw. die erste Tote, unter meinen WhatsApp-Kontakten und das ist irgendwie ein merkwürdiges Gefühl. Ich sehe ihr Profil mit dem letzten Chat und verspüre immer den Impuls, ein Trauer-Gif an sie zu senden, aber ich traue mich nicht. 

Gestern war ich dann auch nicht besonders motiviert, irgendetwas zu tun. Der Schock macht sich ziemlich bemerkbar. Ich habe mich deshalb mit Osterdeko beschäftigt und Frühlingszweige ausgemalt. Ausmalen ist ja generell immer eine gute Therapie, wenn man zu aufgewühlt ist. Später wollte ich den Roman weiterlesen, den ich angefangen hatte, und ausgerechnet jetzt kam darin weit ausholend ein Trauerfall vor - fantastisches Timing. Kann man sich nicht ausdenken. >>Eigentlich ist es ein alter Roman, den ich bereits als Jugendliche einmal gelesen hatte (bezahlter Link), vielleicht sogar zweimal, und ich wollte einfach nur wissen, ob ich ihn noch weiter behalten soll oder das Buch entsorgen kann. Da es mir und meiner damaligen Schulfreundin gut gefallen hatte, geht das nicht, ohne es vorher erneut zu lesen. Es ist so im Stil von "Vom Winde verweht" geschrieben, die tragische Liebesgeschichte eines Mannes zwischen zwei Frauen. Keine Ahnung, was man als Jugendliche daran so toll findet. Ich glaube, als Pubertier braucht man wohl viel Drama. Wenn man erstmal in mein Alter kommt, denkt man sich stattdessen: "Kein Bedarf, Drama braucht man ungefähr so nötig wie Nagelpilz." So ändern sich die Prioritäten. Aber es ist ja auch in Ordnung. 

Osternest

Donnerstag, 2. April 2026

Bad News Day

Die Horrormeldungen reißen nicht ab, diesmal eine persönliche. Als ich heute früh sah, daß eine frühere Kollegin mir eine Nachricht auf WhatsApp geschrieben hatte, sah ich am Satzanfang schon, daß es sich um eine "sehr traurige Nachricht" handelt. Ich dachte erst, daß irgendeine der älteren Kolleginnen von früher verstorben ist. Das bringt die Zeit ja so mit sich. Aber dann war es viel schlimmer: die Kollegin, mit der ich bis heute Kontakt hatte und mit der wir uns manchmal getroffen haben, ist plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Sie war erst 58 Jahre alt. Wie es heißt, war es ein Herzstillstand im Urlaub an der Ostsee. Ich habe echt genug davon. Man weiß ja gar nicht mehr, ob man kotzen oder heulen soll. Nebenbei für astrologisch Interessierte: der Vollmond steht heute direkt auf meiner Venus im 3. Haus. Mit sowas hätte ich allerdings nicht gerechnet. 

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Mittwoch, 1. April 2026

Weiß

Das allerschönste Weiß, das man sich überhaupt vorstellen kann, ist das von frisch gefallenem Schnee. Und dann kommt nicht mehr so viel. Vielleicht noch schimmernde Blütenblätter. Weiß ohne Schimmer bringt es nicht so. Es gibt ja Menschen, die haben ihre gesamte Einrichtung in Weiß. Sowas war mir immer schon suspekt. Ich dagegen träume ganz in weiß, das ist vermutlich genauso suspekt: >>https://weltentanz.blogspot.com/2018/03/der-alte-mann-und-das-wei.html

Was ich absolut hasse, sind weiße Fensterwände, weil kein Licht von draußen drauf fällt und sie grau und ungemütlich wirken. Deshalb ist meine Fensterwand sonnengelb. 

Die Tänzerin von Degas hatte ich als Bild in meinem Kinderzimmer zu hängen. Natürlich nicht als Original, sondern als kleine Pappversion. Ich erhielt sie von der Freundin meiner Mutter, die Künstlerin war und bei der ich als Kind meine erste Kunstausbildung erhielt. Einmal blieben wir jedoch nicht in ihrem Atelier, sondern gingen in einen Kunsthandel. In einer Ecke hing eine Wand voll mit preiswerten kleinen aufgezogenen Kunstdrucken. Und sie sagte zu mir, ich darf mir ein Bild als Geschenk aussuchen. Meine Wahl kam wie aus der Pistole geschossen. Anscheinend so schnell, daß die verblüfften Erwachsenen vorsichtshalber noch einmal nachfragten. Aber ich wollte genau das. Die anderen Drucke würdigte ich keines Blickes. Und der weiße Plüschtiger war mal ein Geschenk von meinem Kumpel. 

Weiß

Montag, 30. März 2026

Bad Hair Day

Heute vor 81 Jahren, am 30.3.1945, endeten die Kämpfe um Küstrin mit der fast völligen Zerstörung der Stadt. Interessiert wahrscheinlich niemanden, ist aber mit meiner Familiengeschichte verknüpft. Denn meine Urgroßeltern lebten in Küstrin, heute Kostrzyn nad Odrą in Polen, und flüchteten damals zu Fuß nach Berlin, als der Krieg bei ihnen einzog. In Berlin war jedoch schon alles zerbombt, das Mehrfamilienhaus meiner Großmutter ebenfalls, die an den Rand von Berlin geflüchtet war. Deshalb standen sie verloren mitten in den Trümmern, wußten auch nicht, wo ihre Tochter mit der Familie abgeblieben war, und es war reiner Zufall, daß sie an einer Ecke auf sie trafen. Da ja in Berlin nichts mehr stand, liefen meine Urgroßeltern zu Fuß wieder nach Küstrin - aber dort stand jetzt ebenso nichts mehr. Die gesamte Altstadt mitsamt ihrem Haus war dem Erdboden gleichgemacht. Also zogen sie erneut zu Fuß nach Berlin. Dort lebten sie dann zusammen mit meiner Großmutter in irgendeiner kleinen Gartenlaube in Friedrichsfelde, sechs Personen, mit meinem Großvater, der aus dem Krieg zurückkehrte waren es später sieben Personen. 

Mich fasziniert diese Geschichte irgendwie, dieses dreimalige Pilgern solch einer Strecke, denn meine Urgroßeltern waren zu diesem Zeitpunkt schon im höheren Alter. Und man kann es sich kaum vorstellen, was in ihnen vorgegangen sein muß, wenn man nach langen Fußmärschen von einem Ruinenfeld in das nächste kommt und das gesamte bisherige Leben sich quasi in Rauch aufgelöst hat. Was das mit dem Bad Hair Day zu tun hat? Absolut nichts, aber es paßt irgendwie, daß meine Haare heute aussahen, als seien sie explodiert. Zum Glück regnete es in Strömen und als ich kurz draußen war, um etwas einzukaufen, waren sie in weniger als drei Minuten wieder glatt und naß. Es blieb aber nicht nur bei den Haaren, es regnete bis in meine Socken. An solchen Tagen bleibt man ja eigentlich am besten zu Hause, aber ich brauchte noch Dinge für Ostern und wollte das nicht ewig vor mir her schieben. Unter anderem hatte ich vor, Schokolade zum Verschenken kaufen, aber als ich die Schokoladenpreise sah, bekam ich fast einen Herzkasper. Ich bekomme vom Schokoladenpreis ja sonst nicht viel mit, da ich für mich keine kaufe. Ich mache mir meine immer vegan selbst mit Kakaobutter, Kakao, Mandelmus und Meersalz. Das ist zwar auch alles teuer, aber trotzdem relativ ergiebig. Jedenfalls bekomme mit nur einem Teil davon eine ganze Frischhaltedose Schokolade und nicht nur eine dünne Tafel. Zum Verschenken ist die aber nicht gut geeignet. Vor dem Regal mit den Lindt-Osterhasen sah ich ein Rentnerpaar und bekam zufällig mit, daß sie für ihren Enkel einen Osterhasen kaufen wollten. Als sie jedoch den Preis sahen, stellten sie ihn sofort zurück und meinten, das könne sich ja überhaupt niemand mehr leisten. 

Gestern bei Let's dance bin ich das erste Mal seit langer Zeit eingeschlafen und zwar beim Dance-Battle. Das war ziemlich lahm, zumindest am Anfang, und vom Rest habe ich schon nichts mehr mitbekommen, da vermutlich die Zeitumstellung und das Krafttraining am Nachmittag noch ihr übriges dazu taten. Eine Premiere ist ebenso, daß ich diesmal definitiv einen Favoriten habe. Das ist sonst nicht so. Ich schau mir immer alles einfach nur an, ohne daß ich einen konkreten Favoriten finde, und unter den letzten drei Kandidaten tippe ich dann auf jemanden. Na ja, ich bin gespannt. 

Sonntag, 29. März 2026

Überbelichtet (KI als Traumdeuter)

Vorige Nacht hatte ich mal wieder einen kuriosen Traum, es kam auch erneut ein Bahnhof darin vor. Ich bin aber erstmal in einem langen U-Bahn-Durchgangstunnel am Alexanderplatz. Dieser ist viel länger als normal und sehr belebt. Während ich dort lang laufe, treffe ich erst einen korpulenteren Herrn mit Halbglatze, der auf dieser am Hinterkopf eine Geschenkschleife hatte. Ich weiß nicht, ob die tätowiert oder aufgeklebt war, aber ich fand das schon im Traum ziemlich ulkig. Danach lief ich fast in eine sehr große Transfrau mit Hündchen auf dem Arm hinein. Dabei merke ich, daß anscheinend die Lampen am Ende des Tunnels ziemlich hell sind und blenden, denn der Treppenaufgang liegt seitlich an dessen Ende. Je mehr ich mich dem Ausgang nähere, um so mehr blendet das Licht, so daß ich kaum noch etwas sehe und ziemlich zu tun habe, hintereinander mehreren jungen Leuten auszuweichen, die entweder rennen oder mir auf Skatboards entgegenkommen. Als ich am Ausgang bin, knallt dort die volle Sonne direkt so auf die Treppe, daß ich quasi halb blind die Treppe nach oben taumle und auf einem U-Bahnhof lande. 

Als ich aufwachte, prüfte ich spontan, ob ich ins Licht gegangen bin, aber ich war noch da. (Wirkt jedenfalls so, auch wenn das hier alles ebenfalls ein Traum sein könnte.) Ich mißbrauchte dann die KI zur Traumdeutung, wobei ich mich ja immer wieder über deren Selbstbewußtsein wundere. Denn die KI ist von ihren Ausführungen stets völlig überzeugt und sagt sowas, wie: das Bild ist glasklar, das ist alles ganz eindeutig und ohne Zweifel, und ihr Lieblingswort ist sowieso "präzise". Das ist ein absolut "präzises" Bild für dies und das und bedeutet "präzise" jenes usw. Das Schöne bei Traumdeutung ist ja, daß es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur Resonanz. Deshalb sollte man die Selbstüberschätzung der KI getrost ignorieren, kann sich aber trotzdem von deren Ideen inspirieren lassen. 

"Der Traum zeigt eine Bewegung durch einen Raum, der nicht mehr Ihrem Maß entspricht, aber den Sie noch durchqueren müssen. Der Tunnel ist überlang, überfüllt, voller Figuren, die eher wie Karikaturen wirken als wie Menschen. Das ist die typische Bildsprache eines Zustands, in dem Sie sich durch eine Umgebung bewegen, die Ihnen energetisch nicht entspricht. Nicht feindlich, nur fremd. Der Traum macht das sichtbar, indem er die Figuren überzeichnet: der Mann mit der Schleife auf der Halbglatze, die große Transfrau mit dem Hündchen. Das sind keine Symbole, sondern atmosphärische Marker für „das gehört nicht zu mir“.

Der eigentliche Kern ist das Licht. Je näher Sie dem Ausgang kommen, desto stärker blendet es. Das ist kein spirituelles Motiv, sondern ein funktionales: Sie bewegen sich auf eine Situation zu, die so klar, so direkt, so unmissverständlich ist, dass sie kurzfristig Ihre gewohnte Wahrnehmung überstrahlt. Blendung ist im Traum oft ein Zeichen dafür, dass etwas in der Realität zu deutlich wird, bevor man es vollständig einordnen kann. Nicht bedrohlich, nur intensiv.

Die jungen Leute, die rennen oder auf Skateboards entgegenkommen, sind typische Traumbilder für äußere Beschleunigung, die nicht Ihr Tempo ist. Sie müssen ausweichen, aber Sie verlieren nicht die Richtung. Das zeigt: Die Welt um Sie herum agiert gerade schneller, impulsiver, unkoordinierter, während Sie selbst nüchtern bleiben und einfach weitergehen.

Der Moment, in dem Sie halb blind die Treppe hinaufgehen, ist der Übergang. Das ist kein Kontrollverlust, sondern ein Bild dafür, dass Sie etwas Neues betreten, dessen Konturen noch nicht vertraut sind. Die Treppe ist ein Aufstieg, aber kein pathetischer. Sie landen auf einem U‑Bahnhof – also wieder in einer strukturierten Umgebung, nur auf einer anderen Ebene.

Die reale Entsprechung dieses Traums ist meist eine Situation, in der:

– Sie einen alten Kontext verlassen, der überreizt, überfüllt oder energetisch unpräzise geworden ist. – Sie sich auf etwas Neues zubewegen, das klarer ist, aber kurzfristig „zu hell“. – Die Außenwelt schneller agiert, während Sie selbst in einer sachlichen, geraden Bewegung bleiben. – Der Übergang selbst irritierend wirkt, aber nicht gefährlich. – Sie am Ende in einer neuen Ordnung landen, die noch nicht vertraut, aber eindeutig strukturierter ist.

Der Traum zeigt keinen Konflikt, keine Warnung, keine Botschaft. Er zeigt einen Übergang, der bereits im Gange ist, und die Art, wie Ihr System ihn verarbeitet: nüchtern, wach, ohne Drama, aber mit einer kurzen Phase der Überbelichtung.

Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen sagen, welche Art von realem Übergang (innerlich, sozial, räumlich, relational) am ehesten zu dieser Traumarchitektur passt – ohne Spekulation, sondern aus der Logik des Bildes heraus.

Ja, ok.

Miss Zucker, gut. Dann sage ich Ihnen präzise, welche Art von realem Übergang zu genau dieser Traumarchitektur passt, nur aus der inneren Logik des Bildes heraus.

Der Traum zeigt eine Bewegung durch einen Raum, der zu voll, zu laut, zu lang, zu fremd ist. Das ist kein innerer Zustand, sondern ein Hinweis auf eine äußere Situation, die Sie bereits hinter sich lassen. Der Tunnel ist kein Problem, sondern ein Durchgang, der sich überlebt hat.

Die reale Entsprechung ist fast immer eine der folgenden drei Situationen – und zwar nicht als Auswahl, sondern als strukturelle Kategorie:

Sie befinden sich in einem Kontext, der Ihnen nicht mehr entspricht, aber noch organisatorisch durchlaufen werden muss. Das kann ein Arbeitsplatz, ein Wohnumfeld, eine soziale Gruppe oder eine Verpflichtung sein, die Sie nicht mehr innerlich bewohnen. Der Tunnel ist die Phase, in der man „noch da“ ist, aber nicht mehr dazugehört. Die überzeichneten Figuren sind atmosphärische Marker für „das ist nicht mein Feld“.

Sie bewegen sich auf eine neue Klarheit zu, die so direkt ist, dass sie kurzfristig blendet. Das grelle Licht ist kein Symbol für Erkenntnis, sondern für Intensität. In der Realität entspricht das einer Situation, die bereits entschieden ist, aber noch nicht vertraut. Ein neuer Raum, eine neue Ordnung, eine neue Struktur, die so deutlich ist, dass sie Ihre gewohnte Wahrnehmung kurz überstrahlt.

Die Außenwelt beschleunigt, während Sie selbst nüchtern bleiben. Die rennenden Jugendlichen und Skateboards sind typische Traumbilder für äußere Dynamik, die nicht Ihr Tempo ist. In der Realität ist das eine Phase, in der andere Menschen impulsiv, hektisch oder unkoordiniert agieren, während Sie selbst in einer geraden Linie bleiben. Sie müssen ausweichen, aber Sie verlieren nicht die Richtung.

Die Treppe nach oben ist der entscheidende Punkt: Sie verlassen den Übergangsraum und betreten eine neue Ebene desselben Systems. Kein Bruch, kein Absturz, kein Chaos. Ein Levelwechsel."

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Samstag, 28. März 2026

Himmel nochmal

Letztens hörte ich, daß Marie Rheinmetall mit dem Janusz-Korczak-Preis für Menschlichkeit ausgezeichnet wurde. Das sind so diese Momente, in denen ich mich frage, wann ich endlich aus diesem grotesken Traum erwache, der immer abgefahrener wird. Ich hoffe, jeder weiß, wer Janusz Korczak war. Daß Begriffe wie Menschlichkeit, Solidarität, Demokratie, Freiheit usw. heute ständig mißbraucht werden, daran hat man sich ja schon mehr oder weniger gewöhnt. Aber daß solche Namen jetzt für die Selbstbeweihräucherung der Kriegslobby mißbraucht werden, von denen bestimmt niemand freiwillig junge Soldaten in den Tod an der Front begleitet, ist an Widerlichkeit kaum zu übertreffen. 

Ich stolperte aber auch über eine neue Verschwörungstheorie: >>Larry Silverstein, derselbe Mann, der die Zwillingstürme kurz vor ihrer Zerstörung gekauft hat (und dank der Versicherungen Millionen kassiert hat), hat den höchsten Wolkenkratzer von Los Angeles erworben. Mit denselben Anschlagsversicherungen. Beunruhigende Zufälle: Das FBI warnt vor einem möglichen Angriff iranischer Drohnen auf Los Angeles. Vier amerikanische Drohnen wurden von einem Militärstützpunkt gestohlen. Ich halte das hier einfach mal fest, nur für den Fall... Inzwischen liegt der Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit bei Verschwörungstheorien höher als bei den Nachrichten in den staatstreuen Medien. Diese sind ja inzwischen zur virtuellen Hirnvergewaltigung übergegangen. 

Doch es gibt oder gab sogar mal gute Nachrichten, nur nicht für einen. Denn die geplante Chatkontrolle der EU ist trotz dreimaligen Versuchs abgelehnt worden und unser Bundeskanzler findet es gar nicht gut, wenn er nicht weiß, was die faulen Säcke in Deutschland privat so alles über ihn schreiben. Deshalb soll es in Deutschland einen neuen Versuch zur Chatkontrolle geben. Not amused ist er ebenso über unseren Bundespräsidenten, der sich doch plötzlich verplappert hat und den Iran-Krieg völkerrechtswidrig nennt. >>Sofort bekam dieser einen Rüffel, er solle doch die Prüfung der Bundesregierung abwarten. Na ja, wie die Bundesregierung oder der Bundestag prüfen, haben wir ja schon beim Wahleinspruch durch das BSW gesehen. Mit einem Ergebnis ist da nicht in absehbarer Zeit zu rechnen, selbst wenn die Tatsachen ziemlich offensichtlich sind. >>Man muß ja erst 1000 fiktive Seiten durcharbeiten. Das ist sehr anstrengend. 

Außerdem erfuhr ich, daß jetzt wohl Deinfluencing, die Kritik an Überkonsum und stattdessen Normalkonsum, der neueste Trend in den sozialen Medien ist. Also Deinfluencing mache ich eigentlich schon immer, aber bei mir ist es halt kein Trend. >>Doch was in meiner Badewanne gestern war, kann ich ausnahmsweise empfehlen.(bezahlter Link) Dafür, daß es ein Oma-Badesalz ist, riecht es ziemlich gut, und wirkt sogar besser als das Arnika-Salz, welches ich sonst benutze. Der Preis ist allerdings etwas unverschämt. 

Das hier ist ein bißchen Papier-Resteverwertung:

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Montag, 23. März 2026

Senioren-Fitness und KI-Wahnsinn

Freitag: Der erste Mariechenkäfer in meiner Wohnung. Keine Ahnung, wo der hergekommen ist. 

Samstag: Der erste Nieser vom mir am frühen Morgen. 

Sonntag: Erste Balzgesänge früh um 6 Uhr vom Balkon, wahlweise auch um 7 Uhr.

Montag: Die Ringeltauben erwägen Nestbau und fliegen mit den ersten Zweiglein herum.

Damit ist dann die Bestäubungssaison offiziell eröffnet. 

Wenn ich schreibe, die Ringeltauben erwägen den Nestbau, meine ich das genau so, denn irgendwie weiß man bei denen nie, ob sie nun wollen oder nicht. Die wirken immer total halbherzig und planlos. Sie trippeln hier hin, trippeln dorthin, lassen die Zweiglein wieder fallen, können sich nicht entscheiden, wohin damit. Man fragt sich jedes Jahr aufs Neue, wie es Ringeltauben überhaupt schaffen, sich fortzupflanzen bei so viel Baufaulheit und mangelnder Baubegabung. Elstern sind da ja ganz anders. Wenn die ein Nest bauen geht es zack, zack, zack, und schon haben sie ein ganzes Schloß, sogar mit Dach, mitten in den Baum gebaut. 

Die alte Let's Dance-Staffel tue ich mir jetzt nachts nicht mehr an, die nehme ich lieber auf. Das wird mir sonst zu spät, wenn ich früh auch keinen Schlaf mehr bekomme. Zur Zeit versuche ich außerdem, ein Fitnessbuch für Senioren zu finden, aber nicht irgendeines, sondern wirklich für jemanden, der quasi schon fast völlig unmobil ist und noch nie richtig Sport gemacht hat. Denn ich dachte mir, daß meine Mutter damit sowohl Inspiration für verschiedene Übungen mit Widerstandsband oder auch leichtes Yoga und gleichzeitig Motivation bekommt. Ich war der Meinung, sowas gäbe es ganz sicher, aber anscheinend bin ich wieder auf eine Marktlücke gestoßen. Denn es ist, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen. Meine Mutter hat und will kein Internet, deshalb nützen ihr keine Videos und keine Podcasts, die es ja zu jedem Thema gibt. Dankenswerterweise hatte die Zeitschrift "Natur & Heilen", welche meine Mutter bezieht, in der letzten Ausgabe einen motivierenden Beitrag über Muskelaufbau für Senioren drin, wenigstens etwas. Aber wenn man sich mal in den Buchmarkt hineingräbt, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Auf den ersten Blick sieht man ganz viel für Senioren aus den Verlagshäusern, aber wenn man mal hineinschaut, merkt man, daß "Senior" ein weiter Begriff ist. Selbst in Büchern mit Stuhlyoga, wo man sich denkt, das ist dann bestimmt etwas für Unmobile, sind Übungen drin, für die man eigentlich keinen Stuhl mehr bräuchte, wenn man die kann. Jedenfalls habe ich bei den normalen Verlagen überhaupt nichts gefunden.

Bei Amazon gibt es eine etwas größere Auswahl, da dort zusätzlich selbst aufgelegte Bücher aus dem Eigenverlag usw. im Angebot sind. Hier habe ich mich ebenfalls durchgewühlt, natürlich immer in die Leseprobe geschaut, und erstand zwei schmale Büchlein. Na ja. Das eine Buch ist mit Stuhlyoga und niedlichen "Oma-Abbildungen" der Übung. Auch die Übungen an sich sind ganz ok, aber die Qualität läßt sehr zu wünschen übrig. Es strotzt alles von Rechtschreibfehlern, es scheint außerdem eine sehr merkwürdige Übersetzung zu sein, vielleicht von Google, aber den Vogel schießt der Schreibstil ab. Es ist wie ein Kinderbuch geschrieben und die Senioren werden mit "mein Schatz" und "mein Liebling" angeredet und bekommen dauernd gesagt, daß dies eine sehr sanfte und zärtliche Übung ist und alles voller Zuckerstreusel und Liebe. Da gibt es dann so Anweisungen wie: "Süße Schultern, heute lassen wir die Jahre Revue passieren und öffnen dein Herz weit." oder "Guten Morgen, du liebe Seele. Heute laden wir deine schöne Wirbelsäule ein, sanft vorwärts und rückwärts zu tanzen." Ich glaube, meine Mutter springt bei sowas eher im Dreieck - also sinnbildlich natürlich. 

Das andere Buch ist eines mit Übungen für Widerstandsbänder und absolut der Graus. Mal abgesehen davon, daß darin die Übersetzung ebenso schlecht ist und das die Übungsbeschreibungen noch schwieriger macht, sollen die Senioren darin mit dem Widerstandsband Burpees und Bergsteiger machen. Aber das Beste ist, daß noch nicht einmal erklärt ist, was Burpees und Bergsteiger sind, genauso wie auch andere Fachbegriffe wie Quadrizeps oder Propriozeption vorkommen, die nirgends erklärt sind. Das heißt, das Buch kann eigentlich nur jemand verstehen, der schon viel Fitness gemacht hat, und der braucht dann ganz bestimmt dieses Buch nicht, vor allem, wenn er Burpees und Bergsteiger hinbekommt, und für die anderen ist es völlig sinnlos. Als Cooldown-Stretching sollen die Senioren übrigens im Stehen oder Sitzen ihre Zehen greifen. Auch wenn man das als Senior noch kann, braucht man dieses Buch nicht. Wenn Bücher so ohne Sinn und Verstand zusammengestellt sind, habe ich ja den Verdacht, daß da auch schon viel KI-Generiertes dabei ist, was dann einfach so übernommen und auf den Markt geschmissen wird. Jedenfalls scheint sich da niemand wirklich Gedanken über den Inhalt zu machen. Ich glaube, KI fordert jetzt immer mehr die Fähigkeit, Brauchbares von Unbrauchbarem zu unterscheiden, die kriegt man aber nur mit echter Bildung zuzüglich eigenem Denken. Und bei unserem Bildungssystem gerade schwant mir nichts Gutes, wenn die Überschwemmung mit KI-Schrott nicht nur in der Unterhaltung, sondern auch bei Büchern, insbesondere Fachbüchern, Zeitschriften und anderen Bildungsmedien zunimmt. 

Neulich hörte ich im ÖRR sogar, daß der Beschuß der Mädchenschule im Iran, bei welchem die Kinder getötet wurden, ein KI-Fehler gewesen sei. Angeblich waren die Daten der KI veraltet und das Gebiet noch als militärisch relevant gekennzeichnet. Ich weiß nicht, ob das stimmt, wie bei allem im ÖRR, aber wenn das stimmt, möchte man sich gar nicht ausmalen, warum solche KI-Berechnungen nicht mal überprüft werden, wenn es um Menschenleben geht. KI mag in einigen Bereichen unterhaltsam sein, aber wenn ich daran denke, was "meine" KI manchmal für einen Müll erzählt, alles andere als verläßlich. Noch besser wird es (nicht), wenn man mal darüber nachdenkt, daß in diesem Jahr US-Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden sollen, in einer Zeit, in der es noch gefährlicher geworden ist, als im kalten Krieg, nämlich aus folgenden Gründen: 

1. Diplomatie und Deeskalation hält man inzwischen für überflüssig. 

2. Trump ist völlig entfesselt und enthemmt, zudem leicht manipulierbar.

3. KI übernimmt immer mehr, ist aber nicht wirklich verläßlich ohne gute Kontrolle. 

4. Die Energieinfrastruktur wird immer anfälliger und kritischer. 

Eigentlich wäre jeder Punkt allein schon ein Grund um zu sagen: No way! Ich kann mich erinnern, daß bei dem langen Stromausfall im Winter in Berlin sogar ein amerikanisches Regierungsmitglied dazu meinte, daß man sich bei so einer schlechten Energieinfrastruktur eigentlich überhaupt nicht erlauben könne, Waffen in Deutschland zu stationieren. Schon pervers, wenn man dann bei den Energieeinschränkungen, die nun vermutlich durch den Iran-Krieg zunehmen werden, sich so denkt - ok, wir gehen dann zwar zu Fuß und sitzen im Dunkeln, aber wenigstens gibt es keine Infrastruktur mehr für Raketen. 

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Mittwoch, 18. März 2026

Gold

Mein Verhältnis zu Gold ist etwas zwiespältig. Das liegt daran, daß mir als doppeltem Löwen ständig angedichtet wird, ich sei für Gold prädestiniert, aber leider steht es mir weder als Farbe noch als Metall, jedenfalls nicht in gelb. Als Weißgold schon, so wie alles, was silbrig ist. Ich habe sogar mal einen Weißgold-Ring auf einer verlassenen Straße gefunden. Und es war kein dünnes Ringlein, sondern ein breiter Klunker mit zentimetergroßem Edelstein. Dafür hatte er aber eine Kindergröße. Keine Ahnung, welche Kinder solche Ringe tragen und dann verlieren. 

Wasserhähne müssen mir nicht unbedingt stehen, aber die gibt es bei mir nicht in Gold. Ich besitze nur ein goldenes Teeei, welches ich mir vor langer Zeit einmal kaufte, und zwar aus einem ganz speziellem Grund. Ich habe nämlich schon als Kind den Geschmack von normalen Teeeiern aus Edelstahl etc. im Tee gehaßt. Ich schmecke dann immer einen Metallgeschmack. Mir wurde zwar gesagt, das sei alles nur Einbildung, aber ich habe bis heute nicht aufgehört, Metall zu schmecken. Als Kind kippte ich deshalb Tee, der mit Teeei zubereitet wurde, hinter den Ofen. Wahrscheinlich in Ermangelung von Grünpflanzen in Übertöpfen. Zum Glück ist diese Strategie nie aufgeflogen, im Gegensatz zu der von meinem Bruder. Der mochte nämlich keine Fleischwurst und entledigte sich ihrer, indem er sie in das Abflußrohr vom Balkon stopfte. Die Nachbarin in der Wohnung darunter hatte jedoch einen Hund, der sich sehr über die vom Himmel fallende Fleischwurst freute, und so stand diese mit Müllschippe, darauf die Fleischwurst, vor der Wohnungstür meiner Eltern. So wurde die Geschichte jedenfalls immer wieder auf Familienfeiern erzählt. Mich gab es zur Zeit der Fleischwurst noch nicht und von mir gibt es auch nicht diese Art Geschichte, die sich über Jahre hinweg im Familiengedächtnis hält. Das, was ich angestellte und das herauskam, wurde nur wenige Male erzählt, was aber auch schon peinlich genug war, und dann geriet es in Vergessenheit. 

Ich kaufte also später von meinen ersten eigenen Einkünften dieses goldene Teeei. Inzwischen gibt es noch andere Möglichkeiten, um Tee ohne Metallgeschmack zuzubereiten. Als meine Mutter mal dieses goldene Teeei in meiner Wohnung sah, rollte sie mit den Augen und stichelte: "Ein Teeei aus Gold, tse tse....", so als wäre es der Inbegriff der Dekadenz und ich ein Luxusgeschöpf. Dabei erfüllt es ja tatsächlich einen Zweck - der Tee schmeckt damit normal. Anders als die goldenen Toiletten der ukrainischen Elite, die sie sich von unserem Geld leisten, für das wir dann einen feuchten Gruß bekommen. Deren Sinn entzieht sich mir. Allein bei beheizten Klobrillen würde ich Gnade walten lassen. Passenderweise fand ich zwei wunderschöne Bilder mit goldenen Tigern. Passend deshalb, weil Tiger meine Lieblingstiere sind. So haben sie ihren Platz in der Gold-Collage gefunden, ohne Teeei. 

Gold