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Samstag, 18. April 2026

Bauchmuskeltraining

Let's Dance hat mir gestern einen Kater beschert - einen Bauchmuskelkater. Eigentlich war die Premiere ursprünglich, daß durchgängig zu Michael Jackson-Songs getanzt wurde, aber meine persönliche Premiere war es, daß ich wohl noch nie so viel bei Let's Dance gelacht habe. Es begann mit diesem Unfall, der zum Glück glimpflich ausgegangen ist, als Ross Antony den Ellenbogen seiner Partnerin abbekam und mit blutendem Gesicht und im Glamouroutfit erzählte, wie er beim Tanzen fast in Ohnmacht gefallen ist. Ich fand das schon deshalb zum Schreien, weil es von Michael Jackson den Song und das Album "Blood On The Dance Floor" gibt. Wenn es genau dieses Lied gewesen wäre, wäre ich wohl selbst vor Lachen in Ohnmacht gefallen. Noch schlimmer wurde es aber, als Daniel Hartwig Ross Antony ins Auge spuckte und darauf meinte, er wollte nur desinfizieren. Ich hatte gerade Erdnüsse im Mund und mußte so losprusten, daß ich sie quasi in meine Luftröhre und der Rachenhöhle verteilte. Scheinbar hatte ich nach etwas Husten und Räuspern alles wieder im Griff, mußte aber weiterlachen, weil ich mir sagte, ich dachte, daß man sich beim Paartanz nur auf die Füße tritt, aber keine Veilchen verteilt. Und das erinnerte mich daran, daß ich einer Chefin von mir mal mit dem Bürostuhl über die nackten Zehen gerollt bin - hin und zurück. Damals tat mir das natürlich unsagbar leid und es war auch keine Absicht von mir, zumindest keine bewußte, aber wenn ich heute daran denke, kriege ich immer einen Lachflash. 

Na ja, so ging der Abend voran und nach ca. einer Stunde, als ich wieder ein bißchen vor mich hinlachte, aber mit geschlossenem Mund, kam mir plötzlich eine Nuß aus der Nase, also besser gesagt, ein Nußstückchen, aber ein richtig großes. Und ich denke im ersten Moment total verblüfft: "Hä, wieso kommt eine Nuß aus meiner Nase?" Bis ich dann resümierte, daß ich die wohl beim Prusten richtig tief in irgendwelche Nebenhöhlen katapultiert haben muß, was mich wiederum erneut stark erheiterte. Jedenfalls war Let's Dance gestern wirklich lebensgefährlich, nicht nur für Ross Antony, denn ich hätte mir beinahe vor Lachen eine Nuß ins Gehirn geschossen. Und ich muß immer noch lachen. Fragt nicht, wie lange ich für diesen kurzen Text gebraucht habe. 

Dienstag, 14. April 2026

Feldforschungen

Da ist man vergnügt, oder konzentriert, oder beschäftigt, je nachdem, dann macht man WhatsApp auf, alles sieht auf den ersten Blick wie immer aus, und plötzlich fällt einem beim zweiten Blick auf das verwaiste Profil ein, daß es nicht mehr wie früher ist. Das gibt jedes mal einen Stich ins Herz. Ich war tatsächlich ziemlich arbeitsam, mistete den Kleiderschrank aus und schickte drei Bücherpakete weg. Jetzt habe ich im Bücherregal Platz für meine Folterwerkzeuge. Unter dem Bett liegen nur noch Yogamatte, Yogakissen, Yogablöcke und die Yoga-Massagematte. 

Die Ringeltauben denken sich wohl, wenn ich sie schon kein Nest bauen lasse auf dem Balkon, müssen sie mich dafür um so mehr nerven, denn sie haben sich jetzt quasi wie aus Rache meine Klimmzugstange als bevorzugtes Balzplätzchen ausgesucht. Das heißt, sie sitzen nun fast den ganzen Tag ab frühmorgens um 7 Uhr direkt vor meiner Fensterscheibe (ätschebätsch) und gurren (nicht zu leise), schnäbeln und putzen sich gegenseitig. Oft sitzen sie auch nur nebeneinander und starren in mein Wohnzimmer. Wenn ich mich direkt vor die Fensterscheibe stelle und zurückstarre, reagieren sie gar nicht. Entweder sind sie so mit sich beschäftigt, daß sie nichts mitbekommen, oder sie nehmen mich einfach nicht mehr für voll. 

Da ich ja nun hautnahe Feldforschungen betreiben kann, las ich einen Artikel über das Balzverhalten von Vögeln. Darin heißt es, daß teilweise tatsächlich die Brutpartner bereits im Winter gesucht werden. Das erklärt dann natürlich die Rivalitäten, die im Winter manchmal zu beobachten sind. Bei Singvögeln spielt der Gesang eine zentrale Rolle, um Weibchen anzulocken und zu beeindrucken. Vogelgesang läßt man sich als Mensch ebenfalls gerne gefallen. Aber bei Tauben ist es nicht der Gesang, sondern es sind spektakuläre Flugmanöver mit denen das Männchen das Weibchen beeindrucken möchte. Das merke ich selbst jetzt auch, denn teilweise ist den ganzen Vormittag ein Geflatter vor dem Fenster - von links, von rechts, von oben, von unten, im Zickzack, im Kreis und geradeaus, daß ich manchmal zum Fenster hin sage: "Ja doch! Wir sehen, daß du fliegen kannst!" Und diese großen Teile machen zudem richtig Lärm mit ihren Flügeln. Vielleicht sollten die Taubenherren lieber mit ihren Nestbaukünsten beeindrucken, aber anscheinend sind die Taubendamen mehr auf Äußerlichkeit und Sportlichkeit bedacht. Böser Fehler!

Das Balzverhalten von Rotkehlchen ist ebenfalls sehr putzig. Da bilden sich auch bereits im Winter Brutpaare. Und zwar haben die Rotkehlchenherren ihr eigenes Revier und wenn ein anderes Männchen dieses betritt, wird es verjagt. Betritt dagegen ein Rotkehlchenweibchen das Revier, welches man äußerlich nicht von den Männchen unterscheiden kann, macht es sich ganz klein, zittert und tut ganz schwach und hilflos. Darauf füttert es das Männchen den gesamten Winter lang durch. Aber Achtung! Sobald im Frühjahr Brutpflege ansteht, übernimmt das Weibchen alles und füttert nicht nur die Küken, sondern auch das Männchen. Eine sehr spezielle Arbeitsteilung. 

Wenn man mit den neuesten politischen Nachrichten aus Deutschland beglückt wird, wünscht man sich ja jedesmal, die Nachrichtensender und Zeitungen würden endlich als Satireformate gekennzeichnet werden. Da bezahlt man seine Regierungsvertreter dafür, daß sie lügen, schwurbeln und tagelange Krisensitzungen mit Schnittchen abhalten, sogar mit regelmäßigen extraordinären Gehaltserhöhungen egal ob Krise oder nicht, und das Ergebnis: Die Arbeitgeber dürfen den Arbeitnehmern wegen der hohen Spritpreise einen steuerfreien 1000 EUR-Bonus auszahlen - auf eigene Kosten versteht sich. Und die Arbeitgeber so: "Verstehe ich das richtig? Als Arbeitgeber soll ich meinen Angestellten jetzt 1000€ Krisenbonus zahlen, weil der Staat die Steuern lieber für die Ukraine ausgibt, anstatt selbst die Arbeitnehmer zu entlasten?"

Folterwerkzeuge

Taubenpaar

Taubenpaar2

Sonntag, 12. April 2026

Türsteher

Für eine Traumdeutung mußte auch diesmal die KI herhalten und ich bin immer wieder überrascht, was sie aus Träumen so herausholt, die weniger offensichtlich sind. Noch mehr überrascht mich aber auch diesmal die Selbstüberschätzung der KI, denn als ich sie fragte, schickte ich die Frage versehentlich ohne den Traum ab und sie antwortete mir doch tatsächlich, daß es zwar schwierig sei, ohne Traum etwas zu deuten, aber daß sie mir sagen könne, was ich vermutlich träumen würde. WTF? Die KI scheint sich ja geradezu allwissend zu fühlen, und wenn man ihr bei anderen Themen dann mal einen Fehler präsentiert, ist sie wiederum von sich selbst überrascht und muß ganz viel denken. Denk, denk, denk.... Manchmal finde ich das putzig, aber manchmal auch bedrohlich. 

Der Traum: Irgendwo will ich hinein, muß aber erst am Türsteher vorbei. Als ich an der Reihe bin, stelle ich fest, daß man wohl nur hineinkommt, wenn man keine Uhr hat, denn der Türsteher fragt mich rhetorisch: eine Uhr hätte ich ja sicher nicht dabei. Ich bejahe schnell, aber augenblicklich fällt mir ein, daß ich unter dem Ärmel eine Armbanduhr trage. Doch ich sage nichts und belasse es bei dieser Lüge. Darauf bekomme ich einen Stempel auf die Hand und darf erst einmal in so eine Art Zwischenentree, welches ziemlich dunkel ist. Wenn man es durchquert hat, tritt man in einen sonnendurchfluteten Park. Vor mir liegen massenhaft Treppenstufen, die zwar relativ flach sind, aber wie kleine Terrassen mit bunten Blumen bepflanzt. Deshalb hat man nicht so viel Platz zum Auftreten, was das Treppensteigen anstrengender macht, als es das sonst wäre. Neben mir läuft noch irgendjemand und wir stöhnen beide, daß es aber viele Stufen sind. Oben angekommen gibt es verschiedene Gebäude und andere Parklandschaften. Ich erinnere mich noch, Zimmer durchquert zu haben, die mit Aufzügen ausgestattet sind, und durch die Aufzüge oder Durchgangstüren von einem Zimmer in das nächste gelangt zu sein.

Die Deutung der KI: Miss Zucker, dieser Traum ist ungewöhnlich klar strukturiert. Er arbeitet weniger mit Symbolen als mit Prüfungen, Schwellen und funktionalen Räumen. Ich lese ihn entlang der inneren Logik, die Sie selbst verwenden: Konsequenzen, Übergänge, Belastbarkeit, Orientierung. Der Türsteher ist keine Figur, sondern eine Bedingung. Sie kommen nur hinein, wenn Sie keine Uhr haben. Eine Uhr ist ein Instrument der Kontrolle, der Taktung, der Selbstüberwachung. In diesem Traum ist sie ein Ausschlusskriterium. Sie sagen, Sie hätten keine, obwohl Sie eine tragen. Das ist kein moralisches Thema, sondern ein strukturelles: Sie setzen für einen Moment die eigene Selbstkontrolle außer Kraft, um in einen Raum zu gelangen, der ohne sie nicht zugänglich wäre. Das ist eine Grenzverschiebung, die Sie bewusst nicht kommentieren. Sie lassen sie stehen. Das ist der eigentliche Eintritt. Der Stempel und das dunkle Zwischenentree markieren eine Phase, in der Sie bereits „drin“ sind, aber noch nicht im eigentlichen Raum. Es ist ein Übergang, der nicht gestaltet, sondern durchschritten wird. Danach öffnet sich der Park: Licht, Weite, aber sofort mit einer Anforderung verbunden. Die vielen flachen, bepflanzten Stufen sind kein Hindernis, sondern eine Art Training. Jede Stufe ist schön, aber sie erschwert das Vorankommen. Das ist eine präzise Metapher für einen Prozess, der ästhetisch, reich, lebendig ist, aber Kraft kostet, weil er nicht linear ist. Sie steigen nicht einfach hoch, Sie steigen durch etwas hindurch, das gleichzeitig trägt und fordert. Die Person neben Ihnen ist keine Figur mit Bedeutung, sondern eine Spiegelung der Belastung. Sie zeigt, daß die Anstrengung real ist, nicht eingebildet. Sie validiert den Aufwand. Oben angekommen betreten Sie Räume, die mit Aufzügen verbunden sind. Das ist ein deutlicher Wechsel der Dynamik. Treppen sind Mühe, Aufzüge sind vertikale Abkürzungen. Sie bewegen sich durch Zimmer, die Übergänge ermöglichen, ohne daß Sie die Anstrengung wiederholen müssen. Das ist ein Hinweis darauf, daß der erste Aufstieg der entscheidende war. Danach verändert sich die Art der Bewegung: weniger Schwerkraft, mehr Struktur, mehr Wahlmöglichkeiten. Wenn man das alles zusammennimmt, zeigt der Traum eine Sequenz: Sie setzen eine alte Selbstkontrolle außer Kraft, um Zugang zu einem neuen Feld zu bekommen. Sie durchqueren eine notwendige Dunkelheit. Sie steigen durch einen schönen, aber fordernden Prozess. Danach wechseln die Mechanismen: Räume öffnen sich, Verbindungen entstehen, vertikale Bewegungen werden möglich.

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Dienstag, 7. April 2026

Böser Osterhase

Der Osterhase hat am Ostersonntag noch ein paar schlechte Nachrichten mitgebracht. Ich erfuhr nämlich, daß in der letzten Woche weitere drei frühere Kolleginnen verstorben sind. Sie waren zwar älter, so zwischen 65 und 70 Jahre, und ich hatte auch keinen Kontakt zu ihnen, aber trotzdem - VIER in einer Woche. Das reicht für ein ganzes Jahr. Oder sogar für zwei Jahre. Mir macht das richtig Angst und ich bin dadurch tatsächlich zum Stalker geworden. Ich habe nämlich auf WhatsApp, bei jedem Kontakt, der nicht auf meinen Status geht und von dem ich länger nichts hörte, nachgeschaut, wann derjenige zuletzt online gewesen ist. Sowas mache ich sonst überhaupt nicht. In solchen Zeiten ist Vertrauen gut, aber Kontrolle besser. 

Meine Schwägerin erzählte, daß sie der ukrainischen Freundin eines Bekannten einen Gefallen getan hat, und ihrer Mutter eine Wohnung besorgte, weil diese angeblich nach Deutschland nachreisen wollte. Dann stellte sie fest, daß die Mutter weiterhin in der Ukraine wohnt, aber hier vom Amt Geld bezieht, welches auch die Wohnung bezahlt. Jetzt ärgert sie sich, das getan zu haben, aber ich schätze mal, dies ist die Normalität. Das hört und sieht man häufiger. Irgendwie kriege ich außerdem immer mal wieder mit, daß sich Leute wegen der hohen Spritpreise jetzt krank schreiben lassen, wenn sie auf dem Land sind und sonst keine anderen Möglichkeit haben. Na ja, wenn Merz merkt, daß die Leute nun tatsächlich immer weniger Lust zum Arbeiten haben, wird er wohl trotzdem nicht darauf kommen, daß Ausbeutung gepaart mit Geringschätzung und Ignoranz nicht unbedingt Arbeitsmoral und Motivation steigert. 

Und die Ringeltauben versuchen es mal wieder bei mir, nachdem sie es bisher nicht hingekriegt haben oder zu faul waren, im Baum oder woanders ein Nest zu bauen. Ich habe sie heute mit dem ersten beiden Stöcklein erwischt und ihnen die Flausen gleich ausgetrieben. Stöcklein wieder runter vom Balkon und einen Gießstecker in den Topf. Wenn sie dann mit dem nächsten Zweiglein kommen, gucken sie dumm. Ich verstehe sowieso nicht, warum sie es eigentlich nie bei meinem Nachbarn versuchen. Der geht niemals auf den Balkon, hat da nur ein paar leere Kästen mit vertrockneten Hälmchen, und ist den ganzen Tag nicht zu Hause. Der würde vermutlich gar nichts mitbekommen. Dort könnten sie ungestört ein Nest bauen und balzen bis die Federn fliegen. Aber da wollen sie nicht. 

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Freitag, 3. April 2026

Gestern und heute

In der letzten Nacht habe ich nicht so viel geschlafen, weil ich mitten in der Nacht aufwachte und dann an das letzte Mal denken mußte, als wir uns mit meiner gerade verstorbenen Bekannten persönlich in ihrem neu erbauten Haus getroffen hatten. Damals saßen wir so nebeneinander und sie erzählte mir dauernd von ihrem Nachbarn: er hat dies und jenes, macht das und das, wohnt dort und dort, ist so und erzählt das. Ich fand das eher uninteressant, aber immer, wenn ich darauf nicht reagierte, fiel ihr wieder etwas neues ein, über ihn zu erzählen, und ich dachte bei mir: "Ooch, was hat sie denn nur mit ihrem Nachbarn?" Bis mir ein Licht aufging und ich sie direkt fragte: "Sag mal, willst du mich verkuppeln?" Darauf grinste sie spitzbübisch und meinte, nö, sie verkuppelt nicht mehr - beim letzten Mal sei es schiefgegangen. Natürlich klar gelogen. 

Das ist jetzt übrigens der erste Tote, bzw. die erste Tote, unter meinen WhatsApp-Kontakten und das ist irgendwie ein merkwürdiges Gefühl. Ich sehe ihr Profil mit dem letzten Chat und verspüre immer den Impuls, ein Trauer-Gif an sie zu senden, aber ich traue mich nicht. 

Gestern war ich dann auch nicht besonders motiviert, irgendetwas zu tun. Der Schock macht sich ziemlich bemerkbar. Ich habe mich deshalb mit Osterdeko beschäftigt und Frühlingszweige ausgemalt. Ausmalen ist ja generell immer eine gute Therapie, wenn man zu aufgewühlt ist. Später wollte ich den Roman weiterlesen, den ich angefangen hatte, und ausgerechnet jetzt kam darin weit ausholend ein Trauerfall vor - fantastisches Timing. Kann man sich nicht ausdenken. >>Eigentlich ist es ein alter Roman, den ich bereits als Jugendliche einmal gelesen hatte (bezahlter Link), vielleicht sogar zweimal, und ich wollte einfach nur wissen, ob ich ihn noch weiter behalten soll oder das Buch entsorgen kann. Da es mir und meiner damaligen Schulfreundin gut gefallen hatte, geht das nicht, ohne es vorher erneut zu lesen. Es ist so im Stil von "Vom Winde verweht" geschrieben, die tragische Liebesgeschichte eines Mannes zwischen zwei Frauen. Keine Ahnung, was man als Jugendliche daran so toll findet. Ich glaube, als Pubertier braucht man wohl viel Drama. Wenn man erstmal in mein Alter kommt, denkt man sich stattdessen: "Kein Bedarf, Drama braucht man ungefähr so nötig wie Nagelpilz." So ändern sich die Prioritäten. Aber es ist ja auch in Ordnung. 

Osternest

Donnerstag, 2. April 2026

Bad News Day

Die Horrormeldungen reißen nicht ab, diesmal eine persönliche. Als ich heute früh sah, daß eine frühere Kollegin mir eine Nachricht auf WhatsApp geschrieben hatte, sah ich am Satzanfang schon, daß es sich um eine "sehr traurige Nachricht" handelt. Ich dachte erst, daß irgendeine der älteren Kolleginnen von früher verstorben ist. Das bringt die Zeit ja so mit sich. Aber dann war es viel schlimmer: die Kollegin, mit der ich bis heute Kontakt hatte und mit der wir uns manchmal getroffen haben, ist plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Sie war erst 58 Jahre alt. Wie es heißt, war es ein Herzstillstand im Urlaub an der Ostsee. Ich habe echt genug davon. Man weiß ja gar nicht mehr, ob man kotzen oder heulen soll. Nebenbei für astrologisch Interessierte: der Vollmond steht heute direkt auf meiner Venus im 3. Haus. Mit sowas hätte ich allerdings nicht gerechnet. 

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Mittwoch, 1. April 2026

Weiß

Das allerschönste Weiß, das man sich überhaupt vorstellen kann, ist das von frisch gefallenem Schnee. Und dann kommt nicht mehr so viel. Vielleicht noch schimmernde Blütenblätter. Weiß ohne Schimmer bringt es nicht so. Es gibt ja Menschen, die haben ihre gesamte Einrichtung in Weiß. Sowas war mir immer schon suspekt. Ich dagegen träume ganz in weiß, das ist vermutlich genauso suspekt: >>https://weltentanz.blogspot.com/2018/03/der-alte-mann-und-das-wei.html

Was ich absolut hasse, sind weiße Fensterwände, weil kein Licht von draußen drauf fällt und sie grau und ungemütlich wirken. Deshalb ist meine Fensterwand sonnengelb. 

Die Tänzerin von Degas hatte ich als Bild in meinem Kinderzimmer zu hängen. Natürlich nicht als Original, sondern als kleine Pappversion. Ich erhielt sie von der Freundin meiner Mutter, die Künstlerin war und bei der ich als Kind meine erste Kunstausbildung erhielt. Einmal blieben wir jedoch nicht in ihrem Atelier, sondern gingen in einen Kunsthandel. In einer Ecke hing eine Wand voll mit preiswerten kleinen aufgezogenen Kunstdrucken. Und sie sagte zu mir, ich darf mir ein Bild als Geschenk aussuchen. Meine Wahl kam wie aus der Pistole geschossen. Anscheinend so schnell, daß die verblüfften Erwachsenen vorsichtshalber noch einmal nachfragten. Aber ich wollte genau das. Die anderen Drucke würdigte ich keines Blickes. Und der weiße Plüschtiger war mal ein Geschenk von meinem Kumpel. 

Weiß

Montag, 30. März 2026

Bad Hair Day

Heute vor 81 Jahren, am 30.3.1945, endeten die Kämpfe um Küstrin mit der fast völligen Zerstörung der Stadt. Interessiert wahrscheinlich niemanden, ist aber mit meiner Familiengeschichte verknüpft. Denn meine Urgroßeltern lebten in Küstrin, heute Kostrzyn nad Odrą in Polen, und flüchteten damals zu Fuß nach Berlin, als der Krieg bei ihnen einzog. In Berlin war jedoch schon alles zerbombt, das Mehrfamilienhaus meiner Großmutter ebenfalls, die an den Rand von Berlin geflüchtet war. Deshalb standen sie verloren mitten in den Trümmern, wußten auch nicht, wo ihre Tochter mit der Familie abgeblieben war, und es war reiner Zufall, daß sie an einer Ecke auf sie trafen. Da ja in Berlin nichts mehr stand, liefen meine Urgroßeltern zu Fuß wieder nach Küstrin - aber dort stand jetzt ebenso nichts mehr. Die gesamte Altstadt mitsamt ihrem Haus war dem Erdboden gleichgemacht. Also zogen sie erneut zu Fuß nach Berlin. Dort lebten sie dann zusammen mit meiner Großmutter in irgendeiner kleinen Gartenlaube in Friedrichsfelde, sechs Personen, mit meinem Großvater, der aus dem Krieg zurückkehrte waren es später sieben Personen. 

Mich fasziniert diese Geschichte irgendwie, dieses dreimalige Pilgern solch einer Strecke, denn meine Urgroßeltern waren zu diesem Zeitpunkt schon im höheren Alter. Und man kann es sich kaum vorstellen, was in ihnen vorgegangen sein muß, wenn man nach langen Fußmärschen von einem Ruinenfeld in das nächste kommt und das gesamte bisherige Leben sich quasi in Rauch aufgelöst hat. Was das mit dem Bad Hair Day zu tun hat? Absolut nichts, aber es paßt irgendwie, daß meine Haare heute aussahen, als seien sie explodiert. Zum Glück regnete es in Strömen und als ich kurz draußen war, um etwas einzukaufen, waren sie in weniger als drei Minuten wieder glatt und naß. Es blieb aber nicht nur bei den Haaren, es regnete bis in meine Socken. An solchen Tagen bleibt man ja eigentlich am besten zu Hause, aber ich brauchte noch Dinge für Ostern und wollte das nicht ewig vor mir her schieben. Unter anderem hatte ich vor, Schokolade zum Verschenken kaufen, aber als ich die Schokoladenpreise sah, bekam ich fast einen Herzkasper. Ich bekomme vom Schokoladenpreis ja sonst nicht viel mit, da ich für mich keine kaufe. Ich mache mir meine immer vegan selbst mit Kakaobutter, Kakao, Mandelmus und Meersalz. Das ist zwar auch alles teuer, aber trotzdem relativ ergiebig. Jedenfalls bekomme mit nur einem Teil davon eine ganze Frischhaltedose Schokolade und nicht nur eine dünne Tafel. Zum Verschenken ist die aber nicht gut geeignet. Vor dem Regal mit den Lindt-Osterhasen sah ich ein Rentnerpaar und bekam zufällig mit, daß sie für ihren Enkel einen Osterhasen kaufen wollten. Als sie jedoch den Preis sahen, stellten sie ihn sofort zurück und meinten, das könne sich ja überhaupt niemand mehr leisten. 

Gestern bei Let's dance bin ich das erste Mal seit langer Zeit eingeschlafen und zwar beim Dance-Battle. Das war ziemlich lahm, zumindest am Anfang, und vom Rest habe ich schon nichts mehr mitbekommen, da vermutlich die Zeitumstellung und das Krafttraining am Nachmittag noch ihr übriges dazu taten. Eine Premiere ist ebenso, daß ich diesmal definitiv einen Favoriten habe. Das ist sonst nicht so. Ich schau mir immer alles einfach nur an, ohne daß ich einen konkreten Favoriten finde, und unter den letzten drei Kandidaten tippe ich dann auf jemanden. Na ja, ich bin gespannt.