Süße Erdbeeren im Herbst - in diesem Jahr konnte ich sogar noch eine Handvoll Erdbeeren ernten. Zwar kriegen die Pflanzen jedes Jahr im Herbst grüne Früchte, aber normalerweise werden sie nicht rot, weil die Sonne nicht mehr intensiv genug an meiner Ecke scheint. Doch dank des warmen Septembers ist diesmal alles anders. Den Meisen habe ich jetzt extra Erdnüsse beschafft, so daß sie diese nicht mehr anschleppen müssen. Dann weiß ich wenigstens, woher die Nüsse stammen.
Neulich las ich folgendes Zitat aus dem Buch >>"Der Verlust des Mitgefühls" von Psychologe und Psychoanalytiker Arno Gruen:
"Die Kinder nehmen das Schamgefühl ihrer Eltern und das Gefühl von Wertlosigkeit, das dahintersteckt, wahr, können diese Gefühle aber nicht dort verorten, wo sie herkommen, nämlich bei den Eltern. Folglich übernehmen Kinder diese Gefühle als ihre eigenen. Und schon sind sie einem unserer Gesellschaft innewohnenden Grundmechanismus zum Opfer gefallen: der Weitergabe von falscher Scham und Schuld. ... Wir fühlen uns schuldig, und das macht uns bereit, immer wieder als Opfer zu reagieren. Es dem anderen recht zu machen, wird so zu einem permanenten Versuch, den eigenen herabgesetzten Selbstwert zu retten. Es scheint paradox, aber im Opfersein fühlen wir uns lebendig. Das ist eine Art Eigenliebe, ein Narzißmus, der uns das Weiterleben ermöglicht. Die Opferrolle kann zu zweierlei führen: zum Protest oder zur Negierung der Empathie und zum Faschismus. Auf jeden Fall fühlen wir uns durch die Herabsetzung unseres Selbstwertes und unser Opfersein berechtigt, Aggression nach außen zu richten und andere zu Opfern zu machen."
Das erklärt wohl auch, warum der Faschismus nicht totzukriegen ist, selbst wenn er sich jetzt teilweise als Antifaschismus tarnt. Der Teufel steckt im Detail und das Detail sind die blinden Flecken. Die NATO hat gerade den Westfälischen Friedenspreis erhalten. >>Die Beteiligten Rutte, BlackRock-Merz etc. standen auf dem Balkon, um sich feiern zu lassen, aber das dumme Volk pfeift und buht. Die haben halt immer noch nicht verstanden, was Kriegspropaganda mit Frieden zu tun hat. Ich persönlich wundere mich stattdessen, daß sie sich bei so viel absurder Politik überhaupt noch auf einen Balkon trauen. Ich bin halt nicht für Politik gestrickt. Im Europäischen Parlament dagegen erhält die frühere ukrainische Pressesprecherin von Selenskij, die den Abnutzungskrieg in der Ukraine kritisiert, keinen Zutritt, obwohl sie nur in der Ukraine sanktioniert wird. Da kann man sich ja fragen, wieviel der Korruption in der Ukraine bereits auf die EU übergegriffen hat. In ihrer Rede sagt Julija Mendel: "Wie konnten wir an dem Punkt gelangen, an den jeder, der gegen den Krieg ist, als prorussisch und antidemokratisch gilt? Hören Sie gut zu. Frieden kann nicht prorussisch sein. Frieden kann nicht prorussisch sein. Frieden ist der einzige Ausweg aus der Krise, in der wir alle ertrinken. Und das ukrainische Volk zuallererst." Wie konnten wir an den Punkt gelangen, an dem solche Menschen keinen Friedenspreis mehr bekommen?
Fragen über Fragen, aber wenn man sich die letzten Schüler-Demos und die Friedens-Demos am heutigen Feiertag anschaut, von denen in den staatlichen Sendern nicht viel zu sehen ist, hat man den Eindruck, daß eine Friedensbewegung Fahrt aufnimmt und sich immer weniger Menschen ein X für ein U vormachen lassen.



