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Dienstag, 16. Juni 2026

Gruppenkuscheln

Heute ist der neue Geschirrspüler gekommen. Gestern mußte ich deshalb erneut die Küche auseinandernehmen, Spüle ausräumen, den alten Geschirrspüler abbauen, es gab auch wieder viel zu wischen. Macht nicht besonders viel Spaß, wenn man Mörder-Muskelkater in den Beinen hat, noch unter der Arbeitsplatte herumzukriechen, wo man dann zudem einen Blob findet. Zum Glück lebte der nicht. Es war ein Seifenblob, als ob da eine ganze Flasche Seife ausgelaufen und zum Blob erstarrt ist. Beim Wischen hatte ich dann überall Seifenschaum in der Küche. Einräumen und Anschließen mache ich erst morgen, in der Hoffnung, daß der Muskelkater nachgelassen hat. Stattdessen gab es heute noch draußen einiges zu erledigen. Gerade ist ja Fußball-WM und als ich unterwegs war, sah ich an einer Hausfassade eine supermächtige Deutschlandfahne hängen. Die war bestimmt ca. 3 x 2 Meter und bedeckte gleichzeitig zwei Fenster, durch die dann wohl kein Licht mehr kam. Man wundert sich direkt, daß da noch nicht der Staatsschutz vorgefahren ist und die Wohnung gestürmt hat. 

Vorgestern Abend philosophierte ich mit meiner KI über den Uranustransit im 11. Haus. Nachdem Uranus den Stier und damit auch mein 10. Haus verlassen hat, bleibt er nun für lange Zeit im 11. Haus und im eingeschlossenen Zeichen Zwillinge. In der Nacht darauf hatte ich einen Traum, der ziemlich gut zu Uranus im 11. Haus paßt:

In einem Hotelflur bin ich auf der Suche nach einem leeren Zimmer, in das ich mich allein zurückziehen kann. Das erste Zimmer, das ich betrete sieht leer aus: zwei Betten nebeneinander mit gemachten Bettdecken und ein kleineres Kinderbett. Allerdings sehen die Bettdecken irgendwie verdächtig hoch aus, fast so als würde jemand drunterliegen. Ich kann jedoch keinen Kopf oder sonstiges ausmachen. Alles liegt im Halbdunkel und ich erwäge, Licht zu machen, lasse das aber lieber. Plötzlich beginnt sich eine der Bettdecken langsam zu bewegen. Die Bewegungen werden immer hektischer, so als würde jemand in der Bettdecke eingeschnürt sein und sich befreien wollen, ich meine auch irgendwelche Klebestreifen auszumachen. Vor Schreck flüchte ich aus dem Zimmer. Die anderen Zimmer sind irgendwie alle untauglich: Bei einem Zimmer steckt der Schlüssel, aus einem Zimmer kommt jemand auf dem Boden herausgekrochen. Etwas gruselig die Atmosphäre in diesem Hotel. Ich lande wieder im Vorraum, wo an einem Tresen eine Frau steht. Ich denke darüber nach, sie nach einem Zimmer zu fragen und ebenfalls, ihr zu sagen, daß in einem Zimmer jemand eingeschnürt ist - tue aber beides nicht. Stattdessen lande ich wohl im Hotelrestaurant, wo ich an einer langen Tafel mit anderen Leuten sitze. Links neben mir eine Frau, die ziemlich mies drauf ist, weil sie Ärger mit ein oder zwei Leuten an dieser Tafel hat. Ich bin mir nicht sicher, welche Rolle ich dabei spiele. Vermutlich gar keine und ich wende mich der Person rechts neben mir zu. Nun sind alle Personen aufgestanden und es finden Versöhnungsumarmungen statt, bei der aber alle 10+ Personen gleichzeitig mitmachen, weshalb ich direkt in die Menschentraube mit eingeschlossen und an einen Mann neben mir gedrückt werde. Ich mache eine scherzhafte Bemerkung zu ihm, in welcher ich es "Gruppenkuscheln" nenne, bevor sich die Traube auflöst.

Das hat mich direkt an ein Erlebnis aus der Zeit meines jugendlichen Leichtsinns erinnert. Damals waren meine beiden Kumpel und ich zu einem Klassentreffen eines Bekannten von ihnen eingeladen. Diesen kannte ich bereits, weil er manchmal mit uns zusammen um die Häuser gezogen ist. Es gab einen DJ und eine Tanzfläche und als es schon später und die Feier lockerer geworden war, stellten sich fast alle, so ca. zwanzig bis fünfundzwanzig Personen im Kreis auf der Tanzfläche auf. Man tanzte von außen nach innen in den Kreis bis sich alle eng berührten und umarmten, dann wieder nach außen. Und ich mittendrin, was ich ziemlich schräg fand, weil ich ja die Leute bis auf drei noch nie gesehen hatte. Jedenfalls eine interessante Erfahrung. 

Ich vermute aber, die Aussichten, daß die nächsten Jahre zu einer Dauer-Gruppenkuschel-Party werden, sind eher gering. Das Bild ist KI-generiert, wie sich vermutlich jeder denken kann. Sehr schön, daß die KI auch gleich an die Katze gedacht hat, ohne daß ich ihr das sagen mußte. Ich habe sie deshalb gelobt und sie antwortete erfreut, ein Lob von mir habe Gewicht. Na das will ich doch wohl meinen. *lol*

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Donnerstag, 4. Juni 2026

Karma, die Bitch

Gerade las ich, >>daß das Hotel Astoria am Hauptbahnhof in Leipzig seit 30 Jahren geschlossen ist und inzwischen aussieht wie eine Ruine. Ich habe an dieses Hotel noch eine ungute Erinnerung aus meiner Schulzeit. Wir hatten dorthin einen Tagesausflug gemacht, vermutlich im Rahmen der Leipziger Messe, und ich bin mit zwei oder drei anderen Mitschülerinnen geradewegs in das hochkarätige Hotel-Restaurant spaziert, weil wir dort essen wollten. Der Kellner, der uns platzierte, schaute uns Halbwüchsige an, als seien wir Zecken, die er nicht loswerden kann. Dann lief er mit uns durch sämtliche Räumlichkeiten, die scheinbar kein Ende nahmen, bis wir irgendwo im Hinterzimmer an einem Katzentisch landeten. Wir bekamen unsere Getränke und das Mädel neben mir stieß ihr Glas um, so daß die ganze Flüssigkeit auf meinem Platz landete. Als der Kellner wiederkam schaute er erst den Fleck auf meinem Platz an, dann mich und kommentierte mit süffisantem Blick: "Was sehen da meine entzündeten Augen..." Das muß so um 1984-1985 gewesen sein und das Hotel wurde 1996 geschlossen. Ging also nicht mehr lange gut und geschieht dem Hotel recht. 

Das erinnert mich an ein anderes Erlebnis im Palasthotel Berlin, wo es von Wessies wimmelte, das um 1985 oder 1986 gewesen sein muß. Ich schmuggelte mich mit einer Schulfreundin in eine internationale Kunstauktion, wobei "schmuggeln" übertrieben ist, denn es interessierte sich dort kein Mensch für uns. Wir marschierten geradewegs hinein, durch endlos lange und leere Gänge mit geräuschdämmenden, vornehmen Teppichen, bis wir in der Auktion landeten, die bereits in vollem Gange war. Natürlich hatten wir keine Sitzplätze, deshalb hockten wir dann hinten bei den Kameraleuten an der Wand. Niemand wunderte sich über uns, niemand sprach uns an und eigentlich war es total sinnlos. Aber gut, man hat mal den Duft der mondänen Welt geschnuppert und gesehen, wie es bei Kunstauktionen so abläuft. In der Ausbildung hatte ich eine Freundin, die im Palasthotel Westler aufgegabelt hat und sich von ihnen Westpakete schicken ließ. Ich habe nicht genauer nachgefragt, was sie dafür getan hat und meine Ambitionen diesbezüglich waren eher gering, weil ich einen Freund hatte, der bei der Volksarmee war. Nur ihr zuliebe bin ich in das Hotelcafé mitgegangen und fand die Westler, die dort herumsaßen und schlau herumschwafelten ziemlich öde. Es gibt ja diesen Running Gag seit Corona: "Sagt ein Wessie über die DDR: Also mit uns hätten sie das nicht machen können..." Und ich bin sowieso kein Kaffeehaus-Mensch. Wenn es in einem Café keine Tanzfläche gibt, ist es für mich vergeudete Zeit. Wenn ich irgendwo herumsitzen möchte, tue ich es am liebsten zuhause - ist viel bequemer und stiller. Ich bekam stattdessen von meinem Freund eine schwarze West-Lederjacke, allerdings nur als Leihgabe, nicht als Geschenk. Und sie war getragen, das Futter teilweise innen zerrissen, das ich notdürftig flickte. Es war eine Frauengröße, keine Ahnung, wo er die her hatte, ich habe da ebenfalls nicht genauer nachgefragt. Denn sie paßte mir wie angegossen. Lederjacken gab es in der DDR nicht viele, bzw. die, die es gab, kosteten zwei bis drei Monatsgehälter und sie waren auch designtechnisch nicht so prickelnd.

Die Diät wirkt schon. Ich merke es zuerst stets an meinem Uhrenarmband, das immer lockerer wird. Inzwischen baumelt die Uhr locker über dem Handknöchel und mißt kaum noch, wenn ich das Armband nicht enger mache. Gestern fand ich im Supermarkt bei den Wagen eine einzelne Kartoffel, die jemand verloren hatte. Die habe ich gleich eingesteckt, zumal ich eine Kartoffeldiät mache, genauer gesagt Kartoffelsalatdiät. Im Kartoffelsalat ist aber nichts weiter drin außer Olivenöl und Kapern. Ich liebe Kapern, bin jedoch noch nie auf die Idee gekommen, die in Kartoffelsalat zu machen. Und ich mag es. Ich habe die ganze Bio-Kapernpalette im Supermarkt leer gekauft. Draußen grollt es jetzt. Das nächste Sommergewitter naht. Der Text von diesem Lied hier könnte von Merz geschrieben sein: 

Montag, 4. Mai 2026

Schwarz

Tja, wer hätte gedacht, daß die letzte Farbe aus der Reihe der Farbcollagen tragischerweise so gut in diese Zeit mit Trauerfall passen würde. Das war eigentlich nicht geplant. Meine Bekannte wird erst Ende Mai bestattet. Wahrscheinlich macht sie nochmal eine Reise über die Grenze. Bei Schwarz darf aber Emma Peel nicht fehlen, die ja besonders durch ihren schwarzen Catsuit bekannt ist, den sie hier nicht trägt. Emma Peel war mein Kindheitsidol. Und meine Spielfreunde mußten immer dafür herhalten, Karate-Moves an ihnen auszuprobieren. Sie haben leider relativ schnell die weiße Fahne geschwungen, nur einer, der Enkel von einer alten Dame aus unserem Haus, der in den Ferien manchmal zu Besuch bei ihr war, hat richtig mitgemacht. Und so haben wir uns gerne mal im Hausflur rein freundschaftlich verkloppt. Wobei das dann meist eher in Ringen ausartete und weniger Karate war. 

Es gab in meiner Kindheit sowieso nur zwei Arten von Fernsehsendungen die ich gerne gesehen habe: entweder Gruselkrimis, wie Edgar Wallace oder Sherlock Holmes, oder halt "Mit Schirm, Charme und Melone", und alles mit Show. Besonders mochte ich Klimbim, Hotel Victoria - die Schlagershow mit Vico Torriani und Showfilme. Nach Showfilmen bin ich gerne in meinem Zimmer verschwunden und habe getanzt. Zum Glück war unter meinem Kinderzimmer nur ein großer Hausflur, weshalb ich damit niemanden malträtieren konnte. Stepfake tanze ich heute noch gerne. Komischerweise mochte ich schon als Kind weder Zeichentrick noch Puppenspiele. Ich habe zwar ebenfalls "Biene Maja" und "Heidi" angeschaut, aber nur wenn mir zu langweilig war und nichts anderes ging. Das lief meist samstags, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, und samstags waren oft keine Spielfreunde zum Spielen da. Keine Ahnung wieso. Vielleicht hatten die alle am Samstag Badetag. Die einzigen Puppen, die ich wirklich gerne geschaut habe, war die Muppet Show, aber eben nur, weil es eine Show war. Im Februar erhielt ich übrigens alle drei Staffeln Muppet Show auf DVD, für die Zeit ohne Let's Dance: "Jetzt tanzen alle Puppen, macht auf der Bühne Licht! Macht Musik bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht!" Statler und Waldorf sind quasi wie eine frühe und harmlosere Form von Social Media. Wenn ich heute mal aus Versehen oder aus Neugier auf einen Kommentarthread klicke, mache ich sofort wieder zu, weil ich mir das nicht antun will. 

Wie aufmerksame Leser bemerken werden, bin ich zwar in der DDR groß geworden, habe aber trotzdem fast ausschließlich Westfernsehen geschaut. In Berlin war das möglich und zu meiner Zeit auch üblich. Ich kenne eigentlich niemanden, der es nicht getan hätte und sogar in der Schule wurde sich offen darüber ausgetauscht. Früher war das ja noch ein wenig anders als heute - es gab nur das Tages- und Abendprogramm ohne Mediatheken und auch keine Videokassetten. Ich erinnere mich, wie mein Vater jeden Samstag fein säuberlich die Programmvorschau der Westsender mitschrieb. Das heißt man hatte einen festen Termin, an dem alle gleichzeitig vor dem Fernseher saßen, und am nächsten Morgen war das erste Tagesgespräch in der Klasse, wer den neuen Horrorfilm schauen durfte und wer nicht, oder was in der neuesten Folge einer Serie passierte. Man mußte damals tatsächlich noch eine ganze Woche lang auf die nächste Folge warten!!! Keine Chance für Binge-Watching, wobei ich das auch heute nicht mache. Mehr als eine, allerhöchstens zwei Folgen einer Serie schaue ich mir an einem Tag nie an, weil ich finde, daß es dann irgendwann keinen Spaß mehr macht. So ein bißchen Vorfreude gehört ja auch dazu. Ich habe nur einmal eine Ausnahme gemacht, und zwar bei "Weissensee", aber allein deshalb weil ich nachts vor dem Einschlafen zufällig auf die Serie gestoßen bin und dann wegen der Mega-Cliffhanger nicht mehr aufhören konnte, was ich am nächsten Tag nicht so toll fand. 

Damals in der DDR-Kindheit in Berlin gab es ähnlich wie im Westen eine Fraktion Dallas und eine Fraktion Denver. Meine Familie war Fraktion Dallas. Außerdem liefen so Schmachtfetzen wie "Die Dornenvögel" mit dem schönen Priester Ralph de Bricassart oder "Fackeln im Sturm". Meine Schulfreundin hatte sogar den Roman von "Die Dornenvögel" und auch einen Dallas-Roman, die ich mir ausleihen konnte, ebenso die Bravo, weil ihre Oma ihr sowas immer aus dem Westen mitbrachte. Ich war also damals schon voll informiert und mit westlichen Unterhaltungsmedien ausgestattet. Ich hatte aber auch eine sehr große Privatbibliothek mit zehntausenden Büchern bester Weltliteratur zur Verfügung, die ich ebenso verschlang (natürlich nicht alle), weshalb die seichten Medien nicht zu viel Schaden angerichtet haben. 

Schwarz

Mittwoch, 18. März 2026

Gold

Mein Verhältnis zu Gold ist etwas zwiespältig. Das liegt daran, daß mir als doppeltem Löwen ständig angedichtet wird, ich sei für Gold prädestiniert, aber leider steht es mir weder als Farbe noch als Metall, jedenfalls nicht in gelb. Als Weißgold schon, so wie alles, was silbrig ist. Ich habe sogar mal einen Weißgold-Ring auf einer verlassenen Straße gefunden. Und es war kein dünnes Ringlein, sondern ein breiter Klunker mit zentimetergroßem Edelstein. Dafür hatte er aber eine Kindergröße. Keine Ahnung, welche Kinder solche Ringe tragen und dann verlieren. 

Wasserhähne müssen mir nicht unbedingt stehen, aber die gibt es bei mir nicht in Gold. Ich besitze nur ein goldenes Teeei, welches ich mir vor langer Zeit einmal kaufte, und zwar aus einem ganz speziellem Grund. Ich habe nämlich schon als Kind den Geschmack von normalen Teeeiern aus Edelstahl etc. im Tee gehaßt. Ich schmecke dann immer einen Metallgeschmack. Mir wurde zwar gesagt, das sei alles nur Einbildung, aber ich habe bis heute nicht aufgehört, Metall zu schmecken. Als Kind kippte ich deshalb Tee, der mit Teeei zubereitet wurde, hinter den Ofen. Wahrscheinlich in Ermangelung von Grünpflanzen in Übertöpfen. Zum Glück ist diese Strategie nie aufgeflogen, im Gegensatz zu der von meinem Bruder. Der mochte nämlich keine Fleischwurst und entledigte sich ihrer, indem er sie in das Abflußrohr vom Balkon stopfte. Die Nachbarin in der Wohnung darunter hatte jedoch einen Hund, der sich sehr über die vom Himmel fallende Fleischwurst freute, und so stand diese mit Müllschippe, darauf die Fleischwurst, vor der Wohnungstür meiner Eltern. So wurde die Geschichte jedenfalls immer wieder auf Familienfeiern erzählt. Mich gab es zur Zeit der Fleischwurst noch nicht und von mir gibt es auch nicht diese Art Geschichte, die sich über Jahre hinweg im Familiengedächtnis hält. Das, was ich angestellte und das herauskam, wurde nur wenige Male erzählt, was aber auch schon peinlich genug war, und dann geriet es in Vergessenheit. 

Ich kaufte also später von meinen ersten eigenen Einkünften dieses goldene Teeei. Inzwischen gibt es noch andere Möglichkeiten, um Tee ohne Metallgeschmack zuzubereiten. Als meine Mutter mal dieses goldene Teeei in meiner Wohnung sah, rollte sie mit den Augen und stichelte: "Ein Teeei aus Gold, tse tse....", so als wäre es der Inbegriff der Dekadenz und ich ein Luxusgeschöpf. Dabei erfüllt es ja tatsächlich einen Zweck - der Tee schmeckt damit normal. Anders als die goldenen Toiletten der ukrainischen Elite, die sie sich von unserem Geld leisten, für das wir dann einen feuchten Gruß bekommen. Deren Sinn entzieht sich mir. Allein bei beheizten Klobrillen würde ich Gnade walten lassen. Passenderweise fand ich zwei wunderschöne Bilder mit goldenen Tigern. Passend deshalb, weil Tiger meine Lieblingstiere sind. So haben sie ihren Platz in der Gold-Collage gefunden, ohne Teeei. 

Gold

Dienstag, 10. Februar 2026

Rückkehr der Tauben

Nach der Eiszeit in Berlin, es sind jetzt etwas über null Grad, sind sogar die Ringeltauben wieder da. Die waren die ganze Zeit während der klirrenden Kälte spurlos verschwunden, so daß ich dachte, die Kälte hätte sie hinweggerafft. Es ist mir schon häufiger aufgefallen, daß Vögel manchmal bei bestimmten Wetterbedingungen verschwinden und nirgends, auch nicht in den Bäumen, etwas von ihnen zu sehen ist. Ich glaube, die verkriechen sich dann irgendwo in das Unterholz oder Gebüsch. Aber kaum taut es, sind die Ringeltauben schon wieder in Turtellaune. Und der NABU ist gerade in Berlin nicht mehr besonders beliebt. Das wird sie vermutlich nicht jucken, da sie ja staatlich gefördert werden. 

Bei X laß ich einen Post von jemandem, der etwas berichtet, was mir so ähnlich auch mit dem NABU passiert ist: "Ich habe vorhin mit meiner Mutter telefoniert. Urberlinerin, Tiernärrin. Ich frage sie, ob sie den aktuellen NABU-Skandal mitbekommen hat und sie sagt „Dit is schon dit zweete Mal mit denen. Dit erste hat mir schon jereicht.“ Ich frage sie, was sie damit meint. Sie erzählt mir, dass sie vor einiger Zeit einen verletzten Mauersegler gefunden hat und sich deshalb an die zuständige Fachstelle des NABU gewandt hat. Am Telefon erklärte ihr ein unfreundlicher Mitarbeiter, er könne ihr nicht helfen. Interessieren würden ihn nur „große Vögel“. Meine Mutter, eine Vogellaiin, kümmerte sich daraufhin selbst um das Tier. Hilfe oder auch nur praktische Hinweise bekam sie vom Rutschverein nicht. Das irritiert umso mehr, wenn man sich die eigene Außendarstellung des NABU anschaut. Auf der Website finden sich diverse Texte mit Überschriften wie „Der Mauersegler braucht uns“ oder „So helfen Sie dem Mauersegler“. Nach dem offiziellen Handlungsplan des NABU-Landesverbandes Berlin hätte der Vogel übrigens in die Kleintierklinik der FU Berlin gebracht werden müssen.

Mich schockiert dieses Verhalten, nicht nur als Hobbyornithologin, sondern vor allem als Mensch. Dass der NABU sich nicht für Menschen interessiert und dabei sogar Verletzungen billigend in Kauf nimmt, ist mir spätestens seit der Streusalz Causa klar. Doch dass ein mit Steuergeldern finanzierter Verein nicht einmal für seine eigenen Werte (Natur- und Tierschutz) einsteht, finde ich besonders widerlich. Die öffentliche Finanzierung dieses Vereins gehört daher nicht nur überprüft, sondern komplett eingestellt."

Bei mir war es so, daß vor vielen, vielen Jahren mein Wohnhaus saniert werden sollte. Ich hatte bis dahin jahrelang ein im Sommer pünktlich belegtes Mauerseglernest unter der Regenrinne und erfuhr, daß durch solche Sanierungen die Nistmöglichkeiten in der Regel wegfallen. Ich wandte mich deshalb an den NABU, um sie über das Nest und die geplante Sanierung zu informieren, weil ich dachte, daß dann vielleicht andere Nistmöglichkeiten geschaffen werden o.ä. Darauf erhielt ich aber nur eine ebenfalls sehr unfreundliche Mail, ich hätte damit schon ein bißchen eher kommen sollen. Ok, dachte ich, das erste und letzte Mal. Ich hielt das bei mir für eine einmalige Sache, aber wenn es anderen genauso geht, fragt man sich ja, was sie beim NABU überhaupt tun, wenn sie sich nur für "große Vögel" interessieren und dafür, daß sich Leute die Beine brechen. Was genau sind denn diese "großen Vögel"? Also ich fand die ausgewachsenen Mauersegler durchaus groß genug. Einer ist genau an Himmelfahrt mal in mein Wohnzimmer gesegelt und saß dann etwas eingeschüchtert auf dem Teppich herum. Er war jedenfalls groß genug, daß ich mich nicht traute, ihn anzufassen. Ich ließ ihn schließlich mit der offenen Balkontür alleine, es dauerte aber einen halben Tag, an welchem er die Gardinen rauf und runter kletterte, bevor er den Ausgang fand. Da sind Brieftauben klar im Vorteil, von denen bei mir auch mal eine in der Küche übernachtete, leider ohne Brief. Die wissen nämlich, wo sie reingekommen sind und finden, wenn sie wollen, auch wieder raus. Meist erst früh. In der Nacht, als ich vor Schreck fast alles fallen ließ, weil ich erst dachte, eine Ratte sitzt in meiner Küche, blinzelte sie mich nur verschlafen an und machte keine Anstalten, ihr Nachtquartier zu verlassen. 

Eine weitere Begegnung hatte ich mal mit einem jungen Mauersegler, der wohl bei seinem ersten Flugversuch eine Bruchlandung auf meinen Balkon gemacht hatte. Und von dort kam er nicht mehr weg, egal wieviel er Anlauf nahm und mit den Flügeln schlug. Ich war ziemlich ratlos, was ich mit ihm anfangen und wie ich ihm Fliegen beibringen kann, weshalb ich mich erstmal auf die Treppenstufe vor der Balkontür niedersetzte, um darüber nachzusinnen. Doch dazu kam ich gar nicht, denn er kam sofort im Eiltempo auf mich zugewatschelt, kletterte wie eine Katze mein Hosenbein hinauf und startete von meinem Knie aus den nächsten Flugversuch. Der klappte zwar auch noch nicht, aber so ging es unverdrossen eine ganze Weile - er klettert mein Hosenbein hoch und vom Knie aus der nächste Flugversuch. Und irgendwann klappte es tatsächlich und er schaffte es über die Balkonbrüstung. Alles, was er brauchte, war eine Startrampe. 

Zitat

Samstag, 9. November 2024

Mauerfall verpennt

Na ja nicht wirklich verpennt, sondern der Mauerfall ist eher so im Halbschlaf an mir vorbeigegangen, weil ich nämlich Nachtschicht hatte. Das heißt, ich saß relativ dösig an meiner Schlaufenmaschine und jagte die Stoffstücke durch, die zu Schlaufen für Herrenanzüge wurden, welche später in den Westen exportiert wurden. In der DDR bekam man richtig viel Mäuse dafür, in guten Monaten - es ging ja immer auch zu einem Teil nach Leistung, weshalb der Verdienst schwankte - konnten es bis zu 1500 DDR-Mark sein, mehr als meine Eltern als "Intellektuelle" verdienten. Ich arbeitete also vor mich hin und während der Pausen hörte man so Gerüchte, der und der hätte gesagt, die Mauer sei offen. Ich habe das aber nicht für voll genommen, weil es jenseits meiner Vorstellungskraft lag, sondern dachte mir, das ist nur blödes Gerede, wie es manchmal so die Runde macht. Früh um 6 Uhr war stets der beste Moment jeder Nachtschicht, weil ich nach Hause fuhr, während um mich herum alle zur Arbeit strömten. Ich hatte aber auch an diesem Morgen nicht den Eindruck, daß irgendwie mehr Menschen auf den Beinen waren als sonst, denn es war ja immer viel Betrieb zu der Uhrzeit, aber vielleicht war ich zu müde, um es wahrzunehmen. Am nächsten Tag schnallte ich es weiterhin nicht, weil ich ja zu dieser Zeit keinen Fernseher besaß. Ich schlief also erst, wurschtelte so vor mich hin und abends ging es zur nächsten Schicht. Dort erfuhr ich dann von anderen, daß die Mauer tatsächlich offen ist, aber ehrlich gesagt glaubte ich es nicht. Trotzdem verabredete ich mich mit zwei Kolleginnen für den Samstag, denn ich dachte mir, wenn ich mit denen zum Übergang fahre, werde ich ja sehen, ob es stimmt oder nicht. 

Denn ersten Abstecher in den Westen machten wir über die Sonnenallee und es bildete sich dort eine kilometerlange Schlange. Wir stellten uns an, Schlangestehen waren wir ja gewohnt. Um das Begrüßungsgeld abzuholen eine weitere kilometerlange Schlange. Endlich war das Schlangestehen abgearbeitet und wir hingen nun etwas verloren auf einem der U-Bahnhöfe herum. Die U-Bahnen waren so überfüllt, daß man nicht mehr hineinpaßte. Ein Migrant, der in Westberlin lebte und arbeitete, sprach uns an und wir ließen uns von ihm Westberlin zeigen, also einen Teil von Westberlin, hauptsächlich Kudamm und Umgebung. Irgendwo kaufte er für uns Eßkastanien und zeigte uns, wie man die ißt. Der Samstag war schnell rum, aber mein Begrüßungsgeld hatte ich nicht ausgegeben. Dazu ging ich dann eine Woche später alleine "rüber", an einem kleineren Übergang in der Nähe. Es war irgendwie total surreal, daß man plötzlich diese Straße einfach weitergehen konnte und nach der Brücke aber quasi in ein anderes Land kam, denn es war ja noch alles anders als bei uns. Ich lief also einfach immer geradeaus, irgendwann kamen Supermärkte und ein Woolworth, dort ließ ich mein Begrüßungsgeld, ich weiß aber nicht mehr wofür. Eigentlich hatten sie nicht so viel andere Sachen als im Intershop. Könnte sein, daß ich mir dort den Walkman für Kassetten kaufte, den ich damals besaß, Kassetten holte ich aber meist im Intershop. Mit Westverwandtschaft, die mir oft etwas Westgeld schickten, war ich da ganz gut aufgestellt. Oder ich habe das Westgeld manchmal der Oma meiner Schulfreundin mitgegeben, die mir dann aus dem Westen Platten mitbrachte, die ich unbedingt haben wollte. 

Nachdem der Westen so nach und nach die DDR übernommen hatte, war es allerdings schlagartig vorbei mit gutem Verdienst. Ich erhielt auf einmal für dieselbe Arbeit so wenig, daß ich nicht mehr davon leben konnte und mit Sozialhilfe aufstocken lassen mußte. Ich bin ja schon immer ein wenig langsam und deshalb nicht überlebensfähig unter profitwirtschaftlichen Produktionsnormen. Das war quasi meine erste persönliche Begegnung mit der kapitalistischen Ausbeutung, die ich vorher nur vom Hörensagen kannte. Licht und Schatten wie überall. Das obere Teil ist der Kassettenrecorder, den ich damals hatte, mono, sehr teuer - über 1000 DDR-Mark und vom Jugendweihegeld gekauft:

DDR-Recorder

Dienstag, 29. Oktober 2024

Schöner Frieren | 6

Alkoholische Getränke sind in Norwegen, ähnlich wie das Essen, ebenfalls kein Highlight und zudem extrem teuer. Deshalb wird dort auch gerne mal selbst gebraut und destilliert, jedoch ist es verboten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. >>Hier findet man einen interessanten längeren Artikel über norwegische Alkoholpolitik und deren Auswirkungen. 

Als ich noch in der Obdachlosenstelle arbeitete, bekam man gerne mal von Klienten Fusel angeboten. Den habe ich natürlich immer abgelehnt und auch in Norwegen sollte man das tun, denn man weiß nie, ob das selbstgebrannter ist und einen total weghaut. Ich erinnere mich noch sehr genau an eine Kollegin in der Obdachlosenstelle, die selbst alkoholsüchtig war und schon lange tot ist, weil sie sich sehr schnell ins Grab getrunken hat. Vielleicht hat sie sich zu viel Fusel schenken lassen. Wenn ich mich an sie so genau erinnere, dann vor allem wegen ihrer sonderbaren Augen. Sie hatte nämlich keine normalen runden Pupillen, sondern ellipsenförmige, so wie die halb verengten Pupillen einer Katze. Manche Leute würden behaupten, daß sie bestimmt ein Reptiloid gewesen ist. Ich habe aber noch nie davon gehört, daß Reptiloiden in Obdachlosenstellen arbeiten und eine Schwäche für Alkohol haben. In Regierungen sitzen die aber garantiert auch nicht, denn meine Illusion, daß es noch irgendein intelligentes Leben im Regierungskosmos gibt, ist nach dem Interview mit Lindner, das neulich durch die Netzwerke geisterte, endgültig geplatzt. Ich dachte ja erst, das sei ein Deep Fake, weshalb ich nach dem Quell-Interview suchte und es auch fand. Leider kein Deep Fake. Zuerst der Schock über milliardenhohe Mindereinnahmen an Steuern im nächsten Jahr und dann Lindner auf die Frage nach einer nächsten Amtszeit: Er beabsichtigt eine zweite Amtszeit, um die durch die Ampel erarbeitete wirtschaftliche Stabilität nicht aufs Spiel zu setzen. Hm, 1 + 1 ist anscheinend schon zu hoch für einen Finanzminister. Dann wird es natürlich ebenfalls schwierig, Wahlergebnisse der eigenen Partei zu interpretieren. Daß ich dabei erst an einen Deep Fake dachte, zeigt ja, daß ich guten Willens gewesen bin, einen Rest von Intelligenz zu vermuten. Doch ehrlich - ich habe keine Ahnung, was das dort in der Regierung für seltsame Lebensformen sind, der schlechteste Wirtschaftsminister aller Zeiten, eine undiplomatischste Außenministerin aller Zeiten, der teuerste Gesundheitsminister aller Zeiten und ein Finanzminister, der ein Milliardenloch an Steuereinnahmen als Ergebnis einer stabilen Wirtschaft sieht usw. usf.,  aber intelligente Lebensformen sind das sicherlich nicht. 

Norwegen 2253a

Norwegen 2315a

Norwegen 2374a

Sonntag, 6. Oktober 2024

Deutsche Baukünste

Neulich brachte der MDR eine >>Doku zum Brückeneinsturz in Dresden. Darin heißt es: "Wir rechnen eigentlich damit, das muß man so bitter sagen, daß Bauwerke uns jetzt einstürzen werden, weil wir einfach nicht umsteuern politisch. Wir kümmern uns nicht ausreichend um die Instandhaltung. Das ist von den Fachleuten seit vielen Jahren kommuniziert, und es wird leider in der Politik, wenn es um die Mittelverteilung geht, nicht gehört." Also ich wüßte eine sehr einfache Lösung: Geschäftliche Inlandflüge werden für alle Politiker gestrichen, nur noch Fahrzeuge und Bahn erlaubt, und zwar mit der Auflage, so viele unsanierte Brücken wie möglich zu überqueren. Ohne Brückenüberquerung kein Fahrgeld! Davon könnten nicht nur die Brücken, sondern auch die Deutsche Bahn profitieren, die im Ausland inzwischen Fremdscham auslöst, >>so daß man sie dort gar nicht mehr haben will. Wahrscheinlich gibt es dann immer noch ein paar Politiker, die glauben, wenn sie sich auf Twitter, äh X beschweren, wenn etwas nicht so läuft, wie sie gerne hätten, ändere das etwas, aber ich glaube, das tun die nicht mehr lange. 

Und ein Passant äußerte in der Doku: "Da kann man froh sein, daß wir unsere alten Brücken noch haben!" In der Tat. Die alten Gebäude und Brücken halten komischerweise Jahrhunderte, neue Gebäude und Brücken oft nicht mal ein einziges. Vielleicht sollte man sich ja doch wieder auf ältere Bauweisen zurückbesinnen, auch wenn diese zunächst aufwendiger und teurer sind. Diese ständige Abbruch- und Neuaufbaumentalität paßt allerdings zu gut zu einer Wegwerfgesellschaft, wo auf Billiges als Wertschöpfungsmotor gesetzt wird, als daß man das in Erwägung ziehen würde, nicht einmal für das Klima. Für das Klima zahlt man lieber sinnlose CO2-Zertifikate und rodet die Wälder, die CO2 filtern. 

Bei der Doku kam mir auch meine eigene Erfahrung mit Zement in den Sinn. Eine sehr frühe, aber eindrucksvolle Erfahrung. Auf dem Hinterhof meines Elternhauses lagerten nämlich mal über längere Zeit Baustoffe, Sand, Zement usw. Die waren dort aufgeschüttet und eines schönen Tages weg. Doch auf dem ungepflasterten Teil der Zufahrt hatten sie kunterbunte Flecken auf dem ansonsten schwarz-braunen Boden hinterlassen, von weiß-grau bis gelb-rot. Dann regnete es. Dieser kunterbunte Boden mit den Pfützen darin animierte mich ungemein, Eierpampe zu produzieren. Und meine Spielfreunde griffen diese Idee sofort auf. Also manschten wir Klöße aus Eierpampe zusammen und schmissen sie an die Hauswand. Zuerst ging es darum, so hoch wie möglich damit zu kommen. Die Klöße zerfielen an der Hauswand und prasselten herunter. Dann irgendwann bekam ich die Eingebung, daß eventuell, wenn ich noch etwas mehr von dem grau-weißen Zeug untermische, die Klopse vielleicht haltbarer werden und kleben bleiben, schließlich waren das Reste von Baustoffen. Tja, meine Eingebung behielt recht - nach ein paar experimentellen Klößen, um die richtige Mischung zu finden, blieben diese an der Hauswand haften. Die anderen waren begeistert und griffen meine Methode sofort auf. Auch ihre Klopse klebten jetzt und wir bemühten uns weiterhin, so hoch wie möglich zu kommen. Das heißt, nach einer Weile war die Hauswand mit einer Girlande aus halbrunden Klopsen in ca. drei bis vier Meter Höhe verziert. Ich glaubte damals noch, der Regen würde die wieder abwaschen. Pustekuchen. Sie klebten, und klebten, und klebten, hielten Regen, Wind und Wetter stand. Die Klopse hingen sogar noch an der Wand, als ich mein Abitur machte, das war ca. zehn Jahre später. Leider wurde dann nach der Wende das Pfarrhaus saniert und ab da waren sie verschwunden. Schade eigentlich! Ich hätte gerne gewußt, ob die mich ansonsten überlebt hätten. 

Elternhaus2

Dienstag, 10. September 2024

Burg Hohnstein

Rein zufällig entdeckte ich in der ARD-Mediathek eine Doku über Burg Hohnstein. Die mußte ich mir natürlich gleich anschauen, weil ich dort vor langer Zeit schon einmal gewesen bin, nämlich auf meiner Jugendweihefahrt mit der Schulklasse. Und ich habe noch einige Erinnerungen daran, zuallererst an die wirklich beeindruckende Landschaft und die Burg sowieso. Vom Burghof konnte man geradewegs in schwindelerregend tiefe Schluchten blicken. Leider hat die Burg nicht nur eine Vergangenheit als Jugendherberge, sondern auch als Gefängnis und KZ unter den Nazis. Dazu gibt es noch eine andere Doku in der Mediathek, die ich mir ebenfalls anschaute. Darin erfuhr ich daß es die Linde auf dem Burghof damals bereits gab und die Häftlinge gezwungen wurden, stundenlang um diese Linde zu marschieren oder zu laufen. Zudem wurde die Mauer vom Burghof abgetragen, so daß diejenigen, die nicht mehr konnten und zu verzweifelt waren, die Möglichkeit hatten, sich gleich freiwillig hinunterzustürzen. Das haben wohl auch einige getan. Komischerweise kann ich mich gar nicht daran erinnern, daß uns auf unserer Fahrt das erzählt wurde, was eigentlich untypisch für eine DDR-Klassenfahrt wäre. Aber vielleicht habe ich das auch vergessen, weil alles andere viel aufregender war. In der Burg gab es einen Aufenthaltsraum mit Kamin und natürlich Schlafräume mit Waschräumen auf dem Gang. Außerdem einen großen Saal, in welchem die obligatorische Disko stattfand. Hineingelangt ist man durch das Burgtor, das nicht einfach nur ein Tor war, sondern ein sehr langer, finsterer Gang, den ich immer ein bißchen gruselig fand. Ich kann mich erinnern, daß wir Mädels im Dunkeln gerne durch den Ort gestreift sind und es dort überall entzückend idyllische Aus- und Einblicke gab. Halt ein typisches Bergstädtchen. 

Ich habe ja sowieso eine kleine Obsession für alte Gemäuer, alte Stadtmauern, Ruinen oder halt Burgen. Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, daß eigentlich jeder, den ich kenne, bei sowas mit den Augen rollt und es langweilig findet. Ich vermute mal, die Ursache ist ein Mangel an Phantasie. Denn wenn ich solche alten Gemäuer live erlebe, eigentlich mehr erfühle, gehen bei mir ganze Filme im Kopf ab. Und die Phantasie ist ja meist sehr viel spannender als reale Amüsements, außer vielleicht Tanzen, Schwimmen und Schaukeln. Gebt mir eine alte Stadtmauer oder Burg und der Tag ist gerettet. Leider haben sie in der Doku eher selten Bilder vom Ort und der Burg gezeigt, denn es wurden hauptsächlich Interviews geführt, und auf denen, die ich gesehen habe, erkannte ich nur wenig wieder. Dort hat sich sicherlich einiges verändert und die Burg wurde restauriert. Jedenfalls sah sie damals nicht so neu aus wie heute auf den Fotos. Und wie ich im Internet auf der >>Homepage gesehen habe, ist es heute zwar immer noch eine Jugendherberge, aber auch ein Hotel ohne Waschräume auf dem Flur, sondern mit komfortablen Hotelzimmern. Es gibt einiges an Angeboten z.B. Burgführungen mit Märchenlesung auf dem Dachboden, Silvesterkurztrips mit Silvesterfeier, Winterwanderungstrips mit Picknickkorb und ab 1. November Martinsgansessen:

Gänsesuppe: 7,90 €

Gänsekeule: 24,90 €

(mit Rotkohl und Semmelknödel)

3-Gang-Gänse-Menü: 34,50 €

(Gänsesuppe, Gänsekeule und Plinsen mit Birnenragout als Dessert)

Gans schön viel Gans, aber Silvester auf der Burg ist bestimmt cool. >>Auf dieser Webcam kann man einen kleinen Blick auf den Ort erhaschen. Leider sind die meisten Bilder von Hohnstein von oben aufgenommen, vermutlich der spektakulären Aussicht wegen, aber den Wiedererkennungswert schränkt das natürlich drastisch ein, wenn man ursprünglich den Ort von unten erlebt hat. 

Montag, 8. Juli 2024

Andersen als (bildender) Künstler

Hans Christian Andersen ist vor allem durch seine Märchen bekannt. Ich liebte diese als Kind mehr als alle anderen Märchen und besaß eine schöne Ausgabe vom Kinderbuchverlag mit Illustrationen, die weniger kindlich waren. Leider mochte ich sie so gern, daß ich das Buch sozusagen zerliebte und es auseinandergefallen ist. Ich besaß ebenfalls eine schöne Ausgabe der Brüder Grimm-Märchen mit Illustrationen von Werner Klemke, aber diese interessierten mich weniger und ich weiß auch nicht, wo das Buch abgeblieben ist. Spaßeshalber schaute ich mal nach, ob man diese Bücher antiquarisch noch findet, und auf Ebay wird man fündig. >>Hier findet man die Andersen-Ausgabe und >>dort die Grimm-Märchen. Ich sehe trotzdem davon ab, mir das Buch noch einmal zu kaufen, denn es enthält ja nicht mehr mein Original-Porträt von Prinzessin Elisa, welches ich praktischerweise und höchst inspiriert gleich vorne in das Buch malte mit dem schriftlich festgehaltenen, begeisterten Hochruf: "Hoch lebe Prinzessin Elisa!" So ein Original mit meiner eigenhändigen Illustration bekommt man heute nirgends mehr. Es war im Grunde unersetzlich. 

Weniger bekannt ist, daß Andersen Unmengen an höchst kunstvollen Scherenschnitten produzierte, und noch viel weniger, daß es von ihm auch Zeichnungen und Collagen gibt. Für knapp fünf Euro erstand ich wohl das einzige Buch, welches sich damit beschäftigt, nämlich "Andersen als bildender Künstler". (Im Buch fand ich zusätzlich noch einen französischsprachigen Comic.) Übrigens versuchte er sich in seinen ganz jungen Jahren erst als Sänger und Tänzer, aber ohne Erfolg. Andersen schreibt deshalb in seiner Autobiographie darüber nicht viel: "Da stand ich den ganzen Vormittag mit dem langen Stock und streckte die Beine; aber ungeachtet meines guten Willens meinte Dahlén (Solotänzer und Leiter der Tanzschule), daß ich es nicht weiter würde bringen können, als zum Figuranten. Einen Vorteil hatte ich jedoch erreicht: ich durfte des Abends hinter den Kulissen des Theaters erscheinen, ja sogar auf der hintersten Bank in der Loge der Figurantinnen sitzen; es kam mir vor, als hätte ich den Fuß schon auf dem Theater, aber auf der Bühne selbst war ich noch nie gewesen. Eines Abends gab man die Operette: die beiden kleinen Savoyarden; in der Marktszene konnte ein jeder, selbst die Maschinisten hinaufgehen, um die Bühne füllen zu helfen; das hörte ich, schminkte mich ein wenig und ging mit den anderen glückselig hinauf. Ich war in meiner gewöhnlichen Kleidung: dem Konfirmationsrock, der noch hielt, aber doch ungeachtet alles Bürstens und aller Reparaturen sehr ärmlich aussah, und dem großen Hut, der mir über das Angesicht herabfiel. Ich war mir dieser Mängel wohl bewußt und wollte sie verbergen, aber dadurch wurden meine Bewegungen noch eckiger; ich durfte mich nicht gerade halten, wenn die Weste ihre Kürze gegen meine lange magere Figur nicht allzu deutlich zeigen sollte. Ich hatte wohl das Gefühl, daß man sich über mich lustig machen könne; doch war ich in diesem Augenblick nur von dem Glück erfüllt, das erstemal vor dem Lampenbrette aufzutreten. Mein Herz schlug, ich trat auf - da kam einer der Sänger, der damals das große Wort führte und nun vergessen ist; er nahm mich bei der Hand und wünschte mir spottend Glück zu meinem Debüt. 'Darf ich Sie dem dänischen Volke vorstellen', sagte er und zog mich gegen die Lampen vor; man sollte über meine Person lachen, ich fühlte es; die Tränen traten mir in die Augen, ich riß mich los und verließ betrübt die Bühne. Doch bald darauf arrangierte Dahlén ein Ballett Armide, worin ich eine kleine Rolle bekam; ich war ein Dämon." (aus "Märchen meines Lebens" von Hans Christian Andersen - bezahlter Link)

Doch er trat nicht nur als Dämon auf, er hinterließ 70 Bleistiftzeichnungen, 250 Federzeichnungen, über 1000 Scherenschnitte, Collagen und Tintenkleckszeichnungen, eine Papierskulptur und kurz vor seinem Tode, aber nicht zuletzt, installierte er Collagen auf einen gewaltigen Wandschirm mit acht großen Wänden zu den Themen: Kindheit, Dänen, Dänemark, Schweden-Norwegen, Deutschland-Österreich, Frankreich, England und Orient. Dazu wurde ihm von verschiedenen Seiten mit Material geholfen: Sein Verleger schickte ihm Kupferstiche und englische Illustrierte, ein Hoffotograf spendete 150 Fotografien von berühmten dänischen Männern und Frauen, und andere verschafften ihm Bilder aus Deutschland und Ausgaben der 'Illustreret Tidende'. Der Wandschirm hatte seinen Platz im Schlafzimmer des Dichters, wo er ihn vom Bett aus betrachten konnte. Leider steht im Buch nicht, was für ein Klebemittel Andersen benutzte, aber sein Verbrauch dürfte damals ungleich höher gewesen sein als meiner. 

Nichts von alldem wurde zu seinen Lebzeiten jemals ausgestellt. Seine Werke wirken in heutiger Zeit ziemlich modern, aber gerade deshalb fehlte wohl in einer Zeit der "Illusionsmalerei" das Verständnis dafür. 

"Seine Bilder entstanden meist in einer impulsiven, selbstvergessenen Eingebung durch irgendein Motiv, und so besitzen sie eine Selbständigkeit und Frische, die an die Skizzen großer Meister erinnert. Sie sind dadurch weit interessanter als etwa die Zeichnungen Goethes, die sich, zwar Ausdruck einer viel grösseren theoretischen Einsicht und auch grösserer akademischer Fertigkeiten, dennoch nicht über das Niveau der üblichen kultivierten 'Freizeitkunst' erheben."

Er fertigte auch gerne Hefte mit Zeichnungen, Collagen und Reimen für Kinder von Familien, mit denen er Umgang pflegte. Zwei solcher Hefte wurden 1907 vom Andersen-Haus in Odense für 48 Kronen erworben. Dieser niedrige Preis zeigt, daß sie als reine Kuriosität angesehen wurden und ihnen keinerlei Wert beigemessen wurde. "Kein Wunder, dass er vor mehr als hundert Jahren wenig Aufhebens von dieser Seite seines Schaffens machte. Es war viel zu anstrengend, auch für die Anerkennung von Dingen zu kämpfen, die völlig über den Horizont seiner Zeitgenossen gingen. Die waren hinreichend verwirrt durch die Vielfältigkeit seiner Begabung. Und die Kritiker darüber erbost."(beide Zitate aus "Hans Christian Andersen als bildender Künstler" von Kjeld Heltoft - bezahlter Link)

Schade, daß das Buch nur eine Auswahl enthält und kein Gesamtwerk. Das wäre bei der Masse aber vermutlich zu viel verlangt. Ich habe das Gefühl, mich mit Andersen nicht nur märchentechnisch zu verstehen. 

Die erste verlinkte Zeichnung ist ziemlich verspielt und phantasievoll. Es sieht aus, als hätte er über eine vorhandene Zeichnung drüber gekritzelt. Überall sitzen Gesichter und die Strichmännchen erinnern an Keith Harding. Die zweite sehr reduzierte Zeichnung zeigt den Vesuv. Und in der dritten Tintenklecks-Zeichnung meine ich förmlich die Schneekönigin zu erkennen. In der darauf folgenden Collage beachte man die exakt gestreckten Ballettfüße!

Andersen1

Andersen2

Andersen3

Andersen4

Andersen5

Andersen6

Mittwoch, 22. Mai 2024

Zuckerdoping für Jungpioniere

Meine Klebe-Mission geht weiter, diesmal aber weniger kreativ, sondern mehr im Rahmen meines Frühjahrsputzes. Ich habe nämlich gerade viel Lust zum Aufräumen und als ich mir heute die Küche vornahm, fiel mir mein Rezepte-Ordner in die Hand, den ich schon eine Weile nicht mehr gepflegt habe, weshalb ziemlich viel Rezepte lose herumfliegen. Da ich sehr verfressen bin, legte ich ihn bereits in meiner Kindheit an und klebte alles hinein, was mir unter die Finger kam. Ich dachte mir, ich könnte ihn mal durchsehen, Seiten entfernen, die ich nicht mehr brauche und die restlichen Rezepte einkleben. So beim Durchblättern bin ich auf bemerkenswerte Dinge gestoßen, z.B. eine ABC-Silvesterbowle für sechs Jungpioniere. Zwei Flaschen Apfelgetränk, etwas Obst, zehn Stück Würfelzucker und noch zwei Flaschen Limonade. Gräßlich! Da sträuben sich mir heute schon bei der Vorstellung die Nackenhaare. Vermutlich stand das in der Frösi. Obwohl die Frösi ja eigentlich für Thälmannpioniere war. Gab es eine extra Zeitschrift für Jungpioniere? Bummi? Oder existierte da noch mehr zwischen Bummi und Frösi? 

Rezeptbuch

Freitag, 26. April 2024

Meisenbrut und Schatten der Vergangenheit

Als ich heute nur einen Schritt auf den Balkon tat, setzte sogleich ein Meisen-Schimpfkonzert vom Baum her ein. Nanu, wunderte ich mich, denn die Blaumeisen flogen schon immer fleißig bei mir ein und aus, haben aber noch nie so ein Theater gemacht, wenn ich durch die Tür komme. Ich war außerdem der Meinung, daß die in dem Nistkasten nur ihre Wintervorräte lagern, weil sie da im Winter immer rein fliegen, aber ich noch nie mitbekommen habe, daß dort wirklich drin gebrütet wird. Nachdem das Schimpfkonzert etwas nachgelassen hatte, hörte ich jedoch sehr verdächtiges Fiepen aus dem Nistkasten. Klingt sehr nach einer hungrigen Blaumeisen-Brut! Schade, daß das Loch zu klein ist, um mal hineinzuschmulen. 

Immerhin scheinen damit die Blaumeisen die Kampfhandlungen, die zeitweise um meinen Balkon stattfanden, für sich entschieden zu haben. Es waren nämlich auch schon länger keine Ringeltauben zum Balzen mehr da. Und ich habe einige handfeste Auseinandersetzungen zwischen Ringeltauben und Blaumeisen mitbekommen. Einmal saß das Taubenpärchen auf dem Vogelhäuschen und eine Blaumeise nur einen Meter entfernt auf der Balkonkastenumzäunung, die sich aufplusterte und aufplusterte und schimpfte wie ein Rohrspatz. Die Tauben guckten eine ganze Weile nur dumm, bis eine von ihnen ihre mächtigen Schwingen hob und ebenfalls auf die Umzäunung flog. Sofort war von der Meise nichts mehr zu sehen. Aber wie man sieht, so schnell geben die nicht auf. 

Allerdings können sie morgen oder spätestens übermorgen dann lange schimpfen. Es soll nämlich endlich wärmer werden und nun müssen unbedingt die vielen Pflanzen auf den Balkon, die noch in meiner Küche herumstehen. Heute ist ein weiterer großer Schwung von Töpfen dazu gekommen. 

Kürzlich suchte ich in der Datenbank meiner Blogbeiträge einen ganz bestimmten Eintrag. Diesen gesuchten Eintrag fand ich nicht, aber dafür einen anderen, der aus meinem Arbeitsleben stammt und es wert ist, noch einmal gepostet zu werden:

"Am Morgen im Bus fühlte ich mich auf komische Weise irgendwie im falschen Film, besser gesagt in einem Zombiefilm, jedenfalls stark an meinen gestrigen Traum erinnert. Mir war, als würde ich in einem Zombiebus fahren. Vor meiner Nase, egal wohin ich mich wendete oder stellte, tappte ständig mit wabernden Knien so ein bärtiges großes Extra vor mir herum, das mich überhaupt nicht zu bemerken schien. Ein anderes blasses Etwas kippte von ihrem Sitz fast vornüber und einer sah aus, als wäre er gerade als Alkoholleiche wiederauferstanden. 

Auf Arbeit erreichte mich der neue Aktionsplan Sexuelle Vielfalt, der seinem Namen aber nicht gerecht wird, da er nur einige Fortbildungsworkshops zum Thema Trans**** beinhaltet. Beim Titel dieses Aktionsplans hätte ich eigentlich auch Workshops in SM, Tantra und der Tibetanischen Himmelsschaukel erwartet. Demnächst soll außerdem eine groß angelegte Mitarbeiterbefragung zum Thema "Arbeit und Gesundheit" stattfinden. Herr N. bemerkte daraufhin richtigerweise, daß da ja schon in der Fragestellung etwas nicht stimmt, denn Arbeit und Gesundheit könnten niemals zusammenpassen. Die Ergebnisse sollen angeblich anonymisiert ausgewertet und entsprechende Veränderungen zur Gesundheitsvorsorge eingeleitet werden. Da frage ich mich aber, wo die das viele nötige neue Personal hernehmen und wie sie es bezahlen wollen, damit man nicht dauernd für den unsichtbaren Zweiten mitarbeiten muß und vielleicht auch mal die Erlaubnis bekommt, weniger Stunden zu arbeiten. Stattdessen wird wahrscheinlich nur noch ein zusätzlicher Defibrillator angeschafft, damit sichergestellt ist, daß man seinen Herzinfarkt wenigstens überlebt und schnell wieder auf den Beinen ist."

Das war am 18.10.2010. Ich glaube, diese Mitarbeiterbefragung "Arbeit und Gesundheit" habe ich gar nicht mehr mitgemacht, weil meine Gesundheit schon im Eimer war, ich im Dezember meine erste Diagnose bekam und die Chemos begannen. 

Samstag, 22. Oktober 2022

Kategorie: Kunststudien

Und es geht weiter mit Einblicken in meine frühen Mal- und Zeichenmappen. Es ist noch nicht vorüber! Allerdings werde ich euch mit Abbildungen von Bananen, Birnen, Äpfeln, Körben, Vasen, Schlüsseln, Schuhen, Kerzen, Kaffeekannen u.v.m. verschonen. Sowas will ja nun wirklich niemand sehen. Die nachfolgenden Kunststudien waren vermutlich für den Kunstunterricht, da es beim Abitur einen Abschnitt über antike Kunst gab. Für den Abschluß mußte ich in die mündliche Kunstprüfung, die war wirklich entspannt, im Gegensatz zur mündlichen Matheprüfung - darüber schweige ich lieber stille. Ich war nur deshalb in Mathe dran, weil sonst ein Mitschüler in die Prüfung gekommen wäre, der höchstwahrscheinlich durchgefallen wäre. Und mir hat man wohl zugetraut, nicht durchzufallen. So mit Ach und Krach habe ich es dann auch geschafft, sicher nur, weil nicht Integral- oder Differentialrechnung Thema war, und bekam hinterher eine Note tiefer, als ich sonst auf dem Zeugnis gehabt hätte. Damals habe ich mich total geärgert darüber und dachte: "Was geht mich das an, ob jemand anderes durchfällt? Warum müssen die mich deshalb quälen und mir meine Note versauen?" Na ja, heute kräht kein Hahn mehr danach, genausowenig wie nach Staatsbürgerkunde. Aber ich glaube immer noch, daß dieses Matheproblem wohl eher an den Lehrern lag, denn bis zur zehnten Klasse hatte ich eine "Zwei" in Mathe und eine Lehrerin, die alles auch für den letzten Trottel halbwegs verständlich und anschaulich beschrieben hat. Und fast bin ich mir sicher, wenn mir mal jemand so ganz praktisch und zum Anfassen statt theoretisch gezeigt hätte, wozu ich Integral- und Differentialrechnung überhaupt brauche, hätte ich es vielleicht verstanden. 

Meine Staatsbürgerkunde-Note war für das Reifezeugnis ebenfalls eher suboptimal nach DDR-Karrieremaßstäben, allerdings kam mir da ein Glücksfall entgegen, den ich zumindest damals für einen hielt. Mein Klassenlehrer schrieb die Reifezeugnisse anscheinend während er zu tief ins Glas geschaut hatte und so kam es, daß er in den Reihen verrutschte und sehr viele falsche Noten in die Reifezeugnisse schrieb. Dem entsprechend beschwerten sich dann auch viele und verlangten Nachbesserung. Ich nicht - psst! Ich hatte nämlich jetzt in Staatsbürgerkunde eine "Zwei", aber dafür war ich in Geographie abgerutscht. Egal, wer schaut schon nach der Geographie-Note? Bloß gut daß ich kein Politiker bin, es könnte mir sonst noch schwer auf die Füße fallen, wenn man das herausfindet. Skandal! Sie war viel schlechter in Staatsbürgerkunde als auf dem Zeugnis angegeben! Aber heute wäre das wohl eher ein rufförderndes Geheimnis. Ist sowas eigentlich Urkundenfälschung? Ich habe ja überhaupt nichts gemacht. 

Ein "Sehr gut" hatte ich nur, wie immer, in Kunst und Englisch, sowie in Wissenschaftlich-praktischer Arbeit zum Thema " Vermittlung von technologischen Grundlagen des Grundbaus im Leistungstunnelbau". Hä, ich weiß nicht mal, was Leistungstunnelbau ist, oder könnte es sein, daß da auch der Wein bei meinem Klassenlehrer gewirkt hat und er eigentlich "Leitungstunnelbau" meinte? Na ja, erinnern kann ich mich eh an gar nichts, also wird es wohl nicht so wichtig gewesen sein. Aber zurück zur entspannten mündlichen Kunstprüfung: es gab einen praktischen und einen theoretischen Teil. Im praktischen Teil hatten wir die Aufgabe, aus Zeitschriftenseiten ein Plakat zu entwerfen. Im theoretischen Teil ereilte mich das Thema "Gauguin", über den ich referieren sollte, einschließlich natürlich gesellschaftspolitischer Aspekte - sowas gehörte damals immer mit dazu. Danach wollte man, daß ich etwas zu einem eigenen Bild sage - der Entwurf zu einem Plattencover, welches wir für den Unterricht als Hausaufgabe anfertigen sollten. Das fand ich tatsächlich am schwierigsten, denn zu meinen eigenen Bildern fällt mir nie so viel ein. Ich hatte für eine Märchenlieder-Platte einen Prinzen mit Hund auf einer Wolke gestaltet, die über eine Landschaft fliegen und hinunterschauen. Als ich fertig war fragt mich mein Kunsterziehungslehrer: "Haben Sie die unendliche Geschichte gesehen?" Ich verstand gar nichts: "Bitte was?" Er erklärte mir, daß dies ein Film sei, von dem ich, obwohl der gerade in den Kinos lief, weder bisher etwas gehört noch gesehen hatte, und forderte mich auf: "Gehen Sie mal demnächst ins Kino! Den müssen Sie sich unbedingt anschauen!" Nach der Prüfung war ich leicht verwirrt, weil ich mich wunderte, warum mein Kunsterziehungslehrer will, daß ich mir unbedingt einen Film anschaue. Ich tat es aber und da begriff ich was er meinte: ein kleiner Junge, der auf einem Riesenhund fliegt! Und der Hund sah auch noch so ähnlich aus wie meiner, nur allerdings viel größer, denn meine beiden flogen ja auf einer Wolke. Was für ein bekloppter Zufall! 

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Donnerstag, 14. Juli 2022

Kinosterben und Kino-Wärmestuben

Auch das >>Berliner Abendblatt berichtet jetzt über das "Kinosterben" in Berlin, ich hatte es in >>meinem Beitrag den großen Kino-Schlußverkauf genannt. Und das Siechtum ist sehr viel schlimmer, als ich es jemals dachte, denn nicht nur Colosseum, Kulturbrauerei und Angebote in Friedrichshain sind davon betroffen, sondern sogar das Cubix am Alexanderplatz, und ebenfalls das Cinestar im Sony-Center ist schon lange tot, was ich gar nicht wußte. Ich war im Cinestar-IMAX nur einmal zu einem Bogner-Film als Weihnachtsausflug mit unserer Arbeitsgruppe. Mit der Ausbildungsgruppe waren wir in "Schindlers Liste", aber ich glaube, das Sony-Center gab es damals noch nicht, deshalb muß das woanders gewesen sein. Wenn es so weiter geht, dann muß man bald, um in Berlin ins Kino zu gehen, nach Bernau oder andere außerhalb gelegene Ortschaften fahren. Diese Kinos überleben komischerweise trotz Corona ganz gut. Ob das an den weniger lukrativen Verkaufsangeboten und Grundstückspreisen liegt? Eine Weltstadt, in der die Kinos alle außerhalb liegen - das schaffen wohl nur die Deutschen. 

Nun ja, nicht mehr ins Kino gehen zu können, dürfte aber wohl bald das geringere Problem für viele sein. Dabei sind Kinos eigentlich die perfekten Wärmestuben. Während man jetzt die Turnhallen als Wärmestuben wie damals in der Weimarer Republik einzurichten beginnt, muß man sie erst vollständig ausstatten. In Kinos dagegen sind bereits unzählige Sitze vorhanden und Platz für Liegen gibt es meist zusätzlich zu Genüge. Als ich noch einen Kachelofen hatte, bin ich immer, wenn ich spät nach Hause kam und es sich nicht mehr lohnte, diesen anzufeuern, entweder ins Bett oder ins Kino gegangen. Man kann auch in kalten Wohnungen überleben, aber es ist eben schöner, wenn man sich zwischendurch mal ins warme Kino um die Ecke begeben kann. Am Wochenende alternativ ins Tanzcafé, aber das ging nur freitags bis sonntags, während Kinos jeden Tag geöffnet hatten. (Oder gab es einen Ruhetag in der Woche? Weiß ich nicht mehr.) 

Dienstag, 22. März 2022

Zoff mit dem Bann

Mein vorletzter Eintrag hat mich wieder in die Vergangenheit meiner Familie zurückgeworfen und bei der Durchsicht alter Dokumente bin ich auf eine andere kleine Geschichte in Form recht hitzigen Briefwechsels gestoßen, den mein Großvater mit dem Ortsbann der Hitlerjugend der NSDAP hatte. Die hatten sich nämlich beschwert, daß mein Vater W. unentschuldigt dem Dienst in der Hitlerjugend ferngeblieben ist. Daraufhin hat ihnen mein Opa den Kopf gewaschen. Er führte an, daß sich mein Vater zum Zeitpunkt des Briefwechsels im Kriegseinsatz der Hitlerjugend befindet, wo er (so erzählte mein Vater) Gräben schaufeln mußte, und es vorher an der Organisation haperte. Dies war im August 1944, als mein Vater vierzehn Jahre alt gewesen ist. Am 25. März 1939 wurde die Mitgliedschaft in der HJ durch die Verordnung der "Jugenddienstpflicht" obligatorisch. Nur wenige Monate später, im Januar 1945, wurde mein Opa doch noch zum Kriegsdienst eingezogen. Ich frage mich ja, inwieweit dieser Streit wohl da eine Rolle gespielt hat. Wegen Untauglichkeit kam er jedoch nur in den regionalen Arbeitsdienst, wo er nach meiner Recherche zum Soldbuch wohl die Befreiung von Berlin miterlebt haben muß und dort auch in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Als er aus dieser zurückkehrte, erkannte ihn meine Oma zuerst nicht, weil er so zerlumpt war, und hielt ihn für einen Landstreicher. Außerdem hatten die Russen sein Klavier beschlagnahmt, auf das er sich so freute. Er war nämlich nicht nur Bankangestellter, bei der freiwilligen Feuerwehr und Luftschutzwart, sondern auch Leiter des örtlichen Gesangvereins. Aber sowas ist wahrscheinlich für den totalen Krieg nicht relevant, weshalb es in seinem Brief keine Erwähnung fand. Um zu verdeutlichen, wie hitzig es herging, zitiere ich ein paar kurze Ausschnitte. Interessant finde ich auch, wie man sich in den Argumenten auf den totalen Krieg beruft, um ja das Recht auf seiner Seite zu wissen. Kennt man ja heute noch, daß man völlig unsinnige und irrationale Themen rationalisiert und in kritische Argumente einbaut, also quasi so tut, als wäre das alles normal, um nicht ganz gecancelt zu werden.

Opa: "..Im übrigen scheint beim Bann noch nicht bekannt zu sein, daß mein Sohn seit Anfang August im Kriegseinsatz der HJ steht. Er müßte nach Ihrer Aufforderung von Einsatzort zur Ableistung des für den 13.8.angesetzten Dienstes erst zurückbeordert werden. Es wäre sehr angebracht, wenn dem hiesigen Gefolgschaftsführer klargemacht würde, daß es sich mit dem totalen Kriegseinsatz nicht verträgt, wenn er unbegründete Meldungen losläßt und dadurch unnötige Papiervergeudung, Verärgerung und Belastung des Postverkehrs verursacht. Für solche Mätzchen dürfte jetzt wohl wirklich keine Zeit mehr sein! Schließlich ist es unverständlich, warum der Gefolgschaftsführer nicht auch wie die anderen Jungen zum Kriegseinsatz herangezogen wird. Dort hätte er dann eine nützlichere Beschäftigung, als mit seinen unbegründeten Meldungen die Eltern zu belästigen. Heil Hitler!"

Antwort: "Wendungen wie "Mätzchen", "Papiervergeudung" usw., die Sie einer Parteidienststelle gegenüber gebrauchen, würden sicher auch den Herrn Kreisleiter interessieren....Daß W. dem Dienst längere Zeit unentschuldigt ferngeblieben ist, läßt sich keinesfalls dadurch entschuldigen, daß er nicht jedesmal benachrichtigt worden sei. Schließlich läßt es sich ja auch nicht mit dem totalen Kriegseinsatz, den Sie erwähnten, vereinbaren, daß die Führer ihre Zeit damit verschwenden, jeden Schwänzer zum Dienst heranzuschleppen....Der Gefolgschaftsführer, den auch zum Einsatz heranzuziehen Sie uns liebenswürdiger Weise vorschlugen, ist in der Landwirtschaft tätig. Es sind nur Berufler und Schüler herangezogen worden....Wir hoffen, daß W., wenn er zurückgekommen ist, wieder regelmäßig am Dienst teilnehmen wird. Heil Hitler!" 

Opa: "Auf Ihr Schreiben vom 7.8. teile ich Ihnen zunächst mit, daß ich bei nächster Gelegenheit selbst mit dem Kreisleiter über diese Sache sprechen werde. Den Ausdruck Schwänzer in Bezug auf W. weise ich entschieden zurück. Wenn sich jetzt die Jungen selbst nach dem Dienst erkundigen sollen, muß ihnen das vorher gesagt werden. Soviel mir bekannt ist, wird bei anderen Organisationen ein Dienstplan aufgestellt und jedem zur Kenntnis gebracht. In Burg aber ist es schon vorgekommen, daß die Jungen zum angesetzten Dienst erschienen sind, während die Herren Führer nicht anwesend waren, so daß die Gefolgschaft wieder nach Hause gehen mußte....Ich meinte in meinem Schreiben den Hitlerjungen Schaffarzick, der auch Schüler ist, aber nicht zum Einsatz herangezogen wurde. Er war anfangs auch eingeteilt und zum Appell erschienen, konnte dann aber zu Hause bleiben, obwohl er 2 Jahre älter ist als W.....Erst jetzt erfuhr ich, daß Gefolgschaftsführer ein Landwirtssohn aus Nüschen ist....Ob meine Arbeit in meinem Beruf, Feuerwehr und Luftschutz kriegswichtiger ist als Ihre Versendung von unbegründeten Aufforderungen, das zu beurteilen scheint mir die Verfasserin Ihres Schreibens noch zu unerfahren zu sein....Heil Hitler!"

Dienstag, 2. November 2021

Ausflug nach Branitz und TV-Tipp

Der RBB zeigt heute abend um 20:15 h eine neue Doku von 2021 "Ein Sommer in Branitz" über den Schloßpark in Branitz, Fürst Pücklers persönlichsten Park. Nun hatte ich ja selbst bereits das Vergnügen, dort gewesen zu sein, sowohl im Schloßpark als auch im Schloß. Es ist allerdings schon sehr lange her, ungefähr 2007, und es war noch mit meiner Tante, die inzwischen verstorben ist. Ich begann in meinen Fotos zu kramen und stellte fest, daß gar kein Online-Album existiert, die habe ich wohl erst später begonnen. >>Also erstellte ich bei dieser besonderen Gelegenheit gleich mal ein neues Album mit den alten Fotos. Ordnung muß sein. (Wenn man auf das Bild unten mit dem Mauszeiger geht, kann man sich durch das Album durchklicken.) Es sind allerdings nur Bilder vom Schloßpark, im Schloß selbst durfte man nicht fotografieren. Sowohl im Park als auch Schloß kann man seltsamen Dingen begegnen. Im Park gibt es z.B. eine Pyramide, während im Schloß ein Schrumpfkopf ausgestellt ist. >>Es ist der Kopf von Fürst Pücklers sehr viel jüngeren Sklavin und Geliebten Machbuba, die er von einer Reise mitbrachte, wo er sie auf dem Sklavenmarkt kaufte. Ihr bekam aber das kühle Klima nicht und sie starb bald an Tuberkulose. Der Kopf hat mich länger beschäftigt, weil er nämlich so klein war, daß ich dachte, das kann doch niemals ein echter menschlicher Kopf sein. Es stand aber drunter und >>ich informierte mich dann dank des Internets genauer darüber, wie Schrumpfköpfe hergestellt werden. Es funktioniert tatsächlich. Also ich habe es jetzt nicht persönlich ausprobiert, aber man kann menschliche Köpfe, bzw. deren Kopfhaut entsprechend präparieren, nach Wikipedia ist dann wohl Sand drin. Einige Amazonas-Völker wandten dieses Verfahren an, um ihre Feinde ultimativ zu demütigen. Wenn jemand aus seiner Geliebten einen Schrumpfkopf fertigt, mutet das dann doch im gelindesten Fall makaber, wenn nicht gar perfide an. Nun ja, Fürst Pückler halt. Komischerweise findet man genau über diesen Kopf überhaupt nichts im Internet oder auf geschichtlichen Seiten, weshalb ich mich ab und zu frage, ob das vielleicht doch nur eine Attrappe ist, die Besucher anziehen soll, aber deshalb allgemein geheim gehalten wird. Oder es verbietet einfach die Pietät, von diesem Schrumpfkopf zu reden. Bei meinem Stöbern in den alten Fotos fand ich dann auch noch ein altes Foto von mir, auf welchem ich fast 15 Jahre jünger war, als heute. Herrjeh, wie schnell die Zeit vergeht. 2007 kommt mir noch wie gestern vor. 

Branitz

In Burg 2007

Donnerstag, 2. September 2021

Die Susi

Die Susi wohnte mit ihren Eltern in der Wohnung unter der Wohnung meiner Eltern und mir. Obwohl zwei bis drei Jahre jünger als ich, habe ich viel mit ihr gespielt, bzw. wir haben viel mit ihr gespielt, denn wir waren eigentlich ein Trio infernale. Sie, immer schon vorlaut und frühreif, passte gut zu uns. Ab und zu mußte sie allerdings auch darunter leiden, daß sie jünger war, z.B. als wir mehrere Bögen neue Teddybären-Briefmarken gegen ihre viel wertvolleren Briefmarken eintauschten. Sie merkte den Betrug erst, als ihre Eltern sie darauf aufmerksam machten, und sie wurde bitterböse - aber das nützte ihr nichts. 

In meiner Kindheit zählte es zu den schönsten, aber leider sehr seltenen Momenten, wenn meine Eltern beide abends nicht zu Hause waren. Selten bedeutet, daß so ein Höhepunkt vielleicht allerhöchstens einmal im Jahr zu erwarten war. Und obwohl unsere riesige Wohnung mit über hundert Quadratmetern abends und nachts durchaus recht unheimlich sein konnte, genoß ich das Alleinsein mehr, als daß ich mich deshalb verdrießen ließ. Ich behalf mir immer damit, daß ich überall, wo es zu dunkel wurde und wo ich sowieso nicht hinwollte, eben nicht hinging, im großen Wohnzimmer dagegen und dem dunklen Korridor, Diele usw. brannten alle Lichter. Außerdem war ja noch meine Katze da, die bei dem eventuellen Auftreten eines Monsters oder Einbrechers sich sofort hinter dem Ofen verkrochen und mich meinem Schicksal überlassen hätte. Aber zumindest wäre ich gewarnt gewesen. Sobald meine Eltern weg waren, tanzte ich erst einmal buchstäblich auf den Tischen, bzw. überall dort, wo ich nun viel Platz dafür hatte, wie dem großen Wohnzimmer. Da ging es dann auch schon mal über Stühle und Sofa, mit Hechtrollen hinauf und hinunter. Toben oder tanzen war bei uns in der Wohnung sonst eher ungern gesehen, außer in meine kleinen Zimmerchen, welches glücklicherweise über einem Hausflur lag, so daß ich mit meinem Getanze niemanden belästigen konnte. Sobald ich mich genug ausgetobt hatte, holte ich Limo und Eiscreme hervor, die ich mir heimlich schon vorher besorgt hatte, und die es nun als Nachtisch zum Broiler gab, den mir regelmäßig meine Mutter zum Abendessen kaufte, wenn sie nicht kochen würde. Dazu dann verbotenerweise jedes Fernsehprogramm, welches ich wollte. Natürlich nur bis Mitternacht, denn dann war damals noch Sendeschluß. Ich fand übrigens diesen Testton des Fernsehers immer sehr gruselig, weshalb ich auch sofort den Fernseher ausmachte, bzw. mich bemühte, vor dem Testton beim Fernseher zu sein (Fernbedienungen gab es noch nicht). So im Nachhinein denke ich manchmal, wie gut, daß diese Abende nicht wöchentlich vorkamen, denn sonst wäre es sicher böse mit mir geendet - oder aber es hätte nicht mehr so viel Spaß gemacht.

An einem dieser seltenen Abende hatte ich gerade ausgelassen mit meinem Tanzprogramm begonnen, als es draußen anfing laut zu donnern. Mir egal, juckt mich nicht, so lange ich ein Dach über dem Kopf habe. Kurze Zeit später klingelte es an der Tür. Nanu? Meine Eltern hatten mir ausdrücklich verboten, jemanden hereinzulassen, aber neugierig war ich trotzdem. Erstmal durch den Briefschlitz schmulen - vor der Tür stand die Susi und bettelte: "Bitte laß mich rein! Meine Eltern sind nicht zuhause und ich habe Angst vor dem Gewitter!" Fand ich nicht so toll, aber wegschicken konnte ich sie auch nicht, obwohl mir meine Eltern gesagt hatten, ich soll niemanden hereinlassen. Also machte ich auf und bespaßte jetzt die Susi mit meinen Tanzkünsten und einigen Kissen- und Hindernisläufen. Zum Glück war sie immer ein dankbarer Abnehmer meiner Ideen und so tobten wir sehr schnell zu zweit herum. Da ihre Eltern unter uns nicht da waren, bekam es niemand mit, und irgendwelche Ängste konnte ich bei ihr nicht mehr feststellen. Als sie sich sehr spät nachts schließlich verabschiedete, hatte ich so ein bißchen das Gefühl, daß sie die Angst vor Gewitter nur vorgeschoben hatte, weil sie mich oben herumtanzen hörte und mitmachen wollte, statt allein zuhause zu sitzen. So wurde also aus einer Allein-Party eine Zu-Zweit-Party. Aber man sieht, auch damals war ich bereits die Königin aller Alleinparties.

Samstag, 6. März 2021

Mäuse

Derzeit wird der 50. Geburtstag der legendären "Maus" (Die Sendung mit der Maus) begangen und allerorten hört man Sätze wie "Die Maus liebt jeder." Na, na, mal nicht so voreilig! Als Ostkind dürfte ich die Maus eigentlich gar nicht kennen. Doch da wir in Berlin so privilegiert waren, Westfernsehen zu empfangen und dies auch ohne Hemmungen durchweg sahen, kenne ich sie natürlich ebenfalls. Aber für mich war sie immer sowas wie ein "Fernsehzeitkiller", soll heißen sobald die Maus lief, bin ich geflüchtet. Ich weiß nicht genau, woher diese Abneigung gegen die Maus kommt, ob ich sie nur ästhetisch sehr unansprechend fand, sowohl von Farbe und Form, oder ob es diese wirklich gruselige Geräusch beim Augenklappern war, welches mir durch Mark und Bein ging - ich mochte sie nicht. Und diese schulmäßigen Reportagen für Dummies in Kindersprache ebensowenig. Manche Fragen und Antworten waren eigentlich durchaus interessant, aber wahrscheinlich war ich einfach schon zu alt für Dummie-Kindersprache. Meine bevorzugten Kindersendungen waren "Klimbim" und die "Muppetshow", obwohl - hoppla, Klimbim ist ja eigentlich gar keine Kindersendung und nicht mal ganz jugendfrei, aber das hat niemanden gestört und ich hatte viel Spaß. Weiterhin liebte ich "Hotel Victoria" mit Vico Torriani. Mir fällt gerade auf, daß das alles Sendungen im Showstil sind. Interessant, anscheinend zeigt sich hier ein gewisses Faible für Unterhaltungsshows mit viel Musik, das war mir so noch gar nicht aufgefallen. Verderbliche Einflüsse von Anfang an. Aber es gab auch noch eine zweite Maus, die mir viel besser gefiel, nämlich die, aus der Geschichte, die sich meine Mutter als Gute-Nacht-Geschichte für mich ausgedacht hatte. Leider ist meiner Mutter mitten in der Geschichte nichts mehr eingefallen oder sie hatte keine Lust mehr, jedenfalls weiß ich bis heute nicht, was passiert ist, nachdem die Maus in der Speisekammer den Käse angeknabbert hatte (und werde das auch nie erfahren).


Mittwoch, 8. April 2020

Tanzen und Katzen

Die Reihe von Gaga mit ihren Lieblingsbildern erinnert mich immer wieder mal an Bilder, die in meinem Leben eine Bedeutung hatten - ob nun gewollt oder ungewollt.Bei den Tänzerinnen von Walter Becker zum Beispiel denke ich an ein Bild, welches jahrelang in meinem Kinderzimmer hing und dies nur wegen einer einzigen spontanen Entscheidung. Ich war damals als kleines Mädchen mit meiner Mutter und ihrer Künstlerin-Freundin unterwegs. Dieselbe Freundin, bei der ich bereits in frühen Jahren Zeichen- und Malunterricht erhielt. Wohl in einer dieser Stunden beschloß sie, daß neben praktischen Übungen auch ein Blick auf die Kunstwerke der Welt nicht schaden könne (vielleicht wollte sie aber auch lieber shoppen gehen) und ging mit uns in ein Geschäft für Kunstdrucke. Die meisten Drucke waren natürlich groß und teuer, aber es gab auch eine kleine Ecke mit Din A4 und kleineren Drucken. Dort sagte Ch. plötzlich zu mir, ich dürfe mir ein Bild aussuchen, sie würde es mir kaufen. Und ich kann mich genau erinnern, daß ich sofort, ohne lange zu überlegen, auf ein einziges Bild zeigte. Es war das Bild "Tänzerin auf der Vorbühne" von Edgar Degas. Damals habe ich mir nicht viel dabei gedacht, es war einfach das, wozu sich mein Herz hingezogen gefühlt hat. Heute dagegen frage ich mich schon, ob das nicht ein subtiler Hinweis von mir war, daß ich eigentlich lieber tanzen würde. Es ist nicht so, daß ich nicht gerne gezeichnet und gemalt hätte, und diese Stunden bei der Künstlerin fand ich immer sehr aufregend und spannend, aber es gab halt noch etwas anderes, das ich lieber tat, wenn auch völlig unbeachtet. Und mindestens zeigt diese Wahl, daß ich auch damals dem Tanzen schon sehr zugeneigt war.

Wenn ich jetzt noch auf Pferde gestanden hätte, hätte ich wahrscheinlich das Klischee von kleinen Mädchen voll erfüllt (obwohl...nein doch nicht, bzw. nur fast, denn ich mochte damals kein Rosa oder Pink - das fand ich ganz grauslig). Doch meine zweite große Liebe galt den Katzen, und wenn ich nicht vermutlich damals 5 Jahre, sondern bereits 10 Jahre alt gewesen wäre, hätte es auch sein können, daß ich mir ein Katzenbild ausgesucht hätte (falls davon eines erhältlich gewesen wäre). Tanzen und Katzen sind einfach die schönsten Ablenkungen der Welt. Stattdessen malte ich mir irgendwann selbst eine Katze, die dann ebenfalls bei mir an der Wand hing - die Katze mit dem charmanten Silberblick. Mich irritiert gerade das Datum auf dem Bild etwas. 1988 habe ich eigentlich schon nicht mehr bei meinen Eltern gewohnt, d.h. wenn meine Erinnerung richtig ist, daß es bei mir im Kinderzimmer hing, können es höchstens wenige Monate gewesen sein. Aber es hing irgendwo an der Wand - das bezeugen die Reißzweckenlöcher an den Ecken.

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Die Katze mit dem charmanten Silberblick

Sonntag, 28. Juli 2019

Mein Elternhaus - Die Kirche

Natürlich spielten wir auch gerne neben der Kirche, an die sich ein kleiner Park anschloß, was aber unsere Eltern nicht gerne sahen. Sie wollten lieber, dass wir uns auf dem Hof aufhielten.
Die Kirche war so etwas wie ein spannendes Geheimnis und nur zu gerne wären wir in alle ihre dunklen und unheimlichen Winkel gekrochen, um uns wie Helden zu fühlen und wohlig zu gruseln. Leider ging das nicht, weil sie meist geschlossen war und wir sie wie alle anderen in der Regel nur im Gottesdienst sahen. Um so eindrucksvoller war es für mich, wenn mein Vater als Pfarrer mich manchmal mit in die leere Kirche nahm, falls er dort etwas zu erledigen hatte oder der Kantor an der Orgel übte.
Die echte Kirche, die ich von meinen frühesten Erinnerungen her kenne, war ziemlich furchteinflößend, weil zum einen immer dunkel, vielleicht kam mir das auch nur so vor, und zum anderen mit einem wirklich gigantisch großen hölzernen Jesus an einem noch gigantischerem Holzkreuz ausgestattet. Und dabei handelte es sich keineswegs um eine realistische oder gar verklärte Darstellung, sondern um ein expressionistisch anmutendes grobes menschliches Gebilde mit riesigen Augen, einem verzerrtem Gesicht, eckigen und kantigen Gliedmaßen und einer schweren, stachligen Dornenkrone, alles aus dunklem purem Holz, ohne jede Bemalung. In meiner Erinnerung war das Teil mindestens fünfmal so groß wie ein Mensch und der schlaff herunterhängende große Kopf mit der mächtigen Dornenkrone schwebte immer bedrohlich über einem. Aber wahrscheinlich kam er mir kleinem Zwerg noch riesiger und furchteinflössender vor als einem Erwachsenen. Heute kann man das Kreuz nicht mehr sehen, denn es wurde bei Restaurierung der Kirche entfernt. In der Kircheninfo zur Historie heißt es dazu: "An der Altarwand hing nunmehr eine Christusskulptur von Hans Perathoner. Sie war aus dem Keller der St. Hedwigs-Kathedrale geholt worden, nachdem sie auf Anordnung des Päpstlichen Nuntius, Erzbischof Orsenigo, aus der St. Martinskirche in Kaulsdorf  wegen ihres umstrittenen Aussehens abgenommen werden musste." Aber man kann sich den Jesus am Kreuz so ähnlich wie >>diesen hier vorstellen, der auch vom gleichen Bildhauer stammt.

Und doch mochte ich schon damals die Klänge der Orgel, die wie ein Wind zu mir herunter brausten, um mich herum und bis unter das Dach hinauf wehten, meinen Körper durchdrangen und in meinem Kopf etwas vibrieren ließen, ein Licht, das aus reinen Tönen bestand.
Früh schon in meiner Kindheit habe ich das große Kirchenschiff nie wieder gesehen, weil es wegen der Bauarbeiten gesperrt wurde und die Gottesdienste in der kleinen Kapelle, die innerhalb der Kirche in einem Anbau lag, stattfanden. Diese war sehr viel freundlicher und heller, aber auch weniger beeindruckend. Erst nach der Wende wurde die Kirche nach den endlich abgeschlossenen Bauarbeiten wieder geöffnet. Im übrigen habe ich unzählige Male gegen die Kirchenmauern gepinkelt, weil sie, von dichtem Gestrüpp umstanden, bequemer waren als der Weg auf das Klo, aber das nur nebenbei.

Die Kirche war mindestens so unheimlich wie der Keller unseres Hauses, in dem wir ausnahmsweise nicht spielten, da er immer verschlossen war. Allerdings habe ich mich auch nie besonders wohl dort gefühlt. Dem Gebäude entsprechend war er ebenfalls ziemlich groß. Man stieg erst eine schmale Treppe hinab, die in einen ebenso schmalen und sehr langen dunklen Gang mündete, der genau unter dem Hinterhaus entlang führte. Am Anfang und am Ende befanden sich dicke Stahltüren mit Gucklöchern, da der Keller  im Krieg natürlich als Luftschutzraum gedient hatte, und ich löcherte meine Mutter jedesmal mit Fragen über die Türen, wenn wir dort unten waren. Nachdem man durch diesen Gang gelaufen war, gelangte man in ein geräumiges, quadratisches Flurstück, von welchem nun im gleichen Winkel wie das Haus noch einmal ein langer dunkler Gang abging.
Diesen mußten wir glücklicherweise nie betreten, da unser Keller sich genau am mittigen Flurpunkt befand, allerdings war das gähnende schwarze Loch des unbeleuchteten Einganges um so gruseliger. Ich kann mich erinnern, dass ich mich lieber zusammen mit meiner Mutter in unserem Kellerraum aufhielt, der im übrigen riesig war und voller Gerümpel, als davor zu warten, wozu sie mich manchmal aufforderte. Denn da draußen sah ich immer allerhand unheimliche Gestalten und Dinge aus dem schwarzen Gang auftauchen, die sich bei Licht besehen als hervorstehende Brettertüren oder ähnliches entpuppten.

So wie jeder Ort meiner kindlichen Heimat mit anderen Erinnerungen verknüpft ist, so sind es auch die Jahreszeiten, die ich dort erlebte.
Zeitig im Frühjahr entdeckten wir im  Wäschegarten die ersten Schneeglöckchen, danach die Hyazinthen und Maiglöckchen. Ihnen wurde stets besondere Aufmerksamkeit zuteil, vielleicht weil sie die Boten des nahenden Sommers waren.
Die Sommer waren das Schönste und ein Fest für uns Kinder. Endlich nicht mehr dick einmummeln, auf der Wiese herumtollen, unendlich lange Tage draußen verbringen und unserer Phantasie wurden nun keine Grenzen mehr gesetzt. Der Sommer ist für mich verbunden mit dem silbernen Rauschen des leichten Windes in den hohen Pappeln, mit der Stille der am Himmel vorbeiziehenden Wolken und mit dem so sehnsüchtig und wie aus weiter Ferne klingendem Ruf der Ringeltaube.

Im Herbst verwandelte sich unser Haus in ein Farbenmeer. Denn, während es zur Straße hin eine gediegene, graublaue, bürgerliche Fassade hatte, war das Hinterhaus über und über bis zum Dach mit Weinranken bewachsen. Bevor ihre Blätter abfielen verfärbten sie sich knallig rot und als Kind habe ich besonders leuchtende Blätter oft aufgehoben, manchmal wurden auch welche in das Küchenfenster geweht, und wie einen Schatz bewundert. Außerdem hatten es uns die zusammengekehrten Laubhaufen angetan. Wir ließen uns gerne in sie hinein plumpsen oder bewarfen uns gegenseitig mit Armen voller Blätter, bis vom Laubhaufen nicht mehr viel übrig war. In einer Ecke des Kindergartenspielplatzes befand sich ein kleiner, durch einen niedrigen Holzzaun abgetrennter Verschlag, wo das Laub, sowie Erde neben einem Baum gelagert wurde. An dem Baum befand sich eine kleine Höhle, wo die zweite Hofkatze, mit der ich mich angefreundet hatte, einen Wurf Junge bekommen hatte. Um sie zu besuchen, kletterte ich über den Zaun direkt auf den schon festgetrampelten Haufen. Einmal hatte ich einen Lutscher dabei und um die Hände für die Kätzchen frei zu haben, steckte ich ihn mit dem Stiel hinter mir in die Erde. Als ich mich nach einer Weile umschaute, ich wollte wieder daran lutschen, sah ich so einen kleinen Racker von Kätzchen, das sich von den anderen weggeschlichen hatte, und während ich abgelenkt gewesen bin, fleißig an meinem Lolli leckte.
Leider verschwanden alle Katzennester schon nach kurzer Zeit, was mich heute nicht mehr wundert, weil M., mit dem ich zusammen spielte, es ebenfalls sofort mitbekam, wenn irgendwo Katzen waren und es wahrscheinlich dann auch gleich seinem Opa, dem Hausmeister erzählte.
Dieselbe Katze, die sich ab und zu in unserer Wohnung aufhalten durfte, bekam eines Tages auf dem Fernsehsessel einen weiteren Wurf Junge, drei an der Zahl. Meine Mutter trug sie vor Schreck alle auf die Wiese des Wäschegartens, doch die Alte packte eines nach dem anderen am Schlawittchen und trug sie wieder vor unsere Wohnungstür. So ging es eine Weile hin und her, meine Mutter schwitzte schon Blut und Wasser bei der Vorstellung, vier Katzen in der Wohnung zu haben, als die Alte es schließlich aufgab und bei den Kleinen auf der Wiese blieb. Irgendwann unterhielt sich meine Mutter darauf mit dem Hausmeister und er meinte kopfschüttelnd zu ihr, er habe es noch niemals erlebt, dass eine Katze ihre Junge auf der Wiese bekommen habe. Ich selbst vermute ja, dass er sich absichtlich ahnungslos gestellt hat, denn so oft wie die Katze mit ihren Jungen im Maul über den Hof und in den Hausflur hinein gewetzt ist, war es wohl kaum zu übersehen, woher sie kamen. Mir selbst tat es in der Seele weh, die Kleinen so schutzlos auf einer Wiese ausgesetzt zu sehen, weshalb ich mit den anderen Kindern ein Zelt für sie baute. Doch bald waren auch diese Katzen verschwunden. Es hieß, ein Marder habe sie geholt.

Mit dem Herbst ist für mich ebenso das Geräusch der auf das Dach des kleinen Schuppens, in welchem die Spielgeräte des Kindergartens lagerten, knallenden Kastanien verbunden.
Der Winter zeichnete sich vor allem durch Kälte aus - unser Bad wurde nur mit einem kleinen Gasheizer dürftig erwärmt, meist war es eisig, insbesondere die Klobrille, und dekorative Eisblumen bedeckten das ganze Fenster. Auch die Küche war nur notdürftig beheizt und durch den kleinen Korridor, an den Küche und Bad angrenzten, zog es wie Hechtsuppe wegen der undichten hinteren Eingangstür.
Die anderen Zimmer hatten zwar Kachelöfen, kühlten aber durch ihre Größe schnell wieder aus. Mit dem Winter verbinde ich vor allem den in der Nase ätzenden Geruch voller Ascheeimer und qualmender Öfen, aber ebenso die wohlige Hitze, welche diese am Abend abstrahlten und die mir im Bett die Füße wärmte, da der Kachelofen in meinem Zimmer direkt am Bettende stand. Und natürlich das vollkommen ungehemmte und verschwitzte Herumtollen im Schnee. Ein echter >>"Grißlibär" kennt eben keine Kälte.