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Dienstag, 10. Februar 2026

Rückkehr der Tauben

Nach der Eiszeit in Berlin, es sind jetzt etwas über null Grad, sind sogar die Ringeltauben wieder da. Die waren die ganze Zeit während der klirrenden Kälte spurlos verschwunden, so daß ich dachte, die Kälte hätte sie hinweggerafft. Es ist mir schon häufiger aufgefallen, daß Vögel manchmal bei bestimmten Wetterbedingungen verschwinden und nirgends, auch nicht in den Bäumen, etwas von ihnen zu sehen ist. Ich glaube, die verkriechen sich dann irgendwo in das Unterholz oder Gebüsch. Aber kaum taut es, sind die Ringeltauben schon wieder in Turtellaune. Und der NABU ist gerade in Berlin nicht mehr besonders beliebt. Das wird sie vermutlich nicht jucken, da sie ja staatlich gefördert werden. 

Bei X laß ich einen Post von jemandem, der etwas berichtet, was mir so ähnlich auch mit dem NABU passiert ist: "Ich habe vorhin mit meiner Mutter telefoniert. Urberlinerin, Tiernärrin. Ich frage sie, ob sie den aktuellen NABU-Skandal mitbekommen hat und sie sagt „Dit is schon dit zweete Mal mit denen. Dit erste hat mir schon jereicht.“ Ich frage sie, was sie damit meint. Sie erzählt mir, dass sie vor einiger Zeit einen verletzten Mauersegler gefunden hat und sich deshalb an die zuständige Fachstelle des NABU gewandt hat. Am Telefon erklärte ihr ein unfreundlicher Mitarbeiter, er könne ihr nicht helfen. Interessieren würden ihn nur „große Vögel“. Meine Mutter, eine Vogellaiin, kümmerte sich daraufhin selbst um das Tier. Hilfe oder auch nur praktische Hinweise bekam sie vom Rutschverein nicht. Das irritiert umso mehr, wenn man sich die eigene Außendarstellung des NABU anschaut. Auf der Website finden sich diverse Texte mit Überschriften wie „Der Mauersegler braucht uns“ oder „So helfen Sie dem Mauersegler“. Nach dem offiziellen Handlungsplan des NABU-Landesverbandes Berlin hätte der Vogel übrigens in die Kleintierklinik der FU Berlin gebracht werden müssen.

Mich schockiert dieses Verhalten, nicht nur als Hobbyornithologin, sondern vor allem als Mensch. Dass der NABU sich nicht für Menschen interessiert und dabei sogar Verletzungen billigend in Kauf nimmt, ist mir spätestens seit der Streusalz Causa klar. Doch dass ein mit Steuergeldern finanzierter Verein nicht einmal für seine eigenen Werte (Natur- und Tierschutz) einsteht, finde ich besonders widerlich. Die öffentliche Finanzierung dieses Vereins gehört daher nicht nur überprüft, sondern komplett eingestellt."

Bei mir war es so, daß vor vielen, vielen Jahren mein Wohnhaus saniert werden sollte. Ich hatte bis dahin jahrelang ein im Sommer pünktlich belegtes Mauerseglernest unter der Regenrinne und erfuhr, daß durch solche Sanierungen die Nistmöglichkeiten in der Regel wegfallen. Ich wandte mich deshalb an den NABU, um sie über das Nest und die geplante Sanierung zu informieren, weil ich dachte, daß dann vielleicht andere Nistmöglichkeiten geschaffen werden o.ä. Darauf erhielt ich aber nur eine ebenfalls sehr unfreundliche Mail, ich hätte damit schon ein bißchen eher kommen sollen. Ok, dachte ich, das erste und letzte Mal. Ich hielt das bei mir für eine einmalige Sache, aber wenn es anderen genauso geht, fragt man sich ja, was sie beim NABU überhaupt tun, wenn sie sich nur für "große Vögel" interessieren und dafür, daß sich Leute die Beine brechen. Was genau sind denn diese "großen Vögel"? Also ich fand die ausgewachsenen Mauersegler durchaus groß genug. Einer ist genau an Himmelfahrt mal in mein Wohnzimmer gesegelt und saß dann etwas eingeschüchtert auf dem Teppich herum. Er war jedenfalls groß genug, daß ich mich nicht traute, ihn anzufassen. Ich ließ ihn schließlich mit der offenen Balkontür alleine, es dauerte aber einen halben Tag, an welchem er die Gardinen rauf und runter kletterte, bevor er den Ausgang fand. Da sind Brieftauben klar im Vorteil, von denen bei mir auch mal eine in der Küche übernachtete, leider ohne Brief. Die wissen nämlich, wo sie reingekommen sind und finden, wenn sie wollen, auch wieder raus. Meist erst früh. In der Nacht, als ich vor Schreck fast alles fallen ließ, weil ich erst dachte, eine Ratte sitzt in meiner Küche, blinzelte sie mich nur verschlafen an und machte keine Anstalten, ihr Nachtquartier zu verlassen. 

Eine weitere Begegnung hatte ich mal mit einem jungen Mauersegler, der wohl bei seinem ersten Flugversuch eine Bruchlandung auf meinen Balkon gemacht hatte. Und von dort kam er nicht mehr weg, egal wieviel er Anlauf nahm und mit den Flügeln schlug. Ich war ziemlich ratlos, was ich mit ihm anfangen und wie ich ihm Fliegen beibringen kann, weshalb ich mich erstmal auf die Treppenstufe vor der Balkontür niedersetzte, um darüber nachzusinnen. Doch dazu kam ich gar nicht, denn er kam sofort im Eiltempo auf mich zugewatschelt, kletterte wie eine Katze mein Hosenbein hinauf und startete von meinem Knie aus den nächsten Flugversuch. Der klappte zwar auch noch nicht, aber so ging es unverdrossen eine ganze Weile - er klettert mein Hosenbein hoch und vom Knie aus der nächste Flugversuch. Und irgendwann klappte es tatsächlich und er schaffte es über die Balkonbrüstung. Alles, was er brauchte, war eine Startrampe. 

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