Mein Verhältnis zu Gold ist etwas zwiespältig. Das liegt daran, daß mir als doppeltem Löwen ständig angedichtet wird, ich sei für Gold prädestiniert, aber leider steht es mir weder als Farbe noch als Metall, jedenfalls nicht in gelb. Als Weißgold schon, so wie alles, was silbrig ist. Ich habe sogar mal einen Weißgold-Ring auf einer verlassenen Straße gefunden. Und es war kein dünnes Ringlein, sondern ein breiter Klunker mit zentimetergroßem Edelstein. Dafür hatte er aber eine Kindergröße. Keine Ahnung, welche Kinder solche Ringe tragen und dann verlieren.
Wasserhähne müssen mir nicht unbedingt stehen, aber die gibt es bei mir nicht in Gold. Ich besitze nur ein goldenes Teeei, welches ich mir vor langer Zeit einmal kaufte, und zwar aus einem ganz speziellem Grund. Ich habe nämlich schon als Kind den Geschmack von normalen Teeeiern aus Edelstahl etc. im Tee gehaßt. Ich schmecke dann immer einen Metallgeschmack. Mir wurde zwar gesagt, das sei alles nur Einbildung, aber ich habe bis heute nicht aufgehört, Metall zu schmecken. Als Kind kippte ich deshalb Tee, der mit Teeei zubereitet wurde, hinter den Ofen. Wahrscheinlich in Ermangelung von Grünpflanzen in Übertöpfen. Zum Glück ist diese Strategie nie aufgeflogen, im Gegensatz zu der von meinem Bruder. Der mochte nämlich keine Fleischwurst und entledigte sich ihrer, indem er sie in das Abflußrohr vom Balkon stopfte. Die Nachbarin in der Wohnung darunter hatte jedoch einen Hund, der sich sehr über die vom Himmel fallende Fleischwurst freute, und so stand diese mit Müllschippe, darauf die Fleischwurst, vor der Wohnungstür meiner Eltern. So wurde die Geschichte jedenfalls immer wieder auf Familienfeiern erzählt. Mich gab es zur Zeit der Fleischwurst noch nicht und von mir gibt es auch nicht diese Art Geschichte, die sich über Jahre hinweg im Familiengedächtnis hält. Das, was ich angestellte und das herauskam, wurde nur wenige Male erzählt, was aber auch schon peinlich genug war, und dann geriet es in Vergessenheit.
Ich kaufte also später von meinen ersten eigenen Einkünften dieses goldene Teeei. Inzwischen gibt es noch andere Möglichkeiten, um Tee ohne Metallgeschmack zuzubereiten. Als meine Mutter mal dieses goldene Teeei in meiner Wohnung sah, rollte sie mit den Augen und stichelte: "Ein Teeei aus Gold, tse tse....", so als wäre es der Inbegriff der Dekadenz und ich ein Luxusgeschöpf. Dabei erfüllt es ja tatsächlich einen Zweck - der Tee schmeckt damit normal. Anders als die goldenen Toiletten der ukrainischen Elite, die sie sich von unserem Geld leisten, für das wir dann einen feuchten Gruß bekommen. Deren Sinn entzieht sich mir. Allein bei beheizten Klobrillen würde ich Gnade walten lassen. Passenderweise fand ich zwei wunderschöne Bilder mit goldenen Tigern. Passend deshalb, weil Tiger meine Lieblingstiere sind. So haben sie ihren Platz in der Gold-Collage gefunden, ohne Teeei.

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