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Freitag, 23. Januar 2026

Nein! Doch! Oh!

Vorhin kam eine Kiste Secco bei mir an. Der war bereits im Paket perfekt gekühlt. Es ist aber auch eine Flasche Glühwein dabeigewesen. Die werde ich wohl für das Wochenende mehr brauchen. Eigentlich wollte ich ja meine Läster-Beiträge über diverse Inhalte der asozialen Medien sein lassen, aber es gelingt mir einfach nicht. Diese neue Gewohnheit zu etablieren ist deutlich schwieriger, als mir anzugewöhnen, tagsüber Salat zu essen. Das habe ich seit Dezember nahezu durchgezogen. Jetzt zum Beispiel werden einem überall die Polarlichter madig gemacht, weil das angeblich in diesen Breiten alles mit Schwermetallen menschengemacht sein soll. Klar, wenn sie Schwermetalle in der Luft zünden wollen, werden sie akribisch planen und darauf achten, dies genau dann zu tun, wenn ein starker Sonnensturm die Erde trifft, obwohl sie wissen, daß sie damit keinen Verschwörungstheoretiker für dumm verkaufen können. Sorgen würde ich mir erst machen, wenn die Sonne absolut ruhig ist und dann solche Lichterscheinungen auftauchen. 

Überhaupt ist Facebook wirklich nur noch zu einem Sammelbecken von Trash jeder Sorte geworden. Entweder versuchen sie es bei mir mit KI-basierten Geschichtchen, die auf die Tränendrüse drücken oder sich gar als historisch ausgeben, Katzen ärgern oder mit irgendwelchen harmlosen Fake-News, die man aber trotzdem gleich liken möchte, weil es zu schön ist, um wahr zu sein. Letztens bin ich doch tatsächlich auf so eine Story hereingefallen, aber anders herum, die war nämlich zu schön, um wahr zu sein, so daß ich gleich dachte, das kann doch niemals stimmen. 

Es hieß, daß Finnland allen Obdachlosen bedingungslos Wohnraum zur Verfügung stellt und es dort kaum noch Obdachlose gibt. Das glaubte ich schon deshalb nicht, weil ich selbst mal in einer Obdachlosenstelle gearbeitet habe und weiß, daß es Leute gibt, die gar nicht in eine Wohnung wollen, oder nicht in der Lage sind, in einer Wohnung zu leben. Wir hatten zum Beispiel einen Kandidaten, der in der ihm vermittelten Wohnung ein Lagerfeuer gemacht hat. Das mögen Vermieter nicht so gerne. Da mal wieder keine Quelle angegeben war, recherchierte ich selbst und fand einen Beitrag in der "Geo". Ich gehe mal davon aus, daß sie sich den nicht ausgedacht haben. Finnland hat begonnen, Obdachlosenheime aufzulösen und in kleinere Einheiten mit Einzelwohnungen umzuwandeln und zudem viele Neubauten geschaffen. 

>>"Die Kosten für das ehrgeizige Projekt sind hoch: 250 Millionen Euro hat Finnland für neue Wohnungen und 300 zusätzliche Sozialarbeiter ausgegeben. Aber Studien zeigen, dass mit dem System auch Geld gespart wird: Die Notaufnahmen, Sozialstationen und der Justizapparat melden, dass sie mit jedem Neu-Mieter insgesamt 15000 Euro pro Jahr sparen." Einige Obdachlose gibt es natürlich immer noch. Das sind dann vermutlich die hartgesottenen. Und das mit dem Neubau ist in Deutschland sowieso eher schwierig, weil irgendwelche Schlaumeier der Meinung sind, daß man Massen von "Fachkräften" ins Land holen kann, ohne Wohnungen zu bauen. 

Neulich las ich zudem in der >>Berliner Zeitung, daß die Berliner Polizei Obdachlosen jetzt den Geheimtipp gibt, in das Regierungsviertel zu gehen, weil es dort sicherer ist. Dies liegt daran, daß dort mehr Sicherheitskräfte vor Ort sind und es deshalb zu weniger gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. Also haben sie sich im Spreebogen niedergelassen, nahe des Reichtags. Ich weiß jetzt nicht aus der Erinnerung, ob es dort Licht unter den Brücken gibt, aber für mehr Sicherheit verzichtet man dann vielleicht gerne auf Licht. Eigentlich wäre das doch mal die Gelegenheit für die Abgeordneten ihre Solidarität zu zeigen und die Kantine des Abgeordnetenhauses warme Mahlzeiten und Getränke ausschenken zu lassen. Oder gleich eine Wärmehalle im Reichstag einzurichten, für das deutsche Volk, welches im Berliner Wohnungsmarkt unter die Räder gekommen ist. Das wär doch mal was! Jedenfalls wäre es mehr als schwurbeln, schwafeln, schwadronieren. 

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