Gestern hat es den ganzen Tag wie aus Eimern geschüttet und heute sind wieder winterliche Temperaturen, deshalb haben sich die Ringeltauben wohl irgendwo versteckt. In der letzten Woche dagegen habe ich mich ziemlich beobachtet gefühlt, weil mich ständig ein oder zwei Augenpaare durch die Fensterscheibe beobachteten. Zu allem Überfluß versuchten sie dann doch tatsächlich, auf der Klimmzugstange ein Nest zu bauen, was aber natürlich gar nicht funktioniert, weil es keine Astgabeln usw. gibt. Es lief deshalb tagelang so ab, daß das Männchen einen Zweig nach dem nächsten anschleppte, der runterfiel und - schwupps, vor meiner Balkontür landete. Irgendwann kamen sie immerhin auf den Trichter, daß sich das Weibchen auf den Zweig draufsetzt und ihn auf diese Weise festhält. So schoben sie ihr ein paar Zweige unter, aber sie konnte fraglos nicht die ganze Zeit an derselben Stelle sitzen bleiben. Und es kam, wie es kommen mußte: Eine Nachbarin schlug so mit der Tür, daß das ganze Haus wackelte, beide flatterten auf und schon landeten die Zweige wieder auf dem Boden. Wenn man das gar nicht mehr mit ansehen kann, kriegt man beinahe Lust, den Tauben Nachhilfe in Nestbau zu geben. Ich komme nur so schlecht auf den Baum hinauf. Ich weiß nicht, ob irgendjemand schon einmal den IQ von Tauben gemessen hat, das wäre sicherlich interessant. Aber vielleicht ist es ja gar keine Dummheit, sondern eine Form von natürlicher Verhütung. Man weiß es nicht und kann sie auch nicht fragen. Schade, daß ich kein Nestbaumaterial brauche. Ich hätte jetzt einen Haufen davon vor der Tür.
Man könnte aber ebenso denken, daß die Tauben nur ein weiteres Anzeichen für die kollektive Verwirrung sind, die sich gerade in Form ungeahnter Absurditäten über alles ergießt. Diese folgen inzwischen in so einer Masse unmittelbar aufeinander in den Nachrichten, daß man nicht einmal mehr die Zeit findet, darüber den Kopf zu schütteln. In Anbetracht dessen, daß jetzt sogar im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bestätigt wird, daß Selenskij den Anschlag auf Nordstream genehmigt hat, kommen einem die Milliarden, die, obwohl wir ständig darauf eingeschworen werden, den Gürtel enger zu schnallen, in die Ukraine gepumpt werden, wie Schutzgeld vor. Aber selbst dann, wenn jetzt für die Ukraine, die Rüstung und die Ölkonzerne der Sozialstaat für Arbeiter und Mittelstand geschlachtet wird und die sozialen Errungenschaften in eine Lohnsklaverei zurückgeschraubt werden sollen, natürlich immer auf Kosten derjenigen, die sich am wenigsten wehren können, >>wollten sich doch Kanzler, Minister und Staatssekretäre eine Gehaltserhöhung gönnen, für die normale Leute zwei Jahre arbeiten müssen. Wenn das Verfassungsgericht bemängelt, daß Beamte in niedrigen Gehaltsstufen, wie z.B. der Polizei usw. zu gering besoldet werden, hat es recht, aber niedrige Gehaltsstufen besser zu stellen bedeutet nicht automatisch, bei den höchsten Gehaltsstufen um so mehr "draufzuhauen". Inzwischen wurde korrigiert, aber es sind immer noch Gehaltserhöhungen von 5000 bis 10.000 EUR. In Anbetracht der Leistung der erbracht wird, die sich auch darin äußert, >>daß Merz unbeliebter ist als Erdogan und Trump, würde ich ihnen höchstens eine Erhöhung von 50 bis 100 EUR gönnen. Muß ja für andere auch als Inflationsausgleich reichen.

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