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Donnerstag, 18. Juni 2026

Neuer Testlauf

Puh, das war ja wieder blauäugig zu denken, ich schließe eben schnell mal den Geschirrspüler an, der ein einfacher Standspüler ist. Irgendwie vergesse ich ständig, daß es in meiner denkmalgeschützten Wohnung mit buckligen Wänden und buckligem Fußboden in der Küche halt meist nicht schnell und einfach geht. Das Anschließen an sich ist da weniger das Problem. Das hatte ich also erledigt, obwohl man schon ein bißchen Krakenarme dafür braucht. Doch dann ließ sich das Teil nicht richtig bis an die Wand schieben. Es stand immer zwei Zentimeter zu weit vor. In meinen Bemühungen, den Grund herauszufinden, schaffte ich es sogar, mich mit meinem Oberkörper direkt unter meinen Spülschrank zwischen dessen Beine zu schieben, um mit der Taschenlampe zu leuchten und Schläuche zu sortieren. Ich hätte nicht gedacht, daß ich da drunter passe. Das brachte aber nicht so viel, weshalb ich es dann mit der Höheneinstellung versuchte. Zum Glück habe ich in der Küche immer so einen Keil zum Wadenstretchen zu stehen, der war hier echt nützlich, weil ich die Maschine anheben und dann seitlich den Keil drunterschieben konnte, um die Füße zu bewegen, die aus kratzigem Plastik und ziemlich schwergängig sind. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich das Ding angehoben, vor und zurückgeschoben habe, meine Waschmaschine daneben mußte ich auch noch etwas wegrücken. Irgendwann klappte es dann plötzlich und das Teil stand halbwegs richtig. Ich glaube, es ist jetzt seitlich in der Höhe etwas schief, aber das soll mir egal sein. Nach so viel Kraftsport bin ich gestern Abend wie tot ins Bett gefallen.

Und ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob es richtig war, ein Bosch-Modell zu kaufen. Ich weiß ja sowieso, daß Bosch nicht mehr das ist, was es früher war. Ich glaube, die produzieren jetzt in Polen, jedenfalls hatte ich eine polnische Anleitung mit dabei. Aber irgendwie dachte ich doch, wenn es so ein teures Modell ist, wird es sicher auch hochwertig verarbeitet sein. Ähm, ich muß sagen, ich bin ein bißchen entsetzt. Da ist so viel billiges Plastik dran, sowie dünnes Blech, daß man teilweise innen die Wände hin- und herbiegen kann, wenn man möchte. Wenn man das Teil viel heben muß, war das natürlich erstmal ein Vorteil, weil es dann nicht so schwer ist, aber ich bin immer auf der Suche nach Geräten, die länger als zehn Jahre halten, und sowas macht mir nicht viel Hoffnung. Für den Preis habe ich wohl stattdessen eine funzlige Beleuchtung mitgezahlt, die vollkommen unnötig ist, weil man ja die Körbe eh rauszieht, sowie Wlan-Anbindung. So wichtig! Nicht! Nur um ein paar Einstellungen über das Handy zu machen oder die Maschine über das Handy einzuschalten, würde ich mir jedenfalls nicht noch ein strahlendes Gerät hinstellen. Da entspricht der Nutzen nicht dem Risiko.

Nur hat man bei der Suche nach Geräten, die länger als zehn Jahre halten, eben nicht so viele Versuche bei der derzeitigen Lebenserwartung. Und genau deshalb habe ich auch keine Lust, mir meine Lebenszeit noch durch regelmäßige Geräteneukäufe und -aufbauten nehmen zu lassen. Ich bin nicht bereit, für Wirtschaftswachstum und Kapitalismus diese Zeit zu opfern, wenn ich es nicht von mir aus will. Vielleicht hätte ich doch lieber einen preiswerteren Privileg-Spüler kaufen sollen. Denn mein Privileg-Waschtrockner arbeitet jetzt seit fast dreißig Jahren. Das ist ein wahrer Goldschatz. Wenn der mal seinen Geist aufgibt, was bitte nie geschehen möge, werde ich ihn sehr vermissen, denn sowas Treues und Unkompliziertes findet man vermutlich heute kaum noch. Wobei robuste Verarbeitung auch nicht immer Langlebigkeit garantiert. Der Siemens-Geschirrspüler, den ich vorher hatte, war sehr hochwertig verarbeitet, aber leider hat das Heizelement nach zehn Jahren den Geist aufgegeben. Meine Grundig-Kühlkombi befindet sich derzeit noch im Testlauf, während die LG-Kombi sogar schon nach sieben Jahren versagt hat. Mit den Privileg-Kühlschränken, die ich vorher hatte, habe ich eigentlich auch nur positive Erfahrungen gemacht. Jedenfalls sind die nicht kaputt gegangen, sondern nur zu klein geworden. Na ja, abwarten.

Als ich jetzt die ganze Zeit in der Küche beschäftigt war, hatte ich zumindest mal wieder Zeit, lange Podcasts zu hören, wie zum Beispiel dieses interessante Interview mit Michael Lüders. Sehr empfehlenswert, aber ich befürchte, Leute mit einem IQ unterhalb der Raumtemperatur werden sich sowas sowieso nicht anhören. 

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