Gestern habe ich irgendwo gehört, wenn man pro Tag eine Stunde auf Social Media ist, hat man in 50 Jahren zwei Jahre nur mit Scrollen verbracht. Auf eine Stunde am Tag komme ich nicht, wenn ich YouTube rausnehme. Es sind wohl um die zehn Minuten und ich habe auch Tage, an denen ich ganz darauf verzichte. Aber wenn ich mit zehn Minuten rechne, komme ich auf ungefähr vier Monate in 50 Jahren. Klingt erstmal nicht so viel, aber wenn man sich vorstellt, daß man in diesen vier Monaten Tag und Nacht scrollt, sieht das schon anders aus. Ich werde von Jahr zu Jahr dankbarer dafür, daß ich vor Instagram geschützt wurde. Für YouTube besorgte ich mir jetzt so eine Erweiterung, welche die Startseite vollkommen leer macht, da in letzter Zeit die Flut an Videos wieder zugenommen hat, wie mir scheint. Ab und zu findet man zwar auch mal Schätze darunter, aber die meisten sind ziemliche Zeitverschwendung. Ich habe zwar sonst immer den Verlauf gelöscht, aber der füllt sich schnell wieder, wenn man aus den Abos Videos schaut oder auch nur, wenn man mit dem Zeiger auf Videos zeigt. Und ich nehme es als richtiges Gefühl der Erleichterung wahr, wenn ich auf YouTube gehe und die Seite leer ist, so nach dem Motto: Alles erledigt, es darf still bleiben. Natürlich könnte man es einfach unterlassen, auf YouTube zu gehen, aber das sind halt eingefleischte Gewohnheiten und bei den Abos ist man ja durchaus neugierig, ob es Neues gibt.
Da finde ich Träume echt besser, denn die habe ich sowieso während ich schlafe, sie sind also keine Zeitverschwendung, und wenn man sie interpretieren kann, haben sie auch echten Mehrwert. Das mit der Interpretation ist allerdings nicht immer so einfach, weil es oft mehrere Möglichkeiten gibt. Zuletzt träumte ich, daß ich angefangen habe, am Reck/Stufenbarren zu trainieren. Und zwar in einer Gruppe, in der ich absoluter Anfänger bin und sich der Trainer extra Zeit für mich nimmt. Ich schleudere also meine Beine mal zu dieser mal zu jener Seite. Als der Unterricht vorbei ist sagt er: "Tschüß, bis zum nächsten Mal, Mädchen!" Ich glaube, er meint, ich sollte weitermachen mit dem Training. Diesen Traum konnte ich nicht wirklich interpretieren. Die KI sagt dazu, ich würde Achsenarbeit betreiben, was sogar im Grunde stimmt, denn mir ist wohl mein eines Hüftgelenk wieder ein bißchen "entglitten", was zu mehr Beinlängendifferenz geführt hat und dadurch wahrscheinlich zu Nervenschmerzen am anderen Bein. Seit ich die "Körperachsenarbeit" gemacht habe, sind sie wieder weg. Vielleicht will mir der Traum einfach nur sagen, daß ich dabei bleiben soll. Und bevor ich aufwachte hörte ich den Satz: Lebe in Freude, dann werden Freunde dich immer hoch schätzen, oder sie gehören nicht dazu.
Dieser Satz hat in mir sofort eher Widerspruch ausgelöst, weshalb ich nicht wieder einschlafen konnte, denn ich dachte bei mir - muß ich dauernd gut drauf sein, damit ich von Freunden geschätzt werde? Wie doof ist das denn? Es gibt ja auch so gegenteilige Sprüche, wie "In der Not erkennt man seine Freunde". In allen steckt ein Fünkchen Wahrheit, aber nie die ganze. Es kann Freunde geben, die gönnen es einem gar nicht wirklich, wenn man gut drauf und glücklich ist, aber das sind dann in der Tat wohl eher keine Freunde. Und dann gibt es außerdem die Freunde, die zwar lieb und nett sind, wenn es einem nicht gut geht, aber hintenrum solche Schwächephasen gerne nutzen, um indirekt zu sticheln und einen zu erziehen, weil ihnen bestimmte Meinungen nicht passen, die man hat. Auch nicht so toll. Oder es gibt die, die wirklich erwarten, daß man gut drauf ist, damit sie sich selbst besser fühlen oder was auch immer. Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Überhaupt sollte man insgesamt viel mehr gönnen können, dann würde es auch weniger Kriege geben. Aber gönnen kann man halt nur, wenn man andere nicht für eigenen Mangel verantwortlich macht, sondern selbst gut für sich sorgt.

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