Wenn man nach den Wahlen mal in die sozialen Medien schaut, könnte man anhand der Schlagzeilen meinen, Berlin stehe kurz davor, dem Erdboden gleichgemacht zu werden: "Der Untergang Berlins", "Berlin wird zerstört", "Berlin ist dem Tode geweiht", "Berlin ist am Ende", "Berlin ist gefallen" usw. Die Reaktionen sind ähnlich hysterisch wie bei den Siegen der AfD. Zum einen kann ich die Panik vor der Linken nicht nachvollziehen. Diese Angst davor, daß die Linke eine neue DDR 2.0 aufbaut ist schon deshalb lächerlich, weil wir gerade bundesweit dabei sind, so etwas zu tun. Aber vermutlich ist der schleichende Abbau der Demokratie weniger auffällig, als wenn die Linke etwas von "Enteignungen" grölt. Und die heimliche Aushöhlung der Rechte der Bürger zum Zweck der Bespitzelung, wie z.B. >>der Zugriff auf elektronische Patientenakten durch den Geheimdienst, indem das Vertraulichkeitsverhältnis zwischen Arzt und Patient rechtlich wegfällt, ist natürlich weniger auffällig, als wenn genderspezifische seltsame Regelungen auf den Markt kommen. Zum anderen kaufe ich einer Partei, die inzwischen der CDU die Füße küsst, nicht ab, daß sie tatsächlich viel verändern wird. Da wird zum Beispiel, was die Vergesellschaftung von großen Wohnkonzernen betrifft, >>bereits von Gysi angekündigt, daß es erst mal nur zu einem neuen Volksentscheid kommen soll. Einen Volksentscheid darüber gab es aber bereits. Das klingt für mich eher nach Verzögerungstaktik, weil man da nicht wirklich ran will. Das heißt, wahrscheinlich dürfen wir erleben, daß auch die Linke ihre Wahlversprechen bricht. Im besten Fall traut man Elif Eralp zu, daß sie während eines Stromausfalls nicht den Tennisplatz bevorzugt. Ob die Linke in einer Koalition tatsächlich echte Lösungen für die Wohnungsnot findet, bleibt fraglich.

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