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Samstag, 21. September 2019

Hola Salsa!

Gestern abend war ich unterwegs zu einem Schnupperkurs als ich im Bus das Gespräch zwischen einem Mann und einer Frau mitbekam. Sie unterhielten sich über den Gang hinweg, jeder auf der anderen Seite sitzend. Die Frau meinte, daß es doch ziemlich doof sei, für Zumba zu bezahlen. Es gäbe so viele Youtube-Videos, mit denen man das auch zu Hause tanzen könne. Und irgendwie sei es doch so, daß alle einen bestimmten Zumba-Trainer mögen oder auch nicht mögen und nur deshalb dann hingehen und dafür bezahlen. Der Mann versuchte da etwas gegenzuhalten, aber seine Argumente habe ich akustisch nicht verstanden. Natürlich hatte ich dann meine eigenen Gedanken dazu, habe mich aber selbstverständlich nicht eingemischt. Ich weiß ja nicht, wo diese Frau wohnt, vermutlich hat sie ein Eigenheim mit einem großen Tanzkeller, oder aber sie tanzt eigentlich gar nicht, doch ich kenne einige Leute, die sich gar nicht trauen, in ihrer eigenen Wohnung zu tanzen, wegen eines durchgehenden Dielenbodens, hellhörigen Wohnungen und den Nachbarn. Schon alleine das wäre ein Grund dafür zu bezahlen, wenn man nicht wirklich die Möglichkeit hat, sich in seiner eigenen Wohnung etwas sportlicher zu bewegen. Ich selbst bin ja quasi schon etwas privillegiert, weil ich in der Küche den Industrieboden habe, der meine Schritte dämpft, wenn auch nicht die Musik. Und doch ist da eben immer noch der Platzmangel, der dazu führt, daß man trotzdem nicht alles machen kann. Da bezahle ich gerne mal dafür, mehr Platz und lautere Musik zu haben, sogar wenn ich eigentlich bestimmte Youtube-Videos oder meine eigenen Choreos lieber tanzen würde. Aber auch die Gesellschaft anderer beim Tanzen ist nicht immer zu verachten. Allerdings gibt es tatsächlich die Leute, die nur wegen eines bestimmten Trainers hingehen und dann diesem immer hinterherziehen. Das sind dann die, die im Zumbaverein komplett von der Bildfläche verschwunden sind, wenn einer der Trainer aufgehört hat. Ich finde das ziemlich bekloppt, muß ich sagen, und auch etwas einseitig. Ich schaue mir gerne mal verschiedene Trainer an, weil jeder das halt ein bißchen anders macht, jeder andere Musik und sogar einen anderen Tanzstil hat. Das bedeutet nicht, daß mir dann alles dauerhaft gefallen und Spaß machen muß, aber man kann halt doch immer wieder andere Sachen ausprobieren und neue Erfahrungen machen. Ob ich es dann dauerhaft mag oder nicht, ist wieder ein anderes Thema.

Von daher war dieses Angebot für eine Schnupperstunde gerade für mich verlockend und ich finde, sowas sollte es mehr geben. Ich schnupperte also gestern abend, allerdings konnte ich leider nicht wirklich Einblick in die Tanzchoreos gewinnen, die dort so getanzt werden, da die Instructorin der Meinung war, wenn man nicht weiß, wer alles so kommt und vielleicht noch keine Ahnung hat, lohnt es sich nicht, damit anzufangen, sondern sie wollte es mehr wie Disco gestalten. Dazu hatte sie tatsächlich sogar zwei Handtaschen-Discokugeln dabei, die sie einfach in die Steckdosen pappte und das Licht dämmte. Außerdem strukturierte sie den Kurs in Blöcken: erst kamen alle Salsa, dann Merengue, danach Reggaeton und zum Runterkommen Bachata. Es wurden hauptsächlich einfache Grundschritte gezeigt und wir durften viel kreuz und quer herumtanzen. Als Kontrastprogramm zu meinem anderen Tanzkurs war es auch mal wieder schön, richtig zur Musik und relativ frei herumzutanzen. Ich war ebenfalls eigentlich ganz froh, daß es nicht ganz so anstrengend war, denn ich befürchte, daß meine Cardio-Ausdauer in den letzten Wochen doch etwas gelitten hat, da ich durch die ständigen gesundheitlichen  "Katastrophen" nicht mehr richtig zum Üben gekommen bin. Irgendwie war es so, daß ich im Grunde eine Woche hatte, um mich von irgendetwas, seien es Insektenbisse, oder - stiche oder anderen Unpäßlichkeiten zu erholen und es dann immer gerade so mittwochs in den Kurs geschafft habe, wenn auch nur mit Doping oder Pflastern. Und seit dem Insektenbiß und den Cortisontabletten habe ich wieder ziemlich stark "Rücken". Ich weiß nicht, ob es tatsächlich etwas damit zu tun hat, aber ich fand es schon auffällig und zudem extrem nervig, weil es gerade beim Contemporary besonders mühsam und einschränkend ist, mehr als beim Zumba - mit Schmerzen tanzt es sich da noch weniger gut, als wenn man sowieso schon etwas ganz neues und schwierigeres macht. Und ansonsten muß ich feststellen, daß LateinamerikanerInnen anscheinend meinen Shimmy mögen. Ich weiß nicht so ganz, was ich davon zu halten habe.


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