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Dienstag, 22. Dezember 2020

Gesänge und Hoffnungsschimmer

Thomas Gottschalk hat gestern nachgeholt - das was in 2020 nicht ging. Für die vielen, für die nichts nachgeholt wurde, war das wohl eher eine saure Angelegenheit. Und für mich ebenfalls - denn wo darf ich bitteschön die Choreos tanzen, die ich zweimal mühsam im Kurs gelernt habe in diesem Jahr? Ich brauche noch nicht einmal eine Bühne (Gott bewahre!), sondern einfach nur Platz dazu. Mir wurde eine 2021-Karten-Vorhersage in meine Youtube-Empfehlungen gespült - nach meinen ausgewählten Karten kann ich in 2021 meine Finanzen um 100 Prozent verbessern und die Idee dazu kommt mir im Traum. Na bitte, so habe ich wenigstens eine Ausrede, wenn ich viel, viel schlafe, denn schließlich darf ich den Traum nicht verpassen. Und mit verbesserten Finanzen kann ich mir vielleicht auch eine Millionen-Euro-Villa leisten wie unser Gesundheitsminister, in der ich dann aber wirklich für ALLES Platz habe, was draußen nicht mehr geht. Letztens habe ich meinen Roman in einem spanischsprachigen Shop gesehen, der dort für 149 $ angeboten wurde. Wow! Davon sehe ich natürlich keinen Cent, da illegal. Allerdings bezweifle ich sehr stark, daß die dort beim Verkauf mehr Erfolg haben als ich mit den 6,49 EUR.

Inzwischen gibt es sogar Hoffnungsschimmer am Horizont, doch damit meine ich weniger die neue Impfung, sondern das neue vielversprechende Medikament, das ja hilfreicher wäre als jede Impfung, von der man noch nicht einmal weiß, ob die länger als einige Monate vorhält oder bei allen künftigen mutierten Versionen wirkt. >>https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/wirkstoff-molnupiravir-corona-grippemittel-hemmt-coronavirus-uebertragung_id_12744504.html  (Von den unbekannten Langzeitfolgen für Gesunde spreche ich gar nicht erst, denn die interessieren im Moment sowieso niemanden.) Seltsam nur, daß man von dem Medikament kaum etwas hört. Und seltsam auch, daß ausgerechnet in Großbritannien, wo so früh mit dem Impfen begonnen wurde, jetzt die mutierte Variante aufgetreten ist, die zu 70 Prozent ansteckender ist. Zufall oder vielleicht doch eher Wirkung, d.h. Anpassung des Virus an die veränderte Situation? Natürlich wird nun panisch versucht, das neue Virus auszusperren, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es bereits längst unter uns ist, genauso schnell wie das italienische Virus bei uns war (welches wiederum eine mutierte Variante des Wuhan-Virus ist). (Ich habe erst nach dem Schreiben diesen Beitrags gesehen, daß das RKI heute dasselbe gesagt hat, doch verstehe dann noch weniger, was dieser ganze blinde Aktionismus soll.)

>> Jetzt ist es sogar schon soweit, daß die Polizei mit Hundertschaften in Großeinsätzen Gottesdienste auflöst, in welchen gesungen wird. Da muß ich unwillkürlich an den Spruch denken: "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder." Wer hätte gedacht, daß sich dieser Spruch einmal ins Gegenteil verkehren würde! Johann Gottfried Seume würde sich sicher im Grab umdrehen, wenn er das wüßte. Dieser hat nämlich das Gedicht verfaßt, aus welchem dieser Spruch stammt, doch ehrlich gesagt ist es mir viel zu lang, um es hier zu zitieren, deshalb verlinke ich es nur. >>http://www.zeno.org/Literatur/M/Seume,+Johann+Gottfried/Gedichte/Gedichte/Die+Ges%C3%A4nge  Ich vermute mal, daß der gute Herr Seume damit niemals in die Anthologie der Gedichtebibliothek aufgenommen worden wäre. Das sage ich aus Erfahrung, denn ein langes Gedicht von mir (wenn auch nicht ganz so lang wie das vom Herrn Seume), ist das einzige, das es nicht in eine der Anthologien geschafft hat. Ansonsten verschleudere ich jedes Jahr ein Gedicht meines Frühwerks an die Anthologie, und das seit vielen Jahren. Stattdessen ein anderes schönes Gedicht von Max Dauthendey (1867 - 1918), deutscher Dichter und Maler:  

Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter

Ich setze mich hin unter nächstbesten Busch 
Und sing’'s Blau mir vom Himmel herunter; 
Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter. 
Aus dem Grautag, in welchen die Sorge öd weint, 
Wird ein Blautag, sobald nur ein Lied hell erscheint; 
Die verstockteste Wolke wird munter. 
Wo ein Liebeslied rot wie die Sonne aufgeht, 
Jede Wange frohleuchtend voll Herzblut dasteht. 
So ein Rot geht dann schwer mehr herunter.

Bloß gut, daß wir noch Gesang aus der Konserve haben, dies ist jedoch nicht dasselbe, wie hoffentlich jedem klar ist. Farben und Musik, und in diesem Ausmalblock, war das die erste Seite, die ich willkürlich aufschlug. Ich fand, das paßt!


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