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Freitag, 17. Juni 2022

Die wahre Schokolade

Ist ja echt süß, wie alle im Synology-Forum betreten versuchen, die Fassung zu bewahren, wenn man eine Frage zu den Playlisten stellt und offenbart, daß der heimische Fernseher 11 Jahre alt ist. Bin ich die einzige, die noch mit einem 11 Jahre alten Fernseher zufrieden ist? Unter Technikfreaks vermutlich schon. Ich habe auch ein noch viel älteres Kabelabo, da ich nie eine Veranlassung gesehen habe, unbedingt HD gucken zu müssen. Jetzt hat der Anbieter letztens die Sender alle auf HD umgestellt, weil sie die alten SD-Sender abstellen, und ich bezahle genauso wenig wie vorher. Hat sich also gelohnt, mit SD durchzuhalten. Dabei bin ich selbst ja eigentlich sehr technikaffin, allerdings nur, solange mir Technik Zeit und Arbeit spart, aber nicht, wenn sie mir Zeit raubt oder überflüssiges Chichi ist. Und jedes neue Gerät bedeutet wieder neu informieren, neue Kaufentscheidung treffen, neuer Kauf- oder Liefertermin, neue Installation, neue Einrichtung - nein, danke. Wenn sowas nicht unbedingt nötig ist, spare ich mir die Zeit lieber für andere Dinge. Und genau deshalb weiß ich es sehr zu schätzen, wenn Geräte lange und zuverlässig funktionieren. 

Mein Synology-NAS ist inzwischen derart alt, daß ich gar nicht mehr weiß, wie alt genau. Vermutlich so 15 Jahre. In der Gerätezeitrechnung ist das wohl die Ururelterngeneration. Und von meinem 25 Jahre alten Waschtrockner habe ich, glaube ich, schon häufiger mal im Blog geschwärmt. Der macht nur Probleme, wenn ich vergessen habe, das Flusensieb zu reinigen. Natürlich sieht er jetzt nicht mehr so schick aus, aber für kein Geld der Welt würde ich mir einen schickeren kaufen, selbst wenn der eine bessere Energieeffizienz hätte. Was nützt eine bessere Energieeffizienz wenn ich ihn vielleicht in 10 Jahren schon verschrotten muß, so wie meinen Kühlschrank nach nur 7 Jahren? Um so ärgerlicher finde ich es, wenn man entweder durch >>die geplante Obsoleszenz oder durch Zwangsupdates dazu gezwungen wird, dauernd etwas neues kaufen zu müssen. Logischerweise funktionieren neue Updates auf älterer Hardware meist nicht gut, da sie ja für neuere Hardware entworfen sind. Und leider gibt es Geräte, wo man keine offizielle Möglichkeit hat, die Updates auszuschalten. So ging es mir mit dem FireTV-Stick, den ich eigentlich nur für die Onlinerecorder-App und die Fitnessstudio-App benutze. Dazu hätte mir vollkommen der alte Stick ausgereicht, wenn er nicht durch die ständigen Updates immer schwergängiger geworden wäre. Das hat mich so geärgert, daß ich extra gewartet habe, bis der neuere Stick weniger als 20 EUR kostete, um ihn zu ersetzen. Außerdem fand ich einen Geheimtipp, wie man die Updates doch umgehen kann, nämlich über den Router, indem man dort die Updateadressen blockiert. Das scheint zu funktionieren und vielleicht kann ich diesen Stick jetzt länger benutzen. Ich finde, das sollte doch schon mir überlassen bleiben, ob ich das Gerät länger benutzen möchte und dafür auf unnötige Funktionsupdates verzichte, oder ob ich mir lieber jedes Update "reinpfeife" und dafür dann alle zwei bis drei Jahre ein neues Gerät kaufe. 

Ich besitze außerdem noch ein DDR-Bügeleisen, welches läuft und läuft und läuft. Glücklicherweise habe ich nie die Anwandlung verspürt, mir irgendein aparteres Modell zuzulegen, vielleicht weil Bügeln nicht zu meiner bevorzugten Beschäftigung gehört. In der DDR war es ja mehr oder weniger Standard, daß Geräte lange hielten, weil auf diese Weise Rohstoffe gespart wurden, die man nicht hatte. Oft hat so ein Gerät das ganze Leben gehalten und wurde nur selten ausgetauscht. Dafür haben Großgeräte aber auch mehr als zwei Monatsgehälter gekostet. Ich kenne Leute, die hüten ihre DDR-Geräte inzwischen wie ihre Augäpfel. Es gibt dafür sogar einen "Schwarzmarkt", weil die eben immer noch funktionieren und unverwüstlich sind. Ich kenne aber auch einige Leute, die es jetzt bitter bereuen, daß sie im ersten Konsumrausch etwas neues kauften, das sich dann hinterher als Schrott herausstellte, und die alten Geräte wegwarfen. Sowas ist mir zum Glück nicht passiert. Ich ärgere mich nur darüber, daß ich mir von einigen kleineren Produkten aus der DDR keine Vorrat zugelegt habe. Das wäre sehr einfach gewesen, da es Dinge waren, die es fast in jeder Kaufhalle für wenig Geld gab. Da wären zum Beispiel die Kirschblüten-Glasschälchen, von denen ich leider nur zwei besitze. Eines habe ich mal in den Geschirrspüler gegeben und seitdem ist es stumpf. Oder die extra schlanken und leichten tschechischen Bleistifte. Von denen besitze ich auch nur zwei, die schon so abgeknabbert sind, daß ich gar nicht mehr lesen kann, wie die hießen, aber ich hebe sie trotzdem sorgsam auf und hole sie zu Reisen hervor, weil sie sich auf Reisen so genial machen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß meinen Bruder noch einen Vorrat davon hat. 

Diese Bleistifte sind nicht von Koh-I-Noor, einer tschechischen Firma, die es heute noch gibt. Ich habe festgestellt, daß ich einen Druckbleistift von denen besitze, der heute über 7 EUR kostet. Damals meine ich mich an 2,75 DDR-Mark zu erinnern, kann mich aber auch irren. Und deren harte Ölpastellkreide habe ich erst letztens für mich wiederentdeckt. Früher konnte ich gar nicht soviel damit anfangen, habe sie aber noch preiswerter als in der DDR bei einem Urlaub in der Tschechoslowakei gekauft. Beziehungsweise meine Mutter hat die damals für mich gekauft, genauso wie die weichen Softpastellkreiden. Leider ist die Pappverpackung nicht so doll. Doch jetzt habe ich die optimale Aufbewahrung für die schmalen Kreidestäbchen gefunden. Eine Schokoladenbox aus Metall! Die Schokolade bekam ich mal geschenkt und bewahrte die Box auf, weil ich sie zu schade zum Wegwerfen fand. So lag sie die ganze Zeit in einer Kiste, ohne daß ich wußte, was damit tun. Jetzt weiß ich es! Die Box hat ihre perfekte und wahre Bestimmung gefunden! Und falls mal jemand in Erwägung zieht, mir Schokolade zu schenken, dann bitte eine in einer hübschen Metallbox. Über die freue ich mich mehr als über die Schokolade. 

Letztens habe ich wieder Süßes geschenkt bekommen, aber keine Schokolade, sondern eine Tüte Nutella-Kekse. Die lag meiner Sushi-Bestellung mit bei. Nur leider habe ich das gar nicht gleich gerafft, weil ich mit sowas überhaupt nicht rechne. Der arme Lieferbote hat mich noch extra hingewiesen, als er mir die Liefertüte gab, ich solle mich nicht wundern, da seien Nutella-Kekse drin. Ich habe zwar irgendeine Tüte gesehen, aber ich hab wirklich gedacht, da ist jetzt vielleicht ein Keks drin, oder auch zwei. Deshalb habe ich nicht sehr begeistert gewirkt, worüber er sich nun wahrscheinlich gewundert hat. Erst als ich auspackte sah ich, daß es tatsächlich eine volle Tüte mit Keksen ist. Und da habe ich mich über mich selbst geärgert und dachte so - hättst dich ja ruhig ein bißchen mehr freuen können, wenn sie dir schon so großzügig eine ganze Tüte Kekse reinpacken. Dann habe ich aber noch herausgefunden, daß so eine Tüte volle 6 EUR(!) kostet. Ich kenne mich ja bei Preisen von Süßigkeiten nicht aus, weil ich die nicht kaufe, aber jedenfalls kriegt man für 6 EUR schon mehr als ein halbes Kilo Erdbeeren. Und nun hatte ich ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl hatte, zu wenig Trinkgeld gegeben zu haben. Ich habe dann also in tiefster Zerknirschung mein Essen gegessen. Warum legt man mir Kekse für 6 EUR ins Essen, bzw. zum Essen? Zwei davon hätten ja als nette Geste völlig ausgereicht. 

Schokoladenbox

Mit Ölpastellkreiden

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