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Donnerstag, 29. Januar 2026

Ausnahmezustand

In Berlin herrscht jetzt Ausnahmezustand, und zwar offiziell. Dieser ist erreicht, wenn nur noch zehn Rettungswagen (RTW) oder weniger für die ganze Stadt frei sind. Man kann sich gut vorstellen, wie die Leute gerade überall herumpurzeln. Das ist aber nicht so lustig, wie es klingt. Ich habe das selbst mal bei Blitzeis erlebt. Zum Glück hatte ich nur eine leichte Gehirnerschütterung, weil ich so richtig schön mit dem Hinterkopf auf dem Pflaster aufschlug, aber nichts gebrochen. Seitdem bin ich vorsichtiger. Brauche ich nicht nochmal. 

>>"So sprach das BG-Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) zuletzt von einem deutlich erhöhten Aufkommen an Patienten und einer maximalen Belastung der Rettungsstelle. Nach Angaben einer Sprecherin werden in der Klinik der Berufsgenossenschaft (BG) im Moment täglich zwischen 30 und 40 Patienten behandelt, die auf glattem Boden zu Fall gekommen sind. „Unsere Chirurgen operieren zum Teil bis in die Nacht hinein“, so die Sprecherin."

>>"Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verursacht ein einzelner Arbeitsunfall im Schnitt Kosten von rund 10.000 bis 20.000 Euro – durch Behandlung, Rehabilitation und Produktionsausfall. Hochgerechnet auf die Dutzenden Glätteverletzten allein an einem Wochenende summiert sich das schnell auf sechsstellige Beträge."

Die Straßenbahnen fahren weiterhin noch nicht alle. Man kann jetzt quasi live den Krankenversicherungsbeiträgen beim Steigen und der Wirtschaft beim Abschmieren zuschauen und das wegen etwas Eis. Aber alle nur faul. In Potsdam und Frankfurt (Oder) hat man alte Tatra-Straßenbahnen eingesetzt. Ich kann mich erinnern,. daß die im Winter immer eisig kalt waren und man auf den glatten Sitzen fast mit dem Hintern festgefroren ist. Aber sie fahren und fuhren früher schon bei jedem Winterwetter. 

Außerdem kommt jetzt wohl auch nicht mehr die Müllabfuhr, wenn es zu gefährlich glatt ist. Moment mal, wenn wir also zwei Monate Winterglätte hätten, und kein Streusalz eingesetzt werden darf, würde zwei Monate lang der Müll liegen bleiben? >>Aber im Abgeordnetenhaus diskutieren sie noch immer, ob man mal eine Ausnahme macht und Tausalz einsetzt. Eigentlich sagt das nur aus, daß es keine Streusalz-Lobby gibt. Denn wenn es so eine Lobby gäbe, mit Verbindungen zur Politik, hätte man es nicht verboten, genauso wie bei viel schädlicheren Substanzen wie Schwermetalle, Pestizide usw. gerne jede Menge Ausnahmen gemacht werden. Da ist die Umwelt sch....egal. Es ist einfach nicht mehr zu glauben. In Ausnahmezuständen entscheidet und handelt man normalerweise schnell, gemütliche Diskussionsrunden sind da nicht angesagt. Wenn sie das ebenso machen, falls Putin mal vor dem Brandenburger Tor steht, dann gute Nacht! Kann es sein, daß sie Schilda nach Berlin evakuiert haben?

Inzwischen häufen sich ja außerdem die Gerüchte, daß es um die Gasspeicher sehr schlecht bestellt ist, verschiedene Versorger ausfallen und entsprechende Zahlen offiziell nicht mehr veröffentlicht werden. Zusätzlich stieg der Preis für amerikanisches Erdgas - das jetzt zum Hauptlieferanten geworden ist - um 40%, seit dem Tag, an dem die EU ein vollständiges Verbot von russischem Gas ankündigte. Weil Amerika unser Freund ist. Ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt, ich warte einfach ab. Aber wenn wir im Februar bei Kälte zusätzlich noch in eine Mangellage kommen und nicht mehr Heizen können, dann ist bei dieser Stimmung, die gerade unter der Bevölkerung in Berlin herrscht, Polen offen. Bei X schrieb jemand: "Auch nach dem gefühlt 177. Wintertag ist die komplette Selbstaufgabe dieser Stadt im Glatteis ein sprichwörtlich unerhörter Skandal."

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