Nun hat doch unsere Berliner Regierung erstmals ihre Handlungskompetenz entdeckt und Streusalz als Ausnahme freigegeben, dumm nur, daß es inzwischen zu Lieferschwierigkeiten von Streusalz kommt und deshalb sogar einige Gemeinden im ganzen Bundesgebiet, die Streusalz verwendet haben, ihren Streusalzeinsatz schon wieder reduzieren, weil nicht mehr so viel da ist. Sieht ziemlich schlecht aus für Berlin, wenn man zuletzt kommt. >>Stattdessen darf man sich seit heute bei der Berliner Stadtreinigung kostenlos zehn Liter Splitt abholen, das ist ein Putzeimer voll. Einige beschweren sich ja, daß das zu wenig ist, ich dagegen frage mich, was das überhaupt soll - bei richtigem Schlittschuheis hilft kein Splitt mehr, den gab es ja vorher schon teilweise, aber bei diesen Zuständen rutscht man auch auf Splitt weg.
Jedenfalls kann man davon ausgehen, daß sich wohl bis Montag nicht viel tut. Und am Montag streikt auch noch die BVG, d.h. bis auf die S-Bahn fährt nichts. Ausgerechnet am Montag sollen es laut Wetterprognose minus 8 Grad werden. Na dann wünsche ich viel Spaß beim Streiken und dabei, auf vereisten Gehwegen den Arbeitsplatz zu erreichen. Vermutlich werden die Krankenhäuser am Montag einen weiteren Höhepunkt an Aufnahmen verzeichnen. Vielleicht machen aber auch viele am Montag verlängertes Wochenende, wenn sie die Möglichkeit haben.
Ich persönlich würde sogar im Fall von zwei Wochen Schlittschuheis (also nicht nur ein bißchen festgetretener Schnee!) keinen Schritt freiwillig hinaus tun, selbst wenn ich kein Essen bestellen und liefern lassen könnte. Zwar habe ich solche Dinger zum Unterschnallen, aber auf einer richtig harten Eisdecke bringen die nicht wirklich was, genauso wenig wie Splitt. Wenn man im vierten Stock ohne Aufzug wohnt, kann man sich schwere Verletzungen einfach nicht leisten, schließlich kann man in Berlin auch nicht eben mal schnell die Wohnung wechseln. Lieber würde ich zwei Wochen von Linsenwaffeln, Brühe, Schokolade und Tee leben - Dinge, die ich immer zu Hause habe. Ich staune ja sowieso, daß trotzdem noch so viele Ältere, für die diese Situation quasi Lebensgefahr bedeutet - je schlechter zu Fuß, um so mehr - unterwegs sind. Man weiß es nicht, aber es muß jeder selbst wissen. Manche haben vielleicht niemanden, den sie schicken können und auch keine Vorräte.
Bei X kommentierte jemand: "Ich höre, die anspruchsvollen Bewohner von Berlin wollen im Winter jetzt auch noch Streusalz, Strom reicht ihnen nicht." Und jemand anderes schlägt eine Luftbrücke für Berlin mit Streusalzspenden vor. Diese Spenden müßten aber wohl eher aus dem Ausland kommen, falls es dort noch welches gibt. Letztens wurden doch 4000 Tonnen Kartoffeln für Berlin gespendet. Vielleicht wäre Streusalz besser gewesen.
Toi, toi, toi!

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