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Donnerstag, 30. April 2026

Neue Überraschungen

Seit Montag herrscht hier (Funk)stille. Von früh bis abends himmlische Ruhe. Keine Ringeltauben, nicht mal aus der Entfernung hört man noch ein Gurren. Seit Dienstag sieht man auch keine mehr. Vielleicht haben sie sich ja schon im Kampf um das Weibchen gegenseitig massakriert. Also kann ich ausschlafen, aber leider nicht auf der faulen Haut liegen. Da die Tauben den Balkon geräumt haben, nutzte ich die Gelegenheit gleich, den Balkon sommerfrisch zu machen, Laub und Baumaterial wegzuräumen. Das Meisenkunstwerk habe ich aber noch nicht abgenommen (den zerfetzten Insektenschutzvorhang). Für die Küche brauchte ich länger, weil Bio halt wohl doch nicht funktioniert. Ich habe es anderthalb Tage mit dem Bio-Abflußreiniger probiert und es schien sich nichts zu tun. Dann nahm ich den härteren, aber erst nur einen Viertelliter. Schließlich griff ich, bevor ich angefangen hätte, die Rohre mühsam abzuschrauben um sie per Hand zu reinigen, in die Vollen, schüttete die ganze restliche Flasche rein und ließ sie die Nacht über wirken. Am nächsten Morgen schüttete ich kochend heißes Wasser hinterher. Es lief schon besser ab und plötzlich hörte man direkt ein Geräusch, als würde sich irgendein Pfropfen lösen und den Hausabfluß hinuntergespült. Ich testete jetzt die Waschmaschine und spülte die Gardinen, die dort drin noch immer im Wasser lagen. Ging alles einwandfrei, keine Überschwemmungen mehr. Aber die nächste Überraschung wartete schon, als ich die leichten Stores herausnahm. Sie waren nämlich komplett zerfressen und nur noch ein Bündel loser Fäden. Eigentlich wasche ich sie immer in einem Schutznetz und hatte noch nie Probleme, aber vielleicht haben sie das lange im Wasser liegen nicht verkraftet. Jedenfalls brauche ich jetzt neue Gardinen und habe bereits mal ausgemessen und geschaut, wo ich etwas passendes finde. Die restlichen Fenster putzte ich heute ebenfalls und dabei fiel mir auf, daß der Balkonkasten vor dem Fenster schon ziemlich zerfressen aussieht. Wenn ich jetzt eh gezwungenermaßen dabei bin, mich um solchen Kram zu kümmern, werde ich wohl auch einen neuen Balkonkasten besorgen. Eigentlich bräuchte ich für die Spüle zudem eine neue Dichtung, aber ich denk mir jetzt, ich besorge am besten gleich eine neue Spüle, die alte ist sowieso nicht mehr schön. Bloß für eine neue Dichtung lohnt sich der Aufwand nicht. Jedenfalls kristallisiert sich gerade heraus, daß wohl in diesem Jahr wieder ziemlich viel neu wird. War eigentlich nicht so geplant. 

Unser Bundeskanzler hat ja jetzt einen neuen Spitznamen, nämlich Bundes-Mimose, weil er die Kritik an seiner Arbeit durch kranke, faule und gierige Taugenichtse nicht verträgt. Dafür, daß ich selbst zu den Nichtsnutzen dieser Gesellschaft gehöre, habe ich aber immer noch zu viel unfreiwillige Arbeit, wie ich finde. Ich glaube, ich gehöre zur falschen Gruppe der Nichtsnutze. In einer Zeitschrift las ich einen Artikel über jahreszeitliche Depressionen. Darin ging es natürlich um die Winterdepression, aber ebenso um eine Herbstdepression, welche bekannt ist. Das war's. Warum redet eigentlich niemand über Frühjahrsdepressionen? Mich macht das Frühjahr am depressivsten. Frühling ist einfach nicht meine Jahreszeit. Diese Mischung aus viel Arbeit, die keinen Spaß macht, und Müdigkeit, weil das Immunsystem gleichzeitig am Rad dreht, so daß man nur schlafen möchte, das ist der Killer. Der März ist mein Endgegner, der April meist ein wenig besser und erst ab Mai geht es wieder aufwärts. Der Besen bleibt heute abend zu Hause. 

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