ThingsGuide

Mittwoch, 16. Januar 2019

Hektischer Schnellschuß

Da es im März nach Polen gehen soll, fand ich es an der Zeit, das mit dem neuen Ausweis in Angriff zu nehmen. Geplant hatte ich es im Januar sowieso, nachdem ich es bereits, seit der alte Ausweis im September abgelaufen ist, vor mir her schiebe. Auch bisher war ich eher entspannt deshalb, weil es beim letzten Mal ziemlich schnell ging mit einem Termin und der Ausweis ebenfalls schnell abgeholt werden konnte. Glücklicherweise hatte ich gestern abend dann doch mal die Eingebung im Internet nach Informationen zu schauen. Zuerst einmal stellte ich fest, daß einfach so mal hingehen gar nicht mehr möglich ist, sondern nun immer ein Termin gemacht werden muß. Beim letzten Mal waren Online-Termine zwar schon im Angebot, aber mehr eine Ausnahme (deshalb gingen die wohl auch so kurzfristig). Spaßeshalber schaute ich also in das Terminsystem und bekam kurzzeitig Schnappatmung. In dem Bürgeramt, in das ich eigentlich gehen wollte, waren erst ab 19. Februar wieder Termine frei - sehr heikles Zeitfenster. Dann hätte ich mir wahrscheinlich ein vorläufiges Dokument ausstellen lassen müssen. Im zweiten Bürgeramt, bei welchem ich das letzte Mal war, begannen die freien Termine ebenfalls erst ab 19. Februar. Wie gut, daß es drei Bürgerämter gibt, und im dritten hatten sie, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen, ausgerechnet heute einige Termine frei, während ab morgen schon wieder bis zum 19. alles ausgebucht war. Also schlug ich schnell zu und suchte gestern abend noch alles zusammen, um morgens gleich loszustürzen. Natürlich hatte ich dort den weitesten Anfahrtsweg, aber das war mir dann egal.

Während ich beim letzten Mal mit dem exklusiven Onlinetermin mich noch durch Menschenmassen durchkämpfen und mich durchfragen mußte, lief es heute total entspannt. Gerade mal zwei Leute saßen im Wartebereich und aufgerufen wurde gleich mit der Vorgangsnummer auf einem Bildschirm. Leider waren die Nummern ziemlich klein abgebildet und selbst mit meinen Kontaktlinsen nicht sehr gut zu lesen, weshalb ich schnell den ersten Tisch besetzte, als der frei wurde. Jemand, der wirklich halb blind ist, hätte vermutlich einige Schwierigkeiten. Ich denke da an meinen Bruder, der zwar inzwischen durch eine Staroperation ohne Brille sehen kann, aber früher hatte er, bedingt durch ein genetisches Erbe, welches (Gott sei Dank!) nur den männlichen Zweig der Familie betrifft, Brillengläser wie Aschenbecher und konnte trotzdem nichts erkennen. Da wäre also noch Verbesserungspotential. Nur zwei Minuten später als mein festgesetzter Termin war ich an der Reihe. Inzwischen ist durch und durch alles modernst ausgestattet, sogar die Erklärungen zum Unterschreiben bekommt man an einem extra Bildschirm gezeigt und unterschreibt diese auf einem Tablet. Die Bearbeiterin war in Sorge, ob mein Paßbild funktioniert, da sie meinte, das sei nicht richtig biometrisch, was mich wieder kurzfristig in Panik versetzte. War eigentlich gar nicht nötig, denn auf dem Flur stand eine Fotokabine. Im schlimmsten Fall hätte ich also nur neue Fotos machen müssen. Aber daran habe ich in der Panik nicht gedacht. Doch das System segnete das Foto ab, worüber die Bearbeiterin staunte und ich erleichtert war. Allerdings mußte ich ein zweites Mal zittern, weil beim ersten Mal irgend ein Problem bestand, den Vorgang abzuschließen und sie ein weiteres Mal begann, und ich luftanhaltend auf den grünen Rahmen um das Bild wartete (mit der Befürchtung, daß es sich diemal das System anders überlegt). Dann war alles durch und ich wurde gefragt, ob ich meine Fingerabdrücke eingeben möchte, das sei aber freiwillig. Ähm, ich werde bestimmt nicht freiwillig meine Fingerabdrücke hergeben, damit jeder sieht, wo ich überall meine Finger im Spiel habe. Dazu müßte man mich schon zwangsweise verdonnern, wenn ich auf frischer Tat ertappt wurde. Dann noch schnell Geld abdrücken und die Sache war innerhalb von zwanzig Minuten erledigt.
Doch so glatt und schnell es mit dem modernen Onlinesystem auch alles funktioniert, irgendwie kommt bei mir, wenn alles nur noch im Netz und Computersystemen stattfindet, oft die beunruhigende Frage hoch, was wohl passieren würde, wenn mal das ganze Netz oder gar der Strom für länger ausfällt. So ein bißchen finde ich es unangenehm, wenn etwas zu sehr von äußeren Einflüssen und Systemen abhängig ist, aber mich muß das ja eigentlich nicht mehr beunruhigen.

Auf der längeren Fahrt nach Hause wurde mir unerwartet etwas übel und wenn mir bei zu viel Geschüttel übel wird, ist das eigentlich meist ein Zeichen, daß ich irgendeinen unentdeckten Infekt mit mir herumschleppe. Zu Hause ist mir überhaupt nichts aufgefallen, außer daß ich nur noch schlafe und überhaupt keine Energie habe. Natürlich gibt einem das auch zu denken, aber man kommt nicht jedes Mal auf die Idee, daß doch ein paar Bakterien daran schuld sein könnten. Ich sollte bald mal wieder zwei Fastentage einlegen, das würde mir wie immer in solchen Fällen gut tun, sowie einige andere Maßnahmen zur Entlastung und Ankurbelung des Immunsystems. Leider habe ich aber noch jede Menge Süßkram von Weihnachten herumzuliegen und irgendwie widerstrebt es mir, zu fasten, bevor ich dieses "vernichtet" habe. Im Grunde könnte ich es auch einfach wegschmeißen, denn vieles davon schmeckt mir nicht einmal. Die Blätterkrokantkugeln sind so ekelhaft süß, daß es mich schon vorher schüttelt, bevor ich sie im Mund habe und mit Vollmilchschokolade kann ich auch überhaupt nix mehr anfangen. Wenn ich Weihnachtsmänner kaufe, dann nur noch die von After Eight mit dunkler Mintschokolade. Leider waren im Adventskalender von Schutzengelein zwar einige wenige Kosmetikproben enthalten, aber ebenso viel billige Schokolade und weiterer billiger Tünnef. Doch selbst wenn das Zeug gar nicht schmeckt und nur träge, krank und schlechte Zähne macht - Schokolade wegschmeißen geht gar nicht. Da bin ich irgendwie noch komisch konditioniert, von wegen Lebensmittel wegwerfen usw. Dabei wäre Wegwerfen vermutlich die unschädlichere Variante. Leider hat es diesmal zu Weihnachten nicht so gut geklappt mit der Zuckerreduktion und Obstersatz und wie man sieht, bringt das wirklich nicht viel Gutes, jedenfalls bei mir. Das Weihnachten davor, als es mit nur geringster Süßkramaufnahme und viel Obst super funktionierte, ging es mir zumindest physisch viel besser. Zum nächsten Weihnachten werde ich da wieder rigoroser sein, habe ich mir vorgenommen. Und sobald jetzt das Zeug von Weihnachten weg ist, gibt es erstmal auch nur noch Obst.

3 Kommentare:

  1. Ich habe auch vergangenes Jahr meinen Perso neu bekommen und war ebenfalls sehr überrascht, wie digital das mitlerweile alles ist. Mir gefällts :-) Meine Gemeinde ist sowieso sehr fortschrittlich, was sowas angeht. Sie bieten zum Beispiel seit ein paar Jahren auch den Müllkalender als ics-Datei zum Download an.

    Ach ja, der Weihnachts-Süßkram.... da kann ich auch ein Lied von singen.... :-( Allerdings neigt er sich bei uns jetzt zum Glück allmählich dem Ende zu.
    Vielleicht könntest Du ja die Schoki etc. die Du gar nicht magst, verschenken? Dass Du sie nicht wegwerfen magst, kann ich gut verstehen!

    PS Mein Blog sollte nun erreichbar sein. Der Hoster hat noch was nachbessern müssen...

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  2. Ich habe im Moment niemanden, dem ich Schokolalade schenken könnte und wollte. Bei meiner Familie und anderen ist Schokolade ebenfalls eher so ein ungeliebtes Geschenk, das schnell weiterverschenkt wird. Wenn ich Pech habe, kommt es dann wieder bei mir an. *lol* Und Weihnachtssüßkram zu Ostern verschenken bringt es auch nicht so. Was bitte ist denn ein "Müllkalender"?

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  3. Heute hatte ich Zugriff auf dein Blog und ich habe auch einen Kommentar geschrieben, bzw. diesen zweimal, weil beim ersten Mal nichts erschienen ist und auch keine Nachricht angezeigt wurde, was damit geschehen ist. Beim zweiten Mal erschien ein Hinweis auf einen Doppelkommentar, so daß ich davon ausgehe, daß der Kommentar wohl doch angekommen ist. Falls die Kommentare moderiert werden, wäre ein Hinweis hilfreich. ;-)

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