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Donnerstag, 7. Mai 2020

Gaunerliebchen a.D. und Zwangsfasten

Mein Zielgewicht ist inzwischen mit 61,5 kg dank Zwangsfasten fast erreicht. Als der Lockdown begann und die Regale leergeräubert waren, befürchtete ich ja kurzzeitig, ich würde zum Fasten gezwungen werden. Dem war glücklicherweise nicht so, aber dank einer heftigen, zweiwöchigen  Magen-Darm-Grippe bin ich nun doch in den Genuß eines Zwangsfastens gekommen. Meine tägliche Essensration in der ersten Woche bestand aus Kräutertee, einer Jumbotasse Hühnerbrühe und einer Handvoll Maissnacks. In der zweiten Woche wurde die Hühnerbrühe immerhin schon durch Weizennudeln aufgewertet und es gab zu den Maissnacks eine gequetschte Kartoffel. Und nachdem mein Körper jahrelang an einem Gewicht zwischen 64 und 65 kg beharrlich festgehalten hat, bin ich auf diese Weise im Schnellschuß mehrere Kilos losgeworden. So sehe ich allerdings auch aus - nicht besonders gesund, eher geschrumpft und verschrumpelt. Ich befürchte, meine Muskeln haben ebenfalls ganz schön gelitten. Aber als ich gestern zwischendurch angefangen habe, Bodyrolls zu üben, wußte ich, das schlimmste ist überstanden.

Nach so einem Zwangsfasten sind ja die ersten Mahlzeiten ein besonderer Hochgenuß.. Sogar ein einfaches Gemüse schmeckt so lecker wie kein Haute Cuisine jemals. Man erlebt eine Geschmacksexplosion und durch das langsame, vorsichtige Essen, wird diese noch weiter gesteigert. Der erste Löffel vorsichtig zerschmolzener Nuss-Nougat-Creme (ohne Zucker). Die erste Tasse Kakao. Das erste Stück Käse. Der erste Löffel Grünkohl. Man lutscht daran herum und ist hin und weg. Bei so viel Genuß habe ich mich gefragt, warum es eigentlich nicht möglich ist, dieses achtsame Essen auch in der Normalität beizubehalten. Erstmal schmeckt man auf diese Weise tatsächlich viel mehr und zweitens braucht man sehr viel weniger bis man befriedigt ist. Außerdem haben kleine Essensrationen einen anderen großen Vorteil - man muß nicht viel einkaufen gehen. Eine Tüte Maissnacks hat bei mir für eine Woche gereicht.

Doch da ich gestern schon wieder Bodyrolls geübt habe, setzte ich mir in den Kopf, heute doch zu versuchen, im nächstgelegenen Supermarkt Kartoffeln zu besorgen. Denn ich hatte keine mehr und Kartoffeln sind schließlich die wichtigste Grundlage für eine aufbauende Schonkost. Ich habe es geschafft und war einkaufen, merkte aber, daß ich doch noch ziemlich wacklig auf den Beinen bin. Länger zu gehen, eine schwere Tasche zu tragen und noch vier Treppen zu steigen ist eben doch eine andere Nummer. Aber jetzt reicht wieder alles.
Bei diesem Einkauf mußte ich das erste Mal einen Mund-Nase-Schutz tragen, da inzwischen in Berlin auch in Geschäften vorgeschrieben. Ich habe dafür so ein Schlauch-Multifunktionstuch benutzt, das ich bereits seit Jahren besitze. Und ehrlich gesagt fühle ich mich damit wie so ein verwegenes Gaunerliebchen, das gerade vorhat, den Supermarkt auszurauben. Witzigerweise lief im Supermarkt dann eine sehr alte gebrechliche Frau, bestimmt über 90, ohne alles, also nicht ohne alles, aber ohne Mund-Nase-Schutz herum. Quasi die Zielgruppe. Und was mir ebenfalls aufgefallen ist: die Leute halten kaum noch Abstand. Während ohne diesen Schutz wirklich sehr auf Abstand geachtet wurde, rücken einem jetzt wieder die meisten auf die Pelle. Genau das habe ich befürchtet. Und die Kassiererin hatte zwar einen Mundschutz, jedoch schaute die Nase daraus hervor einscließlich der Nasenlöcher, ebenfalls sehr sinnvoll. Das alles verstärkt in mir die Annahme, daß so eine Maske eigentlich gefährlicher ist, als daß sie nützt.

Selfie mit Mund-Nase-Schutz

8 Kommentare:

  1. Hallo Frau Zuckerwattewolkenmond, irgendwie hat das Internet gestern meinen Kommentar gefressen...deswegen nochmal die Rekonstruktion.
    Es ist schon ok, wenn die Zielgruppe der Hochrisikopatienten keine Maske trägt, es geht -wie wir ja inzwischen gelernt haben- darum mit dem Masken tragen andere nicht anzustecken, der Eigenschutz ist eher irrelevant dabei. Ob es hingegen eine so gute Idee ist als Teil der Gruppe einkaufen zu gehen steht auf einem anderen Blatt.
    Tatsächlich scheint das Abstandgebot inzwischen recht häufig weniger akzeptiert zu sein, als noch vor einiger Zeit - aber ob das mit dem Tragen von Masken (was ja einige vermuten) zusammenhängt oder mit der zunehmenden Arschigkeit meiner Mitbürger wage ich noch nicht abschließend einzuschätzen - tendiere aber zu letztem.

    So es mir erlaubt ist, ein kurzes Kompliment zur Farbe ihre Augen, die wunderbar mit dem Schlauchschal harmonieren.
    Bleiben Sie gesund!
    Ihnen Ihr Blödbabbler

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    1. Herzlichen Dank für das Kompliment, Herr Blödbabbler. So ein Kompliment versüßt doch gleich den Tag. ;-)

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  2. ja, die Augenfarbe auf dem Bild trifft einen wie ein Laserstrahl...!
    Wie groß bist du eigentlich?

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    1. Ja, Laseraugen sind meine geheime Superkraft. :-)))
      Ich bin 1,76 m.

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    2. ach doch so groß! Dann bist du ja sehr leichtgewichtig.

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    3. Ja, für diese Größe auf jeden Fall.

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    4. ich schätze, ich bin ca. zwanzig Kilo schwerer (bei einer Größe von 1,80), wiege mich allerdings nicht selber, nur die Charité hat mich neulich im September mal gewogen und da wars schon happig! Wollte es gar nicht hören, solche Zahlen belasten nur die Psyche. So lange die Hosen noch nicht kneifen, sehe ich keinen Handlungsbedarf.

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    5. Das habe ich früher auch so gesehen (und ich lag mit meinem Gewicht ebenfalls mal um die 80 Kilo), aber beim Tanzen ist es eben doch nicht so egal, wieviel Gewicht man mit sich herumschleppt. Ein paar Kilo weniger und man ist gleich leichtfüßiger. :-)

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