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Sonntag, 21. Juni 2020

Aus dem Leben Isadora Duncans - 2

"Obgleich die Besuche König Ferdinands ganz unschuldig verliefen, weil nur über Kunst gesprochen wurde, erregten sie dennoch in Bayreuth einiges Aufsehen - denn sie fanden um Mitternacht statt. Überhaupt konnte ich nichts tun, ohne auf andere Menschen irgendwie extravagant und überspannt zu wirken, und sie fanden eigentlich alles schockierend. Philippsruhe war mit einer Unmenge von Diwans und Ruhekissen ausgestattet, es gab rosafarbene Lampen, aber keine Stühle. Da dort der große Tenor von Barry gerne die ganze Nacht über sang, während ich dazu tanzte, betrachteten die Leute es als echtes Hexenhaus und unsere unschuldigen Feiern als "schreckliche Orgien"."

("I've only danced my life - Die Autobiografie der Isadora Duncan"...)

Kommentare:

  1. oh, interessiert mich, diese Biographie (ich liebe Biographien)...! Vom Zauber der irdischen, realen Welt.

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  2. Das ist eigentlich keine Biografie, sondern eine Autobiografie. Und da vieles daraus ziemlich unglaublich klingt, weiß man nicht so genau, wieviel davon der Wahrheit entspricht. Doch ehrlich gesagt habe ich seit Jahren nicht mehr so ein unterhaltsames Buch gelesen.

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  3. Autobio noch lieber, hab ich schon gesehen, umso interessanter! Wobei manchmal sehr spannend ist zu sehen, was in der Autobiographie unter den Teppich gekehrt wurde, wenn man parallel dazu eine Biogpraphie liest, die auf jahrelanger Recherche basierend entstand, mit Zugriff zu privaten Archiven und Nachlässen. Rundet das Bild ab. Ich denke da zum Beispiel an Alma Mahler-Werfel, die bekannt dafür ist, ihre eigenen Tagebücher stark zensiert veröffentlicht zu haben, um ein bestimmtes ikonenhaftes Bild zu befördern.

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  4. heute erhielt ich das Buch bereits, kann noch nicht mit Lesen beginnen, weil ich noch andere Sachen lese, eins nach dem anderen, hab aber die Kurzbiographie im hinteren Teil überflogen und war schon mal perplex, was für Schicksalsschläge, Verluste, Tode ihren Weg säumten... dann wollte ich auf die Schnell ihr Alter berechnen, wann sie das Buch schrieb und wie alt sie wurde und dann ihr spektakulärer Tod auch noch... und nicht mal Fünfzig geworden. Ich ärgerte mich über den Anfang der Kurzbio, die mit den Geburtsdaten ihrer Geschwister beginnt. Da muss ihr Geburtsdatum stehen! Habe einen Stift genommen und die ersten drei Eintragungen brutal durchgestrichsen, als wäre ich die Lektorin des Buches und es noch nicht veröffentlicht, so dass in meinem Buch die Bio mit IHREM Geburtstdatum beginnt. Dass sie 3 Geschwister hatte, kann man ja nun auch anders erwähnen. Also wirklich.

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    1. Ich bin inzwischen fast durch, habe nur noch fünfzig Seiten. Und dies ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich sowas bedauere. Kann mich immer kaum losreißen. Ja, die Schicksalsschläge sind schon heftig, vor allem auch, wenn man sich vor Augen hält, wie jung und tragisch sie dann gestorben ist. Oder wie ich im ersten Eintrag bereits schrieb, würde alles, was sie erlebt hat, bei anderen für drei Leben reichen.

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