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Mittwoch, 24. Februar 2021

Das Diktator-Gen und Post von der Bundesregierung

Eigentlich hatte ich mich ja schon gefreut, daß ich anscheinend nicht mehr zur Risikogruppe gehöre, da bisher in meinem Briefkasten gähnende Leere herrschte. Aber gestern erhielt ich sie doch, die Berechtigungsscheine - fünf Tage vor Ablauf des ersten Bezugzeitraums. Mist! Inzwischen hatte ich mir bereits FFP2-Masken für 89 Cent im Discounter geholt. Ich fand aber noch ein anderes Schreiben meiner Krankenkasse, in welchem sie mir anbieten, einen Online-Präventionskurs gegen Rückenschmerzen zu absolvieren und dann für ein Jahr eine kostenlose Mitgliedschaft bei diesem Online-Fitness-Anbieter zu erhalten. Nun löst alles, was Rückengymnastik, Rückenfit usw. heißt und ist, schwerwiegende Komaanfälle bei mir aus. Allerdings haben sie bei dem Online-Anbieter auch Tanz-Workouts und Yogaklassen, was mich eher interessiert. Zudem wollte ich selbst einzelne Rückenübungen häufiger machen, vergesse das aber oft, weil die halt meist nicht so schnell mal nebenbei gehen. Heute habe ich statt Frühstück ein komplettes Yogaprogramm durchgezogen, ohne das dies so eingeplant war, denn eigentlich wollte ich frühstücken, bin in die Küche gegangen, habe Tee aufgesetzt und nebenbei mit kleinen Übungen begonnen. Dann konnte ich nicht mehr aufhören, eine Übung kam zur nächsten, und irgendwann hatte ich eine halbe Stunde Küchenyoga hinter mir, aber keinen Hunger mehr. Bei den speziellen Rückenübungen geht das nicht so gut, deshalb habe ich entschieden, mich für den Präventionskurs zu opfern, denn so ein Jahr kostenlose Mitgliedschaft ist doch ein netter kleiner Anreiz, die zehn Wochen, die das dauert, durchzuziehen und dabei auch meine eigenen, anstrengenderen Übungen unterzubringen. Das Schöne an Onlinekursen ist ja, daß niemand sieht, wenn ich die ein oder andere Übung durch eigene ersetze, mich aber halt doch mal wieder regelmäßiger um meine Rücken- und Bauchmuskeln kümmere. 

Mein Bruder ist zur Zeit krankgeschrieben, da er schon seit Wochen hartnäckigen Husten hat. Beim Arzt wurde ihm deshalb dann auch ein Stück Gehirn aus der Nase gepopelt, hoffentlich kein zu großes. Das Ergebnis des Tests war negativ, was aber, wie man ja von Dr. Drosten weiß, eigentlich überhaupt nichts aussagt, schon gar nicht, wenn Symptome vorhanden sind. Deshalb hoffe ich, daß er jetzt trotzdem ein gutes Anti-Viren-Programm laufen läßt, um auf der sicheren Seite zu sein. Ich habe ihn dazu ausführlich telefonisch beraten, weiß aber nicht, ob er das wirklich macht. Allerdings klang er doch sehr interessiert und hat sich sogar mehrmals bedankt, denn als ich ihn gefragt habe, was er denn dagegen macht, kam nur ein hilfloses: "Na was soll ich denn dagegen machen? Meine Ärztin ist im Urlaub." (Als ob es einen Unterschied machen würde, ob seine Ärztin da oder im Urlaub ist, falls es sich um einen Virus handelt.) 

Die Sorge um andere finde ich an dieser Pandemie das kräftezehrendste, denn um mich selbst mache ich mir kaum Sorgen, da ich weiß, wie ich mir selbst helfen und Viren ziemlich gut abschrecken und vertreiben kann. Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, aber das Leben ist ja generell gefährlich und stets tödlich. Doch gerade bei nahestehenden Menschen fragt man sich dauernd, ob sie etwas vernünftiges gegen Viren unternehmen, wenn sie irgendwelche Symptome haben, oder sich nur auf Vitamin C verlassen. Am liebsten würde ich einen Sack voll meiner erprobten Heilmittel kaufen, verteilen und immer daneben stehen und zusehen, daß jeder brav seine Medizin nimmt. Natürlich ist mir klar, daß das total lächerlich ist, vor allem bei erwachsenen Menschen, aber manchmal habe ich das Gefühl, manche müssen tatsächlich an die Hand genommen werden. Bei Leuten, die mir nicht so nahe stehen, ist es mir relativ egal - zwar gebe ich meine Tipps gerne weiter, aber letztendlich muß jeder selbst wissen, was und ob er überhaupt etwas für sich tut. Bei Familie und Lieblingsmenschen ist das natürlich völlig anders, da möchte man gerne zum Diktator werden. Es kostet mich viel Mühe, mich dahingehend zurückzuhalten.

Inzwischen ist ja so gut wie sicher, daß der Virus aus einem Labor stammt. Das hatte ich mir bereits gedacht, da das Verhalten der Chinesen mit ihren Bestechungsversuchen von deutschen Beamten doch sehr verdächtig war und die ca. 40 Hochsicherheitslabore auf der Welt genauso anfällig für menschliches Versagen sind wie Atomkraftwerke. >>Die entsprechende Studie wurde von der Uni Hamburg veröffentlicht, und zwar zum Zweck der öffentlichen Diskussion. Genau diese vermisse ich aber. Zwar hilft dieses Wissen in der Pandemie an sich erst mal nicht so viel weiter, allerdings wäre eine Diskussion darüber, wer in solchen Fällen für die entstandenen Schäden haftet und warum überhaupt Viren aggressiver gezüchtet werden müssen, statt abgeschwächter, wenn man denn schon mit ihnen forscht, doch sehr relevant. 

Edit: Während ich dies schrieb, hat mein Bruder angerufen und meinte, er sitzt vor dem Computer, um ein von mir empfohlenes Produkt zu suchen und wollte sich nochmal vergewissern, daß er das richtige kauft. Na also! 

 

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