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Dienstag, 4. Mai 2021

Davor oder danach?

Das Wetter war heute so, daß man sich fragte, ob bald Weihnachten ist - stürmisch, regnerisch, dunkel und der Wind pfiff durch alle Ritzen. Ich habe einen mörderischen Muskelkater, deshalb fand nur restoratives Yoga statt. Zur Begleitung entdeckte ich wunderschöne neue Musik, und zwar in dem einzigen Meditationsvideo meines Tanzstudios. Als das Video lief, dachte ich sofort - wow, was ist das für Musik? Solch eine ätherisch schwingende Stimme, die zwischen den Schwingungen der Klangschalen überhaupt nicht stört! Ich habe mir den Song gleich auf Youtube gesucht.

In der Contemporary Class meines Tanzstudios wird stets vor dem Tanzen meditiert und entspannt, also ganz anders, als ich es aus dem Präsenz-Contempory-Kurs kenne und vom Yoga. Aber ich habe festgestellt, daß es geradezu phänomenale Auswirkungen hat, vor dem Tanzen zu meditieren, denn ich bemerke natürlich nicht nur eine gesteigerte Leistung durch mehr Fokussierung, sondern ebenfalls bessere Beweglichkeit - und das einfach nur durch die Entspannung. Wenn ich dagegen an die Präsenzkurse denke, da kommt man schon erstmal gestresst vom Straßenverkehr an, ist vielleicht sogar den ganzen Tag herumgehetzt, und dann geht es gleich weiter mit Warm up und Stretching. Eigentlich wäre es gerade hier ideal, sich erstmal zu sammeln und zu fokussieren, bevor man loslegt. Ich verstehe auch gar nicht, wieso in manchen Bereichen so viel Wert auf die nachträgliche Entspannung gelegt wird. Ist das jetzt einfach nur, weil das im Yoga so vorgegeben wird? Als Cool Down gäbe es ja noch andere Varianten. 

Aber egal was so gelehrt, gemeint und geschrieben wird, letztendlich gibt der eigene Körper immer die beste Antwort darauf, was ich selbst brauche und was für mich funktioniert. Deshalb vertrete ich die Ansicht, daß man alles selbst mal ausprobieren und Fehler machen sollte, denn nur so lernt man ja, die Unterschiede im Körper zu erspüren. Dadurch habe ich zum Beispiel schon sehr früh gelernt, daß statisches Dehnen vor dem Tanzen extrem kontraproduktiv ist. Dagegen finde ich es nach dem Tanzen ideal, weil man dann schon so schön warm und beweglich ist und durch entspanntes statisches Dehnen nicht gleich von Hundert auf auf Null geht, aber trotzdem zur Ruhe kommt. Mit dem völligen Abschalten nach dem Tanzen kann ich nicht so viel anfangen, weil ich durch das Tanzen innerlich eh schon gesammelt und auf den Körper konzentriert bin. Vor dem Tanzen funktioniert bei mir dagegen dynamisches Dehnen und Mobility am besten. Und das Atmen und Entspannen vor dem Tanzen werde ich jetzt künftig ebenfalls beibehalten. 


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