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Montag, 20. September 2021

Instagram-Sperrung

Also manchmal gewinnt man ja zunehmend den Eindruck, daß Facebook verzweifelt versucht, sich selbst abzuschaffen, jedenfalls fühlt man sich dort mit jedem Jahr unerträglicher von Bots und Algorithmen reglementiert, während ein menschlicher Kundensupport überhaupt nicht mehr greifbar ist und man selbst natürlich keine Bots benutzen soll. Nun wollte Instagram letztens plötzlich meine Telefonnummer wissen, um mir einen Code zu senden. Darüber allein habe ich mich schon geärgert, da ich mit Email registriert bin und meine Telefonnummer nur in wirklich seltenen Fällen weitergebe - genauso gut hätten sie mir den Code an meine Emailadresse senden können. Aber da ich gar keine andere Wahl hatte, um in den Account wieder hineinzukommen, tat ich es doch, gab den gesendeten Code ein und nichts passierte. Mein Account ist jetzt wegen angeblichen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt, was aber definitiv nicht der Fall ist, da ich ja kaum auf Instagram aktiv bin. Ich scrolle nur täglich durch meine Yoga-Timeline, speichere die ein oder andere Übung und poste alle zwei Monate ein buntes Bildchen. Doch wenn ich auf Einspruchlink und Kontakt klicke, bekomme ich nur einen "Verbindungsfehler" trotz funktionierender Internetverbindung. Da tröstet es auch nicht, daß es nach meinen Recherchen im Internet wohl vielen so geht, und es sogar Leute gibt, die bereits seit Monaten gesperrt sind, ohne zu wissen warum und wieso, und es einem mit funktionierendem Einspruchlink nicht unbedingt besser ergeht. Sogar Leute mit über 560.000 Followern sind dabei. Da bin ich froh, daß ich in meinem Account nur meine 40 People habe und vor allem kein Business dranhängt. Denn wenn man von Insta, Facebook oder Youtube finanziell abhängig ist, ist man echt eine arme Sau, egal wieviel Geld man verdient.

Seltsamerweise passierte dies genau dann, nachdem ich die Hintergrundaktivität von Insta auf meinem Handy eingeschränkt hatte. Mir war nämlich aufgefallen, daß mein Akku in nullkommanix runter war und ich hatte da gleich Instagram in Verdacht. Bei meinem Handy kann man manuell einstellen, ob Apps per Autostart starten sollen und im Hintergrund verbleiben sollen. Ich habe Autostart und Hintergrundaktivität ausgestellt, da ich sowieso Insta auf dem Handy selten benutze. Und siehe da - seitdem hält die Akkuladung wieder richtig lange. Nur anscheinend gefällt jetzt Insta nicht, daß sie nicht mehr ständig meine Daten überwachen und absaugen können. Es ist jedoch bitteschön nicht verboten, selbst zu entscheiden, wann eine App gestartet und geschlossen wird - oder sollte das doch schon soweit sein? Kann es sein, daß man, wenn man nicht regelmäßig viele neue Daten liefert, wertlos ist und von Facebook nicht gebraucht wird und auch nicht erwünscht ist? Kann es sein, daß diese sozialen Netzwerke nur noch vorgeben soziale Netzwerke zu sein, um Leute anzulocken, in Wirklichkeit aber riesige Datenkraken sind und auf anderes als Daten auch nicht mehr aus sind? Das würde dann zum Kundenservice passen, denn es ist ja schon sehr fragwürdig, wenn man bei Aussperrung und technischen Problemen noch nicht einmal die Chance hat, irgendjemanden zu kontaktieren, um an seine Daten zu kommen oder auch sein Konto zu löschen. Die gelieferten Daten verbleiben alle bei Facebook. Warum aber sollte ich nicht nur meine Daten unbegrenzt bereitstellen, sondern auch noch den Strom zur Datensammlung liefern, den ja ich selbst bezahle und nicht Facebook, wenn ich das Handy alle naselang aufladen muß?

Ich frage mich eigentlich schon seit längerer Zeit immer mal wieder, was ich auf diesen "sozialen Hetzwerken" überhaupt verloren habe, denn wirkliche Reichweite habe ich dort kaum. Vielleicht eine Handvoll Menschen, während auf meinem Blog die Zugriffszahlen nicht nur solide sind, sondern auch steigen. Im letzten Monat hatte ich über 9000 Zugriffe, vermutlich eine Ausnahme, trotzdem kann ich zufrieden sein. Ich gebe allerdings auch zu, daß ich in den sozialen Netzwerken kaum Ehrgeiz habe, mich dort wirklich zu engagieren und mir Mühe zu geben, weil allein der Gedanke daran, daß man ohne Grund meine Reichweite einschränken kann oder anderweitig willkürlichen Einfluß auf mich und mein Profil ausübt, mir jede Motivation nimmt. Da schreibe ich lieber im Blog, was ich zu sagen habe. Glücklicherweise habe ich hier noch nicht wirklich Zensur erlebt, außer daß ich manchmal das Gefühl habe, daß manche Beiträge nicht bei Google gelistet werden. Das ist mir aber relativ egal, da ich das bereits von meinem Twoday.net-Blog kenne und es ja auch noch andere Suchmaschinen gibt. Vielleicht habe ich einfach Glück, daß ich hier keine Kunstwerke mit nackten Brüsten poste, denn ich habe es bei einer Youtuberin tatsächlich mal erlebt, daß ihre Videos zensiert wurden, weil sie im Hintergrund ihrer Wohnung ein Gemälde mit einem nackten Frauenoberkörper zu hängen hatte. Witzigerweise habe ich die Brüste vor der Zensur nie erkannt und gesehen, da das Gemälde ziemlich abstrakt gehalten ist. Aber die Leute, die die Videos checken, besitzen anscheinend Habichtsaugen und sehen überall Brüste, egal wie gut sie versteckt sind. Statt mich mit Bots, Algorithmen und kruden Machtstrukturen in solchen Netzwerken herumzuärgern, die ja eigentlich in Wirklichkeit so verdammt unwichtig sind, könnte ich mir die Energie sparen um zu tanzen oder andere schöne Sachen zu machen. Ist schon komisch, daß es trotzdem ärgert und man lieber weiter mitmachen würde. Liegt vermutlich daran, daß man halt gerne Herzchen bekommt, selbst wenn man weiß, daß die meisten gar nichts bedeuten. Jeder Mensch bekommt gerne Herzchen, ist wohl so...

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