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Samstag, 13. November 2021

Die siebte Welle

In meinen handschriftlichen Journalen schreibe ich inzwischen mehr als auf dem Blog, heute vier Seiten, aber zum Glück träume ich zur Zeit wieder viel. Oder genauer gesagt, seit ich mir ein tägliches Workout zur Gewohnheit gemacht habe, träume ich wieder mehr. Mir kommt es so vor, als ob diese Entscheidung, täglich bewußt zu üben, auf welche Art auch immer, ebenfalls eine enorm positive Auswirkung darauf hat, meinen Kopf frei zu halten. Ich muß nämlich nun nicht mehr dauernd darüber nachdenken, wann und ob und wie ich das nächste Mal trainiere und das schafft tatsächlich ziemlich viel Freiraum im Kopf. Und dazu generiert es immer wieder neue Energie, bzw. bringt Energie zum Fließen, die ich früher irgendwie häufig festgehalten habe, ohne es zu merken. Es ist wirklich so, daß körperliche Betätigung mehr Energie erzeugt als sie verbraucht, während das Festhalten von Energie im Körper zum Energieverlust führt, so seltsam das auch klingt. Inzwischen mache ich es seit September so und seitdem sind sowohl Grübeleien als auch Ängste deutlich seltener aufgetreten, die ja ein Zeichen für Energieblockaden sind. Und ich habe mich an diese neue "Freiheit" so gewöhnt, daß ich mir eigentlich gar nicht mehr vorstellen kann, damit aufzuhören.

Letzte Nacht träumte ich nun von einer siebten Welle, du weißt schon wessen, aber diese Welle war etwas anders. Denn hier wurde Essen versteckt, weil es ansteckend sein könnte, es fanden jedoch Tanzkurse statt. Diese Tanzkurse waren enorm gut besucht - mit wahrscheinlich mindestens fünfzig Leuten in einer Halle. Es war also fast eine Massenveranstaltung und ich mitten darin. Zuerst schlug ich gleich mal ein paar Purzelbäume. Das machte so viel Spaß, daß ich gar nicht mitbekam, wie die anderen längst etwas anderes tanzten. Schnell versuchte ich mich wieder einzureihen und synchron zu werden. So ganz wohl fühlte ich mich in dieser Masse von Menschen nicht, als ich dann aber alleine tanzte, die halbe Turnhalle für mich hatte und die anderen mich dabei sahen, fand ich das auch nicht so toll. Ich versuchte zwar mich so zu bewegen, daß ich es für mich selbst genießen kann und nicht an Zuschauer denke, das gelang aber nicht so gut. Schließlich zog ich mich in ein leeres, halbdunkles Zimmer zurück, wo ich ganz allein für mich ein Adagio tanzte. Plötzlich bemerkte ich eine dunkelhaarige Frau, die mich durch die helle Tür hindurch beobachtete. Als ich sie ansah, lächelte sie mich breit und warm an, ich lächelte spontan zurück, auch wenn ich nicht wußte, weshalb sie mich so anlächelt. Doch ich mußte sie gar nicht danach fragen, denn sie erklärt es mir sofort. Ihr gefällt meine kindliche Begeisterungsfähigkeit, mit welcher ich mich dem Tanzen widme, meine Art den Rhythmus aufzunehmen und noch irgendetwas Drittes, das ich mir nicht gemerkt habe.

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