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Samstag, 27. August 2022

Diskriminierungen (die unendliche Geschichte)

Die Ausreden von dem Herrn Habeck werden auch immer defensiver und absurder. Jetzt heißt es auf einmal "niemand wußte das, wie dieser Gasmarkt verflochten ist". Also bitte! Es ist ja schon eine Frechheit zu unterstellen, daß niemand das weiß, nur weil man selbst nicht so weit denken kann. Und wenn man als Minister Schwierigkeiten mit komplexem Denken hat, sollte man sich doch wenigstens in seinen Entscheidungen auf ein Gremium von der Wirtschaft gegenüber unabhängigen Experten stützen. Für sowas ist doch sonst immer Geld da, zumindest wenn die Experten sagen, was man selbst gerne hören möchte. 

Vielen Dank auch, daß uns Herr Habeck in ein Zeitalter der physiologischen Diskriminierung zurückkatapultiert, das wir doch gerade erst überwunden glaubten. Lange Zeit wurden in Medizin und Wissenschaft Frauen völlig gleich mit Männern behandelt, während sie von Studien ausgeschlossen wurden. Sie bekamen dieselben Medikamente in derselben Dosis, erlitten dadurch mehr Nebenwirkungen und Symptome ihrer Erkrankungen wurden oft übersehen, weil diese sich von denen der Männer unterschieden, was man aber nicht wußte. Allgemein bekannt ist das ja heute beim Herzinfarkt. Glücklicherweise hat die Wissenschaft irgendwann diesen Fehler bemerkt und offiziell anerkannt, daß Frauen eine von Männern abweichende Körperphysiologie besitzen und deshalb auf Medikamente oder Krankheiten ganz anders reagieren, sowie meist eine andere Dosis bei Medikamenten brauchen. Auch bestimmte OPs sind für Frauen gefährlicher als für Männer, wie zum Beispiel das Einsetzen von Stents, weil Männer größere Gefäße haben. Studien werden deshalb inzwischen ebenfalls an Frauen durchgeführt. (>>Kann man alles in diesem Buch von Dr. Marianne Legato nachlesen "Evas Rippe".)

Dadurch, daß Frauen einen anderen Stoffwechsel und einen anderen Hormonstatus besitzen, haben sie auch stets weniger Muskelmasse als Männer. Selbst bei Bodybuilderinnen ist das so. Und auch bei Kindern und alten Menschen, weil die Muskelmasse dann wieder abgebaut wird. Weniger Muskelmasse bedeutet, daß weniger Energie zur Verfügung steht, die in Wärme ungewandelt werden kann, und das bedeutet wiederum, daß Frauen und andere Menschen, die durch ihr Alter weniger Muskelmasse besitzen, schneller frieren und auskühlen (Frauen in den Wechseljahren mal ausgenommen). Wirklich schön, daß nun ein MANN, der noch nicht einmal eine Vorstellung von der Komplexität des Gasmarktes hat und dem entsprechend wahrscheinlich auch noch nie etwas von der unterschiedlichen Körperphysiologie von Frauen und Männern gehört hat, vorschreiben will, bei welcher Temperatur sich Frauen noch wohlfühlen, gesund bleiben und Leistung erbringen sollen. Von den Frauen, die Büroarbeit leisten, kenne ich eigentlich niemanden (Frauen in den Wechseljahren ausgenommen), der bei 19 Grad nicht friert, während für Männer diese Temperatur ein Heimspiel ist. Das hat dann auch Auswirkungen auf die Konzentration, da der Körper mehr Energie aufwenden muß, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Zudem ist es ein Unterschied, ob es 19 Grad mit viel Außenfläche oder 19 Grad mit wenig Außenfläche sind, denn selbst, wenn die Gradzahl gleich ist, verändert sich durch kalte Abstrahlungen im Gemäuer das Kälteempfinden. 

Und während mal wieder ganz reale Benachteiligungen, die das Leben von vielen Menschen beeinträchtigen, die nicht das Glück haben, so viel Muskelmasse wie Männer zu besitzen, gesellschaftlich legitim stattfinden, werfen nun ARD und ZDF die "Winnetou"-Filme aus dem Programm, worüber selbst echte Indianer, bzw. Indigene, wie man neuerdings wohl sagen muß, nur den Kopf schütteln. Wann fangt ihr endlich mal an, wirklich etwas gegen Diskriminierungen zu unternehmen, statt jedes echte Engagement mit pseudomoralischem Geseiere und sinnlosen Symbolscheiterhaufen zu kompensieren? Wenn euch wirklich am Wohlergehen der Indianer so sehr gelegen ist, warum fragt ihr dann nicht mal den großen Freund USA, warum dort so viel Landraub und Raubbau auf den Territorien der Ureinwohner betrieben wird? Warum berichtet ihr nicht über den Kampf der Ureinwohner gegen Großkonzerne, die ihnen die Lebensgrundlagen entziehen und vergiften? Warum werden nicht Delegationen in die USA und andere Länder mit indigenen Völkern geschickt, die sich dafür einsetzen, daß dieser Raubbau auf den Territorien der Ureinwohner aufhört und sie dort in Frieden leben können? 

Ehrlich - die meiste pseudomoralische Antidiskriminierungssymbolik in Wort und Bild ist nichts anderes als eine Ruhigstellung. Damit werden diejenigen ruhig gestellt, um die es geht, indem sie glauben, daß man sie doch ernst nimmt und sich für sie einsetzt, und man selbst kann sich super moralisch und edel fühlen, während die reellen Diskriminierungen und Übergriffe in Schweigen gehüllt werden. Die Wahrheit ist: Ihr würdet für Machtinteressen, Rohstoff- und Geldgier alles und jeden verkaufen und opfern. Das hat nichts mit Respekt zu tun und da hilft es auch nicht, salbungsvolle Bezeichnungen für Menschen zu finden, während man gleichzeitig an ihnen Verrat begeht. Indem man Kämpfe auf völlig unsinnigen und nebensächlichen Ebenen gegen Diskriminierung führt und entfacht, läßt sich wunderbar von den eigentlichen Übergriffen ablenken. 

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