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Freitag, 14. August 2026

Ruhestörung

Der Tag begann herrlich ruhig, mit blauem Himmel und einem kleinen Lüftchen, das die Blätter an den Bäumen so schön rascheln läßt. Ansonsten war kaum etwas zu hören. Aber dann auf einmal dauernd Polizei-Sirenen und Hubschrauber über meinem Haus und das dreimal an einem Tag. Da muß irgendetwas los gewesen sein, aber es interessiert mich herzlich wenig. Zur Zeit interessiert mich eigentlich fast gar nichts. Ich bin die Ruhe in Person. Ich glaube, wenn die Welt unterginge, würde ich in meinem Badezuber verdampfen und es würde mich nicht interessieren.

Gestern und heute versuchte ich mal in den kalten Badezuber zu steigen, also nicht ganz kalt, sondern lauwarm. An den Beinen fand ich es noch angenehm, die sind ja auch abgehärtet, aber das Eintauchen war schon mit Überwindung verbunden. Im Grunde wie im Schwimmbad. Es wäre die ideale Temperatur zum Schwimmen. Trotzdem habe ich es geschafft, eine halbe Stunde drin zu bleiben, jedenfalls kam es mir wie eine halbe Stunde vor. So sparte ich mir die abendliche Dusche und ich glaube, es wirkt sich recht positiv aus. Heute hatte ich dabei einen Spanner auf dem Dach, eine Taube, die aber nicht wie eine Ringeltaube aussah. Vielleicht war es auch eine frisch geschlüpfte. Sie schaute sehr aufmerksam zu, was ich da mache. Vielleicht war sie ein bißchen neidisch. 

Was reifen will, braucht Ruhe, und in mir reift wohl gerade etwas. Während ich in der vorletzten Nacht im Traum noch harmlos mit einem Mann tanzte, war ich in der letzten Nacht schon schwanger. So schnell kann das gehen. Informationen nehme ich nicht viel auf - in dieser Woche schaute ich kein Fernsehen, bis auf gestern "Inas Nacht", auf YouTube sehe ich mir zum Abendessen vielleicht ein bis zwei Videos an und selbst Bücher interessieren mich zur Zeit nicht viel. Gerade lese ich Fabio de Masis "Geld, Macht, Verbrechen". Es ist zwar spannend, aber irgendwie ärgert man sich auch immer, wenn man es liest. Deswegen lese ich nur in kleinen Häppchen, weil ich keine Lust habe, mir die Laune zu versauen, z.B. wenn ich erfahre, daß erfolgreiche Steuerfahnder, die wirklich ihre Arbeit machen und auch große Banken prüfen, als dienstunfähig nach Hause geschickt werden. Schade, daß man die Regierung nicht als dienstuntauglich nach Hause schicken kann. Und der Spruch von Klingbeil, als er bei Lanz zur Warburg-Affäre befragt wurde: "Warum glaubt man denn einem Linken-Abgeordneten, der über eine Finanzausschusssitzung berichtet, jetzt erst einmal mehr als dem Bundesfinanzminister?"! Süß! Ich würde jedem Taschendieb mehr glauben als dem Bundesfinanzminister. 

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