Wenn man so unterwegs ist, erlebt man schon recht unterschiedliche Dinge, was den Mundschutz betrifft. In einer großen offenen Kirche, also kein Restaurant oder ähnliches, mußten wir tatsächlich unsere Namen und Adressen hinterlassen, danach wurde jeder Kugelschreiber fein säuberlich desinfiziert. Und im riesig hohen Kirchenschiff, wo sich ungefähr zehn Leute aufhielten, paarweise mit mehr als drei bis zehn Metern Entfernung, pöbelte eine Besucherin jeden an, der keinen Mundschutz trug. Danach beklagte sie sich bitterlich bei ihrem Partner, daß sie es so leid wäre, dauernd diskutieren und hinweisen zu müssen. Wir hatten natürlich brav unseren Mundschutz auf, aber mein Mitleid hielt sich trotzdem in Grenzen, denn man kann sich das Leben natürlich auch selbst schwer machen. Ansonsten ist es eher so wie in Berlin, daß niemand etwas sagt, wenn man aus Vergeßlichkeit mal wieder seine Mundschutz vergessen hat. Einmal geschah sogar das Gegenteil. In einem An- und Verkauf, einem riesigen Speicher in einer alten Halle, saßen vorne an der Kasse eine ältere Frau und ihr Sohn, die wohl beide diesen Laden führen und er sagt ganz burschikos zu mir: "Nimm den Lappen ab, den brauchste hier nicht!"
Wir hielten uns jeweils einen ganzen Tag in Stralsund und in Ribnitz auf, wo es ebenfalls etwas schwieriger als sonst war, ein Restaurant zu finden, aber es gab glücklicherweise dennoch genug, um dann dort mal richtig zu essen.
So idyllisch und charmant auch das Äußere und die Zimmereinrichtung des Schlößchens war, so wenig war anscheinend darauf geachtet worden, daß die Gäste sich dort auch wohl fühlen. Es gab ganz viele blöde Kleinigkeiten, die bei einem Aufenthalt eher ärgerlich sind. Zum Beispiel gab es im Badezimmer Haken, was erst einmal sehr gut und für mich wichtig ist, nur hatte kein einziges Handtuch eine Schlaufe zum Aufhängen. Es stand ein großes Schild im Badezimmer, man solle doch der Umwelt zuliebe ein Handtuch mehrere Male benutzen. Nun mache ich das sowieso immer - ich brauche nicht jeden Tag ein neues Handtuch. Doch wenn ich nicht weiß, wo ich es lassen soll und es irgendwo mühsam hinter die Heizung klemmen oder irgendwo drüber werfen muß, wo es jedesmal runter rutscht, dann hätte ich Lust, aus lauter Frust das Handtuch nach jeder Benutzung sofort auf die Erde zu feuern. Vielleicht könnten sie sich ihre tollen Plastikschilder sogar sparen, wenn sie an den Handtüchern mal Schlaufen befestigen würden. Ansonsten absolut null Informationen, weder Infos über WLAN noch Notfalltelefonnummern, aber wozu auch, wenn eh kein Telefon auf dem Zimmer ist. Und fast nie jemand an der Rezeption, wenn man nachfragen möchte. Der Spiegel im Badezimmer sehr gruselig, anscheinend ein antiker Spiegel, hat er das Spiegelbild so verzogen, daß man sich vorkam wie in einem Kuriositätenkabinett, der Anblick seltsam verzerrt und alles in die Länge gezogen. Korpulenteren Gästen mag sowas vielleicht gefallen, mir weniger. Ebenso scheußlich das Bett - ein Metallbett mit Gitter am Kopf- und Fußende und für gemütlich drauf liegen und lesen oder fernsehen völlig ungeeignet, da es nur ein dünnes Kissen gab und der Kopf beim Versuch, ihn höher zu betten, immer zwischen die Gitterstäbe rutschte. Man konnte zwar einigermaßen darin schlafen, aber ansonsten ist so ein Bett nur noch für Fesselspiele oder als Kleiderstange gut. Würde ich mir selbst niemals kaufen so ein Modell. Leider gab es aber auch kein Sofa oder wirklich bequeme Sessel im Zimmer, obwohl das Zimmer an sich riesig war. Sogar so riesig, daß fast ein halber leerer Tanzboden übrig blieb. Und als mir das auffiel, habe ich mir tatsächlich die Pyjamahose angezogen und auf dem Boden ausgiebig einige Bodenelemente getanzt. Das ging super auf dem Parkettboden und da unter dem Zimmer die eh geschlossene Küche lag, dürfte es auch niemandem gestört haben. So viel Platz hätte ich zuhause auch gerne, aber es blieb nur bei dem einen Mal, da wir die anderen Tage von den Ausflügen viel zu fertig waren, so daß ich diesen einen Pluspunkt, neben der idyllischen Lage, nicht wirklich ausgiebig nutzen konnte.
Mein Bruder mit Komplettvermummung in der Stralsunder Stadtmauer:
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Der halbe Tanzboden:
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Das Kaminzimmer im Schloß:
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Alles Gute nachträglich, auch wenn die "Party" dann eher bescheiden ausfiel.
AntwortenLöschenDanke sehr! :-))
LöschenWillkommen in den Fünfzigern und alles Gute und Liebe zum Geburtstag nachträglich!!
AntwortenLöschenDanke dir! :-)
LöschenMonsterglückwünsche nachträglich! Wirklich sehr ärgerlich, dass da so viel daneben gelaufen ist.
AntwortenLöschenHerzlichen Dank! Ja, aber wir haben das beste daraus gemacht. Immer noch besser, als wenn gar nix stattgefunden hätte.
LöschenHerzlichen Glückwunsch💛 nachträglich! Und nicht so viel meckern, war doch alles da, sogar Katze, Ziegen und Schafe!
AntwortenLöschenDanke dir! Alles war definitiv nicht da, aber wie ich ja schon schrieb - idyllisch war es, einschließlich Katzen, Haushund, Schwalben, Pferden, Ziegen und Schafen. Aber was nützt die schönste Idylle, wenn man sich nicht wohlfühlt und diese auch genießen kann? Als unseren Notfallplan hatten wir vorgesehen, notfalls eine Ziege zu schlachten und an einem Lagerfeuer zu rösten. Das geht auch ohne Küche, Kühlschrank und Supermarkt. ^^
LöschenIch weiß zwar nicht wie "Ziege" schmeckt, hört sich aber gut an.
AntwortenLöschenZum Glück wurde der Notfall ja abgewendet, deshalb weiß ich jetzt auch nicht, wie Ziege schmeckt.
LöschenWillkommen im Club... (obwohl ich mich ja nicht so oft mit anderen über 50 identifizieren kann :)
AntwortenLöschen(habe übrigens vorgestern mit dem Buch von Isadora begonnen, liest sich schön, gefällt mir gut, ihre Schreibe!)
>Willkommen im Club< - Oh Gott, das hat meine Schwägerin auch gesagt und ich habe erst gar nicht verstanden, was sie meint. Gestern sah ich bei einer Online-Umfrage unter den persönlichen Angaben die 50 schwarz auf weiß stehen und sie gehörte zu mir. Da ist mir die ganze Tragweite bewußt geworden. *gg*
LöschenUnd wie ist die Party ausgelaufen? Die ganzen Kommentare freuen mich sehr. Alles gute nachträglich!
AntwortenLöschenVielen Dank!
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