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Mittwoch, 18. Mai 2022

Erdbeeren, Löwenzahn und gefräßiges Getier

Die Balkonsaison ist eröffnet und zum Glück muß ich gar nicht viel tun. Die Erdbeerpflanzen sind alle wiedergekommen, die sind so zuverlässig und dankbar - überstehen jeden Winter, kriegen schöne Blüten, später noch süße Früchte und vermehren sich selbstständig. Was will man mehr? Das schaffen bei mir die wenigsten anderen Pflanzen, außer vielleicht Minze. Die wuchert inzwischen wie Unkraut durch die Balkonkästen und kriegt auch richtig störrische Wurzeln, die man kaum entfernen kann. Da man aber mit Minze leckeren Minzjoghurt zum Dippen oder zu Pellkartoffeln machen kann, schneide ich einfach ein Sproß nach dem anderen ab. Die Eberraute grünt ebenfalls, sowie natürlich der Löwenzahn, dessen Winterfestigkeit ja bekannt ist. Beim Löwenzahn muß man aber richtig bitten und betteln, damit er mal ein bißchen schneller wächst. Und zu allem Überfluß sind die immer noch relativ kleinen Blätter inzwischen schon wieder halb abgefressen. Wozu baue ich Löwenzahn an, um daraus Pesto zu machen, wenn dann andere Feinschmecker dauernd schneller sind?

Bei den Erdbeeren dauert es sowieso noch bis zu den ersten Früchten, aber zum Glück ist ja auf Karls Verlaß. Ich habe gestern ein ganzes Kilo vertilgt, darunter die fotografierte Monstererdbeere, die aussieht, als trüge sie noch ein paar weitervererbte Tschernobylgene in sich. Übrigens kann man aus den abgeknibberten Blütenständen einen Erdbeertee machen. Schmeckt zwar mehr nach aromatisiertem Wasser als nach Tee, aber dafür tatsächlich nach Erdbeere. 

Seit Samstag habe ich beständig den französischen Eurovisions-Song als Dauerohrwurm im Kopf. Wird Zeit, daß ich bald mal zu einer längeren ESC-Dance-Session komme, damit ich den endlich austanzen kann. Zur Zeit sind immer nur kurze Tanzeinlagen zwischen verschiedenen Aufgaben drin. Wenn man im Winter und im Sommer im Energiesparmodus ist, gibt es halt im Frühjahr viel zu tun. Im Winter ist es mir zu dunkel und im Sommer zu heiß. Allerdings finde ich den Herbst deutlich entspannter, weil man da ganz genau planen kann, ab wann es so dunkel wird, daß man wieder in den Energiesparmodus geht. Im Frühjahr und Sommer weiß man nie so genau, ab wann es richtig heiß wird. Ich habe festgestellt, daß sich auch mein Workout-Verhalten deutlich an den Jahreszeiten orientiert. Im Winter dominiert natürlich Yin Yoga, aber im Frühjahr und Herbst werde ich zappelig und da sind auch anstrengendere Workouts mit Muskelaufbau drin. Immer Sommer dann hauptsächlich Kardio, also leichte Bewegungen auf Ausdauer, weil man im Sommer sowieso schwitzt. Ich finde diese intuitive Auswahl meiner Workouts nach Jahreszeiten tatsächlich ziemlich nützlich und stimmig, auch wenn ich sie mir nicht bewußt ausgedacht habe. Aber der Körper weiß es eh manchmal besser als der Kopf. 

Auch die Einkommenssteuererklärung und die Finanzen brauchten mal wieder Aufmerksamkeit. Die einzige Aktie, auf die gerade noch Verlaß ist, ist Coca-Cola - ich sollte also nicht soviel über Zucker und Softdrinks schimpfen. Ist ja nicht meine Gesundheit, mit der sie Geld machen. Meine Richtlinie ist es, daß ich immer nur so viel Geld neu investiere, wie ich an Dividenden eingenommen habe. Das ist bei meinem Depot dann nur ein Spielgeld, aber immerhin haben die Dividenden gereicht, um ein bißchen in neue Energien zu investieren. Weiterhin habe ich festgestellt, >>daß inzwischen jede meiner deutschen Banken Verwahrentgelte nimmt. Und mir wird jetzt erst deren Sinn klar: Als ich mich nämlich einloggte und sah, daß ich mit meinen Ersparnissen unter dem Freibetrag liege, habe ich mich gefreut, und das obwohl ich gleichzeitig 0 Prozent Zinsen bekomme! Völlig krank! So kann man kleinen Sparern tatsächlich eine Freude bereiten, selbst wenn man ihr Geld ohne einen Cent Zinsen nimmt. Interessanterweise sind es aber ausschließlich die deutschen Banken, die so etwas veranstalten, denn ich bin auch bei einer Bank im europäischen Ausland und dort gibt es das nicht. Dort gibt es sogar noch ein paar Zinsen und - haltet euch fest - für Stammkunden höhere Zinsen und Sonderkonditionen! So muß das eigentlich sein, aber in Deutschland findet man sowas nicht mehr. Als Stammkunde bekommt man in Deutschland von einer Bank nicht einmal mehr einen feuchten Händedruck und ist viellleicht gerade mal ein Jahr lang als Neukunde interessant. Diese ausländische Bank ist ja auch dem Leitzins der EZB unterworfen, zeigt aber, daß es trotzdem geht ohne Kunden abzuzocken. Wahrscheinlich sind die deutschen Banken einfach zu gepampert, um sowas noch auf die Reihe zu kriegen. Und ich vermute mal ganz stark, daß von den Kunden, die wirklich viel Geld anzulegen haben und damit über den Freibeträgen liegen, wohl die meisten schlau genug sind, ihr Geld ins Ausland zu schaffen. Und irgendwann sind die deutschen Banken wieder pleite und kriegen eine neue Pamperung vom Steuerzahler. 

Anscheinend werden die Deutschen nicht nur von den Banken, sondern auch noch anderweitig abgezockt, denn inzwischen ist klar, daß es diese Preissteigerungen nicht in jedem Land gibt. Während in meinem Lidl ein Stück Markenbutter schon 3,29 EUR kostet (also über 6,50 DM), kriegt man in Spanien die Butter noch immer ohne Preisteigerung für knapp 2 EUR. Ist doch irgendwie seltsam. Reicht es nicht, daß die Deutschen ihr Geld großzügig weltweit in Krisen verteilen, die Rüstungskonzerne neue finanzielle Rekordhochs verzeichnen, die Pharmaindustrie neue Rekordhochs verzeichnet, die Bauindustrie satte Aufträge einfährt>>, während ansonsten in Deutschland weder ausreichend Geld für die Bildung noch für die Pflege, für die Rente sowieso nicht, vorhanden ist und es immer mehr Obdachlose gibt? Muß da noch abgemolken werden bis das Blut kommt? 

>>"Dahinter wird die Wahrheit versteckt, die so aussieht, dass sich Kanzler und Minister hemmungslos mit neuen Planstellen eindecken, um ihre Parteifreunde zu versorgen.

FDP und Grüne haben das in der Vergangenheit angeprangert. Jetzt machen sie selber mit. Der FDP-Abgeordnete Otto Fricke behauptet, er habe befristete Beschäftigungsverhältnisse durchsetzen wollen, das sei an SPD und Grünen gescheitert.

Wir halten fest: trotz Corona-Krise, Ukraine-Krieg, Energie-Krise, Rekordverschuldung und Haushaltsnotstand verdoppeln sie das Bundeskanzleramt! Im Tiergarten entsteht die größte Regierungszentrale der westlichen Welt, dreimal größer als der Élysée-Palast, achtmal größer als das Weiße Haus und zehnmal größer als Downing Street 10.

Es geht zu wie bei Hofe. Die Regierung leistet sich einen Luxus, der nur noch unverschämt ist."

So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle, die in solchen öffentlichen Bereichen arbeiten, die seit Jahren totgespart werden und wo die Leute auf dem Zahnfleisch kriechen. Und ich weiß, wovon ich rede, da ich selbst aus solch einem Bereich komme. Man hätte sich ja nicht wagen sollen, dort mal nach neuen Planstellen zu fragen!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir kommt es manchmal so vor, als ob die Gier von Großkonzernen, Lobbies, Politikern und anderen "Eliten" wie so ein gähnendes schwarzes Loch ist, und immer wenn einer knapp zufriedengestellt ist, fängt der nächste schon wieder gierig an zu schreien. Die werden niemals den Hals voll bekommen, egal wieviel man sie füttert. 

Nachtrag: Obiges Beispiel zeigt aber auch gut, wieviel die Politiker selbst vom Energiesparen halten. Eigentlich müßten SIE monatlich eine kostenpflichtige Aufstellung ihrer monatlichen Steuergeld- und Energieverschwendung erhalten!

Erdbeere

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