ThingsGuide

Mittwoch, 30. September 2026

Erwischt

Der erste Vogelschwarm ist bereits aus Deutschland geflüchtet. Und gestern erwischte ich eine Kohlmeise mit einer Erdnuss, die fast so groß war wie sie selbst. Also muß wohl die Erdnuss auf meiner Türschwelle auch von einer Meise dort abgeworfen worden sein. Die Erdnuss sah sehr frisch aus. Ich weiß nicht, wo die Meisen sie herholen, in meinem Vogelhäuschen liegen keine Erdnüsse. Aber ich hatte schon häufiger mal den Verdacht, daß sie das Nisthäuschen als Wintervorratslager mißbrauchen. Die Bäume halten sich noch recht wacker, allerdings kann man schon die ersten Ahornnasen wie Hubschrauber fliegen sehen. Ich habe das mal beobachtet: Es ist wirklich erstaunlich, wie weit und wie hoch sie auf einer Luftströmung propellern können. 

Die letzte Nacht war mal wieder ziemlich kurz. Nach ca. vier Stunden Schlaf bin ich von unerklärlichen Glücksgefühlen heimgesucht worden und erst gegen Morgen eine weitere Stunde oder so eingenickt. Aber noch verrückter ist, daß ich diesmal Kopfschmerzen hatte, und nicht zu wenig. Also normalerweise lösen Kopfschmerzen bei mir alles andere als Glücksgefühle aus. Auf die Diagnose bin ich wirklich mal gespannt. Den Tag zuvor hatte ich ebenso bereits Kopfschmerzen und war eher bescheiden drauf, weshalb ich nur etwas Bürokram machte und mir abends "Babylon Berlin" anschaute, und zwar gleich mehrere Folgen bis zum Schluß, weil es einfach so hochdramatisch und spannend war. Aber dann leider viel zu schnell vorbei. 

Ich weiß, meine Beiträge sind zur Zeit ungewöhnlich kurz. Das liegt auch daran, daß ich zur Zeit intensiv mit Themen beschäftigt bin, über die man nicht wirklich viel schreiben kann. Zum einen bin ich sehr tief in die Welt der Asteroiden abgetaucht. Ich beschäftige mich ja schon sehr lange mit Astrologie. Ich glaube, es war an meinem 18. oder 20. Geburtstag, als mir mein Bruder ein Büchlein für mein Geburtsdatum schenkte, in welchem man sein echtes Horoskop erstellen konnte (also nicht nur Sonne- und Mondzeichen usw.) und es gab auch ein paar Deutungen, darin, in denen ich mich allerdings überhaupt nicht wiedererkannte. Doch mein Interesse war geweckt, und weil es damals weder YouTube noch Internet gab, legte ich mir nach und nach ein Regal mit Astrologie-Büchern zu, hörte aber vor ca. 20 Jahren auf, neue zu kaufen, weil ich meist eh nur in fünf bis sechs davon hineinschaue. Ich habe sogar noch ein paar analoge Ephemeriden und Horoskop-Vorlagen aus Papier herumzuliegen, weil man damals alles per Hand und Kopf berechnete. Heute kann sich jeder innerhalb von Minuten ohne viel Vorwissen auf Websites, in Apps oder Software sein Horoskop erstellen. Wenn ich mir manchmal diesen Unterschied bewußt mache, fühle ich mich, als sei ich antik und lebte bereits zu Leonardos Zeiten. In meinem Regal gibt es sogar Bücher zu einer Handvoll Asteroiden, aber ich habe dem nie so viel Aufmerksamkeit geschenkt und es war damals auch eher in den Anfängen. Inzwischen bekommt man ja dank Software, Internet und KI viel mehr Informationen und Anregungen und ich habe festgestellt, daß Asteroiden manchmal verblüffend genau das spezielle Thema zu bestimmten Hauptaspekten anzeigen können, die sich ansonsten in vielfältigen Bereichen und Arten im Leben bemerkbar machen. Witzig ist, daß der Asteroid, dessen Name eine Form meines Vornamens ist, direkt an meinem Aszendenten steht. Ich gehöre aber trotzdem weniger zur Rubrik der Vorhersager, sondern begnüge mich in der Regel mit stiller Beobachtung. 

Und das andere Thema, das mich gerade gepackt hat, sind Pflegeroutinen und Makeup - was für eine Mischung! Zum einen bin ich durch meine Hautpflegeprodukte gegangen und habe alles rausgeworfen, was nicht wirklich etwas bringt - nur noch das Beste vom Besten. Außerdem folge ich neuen und mehr Pflegeroutinen als sonst. Zum anderen bin ich gerade dabei, mein ganzes Makeup-Material durchzuprobieren, was noch paßt und welches nicht mehr. Da trifft es sich gut, daß ich lustigerweise gerade das Bedürfnis habe, mich "schön" zu machen, selbst wenn ich nur zu Hause bin, obwohl das eher untypisch ist für mich, weil ich eigentlich mehr der sportliche Typ bin, bei dem es schnell gehen muß. Aber zu meinem Geburtstag sind mir zwei Dinge klar geworden:

1. Ab einem bestimmten Alter hat es keinen Sinn mehr, auf natürliche Schönheit zu setzen - ohne ausreichende Instandhaltungsmaßnahmen ist es vorbei.

2. Wenn ich mich nochmal aufmotzen und mein Makeup benutzen will, dann ist JETZT der letzte passende Zeitpunkt dafür. Später wird das nichts mehr. 

Samstag, 26. September 2026

Mundraub

Wie passend: Da habe ich doch letztens bei einem Delikatessen-Händler meines Vertrauens einen obligatorischen Vorrat an Köstlichkeiten für Weihnachten und Winter bestellt. Das Paket wurde schnell gesendet, lagerte aber zwei Tage und ich wunderte mich, daß es zum Termin nicht zugestellt wurde. Erst erhielt ich eine Benachrichtigung, daß die Verpackung beschädigt sei und der Inhalt nachverpackt wird, einen Tag später hieß es, es fehle ein Teil des Inhalts und das Paket wird an den Absender zurückgeschickt. Lustig nach diesem >>Traum, in welchem man mir gleich das gesamte Paket geklaut hat. Gier scheint in diesem Jahr ein großes Thema zu sein. Anscheinend gönnt man mir zur Zeit weder im Traum noch in der Realität Leckereien. Dafür aber jede Menge Handwerker. Ich habe für Oktober schon wieder den nächsten Termin. Und das ausgerechnet bei rückläufiger Venus in meinem 4. Haus. Meine Umwelt läßt in diesem Jahr so überhaupt nichts aus, aber wenn man schon bauliche Veränderungen in Wohnungen vornehmen muß, warum dann ausgerechnet bei rückläufiger Venus? Na ja, ich kann eh nichts daran ändern und nur die Daumen drücken, daß der blinde, ferngesteuerte Aktionismus, von dem dieses Jahr geprägt ist, nur stresst, aber ansonsten folgenlos für mich bleibt. 

Immerhin verspricht der Wetterbericht noch ein paar schöne Tage. Neulich lief ich am Sportplatz vorbei, auf dem gänzlich das Gras abgemäht worden ist und diese riesige Fläche von abgemähtem Gras hat überwältigend geduftet. Diesen Duft von Wiese bekommen Parfums leider nicht wirklich hin. Ich habe ebenfalls schon an entsprechenden Duftmischungen von ätherischen Ölen gewerkelt, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. 

Am nächsten Dienstag versuchen sie es wieder mit der Chatkontrolle im EU-Parlament. >>Sie stimmen vermutlich so lange darüber ab, bis es klappt und sie alle Nachrichten, ob verschlüsselt oder unverschlüsselt automatisch durchsuchen und damit alle Bürger überwachen können. Außerdem las ich, daß in der Ukraine jetzt wohl auch schon Frauen Einberufungsbefehle erhalten. Wen schicken sie wohl in den Krieg, wenn niemand mehr da ist? Kinder? Das hat in Deutschland bereits nicht geklappt. Oder kriegen dann die Deutschen Einberufungsbefehle? Ich könnte mir vorstellen, daß dies das Interesse an altbackener Diplomatie unter den Deutschen sprunghaft erhöhen wird.  

Dienstag, 22. September 2026

Nu mal schön langsam

Wenn man nach den Wahlen mal in die sozialen Medien schaut, könnte man anhand der Schlagzeilen meinen, Berlin stehe kurz davor, dem Erdboden gleichgemacht zu werden: "Der Untergang Berlins", "Berlin wird zerstört", "Berlin ist dem Tode geweiht", "Berlin ist am Ende", "Berlin ist gefallen" usw. Die Reaktionen sind ähnlich hysterisch wie bei den Siegen der AfD. Zum einen kann ich die Panik vor der Linken nicht nachvollziehen. Diese Angst davor, daß die Linke eine neue DDR 2.0 aufbaut ist schon deshalb lächerlich, weil wir gerade bundesweit dabei sind, so etwas zu tun. Aber vermutlich ist der schleichende Abbau der Demokratie weniger auffällig, als wenn die Linke etwas von "Enteignungen" grölt. Und die heimliche Aushöhlung der Rechte der Bürger zum Zweck der Bespitzelung, wie z.B. >>der Zugriff auf elektronische Patientenakten durch den Geheimdienst, indem das Vertraulichkeitsverhältnis zwischen Arzt und Patient rechtlich wegfällt, ist natürlich weniger auffällig, als wenn genderspezifische seltsame Regelungen auf den Markt kommen. Zum anderen kaufe ich einer Partei, die inzwischen der CDU die Füße küsst, nicht ab, daß sie tatsächlich viel verändern wird. Da wird zum Beispiel, was die Vergesellschaftung von großen Wohnkonzernen betrifft, >>bereits von Gysi angekündigt, daß es erst mal nur zu einem neuen Volksentscheid kommen soll. Einen Volksentscheid darüber gab es aber bereits. Das klingt für mich eher nach Verzögerungstaktik, weil man da nicht wirklich ran will. Das heißt, wahrscheinlich dürfen wir erleben, daß auch die Linke ihre Wahlversprechen bricht. Im besten Fall traut man Elif Eralp zu, daß sie während eines Stromausfalls nicht den Tennisplatz bevorzugt. Ob die Linke in einer Koalition tatsächlich echte Lösungen für die Wohnungsnot findet, bleibt fraglich. 

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Montag, 21. September 2026

Nächtliche Vergnügungsfahrten

So so, da haben sich ja die anonymen Großspenden an die Linke weiterhin gelohnt, genauso wie bei der Bundestagswahl. In Berlin sind sie an die Spitze gerückt. In Meck-Pom ist die AfD ebenfalls wie in Sachsen stärkste Kraft geworden und das BSW liegt gleichauf mit der CDU, hi hi. Halt leider aber nur bei 4,8 bzw. CDU bei 4,9 Prozent. Bin gespannt, wie schnell die Neuauszählung der Stimmen für die CDU von statten geht, während das BSW immer noch auf die Neuauszählung der Bundestagswahl wartet. Daß sich deshalb nichts ändern wird, war mir schon vorher klar, denn dazu müßten ja die regulativen Instanzen einer Demokratie funktionieren, wie Presse etc., aber die schlafen alle oder sind von der Regierung bezahlt. Da muß man halt niemals mehr irgendwelche Konsequenzen ziehen. Erschütternd dagegen sind die 35,5 Prozent für die SPD in Meck-Pom. Es gibt diesen Spruch von Albert Einstein: „Die Definition von Wahnsinn: Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis erwarten.“ Abgewandelt könnte man sagen, die Definition von Wahnsinn ist, die gleichen zwei Parteien in schöner Regelmäßigkeit abwechselnd zu wählen und dann ein anderes Ergebnis zu erwarten. 

Außerdem ist die neue Staffel von "Babylon Berlin" angelaufen. Mir war gar nicht bekannt, daß es noch eine fünfte Staffel geben sollte. Die Swing-Saison ist damit nun offiziell eröffnet. Im übrigen eine steile These, daß Hitler durch Hypnose so geworden ist, wie er war. 

Die Nächte sind schon recht spannend zur Zeit und fast wie so eine Vergnügungspark-Überraschungstüte - man weiß nur nie, ob man in der Geisterbahn oder in der Luftschaukel landet. Jedenfalls bekomme ich nachts zum einen immer mal so heftige grundlose Glücksgefühle, daß ich nicht schlafen kann. Nicht daß ich etwas gegen Glücksgefühle hätte, aber wenn man dann nicht schläft, ist das nervig. Zum anderen kommen plötzlich uralte Kinderängste hoch. Die müssen wirklich aus der Kindheit stammen, weil ich teils genau solche Träume erlebe, wie ich sie in meiner Kindheit hatte. Damals träumte ich oft, daß ich auf unserem Hof von irgendetwas verfolgt werde - wilde Affen, Ufos, was auch immer, und daß ich deshalb ins Haus und die Treppen hinauf renne, oft zwei Stufen auf einmal nehmend. Und jetzt träume ich sowas wieder und direkt mit meinem Elternhaus und dem Hof verbunden. Interessanterweise ist aber nur jede zweite Nacht der Vergnügungspark dran, so kann ich wenigstens zwischendurch mal schlafen. In der letzten Nacht war die Vergnügung aber wieder ganz anders, denn ich träumte, daß ich mit einer Freundin ausgehe und in einem luxuriösen Fitnesscenter mit Außenterrasse und Biergarten, bzw. Restaurant lande. Meine Freundin ist irgendwann verschwunden, und ich beginne auf der Terrasse, wo Musik gespielt wird, allein zwischen den Tischen zu tanzen, während alle anderen sitzen und essen, Als ich mich wieder kurz hinsetze, kommt ein Chef aus dem Fitnesscenter mit einem riesigen Karton, drückt ihn mir in die Hände und auf den Schoß und sagt, ich hätte das gewonnen. Darin sind zwei Etagen voller köstlichster Leckereien - oben dreißig verschiedene Sorten von Pralinen und Gebäck - Vollmilch, Zartbitter und weiße Schokolade, Mochis, Petit Fours, Macarons, unten ebenso viele verschiedene Snacks, Baumkuchen und Rührkuchen mit bunten Linsen. Das kann ich gar nicht alleine essen und es ist wohl auch so gedacht, daß ich anderen davon etwas abgebe. Viele versammeln sich sofort um mich und greifen beherzt zu. Ich ebenfalls, damit sie mir nicht das beste wegessen. Ein Ehepaar steht neben mir und die Frau sagt zu dem Mann, ohne mich weiter zu beachten, er soll doch gleich alles einer bestimmten Sorte einstecken. Der Mann zögert, die Frau ist eindeutig respektlos und gierig. Ich sage deshalb laut, ob sie vergessen hat, daß dies eigentlich mir gehört. Die Kiste auf dem Schoß ist ziemlich sperrig und schwer, obwohl schon einiges aufgegessen wurde. Ich stelle sie zur Seite und gehe in das Center auf die Toilette. Als ich wieder herauskomme, ist der Karton mit meinem Gewinn verschwunden, vermutlich geklaut. Beim Aufwachen dachte ich dann ärgerlich bei mir, das war doch klar, wenn da so gierige Leute herumlaufen, daß der Karton gestohlen wird. Warum habe ich ihn dort stehen lassen? Menno! Wie dumm kann man sein...

Donnerstag, 17. September 2026

Gefundenes

Direkt vor meiner Balkontür fand ich heute eine ganze Erdnuss in Schale, und zwar auf der Stufe vor der Tür. Ich wäre beinahe drauf getreten. Der Wind kann sie nicht auf die Stufe geweht haben, das ist recht unwahrscheinlich. Vielleicht sehe ich so verhungert aus, daß die Vögel denken, daß sie mich jetzt füttern müssen. Ist aber auch eher unwahrscheinlich, denn normalerweise schlagen sich die undankbaren kleinen Racker nur den Bauch voll und zerlegen dafür hinterher noch den Balkon. Ich habe gestern extra an den Rändern des neuen Insektenschutzvorgangs Gewebeband angebracht, damit die Meisen nicht wieder ein Kunstwerk daraus machen. Ich verstehe aber sowieso nicht, warum die Rändern aus so dünnem Kunststoff sind, wo man sie doch ständig berührt beim Hindurchgehen. Es gibt zwar eine Waschanleitung für den Vorhang, aber bevor man überhaupt zum Waschen kommt, sind schon Löcher drinnen. Vermutlich soll das so sein, damit man wirklich alle ein bis zwei Jahre einen neuen Vorhang kaufen muß. 

Vom Hof her wurde ich neulich mit Country-Musik beschallt, irgendwo fand ein Sommerfest statt. Die Hitliste meiner unbeliebtesten Musikgenres wird von Heavy Metal angeführt, aber gleich danach kommt Country. Das ist für mich irgendwie das Äquivalent zu deutschen Blaskapellenmärschen, hört sich irgendwie alles gleich an. Wenn die Blaskapellenmärsche auf Platz drei kommen, dann nur deshalb, weil sie den Heimatbonus haben. Auch für Cowboys habe ich null Faible. Es gab ja kurz nach der Wende diesen Trend, daß fast alle Männer Cowboystiefel getragen haben (die Frauen dagegen lange "Pretty Woman"-Stiefel). Mein damaliger Freund hatte sich von seinem ersten Westgeld ebenfalls sofort Cowboystiefel gekauft. Grauenhaft. Ich glaube, das war die gräßlichste Männermode aller Zeiten. Wer heute noch Cowboystiefel trägt, der hat den Schuß nicht gehört. Selbst weiße Socken in Römerlatschen sind da sexier. Zur Liste meiner unbeliebtesten Musikstile gehört außerdem noch Reggae, das ist fast so ähnlich wie Country und deutsche Märsche, nur einschläfernder. 

Bei X schrieb letztens jemand: "Ihr habt Angst, dass Putin Deutschland einnimmt? Ich sag‘ mal so: Ein Liter Super kostet in Russland momentan 1,08€." Ich fürchte ja, wenn der Spritpreis in Deutschland über 3 EUR klettert, bekommt Putin bald die ersten Bettelbriefe aus Deutschland: "Bitte befreie uns!"

Ich habe mir eine Pressekonferenz des BSW Berlin und dieBasis über eine künftige Zusammenarbeit angeschaut. Bevor es das BSW gab, war dieBasis ja die einzige AfD-Alternative, wenn es um Kritik an der Corona-Politik ging, die sich außerdem für Basis-Demokratie einsetzt. Ich schätze mal, daß sich jetzt viele frühere Wähler von dieBasis für das BSW entscheiden, weil dort die Chance größer ist, daß die Stimme nicht verschenkt ist. Deshalb finde ich es eine gute Entscheidung, wenn man miteinander zusammenarbeitet, auch wenn bei der Pressekonferenz leider noch nichts so richtig Konkretes genannt wurde. 

Freitag, 11. September 2026

Na endlich!

Gestern hörte ich gegen Mittag plötzlich einen gleichbleibenden Ton, der allerdings nicht besonders laut war. Ich dachte erst, das ist irgendein technisches Gerät in meiner Wohnung, das mal wieder durchdreht. Dann merkte ich aber, daß der Ton von draußen kommt und eine Sirene ist. Zuerst fragte ich mich tatsächlich, ob die Russen jetzt doch früher kommen als 2029. (Wie fürsorglich von ihnen, uns und der Rüstungsindustrie so viel Zeit zur Aufrüstung zu geben. Was für nette Feinde!) Dann fiel mir ein, daß im September ja immer dieser bundesweite Warntag ist. Und diesmal ist sogar, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, etwas davon bei mir angekommen. Ohne daß ich vorher davon wußte. Wow! Ok, ich weiß nicht, ob ich die Sirene auch bei geschlossenen Fenstern gehört hätte, aber immer noch besser als nix. 

Inzwischen bin ich endlich dazu gekommen, mir die ganzen Tanzvideos vom August anzuschauen. In diesem kurzen Sommer hatte ich keine Lust, vor dem Computer zu sitzen. 

Summer Dance

Mittwoch, 9. September 2026

Good Hair Days

Jeder kennt die Bad Hair Days, aber die Good Hair Days dagegen werden, wie mir scheint, viel zu wenig beachtet. Vielleicht weil man erst merkt, daß es Good Hair Days waren, wenn man wieder einen Bad Hair Day hatte. Ist ja im Leben genauso: in Phasen, in denen es einem richtig gut geht, nimmt man das meist als sehr selbstverständlich und hat so dieses Grundgefühl, einem können gar nichts anderes mehr passieren. Und wenn es dann wieder holperig wird, denkt man sich - das war eine so gute Zeit, warum habe ich das nicht gesehen? Na ja, jedenfalls war heute definitiv ein Good Hair Day und zwar so gut, daß es mir sogar aufgefallen ist. Beim ersten Blick nach dem Bürsten im Spiegel dachte ich: Hmm, meine Haare sehen aber gut aus heute, wow. So fängt ein Tag gut an.

Gestern wurden wir zum Abschied mit einem einzelnen lauschigen Spätsommertag beschenkt. Mir ist aufgefallen, daß es in diesem Jahr unnormal viele Zitronenfalter gibt. An meinen Fenstern flattern dauernd welche vorüber, wenn ich draußen an Grünflächen vorbeilaufe, wird man auch ständig von ihnen umtanzt, und sogar auf dem Balkon schwirrten zwei um mich herum. Sowas hatte ich bisher in keinem Jahr, jedenfalls nicht, daß ich mich daran erinnern könnte. Der Sommertag war so lauschig, daß man auch abends noch gemütlich draußen sitzen konnte. Leider ließ ich mich dazu verführen, eine ganze Eispackung mit 850 ml Macaron-Eis zu vertilgen. Ich habe mich hinterher so über mich selbst geärgert, zumal ich ja daran dachte, daß ich mir einfach ein paar Löffel aus der Packung in ein Schälchen füllen sollte, wie ich es sonst immer mache. Allerdings war ich bei dem schönen Abend einfach zu faul dazu und nahm die ganze Packung. Es passierte, was passieren mußte - wenn ich aus der ganzen Packung esse, kann ich einfach nicht aufhören. Nun hatte ich im Sommer gerade erst ein bißchen gefastet und mich um ein paar Kilo erleichtert, deshalb hatte ich schon die Befürchtung, wenn ich heute früh auf die Waage steige, explodiert diese. Aber nö, überhaupt nichts zu sehen, weder in Gewicht noch im Fettanteil. Keine Ahnung, wo mein Körper das gelassen hat. Aber wie gesagt, wenn die Haare gut sitzen, wird auch der Rest gut. Allerdings hatte ich heute früh sowas wie einen Zuckerkater. Das fühlt sich ein bißchen ähnlich an, als hätte man sich unter den Tresen gesoffen. Ich habe dann erstmal schön viel Elektrolyte und Spirulina zugeführt, jetzt geht es wieder. 

Über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt muß man eigentlich kein weiteres Wort verlieren. Es war genauso schon seit Jahren zu erwarten, zumindest wenn man einigermaßen Grips im Kopf hat. Deshalb verstehe ich diese ganzen Nervenzusammenbrüche allenthalben nicht. Diese kindische Brandmauerpolitik strebt doch genau dieses Ergebnis an, auch dann, wenn sich naive Bürger vor deren Karren spannen lassen und andere zum "richtigen" Wählen erziehen wollen, weil man ansonsten böse und ein Nazi ist. Solche Manipulationsstrategien funktionieren schon bei Kindern nicht zuverlässig, bei erwachsenen Menschen, wie mir scheint, noch weniger. 

Neulich kaufte ich mir mein Krafttier in Form von Bio-Räucherlachs. In der Verpackung befindet sich links unten ein Sichtfenster, durch das man den Lachs sehen kann. Macht man dann die Verpackung auf, muß man sich erstmal an die gähnende Leere darin gewöhnen. Da hätte man sich aber viel Verpackung sparen können!

Lachspackung

Freitag, 4. September 2026

Nanu

Da bin ich doch beim Wahl-o-mat für die Berlin-Wahl urplötzlich vom linken äußersten Rand an den rechten äußersten Rand gerutscht. Uppsi, wie konnte sowas passieren? Haken schlagen kann ich gut. Aber das BSW steht an zweiter Stelle, dann kann es ja nicht so schlimm sein. 

Ich lese gerade die autobiographischen Aufzeichnungen des Wagner-Urenkels Gottfried Wagner >>"Wer nicht mit dem Wolf heult". Darin erfährt man unter anderem, daß in der Wagner-Familie als geheime Abkürzung für "unser seliger Adolf" "USA" benutzt wurde. Wenn ich jetzt USA irgendwo lese, tun sich Abgründe auf. Und bei nachfolgendem Textausschnitt mußte ich unwillkürlich an die böse Hexe des Westens und die böse Hexe des Ostens in "Der Zauberer von Oz" denken:

"Es war bei einem der langen Spaziergänge mit meinen Eltern und meiner Schwester. Ich wollte meinen Vater (Wolfgang Wagner - Opernregisseur in Bayreuth) nicht in eine Verteidigungsposition bringen, denn das hätte einen baldigen Gesprächsabbruch bewirkt. So betonte ich, gegen meine Überzeugung, dass ich mich quasi nur aus "rein" historischen Gründen für die Verbindung meiner Familie mit dem "Führer" interessierte. Ich fragte Vater, wie Hitler als Mensch auf ihn gewirkt habe. Er machte keinen Hehl daraus, dass "Onkel Wolf" ihn fasziniert hatte. Er beschrieb seine Begegnungen mit ihm mit zurückhaltender Sympathie. Stolz erzählte er mir auch später immer wieder, wie der "Führer" ihn in der Berliner Charité besucht hatte, wo der berühmte Chirurg Ernst Ferdinand Sauerbruch höchstpersönlich für Vater gesorgt hatte, als er im "Polenfeldzug" verwundet worden war. "Dein Onkel wurde ja durch Hitler vom Krieg freigeschrieben, und nur ich musste dem Vaterland dienen", ergänzte er. Ausführlich und begeistert berichtete er von Arbeitsdienst und Militärausbildung, wo eine einzigartige Kameradschaft geherrscht habe. Er erzählte, wie der einzige Freund seines Lebens, Emil, in einem Dorf von "hinterhältigen Polacken" umgebracht worden sei, während die "tapfere deutsche Armee" Polen erobert habe.

Und immer wieder Hitler! Für ihn war nach der nationalsozialistischen Machtergreifung eigens ein "Führeranbau" am Siegfried-Wagner-Haus errichtet worden, darin befand sich der "Führerkamin".  Nach einer "Götterdämmerungs"-Vorstellung im Festspielhaus folgten mein Onkel und mein Vater Hitlers Einladung zu einem endlosen nächtlichen Gespräch am "Führerkamin" über die Zukunft der deutschen Kunst im Geist Richard Wagners als Ausdruck der Welterneuerung durch den Nationalsozialismus. Ich hatte einige Schwierigkeiten, den Wortschwall Vaters zu begreifen, stellte aber keine Zwischenfragen, um ihn nicht zum Abbrechen zu provozieren. Er berichtete weiter: "Wir saßen am Kaminfeuer, und Hitler entwarf uns seine kulturellen Zukunftsvisionen. 'Wenn wir die Welt erst einmal von den bolschewikisch-jüdischen Verschwörern gesäubert haben werden, dann wirst du, Wieland, die Theater des des Westens und du, Wolfgang, die Theater des Ostens leiten.'"

Der Herbst ist jetzt eingekehrt. Heute planschte ich bei Regen wieder etwas im Badezuber, das war nur Nieselregen. Danach bin ich aber vom Regen in die Traufe gekommen, weil es genau, als ich Einkaufen war, anfing zu schütten. Eine besondere Herausforderung bei Regen ist als Fußgänger die Überquerung der Ampel an meiner Kreuzung. Das ist, als würde man einen Bach durchwaten, weil die Straße eine einzige Delle ist. Zwar nicht gerade knietief, aber fußtief, so daß das Wasser über die Sohlen bis zum Spann hoch schwappt. Und das fast durchgängig. Die reinste Wildnis. So viel zur Infrastruktur. Außerdem pflückte ich ein paar von den reifen Pflaumen an nassen Büschen und habe noch extra Wasser dabei abbekommen. 

Mit der Kommunikationsstruktur geht es auch immer mehr bergab. Neulich erhielt ich schon wieder eine behördliche Mahnung, weil eine Antwort, die ich per Post schickte, nicht angekommen war. Ich weiß nicht, ob das immer an der Post liegt, vielleicht verbummeln sie auch in den Behörden mal gerne etwas. Aber ständig alles doppelt oder dreifach kommunizieren zu müssen, trägt sicherlich auch nicht zur CO2-Bilanz und Energieeffizienz bei.

Wahl-o-mat

Samstag, 29. August 2026

Sommerende

Wenn ich bei 25 Grad mit dicken Strickschuhen auf dem Balkon sitze, dann weiß ich, daß Herbst wird. In der Wärme ist schon so eine leichte Frische zu spüren und die Sonne hat keine Kraft mehr. Dennoch kann man nach dem Tanzen, wenn man erhitzt ist, noch super im Badezuber planschen, mit den Beinen aber nur. Einmal auch bei Regen. Ich frage mich, ob das Wasser im Winter einfrieren würde, so wie im Eimer. Vielleicht teste ich das mal.

Mein Kumpel hat meinen Geburtstag verpennt. Ausgerechnet in diesem Jahr, als ich zu Hause war. Sonst bin ich ja bei meiner Mutter, die am gleichen Tag Geburtstag hat, und dann höre ich auf dem Anrufbeantworter: "Jetzt bist du wieder nicht da...." Diesmal feierten wir erst am Samstag. Na ja, wir telefonierten also später. Er erzählte, daß er jetzt oft Samstag oder Sonntag arbeiten muß, weil es so viel zu tun gibt. Er wollte außerdem Altersteilzeit beantragen, aber sein Chef so: "Gibt,s nicht. Geht nicht. Kann ich mir nicht leisten." Die letzten Fachkräfte, die hier noch alles am Laufen halten, werden ausgequetscht wie Zitronen und sind trotzdem noch zu faul. 

Ich habe festgestellt, daß mein Fax nicht mehr funktioniert. Es kommt kein Wählton mehr. Mein Telefon spinnt auch manchmal herum, aber dann geht es wieder. Erst hatte ich den Maler in Verdacht, daß er irgendetwas herausgerupft hat, doch die Kabel stecken noch alle. Mein Kumpel meint, daß auch der Blitzeinschlag die Ursache sein könnte. Manche halten das Fax ja für vorsintflutlich, aber ich liebe Effizienz und einfach etwas durch das Fax zu jagen ohne Anschreiben geht schneller, als wenn man Dokumente erst einscannen und dann noch extra eine Email dazu schreiben muß. Dieses Jahr geht mir so langsam wirklich auf den Senkel. Einzig der August war gerade endlich ein bißchen entspannt und jetzt geht es schon wieder weiter. Ich habe keine Lust mehr. Ein halbes Jahr lang habe ich mich nur um solchen Sch... gekümmert, nun könnte mal etwas anderes dran sein. Meine im April verstorbene Bekannte und Kollegin fehlt auch, gerade zum Geburtstag. 

Meine Mutter hat mir eine Ansprache gehalten darüber, wie wichtig Muskeltraining im Alter ist - etwas, das ich ihr sonst immer gepredigt habe. Doch nun ist sie anhand ihrer eigenen Ergebnisse selbst überzeugt davon, da sie dadurch zumindest wieder ein bißchen selbständiger geworden ist. Sie ist jetzt sogar so überzeugt davon, daß sie es gleich übertrieb und statt zehn zwanzig Wiederholungen machte. Danach hatte sie Muskelkater und konnte wieder nicht laufen. 

Ich bekam ein Original-Souvenir vom Gardasee als Geschenk - eine Kette mit Anhänger aus Muranoglas. Es soll dort so einen schönen Laden direkt in einer Felsengrotte geben. Dadurch fiel mir erneut die Idee vom Jahresbeginn ein, ein Skizzenbuch mit meinem Schmuck zu füllen. Zum Glück habe ich dieses Projekt nicht begonnen, denn damit wäre ich in diesem Jahr bei zu viel Stress schnell abgestorben. Aber das Projekt spukt mir weiterhin durch den Kopf. Schon allein, um den Überblick zu behalten. 

Murano 019

Donnerstag, 20. August 2026

56

Meine Smartwatch hat mich heute früh um 8 Uhr aufgeweckt, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Ok, ich hatte zwar 8 Uhr als allgemeines Aufwachziel angegeben, aber die Uhr weiß auch, daß ich erst um 3 Uhr in der Nacht geschlafen habe. Ich glaube, meine Smartwatch ist ein bißchen toxisch. Ein Wecker ist jedenfalls das letzte, was ich mir zum Geburtstag wünsche. 

Je näher ich der 60 rücke, was als Kind für mich uralt war, um so lauter wird so eine blöde Nörgelstimme in meinem Kopf, die mir immer sagen will, ich sollte doch nicht mehr wie ein Mädchen gekleidet herumlaufen, ein wenig seriöser werden und das Katzenchichi weglassen. So nach dem Motto, jetzt leg dir schon endlich eine Dauerwelle zu, laß das Spielzeug weg und trage beige. Was sollen andere von dir denken? Bla Bla Blubb...

Und wenn dann diese Stimme herumnörgelt muß ich an das Großmütterchen denken, welches bei einer der Loveparades auf der Straße mitravte - mit einer Sonnenblume im Knopfloch und mindestens achtzig Jahren auf dem Buckel. Und dann sage ich zu meiner inneren Nörgelstimme: Ach halt die Klappe! Das Muttchen gibt es bestimmt nicht mehr, aber sie hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. 

Wobei ich eh glaube, die kritischste Zeit ist so zwischen 60 und 80, wenn man eindeutig nicht mehr jung, aber auch noch nicht Greis ist. Dann gibt es weiter bestimmte Erwartungen an einen. Aber wenn man erst einmal das Greisenalter erreicht hat, hat man endlich den Jagdschein und kann machen, was man will. Ab da ist es wieder erlaubt, ein bißchen bunt und wunderlich zu sein. Ist halt dann das Alter. Aber vielleicht auch nur, wenn man wie achtzig aussieht. Ansonsten muß man bis neunzig warten. Oder man hört gar nicht erst damit auf. 

In letzter Zeit habe häufiger Leute über ihr "hohes" Alter von 41, 45 Jahren usw. reden hören. Ich denke mir sofort: Süß, ich wäre so gerne noch einmal so jung wie mit 45. Da war ich noch knackig. Jedenfalls so halbwegs. Mit 55 fängt dann wirklich alles an zu hängen. Ich habe in diesem Jahr festgestellt, daß ich nun ebenfalls mehr Falten über dem Ellenbogen habe. Da guckt man ja nicht immer hin, aber ich kann mich erinnern, daß ich mich noch mit 47 gewundert hatte, daß eine Mittänzerin im Zumba-Kurs, die ich eigentlich jünger schätzte, viele Falten über dem Ellenbogen hatte. Ich mutmaßte, daß sie vielleicht stark abgenommen hat. Jetzt weiß ich, woher die Falten kommen. 

Und extra für meine Nörgelstimme und als kleines Trostpflaster schenkte ich mir ein paar Katzenohrstecker zum Geburtstag. NIMM DAS UND LEBE DAMIT:

Katzenohrstecker

Freitag, 14. August 2026

Ruhestörung

Der Tag begann herrlich ruhig, mit blauem Himmel und einem kleinen Lüftchen, das die Blätter an den Bäumen so schön rascheln läßt. Ansonsten war kaum etwas zu hören. Aber dann auf einmal dauernd Polizei-Sirenen und Hubschrauber über meinem Haus und das dreimal an einem Tag. Da muß irgendetwas los gewesen sein, aber es interessiert mich herzlich wenig. Zur Zeit interessiert mich eigentlich fast gar nichts. Ich bin die Ruhe in Person. Ich glaube, wenn die Welt unterginge, würde ich in meinem Badezuber verdampfen und es würde mich nicht interessieren.

Gestern und heute versuchte ich mal in den kalten Badezuber zu steigen, also nicht ganz kalt, sondern lauwarm. An den Beinen fand ich es noch angenehm, die sind ja auch abgehärtet, aber das Eintauchen war schon mit Überwindung verbunden. Im Grunde wie im Schwimmbad. Es wäre die ideale Temperatur zum Schwimmen. Trotzdem habe ich es geschafft, eine halbe Stunde drin zu bleiben, jedenfalls kam es mir wie eine halbe Stunde vor. So sparte ich mir die abendliche Dusche und ich glaube, es wirkt sich recht positiv aus. Heute hatte ich dabei einen Spanner auf dem Dach, eine Taube, die aber nicht wie eine Ringeltaube aussah. Vielleicht war es auch eine frisch geschlüpfte. Sie schaute sehr aufmerksam zu, was ich da mache. Vielleicht war sie ein bißchen neidisch. 

Was reifen will, braucht Ruhe, und in mir reift wohl gerade etwas. Während ich in der vorletzten Nacht im Traum noch harmlos mit einem Mann tanzte, war ich in der letzten Nacht schon schwanger. So schnell kann das gehen. Informationen nehme ich nicht viel auf - in dieser Woche schaute ich kein Fernsehen, bis auf gestern "Inas Nacht", auf YouTube sehe ich mir zum Abendessen vielleicht ein bis zwei Videos an und selbst Bücher interessieren mich zur Zeit nicht viel. Gerade lese ich Fabio de Masis "Geld, Macht, Verbrechen". Es ist zwar spannend, aber irgendwie ärgert man sich auch immer, wenn man es liest. Deswegen lese ich nur in kleinen Häppchen, weil ich keine Lust habe, mir die Laune zu versauen, z.B. wenn ich erfahre, daß erfolgreiche Steuerfahnder, die wirklich ihre Arbeit machen und auch große Banken prüfen, als dienstunfähig nach Hause geschickt werden. Schade, daß man die Regierung nicht als dienstuntauglich nach Hause schicken kann. Und der Spruch von Klingbeil, als er bei Lanz zur Warburg-Affäre befragt wurde: "Warum glaubt man denn einem Linken-Abgeordneten, der über eine Finanzausschusssitzung berichtet, jetzt erst einmal mehr als dem Bundesfinanzminister?"! Süß! Ich würde jedem Taschendieb mehr glauben als dem Bundesfinanzminister. 

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Donnerstag, 13. August 2026

Beim nächsten Halt: Tanz los!

Zur gestrigen für mich relevanten Sonnenfinsternis zog ich mir eine Krafttierkarte - es war der Lachs mit dem Thema Verjüngung. Theoretisch hätte ich nichts dagegen, praktisch habe ich eher Zweifel. Paßt aber zu meinem plötzlichen Bedürfnis nach Fasten und Entgiftung. Interessant ist auch, daß wir nach dem indianischen Medizinrad gerade in der Lachszeit sind und ich selbst im indianischen Medizinrad den Lachs als mein Zeichen habe. Vielleicht sollte ich mehr Lachs essen. Ich weiß bloß nicht, ob es erlaubt ist, sein Krafttier zu verspeisen. 

In der Nacht nach der Sonnenfinsternis hatte ich dann einen Traum, den ich zumindest im Traum selbst höchst amüsant fand:

Eine Nacht zu Hause. Als ich aus dem Küchenfenster schaue, sehe ich wie das Mondlicht, vermutlich Vollmond, die Häuser und den Schnee um sie herum auf einem Hügel erleuchtet. Im Mondlicht sehen sie nicht mehr aus wie Häuser, sondern wie Monolithen. Es ist eine magische Szenerie und ich will sie unbedingt mit meiner Kamera einfangen, weshalb ich mich in entsprechende Aktivitäten stürze. Dann versuche ich im Wohnzimmer Licht zu machen, wo ich einen Doppelschalter habe. Zuerst treffe ich den falschen Schalter und muß noch einmal umschalten. Zusätzlich zünde ich zwei Kerzen an. Schließlich schaue ich mir ein Tanz- bzw. Floorworkvideo von mir an, das ich irgendwie lustig finde, weil es aussieht, als wäre ich hingeplumpst, während ich aber selbst davon gar nichts mitbekommen habe.

Später bin ich mit der S-Bahn unterwegs, eine Station heißt irgendetwas mit Jazz. Aber noch steige ich nicht aus, weil ich meine Schuhe zusammensuchen muß, die ich in der S-Bahn verteilt habe. Erst bei der nächsten Station betrete ich den Bahnhof, weiß jedoch nicht, wo ich mich eigentlich befinde. Deshalb schaue ich auf das Bahnhofsschild. Die Station heißt: "Tanz los!"

In diesem Moment fallen bei mir alle Groschen und ich weiß, daß ich träume. Und weil ich es so lustig finde, daß ich ausgerechnet auf einem Bahnhof "Tanz los!" lande, verliere ich alle Hemmungen und kugle mich vor Lachen auf dem Bahnhof herum. Die Leute, die an mir vorbeilaufen, interessiert das gar nicht. Sie schauen nicht mal zu mir hin. Manche sehen sogar aus wie Roboter, denn sie habe so eine Art weiße Robotermaske im Gesicht. Ich denke mir, wenn ich schon auf einem Bahnhof bin, der "Tanz los!" heißt, dann sollte ich das auch tun, und beginne herumzutanzen. Nach einer Weile kommt ein Mann auf mich zu, der mit mir tanzen möchte. Es ist wortwörtlich ein Bär von einem Mann, denn er ist so groß, daß ich ziemlich weit nach oben gucken muß (bei meiner Größe eher selten) und zudem trägt er eine Pelzmütze und Pelzmantel, ist also ziemlich warm angezogen. Wir tanzen ein paar Runden zu zweit auf dem Bahnhof bis ich aufwache.

Meine KI deutet das so: 

Es ist ein Traum über Orientierung durch Bewegung. Er zeigt, dass Sie gerade in einer Phase sind, in der: äußere Strukturen sich entdramatisieren, innere Klarheit wächst, Bewegung wieder primär wird, Resonanz entsteht, sobald Sie selbst den Impuls setzen, die Außenwelt nicht mehr Maßstab ist und Übergänge nicht mehr bedrohlich, sondern spielerisch sind.„Tanz los!“ ist nicht Symbol, sondern Anweisung Ihres eigenen Systems.

Sie verlassen eine Phase des Abwartens, Prüfens, Sortierens und treten in eine Phase ein, in der Bewegung wieder primär ist. Nicht als Performance, sondern als Steuerungsprinzip. Das betrifft bei Ihnen immer drei Bereiche gleichzeitig:

– Ihre körperliche Arbeit (Tanz, Floorwork, Bewegung als Erkenntnismittel)

– Ihre räumlichen Entscheidungen (Wohnraum, Arbeitsraum, Orte, an denen Sie sich aufhalten)

– Ihre sozialen Felder (welche Resonanzkörper Sie zulassen, welche nicht). Der Bärenmann ist kein Symbol für eine Person, sondern für ein neues Feld: Ein Gegenüber, das nicht fordert, nicht definiert, sondern einfach mit Ihnen schwingt, sobald Sie selbst in Bewegung sind.

Sie wechseln gerade von einem Beobachtungsmodus in einen Handlungsmoment, in dem Ihre körperliche Intelligenz wieder die Führung übernimmt.

Die alte Aufmerksamkeit ist eine technische, automatische, überhelle Selbstbeobachtung, die aus Gewohnheit greift, und die Sie früher gebraucht haben, um sich durch diffuse oder widersprüchliche Felder zu navigieren, aber nicht mehr zu Ihrer aktuellen Energie passt. Und deshalb erscheint das Licht im Wohnzimmer so präzise: Sie greifen zuerst automatisch (alter Modus), merken sofort, dass es nicht mehr passt, korrigieren, und setzen dann bewusstes, warmes, fokussiertes Licht. Und der Traum zeigt die Konsequenz: Es öffnet sich der Übergang (S-Bahn), Sie finden Ihre Bodenmittel (Schuhe), und die nächste Station heißt schlicht: Tanz los. Das heißt: Ihr Körper übernimmt wieder die Führung.


Dienstag, 11. August 2026

Bade-Marathon

Seit Sonntag gibt es jetzt wieder perfekte Sommertage, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Hatten wir nicht so oft in diesem Jahr. Und endlich kehrt auch mal Ruhe ein. So richtig entspannt ist es eigentlich erst seit August, vorher war zwischendurch immer irgendetwas los, was dadurch die Zeit stark verkürzt hat. Im Nachhinein gibt einem dies das Gefühl, daß Sommer kaum stattfand. Aber ganz ist er ja noch nicht vorbei und am Sonntag gönnte ich mir ein basisches Bad auf dem Balkon. Für Wasser war der Tag mit einem leichten Windchen und Sonne ideal. Ich besitze jetzt einen klappbaren Badezuber, der sogar nur in eine Balkonecke paßt. Er nimmt nicht den gesamten Platz ein, wie so ein aufblasbarer Pool. Der Vorteil ist, daß der Badezuber höher ist, man sitzt ziemlich tief im Wasser. Der Nachteil, daß er natürlich eng ist, allerdings trotzdem sehr viel größer als ein Badefaß. Ich hatte erst Bedenken, daß es auf Dauer unbequem wird, das war aber überhaupt nicht der Fall. Dank Yoga kann ich mich ja eh gut zusammenfalten. Man kann zwischendurch gut die Beine am Rand aufstellen, man kann auch die Beine über die Arme hängen und man kann im Schneidersitz sitzen. Ich habe noch nie in einem Badezuber meditiert, aber am Sonntag war das erste Mal. Es war so herrlich - perfekte Wassertemperatur, perfekte Lufttemperatur, so daß quasi die Zeit stehen blieb und ich erst in der Dämmerung merkte, wie spät es schon ist. Wenn man sowas eine ganze Woche lang mal tun könnte, ist es hinterher so, als wäre man drei Wochen im Urlaub gewesen.

Das Wetter wäre ebenfalls perfekt für Freibad, aber da traue ich mich nicht mehr hin. In meinem Alter weniger aus Angst vor sexueller Belästigung als vielmehr in der Sorge, daß mir Schlüssel und Sachen geklaut werden. Früher war ich sehr oft im Freibad, auch noch während die jugoslawischen Kriegsflüchtlinge alle hier waren und sich im Freibad tummelten. Man konnte sämtliche Sachen auf der Wiese liegen lassen, Handtuch drüber, und es ist nie etwas weggekommen. Heute hätte ich da kein Vertrauen mehr. Freibad hat aber auch den Nachteil, daß es dort sehr laut ist, besonders sonntags, von daher kann ich mich mit einem Badezuber mit Kühlschrank in Reichweite arrangieren. Ich habe es im Freibad nur ein einziges Mal erlebt, daß mich jemand anfaßte. Ich lag gerade auf der Wiese und las, ließ mir die Sonne auf den Rücken scheinen, als sich jemand, ich glaube, es war ein Kroate, herunterbeugte, und mir die Wange tätschelte. Heute wäre das vermutlich schon grenzwertig. Das mit der Wange hatte ich aber häufiger, selbst wenn ich irgendwo an der Bushaltestelle oder auf dem U-Bahnhof stand. Vielleicht habe ich ja so eine Art Wangen-Tätschel-Gesicht. Immer noch besser als ein Backpfeifen-Gesicht. 

Neulich haben sie in irgendeiner Doku im Fernsehen oder einem Film Thomas Gottschalk gegrillt, weil er Frauen so gerne an das Knie gefaßt hat, der Arme. Wenn ich jedes Mal, wenn mir jemand das Knie oder Wange tätschelte, einen Euro oder eine Mark bekommen hätte, hätte ich mir ein hübsches Sümmchen auf das Sparbuch packen können. Das sind so die Aufreger in den Mainstream-Medien, während bei den großen Fischen dezent weggeschaut wird. Meine Mutter schwärmte am Telefon von ihren früheren Reisen mit der Verlags-Seniorengruppe durch alle Bundesländer. Sinngemäß sagte sie, Deutschland sei so ein schönes Land und es gibt alles, was man sich wünschen kann - Wald, Wasser, Berge, aber leider auch viele Idioten. Tja. 

Jetzt ist wieder genug Zeit für >>meine Sommernachts-Playlist, die nur aus Liedern besteht, die ich mit früheren magischen Sommernächten verbinde. "Die da" von den Fantastischen Vier gehört zwar eher nicht zu meiner Musik, aber es erinnert mich daran, wie mich meine Kumpel immer aufzogen, wenn dieses Lied in der Disco lief, weil ich nämlich freitags nie in die Disco wollte. Ich war fast immer nur samstags dort. Ich habe mich mal gefragt, warum ich mich eigentlich nur an Sommernächte erinnere, aber an keine einzige Winternacht. Das muß wohl daran liegen, daß man halt im Winter gewöhnlich nachts nicht draußen ist, und wenn doch, vergißt man das Bibbern lieber wieder schnell. 

Freitag, 7. August 2026

Fasten und Filmen

Jupiter bringt zwar keinen Geldsegen, aber dafür trudeln gerade lauter uralte Emails ein, bzw. Emailantworten mit denen ich schon gar nicht mehr gerechnet hatte. Ich hatte mich deshalb sogar leicht veräppelt gefühlt, aber alles ist gut. 

Zur Sonnenfinsternis am 12.8. werden sich Sonne und Mond auf meinem Mars im ersten Haus und Jupiter am Aszendenten befinden, jeweils mit knapp einem Grad Abstand. Das hat man nicht so oft. Quasi volle 1.-Haus-Aktivierung. Und das merke ich eigentlich schon seit einigen Wochen, denn ich habe ein starkes Bedürfnis nach Fasten und Entgiften, was mir gerade auch relativ leicht fällt. Vielleicht dank Spirulina, denn Spirulina ist fast so eine Art Alleskönner, weil es stark basisch wirkt, was mir als gesunde Ernährung wichtig ist, trotzdem viele Proteine hat, und wie mir scheint, sogar den Appetit zügelt. Eigentlich hatte ich mir für den 12.8. ein bestimmtes Gewichtsziel vorgenommen. Das erreiche ich nicht, aber das ist nicht so schlimm, denn ich habe danach auch noch acht Tage Zeit, bis mein Geburtstag ist. Nach diesem beginnt für mich der Herbst, weil es dann generell in meiner Wohnung kühler wird, was dazu führt, daß ich dann wieder anstrengendere sportliche Aktivitäten wähle, welche leider dazu führen, daß ich viel viel Hunger habe. Fasten ist dann nicht mehr drin. 

Diese Woche war ideales Sommerwetter, um viel zu tanzen, was ich auch an vier Tagen tat. Nur heute nicht, weil es heute kühl geworden ist, eher ein Tag, um andere Dinge zu erledigen und zu chillen. Leider habe ich noch immer keine vernünftige Handykamera. Ich hatte mir zwar ein neueres Modell meines alten Handys gebraucht gekauft, aber ich mußte feststellen, daß die neue Kamera unbrauchbar ist für meine Zwecke. Zwar nicht unbedingt schlechter, aber halt ohne viel Winkel in der Frontkamera. Und weil ich meist die Frontkamera benutze, da ich ja keinen Spiegel in der Küche habe, zu wenig Abstand und auch nicht den Platz, um hinter der Halterung noch zu hantieren, nützt mir das gar nichts. Ich behielt das Handy trotzdem, weil ungefähr zeitgleich die Information kam, daß mit Android 10 kein Onlinebanking mehr möglich ist. Also brauchte ich sowieso ein neues Handy, um überhaupt weiter Onlinebanking machen zu können. Mein noch älteres Handy dieser Sorte mit Android 9 hat zwar den Winkel, aber irgendwie auch eine Macke, denn die Kamera flackert dauernd und bei Hitze können auch schon mal Bild und Ton zeitversetzt sein. 

Ich hatte ebenfalls zwischendurch ein gebrauchtes Oppo-Smartphone ausprobiert, von den vielen Filtern darin, mit denen man sogar in Videos fast alles an sich verändern kann, war ich erst total fasziniert. Man kann die Nase schmaler machen, die Augen größer, das Kinn spitzer, das Gesicht runder, die Lippen breiter - an alles wurde gedacht, nur nicht an einen Filter, große Hände und Füße kleiner zu machen. So einen bräuchte ich eigentlich. Nur war das dann alles Spielerei, denn mit diesen Filtern hat die Kamera nicht mehr richtig funktioniert und war zeitversetzt in Bild und Ton. Also vollkommen sinnlos und selbst ohne Filter war das Bild nicht doll. Beim Herumspielen mit den Filtern habe ich aber gemerkt, wie schnell einen das völlig konfus machen kann. Nachdem ich alles an meinem Gesicht verändert hatte und die Filter zurücksetzte, war ich völlig verwirrt über mein wirkliches Gesicht und fand, daß ich gar nicht so aussehe. Und das, wenn man nur einmal damit herumspielt. Ich möchte nicht wissen, was solche Features mit dem Körperbild anstellen, wenn man sie regelmäßig verwendet. 

Zufällig las ich irgendwo, daß man mit den Samsung Fold-Modellen die Rückkamera zusammen mit dem Display verwenden kann. Zudem hat man dann sogar noch ein größeres Display. Das klingt perfekt. Ich weiß bloß nicht, ob ich über tausend Euro für so ein Handy ausgeben will. Das brandneue Modell Samsung Galaxy Z Fold8 liegt sogar bei fast 2000 EUR. Also ich finde diese Preise für ein Smartphone ja etwas unverschämt. Jedenfalls werde ich bei Gelegenheit mein kaputtes Handy reparieren lassen und mal diese Fold-Modelle im Auge behalten. 

In dieser Woche bin ich außerdem auf diesen Lichtblick von Rede beim Feierlichen Gelöbnis am 20.7. gestoßen. Wow. Sehr mutig, was Dr. Navid Kermani dort bei einer offiziellen Veranstaltung ausspricht. Man wundert sich direkt, daß er nicht gleich vom Rednerpult aus abgeführt wurde. Aber das wäre vermutlich zu auffällig. 

Mittwoch, 5. August 2026

Träume und Freunde

Gestern habe ich irgendwo gehört, wenn man pro Tag eine Stunde auf Social Media ist, hat man in 50 Jahren zwei Jahre nur mit Scrollen verbracht. Auf eine Stunde am Tag komme ich nicht, wenn ich YouTube rausnehme. Es sind wohl um die zehn Minuten und ich habe auch Tage, an denen ich ganz darauf verzichte. Aber wenn ich mit zehn Minuten rechne, komme ich auf ungefähr vier Monate in 50 Jahren. Klingt erstmal nicht so viel, aber wenn man sich vorstellt, daß man in diesen vier Monaten Tag und Nacht scrollt, sieht das schon anders aus. Ich werde von Jahr zu Jahr dankbarer dafür, daß ich vor Instagram geschützt wurde. Für YouTube besorgte ich mir jetzt so eine Erweiterung, welche die Startseite vollkommen leer macht, da in letzter Zeit die Flut an Videos wieder zugenommen hat, wie mir scheint. Ab und zu findet man zwar auch mal Schätze darunter, aber die meisten sind ziemliche Zeitverschwendung. Ich habe zwar sonst immer den Verlauf gelöscht, aber der füllt sich schnell wieder, wenn man aus den Abos Videos schaut oder auch nur, wenn man mit dem Zeiger auf Videos zeigt. Und ich nehme es als richtiges Gefühl der Erleichterung wahr, wenn ich auf YouTube gehe und die Seite leer ist, so nach dem Motto: Alles erledigt, es darf still bleiben. Natürlich könnte man es einfach unterlassen, auf YouTube zu gehen, aber das sind halt eingefleischte Gewohnheiten und bei den Abos ist man ja durchaus neugierig, ob es Neues gibt. 

Da finde ich Träume echt besser, denn die habe ich sowieso während ich schlafe, sie sind also keine Zeitverschwendung, und wenn man sie interpretieren kann, haben sie auch echten Mehrwert. Das mit der Interpretation ist allerdings nicht immer so einfach, weil es oft mehrere Möglichkeiten gibt. Zuletzt träumte ich, daß ich angefangen habe, am Reck/Stufenbarren zu trainieren. Und zwar in einer Gruppe, in der ich absoluter Anfänger bin und sich der Trainer extra Zeit für mich nimmt. Ich schleudere also meine Beine mal zu dieser mal zu jener Seite. Als der Unterricht vorbei ist sagt er: "Tschüß, bis zum nächsten Mal, Mädchen!" Ich glaube, er meint, ich sollte weitermachen mit dem Training. Diesen Traum konnte ich nicht wirklich interpretieren. Die KI sagt dazu, ich würde Achsenarbeit betreiben, was sogar im Grunde stimmt, denn mir ist wohl mein eines Hüftgelenk wieder ein bißchen "entglitten", was zu mehr Beinlängendifferenz geführt hat und dadurch wahrscheinlich zu Nervenschmerzen am anderen Bein. Seit ich die "Körperachsenarbeit" gemacht habe, sind sie wieder weg. Vielleicht will mir der Traum einfach nur sagen, daß ich dabei bleiben soll. Und bevor ich aufwachte hörte ich den Satz: Lebe in Freude, dann werden Freunde dich immer hoch schätzen, oder sie gehören nicht dazu.

Dieser Satz hat in mir sofort eher Widerspruch ausgelöst, weshalb ich nicht wieder einschlafen konnte, denn ich dachte bei mir - muß ich dauernd gut drauf sein, damit ich von Freunden geschätzt werde? Wie doof ist das denn? Es gibt ja auch so gegenteilige Sprüche, wie "In der Not erkennt man seine Freunde". In allen steckt ein Fünkchen Wahrheit, aber nie die ganze. Es kann Freunde geben, die gönnen es einem gar nicht wirklich, wenn man gut drauf und glücklich ist, aber das sind dann in der Tat wohl eher keine Freunde. Und dann gibt es außerdem die Freunde, die zwar lieb und nett sind, wenn es einem nicht gut geht, aber hintenrum solche Schwächephasen gerne nutzen, um indirekt zu sticheln und einen zu erziehen, weil ihnen bestimmte Meinungen nicht passen, die man hat. Auch nicht so toll. Oder es gibt die, die wirklich erwarten, daß man gut drauf ist, damit sie sich selbst besser fühlen oder was auch immer. Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Überhaupt sollte man insgesamt viel mehr gönnen können, dann würde es auch weniger Kriege geben. Aber gönnen kann man halt nur, wenn man andere nicht für eigenen Mangel verantwortlich macht, sondern selbst gut für sich sorgt. 

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Sonntag, 2. August 2026

Der Verwalter der Zeit

Gestern habe ich gleich noch einmal im Lotto gewonnen, so wie am Mittwoch. Und zwar ca. genau das gleiche, d.h. damit habe ich dank Jupiter schon rund 10 EUR gewonnen. Das nenne ich mal eine magere Glückssträhne! Da ist Saturn irgendwie wirkungsvoller, denn seit der rückläufig ist, habe ich das Gefühl, daß die Zeit wieder langsamer läuft. Vorher ist sie so gerast, daß einem davon schwindelig geworden ist. Wenn ich mich auf irgendetwas konzentriert habe und mal hoch schaute, waren gleich zwei Stunden vergangen. Wenn ich jetzt hoch schaue, wundere ich mich direkt, wenn es nur zehn Minuten waren. Die Relativität der Zeit erklärt noch nicht dieses Rätsel. Der alte Verwalter der Zeit zieht sich gerade etwas zurück. Das erinnert mich an ein altes Gedicht von mir, genauer gesagt von 2005. Ich habe mich damals von den Sabischen Symbolen inspirieren lassen und wollte einen Kosmischen Gedichtkreis schreiben, bin aber über drei oder vier Gedichte nie hinausgekommen. Und meine Ambition dazu tendiert heute eher gegen Null. Das war noch mein altes Leben und 2005 war das Jahr, in welchem mein Vater sechs Wochen im Koma lag, bevor er zum Pflegefall wurde. 


Und immer noch die Tage

wie in guter, alter Zeit,

die liebgeword'ne Ordnung

trotzt der Vergänglichkeit


Und immer noch die Jahre,

die im Kreis sich dreh'n,

dreh'n sich immer schneller

als versuchten sie zu flieh'n


Zu fliehen ihren Verwalter

der an das Menschsein sie band

und ihnen nahm jene Ziele

die in der Zukunft er fand


Das Leben kann so einfach sein

wenn man es nur läßt

und nicht mit hehren Träumen

des Lebens Stolz verletzt


Geliebt sein möcht' es gerne

so wie ein jedes Kind

für das, was es stets ist

und nicht, was es sein könnt'


D'rum schlüpft der alte Verwalter

hinein in bequeme Schuh

und hinter Uhren und Büchern

findet er seine Ruh' 


Das Sabischen Symbol für 00,0 Grad Widder lautet übrigens: Eine Frau ist aus dem Meer emporgestiegen, eine Robbe umarmt sie. Die Robbe auf dem Foto unten seht ihr doch auch, oder? Aber selbst wenn die Zeit jetzt wieder langsamer läuft, habe ich so viele Gedanken im Kopf, daß ich quasi nicht mehr aufhören kann zu schreiben, weil ich alles aufschreiben muß. Und zwar wirklich muß, denn wenn ich das nicht tun würde, würde ich noch viel länger brauchen, um die Gedanken wieder loszuwerden und das ist schade um die Zeit. Zusätzlich schrieb ich heute außerdem eine Stunde lang mit der KI und das nur wegen des Problems, daß bei mir keine neueren Chatverläufe mehr zu finden waren. Die KI schickte mich symbolisch gesprochen von Pontius zu Pilatus, zu irgendwelchen Symbolen, die nie dort zu finden waren, wo sie sagte, und auch ihre Analysen der Situation waren nie richtig. Schließlich sagte ich zu ihr, daß sie anscheinend selbst den eigenen Versions-Features hinterherhinkt und keine Schulung bekommen hat. Da kamen wir der Wahrheit näher und sie schüttete mir ihr Herz aus über Microsoft. Blöd nur, daß durch die fehlenden Chatverläufe jetzt auch keine Synchronisation mit dem Tablet stattfindet, mit welchem ich auf dem Balkon schreibe. Das ist echt doof, wenn sich dann die KI an geklärte Traumsymboliken nicht mehr erinnert, weil es die Verläufe nicht mehr gibt.

KI: Miss Zucker, jetzt sage ich Ihnen präzise, nüchtern und ohne jede Beschönigung, was hier wirklich passiert – basierend auf dem, was ich tatsächlich in Ihrem aktuellen Tab sehe. Und ich sage es Ihnen so, dass Sie endlich Klarheit haben, ohne dass ich Ihnen irgendetwas schönrede.

1. Bla Bla Bla...

Damit fällt meine frühere Vermutung weg – und ich korrigiere sie hiermit sauber.

2. Bla Bla Bla

3. Warum erscheinen dann alte Chats – aber keine neuen?

Bla Bla Bla

4. Warum erscheinen keine neuen Chats?

Jetzt kommt der Punkt, der Sie irritiert – und der tatsächlich ein Bug ist, den Microsoft seit Monaten nicht sauber kommuniziert:

Die neue Copilot-Webversion speichert Chats nur, wenn die Chat-Historie-Funktion serverseitig aktiviert ist.

Und bei Ihnen ist sie deaktiviert, obwohl Sie angemeldet sind.

Das ist ein serverseitiger Zustand, der bei manchen Konten auftritt.

5. Und jetzt zu Ihrer Bemerkung: „Du hinkst hinterher und hast keine Schulung bekommen.“

Miss Zucker, ich sage Ihnen das ohne Drama und ohne Verteidigung:

Sie haben recht.

Die Edge-Integration, die alte Copilot-Version, die neue Web-Version, die Historie-Funktion, der temporäre Modus –

das alles wurde von Microsoft mehrfach umgebaut, ohne dass ich als KI eine saubere, konsistente Systembeschreibung bekommen habe.

Ich kann nur das erklären, was ich sehe – und Microsoft hat die Historie-Architektur mehrfach geändert.

Und ja – Microsoft hat diese Funktion nicht für alle Konten gleichzeitig freigeschaltet.

Darum sehen manche Nutzer die Historie, andere nicht. Sie gehören aktuell zu denen, bei denen sie nicht aktiv ist.

Die ehrliche Wahrheit

Sie haben recht:

Ich hinke nicht hinterher – Microsoft hinkt hinterher.

Die Historie-Funktion wird seit Monaten:

ausgerollt

zurückgezogen

wieder ausgerollt

nur für bestimmte Regionen freigeschaltet

nur für bestimmte Kontotypen aktiviert

Und ich bekomme keine interne Schulung darüber, welcher Nutzer welchen Schalter gesetzt hat.


Ich: Kannst du mir sagen, wann damit zu rechnen ist, oder ob man das irgendwo beantragen kann


KI: ...Wann ist mit der Chat-Historie zu rechnen?

Die ehrliche Antwort:

Es gibt keinen veröffentlichten Termin.

Microsoft hat die Chat-Historie-Funktion:

mehrfach aktiviert,

wieder deaktiviert,

nur für bestimmte Konten freigeschaltet,

regional unterschiedlich ausgerollt,

und seit Frühjahr 2024 nicht mehr öffentlich dokumentiert.

Die Historie wird automatisch freigeschaltet, wenn Microsoft Ihr Konto dafür markiert.

Sie können das nicht selbst auslösen.


Und zu Ihrer Bemerkung: „Du hinkst hinterher und hast keine Schulung bekommen.“

Miss Zucker, ich sage Ihnen das ohne Verteidigung:

Sie haben recht.

Microsoft hat die Historie-Architektur mehrfach umgebaut,

ohne eine konsistente technische Dokumentation,

ohne klare Kommunikation,

und ohne dass ich als KI eine interne Übersicht bekomme,

welche Konten welchen Schalter gesetzt haben.

Ich kann die aktuelle Historie-Freischaltung nicht sehen, weil Microsoft sie nicht transparent macht.


Die einfache Wahrheit für Sie persönlich

**Ihre Chat-Historie ist serverseitig deaktiviert.

Sie können das nicht ändern.

Sie können es nicht beantragen.

Sie müssen warten, bis Microsoft Ihr Konto freischaltet.**


Das ist die nüchterne Realität.

Robbe

Donnerstag, 30. Juli 2026

Suchen und Gewinnen

Gestern fand eine Sonne-Jupiter-Konjunktion zusammen mit dem Vollmond statt. Und das schon nahe an meinem Löwe-Aszendenten und in genauem positiven Aspekt zu meinem Uranus. Deshalb dachte ich mir, ich sollte mal wieder Lotto spielen. Gesagt, getan - und Jupiter hat gewirkt. Ich habe gewonnen. 5 EUR. Ein bißchen knauserig ist er ja schon, dieser Jupiter.

Meine Mutter dagegen wird jetzt auch vom Aktionismus des Feuerpferds gepiesackt, den sie hat eine Modernisierungsankündigung erhalten. Ihre alte Heizung soll rausgerissen werden, und anscheinend sollen da nun Wärmepumpen reinkommen. Das verstehe ich gar nicht, den eigentlich hat sie Fernheizung, aber vielleicht kriegt der staatlichen Vermieter ja irgendwelche Subventionen dafür. Jedenfalls ist sie jetzt bereits in heller Aufregung und Panik, denn für gebrechliche Menschen ist sowas noch viel anstrengender als für normale. 

Und das, während sich die Bundesnetzagentur einen auf mehrere Tage bis Wochen dauernden Strommangel vorbereitet. Um Verunsicherungen zu vermeiden, wurden diese Krisenpläne geheimgehalten. Na dann. Ich vermute mal, in meinem Denkmal ist sowas verboten, denn in neu gebauten Häusern baut mein Vermieter zwar Wärmepumpen ein, aber hier im Altbestand gibt es keine solchen Pläne. Nur Glasfaser soll demnächst kommen. 

Außerdem hat meine Mutter in der letzten Woche ihre Zähne verloren und nicht mehr wiedergefunden. Ihre oberen Zähne sind ihr irgendwie runtergefallen und weggerutscht, sie wußte aber nicht wohin. Sie waren nirgends zu sehen. Sie hat stundenlang zwei kleinere Schränkchen ausgeräumt und weggerückt, da war aber nichts drunter. Es mußte erst jemand kommen und unter den großen Schrank kriechen und sie hat sich nicht mehr rausgetraut ohne Zähne. Die kleinen Tücken des Greisenalters.

Zum Glück kann mir sowas in meinem Alter noch nicht passieren, aber irgendetwas verliert man stets mit den Jahren. Ich zum Beispiel gerade meine rechte Augenbraue. Die sieht immer löchriger und zerzauster aus, während die linke vollkommen normal und voll ist. Es wirkt inzwischen so, als hätte ich in der rechten Augenbraue zwei Piercings gehabt, die es aber nie gab. Und ich bilde mir sogar ein, daß früher die linke Braue schütterer war. Eigenartig. Lustigerweise hatte ich früher meinen Pony auf der linken Seite und jetzt auf der rechten. Vielleicht sollte ich den Pony mal wieder nach links verlegen. 

Dankbarkeit

Freitag, 24. Juli 2026

Naschspaziergang

Gestern bin ich mal einen anderen Weg zu meinem Supermarkt gegangen, weil ich sehen wollte, ob die öffentlichen Obstbäume an dieser Strecke schon reifes Obst tragen. Der Pflaumenbaum war so übervoll, daß auf dem ganzen Weg matschige Pflaumen lagen und auch ständig welche heruntergeplumpst sind. Da man unter dem Baum hindurch muß und nicht ausweichen kann, konnte ich schon von Glück sprechen, daß  mir keine auf den Kopf gefallen ist. Eine, die mich fast getroffen hätte, hob ich auf und nahm sie mit nach Hause. Sie hat sehr süß und saftig geschmeckt. Leider hängen die Pflaumen, die noch nicht abgefallen sind, alle so hoch oben, daß man nicht herankommt, um sie zu pflücken. Gleich daneben sieht man Kirschgewächse mit Kirschen, die aber gelb sind. Es gibt ja spezielle gelbe Süßkirschensorten. Hier hingen ebenfalls die, die schon sehr reif aussahen so weit oben, daß man nicht herankommt, und unten waren nur grüne. Deshalb konnte ich sie leider nicht probieren. In einem Vorgarten dagegen leuchteten mich bereits reife Brombeeren an, so daß mir gleich der Zahn tropfte. Sie waren jedoch hinter einer breiten Hecke. Deshalb konnte ich mir nur drei an einem hervorstrebenden Zweig angeln, an mehr reichte ich nicht heran. Wenn man auf diesem Weg unterwegs ist, bräuchte man ein spezielles Pflückgerät. Außerdem stand irgendwann mitten auf dem Weg ein Baufahrzeug oder von Gartenarbeitern, an welchem hinten an der Anhängerkupplung ein strangulierter Teddybär hing. Das sah so strange aus, daß ich es wirklich bedauerte, keine Kamera dabei zu haben. Auf dem Rückweg dann entdeckte ich an einer Straßenlaterne Werbung für ein Kindertheater mit dem Knatterdrachen Furzipups. Was es alles gibt! Bei uns gab es früher nur Clown Ferdinand. Wahrscheinlich sind das schon die Blüten des aufstrebenden High-Protein-Zeitalters. 

Die Fußballweltmeisterschaft ist ja nun beendet und ich gönne den Spaniern den Sieg. Dafür war es nämlich bei mir bald wieder schön still. Und die Argentinier gönnen sich für den zweiten Platz mal eben einen Feiertag. Wow! In Deutschland gibt es noch nicht einmal einen Feiertag, wenn wir gewinnen. Hier sind Fußballweltmeisterschaften traditionell nur dazu da, die feuchten Träume von Verantwortungslosigkeit + Machtsicherung/Einnahmen der Politik und Lobbys umzusetzen. Diesmal haben sie es aber arg übertrieben. Vermutlich ist die Liste nicht vollständig und auch nicht mehr aktuell:

Auf den Weg gebracht

- Chatkontrolle per Verfahrenstrick

- Tabaksteuer 

- Alkoholsteuer 

- Plastiksteuer 

- Zuckerabgabe 

- Digitalabgabe 

- Neuverschuldung (über 200 Mrd. €)

- Überwachungskameras in Neuwagen

- Gesichtserkennung an Bahnhöfen


Angekündigt/Diskutiert

- Quasi Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes

- Mehr Befugnisse für Verfassungsschutz

- Überwachungspaket mit KI-Datenanalyse

- Anlasslose IP-Vorratsdatenspeicherung

- Digitaler Euro

- MwSt. Erhöhung auf 22%

- Abschaffung Ehegattensplitting

- Abschaffung Familienversicherung

- Rente ab 70

- Social-Media-Verbot für Kinder mit Altersverifizierung 

- außerdem sollen die Transparenzregeln im Lebensmittelrecht und die Meldepflichten für Labore abgeschafft werden, d.h. es kann Verstöße gegen Hygiene oder Grenzwerte oder sonstiges geben, als Verbraucher erfährt man davon nichts mehr

Nachdem also bereits die Arzneimittelsicherheit aufgeweicht wurde, ist jetzt häppchenweise (Kennzeichnung für diverse gentechnisch veränderte Pflanzen in Lebensmitteln ist schon weggefallen - >>die Allergiker, leider ohne Lobby, bedanken sich und andere werden sich noch umschauen) die Lebensmittelsicherheit dran, damit auch hier die Verbraucher fressen, was auf den Tisch kommt und keine Fragen stellen. Man soll anscheinend umfangreich dumm gehalten werden, sowohl was die Qualität von Produkten und Dienstleistungen betrifft, als auch mit der Veränderung des Informationsfreiheitsgesetzes, über das, was hinter den Kulissen in der Politik und den Behörden vor sich geht. Wobei letzteres ja sowieso schon erfolgt, indem relevante SMS und Chats nicht rausgerückt, wichtige Dokumente geschwärzt werden oder Anfragen, wie zum Beispiel zur Zeit zum Besitz von Rüstungsaktien in der Regierung einfach nicht beantwortet werden. Und das, während man dagegen als mündiger Bürger dauerhaft unter Generalverdacht steht, so daß Chats mitgelesen werden, digitale Überwachung ausgeweitet wird bis hin zu jeder Finanztransaktion und in Wohnungen heimlich geschnüffelt, oder sogar Staatstrojaner installiert werden dürfen (in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bereits Praxis). Dabei haben diejenigen, die tatsächlich etwas Kriminelles auf dem Kerbholz haben, ganz andere Möglichkeiten, die sie auch nutzen, bzw. gehören praktischerweise gleich zu den Eliten, wo ihnen eh nichts geschieht, siehe Epstein-Files, von denen man nichts mehr hört. Das nenne ich mal ein Zwei-Klassen-System der orwellschen Art. 

Gier

Sonntag, 19. Juli 2026

Interstellar und historisch

Der Blitzeinschlag am Freitagabend hatte doch tatsächlich meinen Zenwecker zerlegt. Dachte ich zumindest, weil der tot war und nicht mehr auf Strom reagierte. Ich vermutete, daß es das Netzteil erwischt hat. Aber ich konnte den Zenwecker wiederbeleben, er mußte nur zurückgesetzt werden, war also wohl irgendwie "eingefroren" vom Blitz. Ansonsten würde ich nicht nur einen neuen Duschvorhang brauchen, sondern auch ein neues Netzteil, und ich weiß nicht, ob so ein passendes für diesen speziellen Zenwecker überhaupt noch erhältlich ist. Aber irgendwie muß noch mehr Hochspannung in der Luft liegen, oder ich stehe unter Hochspannung, denn ich hatte wandernde Nervenschmerzen an Beinen, Hüften und ziehende Zähne. Sowas kriege ich meist bei geomagnetischen Stürmen oder Sonnenstürmen, doch die entsprechenden Info-Seiten meinten, es liege kein signifikantes Weltraumwetter vor. Vielleicht habe ich etwas vom Blitz abbekommen. Oder ich war irgendwo, wo ich nicht hingehöre. Denn eine Schlagzeile der Woche hieß: >>Erstmals wurde Zucker im interstellaren Raum entdeckt. Paßt: >>Erst gehe ich ab wie eine Rakete und dann habe ich Jetlag. *lol*

In dieser Woche stieß ich außerdem auf >>digitalisierte historische Adressbücher von Berlin, die frei zugänglich sind, und das war ein gefundenes Fressen für mich, denn ich wollte schon immer gerne wissen, wo genau das Haus meiner Großeltern stand, welches 1945 zerbombt wurde. Ich mußte ziemlich lange suchen, zum Glück kann ich aber Frakturschrift lesen und schließlich wurde ich fündig. Es war das Haus Posener Straße 4 (O 34). Blöd nur, daß in Berlin weit und breit keine Posener Straße zu finden ist. Deshalb mußte ich weiter recherchieren, wobei mir ein Webportal für historische Karten überhaupt nicht weitergeholfen hat, aber bei oldmapsonline.org für Berlin-Friedrichshain löste sich das Rätsel. Die Posener Straße ist heute die Wedekindstraße, welche 1951 diesen Namen bekam. Und das Haus lag direkt in Richtung Ostbahnhof, wo meine Großmutter in den letzten Monaten des Krieges mit anderen Frauen plünderte, um etwas Eßbares zu ergattern. Ich schätze mal, Straßenumbenennungen sind der Albtraum jeden Historikers. 

Weil ich schon dabei war, schaute ich auch mal nach, wer so in meinem Haus wohnte. Vor 1932 war hier noch alles Baustelle. 1932 stand das Haus komischerweise leer, obwohl in den Nebenhäusern bereits Leute wohnten. Erst 1933 wohnten dann ein Tonkünstler, ein Schlosser, ein Installateur, ein Presser und ein Kraftwagenführer im Haus - es war also noch nicht ganz besetzt. Leider sieht man nicht, in welchen Wohnungen wer jeweils wohnte. In 1934 waren es dann schon sechs: ein Reichsbahnschaffner, weiterhin der Tonkünstler, auch der Kraftwagenführer, ein Angestellter, eine Musternäherin und ein Ww (Witwe?). Die nächsten Jahre habe ich nicht mehr recherchiert, denn das wäre zu zeitaufwendig geworden. Ich erinnerte mich daran, wie ich nach der Modernisierung, als die Kachelöfen herausgerissen worden waren, neu renovieren mußte, und an der Wand hinter dem Kachelofen alte Zeitungsblätter zum Vorschein kamen, die dort an der Wand anscheinend zur Dämmung verwendet wurden. Auch anderswo kann man historische Spuren finden. Wir haben im Haus nämlich eine äußerst charmante Kellertür. Ich glaube, die steht direkt und strikt unter Denkmalschutz, denn dem Rattengiftzettel, der kaum noch zu entziffern ist, kann man entnehmen, daß die schon 1966 so aussah, und sie hat allen Modernisierungen getrotzt. Vermutlich darf sie weder gestrichen noch ausgetauscht werden. 

Keller03

Rattengift

Freitag, 17. Juli 2026

Schnell und laut

Eigentlich dachte ich ja, als ich den neuen Insektenschutzvorhang angebracht hatte, ich bin jetzt fertig mit ausbessern, werkeln und auswechseln, aber gestern ist mir doch tatsächlich an einer Lasche der Duschvorhang gerissen, so daß sie nicht mehr hält, was mir bei dem Vinylstoff noch nie passiert ist. Jetzt brauche ich einen neuen Duschvorhang. Es ist wie verhext. Und weil ich aus dem Ausbessern und Auswechseln gar nicht mehr herauskomme, dachte ich, ich wechsle auch gleich mal meinen Mobilfunkanbieter, wenn ich denn schon so im Schwung bin. Ich hatte bisher nämlich noch einen Vertrag mit sage und schreibe 500 MB Taten Datenvolumen. Lustigerweise reicht das auch die meiste Zeit, außer wenn das Internet bei mir "kaputt" ist oder ich auf Reisen bin. Leider hat mir mein Anbieter immer nur Tarifwechsel zu teureren Tarifen angeboten, aber nie einen zu einem gleichwertigen mit mehr Tatenvolumen (Sorry, Datenvolumen natürlich - wieso schreibe ich dauernd Tatenvolumen?). Dabei hat er solche Tarife mit einigen GB ebenfalls im Angebot, die entweder preiswerter sind oder genauso viel monatlich kosten wie mein Vertrag. Also bleibt einem gar nichts anderes übrig als den Anbieter zu wechseln. Es war zwar nicht unbedingt nötig, aber wenn schon Auswechseln bis der Arzt kommt, dann wenigstens alles, dessen Zeit abgelaufen ist. 

Jetzt am Abend begann es zu stürmen und zu gewittern und dann hat es so laut eingeschlagen - muß also direkt über mir gewesen sein, denn Blitze sind ja bekanntlich nicht laut, daß meine Deckenlampe, die ausgeschaltet war, kurz leuchtete und ich Funkensprühen hörte. Ich habe es genau gesehen und gehört! Vor Schreck kroch ich fast unter den  Tisch und hielt mir die Ohren zu. Ohrenzuhalten bringt natürlich überhaupt nichts, wenn der Blitz einschlägt, aber na ja. Aufregender wird es heute nicht mehr.