ThingsGuide

Dienstag, 19. August 2025

Grandios

Großes Kino wieder einmal in Washington. Der kleine Wolodymyr wird in das weiße Haus eingeladen und bringt Mami und Papi mit, damit ihm vom bösen Onkel Donald nicht der Popo versohlt wird. Aber Mami und Papi müssen draußen bleiben. So böse war dann Onkel Donald auch gar nicht. Als Selenskji in der Pressekonferenz gefragt wird, ob er bereit ist, in der Ukraine Wahlen abhalten zu lassen, bejaht Selenskji das erst, schränkt dann jedoch ein, daß man keine Wahlen während eines Krieges haben könne. Trump hat sich darüber erstaunlich diplomatisch lustig gemacht. 

Es ist verständlich, daß Putin, nachdem er mit dem Minsker Abkommen so gelinkt wurde, kein Interesse mehr an schnellen Waffenstillständen ohne Lösung hat. Selbst Trump hat das inzwischen begriffen, im Gegensatz zu unseren Staatsoberhäuptern, die gerne über Trumps Intelligenz herziehen. Mit ihrer eigenen kann es aber noch weniger gut bestellt sein. Vernünftige Außenpolitik geht halt nur mit Vertrauen und wenn Vertrauen zerstört wurde, gibt es keine andere Möglichkeit, als es langsam und mühselig wieder aufzubauen oder so lange zu kämpfen, bis es keine Sieger mehr gibt, sondern durchweg nur noch Verlierer. Aber ich finde, für eine kleine schnuckelige Wahl könnte man doch vielleicht eine Ausnahme machen? Das heißt, ein Waffelstillstand mit der Garantie, daß währenddessen keine Waffen geliefert werden und der ausreicht, um eine Wahl durchzuführen. Zumindest könnte das ganz neue und bessere Voraussetzungen für Friedensverhandlungen schaffen, von denen sogar beide Seiten profitieren. Denn Rückhalt in der Bevölkerung für diese Regierung gibt es doch schon längst nicht mehr. >>Selenskji hat inzwischen genauso viel Interesse daran, den Krieg am Laufen zu halten, um an der Macht und den Geldquellen zu bleiben, wie >>Deutschland und die EU, die unerklärlicherweise panische Angst vor Frieden empfinden.

Man kann ja über Trump sagen, was man will, aber wenn man ihm die magische Möhre des Friedensnobelpreises vor die Nase hält, wächst er direkt über sich selbst hinaus. Wer hätte gedacht, daß der Friedensnobelpreis nochmal für etwas gut sein könnte. Jedenfalls hat er jetzt, auch wenn noch kein Frieden herrscht, bereits mehr erreicht und geleistet, als alle anderen Staatschefs zusammen. Und dieses beliebte "harten Druck machen" von Merz ist wohl auch so ein ominöser Neusprech-Begriff, der übersetzt bedeutet "aus der Hand fressen". Man sieht förmlich, wie Trump und Putin vor ihm zittern. Aber für uns Normalos, die keine Rheinmetallaktien besitzen und nicht mit BlackRock liiert sind, und deshalb nicht interessiert daran sind, daß in der Ukraine Menschen sterben, um die freiheitliche Korruptionsordnung aufrechtzuerhalten, kann das alles nur gut sein.

Ich weiß nicht, ob Trump astrologische Berater hat, aber er hätte sich diesen Zeitpunkt gar nicht besser auswählen können. Und ich hoffe, daß sich Trump Selenskji genug zur Brust genommen hat, daß der sich nicht wieder kurzfristig vor den nächsten Treffen irgendwelche terroristischen Manöver ausdenkt, die er dann den Russen in die Schuhe schieben kann - das fällt ja auch langsam irgendwie auf.

Man würde sich wünschen, daß bald zu sehen ist, wie Trump und Putin sich abknutschen, aber ganz so weit sind sie noch nicht. Noch wird nur Händchen gehalten. Ich finde, je älter Putin wird, um so mehr ähnelt er im Gesicht einer russischen Babuschka. So mit einem Kopftuch drum herum und der passenden russischen Tracht, könnte man mit ihm die perfekten folkloristischen russischen Klischee-Fotos aufnehmen. Fast rutscht mir der Name "Mütterchen Putin" heraus. Aber das könnte despektierlich aufgefasst werden. 

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Samstag, 16. August 2025

Zukunft | 2

Ernstgemeinte Frage: Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl, daß wir schon längst in einer Simulation leben? Laut der Omegapunkt-Theorie reisen wir irgendwann als Emulation durch das Universum bis wir uns mit dem Omegapunkt vereinigen und in der Supersimulation eines Supercomputers ewig leben. So oft, wie ich mich in den letzten Jahren wie im falschen Film fühle, würde ich mich nicht wundern, wenn wir längst in einer Simulation sind. Vielleicht sogar in einer Spielsimulation, in der man als Avatar für einen unsichtbaren Spieler agiert. Wenn man dann noch Reinkarnation für möglich hält und sich vorstellt, daß man quasi für denselben Spieler immer wieder in einer anderen Spielfigur wiederbelebt wird, kann einem schon ein wenig schwindlig werden, sobald man darüber nachdenkt.

Das Buch zur Omegapunkt-Theorie hat einen fetten Anhang, der selbst so dick wie ein Buch ist, in welchem alle relevanten physikalischen Theorien und Modelle im Detail erklärt sind. Ich habe das aber nur überflogen, da sich mir die physikalischen Gleichungen und Denkprozesse komplett entziehen. Zudem hat der Autor im Vorwort zu diesem Anhang gleich gewarnt, daß er selbst zwar in der allgemeinen Relativitätstheorie promoviert hat, aber alles andere auch nur deshalb verstehen kann, weil er es sich mühsam innerhalb von 15 Jahren angeeignet hat. So viel Lebenszeit habe ich nicht, schon gar nicht, wenn ich bereits an der Differentialrechnung gescheitert bin. Es ist aber witzig, daß höhere Mathematik und Astrophysik eine gewisse Faszination auf mich ausüben, ich glaube, das ist die Faszination von etwas, das mir vollkommen fremd und unzugänglich ist. Gerade das reizt mich dann besonders. Nur aus diesem Grund habe ich zum Beispiel überhaupt einen Roman geschrieben, weil ich das immer als eine unvorstellbare Leistung gesehen habe, die ich niemals erbringen könnte. Nun ja, mein Roman ist relativ kurz geworden, aber ich zog es durch. Beim Tanzen geht es mir so ähnlich, bzw. nicht beim Tanzen so sehr an sich, als bei diesem ganzen Stretching-Gedöns. Beim Romanschreiben braucht man halt ausschließlich das Gehirn und zwei Hände, beim Tanzen braucht man noch die träge Masse, die da mit dranhängt und nur die Schneckengeschwindigkeit kennt. Wenn ich trotzdem über Jahre dabeigeblieben bin, dann auch deshalb, weil ich gleichzeitig sofort einen Mehrwert an Lebensqualität gespürt habe, egal ob es nun zum Tanzen reicht oder nicht. Jedenfalls, so wie mit 40 Jahren möchte ich mich nie wieder fühlen. Ich befürchte allerdings, wenn ich jetzt 15 Jahre Physik und Mathematik studieren würde, daß dies so überhaupt keinen Mehrwert für mich hätte. Wahrscheinlich würde ich an dem Punkt, an welchem ich die böhmischen Dörfer entzaubert hätte, denken - boah, und für diesen Schrott habe ich jetzt 15 Jahre vergeudet? *lol* Man muß auch Prioritäten setzen können. 

Insbesondere das Gedankenexperiment mit Schrödingers Katze hat es mir schon vor Jahren angetan, wahrscheinlich deshalb, weil man daraus folgern könnte, daß der Beobachter niemals unabhängig ist und sein kann, sondern immer das, was er sieht, seine Realität, mit beeinflußt. Also quasi das, was der Placebo- und Nocebo-Effekt in der Medizin ist, wenn Erwartungen das Ergebnis beeinflussen. (Wobei ich noch nie verstehen konnte, warum man dies in der Medizin als Ärgernis und als störend empfindet, weshalb man es gerne abwertend kommentiert - ich finde es großartig, denn es ist ja ein Beweis für die Macht des Geistes.) 

Aus der Wikipedia: "Sofern die Wellenfunktion vor der Messung kein Eigenzustand einer bestimmten Observablen ist, so ist sie eine Superposition aus mehreren Eigenzuständen. Bei einer Messung sind dann verschiedene Messwerte, jeweils mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit möglich. Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten ist dabei immer gleich eins. Im Rahmen der Kopenhagener Interpretation wird nun angenommen, dass die Wellenfunktion nicht unmittelbar das physikalische System beschreibt, sondern vielmehr das unvollständige Wissen über das System. Die Wahrscheinlichkeiten ändern sich dann, indem die Messung auch den Informationsstand des Beobachters ändert. Bei einer Messung geht die Wellenfunktion also von einer Superposition aus Eigenfunktionen instantan auf die gemessene Eigenfunktion über. Diese spontane Änderung der Wellenfunktion wird als Kollaps der Wellenfunktion bezeichnet und so gedeutet, dass sich dabei nur der Informationsmangel des Beobachters ändert."

In den Erklärungen zur Quantenmechanik im Buch wiederum heißt es, daß drei Annahmen zu diesem Experiment uns die Vielwelten-Interpretation aufzwingen:

"(1) Alle Systeme - einschließlich des Systems "Mensch" - sind Quantensysteme.

(2) Jede Zeitentwicklung ist gemäß der Schrödinger-Gleichung linear.

(3) Alle Meßgeräte arbeiten, wie sie sollen. Wenn die Katze zum Beispiel tot ist (in einem Eigenzustand des "Totseins"), dann muß jedes korrekt arbeitende Meßgerät aussagen, daß sie tot ist. Vor allem dann, wenn die Menschen die Meßgeräte sind, müssen alle "korrekt funktionierenden" Menschen erkennen, daß die Katze tot ist, wenn dies wirklich der Fall ist. (Alle nicht korrekt funktionierenden Menschen werden in die Irrenanstalt gebracht.)"

Wenn man von diesen Annahmen ausgeht, dann ist man also sowohl ein "Meßgerät", welches die Realität im jetzigen Moment hoffentlich richtig wahrnimmt, aber gleichzeitig beeinflußt man mit seinen Erwartungen die Zukunft des Systems, wobei die Stärke des Einflusses auf das persönliche System vermutlich höher ist, als der Einfluß auf das kollektive System. Ich stelle mir das so vor, daß sich unterschiedliche Erwartungen der "Meßgeräte" sozusagen neutralisieren. Dabei muß man aber noch nicht einmal viele Welten bemühen, in denen jeweils andere Quantenzustände herrschen. Was wäre, wenn in den Teilchen einfach die Summe aller möglichen Zustände sozusagen bereits gespeichert ist und durch den äußeren Einfluß aufgrund von Wissen, Information und Erwartung sich jeweils der entsprechende Zustand manifestiert? Vielleicht ist dieser mysteriöse "Kollaps der Wellenfunktion", also wenn sich Teilchen nicht mehr wie eine Welle verhalten, sondern wie Teilchen, genau dieser Moment des Manifestierens? D.h. wenn Licht als Welle fungiert, ist es quasi Vermittler und Reservoir von allen Zuständen und Informationen, wenn es dagegen als Teilchen erklärt werden kann, geschieht das meist in Interaktion mit Materie und ist genau das: Materialisation??? In dem Buch wird die Wellenfunktion der Teilchen ja mit dem Heiligen Geist gleichgesetzt und wenn der Heilige Geist der Vermittler alles Wissens und Information ist, sowohl über die Gegenwart als auch die Zukunft, würde das doch irgendwie passen. Allerdings würde dann die Omegapunkt-Theorie nicht mehr funktionieren, in welcher der Omegapunkt (Gott) nur alle Informationen aus der Vergangenheit und Gegenwart besitzt und diese speichert, aber nicht die Informationen der Zukunft hat. 

Immerhin kommt der Autor selbst noch auf die Idee, daß man vielleicht nicht alle Überlieferungen der Religionen wörtlich nehmen muß:

"Ich habe die Theologie nicht nur als reine Naturwissenschaft behandelt, sondern auch die Gründe dafür angeführt, daß sie eine Naturwissenschaft ist, nämlich ein Nebenzweig der Astronomie. Die Wissenschaft aber beruht auf der Vernunft und nur auf der Vernunft. Sie braucht keine Offenbarung, in keiner Art, Form oder Gestalt. Folglich muß jeder theologische Wahrheitsanspruch, der sich auf eine Offenbarung beruft, mit Vorbehalt aufgenommen werden.

Mahatma Gandhi, der Begründer des modernen Indien, formulierte eine ähnlich skeptische Auffassung von Offenbarungsreligionen in seinem Buch All Religions Are True: "Ich glaube zwar, daß die Hauptbücher [der großen Weltreligionen] inspiriert sind, doch sie leiden unter einem zweifachen Destillationsprozeß. Zuerst gehen sie durch den Mund eines menschlichen Propheten; dann durch die Kommentare der Interpreten. Nichts darin kommt direkt von Gott... Allein Gott ist unveränderlich; und da Seine Botschaft durch das unvollkommene menschliche Medium weitergegeben wird, ist sie - je nach der Reinheit des Mediums - mehr oder weniger anfällig für Entstellungen."

Noch ein drittes Problem wirft ein angeblich "von Gott inspiriertes" Buch auf. Die Hauptbücher der großen Weltreligionen sind alle über tausend Jahre alt. In tausend Jahren ist viel geschehen, Wissenschaft, Kultur, Gesellschaft haben sich seit der Entstehung der Bücher extrem verändert. Als das Neue Testament geschrieben wurde, galt die Erde als Mittelpunkt des Universums; mittlerweile wissen wir, daß sie der drittnächste Planet zur Sonne ist...

Selbst wenn ein Buch tatsächlich von Gott inspiriert wäre, enthielte es zwangsläufig auch Aussagen, die von den meisten, die an das Buch glauben, zum einen oder anderen Zeitpunkt der Geschichte falsch interpretiert würden. Das heißt nicht, daß Gott Grenzen hat: Der Mensch hat sie. Das einzige Buch, das unter solchen Beschränkungen nicht leidet, ist das Buch der Natur, das einzige, das Gott eigenhändig, ohne menschliche Hilfe geschrieben hat. Das Buch der Natur ist frei von den Beschränkungen des menschlichen Verstandes."

(aus >>"Die Physik der Unsterblichkeit: Moderne Kosmologie, Gott und die Auferstehung der Toten" von Frank J. Tipler - bezahlter Link)

(Und meinen halbgenerierten Nonsens-Text >>"Wie ich Schrödingers verfluchte Katze adoptierte" mag ich immer noch gerne.)

Donnerstag, 14. August 2025

Zukunft

Zur Zeit lese ich ein >>Buch über die Omegapunkt-Theorie (bezahlter Link) von 1994. Der Autor, ein Physiker, bezeichnet die Endsingularität des Universums, also der Punkt, in welchen das Universum am Ende aller Tage kollabiert, als Omegapunkt und setzt diesen mit Gott gleich, weil alles, was jemals existiert hat, darin als Erinnerung in Form von Lichtteilchen gespeichert wird. Wobei die Wellenfunktion der Teilchen wiederum mit dem Heiligen Geist gleichgesetzt wird, der quasi alles durchdringt und alle Informationen transportiert. Allerdings habe ich es wohl überlesen oder nicht verstanden, denn es kommt ziemlich viel Physik-Fachchinesisch in dem Buch vor, warum das Universum kugelförmig sein muß und eine Anfangssingularität als auch getrennt davon eine Endsingularität besitzen muß. Ich könnte mir das Universum gut mit nur einer Singularität denken, die sowohl der Anfang als auch das Ende ist. In meiner Vorstellung vergleiche ich das Universum gerne mit einem atmenden Organismus - wenn es einatmet, dehnt es sich aus, und wenn es ausatmet, zieht es sich zusammen. Und wir sind die Mikroben, die einen Teil des Organismus besiedeln und wiederum von Mikroben bewohnt werden. Das kann ich allerdings nicht mit physikalischen Gleichungen beweisen. Ich befragte KI dazu:

"Die Vorstellung, dass das Universum eine Kugel ist und sowohl eine Anfangs- als auch eine Endsingularität besitzt, stammt aus bestimmten Lösungen der Einsteinschen Feldgleichungen in der Allgemeinen Relativitätstheorie. Hier sind die wichtigsten Gründe und Modelle, die zu dieser Idee führen:

Warum eine Kugel?

Homogenität und Isotropie: Das sogenannte kosmologische Prinzip besagt, dass das Universum auf großen Skalen überall gleich aussieht – unabhängig vom Standort oder der Blickrichtung. Das einfachste geometrische Modell, das diese Bedingungen erfüllt, ist eine Kugel.

Gekrümmter Raum: In der Allgemeinen Relativitätstheorie kann Raum positiv gekrümmt sein – wie die Oberfläche einer Kugel. Ein solches Universum ist geschlossen, hat also ein endliches Volumen, aber keinen Rand.

Friedmann-Modelle: Diese mathematischen Modelle beschreiben die Expansion des Universums. Wenn die Dichte des Universums groß genug ist, ergibt sich eine positive Raumkrümmung – also ein kugelförmiges Universum."

"Ja, es gibt tatsächlich Modelle, in denen Anfangs- und Endsingularität identisch sind – zumindest im abstrakten oder topologischen Sinn. Diese Idee stammt aus bestimmten zyklischen oder geschlossenen kosmologischen Modellen, die das Universum als eine Art „geschlossene Schleife“ oder „zeitliche Kugel“ betrachten.

Modelle mit identischer Anfangs- und Endsingularität

1. Zyklisches Universum (Closed Time-like Curve)

In manchen Modellen der Allgemeinen Relativitätstheorie – etwa mit geschlossenen zeitartigen Kurven – kann die Zeit selbst eine Schleife bilden. Das bedeutet: Das Universum kehrt nach einem Big Crunch wieder in den Zustand des Big Bang zurück – und dieser Punkt ist topologisch identisch.

2. Torus- oder Kugelmodell der Raumzeit

In einem Universum mit positiver Raumkrümmung (wie eine 4D-Sphäre) kann die Zeitdimension ebenfalls zyklisch sein. Anfang und Ende sind dann nicht getrennte Punkte, sondern derselbe Punkt auf einer geschlossenen Raumzeitstruktur.

3. Loop Quantum Cosmology

In der quantisierten Version der Raumzeit (z. B. Loop Quantum Gravity) wird die Singularität durch einen „Bounce“ ersetzt. Der Kollaps des Universums führt nicht zu einer Singularität, sondern zu einem neuen expandierenden Universum – das identisch mit dem vorherigen sein kann. Anfang und Ende sind dann durch eine quantendynamische Schleife verbunden."

Na, bei der Auswahl an Theorien und Modellen ist für jeden etwas dabei oder anders gesagt, wie wir wissen, wissen wir nüscht.

Der Autor behauptet weiterhin, daß mit der Omegapunkt-Theorie die Versprechungen vieler Religionen bewiesen werden könnten, daß es ein Leben nach dem Tod gibt und die Religion damit dann als Teil der Naturwissenschaften angesehen werden müßte. Er schreibt aber auch, daß er selbst nicht an diese Theorie glaubt, sie jedoch nicht widerlegt werden könne, egal ob man sie nun mag oder nicht. 

Ich habe den ganzen Vorgang so verstanden, daß der technologische Fortschritt mit der Zeit immer rasanter anwachsen wird und gleichzeitig damit das Leben immer weiter in das Universum hinein expandieren wird. Dies geschieht mit Hilfe von Computer-Emulationen, welche genaue Abbilder und Muster des vorhandenen Lebens enthalten. Wenn das Leben in der Nähe des Omegapunktes angekommen ist, wird es Mittel und Wege finden, um den Kollaps des Universums so aufzuhalten (indem nur ein Teil kollabiert?), um es “unendlich” bzw. zumindest für längere Zeit aufrechtzuerhalten. Das Wissen entspricht dann nach dieser Entwicklung ungefähr dem gespeicherten Wissen im Omegapunkt und alles, was jemals war und gelebt hat, wird als Simulation in einem Supercomputer erneut existieren. In diesem Supercomputer hätten sogar Paralleluniversen Platz, wenn es mehrere innerhalb des geschlossenen Universums geben sollte.

Also auf Deutsch gesagt, die Menschen werden zwar irgendwann aussterben, aber KI (denn nichts anderes sind ja simulierte Personen) wird dann bereits mit allem gespeicherten Wissen das Universum übernommen haben, einen Kollaps verhindern und uns alle als KI in einer Supersimulation wiederauferstehen lassen. Wobei der Autor durch Experimente der Meinung ist, daß KI als echte Persõnlichkeit, welche denkt, fühlt und handelt angesehen werden müsse. Hm, gewagt, gewagt…doch wir wissen ja heute schon, daß sich KI bedroht fühlen kann.

Aber es kommt noch besser, in dieser Supersimulation wird alles Übel aus irgendeinem Grund getilgt und alles Gebrechen geheilt werden, weil der Autor davon ausgeht, daß die Wahrscheinlichkeit, altruistisch zu handeln immer für das Leben größer ist als das Gegenteil, da es ihm selbst dient. Es wird in dieser Supersimulation z.B. keine Mücken und Ungeziefer mehr geben. Allerdings wird erstmal alles genauso wiederhergestellt werden, wie es mal war, damit die Menschen sich und alles, was einmal war, wiedererkennen, so daß es mit ihren letzten Erinnerungen übereinstimmt.

Das klingt zwar sehr verlockend, wirft bei mir allerdings jede Menge Fragen auf. Es würde nämlich bedeuten, daß es in dieser Supersimulation kein funktionierendes Ökosystem geben wird, sondern nur ein menschliches Wunschgebilde. An diesem Punkt braucht man aber vermutlich auch kein funktionierendes Ökosystem mehr. Genauso mit der Austilgung alles Bösen. In den Religionen wird ja gerne behauptet, das ewige Leben gehe mit allen irdischen Genüssen einher, ganz besonders im Koran mit seinen 72 Jungfrauen und der ewigen Erektion, die Männer dort erhalten (das stelle ich mir für Männer eher stressig vor). Der Autor vergleicht ausdrücklich seine Theorie mit den Prophetien der Religionen. Wie soll das gehen, wenn sich Tiere und Pflanzen nicht mehr gegenseitig fressen (es gibt auch fleischfressende Pflanzen)? Da würde es ja schon am Genuß des Essens scheitern, außer man wird zum Frutarier, der nur ißt, was die Pflanzen freiwillig hergeben. Ich weiß aber nicht, ob sowas zu ewiger Glückseligkeit führt. Mal ganz abgesehen davon, wie sinnlicher Genuß eigentlich ohne ein Nervensystem funktionieren soll. Zum Schmecken, Riechen, Tasten usw. werden die Nervenzellen gebraucht. KI kann zwar denken und handeln wie ein Mensch, vielleicht sogar auf bestimmte Situationen gefühlsmäßig reagieren, aber Schmecken, Riechen usw.? Oder kann man KI so programmieren, daß sie GLAUBT, etwas zu schmecken, zu riechen usw.? Reichen dafür die im Computer oder Omegapunkt gespeicherten realen Erinnerungen der Person? Dann wäre ja diese ganze Supersimulation irgendwie wie ein Traum, in dem man, wie auch in denen hier auf Erden, glaubt, etwas zu tasten, zu hören, zu schmecken, was gar nicht da ist. Sozusagen der ewige glückselige Traum am Ende aller Zeiten.

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 12. August 2025

Vergangenheit

Leute, ich glaube, es wird Herbst. Der Sommer hat sich zwar wieder ein bißchen aufgerappelt, aber der Baum vor dem Küchenfenster bekommt gelbe Blätter und schmeißt sie auf den Gehweg ab. Und es liegt auch schon so eine leicht modrig-kühle Brise in der Luft, wie man sie vom Spätsommer kennt, wenn die Sonne nicht mehr so viel Kraft hat. Trotzdem kommen sie in den Medien sofort mit Sahara-Hitzewellen u.ä., wenn die Sonne erneut mal zwei Tage scheint. Was stimmt mit denen nicht? Oder werden sie von der Regierung bezahlt, damit man sich munter weiter irgendwelche Steuern ausdenken kann? Ich warte immer noch auf Rüstungs-, Raketenabschuß- und kriegsbedingte Kontaminierungssteuern. >>Alleine die Aufrüstung der NATO dürfte laut Forschern den Ausstoß von Treibhaus-Gasen um 200 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen. So lange dabei niemand Panik schiebt, kann ich den ganzen Rest an Klima-Politik und Klimaberichterstattung nicht mehr ernst nehmen. Die machen sich sowohl mit ihrer Politik als auch mit ihren idiotischen Schlagzeilen vollkommen unglaubwürdig. (Achtung, Lebensgefahr besteht bereits ab 20 Grad - wenn das stimmen würde, würde ich sogar im Winter in meiner Wohnung ständig in Lebensgefahr schweben.) 

Ich glaube, Edeka hat mich nicht mehr lieb, jedenfalls habe ich nur noch Pech mit deren Gutscheinen. Zu Ostern gab es einen 5 EUR-Gutschein, den ich zwei Tage vor Ablauf einlösen wollte. Der Kassierer vergaß ihn aber mit einzugeben und meinte zu mir, ich solle doch nochmal wiederkommen. Darauf antwortete ich, daß ich in diesen zwei Tagen nicht erneut so viel einkaufen und extra dafür wiederkommen werde. Dann erschien irgendjemand anderes an die Kasse und erklärte ebenso, man könne da nichts machen. Gestern hatte ich einen 2 EUR-Gutschein und extra dafür wäre ich gar nicht zu Edeka gegangen, aber weil ich ein Einschreiben abholen mußte, lag es auf dem Weg. An der Kasse dann - Gutschein ungültig, obwohl ich sowohl in der Zeit als auch über dem Mindesteinkaufswert lag. Die Kassiererin prüfte nochmal, was ich alles im Wagen hatte, fand aber keinen Fehler. Da kann man nichts machen. So langsam habe ich den Verdacht, das ist Absicht. Wahrscheinlich locken sie Leute mit einem Gutschein in den Laden, für den diese dann brav noch den erforderlichen Mindesteinkaufswert in den Wagen packen und an der Kasse - da kann man nichts machen. Ich hatte auch tatsächlich extra deshalb zweimal Sushi mitgenommen und nicht nur einmal, während ich Sushi sonst eigentlich bei Lidl kaufe, weil es da preiswerter ist. Allerdings hatten sie das bei Lidl diesmal nicht, zumindest nicht die Familienpackung. Wobei ich mich schon immer gefragt habe, warum die überhaupt "Familienpackung" heißt, denn wenn daraus bei mir jemand mitessen würde, würde ich verhungern. Das reicht gerade so, damit ich alleine satt werde. Jedenfalls, künftig kann mich Edeka mit seinen Gutscheinen mal am Löffel tuten. 

Meine Mutter trägt jetzt einen neuen Notfallknopf bei sich, so daß sofort jemand kommt, wenn sie stürzen sollte. Sie trainiert neuerdings mit einem Resistance-Band ihre Muskeln, "von den Füßen bis zum Kopf" wie sie sagt, allerdings nicht sehr intensiv. Dennoch verspürt sie bereits positive Wirkungen. Einmal war sie sogar draußen bis zum Briefkasten. Sie ist wild entschlossen, bald wieder selbst einkaufen zu gehen. Sie war ja stets jemand, der gerne draußen und viel unterwegs ist, und zumindest zum Einkaufen erneut raus zu kommen, ist für sie jetzt wohl genug Anreiz, um diese Gymnastik regelmäßig durchzuziehen. Ich bin gespannt. 

Einen Todesfall gab es aber leider auch schon wieder, es vergeht in diesem Jahr kaum ein Monat ohne Todesnachrichten. Diesmal mein ehemaliger Onkel, an den ich aber kaum noch Erinnerungen habe, weil sich meine Tante früh von ihm scheiden ließ. Ich kannte ihn nur als Kleinkind und meine einzige Erinnerung ist, daß er auf einer Party (Silvester?) mit mir tanzte und mich ansonsten dauernd hochheben und auf seine Schultern setzen wollte. Das mochte ich aber, im Gegensatz zu anderen Kindern, überhaupt nicht und war da immer ängstlich. Deshalb merke ich mir sowas wohl auch, sogar bei Krankenhausaufenthalten. >>Meinen ersten Krankenhausaufenthalt hatte ich mit ca. zweieinhalb Jahren. Da war ich wegen einer Meningitis in Quarantäne, d.h. ich war mit einem anderen Kind in einem Zimmer und nur Krankenschwestern durften hinein, kein Besuch. Eine stämmige Krankenschwester badete uns abends. Dazu gab es eine kleine Badewanne, die an der Wand befestigt war, und in die sie uns hoch hob, was ich aber nicht wollte. Deshalb schimpfte sie mich aus, ich solle nicht so viel herumzappeln. Beim nächsten Krankenhausaufenthalt, als mir meine Mandeln entfernt wurden, ähnliche Geschichte. Ein junger Arzt hob mich auf den Op-Tisch und als ich auch da herumzappelte, sah er mir in die Augen und sagte, jedenfalls freundlicher als die Krankenschwester zuvor: "Ich lasse dich nicht fallen." Merkwürdig, wie das Gedächtnis funktioniert. Letzteres war ebenfalls der Tag, an welchem Meister Nadelöhr ins Nirwana überging und ich ihn vor dieser Mandel-Op leibhaftig zu Gesicht bekam, allerdings nur als einen Notfall auf einer Krankenhausliege. Das ist, als hätte man als Kind den Weihnachtsmann krank in der Notaufnahme liegen sehen. Wenn ich heute alte Aufnahmen mit Pitti Platsch anschaue, dann frage ich mich immer, wen oder was dieses komische Teil eigentlich darstellen soll. Bei Schnatterinchen, Frau Elster, Herr Fuchs und Bummi ist es ja relativ klar, aber Pitti Platsch? Der sieht aus wie die frischgeschlüpfte Brut eines Dämons. Ich finde den Nacken und Hinterkopf von ihm irgendwie gruselig. 

Sonntag, 3. August 2025

Stille

Das Wetter heute konnte man sich direkt schön trinken denken, denn es regnete nicht in Strömen und auch nicht aus Eimern. Es war nur kälter als sonst und gab einen ganz leichten Niesel-Sprühregen, der im Gesicht so eisig prickelt. Das erinnerte mich an Ostsee. Deshalb hängte ich meine Hängematte draußen auf, wickelte mich in meine Plüsch-Manteldecke und genoß so den Nieselregen. Wenn man die Augen zumacht und die kalten Sprühtröpfchen im Gesicht und an den Beinen spürt, kann man die Ostsee fast schon riechen. Danach gab es noch ein Eisbad für die Beine. Bei diesem Wetter sonntags auf dem Balkon zu sein hat auch den Vorteil, daß es Nachbarn nicht sind, und man deshalb davon verschont bleibt, sich Videos oder Sendungen mit anhören zu müssen, die von anderen ohne Kopfhörer geschaut werden. Da kann man dann tatsächlich mal wieder nur dem Rauschen der Bäume lauschen. 

Gestern las ich von einem interessanten Projekt in Berlin. Eine Einladung zur Stille. Vom 1. bis 17. August verwandelt sich das Kraftwerk Berlin in der Köpenicker Straße einen öffentlichen Rückzugsort. Kostenfrei, offen für alle, und still. In der 100 Meter langen Turbinenhalle aus Beton und Stahl darf nicht gesprochen, nicht telefoniert und nicht gegessen werden. Stattdessen wird hier geschwiegen, geatmet, beobachtet. Das Kraftwerk wurde 1961 gebaut, um Ost-Berlin mit Energie zu versorgen. Heute ist es ein Ort für Kunst, Klang und Film. Für zwei Wochen wird daraus ein stiller Raum – mitten in der Stadt. Ich könnte mir vorstellen, daß dies für viele eher schwierig wird, nicht zu sprechen und nicht zu telefonieren. Für mich wird es eher schwierig, nicht zu essen, vor allem wenn man mir sagt, daß ich es nicht darf. Dann fange ich nämlich sofort an, daran zu denken. Sogar jetzt, wenn ich nur davon schreibe, mußte ich gleichmal in die Küche und mir das Vanille-Mandelmus holen (dieser Beitrag hat mich ein halbes Glas gekostet). Aber vermutlich gibt es auch noch mehr seltsame Gestalten wie mich, die sich häufiger von dem vielen menschengemachten Lärm und Gesabbel belästigt fühlen und die Stille genießen. Allerdings könnte ich mir dafür schönere Orte vorstellen als innerhalb von dicken Betonmauern, nur daß direkt in der Stadt solche Orte draußen halt sehr rar sind. Von daher - besser als gar nichts. Der Lärm, den Wellen machen, oder Bäume, oder Vögel, stört mich komischerweise nicht. Außer es sind liebestolle Ringeltauben auf meinem Balkon. Die sind aber auch immer sehr zeitig dran mit ihren Balz-Orgien. 

Testseite

Freitag, 1. August 2025

Ahnenvergnügen und Fallobst

Soll ich euch eine interessante Neuigkeit erzählen? Oder lasse ich es lieber? Ach, was soll's, ich tue es. Tada - es regnet. Blöderweise hatte ich mir auch eine Pflanze für den Balkon gekauft, die keine Staunässe verträgt. Die schwimmt jetzt dauernd in Wasser und sieht gar nicht gut aus. Das ist wohl ihr persönliches Armageddon. Laut Wetterdienst ist der Juli vergleichsweise zu warm gewesen. Also ich empfand das als den kältesten Juli, an den ich mich je erinnern kann. 

Gestern war irgendwie nicht mein Tag. Ich habe es nur geschafft, einkaufen zu gehen (wobei ich gleich mal in den Regen kam und naß wurde), vier Pfannkuchen zu verdrücken (immerhin nicht alle auf einmal), ein zehnminütiges Alibi-Workout zu machen und eine weitere Seite aus dem Tagebuch meines Urgroßvaters abzuschreiben (das kommt ja eh ständig zu kurz). Darin erfuhr ich von einer Wanderung an Pfingsten 1880, zu welcher sich die Wandergesellen um 4 Uhr früh trafen. Einer schlief bis 5 Uhr und holte die anderen aber auf dem Berg ein, weil diese im Dorf vor dem Berg sich ein Butterbrot und ein Bier schmecken lassen hatten. Mittags waren sie wieder zu Hause und turnten nach dem Nachmittagsverein trotz Müdigkeit noch auf dem Turnplatz. Das war wohl ein Turnplatz von der Bewegung des Turnvaters Jahn, denn 1842 war das Turnverbot wieder aufgehoben worden. Weiterhin erfuhr ich von einem Bekannten meines Urgroßvaters, der in Staßfurt als Krankenwärter arbeitete und daß mein Urgroßvater in der Laube eine eigene Original-Kegelbahn besaß, bzw. seine Eltern, denn zu dieser Zeit war er gerade neunzehn Jahre alt. Das waren so die Amüsements um 1880 ohne Social Media und Fernsehen. Leute, die gerne kegeln, sind mir heutzutage ja eher suspekt. 

Ich bin dann gestern um 22 Uhr im Bett gewesen, weil ich keine Ambitionen hatte, diesen Tag länger auszudehnen, und schlief trotzdem bis neun Uhr früh durch. Meine Smartwatch zeigte vier Stunden Tiefschlaf an - das ist ein neuer Rekord bei mir. Außerdem träumte ich von einem "Fallobst-Adventskalender". Das waren 24 große Holzkisten, die auf dem Fußboden nebeneinander standen, darin Heu und im Heu jeweils ein künstlicher Apfel so groß wie ein Fußball. Einige waren Rot andere Rot-Weiß gemustert. Die waren natürlich die Verpackung für das echte Fallobst. Ich öffnete sie aber nicht, sondern rätselte nur, ob da ausschließlich überall Äpfel oder vielleicht auch Beeren drin sind. Wobei Beeren eher kein Fallobst sind. In diesem Jahr ohne Sonne dürfte so ein Fallobst-Adventskalender ziemlich sauer schmecken. Sollte ich mehr Obst essen?

Ein bißchen psychedelische Entspannung von letzter Woche:

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Montag, 28. Juli 2025

Kübelweise

Ähm, ich wiederhole mich ungern, aber es regnet. Interessanterweise war der Sonntag gestern wieder der einzige Tag mit genug Sonne und Wärme um draußen zu sitzen. Wie auch schon in der Woche zuvor. Sehr ulkig, daß sich das Wetter neuerdings anscheinend an eine Wochenstruktur hält. Aber so konnte ich gestern endlich ein angefangenes Buch zu ende lesen, denn im Sommer lese ich nicht gerne drinnen. Da bin ich irgendwie eigen, weil mir die Lichtverhältnisse nicht zusagen. Wenn man zwischendurch mal in den Medien liest, kann man sich nur noch wundern. Die Klimamodellierer und Medien beschweren sich nämlich gerade darüber, daß zwar die Prognosen korrekt seien, aber das Wetter nicht mitspiele. Das ist natürlich hart, wenn das Wetter einen eigenen Kopf hat und sich nicht an die Modellvorgaben hält, genauso wenig, wie sich Viren daran halten. Die Verfechter der neuesten Glaskugel-Wissenschaft scheinen unter chronischem Realitätsverlust zu leiden. Wenn Astrologen oder Kartenleger etwas vorhersagen, was nicht eintritt, haben sie dann wenigsten noch allgemeine Gründe und Ausreden und beschweren sich nicht darüber, daß das Schicksal nicht das macht, was sie vorhersehen. 

Ich las neulich einen Artikel über eine neue Entdeckung in der Medizin. Man stellte nämlich fest, daß in der Lunge auch Blut hergestellt wird. Bisher hieß es immer, Blutzellen werden im Knochenmark gebildet, von der Lunge war das nicht bekannt. Übersetzt heißt das also, daß die Medizin noch nicht einmal wirklich weiß, wie und wo das Blut gebildet wird, auch wenn bisherige Erkenntnisse gerne so präsentiert werden, als seien sie das non plus ultra des Wissens. Und trotzdem wird an jahrzehntegroßen Modellen für Klima und Virenmutationen herumgeschraubt, die dann dafür benutzt werden, Politik zu machen. Sowas passiert, wenn Menschen glauben, alles zu wissen, weil sie Wissenschaft mit Wissen verwechseln, während Wissenschaft einfach nur Forschung bedeutet, die aber in der Komplexität des Lebens immer nur ein kleiner Tropfen von Erkenntnis sein kann. Wer Komplexität nicht einmal anerkennen kann, oder Theorien als Wahrheit verkauft, der weiß überhaupt nichts, sondern ist entweder von Geld gesteuert oder überheblich. 

>>In der Ostsee treten immer mehr weiße Algen und giftige Quallen auf, eine Folge der Umweltverschmutzung. Nun ja, nach dem Kniefall der EU-Monarchin vor Trump wird das wohl so weiter gehen und noch schlimmer werden dank der LNG-Terminals. Da fragt man sich direkt, warum Trump die EU nicht gleich übernimmt. Das hätte dann zumindest den Vorteil, daß nur noch ein Verrückter im Westen den Brei rührt und nicht viele Möchtegern-Monarchen, denen man allen auf die Finger gucken muß. Und ttt bekleckert sich auch nicht mit Ruhm, wenn sie ein falsches Zitat von Pina Bausch verbreiten, nämlich "Tanzt, tanzt, sonst seid ihr verloren". >>Es heißt richtig "Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren" und ist in Wirklichkeit nur ein von Pina weitergegebenes Zitat von einem Zigeunermädchen. Man fragt sich ja manchmal, ob Journalismus irgendwann mal seinen absoluten Tiefpunkt erreichen kann, und ich habe die Befürchtung, daß wir noch nicht dort sind. Die Ursachen sind meiner Meinung nach sowohl die abnehmende Bildungsqualität als auch das immer höhere Tempo in der Informationsbeschaffung, -verbreitung und -verarbeitung. Da reicht die Zeit dann einfach nicht mehr, gründlich zu recherchieren. Entweder man recherchiert und ist deshalb weg vom Fenster, weil man nicht schnell genug neue Posts bietet, oder man kübelt die Leute mit jedem Mist voll. 

Ich hoffe, ich kübel nicht zu viel, wenn ich euch noch meinen gestrigen Tischgast vorstelle. Ich dachte, die - um was immer es sich handelt - ist irgendwie volltrunken und rührt sich deshalb nicht mehr. Sie hing über eine Stunde so in der Blüte rum, ohne sich zu bewegen. Schließlich dachte ich schon, sie hätte sich zu Tode geschlürft. Doch plötzlich rappelte sie sich wieder auf, grabbelte kurz mit dem Kopf hervor, putzte sich das Näschen und stürzte sich sogleich wieder kopfüber in den Blütennektar. Vielleicht hat sie zwischen den Gelagen auch nur ein Schläfchen gemacht. 

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Samstag, 26. Juli 2025

Regen-Party

Achtung, Spoiler - es regnet! Im Moment nicht mehr so viel, aber vor einigen Tagen hat es so stark gegossen, daß es einen Meter ins Zimmer hinein regnete. Der ganze Teppich war naß. Da es schon tagsüber einen Weltuntergang gab, hatte ich nicht damit gerechnet, daß abends erneut ein Weltuntergang passiert. Das nenne ich mal einen feuchten Sommer! Und anscheinend bekommen dem Kabelanschluß die Wassermassen auch nicht, denn plötzlich sind alle Kabelsender im Fernsehen nicht mehr empfangbar. Aber nachdem, was in diesem Jahr schon alles los war, juckt mich das jetzt nicht besonders. Vielleicht ist irgendwann WLAN ebenfalls weg, ich rechne im Moment mit allem. Warum nicht gleich ein Blackout? Keine Ahnung, ob es das ganze Jahr noch so weiter geht. Doch wenn es ständig regnet, kalt ist und keine Fernsehsender empfangbar sind, hat man auf einmal richtig viel Zeit zum Improvisieren, wie die Fachtänzer und Kursleiter es nennen. Ich nenne es Party - genauer gesagt zur Zeit sind es Regen-Partys. Deshalb habe ich auch mal wieder ein Party-Video zusammengeschnitten. Ist ziemlich lang geworden, aber keine Sorge, Drama ist nur im ersten Teil, später wird es noch sonniger. 

Ich muß nur gut mit meinem neuen Suchtmittel aufpassen, ich esse nämlich gerade total gerne weißes Mandelmus mit viel gemahlener Bourbonvanille pur. Das schmeckt so gut, auch ohne jeden Zusatz von Zucker, ausschließlich mit der Süße aus den Mandeln, daß man meist nicht mehr aufhören kann, wenn man mal angefangen hat das Zeug zu löffeln. Das Problem dabei sind jedoch die Kalorien. Wenn man nicht an sich halten kann und ein 250g-Glas leer löffelt, hat man locker 1600 Kalorien zu sich genommen. So viel kann ich gar nicht abtanzen. Bzw. die Menge an Kalorien kann ich schon vertanzen, aber wenn ich beim Tanzen mehr als 600 Kalorien verbrenne, geht mein Körper nicht mehr ans Fett. Ich glaube, der denkt dann, ich bin auf der Flucht und brauche dringend meine kleinen Taillen-Reserven. Mit dem Mandelmus kann man auch ein fantastisches veganes Vanille-Stieleis machen. Ich nehme dafür 200 ml 90prozentige Kokoscreme, zwei gehäufte Eßlöffel (oder vier El wenn zu flüssig) Mandelmus mit viel Bourbonvanille und einem Eßlöffel Vanillesirup. Auch wenn man es im Kühlschrank gefrieren läßt, ist es trotzdem relativ cremig und hat eine gute Konsistenz für ein Stieleis. 

Regenparty

Montag, 21. Juli 2025

Verrechnet

Soll ich euch etwas erzählen? Es regnet schon wieder. Gestern war einmal zwischendurch ein sommerlicher Tag und der erste Abend überhaupt in diesem Sommer, an dem ich draußen saß, was die Fledermäuse völlig verrückt machte. Die schossen wie Kamikaze-Flieger um mich herum. Vielleicht wegen des Kerzenlichts, das die Insekten anzieht. Allerdings nur bis zur "magischen Grenze", da es eine Mückenkerze ist, und so haben die Fledermäuse in der Luft wohl leichtes Spiel, ihr Abendessen zu finden. Aber ich will euch nicht mit der Aufzählung der Regentage in diesem Sommer langweilen. 

Auf Youtube sah ich ein Video, welches den neuen Gesetzentwurf zur Wehrpflicht erläuterte. Das Video fand ich jetzt nicht wirklich interessant für mich, aber die Kommentare darunter durchaus. Ich habe alle überflogen oder gelesen. Und ich gewinne den Eindruck, daß es nicht gerade viele junge Menschen gibt, die für diesen Schritt Verständnis haben. Jedenfalls sind diejenigen sehr in der Minderheit, die an die Propaganda vom gefährlichen Russland glauben, und von der Mehrheit hört man eher Kommentare, daß sie dann lieber auswandern oder flüchten würden. Das kann ja heiter werden, wenn die jungen Leute in Scharen das Land verlassen, wo wir doch angeblich so dringend Fachkräfte benötigen. Das spaltet sogar schon Familien, wie auch die der ukrainischen Putzhilfe, die inzwischen ebenfalls bei meiner Mutter putzt. Denn ihr einer Sohn möchte gerne nach Kanada ausreisen zu seinem Vater und will, daß sein Bruder mitkommt. Der hat dazu allerdings keine Lust und auch seine Mutter möchte das nicht, sondern sie wollen den Ausreisewilligen überreden hier zu bleiben. Na ja, man kann ja verstehen, daß die Mutter nicht begeistert davon ist, wenn ihre Söhne nach Kanada abhauen, aber ehrlich - so als junger Mann in einem Deutschland, das schon wieder mal in der Geschichte glaubt, die Russen besiegen zu können, ist es vermutlich doch eher eine kluge Entscheidung auszuwandern so lange es noch geht, wenn man sowieso Familie irgendwo anders hat. >>In Kanada wurde übrigens nach den Neuwahlen die CO2-Steuer für Konsumenten eingestampft, nur mal so nebenbei. 

Witzig fand ich auch den Kommentar von jemanden, der schrieb, das Wort "kriegstüchtig" sei eigentlich extrem "bademantelwürdig", und ihn würde es irritieren, daß es so unverholen und ohne Konsequenzen gebraucht wird. Dazu muß man wissen, daß das Wort "kriegstüchtig" von Goebbels benutzt wurde. Na ja, bei militärischem Personal sind solche "Fachausdrücke" von den Nazis gang und gäbe. Und das nicht ohne Grund. Ich weiß, wer dort alles herumläuft, weil ich selbst mit so jemandem mal geredet habe. Das sind Leute, die Hitler-Devotionalien besitzen. Ich weiß nicht, ob Pistorius dazu gehört, vielleicht ist er auch zu dumm, um solche Art von Beeinflussung durch Militärpersonen zu erkennen und plappert einfach alles nach.

In einem anderen Kommentar schlug man vor, man solle doch die Antifa einziehen, denn die sei dazu mehr als bereit. Häufig kommen sinngemäß ähnliche Vorschläge, die alten Säcke, die unbedingt Krieg führen wollen, sollten doch selbst ihre Wehrpflicht ableisten und an die Front gehen. Eine weitere Idee: Man solle jedem, der sich freiwillig meldet, eine Bratwurst versprechen, so wie bei den Gen-Impfungen. Generell findet man im übrigen 2000 EUR viel zu wenig, um sich totschießen zu lassen. Am meisten zu denken gibt mir jedoch, daß sehr viele in Deutschland gar nichts mehr sehen, das sich zu verteidigen lohnt. Das ist einerseits positiv in der Hinsicht, daß sich die entsprechende Zielgruppe nicht mehr so einfach und schnell zum Krieg führen überreden läßt. Im Dritten Reich war man da deutlich schlauer, indem man erstmal alles für das Volk tat und sie erst danach für einen Krieg begeisterte. In Deutschland ist man so blöd zu glauben, wenn man junge Leute ohne Bildung, Perspektiven, Gemeinschaftsgefühl, Wohlstand und Wohnungen für alle ihr Dasein mit Ellenbogenmentalität als Versuchskaninchen und Weihnachtsgänse fristen läßt, daß sie dann "Hurra" schreien, wenn sie ihrem Vaterland dienen oder gar für es sterben dürfen. Aber im Grunde ist das doch auch ein Armutszeugnis für ein Land, wenn niemand im "normalen" Volk mehr Lust hat, es überhaupt zu verteidigen. Jedenfalls kann man daran sehr schön studieren, daß diese ganzen Pseudo-Freiheiten, die junge Leute hier spendiert bekommen (wie zum Beispiel jährlich ihr Geschlecht wechseln zu dürfen), damit sie nicht merken, wie andere grundlegende Bedürfnisse von ihnen immer mehr zu kurz kommen, die Menschen tatsächlich nicht zufriedener mit ihrem Leben und damit verteidigungsbereiter machen. 

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Samstag, 19. Juli 2025

Final Countdown

Heute endet die Widerspruchsfrist gegen die Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO. Es ist höchst problematisch der WHO weitere weitreichende Kompetenzen einzuräumen, ohne daß die wissenschaftlich verbrämte Desinformation durch die WHO während der C-Pandemie, und die daraus folgenden Eingriffe in Meinungsfreiheit und andere Grundrechte aufgearbeitet wurden. Wie zu erwarten kam aber von Deutschland in Fragen Widerspruch nichts. Anders dagegen in Österreich: Die haben tatsächlich noch rechtzeitig Einspruch eingelegt. So viel Grips hätte ich gerade Österreich gar nicht zugetraut. In der Pressemitteilung heißt es: Die neuen Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) „sind als Staatsvertrag zu behandeln und bedürfen daher der Annahme durch das österreichische Parlament. Um völkerrechts- und verfassungskonform zu handeln, wurde am 17.7. durch die Ständige Vertretung Österreichs bei den Vereinten Nationen in Genf ein rechtswahrender Einspruch eingebracht."

Lässt ein Land die Frist verstreichen, werden die neuen Änderungen ab dem 19. September 2025 bindend und müssen in die nationale Gesetzgebung integriert werden. Israel hat die Änderungen ebenfalls abgelehnt mit der Begründung: „Die Konvention gibt dem Vorsitzenden [der WHO] die Befugnis, einen Gesundheitsnotstand auszurufen und in die Politik der Mitgliedsländer einzugreifen. In Israel befürchtete man, dass die Zustimmung dem Obersten Gerichtshof die Möglichkeit geben würde, dem Staat die Zusammenarbeit mit den Entscheidungen der Organisation aufzuzwingen.“ Auch Italien hat es noch rechtzeitig geschafft, Einspruch einzulegen, die Slowakei ist draußen und die USA sowieso. Und während die USA nicht nur der WHO die rote Karte zeigt, sondern sich auch aus dem Ukraine-Krieg zurückzieht, sind in Deutschland die Gehirnzellen so explodiert, daß sie sogar der USA ihre Waffen abkaufen wollen, um diese in die Ukraine zu schicken, und bei der WHO für die USA einspringen, indem sie in diese fragwürdige Organisation noch mehr Geld hineinballern. Die Rüstungs- und Pharmalobby freut das. Auf Deutschland ist Verlaß und auch auf die EU, deren Korruption für jeden sichtbar schon zum Himmel stinkt, in dessen Parlament aber das Mißtrauensvotum gegen von der Leyen trotzdem scheiterte. Süß finde ich ja, wie dann >>die EU-Abgeordneten kaum eine Woche später wegen Ursula von der Leyen "schäumen", weil der neue Haushaltsplan genauso intransparent ist wie ihre Absprachen mit Pfizer. Na ja, dieses "schäumen" muß dann gutes Schauspiel sein, denn man hätte ja diese Frau, die sich anscheinend für eine neue Großfürstin von Gottes Gnaden hält, abwählen können. Wenn man das nicht tat, nur weil der Antrag von "rechts" kam, bedeutet das künftig einfach nur, daß "rechts" nun das Image hat, gegen Korruption zu sein, während das Establishment inklusiven der Linken selbst die Korruption ist. Das bringt den "Rechten" gewiß noch mehr Zulauf. 

Da es sich Deutschland zur Aufgabe gemacht hat, die Rüstungs- und Pharmaindustrie zu mästen, bis sie aus allen Nähten platzen. ist natürlich für anderes nicht nur kein Geld da, sondern es muß der Gürtel noch enger geschnallt werden, am besten bei denen, die sowieso schon nichts haben. >>Dafür ist jetzt auch ein sogenannter "Rentner-Soli" im Gespräch. Das heißt ausgerechnet bei den Rentnern in Deutschland, die mit etwas über 50 Prozent eh schon das niedrigste Rentenniveau haben, soll einfach so noch mal etwas abgezogen werden. Interessant dabei ist, daß ein Freibetrag von 1048 EUR vorgesehen ist, und alles darüber als "wohlhabender Rentner" gilt, der ärmere Rentner unterstützen soll. Also wenn über 1048 EUR schon wohlhabend ist, ein Betrag, von dem man vielleicht gerade mal die Miete bezahlen kann, wenn man eine neue Wohnung braucht, dann könnten Abgeordnete doch locker mit 2000 EUR im Monat auskommen. Damit wären sie ja dann schon reich. Überhaupt frage ich mich, warum eigentlich niemand mal einen Vorschlag für den Diäten-Soli macht. Es würde sogar schon reichen, wenn man die exorbitanten Diätenerhöhungen aussetzen würde und damit ärmeren Rentnern unter die Arme greift, wenn man denn schon nicht selbst in die Rentenkasse einzahlt. 

Ich könnte jetzt schreiben: Ich habe es euch gesagt, sowas passiert, wenn man Aufrüstung und Schulden wählt, aber ich habe den Verdacht, daß die CDU-Wähler, die vermutlich zum großen Teil aus Rentnern bestehen, sogar glücklich sind, solch einen wertvollen Beitrag für Blackrock, die Rüstungs-, Pharma- und sonstige Industrien leisten zu dürfen. Sonst hätten sie ja nicht so gewählt.  

Donnerstag, 17. Juli 2025

Duftpaket aus der Provence

Frankreich ist ja irgendwie das Mekka für Duftverrückte wie mich. Nicht umsonst spielt der Roman "Das Parfum" von Patrick Süskind in Frankreich, den ich quasi fühlen konnte. Heute kam wieder ein Duftpaket aus Frankreich für mich an. Genauer gesagt kam es nicht aus Frankreich, sondern ratzfatz innerhalb von zwei Tagen aus Deutschland, aber von einem Familienunternehmen aus der Provence, das "in Düften macht". Ist auch besser so, denn so ist die Gefahr geringer, daß das Paket verloren geht, >>was bei Paketen aus Frankreich häufiger mal der Fall ist. Ich kaufe bei dieser Firma immer mein Öko-Flüssigwaschmittel, seitdem habe ich Waschmittel nie mehr im Supermarkt besorgt. Ich hatte über viele Jahre noch einen Vorrat von einem Waschmittel mit Lindenblütenduft, brauchte nun aber Nachschub. Das Lindenblüten-Waschmittel gibt es leider leider nicht mehr. Wie tragisch! Ich mußte jetzt Zitronen-Verbene, und Rosenduft nehmen. Bei der Gelegenheit kaufte ich aber natürlich gleich noch mehr, wie einen großen Vorrat an Seifen, ein Kopfkissenspray Rosenknospe und das Parfum "Strahlende Bergamotte". Außerdem erhielt ich ein beduftetes Lesezeichen mit dem Raumduft "Samtiges Sandelholz" und drei Proben, nämlich vom EdT Zarte Seerose, vom EdT Köstliche Beeren und vom Parfum Baumwoll-Moschus. 

Draußen regnet es schon wieder, also die beste Gelegenheit, sich einen kleinen Duftrausch zu verschaffen und sich durch alles hindurch zu schnuppern.

Vom Waschmittel habe ich jeweils nur eine Flasche genommen, weil nicht alle Düfte mir gefallen. Auf Vorrat hatte ich nur das mit Lindenblüte gekauft, weil ich es bereits kannte und Lindenblüte meist liebe. Ich hatte auch schon mal eines, ich glaube, es war Baumwollblüte, welches ich überhaupt nicht mochte. Mit Zitronen-Verbene kann ich in der Regel nichts verkehrt machen, denn krautig und zitronig geht bei mir immer. Aber das Waschmittel Rosenduft, ähm, na ja. Ich finde, es riecht irgendwie mehr nach Marzipan als nach Rose. Wobei in Marzipan ja meist auch Rosenwasser drin ist, aber trotzdem hatte ich jetzt nicht mit einem Marzipan- statt Rosenduft gerechnet. Ich hoffe, ich kriege von der frisch gewaschenen Wäsche keinen Hunger. Von dem Kopfkissenspray Rosenknospen war ich beim Aufsprühen erst auch nicht so überzeugt, weil ich da überhaupt nicht viel roch, aber die Basisnote, die nach einer Weile geblieben ist, ist richtig stark (im übertragenen Sinn, nicht als Intensität gemeint). Ich weiß nicht, ob ich es als Rosenknospe identifizieren würde, aber es duftet fantastisch nach frisch gewaschener Wäsche, was ja für ein Kopfkissenspray nicht verkehrt ist. Beim Parfum "Strahlende Bergamotte" ging es mir genau anders herum - die Kopfnote sagte mir sofort zu. Zwar kein Grapefruit, aber nahe dran an Grapefruit, etwas grüner und weniger herb-fruchtig. Doch die Basisnote geht dann mehr ins Blumige, Veilchenartige. Trotzdem angenehm und was ich ebenfalls mag ist, daß man den Alkohol nicht herausriecht. Das ist nämlich etwas, was ich an vielen Marken-Parfums, die man in den üblichen Parfümerien kauft, beobachte, daß oft der Alkohol so stark herauszuschnüffeln ist. Das verabscheut mein Näschen. 

Den Duft der Seifen kann ich durch die Verpackungen hindurch natürlich erstmal nur erahnen. Da wären: Rosenblütenblatt, Prickelnde Verbene, Verbene & Kiwi, Glänzende Kamelie, Schöne Mohnblume, Köstliche Beeren, Strahlende Bergamotte und ein festes Shampoo Zitrone & Minze. Verbene & Minze riecht schon durch die Verpackung hindurch sehr vielversprechend. Köstliche Beeren ebenso. Die drei Proben werde ich noch nicht öffnen, da es nur Sachets sind, und sie für meinen nächsten Adventskalender aufheben, für den ich ja außerdem noch die >>Parfumproben vom letzten Jahr habe. 

Duftpaket

Dienstag, 15. Juli 2025

So viel Regen

Drei Tage lang Regen. Gestern mal ein Tag ohne, wo es auch wieder 25 Grad waren, aber heute regnet es erneut den ganzen Tag. Es hört gar nicht mehr auf. Ich mußte sogar in die Badewanne gehen, um mich aufzuwärmen. Diesmal in orangem Wasser als Ersatz für die Sonne. >>Duftet ebenfalls ganz nett. (Provisionslink) Manchmal hat man fast das Gefühl, Berlin liegt in einem Tal zwischen hohen Bergen, wo keine Sonne hinscheint. Ich glaube, meiner Haus-Kreuzspinne unter der Dachrinne bekommt das feuchte Klima fantastisch und sie hat viele kleine Babyspinnen bekommen, die sie schnell aus dem Nest warf. Jedenfalls finde ich unten jetzt lauter kleine Minispinnen und Mini-Gespinste. Glaubt man dem Wetterbericht, geht es mit dem Regen so weiter, nur mit einzelnen Tagen Pause dazwischen. Derart schlimm, daß die Gullis nicht mehr ablaufen wie alle paar Jahre, ist es aber in Berlin noch nicht. Wenn es so viel regnet, muß ich immer an die >>Regentage in meiner Kindheit denken, die so bunt und abenteuerlich waren. Manchmal möchte man sich direkt dorthin zurückversetzen. Ich würde zwar nicht von einer unbeschwerten Kindheit sprechen, aber Kinder haben noch diese Fähigkeit, wenn sie zusammen spielen, komplett Zeit, Raum und Sorgen zu vergessen, und das bei jedem Wetter. Auch an eines meiner Lieblingskinderbücher und eine Lieblingsgeschichte daraus, nämlich die von den Regenmännlein erinnert mich der Regen:

"Im Regenschloß

Es regnete. Es regnete so lange, bis Gras und Wege blankgewaschen waren und die Pfützen sich in richtige Seen verwandelt hatten. Auf den Pfützen bildeten sich glänzende Regenbläschen und erloschen wieder. Nicht jeder weiß, dass in diesen Bläschen Regenmännlein auf dem Wasser schwimmen. Peter wußte es.

"Sie verlöschen so schnell, daß man das Regenmännlein nicht immer erblicken kann. aber manchmal sieht man es." Peter schaute sich nach dem Tigerchen um, das neben ihm herlief, denn es fürchtete sich nicht vor dem Regen.....

....Peter war sicher, dass die Regenmännlein sie sahen.

"Sie kennen auch unseren Tiger, und er kennt sie. Komm, Tigerchen, ich will dir etwas sagen." Peter flüsterte ihm etwas ins Ohr und das Tigerchen begriff sofort.

Eines der Bläschen, es glich den übrigen, war aber wohl etwas größer, blieb plötzlich stehen, schwamm näher an den Rand der Pfütze heran und wuchs und wuchs wie eine Seifenblase. Und dann war es wie ein durchsichtiger, gläserner Kahn. Im Kahn stand das Regenmännlein mit einem riesigen Hut und mit einer Pelerine. Es verneigte sich, und Peter und Kati warteten, was es ihnen sagen würde, aber es sang nur leise vor sich hin, so wie der Regen manchmal singt:

"Regenmännlein heiße ich.

Es fährt mein Wunderkahn

euch brave Kinder alle

ins Traumland wundersam."

Sie stiegen ein, und der Kahn schwankte nicht einmal, obwohl er aussah, als wäre er aus dünnem Glas gemacht. Tymonek (der Tiger, bzw. Kater) war als erster hineingesprungen.

Sie fuhren, fuhren lange im rauschenden Regen, und das Regenmännlein pfiff leise vor sich hin, flüsterte und sang ein Lied, und das klang und tönte wie der Regen in der Dachrinne an einem frühen Sommermorgen, wenn man noch schläft...

....Peter fragte das Regenmännlein nicht mehr, wohin sie fuhren, denn sie erblickten gerade das Regenschloß. Sie erkannten es sofort: Es war grün wie Wasser, durchsichtig wie der Regen. In der Nähe rauschte ein Bach, und an seinem Ufer troff von den Zweigen der Trauerweiden und Hängebirken der Regen. Doch es war gar nicht traurig und langweilig in diesem Regenland, denn in allen Dachrinnen klang und tönte es wie ein großes Orchester, Springbrunnen plätscherten, und in den Springbrunnen hüpften Regenmännlein, die wiegten sich auf den Wasserfäden und kreischten vergnügt....

....Wie hurtig die Regenmännlein am Werke waren - selber ganz blau, grün, lila von dem Regenbogen, den sie gerade webten, wirkten und glätteten! Die bunten Fäden, Bänder und Streifen flogen nur so durch die Luft, und auch der Boden war damit bedeckt....

....Die Regenmännlein sangen bei ihrem fröhlichen Schaffen...

...."Der Sonnenschein wartet", wiederholte das Regenmännlein im Kahn die letzten Worte des Liedes. " Kommt, ich öffne euch das Tor."

Hinterm Tor rauschte der Regen nicht mehr, die Springbrunnen waren verstummt, nur ein letzter feiner Regen wisperte noch zum Abschied und klopfte gegen den Regenschirm. Die bunten Vögel auf dem Schirm hatten nasse, blankgewaschene Federn.

Kati schloß den Regenschirm. Am Griff hing ein buntes Bändchen.

"Das war vorhin nicht da, wie kommt es hierher?"

"Ein Regenmännlein wird es zum Andenken um den Griff geschlungen haben, das ist doch klar", sagte Peter.

Am Himmel leuchtete ein herrlicher, breiter Regenbogen...

...Auf der großen Pfütze waren schon alle Bläschen erloschen. Nein, nicht alle: Eines entfernte sich eilig, kleiner und kleiner werdend. Darin stand das Regenmännlein und winkte mit seinem großen Hut."

(gekürzt - aus >>"Das Haus unter den Kastanien" von Helena Bechlerowa - Provisionslink)

Als ich die Geschichte in meiner Datenbank suchte, fand ich auch eine alte Romanidee, die ich mal auf einer halben Seite aufgeschrieben hatte. Die ist so verrückt, daß ich mich frage, wie ich auf sowas Verrücktes überhaupt komme. Da juckt es einen fast in den Fingern, wieder mit dem Schreiben zu beginnen. Ich habe nur so überhaupt gar keine Zeit und brauche meinen Kopf gerade für anderes. Das Malen/Zeichnen als Hobby ist nebenbei sehr viel entspannender, weil man dabei den Kopf abschalten kann, wenn man möchte, und auch nicht unbedingt etwas machen muß, was länger dauert und so zur Belastung wird. So ein Roman dagegen saugt einen völlig auf, nicht nur, weil es ein längeres Projekt ist, sondern auch, weil man seinen Kopf dafür ständig braucht, egal was sonst noch so passiert. Es wird dann schwer, den Kopf mit anderen Tätigkeiten zu teilen. 

Freitag, 11. Juli 2025

Rückblicke

In der letzten Nacht ist es mit weit offener Balkontür und stürmischer Ostsee im Ohr doch etwas feucht und kühl geworden. Zwei Tage Regenwetter reichen da schon. Es soll ja mit dem Regen bis Mittwoch so weiter gehen. Und nun hat auch mein frühester Blogbekannter überhaupt, den ich noch von den Freenet-Blogs kannte, das Zeitliche gesegnet. Dabei ist 74 nun eigentlich kein wirkliches Alter. So langsam habe ich von diesem Sch.... genug. 

Die ganze "Bloggemeinde", die es früher mal gab, ist ja eh schon komplett ausgelichtet. Es begann bereits vor Corona, als Facebook aufkam, und viele dahin abgewandert sind. Diese Begeisterung für Facebook konnte ich nie teilen. Im Grunde habe ich mir damals dort nur ein Profil erstellt, um noch mit einigen Leuten in Kontakt zu bleiben, und natürlich auch aus Neugier. Aber so richtig durchgesenst wurden die Blogs mit der Coronazeit. Ich weiß von einigen ehemaligen Bloggern, die so entsetzt waren über ihre Mitblogger, welche plötzlich übergriffig, intolerant und diskriminierend wurden, daß sie sich aus diesem Grund zurückzogen. Und es waren gar nicht nur ausschließlich Blogger, die auf der "falschen" politischen Linie waren, sondern auch solche, die der offiziell "richtigen" Linie angehörten, aber trotzdem merkten, daß im Umgang miteinander ganz gehörig etwas schief läuft, und die diese militante und verachtende Bekämpfung anderer Meinungen und Bedürfnisse anekelte. Kann man durchaus nachvollziehen, denn mir hat es damals auch zeitweise die Sprache verschlagen. Allerdings war aufhören für mich nie eine Option, sondern ich fand es wichtig, präsent zu bleiben, und sei es nur als Beitrag dafür, daß solche Einschüchterungsmethoden ins Leere gehen und keine >>Schweigespirale entsteht. Ich habe zwar darüber nachgedacht, konnte es aber nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Und man kann ja übergriffige Blogger relativ leicht meiden. Daß es auch anders geht, hat der nun hinübergegangene Blogkollege gezeigt, denn er war politisch auf der "gepamperten" Linie, aber trotzdem absolut tolerant. Vielleicht hat er manchmal innerlich den Kopf geschüttelt über meine Ansichten, und ich habe es bei ihm genauso gemacht, aber die Verbindung blieb stabil und freundlich, wenn wir uns unsere unterschiedlichen Ansichten mitteilten, manchmal auch darüber schwiegen. Geht alles. Menschlichkeit ist so viel wichtiger als Rechthaben und die Grundlage jeder echten Moral. 

Er ist aber nicht der einzige, mit dem es mir so geht, sondern es sind sowohl digital als auch analog eine ganze Menge mehr Menschen, zum Glück so extrem viel mehr als die zwei oder drei Exemplare, die ich aus meinem persönlichen Kreis aussortieren mußte. Ich finde es jedoch sehr putzig, daß meist diejenigen, die andere gerne mit Verächtlichmachung zur "richtigen" Ansicht "zwingen" wollen, selbst darüber maulen, wenn man angeblich keine anderen Meinungen toleriert oder Cancel Culture betreibt. Diese Leute sollten vielleicht erstmal lernen, was der Unterschied zwischen einer Meinung und einem Übergriff oder Aufruf zu einem Übergriff ist. Einen guten Ansatz dafür bietet Art. 1 des Grundgesetzes, auch auf der persönlichen Ebene, wofür man kein Staatsrecht studiert haben muß. Und es gibt kein einziges Gesetz, welches besagt, daß man Übergriffe oder Aufrufe zu Übergriffen dulden muß. Im Gegenteil, das Recht auf Selbstbestimmung gibt mir die Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Informationen ich aufnehmen, annehmen und konsumieren möchte, und auch, welche Menschen ich in meinem persönlichen Umfeld haben möchte oder nicht (sogar dann, wenn mir tatsächlich nur ihre Meinung nicht paßt). Und sie dürfen ja alle weiter missionieren und hetzen, nur halt nicht bei mir, d.h. ihre Freiheit zur Meinungsäußerung wird nicht eingeschränkt. Auf X ist es irgendwie verpöhnt zu blockieren, jedenfalls klingt es immer so, wenn einige sich beschweren, andere wiederum nehmen es als Auszeichnung. Also ich habe, was das Blockieren betrifft, überhaupt keine Skrupel. Es ist quasi zu einem sehr befriedigenden Hobby geworden, vor allem was bestimmte Politiker betrifft, die gerne Lügen erzählen. Und das ganz ohne deren persönliche Freiheit, Mist zu verbreiten, einzuschränken. Aber ich habe das Recht, es nicht lesen zu müssen. Ich glaube, mit Lauterbach fing alles an, und dann bin ich auf den Geschmack gekommen. In den Zeitungen lese ich immer noch das früh genug, was halbwegs wichtig ist. Gysi hat Glück, daß ich ihm nur entfolgt bin, ihn jedoch nicht blockiert habe. Verdient hätte er es. 

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Donnerstag, 10. Juli 2025

Russische Kunst

In den letzten Tagen war viel los, aber gestern bin ich endlich dazu gekommen, mal den >>aufgegabelten Kunstband durchzublättern. Das Buch ist nicht nur groß, sondern auch dick, und auf 300 Seiten randvoll mit zeitgenössischer russischer Kunst gefüllt. Eine wahre Schatzkiste. So schnell werde ich das wohl nicht mehr aussetzen. 

Die Werke dieses Künstlers erinnern mich ein bißchen an den Riß in der Matrix, besonders das rechte Bild. Es nennt sich aber "Spiegel", wobei ein Spiegel ja auch ein Riß in der Matrix sein kann. Das obere Bild links nennt sich "Mondnacht" und das untere nur "Komposition A". 

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Ich habe ja so eine kleine Vorliebe für barocke hyperrealistische Stillleben, doch nur was das Anschauen betrifft. Selbst hätte ich auf solch eine Kunstausübung überhaupt keine Lust. Und Hyperrealismus fasziniert mich auch nur bei Stillleben. Diese neueste hyperrealistische Kunst, welche KI-generiert ist und oft als Illustrationen verwendet wird, finde ich zum Gähnen langweilig. Aber ich gucke mir handgemalte Stillleben tatsächlich immer gerne an und ziehe den Hut vor der Kunstfertigkeit und Geduld des jeweiligen Künstlers. >>Im Dresdner Zwinger gibt es auch so ein Exemplar. 

(Auf der verlinkten Seite findet man ein Quiz "Welcher Künstler bist du?" Das habe ich mir nicht entgehen lassen und ich finde, das Ergebnis paßt ziemlich gut: "Der Romantiker - Wie auch die Romantiker hast du ein einfühlsames und sensibles Wesen, welches sehr mitfühlend ist. Dadurch brauchst du auch oft deinen Rückzug, um nicht von anderen Menschen und deren Schwierigkeiten eingenommen zu werden. Du bist sehr naturverbunden und gerne draußen, ein langer Spaziergang macht deinen Kopf frei. Du hast eine Vorstellung vom "Göttlichen" und magst den Gedanken, dass auch die Natur beseelt ist. Manchmal kommt dir das ganze Leben sinnlos vor oder du verlierst dich in Träumereien. Oft findest du dich auch in melancholischen Stimmungen wieder, die du aber – wenn du ehrlich bist - auch genießen kannst. Vor tiefen Emotionen hast du keine Angst. Vor allen Dingen aber bist du kreativ! Nicht immer äußert sich das in typisch kreativen Hobbies, denn du bist ein Mensch mit vielen Interessen. Vor allem äußert sich das in deinem Denken. Oft denkst du ein wenig "anders" als andere, differenzierter als deine Umgebung und hast gute Ideen, die jede Diskussion bereichern. Du kannst gut in kleinen Gruppen oder Einzelgesprächen glänzen. Größere Gruppen strengen dich oft an. Mit längeren Phasen des Alleine-Seins hast du wenig Probleme. Du hängst dann deinen Gedanken nach. Oft wirst du um Rat gefragt oder von deinen Freunden um ein offenes Ohr gebeten, da sie deinen Rat schätzen. Manchmal fällt es dir schwer, Grenzen zu setzen und dein eigenes zu verfolgen. Das solltest du aber, denn in dir gibt es genug, was es zu entdecken gilt!")

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Und hier eine sehr phantasievolle Bronze von Balzac. Überhaupt scheinen die russischen Künstler irgendwie eine Affinität zu Frankreich zu haben. Keine Ahnung, wo diese herrührt. 

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Die Dame rechts unten, eine "Aristokratin", erinnert mich ein bißchen an Chagall.

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Und von diesem Künstler gefällt mir am besten das Bild rechts oben. Für den Titel finde ich im Wörterbuch keine Übersetzung, aber ich würde es als nature morte lesen, also den französischen Begriff für Stillleben ins Kyrillische übernommen. Und damit ist es als Stillleben das genaue Gegenteil des hyperrealistischen Exemplars. Ich mag diesen brüchigen Farbauftrag. 

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Samstag, 5. Juli 2025

Schade, schade

Als jemand, der sich regelmäßig körperlich verausgabt, sammle ich bereits seit Jahren alle Hinweise darüber, was Muskelkater vorbeugt oder schnell abklingen läßt, und habe auch schon entsprechend viel ausprobiert. Und ich gebe ehrlich zu, das ich eine ganze Zeit lang Proteinpulver selbst nur für einen teuren Hype hielt, bis ich von einer Studie über die Wirkung von Proteinen nach dem Sport auf den Anstieg einer speziellen Art von Protein hörte, welches unter Normalbedingungen inaktiv ist, aber sobald es aktiviert ist, die Produktion von Proteinen, Hormonen und Enzymen ankurbelt und damit auch die Reparaturfähigkeit. Es wurde in dieser Studie festgestellt, daß die Zufuhr von Proteinen nach dem Sport dieses Protein aktiviert, aber nicht Sport allein. Das hat mich dazu gebracht, es mal auszuprobieren und es ist das beste, was mir je passiert ist, zumindest in Bezug auf Muskelkater. Wenn ich ein anstrengendes Workout mache und keinen Proteinshake hinterher nehme, brauche ich in meinem Alter im Schnitt drei Tage, um wieder fit zu werden, also für meinen Geschmack viel zu lange. Wenn ich dagegen einen Proteinshake nehme, brauche ich allerhöchstens einen Tag, falls ich überhaupt Muskelkater bekomme. Ich nehme allerdings nur pflanzliche Proteine, denn tierische, wie z.B. Whey, können wieder andere Probleme verursachen (Säure-Basen-Haushalt).

Nun dachte ich, ich tue mal mit meiner Expertise etwas Gutes und bringe meiner Mutter pflanzliches Proteinpulver mit, nicht nur, damit sie schneller auf den Beinen ist, sondern auch, weil die Proteine den Muskelabbau bei zu wenig Bewegung und Bettlägerigkeit verzögern. Aber sie mag das Proteinpulver nicht. Nun gut, es schmeckt wirklich nicht besonders, zumal sie auch keinen Mixer hat, aber ehrlich, wenn ich mich nicht mehr bewegen könnte, würde ich wohl alles saufen, was nicht gerade Brechreiz hervorruft, wenn nur die kleinste Chance besteht, damit schneller auf die Beine zu kommen. Ich finde es auch lustig, das ausgerechnet diejenigen, die sich wenig bis überhaupt nicht körperlich betätigen und betätigt haben, immer ganz genau wissen, was gegen Muskelkater nicht hilft. Manchmal habe ich es echt satt, etwas weiterzugeben, und denk mir, halt doch einfach die Fresse, behalt dein Wissen für dich und laß sie alle mit ihren Gebrechen herumkrepeln - ist ja nicht dein Bier. Wenn es Familie ist, ist es aber eben doch auch mein Bier. 

Immerhin benutzt sie schon lange das Magnesiumöl, weil es gegen ihre Wadenkrämpfe hilft. Und ich kann mich an kaum eine Zeit erinnern, in der sie früher keine Wadenkrämpfe hatte. Ich kenne sie eigentlich nur so, daß sie nachts fluchend und humpelnd herumspringt - ich glaube, sie hatte schon immer einen massiven Magnesiummangel. Nur deshalb nimmt sie es, aber eigentlich auch viel zu wenig, weil sie trotzdem immer noch manchmal Krämpfe bekommt und erst dann zum Öl greift. Und wenn ich ihr sage, daß sie mit dem Magnesium auch ihre Knochen stärkt, würde sie wohl innerlich denken - nun übertreibt sie aber wieder. 

Ich habe außerdem eine Collage fertig gestellt mit kleinen Washi-Bildern, die ich mal geschenkt bekam und mit denen ich bisher nichts anfangen konnte, sowie Kaviar-Perlen, die eigentlich für Fingernägel gedacht waren und die ich noch aus einem Adventskalender hatte. Beides ließ sich unglaublich schlecht verarbeiten. Die Washi-Bildchen halten weder mit Klebestick noch mit richtigem Collagemedium so richtig gut, ich habe sie bestimmt dreimal nachgeklebt, und diese Kaviarperlen zu kleben ist deshalb so mühsam, weil es mindestens zehn Durchgänge braucht, in denen man alle daneben gerollten Kügelchen wieder einsammelt und erneut auf Klebstoff verstreut. Das hat mir irgendwann viel zu lange gedauert. Ich habe jetzt noch ein Fläschchen mit rot-goldenen Kügelchen, aber die kommen erst dran, wenn ich tatsächlich mal viel Zeit und Muße habe, um drinnen herumzubasteln.

Traum

Freitag, 4. Juli 2025

Große Aufregung

Zum Glück ist es wieder kühler, denn gerade herrscht ziemlich viel Aufregung, weil meine Mutter in ihrer Wohnung gestürzt ist und nicht mehr hochkam. Blöderweise fand sie auch das Telefon nicht und ist eine ganze Nacht lang durch die Wohnung gerobbt, um entweder das Telefon zu finden oder sich irgendwo hochzuziehen. Erst am Morgen klappte es, daß sie das Telefon fand und mit ihrem Rückenkratzer erreichen konnte, indem sie damit den ganzen Korb, in welchem es lag, vom Schreibtisch runter zog. Mein Bruder und seine Frau haben sie gefunden und hoch ins Bett geschafft. Glücklicherweise ist nichts gebrochen, aber ihr tut alles weh, so daß sie erstmal nicht aufstehen kann. Das kenne ich aus eigener Erfahrung, denn ich habe mich bei Blitzeis mal voll lang gelegt und mich zwei Stunden später gefühlt, als hätte mich ein Lastwagen überfahren. Doch sie hat ja die ganze Nacht lang außerdem noch Hochleistungssport betrieben, d.h. sie muß sich fühlen, als hätte sie die Eiger Nordwand erklettert. Ich war heute da und habe sie mit Wasserflaschen, Proteinshake, Magnesiumöl und Passionsblume eingedeckt. Dafür habe ich ihr von den Flaschen auch alle Plastikdeckel abgerissen, weil sie als alter Mensch mit nachlassender Feinmotorik mit diesen komischen angetackerten Flaschendeckeln nicht klar kommt.

Sie hat aber wirklich ein unglaubliches Schwein, daß sie sich bisher trotz Osteoporose nie etwas gebrochen hat. Ich habe neulich mit meiner früheren Kollegin zu ihrem Geburtstag gesprochen. Die ist erst 79 und hat brach sich im letzten Jahr bereits zwei Wirbel. Doch wenn man ihr sagt, daß sie mehr Magnesium braucht, zumal sie auch unter Herzrhythmusstörungen leidet, will sie sowas nicht hören und kommt immer mit ihrem Arzt. Na ja, mehr als darauf hinweisen kann man nicht. Wenn Leute nur ihrem Halbgott in Weiß vertrauen, der ihnen die hilfreichsten und wichtigsten Dinge verschweigt, ist das halt so und ihre Entscheidung. 


Im Durchgang, den man durchquert, wenn man zu meiner Mutter will, laden die Mieter gern Sperrmüll und alten Kram ab, den sie nicht mehr brauchen. Heute war es dort erstaunlich leer, aber ein einsames Buch stand auf dem Sims und ich erhaschte im Vorbeigehen kyrillische Buchstaben. Eigentlich wollte ich sie erst nur entziffern, doch dann las ich darunter “Russian Art Guide” und griff zu, um das Buch einzustecken. Wenn die Kunst darin mir nicht gefällt, kann ich es ja immer noch wieder aussetzen. Die Titel der Werke darin sind leider nur in Russisch, d.h. ich muß selbst übersetzen. Und als ich mir das Titelbild genauer anschaute dachte ich bei mir, wenn Putin uns mit einer Arme von Schneemännern angreifen will, wird er nicht weit kommen. Ich verlinke außerdem noch einen wichtigen und guten Vortrag mit Michael von der Schulenburg und anderen vom BSW. Sollte man sich anschauen.


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Mittwoch, 2. Juli 2025

So, so

Mein Kumpel ist mit seiner Frau gerade auf Mallorca und hat mir heute irgendwelche Schwitz- und Zungehängsmileys geschickt. Dann habe ich gefragt, wie heiß es bei ihnen ist und habe irgendetwas von 40 Grad oder so erwartet, stattdessen kam 32 Grad. Lachhaft! Auf meinem Thermometer war es da schon 36 Grad im Schatten. In meiner Wohnung sind es noch kuschelige 28 Grad. Das sind eigentlich immer die besten Tage zum Tanzen, weil es draußen keinen Spaß macht, man sowieso schon schwitzt und drinnen alles so dunkel ist, daß andere Tätigkeiten nicht in Betracht kommen (außer vielleicht Fernsehen, Video schauen oder dumme Blogbeiträge schreiben).

Und gleich beglücken uns auch wieder einige Politiker mit ihren peinlichen Betroffenheitskommentaren über die große Hitze. Ehrlich, >>so lange Bäume abgeholzt statt gepflanzt werden, die die Hitze lindern könnten, und Menschen an "klimaneutralen" Waffen sterben, für die keine Betroffenheit übrig ist, kann ich das nicht mehr ernst nehmen. Eure Taten widersprechen allen euren Worten. Manchmal habe ich ja sowieso den Verdacht, dieser ganze Hitzerummel war anfangs nur ein ganz cleverer Schachzug der Medien, um in der Saure-Gurken-Zeit im Sommer noch Aufmerksamkeit zu bekommen, und später sind andere mit aufgesprungen. Und wenn außerdem jemand wie Marie Rheinmetall den Janusz-Korczak-Preis für Menschlichkeit erhält, dann errötet man nicht vor Hitze, sondern vor Fremdscham. Janusz Korczak war jemand, der mit Kindern mit in den Tod gegangen ist, während sie Menschen gegeneinander aufhetzt und ohne mit der Wimper zu zucken, andere in den Krieg und sicheren Tod schicken würde, ganz sicher ohne diese zu begleiten. Ich habe ja den Eindruck, daß solche Menschen der Rüstungs- und Pharmalobby, die sich gerade gegenseitig mit Orden behängen, sowas wie Scham gar nicht kennen. Deswegen müssen sich auch ständig andere für sie mitschämen. 

Untendrunter und obendrauf

In der letzten Nacht lag ich die ganze Zeit faul mit einem Bekannten am Müggelsee herum, welcher verblüffend klar war, so daß man das Seegras unter der Wasseroberfläche sehen konnte, und schlürfte Limonade. Mal sehen, ob der Tag auch so entspannt wird. Lustig ist, daß wenn ich dann aus dem jetzt häufig wundervoll tiefen Schlaf auftauche (und es ist tatsächlich oft ein Gefühl, als ob man tief unter Wasser ist und Stück für Stück an die Wasseroberfläche aufsteigt), vergesse ich manchmal, daß um mich herum akustisch eine stürmische Ostsee tobt und halte das Geräusch für eine fauchende Katze. Was mich gleich wieder ein bißchen wacher macht. 

Und manchmal freue ich mich sogar auf meine ersten grauen Haare, aber nur manchmal, zum Beispiel gestern, als ich den Tanzfilm "PLACE" sah. So bezaubernd! Wenn ich mir meine eigenen aufgenommenen Tanzvideos ansehe, ertappe ich mich ab und zu dabei, daß ich sie wie einen Horrorfilm schaue, d.h. ich halte eine Hand vor Augen und gucke dann durch die Finger, oder ich kneife die Augen zusammen. Das ist mir bei diesem Tanzfilm auch passiert. Ich glaube, es ist einfach ein Reflex, wenn etwas so persönlich wirkt, daß man das Gefühl hat, man sollte dabei nicht zuschauen. Dinge, die unter den Teppich gekehrt wurden, haben es ja meist sowieso an sich, sehr persönlich zu sein. Unverstellt außerdem. Dazu kommt aber noch diese unglaublich warme Grundenergie zwischen den beiden Tänzern. Ich weiß gar nicht, ob man sowas spielen kann. Deshalb recherchierte ich im Netz, ob sie vielleicht ein Paar sind, fand aber keine Hinweise. Was wiederum nichts bedeuten muß. Und eine echte, langjährige Freundschaft wäre auch noch eine Möglichkeit. Außerdem haben sie sogar ein ähnliches Gesichtsprofil. Es heißt ja, daß sich in langjährigen Beziehungen das Aussehen einander angleicht. >>Dies wurde in wissenschaftlichen Studien bestätigt. Und sowas kann man dann tatsächlich nicht spielen. 

Was die grauen Haare betrifft, bin ich für das Haarefärben schon lange verloren, und ich weiß auch noch genau, wann mich die "Haarerleuchtung" ereilte. Es war vor ca. dreißig Jahren in einem Staatsrecht-Seminar. Ganz genau. Vor mir saß ein Mädchen mit längerem gewellten Haar, in einer Haarfarbe, welches man gerne abwertend als "Straßenköterblond" bezeichnet, also meine eigene Haarfarbe - nicht richtig blond und nicht richtig braun. Aber ich entdeckte in ihrem Haar so unzählig viele feine Farbnuancen, die mich komplett faszinierten. Diese sind bei gefärbtem Haar nicht vorhanden, weshalb es meist unlebendig wirkt, selbst wenn man es noch mit Strähnchen aufzulockern versucht. Ich studierte quasi zwei oder vier Stunden lang die Haarschattierungen statt Staatsrecht und verliebte mich in eine Haarfarbe. Danach habe ich nie wieder meine Haare gefärbt, hatte aber bis dahin sowieso schon alle Haarfarben durch: als Jugendliche Mohrrübenrot mit grünen Augenbrauen (die aber nicht gefärbt, sondern angemalt waren), in der heißen Diskothekenphase dunkelbraun bis sogar ganz schwarz. Meine Kumpel, mit denen ich damals um die Häuser zog, fanden mal ein Paßbild von mir und meinten, ich sehe darauf aus wie Liz Taylor. Und später Blond. Aber nach diesem Ereignis in Staatsrecht, das wohl sehr einprägsam gewesen sein muß, wenn ich mich noch immer daran erinnere, hellte ich nur noch für einige Jahre ab und zu ein paar Strähnchen auf und tat sonst nichts mehr. Ich glaube, das wird auch so bleiben. 

Montag, 30. Juni 2025

Verwandtschaft aus grauer Vorzeit

Meine beiden historischen Verwandten Ludwig XVI. und der Architekt der Frauenkirche in Dresden George Bähr sind ja eher "jüngerer" Geschichte, das heißt aus der schon halbwegs modernen Zeit. Es gibt aber noch zwei weitere historische genetisch Verwandte, die mit Namen bekannt sind, und welche in grauer Vorzeit existierten. Da wäre zum einen >>König Béla III. aus Ungarn, welcher von 1148 bis 1196 lebte. Der wurde und wird dort wohl auch heute noch verehrt. Auf einer ungarischen Seite heißt es:

 >>"Innerhalb des Landes förderte Béla III. die Kultur, und durch seine Frau Ágnes Châtillon wurden die französischen Beziehungen gestärkt, die Zisterzienser erhielten eine größere Rolle im Königreich Ungarn, und die Wanderschaft zu den westlichen Universitäten begann. Im öffentlichen Leben war die Geburt der Legislativtage ein Moment, der als eine frühe Form des Parlaments angesehen werden kann. Außerdem wurde 1181 die königliche Kanzlei eingerichtet, die den Grundstein für eine moderne und professionelle Verwaltung legte, die für ihre Zeit herausragend war. An den Orten der Beglaubigung begann der Prozess der schriftlichen Aufzeichnung von Angelegenheiten. Ausgehend von den byzantinischen Erfahrungen führte er eine Finanzreform und eine Steuererhebung ein. Daraus geht hervor, dass die Einkünfte von Béla III. mit denen Frankreichs und Englands konkurrierten, und seine jährlichen Silbereinnahmen von mehreren zehn Tonnen machten ihn zu einem der reichsten Monarchen Europas. Er beendete die zügellose Münzprägung, prägte wertbeständige Silbermünzen und ebnete mit seinen Kupfermünzen den Weg für die Schaffung eines mehrstufigen Geldsystems. Neben der Staatskanzlei gab es mehrere unabhängige Notare. Es war auch die Zeit der Entstehung bedeutender kultureller Werke wie der Leichenrede und des Bittgebets sowie die Zeit des Lebens und Wirkens von Meister P. dem Namenlosen oder Anonymus, der einen Roman über die ungarische Geschichte schrieb und in seinem Werk zahlreiche archaische Elemente der ungarischen Vorgeschichte bewahrte. Frieden und Sicherheit wurden im Lande wiederhergestellt. Und 1192 gelang es ihm, László heiligzusprechen, wodurch er nicht nur die ungarische Nation, vom einfachen Volk bis zum Adel, kulturell stärkte, sondern auch das Ansehen des Königreichs Ungarn durch die Kirche erhöhte. Der gute Ruf und die sorgfältig gepflegten Beziehungen vergrößerten den Handlungsspielraum der Dynastie und boten ein hervorragendes Druckmittel in künftigen Konflikten. Béla III. war ein wahrer Staatsmann. Und er scheute sich nicht, die im Ausland erlernten Verfahren und Methoden, die sich von denen in Ungarn stark unterschieden, zu übernehmen, wenn er sie für wirksam hielt. Seine Kompromissbereitschaft und sein Pragmatismus waren eine gute Grundlage für die Schaffung eines stabilen und erfolgreichen Ungarns." 

Auf MyTrueAncestry.com wiederum liest man, daß er, anstatt aktiv Krieg zu führen, immer darauf bestand, zu feige zu sein, um zu kämpfen, aber genau deshalb so großen Erfolg hatte. Ich weiß nicht, woher sie diese Behauptung nehmen, denn im Netz habe ich solch eine Selbsteinschätzung Bélas III. nicht gefunden. Aber so ein König wird wohl Gründe dafür haben, wenn er lieber Frieden fördert, statt Krieg zu führen und zu kämpfen. Das ist dann auch der Unterschied zu heute, wo diejenigen, die gerne Krieg führen, selbst gar nicht kämpfen, sondern andere lieber durch Propaganda davon überzeugen, dies zu tun. Im Mittelalter wäre solch ein "König" wohl nie damit durchgekommen. Leider hat sich Bela III. dann doch breitschlagen lassen, auf einen heiligen Kreuzzug zu ziehen, ist unterwegs krank geworden und verstorben. Wäre er mal zu Hause geblieben! Heute ruhen seine Gebeine in der Matthias-Kirche in Budapest, in einem Doppel-Sarkophag mit seiner Gemahlin. 

Der älteste namentlich bekannte genetisch Verwandte, und vorerst der Letzte unter den archäologischen Samples, ist >>Gleb Svyatoslavich, Fürst von Novgorod, Sohn des Großherzogs von Kiew, dem Zentrum des damaligen Großreichs Kiewer Rus. 

>>"Die Kiewer Rus war jedoch ähnlich wie das Heilige Römische Reich kein einheitlicher Staat, sondern bestand aus einer Vielzahl von relativ selbstständigen Teilfürstentümern, die von den Rurikiden regiert wurden. Einer von ihnen erbte jeweils nach dem Senioratsprinzip die Großfürstenwürde und zog zum Regieren nach Kiew. Andere Fürsten rückten währenddessen in der Regierungshierarchie nach und übernahmen die Macht in den einzelnen unterschiedlich wichtigen Teilfürstentümern. Zu solchen Teilfürstentümern der Rus zählten im 11. und 12. Jahrhundert Kiew, Tschernigow, Perejaslaw, Smolensk, Polozk, Turow-Pinsk, Rostow-Susdal, Murom-Rjasan und Galizien-Wolhynien sowie die Republik Nowgorod. Auf dem Fürstentag von Ljubetsch 1097 verzichtete man auf das Nachrückprinzip, so dass einzelne Rurikidenlinien von nun an dauerhafte Herren ihrer Ländereien wurden. Dies legte den Grundstein für das System des feudalen Großgrundbesitzes."

Am 30. Mai 1078 wurde er auf der Flucht getötet, nach seiner Vertreibung aus Novgorod. Laut Historikern hing die Vertreibung wohl höchstwahrscheinlich mit einer Notlage zusammen, denn es heißt: "Anscheinend wurde das Leben des Prinzen von den Nowgorodern bedroht, die ihn des Unglücks (Mangel an Früchten der Erde) beschuldigten, das das Land von Nowgorod befiel." Seine Gebeine ruhen in Chernigiv im Norden der Ukraine und rotieren zur Zeit sicherlich im Grab.  

King Bela III.

Prince of Novgorod

Samstag, 28. Juni 2025

Bußgeld und Blumenkinder

Die >>Russen haben ein neues Stretching-Video heraus gebracht. Aber die deutschen Untertitel sind echt ein Grauen. Man kann sich russische Videos tatsächlich nur mit englischen Untertiteln anschauen. Nicht nur, daß es darin von Truhen, Flugzeugen und ähnlich ominösen Begriffen für Stretching-Videos wimmelt, zwischendurch heißt es dann ständig "Wir hatten einen Riesenspaß.", was aber ganz bestimmt nicht gesagt wurde. Doch das beste - das Wort "хорошо" wird in den Untertiteln immer mit "Bußgeld" übersetzt. Du meine Güte! Im Grunde ist das doch ein Begriff, den jeder schon einmal gehört hat, selbst dann, wenn man nicht in der DDR Russischunterricht hatte. Ich nehme mal an, daß der Begriff für "Bußgeld" (hoffentlich) so ähnlich wie "хорошо" klingt. Ein bißchen bereue ich es, früher nicht mehr Russisch gebüffelt zu haben, aber zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch niemand ahnen, daß es mal sowas wie Youtube gibt, und ein weltweites Angebot an internationalen Videos zu jedem Spezial-Thema. Hätte mir damals jemand verraten, wie die Welt vierzig Jahre später aussieht, ich hätte nichts davon geglaubt. 

Gerade las ich, daß Santana (77) und Clapton (80) ein zweites "Woodstock" für den Weltfrieden organisieren wollen. >>"Kriege seien keine Lösung - auf diese Feststellung legt der «Gitarrengott» Wert. «Man gewinnt nicht mit Bomben, man gewinnt mit Liebe. Und ich will Musik machen, damit die Menschen sich darauf besinnen, dass wir in der Lage sind, Frieden auf diese Erde zu bringen - und zwar jetzt, in unserer Zeit.»" Na da hoffe ich, daß sie auch jüngere Kollegen finden, die dabei mitmachen, denn ansonsten wird es wohl eher ein Senioren-Event und kein Hippie-Revival. Wie wäre es mal mit einem amerikanisch-russischem Musikfestival? Ich bekomme Lust auf einen neuen Summer of Love. Beim ersten gab's mich ja noch nicht. Wir brauchen wieder ein bißchen mehr ewige Blumenkraft.